{"id":152173,"date":"2026-06-12T14:00:45","date_gmt":"2026-06-12T12:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152173"},"modified":"2026-06-12T13:52:11","modified_gmt":"2026-06-12T11:52:11","slug":"italo-western-ein-rivale-aus-der-fremde-fordert-die-deutsche-bahn-zum-duell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152173","title":{"rendered":"Italo-Western: Ein Rivale aus der Fremde fordert die Deutsche Bahn zum Duell"},"content":{"rendered":"<p>Eine Italienische Privatbahn will den Fernverkehr in Deutschland aufmischen. Der DB-Konzern sperrt ihm die T&uuml;re zu und beruft sich auf Europarecht. Jetzt warten die Widersacher auf einen Entscheid der Bundesnetzagentur. Die Beh&ouml;rde tendiert Richtung Markt&ouml;ffnung. Das verspricht f&uuml;r die Schiene ein Hauen und Stechen &ndash; mit mehr Verlierern als Gewinnern. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nBei einem Marktanteil von 93 Prozent ist die Deutsche Bahn (DB) hierzulande der einsame Anf&uuml;hrer im Schienenpersonenfernverkehr. Aber sie ist nicht nur Quasimonopolist. Mit ihrer Konzerntochter DB InfraGO bestimmt sie zudem dar&uuml;ber, wer sonst noch auf dem Netz wann und wie viel verkehren kann. Oder anders: Der Staatskonzern ist der Sheriff, der auf der Schiene das Sagen hat. Und sobald ihm wer gef&auml;hrlich wird und seine Vorrangstellung angreift, macht er von seiner Macht Gebrauch und verweist ihn gegebenenfalls aus der Stadt.<\/p><p>So betrachtet, erscheint es wenig &uuml;berraschend, dass die DB-F&uuml;hrung den Ambitionen des privaten Eisenbahnunternehmens Italo in Abwehrhaltung begegnet. Ihr wollt uns im eigenen Revier Konkurrenz machen? Nicht mit uns! Die DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla darf das freilich nicht so frei heraus sagen und sagt lieber S&auml;tze wie den, dass Wettbewerb das Gesch&auml;ft belebe, Innovationen und das Angebot f&ouml;rdere, und das den Menschen zugutek&auml;me. Insofern sei der angestrebte Markteintritt der Italiener <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/deutsche-bahn-italo-bahn-chefin-palla-li.3492501\">&bdquo;zun&auml;chst eine gute Nachricht&ldquo;<\/a>, &auml;u&szlig;erte sie Anfang Juni vor Journalisten in Berlin.<\/p><p><strong>Das Blaue vom Himmel<\/strong><\/p><p>So etwas muss man als Unternehmerin sagen. Aber die Einschr&auml;nkung folgte auf dem Fu&szlig;. Denkbare Vorteile m&uuml;ssten &bdquo;auch wirklich bei allen Menschen in Deutschland ankommen und nicht nur bei einigen wenigen&ldquo;, etwa in den Metropolen, wo das Angebot ohnehin bereits gut sei. Deshalb gelte es, &bdquo;achtsam&ldquo; zu sein, &bdquo;dass am Ende nicht auf einigen wenigen Strecken ein neuer Anbieter f&auml;hrt, w&auml;hrend wir in der Fl&auml;che Verbindungen verlieren&ldquo;. Kurzum: Bei ung&uuml;nstigen politischen Rahmenbedingungen drohe ein <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/deutsche-bahn-italo-bahn-chefin-palla-li.3492501\">&bdquo;ungesteuerter Wettbewerb&ldquo;<\/a>, der sich &bdquo;am Ende wom&ouml;glich f&uuml;r die Mehrheit negativ auswirken&ldquo; k&ouml;nne. So durchsichtig und eigensinnig die Argumentation erscheinen mag: Die DB-Chefin hat recht damit. Unter bestimmten Bedingungen hat mehr Wettbewerb durchaus seine Vorz&uuml;ge, nicht selten geht das Heilsversprechen aber nach hinten los.<\/p><p>Tats&auml;chlich verspricht Italo das Blaue vom Himmel. Auf dem Heimatmarkt hat das Unternehmen im Zuge der durch die Europ&auml;ische Union forcierten Liberalisierung der Staatsbahn Trenitalia kr&auml;ftig zugesetzt und bespielt bereits ein Drittel des Fernverkehrs. Der auf Hochgeschwindigkeit spezialisierte Anbieter punktet mit viel Komfort und g&uuml;nstigen Preisen. Italo f&auml;hrt in drei Kategorien: einer Basisklasse, einer Prima-Business-Klasse sowie einer All-Inclusive-Variante namens Club Executive mit kostenlosen Mahlzeiten, Alkoholausschank und breiten Sesseln. Aber nicht blo&szlig; mit italienischem Chic wollen die Macher die deutsche Funktionalit&auml;t der ICE-Flotte (bei trotzdem nicht selten kaputten Toiletten) in den Schatten stellen. Seit dem Einstieg 2012 sollen die Preise im Fernverkehr um 40 Prozent gefallen sein.<\/p><p><strong>Kein Platz f&uuml;r den Ferrari<\/strong><\/p><p>Das klingt alles ganz prima und genau das soll es auch. Bringt sich hier f&uuml;r Millionen leidgeplagte DB-Kunden endlich eine bessere Alternative in Stellung? Noch dazu eine, die auch &ouml;kologisch zukunftsweisend ist? Tritt die Vorhersage von Italo ein, wonach die Nachfrage auf den deutschen Langstrecken um 40 Prozent wachsen werde, w&auml;re das ein gewaltiger Schritt auf dem Weg zu einer echten Mobilit&auml;tswende. Zudem wollen die Italiener mit ihrem Engagement sogar die deutsche Wirtschaft ankurbeln. Die geplant 30 blau lackierten Schienenflitzer (in Italien ist man rot unterwegs), mit denen man den hiesigen Markt aufmischen will, sollen bei Siemens geordert werden, womit 5.000 neue Arbeitspl&auml;tze entstehen sollen. Bei all dem k&ouml;nnte man glauben, Deutschland, seinen B&uuml;rgern und der Umwelt bl&uuml;hten nichts als Fortschritte.<\/p><p>Aber das t&auml;uscht. Die Liste an Haken geht damit los, dass Italo es nur auf die Sahnest&uuml;cke im Netz abgesehen hat, saniert mit dem teuren Geld der Steuerzahler. Nach den Anfang Mai vorgestellten Pl&auml;nen wolle man ab 2028 t&auml;glich 56 Verbindungen auf den Strecken M&uuml;nchen&ndash;Berlin&ndash;Hamburg sowie M&uuml;nchen&ndash;K&ouml;ln&ndash;Dortmund bedienen. Um das zu schaffen, br&auml;uchte es vor allem Platz. Platz, den das in Jahrzehnten heruntergewirtschaftete Schienennetz aber sobald nicht hergibt. Die DB ist angesichts der maroden Infrastruktur und buchst&auml;blich Tausender Baustellen selbst schon heillos damit &uuml;berfordert, nur ihre ICEs und ICs halbwegs st&ouml;rungsfrei auf die Spur zu bringen. Wie soll da ein weiterer Anbieter mit 30 Fernz&uuml;gen mehr durch den engen Flaschenhals passen? Und wie sollen bei diesen Zust&auml;nden mittelfristig 40 Prozent mehr Nachfrage generiert werden? Italo ist ein von gierigen Investoren gep&auml;ppeltes Kind des fr&uuml;heren Ferrari-Chefs Luca Cordero di Montezemolo. Ein Ferrari auf Deutschlands verschlissenem Schienennetz: Das passt einfach nicht.<\/p><p><strong>&bdquo;Kannibalisierung&ldquo;<\/strong><\/p><p>Dabei geht es um ein zweites Kardinalproblem. Selbst f&uuml;r den Fall eines bestenfalls vielleicht in zehn Jahren fl&auml;chendeckend intakten Netzes bliebe dieses mit italienischen Verh&auml;ltnissen nicht vergleichbar. Wie in Spanien und Frankreich sind dort die Hochgeschwindigkeitstrassen vom restlichen Netz weitgehend abgekoppelt, was schier unersch&ouml;pfliche Kapazit&auml;ten garantiert. Dagegen verf&uuml;gt die BRD &uuml;ber ein Mischsystem, bei dem Schnellz&uuml;ge sich das Netz mit allen anderen Zuggattungen teilen m&uuml;ssen, also auch mit deutlich langsameren Regionalz&uuml;gen, S-Bahnen und G&uuml;terz&uuml;gen. Das ist schon unter Idealbedingungen eine gro&szlig;e Herausforderung, zumal bei der schon heute gro&szlig;en Konkurrenz im Personennahverkehr.<\/p><p>Denn mehr Anbieter bedeuten immer auch mehr Reibungen, mehr Schnittstellen und gr&ouml;&szlig;ere St&ouml;ranf&auml;lligkeit. Auf der Autobahn sorgt die Raserei einiger weniger f&uuml;r einen geringeren Durchfluss an Autos und Lastwagen in der Breite. Auf der Schiene hat gerade der Fernverkehr in der Regel Vorfahrt. Brettern demn&auml;chst noch mehr Raser &uuml;ber die Gleise, droht das den Nahverkehr noch st&auml;rker auszubremsen. Gegen&uuml;ber der <em>Berliner Zeitung<\/em> (hinter Bezahlschranke) warnte j&uuml;ngst Jan G&ouml;rnemann vom Bundesverband Schienennahverkehr (BSN) vor einer &bdquo;Kannibalisierung&ldquo; und einem Kampf in bislang ungekanntem Ausma&szlig;. Das Blatt lie&szlig; auch Hans Leister, lange Zeit DB-Regionalbereichsleiter f&uuml;r die Hauptstadtregion, zu Wort kommen: Konkurrierten ein Fern- und ein Regionalzugbetreiber um einen bestimmten Slot, werde Letzterer absehbar den K&uuml;rzeren ziehen. &bdquo;Da Italo im dichten Takt fahren will, sind ganze Regionallinien nicht mehr fahrbar.&ldquo;<\/p><p><strong>Nahverkehr unter Beschuss<\/strong><\/p><p>&bdquo;Mehr Wettbewerb&ldquo; k&ouml;nnte so schlussendlich dazu f&uuml;hren, dass das Angebot in der Fl&auml;che zur&uuml;ckgeht, vorneweg im Nahverkehr mit &uuml;ber 70 Prozent der j&auml;hrlichen Kilometerleistung. Der Fernverkehr bringt es lediglich auf 18 Prozent vor dem G&uuml;terverkehr mit zehn Prozent. Besorgt zeigt sich auch der Sprecher beim B&uuml;ndnis &bdquo;Bahn f&uuml;r alle&ldquo;, Carl Wa&szlig;muth: &bdquo;Die gewinnfixierte Deutsche Bahn ist unzuverl&auml;ssig und &uuml;berteuert. Ein weiterer gewinnfixierter Akteur wird die Zust&auml;nde verschlimmern&ldquo;, befand er am Mittwoch gegen&uuml;ber den <em>NachDenkSeiten<\/em>. Er bef&uuml;rchtet, dass &bdquo;Regional- und G&uuml;terz&uuml;ge Platz machen und warten m&uuml;ssen, bis Italo vorbeigefahren ist. Und Trassen w&auml;ren selbst dann belegt, wenn der Betreiber keine Lust hat, zu fahren, oder es an Personal fehlt.&ldquo;<\/p><p>Aber noch haben die Italiener keine Trassen. Die Nutzungsrechte f&uuml;r Strecken und Verbindungen werden von der DB InfraGO vergeben, und dies alle Jahre wieder von neuem. Fr&uuml;her, bis zum Jahr 2017 war das anders. Da gab es langfristige Rahmenvertr&auml;ge von bis zu 15 Jahren Dauer, eine Praxis, die erst durch Intervention der EU ein Ende fand. Begr&uuml;ndung: Wenn sich etablierte Unternehmen &ndash; gemeint waren insbesondere staatliche &ndash; auf lange Sicht Trassen sicherten, hebele das den Wettbewerb aus. Aber genau das ist jetzt das Kalk&uuml;l von Italo: Sich mit ausgedehnten Lizenzen f&uuml;r lange Zeit auf dem beengten deutschen Schienennetz breitmachen, verbunden mit der sch&ouml;nen Erz&auml;hlung, damit den Wettbewerb zu befl&uuml;geln. Dabei setzt der Konzern auf Erpressung: Wenn die Deutschen seinen W&uuml;nschen nicht nachkommen, will er die geplante Investition im Umfang von 3,6 Milliarden Euro abblasen, wie Italo-Chef Gianbattista La Rocca vor wenigen Tagen im <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article6a22a9ab9e32e33bafd5349e\/streit-mit-der-deutschen-bahn-jeden-tag-gibt-es-einen-neuen-grund-warum-italo-besser-zu-hause-bleiben-sollte.html\">Interview<\/a> mit Springers <em>Welt<\/em> klarstellte. Damit k&auml;me dann auch der fette Auftrag f&uuml;r Siemens nicht zustande.<\/p><p><strong>Bundesnetzagentur am Ball<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich ist Roccas Vorwurf, die Deutsche Bahn wolle sein Unternehmen aussperren, nicht von der Hand zu weisen. Deren Spitze verwahrt sich gegen eine Sonderbehandlung des Konkurrenten, verweist auf rechtliche H&uuml;rden und darauf, dass die InfraGO erst mit Inkrafttreten einer bereits beschlossenen EU-Kapazit&auml;tsverordnung ab 2030 dann wieder rechtskonforme Rahmenvertr&auml;ge abschlie&szlig;en k&ouml;nne. Italo dagegen spricht von einer bestehenden &Uuml;bergangsregelung, die schon heute f&uuml;r kapitalintensive Hochgeschwindigkeitsprojekte Ausnahmen vorsehe. Wer auch immer recht hat oder beh&auml;lt. Richtig bleibt die Argumentation von DB-Fernverkehrschef Michael Peterson so oder so: Mit dem Status quo ist mehr Kapazit&auml;t aktuell und wohl noch sehr lange einfach nicht zu haben. &bdquo;Die Hauptverkehrsstrecken und gro&szlig;en Knoten sind zu 120 bis 150 Prozent ausgelastet&ldquo;, beschied er k&uuml;rzlich in einem Interview mit der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/em> (hinter Bezahlschranke). &bdquo;Wettbewerb bedeutet hier immer, dass eine neue Trasse eine bestehende verdr&auml;ngt. Und das muss nicht der Fernverkehr sein, es kann auch den Nahverkehr betreffen.&ldquo;<\/p><p>Der Ball liegt nun bei der Bundesnetzagentur, an die sich Italo mit einer Beschwerde gewandt hat. Mit einer Entscheidung ist dem Vernehmen nach bis Ende Juni zu rechnen. Erfahrungsgem&auml;&szlig; und angesichts ihrer bisherigen Verlautbarungen zu dem Fall ist zu bef&uuml;rchten, dass das Votum pro Markt&ouml;ffnung und damit pro Italo ausfallen wird. DB-Manager Peterson bem&uuml;ht trotzdem das Prinzip Hoffnung: &bdquo;Wir vertrauen darauf, dass die Beh&ouml;rde die Sichtweisen aller Marktteilnehmer und Interessen der Reisenden in allen Regionen Deutschlands sorgf&auml;ltig abw&auml;gt.&ldquo;<\/p><p>Und wenn nicht? Tats&auml;chlich war der Fernverkehr lange Zeit ein Verlustbringer der Bahn. Erst im Vorjahr gelang die Wende mit einem minimalen operativen <a href=\"https:\/\/www.deutschebahn.com\/resource\/blob\/13790208\/63624e8fcf7da4fb121414a2d3e70ef2\/Rede-der-DB-Chefin-Evelyn-Palla-zur-Bilanz-2025-data.pdf\">Gewinn von 45 Millionen Euro<\/a>. Immerhin hat der Konzern bisher davon abgesehen, ganze Regionen, kleinere und mittelgro&szlig;e St&auml;dte komplett vom Fahrplan abzukoppeln, indem er aus den Erl&ouml;sen lukrativer Fernverbindungen weniger eintr&auml;gliche Strecken quersubventionierte. Sollte k&uuml;nftig Italo die Rosinen wegpicken, d&uuml;rfte damit Schluss sein, mit der Konsequenz von Streckenaufgaben vom Fern- bis zum Nahverkehr. Wenn Konkurrenten nur profitable Metropolstrecken bedienten, m&uuml;sse die Bahn unprofitable Verbindungen streichen, erkl&auml;rte dazu DB-Chefin Palla. &bdquo;Wir tragen Verantwortung f&uuml;r ein funktionierendes Gesamtsystem.&ldquo;<\/p><p><strong>Gemeinn&uuml;tzig oder gemeingef&auml;hrlich<\/strong><\/p><p>Keine Frage: Dieser Verantwortung ist der Staatskonzern jahrzehntelang nur ungen&uuml;gend nachgekommen. Nur worin besteht die Alternative? &bdquo;Sind die Trassen einmal f&uuml;r 15 Jahre vergeben, kann Italo eigene Ziele verfolgen, die Konkurrenz nerven, einschlie&szlig;lich der Option, deren Anschl&uuml;sse zu torpedieren&ldquo;, gab Wa&szlig;muth von &bdquo;Bahn f&uuml;r alle&ldquo; zu bedenken. Auch bestehe jederzeit die Gefahr einer Insolvenz, was schon im Fall der Pleite des Nahverkehrsanbieters Abellio vor &uuml;ber vier Jahren zu heftigen Verwerfungen gef&uuml;hrt habe. &bdquo;Passiert Vergleichbares im Fernverkehr, wird der Schaden f&uuml;r die Reisenden und das Klima noch gr&ouml;&szlig;er sein.&ldquo; &Uuml;berhaupt sei die Erz&auml;hlung vom allgemeinen Nutzen f&uuml;r alle durch Wettbewerb im Bahnverkehr &bdquo;ein M&auml;rchen, erz&auml;hlt von denen, die sich mit Staatsknete eine goldene Nase verdienen wollen&ldquo;, meint der Aktivist. Und weiter:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Bahnverkehr ist ein Gesamtsystem, das nur integriert funktioniert, Schienennetz und Zugbetrieb m&uuml;ssen verzahnt organisiert werden, wie es die Schweiz vormacht. Und Bahnverkehr rechnet sich weltweit nur volkswirtschaftlich, nicht betriebswirtschaftlich. Gewinne k&ouml;nnen auf wenigen Strecken gemacht werden, und auch nur, wenn der Staat die Infrastruktur bezahlt und in Schuss h&auml;lt und die Versorgung in der Fl&auml;che organisiert. Deswegen sollte die Deutsche Bahn endlich gemeinn&uuml;tzig werden. Dann kann eine Steuerung und Kontrolle entlang von &ouml;ffentlichen Zielen erfolgen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>So viel ist absehbar: Beim High Noon auf Deutschlands Schienen g&auml;be es mehr Verlierer als Gewinner. Und wo scharf geschossen wird, kommen mithin Unschuldige zu Tode. Die inzwischen in Teilen wieder r&uuml;ckabgewickelte <a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/news\/id\/53917\/die-privatisierung-der-britischen-bahn-war-ein-voelliger-fehlschlag\">Schockprivatisierung der britischen Eisenbahn<\/a> hat mehrere verheerende Zugunf&auml;lle provoziert und Dutzende Menschen das Leben gekostet. Daraus sollten auch deutsche Politiker lernen. Merkt Euch: Bei der Bahn ist Western so was von gestern!<\/p><p><small>Titelbild: Markus Mainka \/ Shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/e6da1db1656645648f9bcf5c2f214af7\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Italienische Privatbahn will den Fernverkehr in Deutschland aufmischen. Der DB-Konzern sperrt ihm die T&uuml;re zu und beruft sich auf Europarecht. Jetzt warten die Widersacher auf einen Entscheid der Bundesnetzagentur. Die Beh&ouml;rde tendiert Richtung Markt&ouml;ffnung. Das verspricht f&uuml;r die Schiene ein Hauen und Stechen &ndash; mit mehr Verlierern als Gewinnern. 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