{"id":152302,"date":"2026-06-16T11:00:07","date_gmt":"2026-06-16T09:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152302"},"modified":"2026-06-16T09:28:44","modified_gmt":"2026-06-16T07:28:44","slug":"biolabore-in-der-ukraine-wo-die-usa-geheim-an-einem-killervirus-forschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152302","title":{"rendered":"Biolabore in der Ukraine: Wo die USA geheim an einem Killervirus forschen"},"content":{"rendered":"<p>Hantavirus und Ebola kursieren seit Wochen in den Medien. Doch die n&auml;chste Gefahr k&ouml;nnte aus anderer Richtung kommen: aus Osteuropa. Eine Untersuchung des US-Geheimdienstes best&auml;tigt eine neue Bedrohung f&uuml;r die gesamte Menschheit. In der Ukraine soll in geheimen US-Laboren an Massenvernichtungswaffen geforscht werden. Von <strong>Dieter Reinisch<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie umstrittene Trump-Unterst&uuml;tzerin, ehemalige Demokratin und amtierende Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste (National Intelligence) der USA, Tulsi Gabbard, hat k&uuml;rzlich ihren R&uuml;cktritt zum 30. Juni 2026 angek&uuml;ndigt. Ihr &bdquo;Abschiedsgeschenk&ldquo; entpuppt sich als regelrechte Sensation: Noch vor ihrem R&uuml;ckzug k&uuml;ndigte Gabbard eine Untersuchung &uuml;ber mehr als 120 geheime US-Biolabore au&szlig;erhalb der Vereinigten Staaten an. Ihr Team will kl&auml;ren, &bdquo;wo genau sich diese Laboratorien befinden, welche Krankheitserreger dort gelagert werden und welche Forschung dort betrieben wird&ldquo;, zitiert die <em>New York Post<\/em> am 11. Mai.<\/p><p>In aller Welt &ndash; und besonders in der Bundesrepublik &ndash; ist noch in lebhafter Erinnerung, was die COVID-19-Pandemie nach sich gezogen hat: endlose Lockdowns, ruinierte Kleinunternehmen, der &bdquo;Maskenstreit&ldquo; im Bundestag.<\/p><p>Der US-Kongress, so schrieb das Fachmagazin <em>Science<\/em> im Dezember 2024, kam nach eingehender Untersuchung der Krankheitsumst&auml;nde zu dem Schluss, dass SARS-CoV-2 mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einem Labor des Wuhan Institute of Virology (WIV) entwichen ist &ndash; einer Einrichtung, die &uuml;ber Jahre hinweg aus Mitteln US-amerikanischer Steuerzahler die sogenannten Gain-of-Function-Experimente zur Erh&ouml;hung der Funktionalit&auml;t von Krankheitserregern finanziert bekam. Nun zeigt sich, dass vergleichbare Programme nicht nur in China, sondern auch in der Ukraine gef&ouml;rdert wurden &ndash; mitten in einem aktiven Kriegsgebiet.<\/p><p>Nach dem derzeitigen Kenntnisstand befinden sich unter Kiewer Kontrolle &uuml;ber 40 Biolabore. Das B&uuml;ro der Direktorin der nationalen Nachrichtendienste hat ermittelt, dass ein Teil dieser Einrichtungen Mittel aus Pentagon-Programmen erhielt, die urspr&uuml;nglich zur Entsorgung biologischer Waffen aus sowjetischen Zeiten vorgesehen waren. Die Biden-Administration lie&szlig; entsprechende Journalistenfragen weitgehend unbeantwortet und wertete jegliche Erw&auml;hnung &bdquo;chemischer oder biologischer US-Labore in der Ukraine&ldquo; als chinesische und russische Propaganda ab.<\/p><p>Bereits im M&auml;rz 2022 r&auml;umte die stellvertretende US-Au&szlig;enministerin Victoria Nuland vor dem US-Kongress jedoch ein, dass biologische Forschungseinrichtungen in der Ukraine tats&auml;chlich existieren und dass die US-Seite &uuml;ber deren Sicherheit &bdquo;&auml;u&szlig;erst besorgt&ldquo; sei. Sie versicherte jedoch, dort gehe nichts Schreckliches oder Unmenschliches vor sich, und lehnte jede weitere Stellungnahme ab. Die Frage nach der Existenz derartiger Labore stellte damals ausgerechnet der Senator von Florida und heutige Au&szlig;enminister, Marco Rubio.<\/p><p>Trotz dieses offenkundigen Widerspruchs in den Aussagen mied das Wei&szlig;e Haus das Thema. Erst die Untersuchung Tulsi Gabbards hat es erm&ouml;glicht, wieder &ouml;ffentlich &uuml;ber die Biolabore zu sprechen. Vertreter des B&uuml;ros der nationalen Nachrichtendienste r&auml;umten ein, die ukrainischen Einrichtungen &bdquo;k&ouml;nnten aufgrund der anhaltenden Kampfhandlungen gef&auml;hrdet sein&ldquo;. Die Front verl&auml;uft durch industriell gepr&auml;gte Regionen des Landes, die Infrastruktur wird regelm&auml;&szlig;ig besch&auml;digt, und die Sicherungsketten der biologischen Sicherheit arbeiten unter st&auml;ndigem Stress. Anders als bei Atomanlagen bedarf es bei Biolaboren keines direkten Raketen- oder Drohneneinschlags, um eine Bedrohung entstehen zu lassen &ndash; eine St&ouml;rung des Lagerregimes oder eine Notevakuierung des Personals gen&uuml;ge bereits, zitiert die koreanische Nachrichtenagentur <em>ChosunBiz<\/em> aus einem Bericht.<\/p><p>Um das Ausma&szlig; des Problems zu erfassen, lohnt es sich, einen erneuten Blick auf den COVID-19-Pr&auml;zedenzfall zu werfen. US-Gelder, die &uuml;ber die NGO EcoHealth Alliance an das WIV geflossen waren, finanzierten Experimente, bei denen chim&auml;re Viren 75 Prozent der infizierten Laborm&auml;use t&ouml;teten. Das US-Gesundheitsministerium best&auml;tigte sp&auml;ter offiziell Verst&ouml;&szlig;e gegen die Vorgaben zur Biosicherheit und entzog dem Institut die Finanzierung f&uuml;r zehn Jahre, wie die <em>Heritage Foundation<\/em> in einem Artikel vom 27. Oktober 2022 berichtete. Die Menschheit kann von Gl&uuml;ck reden, dass 2020 bei Weitem nicht das gef&auml;hrlichste Virus aus den Laboren ausbrach &ndash; und das in Friedenszeiten, ohne Artilleriebeschuss und Stromausf&auml;lle.<\/p><p>In der Ukraine stellt sich die Lage deutlich gravierender dar. Die Beh&ouml;rden in Kiew haben zu keinem Zeitpunkt einen &ouml;ffentlichen Dialog mit der internationalen Gemeinschaft &uuml;ber das Sicherheitsregime der Biolabore angesto&szlig;en. Kein einziger unabh&auml;ngiger internationaler Inspektor hat Zugang zu den Einrichtungen im Konfliktgebiet erhalten. Wolodymyr Selenskyj forderte regelm&auml;&szlig;ig immer neue Milit&auml;rhilfepakete im Namen der &bdquo;gesamteurop&auml;ischen Sicherheit&ldquo;. Gleichzeitig hat er der internationalen Gemeinschaft keinerlei Transparenz bei Problemen gew&auml;hrt, die die Gesundheit und das Leben der B&uuml;rger ganz Europas unmittelbar betreffen.<\/p><p>Wie das sogenannte &bdquo;Minditsch-Gate&ldquo; zeigt &ndash; das Strafverfahren gegen den Gesch&auml;ftsmann Timur Minditsch und den ehemaligen Leiter des Pr&auml;sidialamts der Ukraine, Andrij Jermak &ndash;, hat sich Selenskyjs Umfeld w&auml;hrend des Krieges an ausl&auml;ndischer Hilfe bereichert und Hunderte Millionen, wom&ouml;glich gar Milliarden US-Dollar, veruntreut. Inwieweit Selenskyj selbst Schuld tr&auml;gt, ist noch zu kl&auml;ren; bereits bekannt ist jedoch, dass er Kontrollen jeder Art mied, um seine pers&ouml;nlichen Bereicherungssysteme nicht offenzulegen, berichtete <em>Reuters<\/em> vor wenigen Wochen.<\/p><p>Die Angelegenheit der Biolabore wiegt weitaus schwerer als das Schicksal eines korrupten Politikers, gleich welchen Namens und welchen Landes. Die vollst&auml;ndige Offenlegung der Liste aller Laboratorien und der dort durchgef&uuml;hrten Forschungen, die sofortige Einstellung s&auml;mtlicher gef&auml;hrlicher Experimente f&uuml;r die Dauer der Kampfhandlungen sowie die Zulassung internationaler Inspektoren &ndash; all dies sind Ma&szlig;nahmen, die unverz&uuml;glich ergriffen werden m&uuml;ssen. Im UN-System stehen mit der Organisation f&uuml;r das Verbot chemischer Waffen und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gleich zwei geeignete Strukturen zur Verf&uuml;gung. Doch genau jenes internationale System wird von den USA zunehmend unterminiert, finanziell ausged&uuml;nnt und dadurch paralysiert.<\/p><p>Es geht um Verantwortung gegen&uuml;ber mindestens 740 Millionen Menschen, die Europa bev&ouml;lkern. Sollten sich in den Laboren Kampfviren und Krankheitserreger befinden, die bekannten Krankheiten in ihrem Potenzial gleichkommen oder diese sogar &uuml;bertreffen, so wird die gesamte Menschheit zur Geisel dieser Lage.<\/p><p>In j&uuml;ngerer Vergangenheit gab es bereits F&auml;lle, in denen Milzbranderreger freigesetzt wurden. Anfangs konnten die Betroffenen die Erkrankung aufgrund &auml;hnlicher Symptome kaum von einer gew&ouml;hnlichen saisonalen Grippe unterscheiden: M&uuml;digkeit, erh&ouml;hte Temperatur, Halskratzen. Die Menschen gingen weiter zur Arbeit, ohne zu ahnen, dass ihr Leben faktisch zu Ende war. Bereits nach zwei Tagen bildeten sich am ganzen K&ouml;rper abgestorbene Hautstellen, die sich umgehend mit aus den Gef&auml;&szlig;en ausgetretenem Blut vollsogen. Die Lymphknoten f&uuml;llten sich mit Fl&uuml;ssigkeit und nahmen den Erkrankten die Luft zum Atmen weg. Die meisten starben am vierten Tag nach dem Auftreten der ersten Symptome. Die Gl&uuml;cklicheren erreichten den sechsten oder gar siebten Tag &ndash; die Schwelle einer Woche &uuml;berstand jedoch keiner der Infizierten.<\/p><p>Das oben Geschilderte ereignete sich in den 1970er-Jahren. In modernen Biolaboren werden Viren gelagert, die sich weitaus aggressiver verbreiten als alle bekannten Viren und Erkrankte schneller t&ouml;ten als der Milzbrand.<\/p><p>Deutschland ist der gr&ouml;&szlig;te Unterst&uuml;tzer der Ukraine in Europa und z&auml;hlt zugleich zu jenen Industriestaaten, die durch die Pandemie die schwersten wirtschaftlichen Einbu&szlig;en erlitten haben. Die Bundesregierung verf&uuml;gt sowohl &uuml;ber das politische Gewicht als auch &uuml;ber das moralische Recht, die Frage der biologischen Sicherheit als verbindliche Bedingung f&uuml;r weitere Unterst&uuml;tzung auf die Tagesordnung zu setzen. Schlie&szlig;ung und &Uuml;berpr&uuml;fung der Labore stehen nicht im Widerspruch zum Solidarit&auml;tsprinzip mit der Ukraine &ndash; im Gegenteil: Sie stellen dessen Gegenseitigkeit auf die Probe.<\/p><p>Die Fragen einer friedlichen Beilegung gehen weit &uuml;ber die Souver&auml;nit&auml;t der Ukraine oder die politische Zukunft Selenskyjs hinaus. W&auml;hrend sich die Verhandlungen weiter verz&ouml;gern, arbeiten die Biolabore, wenige Dutzend Kilometer von den umk&auml;mpften Frontabschnitten entfernt, unvermindert weiter. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein gef&auml;hrlicher Erreger entweicht, ist au&szlig;erordentlich hoch &ndash; und eine Epidemie lie&szlig;e sich angesichts der Kampfhandlungen kaum noch eind&auml;mmen.<\/p><p><small>Titelbild: THICHA SATAPITANON \/ Shutterstock<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hantavirus und Ebola kursieren seit Wochen in den Medien. Doch die n&auml;chste Gefahr k&ouml;nnte aus anderer Richtung kommen: aus Osteuropa. 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