{"id":151681,"date":"2026-06-05T10:02:41","date_gmt":"2026-06-05T08:02:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151681"},"modified":"2026-06-05T13:11:48","modified_gmt":"2026-06-05T11:11:48","slug":"russlands-vorgehen-in-der-ukraine-ein-zeichen-von-schwaeche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151681","title":{"rendered":"Russlands Vorgehen in der Ukraine &#8211; ein Zeichen von Schw\u00e4che?"},"content":{"rendered":"<p>Die Situation in der Ukraine ist brenzlig. Russische Politiker sprechen &ouml;ffentlich &uuml;ber die Bedingungen, unter denen Russland Atomwaffen einsetzen wird. Das russische Au&szlig;enministerium gab bekannt, dass Kiew jetzt &bdquo;systematisch&ldquo; bombardiert wird. Nach zwei schweren russischen Raketenangriffen auf Kiew am 24. Mai und am 2. Juni &ndash; laut Wladimir Putin eine &bdquo;Strafe&ldquo; f&uuml;r den ukrainischen Drohnenangriff auf ein Sch&uuml;lerwohnheim &ndash; traf NATO-Chef Mark Rutte am 3. Juni in Kiew ein. Eine Analyse von <strong>Ulrich Heyden <\/strong>(Moskau).<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2804\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-151681-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260605-Russlands-Vorgehen-in-Ukraine-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260605-Russlands-Vorgehen-in-Ukraine-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260605-Russlands-Vorgehen-in-Ukraine-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260605-Russlands-Vorgehen-in-Ukraine-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=151681-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260605-Russlands-Vorgehen-in-Ukraine-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260605-Russlands-Vorgehen-in-Ukraine-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die bisher gr&ouml;&szlig;ten Milit&auml;r-Schl&auml;ge Russlands auf Kiew spornen die NATO und die EU zu weiterer &bdquo;Solidarit&auml;t mit der Ukraine&ldquo; an. Donald Trump reagierte nicht auf einen Brief von Selenskyj, Waffen zu schicken. Der Kreml hat Friedensgespr&auml;che ausgesetzt, h&auml;lt aber &uuml;ber spezielle Kan&auml;le Kontakt mit den USA.<\/p><p>Der stellvertretende russische Au&szlig;enminister Sergej Rjabkow <a href=\"https:\/\/tass.ru\/politika\/27629117\">erl&auml;uterte<\/a> am 3. Juni vor Journalisten auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg die Faktoren, die zum Einsatz russischer Atomwaffen f&uuml;hren. Diese Waffen w&uuml;rden &bdquo;unter den schlechtesten Bedingungen&ldquo; eingesetzt, &bdquo;wenn der Gegner die territoriale Integrit&auml;t Russlands verletzt&ldquo;. In der letzten Zeit ist der Einsatz von Atomwaffen h&auml;ufig Thema von &ouml;ffentlichen Auftritten russischer Politiker.<\/p><p>Da die Krim seit 2014 und die Gebiete Donezk, Lugansk, Cherson und Saporoschje seit 2022 von Moskau als russisches Staatsgebiet bezeichnet werden &ndash; 2022 hatte sich die Bev&ouml;lkerung in diesen vier Gebieten in Referenden f&uuml;r die Vereinigung mit Russland ausgesprochen &ndash;, k&ouml;nnten ukrainische Raketen- oder Drohnenattacken gegen diese Gebiete nach der Ank&uuml;ndigung von Rjabkow den Einsatz russischer Atomwaffen ausl&ouml;sen. <\/p><p>Donald Trump hat auf einen Brief von Selenskyj, in dem dieser um Waffen f&uuml;r die Ukraine bittet, bisher nicht geantwortet. Das oppositionelle ukrainische Internet-Portal <a href=\"http:\/\/strana.ua\/\">strana.ua<\/a> meint, dass Trump nicht antworte, h&auml;nge damit zusammen, dass Kiew nicht zu einem Kompromiss bereit ist und seine Truppen &ndash; wie in Anchorage besprochen &ndash; nicht aus dem Donbass zur&uuml;ckzieht. In Kiew steigt die Sorge, dass die USA Waffen, welche Kiew braucht, zunehmend in den Nahen Osten schickt. <\/p><p><strong>Russisches Au&szlig;enministerium k&uuml;ndigt &bdquo;systematische Schl&auml;ge&ldquo; an<\/strong><\/p><p>Auff&auml;llig ist, dass seit dem 25. Mai wichtige Stellungnahmen zu der russischen Gegenwehr auf ukrainische Drohnen-Angriffe nicht vom russischen Verteidigungsministerium, sondern vom russischen Au&szlig;enministerium bekanntgegeben werden. Dass eine zivile Institution milit&auml;rische Ank&uuml;ndigungen macht, unterstreicht den Ernst der Lage. Es bedeutet auch, dass Russland zurzeit wenig Hoffnung hat, den Ukraine-Krieg auf diplomatischem Wege zu beenden.<\/p><p>Am 25. Mai, einen Tag nach dem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Sch&uuml;lerheim in Starobelsk, bei dem 21 Sch&uuml;ler starben, gab das russische Au&szlig;enministerium bekannt, &bdquo;unsere Geduld ist ersch&ouml;pft.&ldquo; Von nun an werde die russische Armee &bdquo;systematische Schl&auml;ge auf ukrainische R&uuml;stungsbetriebe in Kiew&ldquo; ausf&uuml;hren. Milit&auml;r-Schl&auml;ge werde es auch gegen die Zentren geben, &bdquo;wo Entscheidungen getroffen werden&ldquo;.<\/p><p>Offenbar ist es die Absicht von Kiew, mit Beschuss ziviler russischer Objekte Moskau zu drastischen Schritten zu provozieren. Wenn Russland drastische Gegenma&szlig;nahmen ergreift, kann sich die F&uuml;hrung in Kiew am besten als Opfer &bdquo;russischer Okkupanten&ldquo; pr&auml;sentieren. Dass Kiew und die ganze Ukraine in Gefahr geraten, Ziel eines nuklearen russischen Angriffs zu werden, scheint der F&uuml;hrung in Kiew einerlei. M&ouml;glicherweise will man durch st&auml;ndige Eskalation die USA zwingen, wieder Waffen zu schicken.<\/p><p><strong>Der dritte Einsatz einer Oreschnik-Rakete, diesmal im Gro&szlig;raum Kiew<\/strong><\/p><p>Auf den ukrainischen Angriff auf das Sch&uuml;lerheim Starobelsk reagierte Russland so hart wie nie. Zweimal &ndash; in der Nacht auf den 24. Mai und in der Nacht auf den 2. Juni &ndash; griff Russland Kiew und andere ukrainische St&auml;dte in kombinierten Angriffen mit Drohnen und Raketen an. Dabei wurde am 24. Mai das erste Mal auch eine Oreschnik-Rakete im Gro&szlig;raum Kiew eingesetzt.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Die ballistische Oreschnik-Rakete schlug nach ukrainischen Angaben 80 Kilometer s&uuml;dlich von Kiew im Rayon Beloje Zerkwi ein. Dort gibt es einen Milit&auml;rflughafen.<\/p><p>In der Nacht auf den 24. Mai wurde Kiew mit Raketen des Typs Kinschal, Iskander, Zirkon und mit Drohnen angegriffen. Ziel waren milit&auml;rische Einrichtungen. Nach Angabe des B&uuml;rgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, gab es bei dem russischen Angriff auf Kiew am 24. Mai zwei Tote und 70 Verletzte.<\/p><p><strong>2. Juni &ndash; Rauchwolken &uuml;ber Kiew<\/strong><\/p><p>In der Nacht auf den 2. Juni wurde Kiew wiederum von russischen Raketen &ndash; diesmal vom Typ Kalibr, Zirkon und Iskander M &ndash; sowie 650 Drohnen angegriffen. In Kiew dauerte der Angriff viereinhalb Stunden. <\/p><p>Insgesamt soll es in der Stadt acht angegriffene Positionen gegeben haben. Es kam zu Br&auml;nden. Wie das ukrainische Medium <em>TCN<\/em> berichtete, standen in der Nacht dichte Rauchwolken &uuml;ber der Stadt. Die Einwohner wurden aufgefordert, die Fenster zu schlie&szlig;en.<\/p><p>Wie das Unternehmen Ukrenergo berichtete, wurden in der Stadt auch Objekte der Energieversorgung getroffen. Zu St&ouml;rungen in der Energieversorgung kam es in Kiew und anderen Regionen. <\/p><p>Nicht nur in Kiew, auch in den Gebieten Saporoschje, Charkow, Sumy, Dnipro, Poltawa und Chmelnizki wurden R&uuml;stungsbetriebe sowie in Bunkern untergebrachte milit&auml;rische Entscheidungszentren angegriffen. Das russische Verteidigungsministerium gab bekannt, der Angriff sei nachts ausgef&uuml;hrt worden, &bdquo;um zu verhindern, dass zuf&auml;llig Zivilisten getroffen werden&ldquo;.<\/p><p>Das ultrapatriotische russische Internet-Portal <em>Tsargrad<\/em> war zufrieden. Nach <a href=\"https:\/\/tsargrad.tv\/news\/kabmin-sbu-mo-koshmarnejshaja-bombardirovka-jadernaja-trevoga-pod-kievom-uranovyj-svet-v-zaporozhe-desjatki-protivobunkernyh-ss-n-33_1717577\">Angaben des Portals<\/a> dauerte der Angriff am 2. Juni auf Kiew, Dnipro und Odessa &bdquo;ohne Unterbrechung acht Stunden&ldquo;. In Kiew habe das Trainingszentrum der &bdquo;3. Sturmbrigade Killhouse&ldquo;, wo &bdquo;westliche Journalisten ihre Reportagen machen&ldquo;, gebrannt. Au&szlig;erdem sei die 410. Flugzeugfabrik zerst&ouml;rt worden, welche Antonow-Flugzeuge repariert. <\/p><p><strong>Moskau hofft auf die Implosion des Selenskyj-Regimes<\/strong><\/p><p>Warum holte Moskau erst jetzt zu gro&szlig;en Schl&auml;gen aus? Gab es in den vergangenen zw&ouml;lf Monaten f&uuml;r Russland nicht genug Anl&auml;sse, Kiew anzugreifen? Attackieren ukrainische Drohnen nicht seit &uuml;ber einem Jahr russische Raffinerien und russische H&auml;fen an der Ostsee und am Schwarzen Meer? Werden &uuml;ber dem Westteil der Russischen F&ouml;deration in den letzten Monaten nicht t&auml;glich im Schnitt 200 ukrainische Drohnen abgeschossen? Sterben nicht fast t&auml;glich Menschen in Russland an ukrainischen Drohnen?<\/p><p>Was sind die Gr&uuml;nde, dass der Kreml erst jetzt den Befehl gab, in Kiew nicht nur Heizkraftwerke &ndash; wie in den vergangenen Jahren -, sondern auch R&uuml;stungsbetriebe, milit&auml;rische Anlagen und Bunker zu bombardieren, in denen politische und milit&auml;rische Strukturen Schutz suchen? <\/p><p>Die Antwort ist einfach: Moskau hatte immer noch Hoffnung, dass es zu ernsthaften Friedens-Verhandlungen kommt. Wladimir Putin bot immer wieder Verhandlungen an. Zuletzt lud er Selenskyj zu Verhandlungen nach Moskau ein. Doch in einem Krieg den Feind zu besuchen, macht wohl nur Sinn, wenn man die Kapitulationsurkunde unterschreiben will. <\/p><p>Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erkl&auml;rte am 2. Juni, um einen Frieden zu erreichen, &bdquo;braucht Selenskyj nur den Befehl zu geben, dass seine Truppen die russischen Regionen verlassen&ldquo;. Moskau habe die Friedensverhandlungen unterbrochen, <a href=\"https:\/\/www.mk.ru\/politics\/2026\/06\/02\/v-kremle-prokommentirovali-prikaz-zelenskogo-zavershit-konflikt-k-zime.html\">halte aber &uuml;ber seine Kan&auml;le noch Kontakt zu den USA<\/a>.<\/p><p>Offenbar hatte der Kreml im letzten Jahr nach dem Treffen Putin-Trump in Anchorage die Hoffnung, man k&ouml;nne gemeinsam mit den USA den Krieg in der Ukraine beenden. Nach dem Treffen in Anchorage begannen Friedensgespr&auml;che zwischen der Ukraine und Russland. Konkrete Resultate wurden &ndash; au&szlig;er Gefangenenaustausch &ndash; allerdings nicht erzielt. <\/p><p><strong>Ukrainische Opposition st&auml;nkert vom Ausland<\/strong><\/p><p>Vermutlich hofft der Kreml nun darauf, dass Selenskyj durch zahlreiche Korruptionsskandale und Attacken ehemaliger Gefolgsleute, die sich im westlichen Ausland befinden, wie seine ehemalige Pressesprecherin Julia Mendel und der ehemalige Berater der ukrainischen Pr&auml;sidialverwaltung, Oleksej Arestowitsch, ins Straucheln kommt. Zudem hat der Kreml vermutlich die Hoffnung, dass der Kampfgeist der ukrainischen Armee weiter sinkt und die ukrainischen Streitkr&auml;fte personell ausbluten. <\/p><p>Schlie&szlig;lich hofft Moskau vermutlich, dass die Kritik am Selenskyj-Regime in Europa st&auml;rker wird. Nicht uninteressant ist f&uuml;r den Kreml auch, dass mit der AfD in Deutschland eine einflussreiche Kraft heranw&auml;chst, die sich gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ausspricht. <\/p><p>Was sind nun die Gr&uuml;nde, dass der Kreml sich entschlossen hat, Kiew &bdquo;systematisch&ldquo; zu bombardieren? Die ukrainischen Drohnenangriffe tief in das russische Hinterland, die gezielten Schl&auml;ge gegen zivile Einrichtungen wie das Sch&uuml;lerwohnheim in Starobelsk, Raffinerien und H&auml;fen, aber auch die zunehmende Forderung der russischen Bev&ouml;lkerung, nun endlich Kiew &bdquo;einen Schlag&ldquo; zu verpassen, hat den Kreml offenbar zu einem sch&auml;rferen Kurs veranlasst. Ob dieser sch&auml;rfere Kurs anh&auml;lt, ist nicht sicher. Man erinnert sich, dass die russische Armee 2022 schon kurz vor Kiew stand, sich dann aber zur&uuml;ckzog, offenbar in der Hoffnung, die Friedensverhandlungen in Istanbul w&uuml;rden ein Ergebnis bringen. <\/p><p><strong>Immer neue ukrainische Drohnen-Attacken auf zivile Ziele<\/strong><\/p><p>Wladimir Putin bezeichnete die Schl&auml;ge gegen Kiew als &bdquo;Strafe&ldquo; f&uuml;r die toten Jugendlichen von Starobelsk. Doch Kiew gibt sich unbeeindruckt und macht weiter mit gezielten Angriffen auf zivile Ziele.<\/p><p>Am 3. Juni beschoss die ukrainische Armee einen Bus in der Stadt Jenakijewo im Gebiet Donezk. Der Bus fuhr auf der Strecke Moskau-Simferopol (Krim). Sieben Zivilisten wurden nach Angaben von Denis Puschilin, dem Leiter der Region Donezk, get&ouml;tet. Elf Menschen wurden verletzt.<\/p><p>Am 30. Mai attackierte eine ukrainische Kamikadse-Drohne das Atomkraftwerk Saporischje und riss ein Loch in den Maschinensaal des sechsten Blockes <a href=\"https:\/\/tass.ru\/proisshestviya\/27587597\">des Atomkraftwerkes<\/a>. Nach russischen Angaben wurde die Drohne durch ein Glasfaserkabel gesteuert. Dass der Angriff zuf&auml;llig geschah, k&ouml;nne man deshalb ausschlie&szlig;en. <\/p><p>Die deutsche &bdquo;Tagesschau&ldquo; zitierte das ukrainische Au&szlig;enministerium, welches Vorw&uuml;rfe gegen Kiew zur&uuml;ckwies. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Ukraine ein Kraftwerk auf ihrem eigenen Territorium angreifen sollte, &bdquo;das sie selbst wieder unter ihre Kontrolle bringen will&ldquo;. Mehr zu dem Vorfall auf den <em>NachDenkSeiten<\/em> <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151520\">in diesem Artikel<\/a>.<\/p><p>Der Generaldirektor der Internationalen Atom-Agentur IAEA, Rafael Grossi, erkl&auml;rte via <em>X<\/em>, der Angriff auf das Atomkraftwerk &bdquo;verletzte die Grundprinzipien der nuklearen Sicherheit. Die Angriffe auf Nuklear-Objekte sind nicht zul&auml;ssig und m&uuml;ssen beendet werden, um zu verhindern, dass es eine reale Atomkatastrophe gibt, die niemandem n&uuml;tzt.&ldquo;<\/p><p>Am 31. Mai wurden <a href=\"https:\/\/tass.ru\/proisshestviya\/27592351\">laut <em>Tass<\/em><\/a> elf Zivilisten durch eine ukrainische Drohne schwer verletzt, die ein Mehrfamilienhaus in der Bratjew-Kowalenko-Stra&szlig;e in der Stadt Genitschesk besch&auml;digte. Die Stadt liegt in dem von Russland eroberten Gebiet Cherson. Ein Kind starb und f&uuml;nf Menschen wurden verletzt.<\/p><p><strong>Deutsche Medien berichten kaum &uuml;ber zivile russische Opfer<\/strong><\/p><p>F&uuml;r Kiew sind die Drohnen-Attacken auf russische zivile Einrichtungen ungef&auml;hrlich. Die deutschen Medien berichteten &uuml;ber die Attacke auf das Sch&uuml;lerwohnheim in Starobelsk nur verschwommen und am Rande. Die menschlichen Opfer, welche die ukrainischen Drohnen-Attacken in den russischen Grenzgebieten Belgorod und Kursk sowie in den von Russland kontrollierten Regionen Donezk, Lugansk, Cherson, Saporoschje und Krim verursachen, sind den deutschen Mainstream-Medien nur eine Randnotiz wert, wenn sie &uuml;berhaupt in diesen Medien auftauchen.<\/p><p>So verfestigt sich in der deutschen &Ouml;ffentlichkeit das Bild, Russland sei der &bdquo;Kriegstreiber&ldquo; und die Ukraine &bdquo;das Opfer&ldquo;. Dieses schiefe Bild ist l&uuml;gnerisch, denn es blendet den Staatsstreich in Kiew im Februar 2014 und die im April 2014 von Kiew angeordnete &bdquo;Antiterroristische Operation&ldquo; der ukrainischen Armee gegen Autonomiebestrebungen in Lugansk und Donezk aus. Aber dieses l&uuml;gnerische Bild bietet bisher eine ausreichende propagandistische Basis, um Deutschland auf &bdquo;Kriegsert&uuml;chtigung&ldquo; und Militarisierung zu trimmen. <\/p><p>W&uuml;rden die deutschen Mainstream-Medien seri&ouml;s &uuml;ber alle zivilen russischen Opfer von ukrainischen Drohnenattacken in den letzten Jahren berichten, h&auml;tten es deutsche Mainstream-Journalisten und Politiker schwerer, Deutschland auf den Kurs &bdquo;Kriegsert&uuml;chtigung&ldquo; zu zwingen.<\/p><p><strong>Das schiefe Bild der deutschen Mainstream-Journalisten<\/strong><\/p><p>Viele deutsche Medien behaupten, die harten russischen Schl&auml;ge auf Kiew seien Zeichen von Russlands Schw&auml;che. Dass die Ukraine selbst vor dem Kollaps steht und ohne Milit&auml;rhilfe aus der EU keinen einzigen Tag &uuml;berleben w&uuml;rde, wird verschwiegen. Doch f&uuml;r die gew&uuml;nschte &bdquo;Kriegsert&uuml;chtigung&ldquo; braucht es das Bild von einer Ukraine, die in der Lage ist, ihr Territorium zu halten und zu siegen, und von einem Russland, das schon fast am Boden liegt.<\/p><p>Was sind die Argumente f&uuml;r die angebliche &bdquo;Schw&auml;che Russlands&ldquo;? Die ukrainischen Drohnen h&auml;tten den russischen Raffinerien schweren Schaden zugef&uuml;gt. Ihr Produktionsvolumen sei im Vergleich zum Mai 2025 um 13 Prozent zur&uuml;ckgegangen, <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Schroeder-in-Moskau-Besuchsgrund-bleibt-Spekulation-id30883307.html\">meldete<\/a> der Moskau-Korrespondent von <em>NTV<\/em>, Rainer Munz. Die Ukrainer h&auml;tten die &bdquo;Drohnen-Hoheit im Luftraum&ldquo; und auf dem Boden herrsche ein &bdquo;Patt&ldquo;, behauptet Munz. <\/p><p>Doch zu einer Gesamtanalyse eines Moskau-Korrespondenten m&uuml;sste eigentlich geh&ouml;ren, dass man erw&auml;hnt, dass Russland eine Atommacht ist und die Stimmen in Russland lauter werden, die einen Einsatz von Atomwaffen fordern. <\/p><p>Korrekt w&auml;re es auch, zu erw&auml;hnen, dass 13 Prozent Einbu&szlig;en bei den Raffinerien keine Existenzgefahr f&uuml;r die russische Wirtschaft sind. <\/p><p>Die Behauptung einer Drohnen-Hoheit im Luftraum ist &uuml;bertrieben, denn die russische Armee r&uuml;ckt auf dem Schlachtfeld &ndash; gerade jetzt im Gebiet Charkow &ndash; weiter vor. Sie nimmt fast t&auml;glich Ortschaften ein. <\/p><p>Die ukrainischen Streitkr&auml;fte sind seit ihrer Offensive im Gebiet Charkow, im Mai 2024, nicht mehr zu Offensiv-Operationen in der Lage. Die ukrainische Armee kann wegen des Mangels an Soldaten nur mit M&uuml;he die Frontlinie halten. Die Motivation der einfachen Ukrainer l&auml;sst nach. Sogenannte Territorial-Kommandos fangen m&auml;nnliche Zivilisten auf den Stra&szlig;en der Ukraine ein, um sie an die Front zu bringen, wo sie k&auml;mpfen sollen. Im Internet ist diese Praxis mit zahlreichen Videos dokumentiert. <\/p><p><strong>Deutsche Medien wollen Sieg der Ukraine <\/strong><\/p><p>Deutsche Mainstream-Medien schreiben die milit&auml;rische Lage der Ukraine sch&ouml;n. Sie verfolgen ein unrealistisches Ziel: Den Sieg der Ukraine, die Kapitulation Russlands und die R&uuml;ckgabe der von Russland besetzten Territorien. <\/p><p>Alle Kompromiss-L&ouml;sungen, wie etwa territoriale Zugest&auml;ndnisse von Kiew an Russland, werden von f&uuml;hrenden westlichen Politikern, wie der EU-Au&szlig;enbeauftragten Kaja Kallas, rundheraus abgelehnt. <\/p><p>Dass man mit so einer unvers&ouml;hnlichen Haltung einen Atom-Krieg riskiert, denn Russland wird die eroberten Gebiete nicht zur&uuml;ckgeben, zeigt, wie verlogen das Ukraine-Konzept von Berlin und Br&uuml;ssel ist. 2013 ging es nur um die Visa-Freiheit f&uuml;r Ukrainer, dann ging es um Helme, sp&auml;ter um Panzer, um Kampfflugzeuge und dann um Flugabwehrgesch&uuml;tze. Die Eingemeindung der Ukraine in den Einflussbereich von EU und NATO ist den Damen und Herren in Berlin und Br&uuml;ssel offenbar weitere hunderttausende Tote auf dem Schlachtfeld wert. <\/p><p>Diese Hartn&auml;ckigkeit hat nichts zu tun mit humanen Zielen. Ausschlaggebend sind wirtschaftliche und milit&auml;rische Ziele: Der Gewinn des ukrainischen Schwarzerde-Bodens, billige Arbeitskr&auml;fte und ein Absatzmarkt, der Gewinn von Rohstoffen und Schwarzmeer-H&auml;fen und das Heranr&uuml;cken der NATO an die Grenze Russlands.<\/p><p><strong>Die Bunker der ukrainischen F&uuml;hrung<\/strong><\/p><p>Eines der wichtigsten Ziele bei den russischen Angriffen auf Kiew waren die unterirdischen Bunkern der ukrainischen Streitkr&auml;fte und anderer Sicherheitsstrukturen. Inwieweit sie getroffen wurden, ist nicht bekannt. <\/p><p>Wie der Milit&auml;rexperte Anatoli Matwijtschuk gegen&uuml;ber der russischen Zeitung <em>Argumenty i Fakty<\/em> erkl&auml;rte, seien f&uuml;r die russische Armee wichtige Ziele die Befehlszentrale des Kiewer Milit&auml;rbezirks und der ukrainischen Milit&auml;raufkl&auml;rung. Ein weiteres Ziel sei der Bunker der ukrainischen Regierung. Er liege im Zentrum von Kiew unter dem B&uuml;ro von Selenskyj in der Bankowa-Stra&szlig;e Nr. 11. Ein weiteres Ziel seien die Kommunikationskan&auml;le der Regierung. Wie der in Russland lebende ehemalige Rada-Abgeordnete Wladimir Olejnik gegen&uuml;ber <em>Argumenty i Fakty<\/em> erkl&auml;rte, g&auml;be es nicht nur in Kiew, sondern auch in Lviv, Dnipro und Odessa Bunker f&uuml;r das oberste F&uuml;hrungspersonal. Diese Bunker wurden noch zu Zeiten der Sowjetunion gebaut. Die Ukraine wurde damals milit&auml;risch so ausger&uuml;stet, dass sie auf einen m&ouml;glichen Angriff von westlichen Staaten ger&uuml;stet war. <\/p><p>Zu den Zielen russischer Raketenangriffe in Kiew geh&ouml;rten &ndash; so Milit&auml;rexperte Matwijtschuk &ndash; auch R&uuml;stungsbetriebe, wie etwa die R&uuml;stungsfabrik Arsenal in Kiew, wo Munition und Schusswaffen hergestellt und Milit&auml;rtechnik repariert wird. Nach russischen Angaben wolle der Konzern Rheinmetall in Kiew eine Fabrik f&uuml;r die Reparatur von milit&auml;rischem Ger&auml;t aufbauen. Weitere Ziele in Kiew seien die Fabriken &bdquo;Artjom&ldquo; und &bdquo;Kristall&ldquo;. <\/p><p>Ein weiteres Ziel f&uuml;r russische Milit&auml;rschl&auml;ge seien ukrainische Flugleitzentralen, welche die Fl&uuml;ge des Kampfflugzeuges F-16 steuern, sowie die im Umland von Kiew gelegenen Milit&auml;rflugpl&auml;tze in Wasilkow und Beloj Zerkwi. <\/p><p><strong>Deutschland k&ouml;nnte zum Kriegsschauplatz werden<\/strong><\/p><p>Bisher gibt es aus Deutschland keinen wirklichen politischen Druck, die Waffenlieferungen an die Ukraine einzustellen und eine friedliche L&ouml;sung anzustreben. Dabei k&ouml;nnte Deutschland als wichtigster Waffenlieferant selbst zum Schauplatz des Ukraine-Krieges werden.<\/p><p><small>Titelbild: Screenshot\/Len.TV<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/3a1715998470433ea5e1dfe5045203a7\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Die Oreschnik-Rakete wurden von Russland bisher dreimal eingesetzt. Am 24. Mai 2026 gegen Kiew, am 21. November 2024 gegen die Raketenfabrik Juschmasch in Dnipro und am 8. Januar 2026 gegen unterirdische Gasspeicher im westukrainischen Gebiet Lviv. <\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Situation in der Ukraine ist brenzlig. Russische Politiker sprechen &ouml;ffentlich &uuml;ber die Bedingungen, unter denen Russland Atomwaffen einsetzen wird. Das russische Au&szlig;enministerium gab bekannt, dass Kiew jetzt &bdquo;systematisch&ldquo; bombardiert wird. Nach zwei schweren russischen Raketenangriffen auf Kiew am 24. Mai und am 2. Juni &ndash; laut Wladimir Putin eine &bdquo;Strafe&ldquo; f&uuml;r den ukrainischen Drohnenangriff<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151681\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":151682,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,183,171],"tags":[1519,3240,3004,813,2175,1313,1919,259,260,1556,2377,2360],"class_list":["post-151681","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-medienkritik","category-militaereinsaetzekriege","tag-atomwaffen","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-donbass","tag-drohnen","tag-interventionspolitik","tag-krim","tag-lueckenpresse","tag-russland","tag-ukraine","tag-usa","tag-waffenlieferungen","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/260602-Dunkle-Wolken-ueber-Kiew-nach-Raketen-Angriffen-Screenshot-Len-TV.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/151681","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=151681"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/151681\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":151719,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/151681\/revisions\/151719"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/151682"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=151681"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=151681"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=151681"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}