{"id":15187,"date":"2012-11-20T09:30:01","date_gmt":"2012-11-20T08:30:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15187"},"modified":"2015-05-07T10:21:38","modified_gmt":"2015-05-07T08:21:38","slug":"konstruktionsfehler-des-grundeinkommens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15187","title":{"rendered":"Konstruktionsfehler des Grundeinkommens"},"content":{"rendered":"<p>In den letzten zwei Wochen erreichten uns zahlreiche Leserzuschriften zu unserer Buchempfehlung &bdquo;<a href=\"http:\/\/westendverlag.de\/westend\/buch.php?p=67\">Irrweg Grundeinkommen<\/a>&ldquo; von Heiner Flassbeck, Friederike Spiecker, Volker Meinhardt und Dieter Vesper. Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) scheint auch bei einigen unserer Leser durchaus Gefallen zu finden. Auf den ersten Blick ist das wenig &uuml;berraschend, klingen die Versprechungen des BGE doch verf&uuml;hrerisch. Wie so oft h&auml;lt die Verf&uuml;hrung jedoch auch beim BGE nicht das, was sie verspricht. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIn der Diskussion &uuml;ber das BGE wird sich zwischen Bef&uuml;rwortern und Gegner lebhaft dar&uuml;ber gestritten, ob die Menschen nach der Einf&uuml;hrung des BGE &uuml;berhaupt noch die Motivation haben, arbeiten zu gehen und damit die Verteilungsmasse zu erwirtschaften, aus der das BGE finanziert wird. Doch bereits dieser Streit ist ein Beispiel daf&uuml;r, dass die Diskussion einem entscheidenden Denkfehler aufsitzt. Ohne dies explizit zu sagen, setzt man bei der Diskussion immer den Nettolohn (bzw. die erhaltenen Netto-Transferleistungen) mit der H&ouml;he des BGE gleich. Dieser Denkfehler verbaut jedoch eine tiefgreifendere Sicht auf die Konstruktionsfehler des BGE.<\/p><p><strong>Finanzierungbedarf von fast einer Billion Euro<\/strong><\/p><p>Eine der zentralen Fragen des BGE ist die Finanzierung der Transferleistungen. Bei einem BGE in H&ouml;he von 1.000 Euro pro Kopf und Monat f&uuml;r 81 Millionen Menschen m&uuml;ssten immerhin rund 972 Mrd. Euro umverteilt werden. Bef&uuml;rworter des BGE argumentieren an dieser Stelle gerne, dass der Staat ja heute bereits mehr als 750 Mrd. Euro f&uuml;r Sozialtransfers bezahlt, das Defizit also &bdquo;lediglich&ldquo; bei rund 220 Mrd. Euro l&auml;ge. Dies ist jedoch Augenwischerei, da lediglich 35% dieser Transfers aus dem Staatshaushalt <a href=\"http:\/\/www.gdv.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Statistisches_TB_GDV_2011.pdf\">gezahlt werden  [PDF &ndash; 1.8 MB]<\/a>, w&auml;hrend der Rest &uuml;ber die Sozialbeitr&auml;ge (z.B. Renten- und Arbeitslosenversicherung) erhoben wird. Selbst bei gro&szlig;z&uuml;giger Berechnung w&uuml;rde der Staat demnach &bdquo;nur&ldquo; 35% der gesamten Sozialtransfers und somit 260 Mrd. Euro einsparen, wenn s&auml;mtliche Sozialtransfers wegfielen. Bei einem BGE-Transfervolumen von 972 Mrd. Euro best&uuml;nde somit ein Finanzierungsdefizit von rund 712 Mrd. Euro. Im letzten Jahr lagen die gesamten Steuereinnahmen des Staates bei 573 Mrd. Euro. Woher soll der Staat die zus&auml;tzlichen Mittel nehmen? <\/p><p><strong>&bdquo;Die da oben&ldquo; k&ouml;nnen das BGE alleine auch nicht schultern<\/strong><\/p><p>Vor allem bei BGE-Bef&uuml;rwortern aus dem linken Lager ist die Vorstellung weit verbreitet, dass das BGE von &bdquo;denen da oben&ldquo; finanziert werden k&ouml;nnte. Doch so einfach ist das nicht. Laut Einkommensteuerstatistik gibt es in Deutschland 1,27 Mio. Haushalte mit Brutto-Eink&uuml;nften von mehr als 100.000 Euro pro Jahr. Zusammengenommen erzielten diese Haushalte Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von 270 Mrd. Euro. Selbst wenn man diesen Haushalten jeden Euro, der &uuml;ber ein Haushaltsnettoeinkommen von 70.000 Euro hinausgeht, mit 100% besteuern w&uuml;rde, k&auml;me man lediglich auf 181 Mrd. Euro Steuereinnahmen &ndash; 127 Mrd. Euro mehr als heute. Wenn man nicht ganz so radikal vorgeht und durch Steuererh&ouml;hungen die Einkommensteuerbelastung dieser Besserverdiener verdoppeln w&uuml;rde, k&auml;me man auf Zusatzeinnahmen in H&ouml;he von 54 Mrd. Euro. Rechnet man die BGE-Effekte bei der Einkommensbesteuerung hinzu[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>], kommt man auf rund 63 Mrd. Euro. Eine st&auml;rkere Besteuerung von Verm&ouml;gen w&uuml;rden zus&auml;tzlich je nach Sch&auml;tzung zwischen 10 und 25 Mrd. Euro in die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4084\">Kassen sp&uuml;len<\/a>.<\/p><p>Das BGE-Finanzierungsdefizit von 712 Mrd. Euro w&uuml;rde selbst nach einer Verdoppelung der Einkommensteuer f&uuml;r Spitzeneinkommen und einer h&ouml;heren Verm&ouml;gensbesteuerung lediglich auf 624 Mrd. Euro schrumpfen. Selbst wenn man zus&auml;tzlich die Einnahmen aus der K&ouml;rperschaftssteuer und der Zinsabschlagsteuer verdoppeln k&ouml;nnte, w&uuml;rde das Defizit immer noch stolze 600 Mrd. Euro betragen. Die Idee, man k&ouml;nnte ein BGE ausschlie&szlig;lich &bdquo;von denen da oben&ldquo; finanzieren lassen, ist nicht haltbar. Durch die genannten Ma&szlig;nahmen lie&szlig;e sich noch nicht einmal ein Drittel des BGE finanzieren.<\/p><p><strong>Man muss die reale Kaufkraft im Auge behalten<\/strong><\/p><p>Ohne eine starke Erh&ouml;hung der Verbrauchssteuern ist das BGE &ndash; gleich in welcher H&ouml;he &ndash; nicht finanzierbar. In Summe nahm der Staat im letzten Jahr rund 240 Mrd. Euro durch die Besteuerung von Konsum und Verbrauch ein &ndash; darunter fallen beispielsweise die Umsatz\/-Mehrwertsteuer, die Mineral&ouml;lsteuer, die Stromsteuer und die Tabaksteuer. Um das Defizit von 600 Mrd. Euro zu decken, m&uuml;sste man die Einnahmen aus diesen Steuern demnach um 250% erh&ouml;hen. Geht man dabei nach der Rasenm&auml;hermethode vor, steigt der Mehrwertsteuersatz auf 66,5%, eine Schachtel Zigaretten w&uuml;rde mehr als 14 Euro kosten und der Liter Super-Benzin w&uuml;rde die 4-Euro-Marke streifen. Daf&uuml;r h&auml;tte jeder B&uuml;rger dann ja schlie&szlig;lich auch 1.000 Euro mehr in der Tasche, so die Bef&uuml;rworter des BGE. Dass diese 1.000 Euro von der steuerbedingten Preissteigerungen voll aufgezehrt w&uuml;rden, dar&uuml;ber spricht man seitens der Bef&uuml;rworter eher ungerne. Wenn man die genannten Erh&ouml;hungen der Verbrauchssteuern &uuml;bertr&auml;gt, entspr&auml;che dies einem einmaligen steuerbedingten Inflationseffekt von rund 30%[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">**<\/a>]. <\/p><p>Grundlage der meisten BGE-Modelle ist, dass das BGE nahezu alle staatlichen Transferleistungen ersetzt und das BGE somit auch die vorhandenen Sozialsysteme abl&ouml;st. Dabei wird von den Bef&uuml;rwortern gerne vergessen, dass auch die gesetzliche Krankenversicherung eines dieser Sozialsysteme ist, das bei der Einf&uuml;hrung eines BGE fortan von den Menschen selbst finanziert werden m&uuml;sste. Nimmt man einen monatlichen Beitrag von 300 Euro als solide Basis, w&uuml;rde sich das nominelle BGE von 1.000 Euro bereits auf nominal 700 Euro reduzieren. Rechnet man den oben genannten steuerbedingten Inflationseffekt hinzu, bleibt dem BGE-Empf&auml;nger real nur eine Kaufkraft von 490 Euro pro Monat. Davon kann man jedoch noch nicht einmal die existenzsichernden Kosten (Miete, Mietnebenkosten, Lebensmittel etc. pp.) zahlen. Die Frage, ob die Menschen sich bei staatlich garantierten und bedingungslosen Eink&uuml;nften i.H.v. real 490 Euro pro Monat noch nebenbei arbeiten m&uuml;ssten, stellt sich &uuml;berhaupt nicht. Selbstverst&auml;ndlich m&uuml;ssen sie nicht nur nebenbei, sondern meist in Vollzeit, arbeiten, um ihre Lebenshaltungskosten finanzieren zu k&ouml;nnen. Die Hartz-IV- bzw. Sozialhilfeproblematik w&auml;re mit dem BGE gleichfalls nicht gel&ouml;st, da Bed&uuml;rftige weiterhin zus&auml;tzlich Geld vom Staat bekommen m&uuml;ssten, um Gesamteink&uuml;nfte zu haben, die dem menschenw&uuml;rdigen Existenzminimum (bei realen Preisen) entsprechen. <\/p><p>Etwas anders sieht das Bild f&uuml;r Menschen aus, die auch heute schon in Vollzeit arbeiten. Wer beispielsweise heute 2.600 Euro brutto im Monat verdient, h&auml;tte mit einem BGE i.H.V. 1.000 Euro netto k&uuml;nftig 2.900 Euro netto in der Tasche. Neben dem BGE w&uuml;rde der normale Arbeitnehmer auch noch die Kosten f&uuml;r die Arbeitslosenversicherung und die Rentenversicherung sparen, da diese System durch das BGE obsolet w&auml;ren. Da aber kein Mensch mit einem Realeinkommen i.H.v. 490 Euro pro Monat leben kann, w&auml;re dies ein Hauptgewinn f&uuml;r private Zusatzversicherungen f&uuml;r die Altersvorsorge. Was der Arbeitnehmer auf dem Lohnzettel spart, w&uuml;rde  er privat weiterhin zahlen m&uuml;ssen. Lediglich der Arbeitgeber kommt auf diese Art und Weise um seinen Anteil an den vielzitierten Lohnnebenkosten herum. Da wundert es nicht, dass das BGE-Modell auch in FDP- und CDU-Kreisen sehr beliebt ist. (z.B. Althaus, Angela Merkel hat sogar eine &bdquo;B&uuml;rgergeld-Kommission&ldquo; eingesetzt.)<\/p><p>Aber selbst wenn man im oben genannten Fall ein Nettoverdienst von 2.900 Euro pro Monat annehmen w&uuml;rde, entspr&auml;che dieses Summe durch den genannten Inflationseffekt lediglich einem realen Einkommen i.H.v. 2.030 Euro pro Monat. Zieht man davon noch die obligatorische Krankenversicherung (300 Euro pro Monat) ab, verbleiben dem Arbeitnehmer real 1.730 Euro pro Monat und somit gerade einmal 60 Euro mehr als heute.  <\/p><p><strong>Das BGE h&auml;lt nicht, was es verspricht<\/strong><\/p><p>Wo zu also das BGE? Durch die Finanzierungs- und Steuereffekte sind die Menschen weiterhin gezwungen, arbeiten zu gehen, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken, womit die Kernbedingung eines BGE nicht erf&uuml;llt ist. Dabei sind viele Gegenargumente und negativen Nebeneffekte hier noch gar nicht genannt. Wie soll man beispielsweise das mit den Steuereffekten verbundene Problem der Schwarzarbeit l&ouml;sen? Wie will man verhindern, dass Bundesb&uuml;rger sich ihre G&uuml;ter steuerg&uuml;nstig im Ausland besorgen? <\/p><p>Man muss das BGE gar nicht auf der ethischen Perspektive diskutieren. Da die Steuer- und Preiseffekte bei der Einf&uuml;hrung des BGE derart gewaltig w&auml;hren, kann das BGE, egal in welcher Form oder nominellen H&ouml;he, nicht das halten, was es verspricht. Dadurch ist jede Diskussion &uuml;ber die ethischen Fragen &uuml;berfl&uuml;ssig. Das BGE ist zweifelsohne eine nette Idee, die jedoch nicht umsetzbar ist. Umsetzbar sind jedoch zahlreiche Alternativen zum BGE, die schlussendlich den Effekt haben, den seine Bef&uuml;rworter dem BGE zuschreiben. Wenn man z.B. den Hartz-IV-Regelleistungssatz und die Grundsicherung ma&szlig;voll erh&ouml;hen und die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14908\">Sanktionen<\/a> streichen w&uuml;rde, k&ouml;nnten auch Hilfsbed&uuml;rftige menschenw&uuml;rdig leben. Dies w&auml;re ein Grundeinkommen, aber eben kein bedingungsloses.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/c45e286a9255441fab6e666363eb841d\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Die 1.000 Euro BGE m&uuml;ssten von Besserverdienerhaushalten schlie&szlig;lich voll versteuert werden<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;**<\/a>] Einige Ausgaben (z.B. die Kaltmiete) unterliegen keiner Verbrauchssteuer und w&uuml;rden sich durch die Ver&auml;nderung des Steuersatzes nicht verteuern, andere G&uuml;ter (z.B. Strom, Heiz- und Brennstoffe, Alkohol, Tabak) w&uuml;rden durch die Ver&auml;nderung des Steuersatzes wesentlich teurer, w&auml;hrend G&uuml;ter, f&uuml;r die reduzierte Mehrwertsteuersatz gilt, sich nur vergleichsweise gering verteuern w&uuml;rden. Die 30% sind ein Querschnitt aus dem statistischen Warenkorb und der jeweiligen Verbrauchssteuerquoten.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten zwei Wochen erreichten uns zahlreiche Leserzuschriften zu unserer Buchempfehlung &bdquo;<a href=\"http:\/\/westendverlag.de\/westend\/buch.php?p=67\">Irrweg Grundeinkommen<\/a>&ldquo; von Heiner Flassbeck, Friederike Spiecker, Volker Meinhardt und Dieter Vesper. Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) scheint auch bei einigen unserer Leser durchaus Gefallen zu finden. Auf den ersten Blick ist das wenig &uuml;berraschend, klingen die Versprechungen des BGE doch<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15187\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[25,31],"tags":[427,308,364,952],"class_list":["post-15187","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lohnnebenkosten","category-grundeinkommen","tag-einkommensteuer","tag-existenzminimum","tag-flassbeck-heiner","tag-spiecker-friederike"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15187","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15187"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15187\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15190,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15187\/revisions\/15190"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15187"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15187"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15187"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}