{"id":152331,"date":"2026-06-20T12:00:38","date_gmt":"2026-06-20T10:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152331"},"modified":"2026-06-20T13:47:12","modified_gmt":"2026-06-20T11:47:12","slug":"vernichtungskrieg-teil-1-der-russische-magen-ist-dehnbar-vor-85-jahren-ueberfiel-hitlers-wehrmacht-die-sowjetunion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152331","title":{"rendered":"Vernichtungskrieg Teil 1: \u201eDer russische Magen ist dehnbar\u201c \u2013 Vor 85 Jahren \u00fcberfiel Hitlers Wehrmacht die Sowjetunion"},"content":{"rendered":"<p>85 Jahre nach dem &Uuml;berfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion nimmt die Orwell&lsquo;sche Sprachverdrehung hierzulande mittlerweile atemberaubende Z&uuml;ge an. Nach dem &bdquo;Vernichtungskrieg&ldquo;, den der &bdquo;zweite Hitler&ldquo; im Kreml seit &uuml;ber vier Jahren angeblich gegen die Ukraine f&uuml;hrt, wird nun auch noch gr&ouml;&szlig;enwahnsinnig eine &bdquo;bedingungslose Kapitulation Russlands&ldquo;, eine &bdquo;Stunde Null&ldquo; mit anschlie&szlig;endem Kriegsverbrecherprozess eingefordert. H&ouml;chste Zeit, die Ma&szlig;st&auml;be wieder richtigzustellen: Ein veritabler Vernichtungskrieg war Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion, der von Anfang an als solcher geplant war. Fast 27 Millionen Sowjetb&uuml;rger fielen ihm zum Opfer. Von <strong>Leo Ensel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1548\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-152331-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260617_Vernichtungskrieg_Teil_1_Der_russische_Magen_ist_dehnbar_Vor_85_Jahren_ueberfiel_Hitlers_Wehrmacht_die_Sowjetunion_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260617_Vernichtungskrieg_Teil_1_Der_russische_Magen_ist_dehnbar_Vor_85_Jahren_ueberfiel_Hitlers_Wehrmacht_die_Sowjetunion_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260617_Vernichtungskrieg_Teil_1_Der_russische_Magen_ist_dehnbar_Vor_85_Jahren_ueberfiel_Hitlers_Wehrmacht_die_Sowjetunion_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260617_Vernichtungskrieg_Teil_1_Der_russische_Magen_ist_dehnbar_Vor_85_Jahren_ueberfiel_Hitlers_Wehrmacht_die_Sowjetunion_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=152331-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260617_Vernichtungskrieg_Teil_1_Der_russische_Magen_ist_dehnbar_Vor_85_Jahren_ueberfiel_Hitlers_Wehrmacht_die_Sowjetunion_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260617_Vernichtungskrieg_Teil_1_Der_russische_Magen_ist_dehnbar_Vor_85_Jahren_ueberfiel_Hitlers_Wehrmacht_die_Sowjetunion_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Je l&auml;nger der russische Krieg gegen die Ukraine &ndash; bei westlicher Totalverweigerung in Sachen Diplomatie &ndash; andauert; je dramatischer die Gefahr w&auml;chst, dass dieser Krieg sich noch auf Mitteleuropa ausweiten und im Worst Case zu einem Fl&auml;chenbrand, einem (am Ende nuklearen) dritten Weltkrieg eskalieren k&ouml;nnte, desto schriller &uuml;berschlagen sich hierzulande Medien und Politik in Ton und Wortwahl.<\/p><p>Es begann mit dem &bdquo;Vernichtungskrieg&ldquo; Russlands gegen die Ukraine, mit dem bereits sechs Tage (!) nach Kriegsbeginn als Avantgardist eigner Art <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article237249981\/Markus-Lanz-Putin-hat-Phase-des-Vernichtungskrieges-eingelaeutet-sagt-Roettgen.html\">Norbert R&ouml;ttgen<\/a> gl&auml;nzte. (<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2022\/14\/russland-ueberfall-ukraine-deutsche-fehlentscheidungen-regierungen\">Friedrich Merz<\/a> und der damalige Kanzler <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/bundeskanzler-olaf-scholz-spricht-von-russischem-vernichtungskrieg-18010393.html\">Olaf Scholz<\/a> zogen sp&auml;testens Ende M&auml;rz bzw. Anfang Mai 2022 nach.) &bdquo;Hitler-Vergleiche&ldquo; werden &ndash; siehe Milo&scaron;evi&#263; und Saddam Hussein &ndash; hier eh gerne aus dem Zylinder gezaubert: Der russische Pr&auml;sident verf&uuml;gt da zwar &uuml;ber kein Alleinstellungsmerkmal, stellt jedoch die aktuelle Reinkarnation dar. Einer <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130845\">Marie-Agnes Strack-Zimmermann<\/a> allerdings blieb es vorbehalten, im M&auml;rz 2025 unwidersprochen zu verk&uuml;nden, der &bdquo;M&ouml;rder und Killer&ldquo; im Kreml habe (w&ouml;rtlich) &bdquo;Hunderte von Millionen Menschen unter die Erde gebracht&ldquo;. Eine vorl&auml;ufige Klimax scheint nun mit <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/europa-muss-auf-die-kapitulation-russlands-hinarbeiten_86fec2de-a6b7-4a62-9464-9143100fa63b.html\">Roderich Kiesewetters<\/a> gr&ouml;&szlig;enwahnsinniger Forderung nach einer &bdquo;bedingungslosen Kapitulation Russlands&ldquo;, einer &bdquo;Stunde Null&ldquo;, inclusive eines (subkutan eingeforderten) neuen &bdquo;N&uuml;rnberger Prozesses&ldquo; erreicht.<\/p><p>Immer unabweisbarer dr&auml;ngt sich der Eindruck auf, dass der Ukrainekrieg f&uuml;r eine zunehmende Zahl von Spitzenpolitikern und -journalisten einen willkommenen Anlass bietet, Deutschland nicht nur ein f&uuml;r alle Male zu exkulpieren, sondern sich bei dieser Gelegenheit auch noch f&uuml;r die Niederlage im Zweiten Weltkrieg zu r&auml;chen und dessen Ergebnisse endg&uuml;ltig zu revidieren. &ndash; H&ouml;chste Zeit, die Ma&szlig;st&auml;be wieder zurechtzur&uuml;cken und sich den brutalsten Krieg der Weltgeschichte in seinen Einzelheiten nochmals intensiv vor Augen zu f&uuml;hren!<\/p><p><strong>&bdquo;Der russische Magen ist dehnbar&ldquo;<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Armut, Hunger und Gen&uuml;gsamkeit ertr&auml;gt der russische Mensch schon seit Jahrhunderten. Sein Magen ist dehnbar, daher kein falsches Mitleid.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dies schrieben nicht etwa Hitler, Himmler oder Goebbels. Der Satz stammt von Herbert Backe, Staatssekret&auml;r im Reichsministerium f&uuml;r Ern&auml;hrung und Landwirtschaft. Er findet sich in einem als &bdquo;Gelbe Mappe&ldquo; bezeichneten Papier, das G&ouml;rings Ern&auml;hrungsbeauftragter genau drei Wochen vor dem &Uuml;berfall auf die Sowjetunion unter dem Rubrum &bdquo;Geheime Kommandosache&ldquo; &uuml;ber 10.000 Landwirtschaftsf&uuml;hrern im &sbquo;Reich&lsquo; zukommen lie&szlig;. Die gesamte k&uuml;nftige Besatzungspolitik des riesigen zu erobernden Raums im Osten solle unter dem obersten Prinzip &bdquo;Was n&uuml;tzt es Deutschland?&ldquo; stehen. Bereits einen Monat zuvor, am 2. Mai 1941, hatte es in einer Sitzung von Staatssekret&auml;ren und f&uuml;hrenden Offizieren der Wehrmacht gehei&szlig;en: &bdquo;Der Krieg ist nur zu f&uuml;hren, wenn die gesamte Wehrmacht im dritten Kriegsjahr aus Russland ern&auml;hrt wird. Hierbei werden zweifellos zig Millionen Menschen verhungern, wenn das f&uuml;r uns Notwendige aus dem Lande herausgeholt wird.&ldquo;<\/p><p><strong>Der &Uuml;berfall als &sbquo;Kriegsnotwendigkeit&lsquo;<\/strong><\/p><p>Im zweiten Jahr des von ihnen entfesselten Krieges hatten die deutschen Aggressoren sich in eine Sackgasse man&ouml;vriert. Trotz erfolgreicher Blitzkriege gegen Polen, D&auml;nemark, Norwegen, die Niederlande, Belgien und Frankreich war es Hitlers Wehrmacht nicht gelungen, England in die Knie zu zwingen. Der kriegsentscheidende Sieg an der Westfront war damit in weite Ferne ger&uuml;ckt. Nach wie vor konnte die britische Schlachtflotte mittels Seeblockade Deutschland in existenzielle Bedrohung bringen.<\/p><p>Schon zu Friedenszeiten war das Deutsche Reich nicht in der Lage gewesen, sich aus den Ertr&auml;gen der eigenen Landwirtschaft zureichend zu ern&auml;hren. Wie der Historiker G&ouml;tz Aly in seinem viel beachteten Band &bdquo;Hitlers Volksstaat&ldquo; herausgearbeitet hat, &bdquo;gelang es der NS-F&uuml;hrung auch mit &auml;u&szlig;erstem Kr&auml;fteaufwand allenfalls, 83 Prozent der eigenen notwendigen Lebensmittel im Inland produzieren zu lassen. In jedem Fall blieben Einfuhren &ndash; insbesondere von Pflanzenfett und Futtergetreide &ndash; notwendig, um die Bev&ouml;lkerung ausreichend zu versorgen. Die Mobilisierung der Streitkr&auml;fte f&uuml;hrte zwangsl&auml;ufig zum Mangel an Kunstd&uuml;nger, f&uuml;r den derselbe Stickstoff gebraucht wurde wie f&uuml;r die Pulverproduktion; ferner fehlte es bald an M&auml;nnern, Pferden, Traktoren, neuen Maschinen und Treibstoff.&ldquo; All diese Importg&uuml;ter, und nicht zuletzt das kriegsnotwendige Erd&ouml;l, waren unter den Bedingungen der britischen Seeblockade zu schwer erreichbarer Mangelware geworden.<\/p><p>Was Hitler in &bdquo;Mein Kampf&ldquo; unter dem Stichwort &bdquo;Lebensraum im Osten&ldquo; noch eher vage als ideologisches Fernziel angedeutet hatte &ndash; die Eroberung der Sowjetunion bis zum Ural sowie die Vertreibung, Versklavung und Ermordung der dortigen Bev&ouml;lkerung &ndash; und was er noch am 11. August 1939 gegen&uuml;ber dem Schweizer V&ouml;lkerbundkommissar Carl Jacob Burckhardt so formuliert hatte: &bdquo;Alles was ich unternehme, ist gegen Russland gerichtet; wenn der Westen zu dumm und zu blind ist, um dies zu begreifen, werde ich gezwungen sein, mich mit den Russen zu verst&auml;ndigen, den Westen zu schlagen, und dann nach seiner Niederlage mich mit meinen versammelten Kr&auml;ften gegen die Sowjetunion zu wenden. Ich brauche die Ukraine, damit man uns nicht wieder wie im letzten Krieg aushungern kann.&ldquo; &ndash; dies wurde nun im Fr&uuml;hjahr 1941 aus der Perspektive der T&auml;ter zur dringenden &bdquo;Kriegsnotwendigkeit&ldquo;.<\/p><p><strong>&bdquo;Sie starben, damit Deutschland lebe&ldquo;<\/strong><\/p><p>Hitlers letzter Satz bringt das Trauma der Nazis auf den Punkt: Eine aus Hunger, Mangelern&auml;hrung und Kriegsm&uuml;digkeit geborene Revolution der eigenen Bev&ouml;lkerung gegen das Regime, wie im November 1918, sollte um jeden Preis &ndash; sprich: auf Kosten der sowjetischen Bev&ouml;lkerung &ndash; verhindert werden. Oder mit den sp&auml;teren Worten G&ouml;rings vom 24. August 1942: &bdquo;Bevor das deutsche Volk in eine Hungerkatastrophe kommt, sind die besetzten Gebiete und ihre Bev&ouml;lkerung dem Hunger auszuliefern.&ldquo; Am 8. November des Vorjahres hatte er vom &bdquo;gr&ouml;&szlig;ten Sterben seit dem Drei&szlig;igj&auml;hrigen Kriege&ldquo; gesprochen. Sein Kollege, der Reichsf&uuml;hrer SS Heinrich Himmler, gab bereits Mitte Juni 1941, eine Woche vor dem &Uuml;berfall, bei einem Treffen mit hohen SS-F&uuml;hrern auf der Wewelsburg als Planziel eine &bdquo;Dezimierung der sowjetischen Bev&ouml;lkerung um 30 Millionen Menschen&ldquo; vor.<\/p><p>Am 22. Juni 1941 fiel die Wehrmacht mit rund drei Millionen Soldaten und 625.000 Pferden in die Sowjetunion ein, wo sie anfangs gegen eine sich z&auml;h verteidigende, aber schlecht organisierte Rote Armee &ndash; Stalin hatte sie zuvor der meisten ihrer f&uuml;hrenden K&ouml;pfe beraubt &ndash; weite Gel&auml;ndegewinne verzeichnen konnte und bei den gro&szlig;en Kesselschlachten Hunderttausende sowjetische Soldaten in Gefangenschaft nahm. Um die Bev&ouml;lkerung im &sbquo;Reich&lsquo; zu entlasten, hatte die Wehrmacht die Devise, sich &bdquo;aus dem Lande&ldquo; zu ern&auml;hren. Hitlers allgemeine Anweisung &bdquo;Es kommt darauf an, den riesenhaften Kuchen handgerecht zu zerlegen, damit wir ihn erstens beherrschen, zweitens verwalten, drittens ausbeuten k&ouml;nnen. Der Riesenraum im Osten muss zun&auml;chst schnellstm&ouml;glichst befriedet werden, am besten dadurch, da&szlig; man Jeden, der nur schief schaut, totschie&szlig;t&ldquo;, war von Verwaltung und Wehrmacht bereits in konkrete Pl&auml;ne f&uuml;r die Besatzungspolitik operationalisiert worden.<\/p><p>Die Bev&ouml;lkerungs- und Ern&auml;hrungsspezialisten aus der Verwaltung teilten den sowjetischen Raum westlich des Urals in sogenannte &bdquo;&Uuml;berschuss-&ldquo; und &bdquo;Zuschussgebiete&ldquo; ein. Geplant war, die fruchtbaren &bdquo;&Uuml;berschussgebiete&ldquo;, die sie im Schwarzerdegebiet, der Ukraine und im Kaukasus ausmachten, von den n&ouml;rdlich gelegenen &bdquo;Zuschussgebieten&ldquo; hermetisch abzuriegeln und die Bev&ouml;lkerung dem Hungertod preiszugeben. In den &bdquo;Wirtschaftspolitischen Richtlinien f&uuml;r Wirtschaftsorganisation Ost, Gruppe Landwirtschaft&ldquo; vom 23. Mai 1941 las sich das so: &bdquo;Die Bev&ouml;lkerung dieser Gebiete, insbesondere die Bev&ouml;lkerung der St&auml;dte, wird gr&ouml;&szlig;ter Hungersnot entgegensehen m&uuml;ssen. Viele 10 Millionen von Menschen werden in diesem Gebiet &uuml;berfl&uuml;ssig und werden sterben oder nach Sibirien auswandern [ein Euphemismus f&uuml;r brutale Vertreibung; L.E.] m&uuml;ssen.&ldquo;<\/p><p>In der Realit&auml;t erwies sich dieser Plan jedoch &uuml;ber weite Strecken als schwer praktikabel, da die deutsche Besatzungsmacht sich au&szlig;erstande sah, die hungerbedingten Wanderungsbewegungen zu unterbinden. Punktuell konnte er allerdings durchaus &ndash; und im Sinne der deutschen Aggressoren infernalisch erfolgreich &ndash; umgesetzt werden: Dies gilt insbesondere, ein klarer Versto&szlig; gegen das damals geltende Kriegsv&ouml;lkerrecht, f&uuml;r die sowjetischen Kriegsgefangenen, von denen 3,3 Millionen (d.h. 57,9 Prozent) in deutschem Gewahrsam an Hunger, Entkr&auml;ftung und Seuchen elendig verreckten. (Dass die auf diese Weise ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen &ndash; ihr Tod war von vorneherein &bdquo;als Kriegsnotwendigkeit&ldquo; einkalkuliert &ndash; nach den europ&auml;ischen Juden die zweitgr&ouml;&szlig;te Opfergruppe der Nationalsozialisten darstellen, ist nach wie vor im deutschen Bewusstsein nicht angemessen pr&auml;sent.)<\/p><p>Durchsetzen lie&szlig; sich der Plan ebenfalls bei der um die 500 Tage dauernden hermetischen Einschlie&szlig;ung von Leningrad &ndash; das sp&auml;ter wie Moskau und die anderen gro&szlig;en St&auml;dte &bdquo;dem Erdboden gleichgemacht&ldquo; werden sollte &ndash;, die 900.000 bis eine Million Opfer forderte. Andere St&auml;dte wie Charkow glichen aufgrund der rigiden Requirierungen durch die Besatzer und der Abriegelung der Stadt zeitweise einem Hungerghetto. In der Ukraine und auf der Krim wurden ganze Regionen zu &bdquo;Kahlfra&szlig;zonen&ldquo;, in denen keinerlei Lebensmittel oder andere verwertbare G&uuml;ter mehr vorhanden waren.<\/p><p>Kurz: Das zynische Epitaph des <em>V&ouml;lkischen Beobachters<\/em> vom 4. Februar 1943 f&uuml;r die gefallenen deutschen Stalingradk&auml;mpfer &bdquo;Sie starben, damit Deutschland lebe&ldquo; trifft zu hundert Prozent zu, wenn man es auf die Millionen Sowjetb&uuml;rger bezieht, die zugunsten der Deutschen in Wehrmacht und &sbquo;Reich&lsquo; Hungers sterben mussten.<\/p><p><em>(Der zweite Teil erscheint in wenigen Tagen.)<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Bundesarchiv<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>85 Jahre nach dem &Uuml;berfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion nimmt die Orwell&lsquo;sche Sprachverdrehung hierzulande mittlerweile atemberaubende Z&uuml;ge an. Nach dem &bdquo;Vernichtungskrieg&ldquo;, den der &bdquo;zweite Hitler&ldquo; im Kreml seit &uuml;ber vier Jahren angeblich gegen die Ukraine f&uuml;hrt, wird nun auch noch gr&ouml;&szlig;enwahnsinnig eine &bdquo;bedingungslose Kapitulation Russlands&ldquo;, eine &bdquo;Stunde Null&ldquo; mit anschlie&szlig;endem Kriegsverbrecherprozess eingefordert. 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