{"id":15153,"date":"2012-11-19T09:31:45","date_gmt":"2012-11-19T08:31:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15153"},"modified":"2015-05-07T10:14:40","modified_gmt":"2015-05-07T08:14:40","slug":"endlich-sagt-das-mal-einer-die-hinterzogenen-steuern-auf-die-zinsertrage-sind-nur-die-spitze-der-eisberge-steueroase-und-schwarzgeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15153","title":{"rendered":"Endlich sagt das mal einer: Die hinterzogenen Steuern auf die Zinsertr\u00e4ge sind nur die Spitze der Eisberge \u201eSteueroase\u201c und \u201eSchwarzgeld\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Im Club 2 des ORF gab es in der <a href=\"http:\/\/tvthek.orf.at\/programs\/1283-Club-2\">vergangenen Woche eine Diskussion<\/a> zum Thema &bdquo;Schwarzgeld-Paradies Schweiz? Milliarden auf anonymen Konten: Wird das Bankgeheimnis auf Dauer zu halten sein?&ldquo; (Ank&uuml;ndigung und Teilnehmer siehe unten in der Anlage 1). Die Sendung war in mehrerer Hinsicht spannend: Die Taktik der Schweizer Banken wurde sichtbar, Kritiker wie Jean Ziegler und der Whistleblower&ldquo; und fr&uuml;here Bankmanager Rudolf Elmer werden mit Gegenattacken niedergemacht. Besonders interessant: der vom Wiener Professor f&uuml;r Finanzrecht Werner Doralt eindringlich vorgetragene Hinweis, dass bei den in der Diskussion stehenden Steuerabkommen &Ouml;sterreichs und Deutschlands mit der Schweiz wie in der gesamten Debatte immer nur &uuml;ber die hinterzogenen Steuern auf die Zinsertr&auml;ge gesprochen wird, w&auml;hrend tats&auml;chlich sehr viel h&ouml;here Einkommen hinterzogen werden, die dann als Schwarzgelder die Basis der Zinsertr&auml;ge sind. Auf den NachDenkSeiten haben wir darauf im Zusammenhang mit dem Fall Zumwinkel schon mehrmals hingewiesen (siehe Anlage 2). <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIn Fall Zumwinkel wie auch bei tausenden anderer F&auml;lle h&auml;tte ja nicht nur die Hinterziehung der Steuern auf die Zinsen interessieren m&uuml;ssen, sondern auch die H&ouml;he der Schwarzgelder, die die Basis der Zinseinkommen waren, und die Herkunft der Schwarzgelder. Die vorliegenden und zur Entscheidung anstehenden Steuerabkommen regeln dieses Problem nicht. Es wird einfach &uuml;bergangen. Das war auch in der Diskussion im Club 2 so und wird vermutlich genauso weiter gehandhabt.<\/p><p><strong>Zu einigen H&ouml;hepunkten der Diskussion, meist mit Angabe von Minuten bei der Sendung:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Ab Minute 22 &auml;u&szlig;ert sich Professor Werner Doralt zum Abkommen zwischen &Ouml;sterreich und der Schweiz. Dort findet sich die zitierte &Auml;u&szlig;erung dar&uuml;ber, dass die Zinsen ein Bruchteil der um vieles h&ouml;heren Einkommen darstellen, die als Schwarzgeld in der Schweiz und anderen Steueroasen lagern.<\/li>\n<li>Der Professor f&auml;hrt in dieser Passage einen Angriff auf die Schweiz, der an Deutlichkeit nichts vermissen l&auml;sst: Die Schweiz habe sich jahrzehntelang am Steueraufkommen fremder Volkswirtschaften vergriffen. Sie habe eine bl&uuml;hende Volkswirtschaft auf Kosten anderer Volkswirtschaften aufgebaut.<\/li>\n<li>Ab Stunde 1 Minute 5 prognostiziert Doralt, dass trotz Abkommen die Schwarzgeldtransfers weitergehen werden. Es f&uuml;hre deshalb kein Weg an dem automatischen Informationsaustausch vorbei.<\/li>\n<li>An den &Auml;u&szlig;erungen des Vertreters des Schweizer Bankenverbandes Hans-Peter Portmann wurde die Taktik der Schweizer Banken sichtbar: Man gibt zu, dass man Fehler gemacht hat, dass es zu kritisierende Zust&auml;nde gab. Aber jetzt sind wir prima. Wir wandeln uns. So die Botschaft.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Anlage 1:<\/strong><\/p><p><strong>Die Ank&uuml;ndigung von Club 2 und die Diskussionsteilnehmer:<\/strong><\/p><p>Die amerikanischen Beh&ouml;rden ermitteln derzeit gegen 11 Schweizer Banken wegen mutma&szlig;licher Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Und SPD-Chef Sigmar Gabriel wirft den Banken gar vor, &bdquo;bandenm&auml;&szlig;ig&ldquo; Steuern zu hinterziehen. Der Kampf um die Versteuerung der Schwarzgeld-Milliarden, die bei Schweizer Banken und in anderen Steueroasen geparkt sind, wird in Krisenzeiten immer h&auml;rter. Hilft das geplante Steuerabkommen mit der Schweiz, die Reichen zur Kasse zu bitten? Wo sind Europas Schwarzgeld-Milliarden wirklich und wird das Bankgeheimnis auf Dauer zu halten sein? Dar&uuml;ber diskutieren bei Rudolf Nagiller:<\/p><ul>\n<li>Jean Ziegler<br>\nGlobalisierungskritiker, Autor<\/li>\n<li>Rudolf Elmer<br>\n&bdquo;Whistleblower&ldquo;, fr&uuml;herer Bankmanager<\/li>\n<li>Herta Vanas<br>\nSteuerberaterin und Wirtschaftspr&uuml;ferin<\/li>\n<li>Esther Mitterstieler<br>\nChefredakteurin WirtschaftsBlatt<\/li>\n<li>Werner Doralt<br>\nInst. f. Finanzrecht, Universit&auml;t Wien<\/li>\n<li>Hans-Peter Portmann<br>\nZ&uuml;rcher Bankenverband<\/li>\n<\/ul><p><strong>Anlage 2<\/strong><br>\n<strong>Hinweise auf bisherige Texte zum Thema in den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><ul>\n<li>Am 19.1.2010 schrieb Albrecht M&uuml;ller <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4466\">hier<\/a>.\n<p>Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch an die Aff&auml;re Zumwinkel. Damals hat die deutsche &Ouml;ffentlichkeit sich vor allem bei der Steuerhinterziehung aufgehalten. Uns hat auf den NachDenkSeiten damals schon auch interessiert, woher die gro&szlig;en Finanzen kommen, die zu einem Zinsgewinn gef&uuml;hrt haben, der wiederum eine Steuerhinterziehung von knapp 1 Million ausgel&ouml;st hat. Hier wie in &auml;hnlichen F&auml;llen m&uuml;ssten sich die &Ouml;ffentlichkeit beziehungsweise engagierte Journalisten mindestens gleichwertig um die Frage k&uuml;mmern, woher die Gelder kommen, mit denen man so viel Zinsen verdient, dass man 1 Million an Steuern hinterziehen kann.<\/p><\/li>\n<li>Am 4. August 2010 konnten Sie <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6393\">hier<\/a> lesen:\n<p><strong>Politische Korruption ist brisanter als die Steuerhinterziehung<\/strong><br>\nDer &bdquo;Stern&ldquo; hat verdienstvoller Weise den versteckten Datendieb interviewt, der f&uuml;r die Aufdeckung der Gelder des ehemaligen Postchefs Klaus Zumwinkel gesorgt hat. Im Bericht zum Interview erf&auml;hrt man, dass der Datendieb Daten von 3929 Stiftungen, Gesellschaften und Trusts und von 5828 nat&uuml;rlichen Personen gesammelt und weitergegeben hat. Darunter sind 46 sogenannte PEPs, das hei&szlig;t &bdquo;politisch exponierte Personen&ldquo;. Nur einer wurde &ouml;ffentlich: Zumwinkel. Das Opferlamm. Die Sache ist nicht nur brisant wegen der Steuerhinterziehung, sondern wegen der mit hoher Wahrscheinlichkeit in vielen F&auml;llen dahinter steckenden Korruption und der Verschiebung von Schwarzgeld. Albrecht M&uuml;ller<\/p><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Club 2 des ORF gab es in der <a href=\"http:\/\/tvthek.orf.at\/programs\/1283-Club-2\">vergangenen Woche eine Diskussion<\/a> zum Thema &bdquo;Schwarzgeld-Paradies Schweiz? Milliarden auf anonymen Konten: Wird das Bankgeheimnis auf Dauer zu halten sein?&ldquo; (Ank&uuml;ndigung und Teilnehmer siehe unten in der Anlage 1). 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