{"id":152157,"date":"2026-06-13T12:00:23","date_gmt":"2026-06-13T10:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152157"},"modified":"2026-06-12T16:29:11","modified_gmt":"2026-06-12T14:29:11","slug":"faktencheck-jeffrey-sachs-kritiken-an-deutschlands-aussenpolitik-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152157","title":{"rendered":"Faktencheck \u2013 Jeffrey Sachs&#8217; Kritiken an Deutschlands Au\u00dfenpolitik Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/jeffrey-sachs-an-bundeskanzler-merz-verhindern-sie-offenen-krieg-mit-russland-10038620\"><em>Berliner Zeitung<\/em><\/a>, die <a href=\"https:\/\/weltwoche.de\/daily\/europa-und-russland-schlittern-in-einen-offenen-krieg-offener-brief-von-us-oekonom-jeffrey-sachs-an-bundeskanzler-merz\/\"><em>Weltwoche<\/em><\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151538\"><em>NachDenkSeiten<\/em><\/a> ver&ouml;ffentlichten im Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juni einen Offenen Brief des f&uuml;r kritische Analysen der internationalen Politik bekannten US-&Ouml;konom Jeffrey D. Sachs an Bundeskanzler Merz. Mit dem zweiten Brief unterstreicht Sachs die absolut dringende Handlungsnotwendigkeit, einen immer wahrscheinlicher werdenden Krieg zwischen EU-Europa\/europ&auml;ischen NATO-Staaten mit Russland abzuwenden. In diesem Kontext benennt Sachs die seiner Meinung nach sechs Fehlentscheidungen in der deutschen Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik, die zu der gegenw&auml;rtigen Lage gef&uuml;hrt h&auml;tten. Die Argumente von Sachs sollen im Folgenden einem ideologiefreien Faktencheck unterzogen werden. Dabei verweise ich prim&auml;r auf Quellentexte, also auf Texte, die nicht zuvor &bdquo;eingeordnet&ldquo; wurden. Die ersten drei in den Augen von Sachs gemachten Fehlentscheidungen sind bereits <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152152\">im ersten Teil abgehandelt<\/a>. Im Folgenden werden die drei &uuml;brigen Fehlentscheidungen vorgestellt und auf ihre Faktizit&auml;t hin gepr&uuml;ft. Von <strong>Alexander Neu<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3042\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-152157-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260612-Teil-2-Faktencheck-Jeffrey-Sachs-Kritik-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260612-Teil-2-Faktencheck-Jeffrey-Sachs-Kritik-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260612-Teil-2-Faktencheck-Jeffrey-Sachs-Kritik-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260612-Teil-2-Faktencheck-Jeffrey-Sachs-Kritik-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=152157-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260612-Teil-2-Faktencheck-Jeffrey-Sachs-Kritik-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260612-Teil-2-Faktencheck-Jeffrey-Sachs-Kritik-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>&bdquo;Viertens &ndash; Minsk II&ldquo;<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Im Februar 2015 verhandelte Bundeskanzlerin Merkel pers&ouml;nlich das Minsker Abkommen II im Normandie-Format und sicherte in der am 12. Februar 2015 in Minsk verabschiedeten Unterst&uuml;tzungserkl&auml;rung Deutschlands politische Unterst&uuml;tzung zu. Sieben Jahre lang wurde die zentrale politische Bestimmung &ndash; die Autonomie der Donbass-Regionen innerhalb einer souver&auml;nen Ukraine &ndash; von Kiew nicht umgesetzt. Deutschland &uuml;bte keinen Druck auf Kiew aus, die von ihm selbst geforderte Autonomiebestimmung umzusetzen. Merkel r&auml;umte sp&auml;ter ein, dass das Abkommen als Druckmittel genutzt worden war, um der Ukraine die Wiederbewaffnung zu erm&ouml;glichen. Pr&auml;sident Hollande &auml;u&szlig;erte sich &auml;hnlich. Die Garantie war also in Wirklichkeit keine Garantie. Sie war eine Strategie &ndash; wiederum auf Gehei&szlig; Washingtons. Wieder einmal lautete die Botschaft an Moskau: Westlichen Unterschriften kann man nicht trauen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Faktencheck:<\/strong><\/p><p>Die Altkanzlerin Merkel &auml;u&szlig;erte im Dezember 2022 folgenden Satz in einem <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2022\/51\/angela-merkel-russland-fluechtlingskrise-bundeskanzler\">Interview bei <em>Zeit-Online<\/em><\/a>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Und das Minsker Abkommen 2014 war der Versuch, der Ukraine Zeit zu geben. Sie hat diese Zeit hat auch genutzt, um st&auml;rker zu werden, wie man heute sieht.<\/em>&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Bedauerlicherweise befindet sich das Interview hinter einer Bezahlschranke. Daher ein weiterer Link, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/absolut-unerwartet-putin-zeigt-sich-enttauscht-von-merkel-wegen-ausserungen-zur-ukraine-9006844.html\">in dem die Aussage als O-Ton zu finden ist<\/a>.<\/p><p>Merkels Aussage ist eindeutig: Sie hatte einen klaren und singul&auml;ren Subjekt (Minsker Abkommen)-Objekt (Versuch, Zeit zu geben, die f&uuml;r die Aufr&uuml;stung erforderlich war)-Bezug. Dennoch wurde von einigen Medien und Experten versucht, Merkels Aussage anders einzuordnen. Das war erwartbar. So wurde versucht, aus dem von Merkel formulierten Zweck des Minsker Abkommens, n&auml;mlich dem &bdquo;<em>Versuch, der Ukraine Zeit zu geben<\/em> (&hellip;)&ldquo;, einen blo&szlig;en Nebeneffekt zu interpretieren, das hei&szlig;t, die Aufr&uuml;stung sei nur ein Nebeneffekt gewesen. Nur, dann h&auml;tte Merkel anders formulieren m&uuml;ssen, beispielsweise: <em>Und das Minsker Abkommen 2014 war der Versuch, der Ukraine Zeit zu geben, um dies und jenes zu tun und daneben auch ihre milit&auml;rischen F&auml;higkeiten auszubauen. <\/em>Aber genau das war nicht Merkels Formulierung.<\/p><p>Dass der tats&auml;chliche Zweck laut Merkel der Zeitgewinn f&uuml;r die Militarisierung der Ukraine gewesen ist, ist nicht nur mit der Nichtumsetzung des Abkommens auch und besonders durch die Ukraine belegbar, sondern auch durch entsprechende <a href=\"https:\/\/rideauinstitute.ca\/2024\/12\/15\/angela-merkel-on-minsk-nato-and-averting-war-and-more\/\">&Auml;u&szlig;erungen des damaligen ukrainischen Pr&auml;sidenten Poroschenko<\/a> und <a href=\"https:\/\/kyivindependent.com\/hollande-there-will-only-be-a-way-out-of-the-conflict-when-russia-fails-on-the-ground\/\">des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Hollande<\/a>, die beide als Co-Verhandler des Minsker Abkommens Merkels Aussage best&auml;tigten.<\/p><p>Hinzu kommt: In dem Zeitraum des Minsker Abkommens von 2015 bis 2022 wurde die Ukraine auf NATO-Standards (Anpassung der milit&auml;rischen Strukturen, der Ausbildung- und F&uuml;hrungsverfahren) gebracht und mit Waffen vollgepumpt. Im Dezember 2015 wurde der <a href=\"https:\/\/www.nato.int\/en\/news-and-events\/articles\/news\/2015\/12\/16\/nato-and-ukraine-sign-defence-technical-co-operation-roadmap\">&bdquo;<em>NATO-Ukraine Defence-Technical Co-operation-Fahrplan&ldquo;<\/em><\/a> unterzeichnet.<\/p><p>All dies diente dem Ziel der weiteren Heranf&uuml;hrung der Ukraine an die NATO bis zur Vollmitgliedschaft.<\/p><p><strong>&bdquo;F&uuml;nftens &ndash; Nord Stream&ldquo;<\/strong><\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Am 7. Februar 2022 verk&uuml;ndete Pr&auml;sident Biden im East Room des Wei&szlig;en Hauses &ndash; in Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz: &bdquo;Wenn Russland (in der Ukraine) einmarschiert, wird es Nord Stream 2 nicht mehr geben. Wir werden dem ein Ende setzen.&ldquo; Auf die Frage nach dem Wie antwortete er: &bdquo;Ich verspreche Ihnen, wir werden dazu in der Lage sein.&ldquo; Sieben Monate sp&auml;ter wurden die Pipelines durch einen Sabotageakt in der Ostsee zerst&ouml;rt. Die vorliegenden Beweise &ndash; investigative Recherchen in den USA und Deutschland, die Ermittlungen der deutschen Bundesanwaltschaft und &ouml;ffentliche Aussagen ehemaliger Beamter &ndash; deuten &uuml;berw&auml;ltigend auf eine gemeinsame ukrainisch-amerikanische Operation hin. Die deutsche Bundesregierung wusste dies schon lange. Und dennoch hat Deutschland zugelassen, dass die &ouml;ffentliche Schuld entgegen den eindeutigen Beweisen Russland zugeschoben wird, w&auml;hrend ein Akt industrieller Sabotage gegen die deutsche Wirtschaft ungestraft und unbeantwortet blieb.<\/em>&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Faktencheck:<\/strong><\/p><p>Wer tats&auml;chlich hinter den Anschl&auml;gen auf die deutsch-russische Infrastruktur steckt &ndash; sowohl als Auftraggeber als auch als ausf&uuml;hrende Kraft &ndash;, wird hinter einem Schleier unterschiedlichster Versionen versteckt. Ich habe meine Vermutung, die aber eher auf gesundem Menschenverstand und jahrelanger Beobachtung und Analysen internationaler Politik denn auf konkreten Hinweisen beruht. Aufschlussreich hierbei der Tweet des heutigen polnischen Au&szlig;enministers und damaligen EP-Abgeordneten Sikorski, in dem er sich f&uuml;r die Sprengung bei den USA bedankt (<a href=\"https:\/\/www.aa.com.tr\/en\/economy\/former-polish-foreign-minister-thanks-us-for-damaging-nord-stream-pipeline\/2696530\">&bdquo;Thank you USA&ldquo;<\/a>). Kurz danach l&ouml;schte er den Tweet.<\/p><p>Dass ich bei der Literaturangabe auf ein t&uuml;rkisches Medium zur&uuml;ckgreifen muss, ist wohl damit zu erkl&auml;ren, dass deutsche Medien Sikorskis Danksagung lieber nicht publizieren wollten, um das heimische Publikum in der Freund-Feind-Dichotomie nicht zu &uuml;berfordern.<\/p><p><strong>&bdquo;Sechstens &ndash; das Istanbul-Abkommen vom April 2022, das zum Greifen nah war&ldquo;<\/strong><\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Nur wenige Wochen nach Russlands Invasion im Februar 2022 trafen sich russische und ukrainische Unterh&auml;ndler in Istanbul, um die Bedingungen eines Friedensabkommens auszuhandeln: Neutralit&auml;t der Ukraine au&szlig;erhalb der NATO, multilaterale Sicherheitsgarantien, vereinbarte Truppenbegrenzungen und die schrittweise politische L&ouml;sung der Donbass- und Krim-Frage. Das Abkommen stand kurz vor der Unterzeichnung. Der ehemalige israelische Ministerpr&auml;sident Naftali Bennett, einer der Vermittler, best&auml;tigte &ouml;ffentlich, dass die Einigung kurz bevorstand und dass der Westen &ndash; insbesondere die Vereinigten Staaten und Gro&szlig;britannien &ndash; versucht hatte, sie zu verhindern. Die Mission von Premierminister Boris Johnson nach Kiew im April 2022, um die Ukraine anzuweisen, das Abkommen nicht zu unterzeichnen, ist aktenkundig. Hunderttausende ukrainische und russische Menschenleben sowie die gesamte europ&auml;ische Ordnung haben den Preis f&uuml;r diese US-amerikanisch-britische Intervention bezahlt. Deutschland hat dazu geschwiegen &ndash; obwohl Deutschland wie kein anderes europ&auml;isches Land die wirtschaftlichen Folgen zu tragen hatte.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Faktencheck:<\/strong><\/p><p>Der israelische Ministerpr&auml;sident Bennet vermittelte mit Unterst&uuml;tzung des t&uuml;rkischen Pr&auml;sidenten Erdogan und des deutschen Altkanzlers Schr&ouml;der zwischen der Ukraine und Russland in Istanbul. Bennet sowie auch der t&uuml;rkische Au&szlig;enminister Cavusoglu und Altkanzler Schr&ouml;der best&auml;tigten den Abbruch der Verhandlungen auf westlichen Druck hin. Als Anlass diente das Massaker an Zivilisten in Butscha.<\/p><p>Interessant die Info der &bdquo;Tagesschau&ldquo;, auf der ein ARD-&bdquo;Faktenfinder&ldquo; ein mehrst&uuml;ndiges Interview des israelischen Premierministers Bennet mit einem Journalisten &bdquo;analysiert&ldquo; und zu der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qK9tLDeWBzs\">Aussage<\/a> gelangt:<\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Auf die Nachfrage des Journalisten, ob der Westen den m&ouml;glichen Waffenstillstand blockiert h&auml;tte, antwortet Bennett: &sbquo;Grunds&auml;tzlich ja.&lsquo;&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Der ARD-&bdquo;Faktenfinder&ldquo; gelangt dann erwartungsgem&auml;&szlig;, weil vermutlich sein Auftrag, dem er gerecht werden muss, zum gegenteiligen Urteil. Und sein Urteil wird bereits in der &Uuml;berschrift des &bdquo;Tageschau&ldquo;-Beitrages bekannt gegeben: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/ukraine-russland-frieden-101.html\">&bdquo;<em>Westen hat Waffenstillstand nicht verhindert&ldquo;<\/em><\/a>. Wie gut, dass die ARD &uuml;ber seri&ouml;se &bdquo;Faktenfinder&ldquo; verf&uuml;gt.<\/p><p>Der t&uuml;rkische Au&szlig;enminister Cavusoglu, der als Gastgeber der Verhandlungen im Gegensatz zum ARD-&bdquo;Faktenfinder&ldquo; an den Verhandlungen teilnahm, <a href=\"https:\/\/weltwoche.ch\/daily\/hier-lesen-sie-eine-detaillierte-rekonstruktion-der-ukrainisch-russischen-friedens-verhandlungen-im-maerz-2022-die-vom-westen-verhindert-wurden-die-fatalen-folgen-lehren-uns-dass-sich-dies-nicht-wi\/\">erkl&auml;rte hingegen<\/a>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Einige Nato-Staaten wollten, dass der Ukraine-Krieg weitergeht, um Russland zu schw&auml;chen.<\/em>&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Und Altkanzler Schr&ouml;der &auml;u&szlig;erte:<\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Bei den Friedensverhandlungen im M&auml;rz 2022 in Istanbul mit Rustem Umjerow [damals Sicherheitsberater von Selenskyj, heute ukrainischer Verteidigungsminister] haben die Ukrainer keinen Frieden vereinbart, weil sie es nicht durften. Die mussten bei allem, was sie berieten, erst bei den Amerikanern nachfragen. (&hellip;) Doch am Ende [der Friedensverhandlungen] passierte nichts. Mein Eindruck: Es konnte nichts passieren, denn alles Weitere wurde in Washington entschieden. Das war fatal.<\/em>&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>(<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/schroder-ukrainer-durften-keinen-frieden-vereinbaren-2151502\"><em>Berliner Zeitung<\/em><\/a> und <a href=\"https:\/\/weltwoche.ch\/daily\/hier-lesen-sie-eine-detaillierte-rekonstruktion-der-ukrainisch-russischen-friedens-verhandlungen-im-maerz-2022-die-vom-westen-verhindert-wurden-die-fatalen-folgen-lehren-uns-dass-sich-dies-nicht-wi\/\"><em>Weltwoche<\/em><\/a>).<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Alle sechs von Sachs genannten Punkte sind mit Verweis auf die Originalquellen belastbar.<\/p><p>Die Fehler der deutschen und auch europ&auml;ischen Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik sind alle auf einen Grundfehler zur&uuml;ckzuf&uuml;hren: die exklusive transatlantische Ausrichtung bis hin zur Nibelungentreue gegen&uuml;ber den USA. Die exklusive Orientierung an der NATO als institutionellem B&uuml;ndnis mit den USA nach dem Ende der Bipolarit&auml;t 1989\/91 hat dazu gef&uuml;hrt, dass Europa nun am Rande eines gro&szlig;en Krieges mit Russland steht. Eine eigenst&auml;ndige und multivektoral ausgerichtete Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik Deutschlands und Europas, orientiert an den tats&auml;chlichen deutschen und europ&auml;ischen Interessen, hat nicht stattgefunden und findet immer noch nicht statt.<\/p><p>Ob die Nibelungentreue gegen&uuml;ber den USA dazu f&uuml;hrt, dass sie tats&auml;chlich im Falle eines europ&auml;isch-russischen Krieges milit&auml;rischen Beistand leisten, oder ob der Beistand sich auf warme Solidarit&auml;tserkl&auml;rungen reduziert, was &uuml;brigens auch durch Artikel 5 des NATO-Statuts m&ouml;glich w&auml;re, ist mehr als offen. Noch ist es nicht zu sp&auml;t f&uuml;r eine grundlegende Korrektur deutscher und europ&auml;ischer Sicherheitspolitik. Das Schl&uuml;sselwort hei&szlig;t &bdquo;gesamteurop&auml;ische Sicherheitsarchitektur&ldquo;. Und wenn diese nur den Mindestanspruch einer friedlichen Koexistenz mit Russland erf&uuml;llt, ist das immer noch besser als ein aus dem Ruder laufender Konflikt, an dessen Ende auch die nukleare Zerst&ouml;rung Europas st&uuml;nde.<\/p><p><small>Titelbild: lev radin \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/0050380591374b25afdd8369c2aa5352\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/jeffrey-sachs-an-bundeskanzler-merz-verhindern-sie-offenen-krieg-mit-russland-10038620\"><em>Berliner Zeitung<\/em><\/a>, die <a href=\"https:\/\/weltwoche.de\/daily\/europa-und-russland-schlittern-in-einen-offenen-krieg-offener-brief-von-us-oekonom-jeffrey-sachs-an-bundeskanzler-merz\/\"><em>Weltwoche<\/em><\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151538\"><em>NachDenkSeiten<\/em><\/a> ver&ouml;ffentlichten im Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juni einen Offenen Brief des f&uuml;r kritische Analysen der internationalen Politik bekannten US-&Ouml;konom Jeffrey D. Sachs an Bundeskanzler Merz. Mit dem zweiten Brief unterstreicht Sachs die absolut dringende Handlungsnotwendigkeit, einen immer wahrscheinlicher werdenden Krieg zwischen EU-Europa\/europ&auml;ischen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152157\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":152153,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107],"tags":[3291,3240,2080,315,466,2608,2582,259,2785,1977,260],"class_list":["post-152157","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","tag-anschlag","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-faktenfinder","tag-merkel-angela","tag-nato","tag-nord-stream","tag-offener-brief","tag-russland","tag-sachs-jeffrey","tag-transatlantische-partnerschaft","tag-ukraine"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/shutterstock_2390812925.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/152157","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=152157"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/152157\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":152230,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/152157\/revisions\/152230"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/152153"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=152157"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=152157"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=152157"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}