{"id":151491,"date":"2026-06-04T12:00:19","date_gmt":"2026-06-04T10:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151491"},"modified":"2026-06-03T10:17:51","modified_gmt":"2026-06-03T08:17:51","slug":"lavender-die-ki-maschine-die-israels-bombardements-in-gaza-steuert-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151491","title":{"rendered":"\u201eLavender\u201c: Die KI-Maschine, die Israels Bombardements in Gaza steuert (Teil 1)"},"content":{"rendered":"<p>Die israelische Armee hat Zehntausende Bewohner des Gazastreifens als potenzielle Zielpersonen f&uuml;r T&ouml;tungsaktionen eingestuft &ndash; mithilfe eines KI-Zielerfassungssystems, das kaum menschlicher Kontrolle unterliegt, und einer Politik, die hohe Opferzahlen in Kauf nimmt. Dies haben j&uuml;dische und pal&auml;stinensische Journalisten in einer gemeinsamen Recherche aufgedeckt. Von <strong>Yuval Abraham<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIm Jahr 2021 erschien ein Buch mit dem Titel &bdquo;Das Mensch-Maschine-Team: Wie man Synergien zwischen Mensch und k&uuml;nstlicher Intelligenz schafft, die unsere Welt revolutionieren werden&ldquo;[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] unter dem Pseudonym &bdquo;Brigadegeneral Y.S.&ldquo; Darin spricht sich der Autor &ndash; ein Mann, den wir als den derzeitigen Kommandeur der israelischen Elite-Geheimdienstabteilung 8200 identifiziert haben &ndash; f&uuml;r die Entwicklung einer speziellen Maschine aus, die gro&szlig;e Datenmengen schnell verarbeiten k&ouml;nnte, um in der Hitze eines Krieges Tausende potenzieller &bdquo;Ziele&ldquo; f&uuml;r Milit&auml;rschl&auml;ge zu generieren. Eine solche Technologie, schreibt er, w&uuml;rde das l&ouml;sen, was er als &bdquo;menschlichen Engpass sowohl bei der Lokalisierung neuer Ziele als auch bei der Entscheidungsfindung zur Genehmigung der Ziele&ldquo; bezeichnete.<\/p><p>Eine solche Maschine, so stellt sich heraus, gibt es tats&auml;chlich. Eine neue Untersuchung von <em>+972 Magazine<\/em> und <em>Local Call<\/em>[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">**<\/a>] deckt auf, dass die israelische Armee ein auf k&uuml;nstlicher Intelligenz basierendes Programm entwickelt hat, das unter dem Namen &bdquo;Lavender&ldquo; bekannt ist und hier erstmals der &Ouml;ffentlichkeit vorgestellt wird.<\/p><p>Laut sechs israelischen Geheimdienstmitarbeitern, die alle w&auml;hrend des aktuellen Krieges im Gazastreifen in der Armee gedient haben und direkt an der Verwendung von KI zur Ermittlung von T&ouml;tungszielen beteiligt waren, spielte Lavender eine zentrale Rolle bei den beispiellosen Bombardierungen von Pal&auml;stinensern, insbesondere in der Anfangsphase des Krieges. Tats&auml;chlich war sein Einfluss auf die milit&auml;rischen Operationen den Quellen zufolge derart gro&szlig;, dass die Ergebnisse der KI-Maschine im Prinzip &bdquo;wie eine menschliche Entscheidung behandelt wurden&ldquo;.<\/p><p>Formal ist das Lavender-System konzipiert, um alle verd&auml;chtigen Akteure in den milit&auml;rischen Fl&uuml;geln der Hamas und des Pal&auml;stinensischen Islamischen Dschihad (PIJ), einschlie&szlig;lich derjenigen niedrigen Ranges, als potenzielle Bombardierungsziele zu markieren. Die Quellen berichteten <em>+972<\/em> und <em>Local Call<\/em>, dass sich die Armee in den ersten Wochen des Krieges fast vollst&auml;ndig auf Lavender verlie&szlig;, das bis zu 37.000 Pal&auml;stinenser &ndash; und ihre H&auml;user &ndash; f&uuml;r m&ouml;gliche Luftschl&auml;ge identifizierte.<\/p><p>In der Anfangsphase des Krieges erteilte die Armee den Offizieren pauschal die Erlaubnis, Lavenders T&ouml;tungslisten zu &uuml;bernehmen, ohne Verpflichtung, gr&uuml;ndlich zu pr&uuml;fen, warum die Maschine diese Auswahl getroffen hatte, oder die Rohdaten der Geheimdienste zu untersuchen, auf denen sie basierten.<\/p><p>Eine Quelle berichtete, dass menschliches Personal oft nur dazu diente, die Entscheidungen der Maschine &bdquo;abzunicken&rdquo;. Sie f&uuml;gte hinzu, dass man normalerweise jedem Ziel nur etwa &bdquo;20 Sekunden&ldquo; widmete, bevor ein Bombenangriff genehmigt wurde &ndash; und dies lediglich, um sicherzustellen, dass es sich bei dem von Lavender markierten Ziel um einen Mann handelte. Und das, obwohl bekannt war, dass das System in etwa zehn Prozent der F&auml;lle als &bdquo;Fehler&ldquo; geltende Entscheidungen trifft und bekanntlich manchmal Personen markiert, die lediglich eine lose oder &uuml;berhaupt keine Verbindung zu militanten Gruppen haben.<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus griff die israelische Armee die Zielpersonen systematisch in ihren H&auml;usern an &ndash; in der Regel nachts, w&auml;hrend ihre gesamten Familien anwesend waren &ndash; und nicht im Zuge milit&auml;rischer Aktivit&auml;ten. Den Quellen zufolge geschah dies, weil es nach ihrer Einsch&auml;tzung aus nachrichtendienstlicher Sicht einfacher war, die Personen in ihren Privath&auml;usern zu lokalisieren.<\/p><p>Zus&auml;tzliche automatisierte Systeme, darunter eines namens &bdquo;Where&rsquo;s Daddy&ldquo;, das hier ebenfalls erstmals enth&uuml;llt wird, wurden speziell eingesetzt, um die Zielpersonen aufzusp&uuml;ren und Bombenangriffe durchzuf&uuml;hren, wenn diese die Wohnh&auml;user ihrer Familien betreten hatten.<\/p><p>Das Ergebnis war, wie die Quellen bezeugten, dass Tausende Pal&auml;stinenser &ndash; die meisten davon Frauen und Kinder oder Menschen, die nicht an den K&auml;mpfen beteiligt waren &ndash; &bdquo;aufgrund der Entscheidungen des KI-Programms&ldquo; durch israelische Luftangriffe ausgel&ouml;scht wurden, insbesondere in den ersten Wochen des Krieges.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir waren nicht daran interessiert, [Hamas-]Aktivisten nur dann zu t&ouml;ten, wenn sie sich in einem Milit&auml;rgeb&auml;ude befanden oder an einer milit&auml;rischen Aktivit&auml;t beteiligt waren&ldquo;, erkl&auml;rte A., ein Geheimdienstoffizier, gegen&uuml;ber <em>+972<\/em> und <em>Local Call<\/em>. &bdquo;Im Gegenteil, die IDF bombardierte sie ohne zu z&ouml;gern in ihren H&auml;usern, als erste Option. Es ist viel einfacher, das Haus einer Familie zu bombardieren. Das System ist konzipiert, um sie in solchen Situationen aufzufinden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die &bdquo;Lavender&ldquo;-Maschine erg&auml;nzt ein anderes KI-System, &bdquo;The Gospel&ldquo;. Informationen dar&uuml;ber wurden in einer <a href=\"https:\/\/www.972mag.com\/mass-assassination-factory-israel-calculated-bombing-gaza\/\">fr&uuml;heren Untersuchung<\/a> von <em>+972<\/em> und <em>Local Call<\/em> im November 2023 sowie in den eigenen <a href=\"https:\/\/www.israeldefense.co.il\/node\/57256\">Ver&ouml;ffentlichungen<\/a> des israelischen Milit&auml;rs bekannt. Ein grundlegender Unterschied zwischen den beiden Systemen liegt in der Definition des Ziels: W&auml;hrend &bdquo;The Gospel&ldquo; Geb&auml;ude und Strukturen markiert, von denen aus laut Armee Militante operieren, markiert &bdquo;Lavender&ldquo; Menschen &ndash; und setzt sie auf eine T&ouml;tungsliste.<\/p><p>Den Quellen zufolge bevorzugte die Armee au&szlig;erdem, wenn es darum ging, von Lavender markierte mutma&szlig;liche untergeordnete Militante anzugreifen, den Einsatz von ungelenkten Raketen, gemeinhin als &bdquo;dumme&ldquo; Bomben bekannt (im Gegensatz zu &bdquo;smarten&ldquo; Pr&auml;zisionsbomben), die ganze Geb&auml;ude mitsamt ihren Insassen zerst&ouml;ren und erhebliche Opferzahlen verursachen k&ouml;nnen.<\/p><p>&bdquo;Du willst keine teuren Bomben an unwichtige Leute verschwenden &ndash; das ist sehr kostspielig f&uuml;r das Land und es herrscht ein Mangel [an diesen Bomben]&ldquo;, sagte C., einer der Geheimdienstoffiziere. Eine andere Quelle gab an, sie h&auml;tten pers&ouml;nlich die Bombardierung von &bdquo;Hunderten&ldquo; von Privath&auml;usern mutma&szlig;licher &bdquo;Nachwuchskr&auml;fte&rdquo; genehmigt, die von Lavender markiert worden waren. Viele dieser Angriffe t&ouml;teten Zivilisten und ganze Familien als &bdquo;Kollateralschaden&ldquo;.<\/p><p>In einem beispiellosen Schritt beschloss die Armee laut zwei der Quellen in den ersten Wochen des Krieges zudem, dass es f&uuml;r jedes von Lavender markiertes rangniedriges Hamas-Mitglied zul&auml;ssig ist, bis zu 15 oder 20 Zivilisten zu t&ouml;ten. In der Vergangenheit hatte das Milit&auml;r bei Attentaten auf rangniedrige Militante keinerlei &bdquo;Kollateralsch&auml;den&ldquo; genehmigt.<\/p><p>Die Quellen f&uuml;gten hinzu, dass die Armee in F&auml;llen, in denen das Ziel ein hochrangiger Hamas-Funktion&auml;r im Rang eines Bataillons- oder Brigadekommandanten war, mehrere Male die T&ouml;tung von mehr als 100 Zivilisten bei der Ermordung eines einzelnen Kommandanten genehmigte.<\/p><p>Die folgende Untersuchung gliedert sich in die sechs chronologischen Stufen der hochautomatisierten Zielerfassung durch die israelische Armee in den ersten Wochen des Gaza-Kriegs. Zun&auml;chst erl&auml;utern wir die &bdquo;Lavender&ldquo;-Maschine selbst, die unter Einsatz k&uuml;nstlicher Intelligenz Zehntausende Pal&auml;stinenser markierte. Zweitens enth&uuml;llen wir das &bdquo;Where&rsquo;s Daddy?&ldquo;-System, das diese Ziele verfolgte und der Armee ein Signal gab, sobald sie ihre Familienh&auml;user betraten. Drittens beschreiben wir, wie &bdquo;dumme&ldquo; Bomben ausgew&auml;hlt wurden, um diese H&auml;user anzugreifen.<\/p><p>Viertens erl&auml;utern wir, wie die Armee die zul&auml;ssige Anzahl von Zivilisten, die bei der Bombardierung eines Ziels get&ouml;tet werden durften, gelockert hat. F&uuml;nftens zeigen wir auf, wie automatisierte Software die Anzahl der Nichtkombattanten in jedem Haushalt ungenau berechnet hat. Und sechstens zeigen wir, wie in verschiedenen F&auml;llen, wenn ein Haus getroffen wurde, meist nachts, die Zielperson gar nicht im Haus war, weil Milit&auml;rangeh&ouml;rige die Informationen nicht in Echtzeit &uuml;berpr&uuml;ft haben.<\/p><p><strong><u>Schritt 1: Ziele generieren<\/u><\/strong><\/p><p><strong>&bdquo;Wenn man einmal auf Automatik umgestellt hat, l&auml;uft die Generierung von Zielen auf Hochtouren.&ldquo;<\/strong><\/p><p>In der israelischen Armee bezeichnete der Begriff &bdquo;menschliches Ziel&ldquo; in der Vergangenheit einen hochrangigen Milit&auml;rangeh&ouml;rigen, der gem&auml;&szlig; den Vorschriften der Abteilung f&uuml;r internationales Recht des Milit&auml;rs in seiner Privatwohnung get&ouml;tet werden darf, selbst wenn Zivilisten in der N&auml;he sind. Geheimdienstquellen sagten gegen&uuml;ber <em>+972<\/em> und <em>Local Call<\/em>, dass w&auml;hrend Israels fr&uuml;herer Kriege &ndash; da dies eine &bdquo;besonders brutale&ldquo; Art war, jemanden zu t&ouml;ten (oftmals durch die T&ouml;tung einer ganzen Familie neben dem Ziel) &ndash; solche menschlichen Ziele sehr sorgf&auml;ltig markiert wurden und nur hochrangige Milit&auml;rkommandanten in ihren H&auml;usern bombardiert wurden, um den Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit nach internationalem Recht zu wahren.<\/p><p>Aber nach dem 7. Oktober &ndash; als von der Hamas angef&uuml;hrte Militante einen t&ouml;dlichen Angriff auf Gemeinden im S&uuml;den Israels starteten, bei dem rund 1.200 Menschen get&ouml;tet und 240 entf&uuml;hrt wurden &ndash; nahm die Armee laut den Quellen einen dramatisch anderen Ansatz ein. Bei der &bdquo;Operation Iron Swords&ldquo; beschloss die Armee, alle Aktivisten des milit&auml;rischen Fl&uuml;gels der Hamas als menschliche Ziele einzustufen, unabh&auml;ngig von ihrem Rang oder ihrer milit&auml;rischen Bedeutung. Und das ver&auml;nderte alles.<\/p><p>Die neue Politik stellte auch ein technisches Problem f&uuml;r den israelischen Geheimdienst dar. In fr&uuml;heren Kriegen musste ein Offizier, um die T&ouml;tung eines einzelnen menschlichen Ziels zu genehmigen, einen komplexen und langwierigen &bdquo;Inkriminierungsprozess&ldquo; durchlaufen: Beweise gegenpr&uuml;fen, dass die Person tats&auml;chlich ein hochrangiges Mitglied des milit&auml;rischen Fl&uuml;gels der Hamas war; herausfinden, wo sie wohnte; ihre Kontaktdaten ermitteln und schlie&szlig;lich in Echtzeit wissen, wann sie zu Hause war. Als die Liste der Ziele nur ein paar Dutzend hochrangige Aktivisten umfasste, konnten Geheimdienstmitarbeiter die mit der Inkriminierung und Lokalisierung verbundene Arbeit noch individuell bew&auml;ltigen.<\/p><p>Als die Liste jedoch erweitert wurde und Zehntausende von Aktivisten niedrigerer R&auml;nge umfasste, kam die israelische Armee zu dem Schluss, dass sie sich auf automatisierte Software und k&uuml;nstliche Intelligenz verlassen musste. Das Ergebnis war, so bezeugen die Quellen, dass die Rolle des menschlichen Personals bei der Einstufung von Pal&auml;stinensern als milit&auml;rische Aktivisten beiseitegeschoben wurde und KI stattdessen den Gro&szlig;teil der Arbeit &uuml;bernahm.<\/p><p>Laut vier der Quellen, die mit <em>+972<\/em> und <em>Local Call<\/em> sprachen, hat Lavender, das entwickelt wurde, um menschliche Ziele im aktuellen Krieg zu bestimmen, etwa 37.000 Pal&auml;stinenser als mutma&szlig;liche &bdquo;Hamas-K&auml;mpfer&ldquo; markiert, die get&ouml;tet werden sollten &ndash; die meisten von ihnen junge Aktivisten (der Sprecher der IDF bestritt in einer Stellungnahme gegen&uuml;ber <em>+972<\/em> und <em>Local Call<\/em> die Existenz einer solchen T&ouml;tungsliste).<\/p><p>&bdquo;Wir wussten nicht, wer diese nachrangigen Aktivisten waren, da Israel sie [vor dem Krieg] nicht routinem&auml;&szlig;ig verfolgt hatte&ldquo;, erkl&auml;rte der hochrangige Offizier B. gegen&uuml;ber <em>+972<\/em> und <em>Local Call<\/em> und beleuchtete so den Grund f&uuml;r die Entwicklung dieser speziellen Zielgenerierungsmaschine f&uuml;r den aktuellen Krieg. &bdquo;Sie wollten es uns erm&ouml;glichen, die nachrangigen Aktivisten automatisch anzugreifen. Das ist der Heilige Gral. Wenn man einmal auf Automatik umgestellt hat, l&auml;uft die Generierung von Zielen auf Hochtouren.&ldquo;<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Um 5 Uhr morgens kam die Luftwaffe und bombardierte alle H&auml;user, die wir markiert hatten&ldquo;, sagte B. &bdquo;Wir haben Tausende von Menschen get&ouml;tet. Wir haben sie nicht einzeln durchgesehen &ndash; wir haben alles in automatisierte Systeme eingegeben, und sobald sich eine der markierten Personen zu Hause befand, wurde sie sofort zum Ziel. Wir haben sie und ihr Haus bombardiert.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&bdquo;Es war sehr &uuml;berraschend f&uuml;r mich, dass wir aufgefordert wurden, ein Haus zu bombardieren, um einen einfachen Soldaten zu t&ouml;ten, dessen Bedeutung f&uuml;r die K&auml;mpfe so gering war&ldquo;, sagte eine Quelle &uuml;ber den Einsatz von KI zur Markierung mutma&szlig;licher rangniedriger Militanten. &bdquo;Ich gab diesen Zielen den Spitznamen &sbquo;M&uuml;llziele&lsquo;. Dennoch empfand ich sie als ethischer als die Ziele, die wir nur zur &sbquo;Abschreckung&lsquo; bombardierten &ndash; Hochh&auml;user, die evakuiert und zum Einsturz gebracht wurden, nur um Zerst&ouml;rung zu verursachen.&ldquo;<\/p><p>Die t&ouml;dlichen Folgen dieser Lockerung der Beschr&auml;nkungen in der Anfangsphase des Krieges waren ersch&uuml;tternd. Nach Angaben des pal&auml;stinensischen Gesundheitsministeriums in Gaza, auf die sich die israelische Armee seit Kriegsbeginn <a href=\"https:\/\/www.mekomit.co.il\/%D7%94%D7%A6%D7%91%D7%90-%D7%91%D7%93%D7%A7-%D7%95%D7%9E%D7%A6%D7%90-%D7%A9%D7%93%D7%99%D7%95%D7%95%D7%97%D7%99-%D7%94%D7%94%D7%A8%D7%95%D7%92%D7%99%D7%9D-%D7%91%D7%9E%D7%A9%D7%A8%D7%93-%D7%94%D7%91\/\">fast ausschlie&szlig;lich<\/a> st&uuml;tzt, t&ouml;tete Israel in den <a href=\"https:\/\/www.ochaopt.org\/content\/hostilities-gaza-strip-and-israel-flash-update-50\">ersten sechs Wochen des Krieges<\/a> &ndash; bis zur Vereinbarung eines einw&ouml;chigen Waffenstillstands am 24. November &ndash; etwa 15.000 Pal&auml;stinenser.<\/p><p><strong>&bdquo;Je mehr Informationen und Auswahl, desto besser&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die Software &bdquo;Lavender&ldquo; analysiert Informationen, die mithilfe eines Massen&uuml;berwachungssystems &uuml;ber die meisten der 2,3 Millionen Einwohner des Gazastreifens gesammelt wurden, bewertet und stuft dann die Wahrscheinlichkeit ein, dass die jeweilige Person im milit&auml;rischen Fl&uuml;gel der Hamas oder der PIJ aktiv ist. Laut Quellen vergibt das System fast jeder einzelnen Person in Gaza eine Bewertung von 1 bis 100, die ausdr&uuml;ckt, wie wahrscheinlich es ist, dass sie ein militanter K&auml;mpfer ist.<\/p><p>Lavender lernt, Merkmale bekannter Hamas- und PIJ-Aktivisten zu identifizieren, deren Daten der Maschine als Trainingsinformationen zugef&uuml;hrt wurden, und lokalisiert dann dieselben Merkmale &ndash; auch &bdquo;Features&ldquo; genannt &ndash; in der allgemeinen Bev&ouml;lkerung, erl&auml;uterten die Quellen. Eine Person, bei der mehrere verschiedene belastende Merkmale festgestellt werden, erh&auml;lt eine hohe Bewertung und wird so automatisch zu einem potenziellen Ziel f&uuml;r einen Mordanschlag.<\/p><p>In dem zu Beginn dieses Artikels erw&auml;hnten Buch spricht sich der derzeitige Kommandeur der Einheit 8200 f&uuml;r ein solches System aus, ohne Lavender namentlich zu erw&auml;hnen. (Der Kommandeur selbst wird ebenfalls nicht namentlich genannt, aber f&uuml;nf Quellen in der Einheit 8200 best&auml;tigten, dass der Kommandeur der Autor ist. Dies <a href=\"https:\/\/www.haaretz.com\/israel-news\/2021-10-01\/ty-article\/.highlight\/top-israeli-intel-officer-goes-where-no-ones-gone-before-and-its-all-on-amazon\/0000017f-e1fb-df7c-a5ff-e3fb21210000\">berichtete auch <em>Haaretz<\/em><\/a>.) Der Kommandant beschreibt menschliches Personal als &bdquo;Engpass&ldquo;, der die Kapazit&auml;t der Armee w&auml;hrend einer Milit&auml;roperation einschr&auml;nkt, und beklagt: &bdquo;Wir [Menschen] k&ouml;nnen nicht so viele Informationen verarbeiten. Es spielt keine Rolle, wie viele Leute man damit beauftragt, w&auml;hrend des Krieges Ziele zu generieren &ndash; man kann immer noch nicht genug Ziele pro Tag produzieren.&ldquo;<\/p><p>Die L&ouml;sung f&uuml;r dieses Problem, sagt er, ist k&uuml;nstliche Intelligenz. Das Buch bietet eine kurze Anleitung zum Aufbau einer &bdquo;Zielmaschine&ldquo;, die in ihrer Beschreibung Lavender &auml;hnelt und auf KI- sowie Algorithmen f&uuml;r maschinelles Lernen basiert. In dieser Anleitung sind mehrere Beispiele f&uuml;r die &bdquo;Hunderte und Tausende&ldquo; von Kriterien enthalten, die die Bewertung einer Person erh&ouml;hen k&ouml;nnen wie etwa, in einer WhatsApp-Gruppe mit einem bekannten Militanten zu sein, das Mobiltelefon alle paar Monate zu wechseln und h&auml;ufig die Adresse zu &auml;ndern.<\/p><p>&bdquo;Je mehr Informationen und je mehr verschiedene, desto besser&ldquo;, schreibt der Kommandant. &bdquo;Visuelle Information, Mobilfunkdaten, Verbindungen in sozialen Medien, Informationen vom Schlachtfeld, Telefonkontakte, Fotos.&ldquo; W&auml;hrend diese Merkmale zun&auml;chst von Menschen ausgew&auml;hlt werden, so der Kommandant weiter, werde die Maschine mit der Zeit in der Lage sein, Merkmale selbstst&auml;ndig zu identifizieren. Dies, so sagt er, k&ouml;nne es den Streitkr&auml;ften erm&ouml;glichen, &bdquo;Zehntausende von Zielen&ldquo; zu erstellen, w&auml;hrend die tats&auml;chliche Entscheidung, ob diese angegriffen werden oder nicht, weiterhin eine menschliche Entscheidung bleibe.<\/p><p>Das Buch ist nicht der einzige Fall, dass ein hochrangiger israelischer Kommandant auf die Existenz von menschlichen Zielmaschinen wie Lavender hingewiesen hat. <em>+972<\/em> und <em>Local Call<\/em> haben Aufnahmen eines privaten Vortrags erhalten, den der Kommandant des geheimen Data-Science- und KI-Zentrums der Einheit 8200, &bdquo;Oberst Yoav&ldquo;, w&auml;hrend der KI-Woche der Universit&auml;t Tel Aviv im Jahr 2023 gehalten hat. Dar&uuml;ber wurde damals in den israelischen Medien <a href=\"https:\/\/www.geektime.co.il\/idf-fights-hamas-with-ai-and-data-science\/\">berichtet<\/a>.<\/p><p>In dem Vortrag spricht der Kommandant &uuml;ber eine neue, hochentwickelte Zielmaschine, die von der israelischen Armee eingesetzt wird und &bdquo;gef&auml;hrliche Personen&ldquo; anhand ihrer &Auml;hnlichkeit mit bestehenden Listen bekannter Militanten erkennt, mit denen die Maschine trainiert wurde.<\/p><p>&bdquo;Indem wir das System benutzten, gelang es uns, Kommandanten von Hamas-Raketenabteilungen zu identifizieren&ldquo;, sagte &bdquo;Oberst Yoav&ldquo; in dem Vortrag. Er bezog sich dabei auf Israels Milit&auml;roperation im Gazastreifen im Mai 2021, wo die Maschine zum ersten Mal eingesetzt wurde.<\/p><p>Die Folien der Vortragspr&auml;sentation, die ebenfalls von <em>+972<\/em> und <em>Local Call<\/em> beschafft wurden, enthalten Illustrationen zur Funktionsweise des Systems: Es wird mit Daten &uuml;ber bekannte Aktivisten der Hamas gef&uuml;ttert, lernt, deren Merkmale zu erkennen, und bewertet anschlie&szlig;end andere Pal&auml;stinenser danach, wie sehr sie den Militanten &auml;hneln.<\/p><p>In der Praxis jedoch, so berichten Quellen, die Lavender in den letzten Monaten genutzt haben, wurden menschliches Handeln und Genauigkeit durch die massenhafte Erstellung von Zielen und Letalit&auml;t ersetzt.<\/p><p><strong>&bdquo;Es gab keine &sbquo;Null-Fehler&lsquo;-Richtlinie&ldquo;<\/strong><\/p><p>B., ein hochrangiger Offizier, der Lavender einsetzte, best&auml;tigte gegen&uuml;ber <em>+972<\/em> und <em>Local Call<\/em>, dass Offiziere im aktuellen Krieg, um Zeit zu sparen und die Massenproduktion menschlicher Ziele ohne Hindernisse zu erm&ouml;glichen, nicht verpflichtet waren, die Bewertungen des KI-Systems unabh&auml;ngig zu &uuml;berpr&uuml;fen.<\/p><p>&bdquo;Alles war statistisch, alles war sauber &ndash; es war sehr sachlich&ldquo;, sagte B. Er merkte an, dass dieser Mangel an Aufsicht geduldet wurde, obwohl interne &Uuml;berpr&uuml;fungen zeigten, dass die Berechnungen von Lavender nur in 90 Prozent der F&auml;lle als genau angesehen wurden; mit anderen Worten, es war im Voraus bekannt, dass 10 Prozent der zur T&ouml;tung bestimmten menschlichen Ziele &uuml;berhaupt keine Mitglieder des milit&auml;rischen Fl&uuml;gels der Hamas waren.<\/p><p>Beispielsweise erkl&auml;rten Quellen, dass die Lavender-Maschine manchmal f&auml;lschlicherweise Personen markierte, deren Kommunikationsmuster denen bekannter Hamas- oder PIJ-Aktivisten &auml;hnelten &ndash; darunter auch Polizei- und Zivilschutzmitarbeiter, Verwandte von Militanten, Einwohner, die zuf&auml;llig denselben Namen und Spitznamen wie ein Aktivist trugen, sowie Bewohner Gazas, die ein Ger&auml;t benutzten, das einst einem Hamas-Aktivisten geh&ouml;rte.<\/p><p>&bdquo;Wie eng muss jemand mit der Hamas verbunden sein, damit er [von einem KI-System] als Mitglied der Organisation eingestuft wird?&ldquo;, fragte eine Quelle, die Lavenders Ungenauigkeit kritisierte. &bdquo;Es ist eine vage Grenze. Ist eine Person, die kein Gehalt von der Hamas erh&auml;lt, ihr aber bei allen m&ouml;glichen Dingen hilft, ein Hamas-Aktivist? Ist jemand, der in der Vergangenheit bei der Hamas war, heute aber nicht mehr dort ist, ein Hamas-Aktivist? Jedes dieser Features &ndash; Eigenschaften, die eine Maschine als verd&auml;chtig markieren w&uuml;rde &ndash; ist ungenau.&ldquo;<\/p><p>&Auml;hnliche Probleme bestehen bei der F&auml;higkeit der Zielmaschinen, das Telefon einer Person zu analysieren, die als Attentatsziel markiert ist. &bdquo;Im Krieg wechseln Pal&auml;stinenser st&auml;ndig ihre Telefone&ldquo;, sagte die Quelle. &bdquo;Die Menschen verlieren den Kontakt zu ihren Familien, geben ihr Telefon einem Freund oder ihrer Frau, verlieren es vielleicht. Es gibt keine M&ouml;glichkeit, sich zu 100 Prozent auf den automatischen Mechanismus zu verlassen, der bestimmt, welche Telefonnummer wem geh&ouml;rt.&ldquo;<\/p><p>Den Quellen zufolge wusste die Armee, dass die minimale menschliche &Uuml;berwachung, die vorhanden war, diese Fehler nicht aufdecken w&uuml;rde. &bdquo;Es gab keine &sbquo;Null-Fehler-Politik&lsquo;. Fehler wurden statistisch behandelt&ldquo;, sagte eine Quelle, die Lavender nutzte. &bdquo;Aufgrund des Umfangs und der Gr&ouml;&szlig;enordnung lautete das Protokoll, dass, selbst wenn man nicht sicher wei&szlig;, ob die Maschine Recht hat, man wei&szlig;, dass es statistisch gesehen in Ordnung ist. Also macht man es.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Es hat sich bew&auml;hrt&ldquo;, sagte B., der hochrangige Informant. &bdquo;Dieser statistische Ansatz hat etwas an sich, das dich an bestimmte Normen und Standards bindet. Bei dieser Operation gab es eine unlogisch hohe Zahl von Bombenangriffen. Das ist in meiner Erinnerung beispiellos. Und ich habe viel mehr Vertrauen in einen statistischen Mechanismus als in einen Soldaten, der vor zwei Tagen einen Freund verloren hat. Jeder dort, mich eingeschlossen, hat am 7. Oktober Menschen verloren. Die Maschine hat es kalt erledigt. Und das hat es einfacher gemacht.&ldquo;<\/p><p>Eine andere Geheimdienstquelle, die das Vertrauen in die von Lavender erstellten T&ouml;tungslisten pal&auml;stinensischer Verd&auml;chtiger verteidigte, argumentierte, dass es sich nur dann lohne, die Zeit eines Geheimdienstoffiziers in die &Uuml;berpr&uuml;fung der Informationen zu investieren, wenn es sich bei dem Ziel um einen hochrangigen Kommandeur der Hamas handele. &bdquo;Aber wenn es um einen einfachen K&auml;mpfer geht, will man daf&uuml;r keine Arbeitskraft und Zeit investieren&ldquo;, sagte er. &bdquo;Im Krieg bleibt keine Zeit, jedes Ziel zu &uuml;berf&uuml;hren. Also ist man bereit, die Fehlerquote beim Einsatz k&uuml;nstlicher Intelligenz in Kauf zu nehmen, Kollateralsch&auml;den und den Tod von Zivilisten zu riskieren sowie das Risiko eines falsch gezielten Angriffs einzugehen und damit zu leben.&ldquo;<\/p><p>Er erl&auml;uterte, dass, wenn man die Bewertungsschwelle von Lavender senkte, das System mehr Menschen als Ziele f&uuml;r Angriffe markierte. &bdquo;Auf dem H&ouml;hepunkt gelang es dem System, 37.000 Menschen als potenzielle menschliche Ziele zu generieren&ldquo;, sagte B. &bdquo;Aber die Zahlen &auml;nderten sich st&auml;ndig, denn es h&auml;ngt davon ab, wo man die Messlatte daf&uuml;r ansetzt, was ein Hamas-Aktivist ist. Es gab Zeiten, in denen ein Hamas-Aktivist weiter gefasst definiert wurde, und dann begann die Maschine, uns alle m&ouml;glichen Mitarbeiter des Zivilschutzes und Polizeibeamte zu liefern, f&uuml;r die es eine Schande w&auml;re, Bomben zu verschwenden. Sie helfen der Hamas-Regierung, aber sie gef&auml;hrden Soldaten nicht wirklich.&ldquo;<\/p><p>Eine Quelle, die mit dem milit&auml;rischen Data-Science-Team zusammengearbeitet hatte, das Lavender trainierte, sagte, dass auch Daten von Mitarbeitern des von der Hamas gef&uuml;hrten Ministeriums f&uuml;r Innere Sicherheit, die er nicht als Militante betrachtet, in das System eingespeist wurden. &bdquo;Es st&ouml;rte mich, dass beim Training von Lavender der Begriff &sbquo;Hamas-Aktivist&lsquo; sehr weit gefasst wurde und Personen, die im Zivilschutz t&auml;tig waren, in den Trainingsdatensatz aufgenommen wurden&ldquo;, sagte er.<\/p><p>Die Quelle f&uuml;gte hinzu, dass, selbst wenn man der Meinung sei, diese Menschen verdienten es, get&ouml;tet zu werden, das Training des Systems auf der Grundlage ihrer Kommunikationsprofile die Wahrscheinlichkeit erh&ouml;hte, dass Lavender f&auml;lschlicherweise Zivilisten ausw&auml;hlte, wenn seine Algorithmen auf die allgemeine Bev&ouml;lkerung angewendet wurden. &bdquo;Da es sich um ein automatisches System handelt, das nicht manuell von Menschen bedient wird, ist die Bedeutung dieser Entscheidung dramatisch: Sie bedeutet, dass man viele Menschen mit einem zivilen Kommunikationsprofil als potenzielle Ziele einbezieht.&ldquo;<\/p><p><strong>&bdquo;Wir haben nur &uuml;berpr&uuml;ft, ob das Ziel ein Mann war&ldquo;<\/strong><\/p><p>Das israelische Milit&auml;r weist diese Behauptungen kategorisch zur&uuml;ck. In einer Stellungnahme gegen&uuml;ber <em>+972<\/em> und <em>Local Call<\/em> bestritt der Sprecher der IDF, k&uuml;nstliche Intelligenz zur Identifizierung von Zielen einzusetzen, und sagte, es handele sich lediglich um &bdquo;Hilfsmittel, die Offizieren bei der Identifizierung assistieren&ldquo;.<\/p><p>In der Erkl&auml;rung hie&szlig; es weiter: &bdquo;In jedem Fall ist eine unabh&auml;ngige &Uuml;berpr&uuml;fung durch einen [Geheimdienst-]Analysten erforderlich, der verifiziert, dass die identifizierten Ziele legitime Angriffsziele sind, in &Uuml;bereinstimmung mit den in den IDF-Richtlinien und im V&ouml;lkerrecht festgelegten Bedingungen.&ldquo;<\/p><p>Quellen zufolge bestand das einzige Protokoll zur menschlichen &Uuml;berwachung vor der Bombardierung der von Lavender markierten H&auml;user mutma&szlig;licher &bdquo;j&uuml;ngerer&ldquo; Militanten jedoch darin, eine einzige &Uuml;berpr&uuml;fung durchzuf&uuml;hren: sicherzustellen, dass das von der KI ausgew&auml;hlte Ziel m&auml;nnlich und nicht weiblich ist. Die Annahme in der Armee war, dass die Maschine wahrscheinlich einen Fehler gemacht hatte, wenn das Ziel eine Frau war, da es in den Reihen der milit&auml;rischen Fl&uuml;gel von Hamas und PIJ keine Frauen gibt.<\/p><p>&bdquo;Ein Mensch musste das Ziel nur f&uuml;r einige wenige Sekunden &uuml;berpr&uuml;fen&ldquo;, sagte B. und erkl&auml;rte, dass dies zum Protokoll wurde, nachdem man erkannt hatte, dass das Lavender-System in den meisten F&auml;llen &bdquo;richtig lag&ldquo;.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Zuerst haben wir Kontrollen durchgef&uuml;hrt, um sicherzustellen, dass die Maschine nicht durcheinanderkam. Aber irgendwann verlie&szlig;en wir uns auf das automatische System und &uuml;berpr&uuml;ften nur noch, dass das Ziel ein Mann war &ndash; das reichte aus. Es dauert nicht lange, um zu erkennen, ob jemand eine m&auml;nnliche oder eine weibliche Stimme hat.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Um die Mann\/Frau-&Uuml;berpr&uuml;fung durchzuf&uuml;hren, gab B. an, dass er im aktuellen Krieg &bdquo;in dieser Phase 20 Sekunden f&uuml;r jedes Ziel aufwendet und jeden Tag Dutzende davon bearbeitet. &bdquo;Ich hatte als Mensch keinerlei Mehrwert, abgesehen davon, dass ich als ein Zustimmungsstempel fungierte. Das sparte viel Zeit. Wenn der Verd&auml;chtige im automatisierten Mechanismus auftauchte und ich &uuml;berpr&uuml;fte, dass er ein Mann war, gab es die Erlaubnis, ihn zu bombardieren, vorbehaltlich einer Pr&uuml;fung der Kollateralsch&auml;den.&ldquo;<\/p><p>In der Praxis bedeutete dies den Quellen zufolge, dass es f&uuml;r zivile M&auml;nner, die f&auml;lschlicherweise von Lavender markiert wurden, keinen &Uuml;berwachungsmechanismus gab, um den Fehler aufzudecken. Laut B. trat ein h&auml;ufiger Fehler auf, &bdquo;wenn das [Hamas-]Ziel sein Telefon seinem Sohn, seinem &auml;lteren Bruder oder einfach einem beliebigen Mann gab. Diese Person wurde dann in ihrem Haus zusammen mit ihrer Familie bombardiert. Das passierte oft. Das waren die meisten Fehler, die durch Lavender verursacht wurden&ldquo;, sagte B.<\/p><p><em>Der Beitrag erschien <a href=\"https:\/\/www.972mag.com\/lavender-ai-israeli-army-gaza\/\">im Original bei +972 Magazine<\/a>. Aus dem <a href=\"https:\/\/www.972mag.com\/lavender-ai-israeli-army-gaza\/\">Englischen<\/a> &uuml;bersetzt von <strong>Marta Andujo<\/strong>.<\/em><\/p><p><em>&Uuml;ber den Autor: <strong>Yuval Abraham<\/strong> ist Journalist und Filmemacher und lebt in Jerusalem.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] The Human-Machine Team: How to Create Synergy Between Human and Artificial Intelligence That Will Revolutionize Our World&ldquo;. Online lesbar <a href=\"https:\/\/alkhanadeq.com\/static\/media\/uploads\/files\/the-human-machine-team-how-to-create-synergy-between-human-amp-artificial-intelligence-that-will.pdf\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;**<\/a>] Das <a href=\"https:\/\/www.972mag.com\/knesset-apartheid-laws-gaza-war\/\"><em>+972 Magazine<\/em><\/a> ist ein unabh&auml;ngiges Onlinemagazin, das von pal&auml;stinensischen und israelischen Journalisten betrieben wird. <strong><em>Local Call<\/em><\/strong> ist eine hebr&auml;ischsprachige Nachrichtenseite, die sich f&uuml;r <strong>B&uuml;rgerjournalismus<\/strong> (Citizen Journalism) und <strong>unabh&auml;ngige Medien<\/strong> einsetzt. Beide Projekte arbeiten eng zusammen und bieten Plattformen f&uuml;r Basisaktivismus, politische Analysen und investigativen Journalismus aus der Region.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die israelische Armee hat Zehntausende Bewohner des Gazastreifens als potenzielle Zielpersonen f&uuml;r T&ouml;tungsaktionen eingestuft &ndash; mithilfe eines KI-Zielerfassungssystems, das kaum menschlicher Kontrolle unterliegt, und einer Politik, die hohe Opferzahlen in Kauf nimmt. Dies haben j&uuml;dische und pal&auml;stinensische Journalisten in einer gemeinsamen Recherche aufgedeckt. Von <strong>Yuval Abraham<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":151492,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[171],"tags":[302,901,1917,822,2175,1471,1557,1805,304,2840,2360],"class_list":["post-151491","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-militaereinsaetzekriege","tag-gaza","tag-geheimdienste","tag-genozid","tag-hamas","tag-interventionspolitik","tag-investigativer-journalismus","tag-israel","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-kriegsverbrechen","tag-massenmord","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/haule_gaza.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/151491","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=151491"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/151491\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":151496,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/151491\/revisions\/151496"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/151492"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=151491"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=151491"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=151491"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}