{"id":152546,"date":"2026-06-22T15:00:02","date_gmt":"2026-06-22T13:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152546"},"modified":"2026-06-22T15:00:21","modified_gmt":"2026-06-22T13:00:21","slug":"leserbeitraege-erinnerungen-gegen-den-krieg-aufruf-zum-8-mai-26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152546","title":{"rendered":"Leserbeitr\u00e4ge \u201eErinnerungen gegen den Krieg\u201c &#8211; Aufruf zum 8. Mai (26)"},"content":{"rendered":"<p><em>&bdquo;Ein schickes Mercedes-Cabrio nahm mich mit, und am Steuer sa&szlig; der UFA-Star Josef Sieber (Das kann doch einen Seemann nicht ersch&uuml;ttern!). Er war in Luftwaffenuniform. Aber ich glaube, dass es sich bei der Uniform um ein Kost&uuml;m handelte, denn er war, wie er mir sagte, auf dem Weg zu den Studios in Babelsberg. Mit seiner ber&uuml;hmten sonoren Stimme br&uuml;llte er mir im offenen Cabriolet zu: &sbquo;Na mein Junge, du glaubst doch sicher auch noch an den Endsieg!&lsquo; Diesem Satz folgte eine apokalyptische Lachsalve.&ldquo;<\/em><\/p><p>Gerade wollten wir unsere Reihe mit Folge 24 abschlie&szlig;en &ndash; doch dann erreichten uns noch zwei eindrucksvolle Texte mit den Erinnerungen des Vaters eines Lesers an die letzten Kriegsmonate, die er als 15-J&auml;hriger erlebte. Gerne ver&ouml;ffentlichen wir diese, wieder sehr interessanten und bewegenden, Zeitzeugenberichte als Folgen 25 und 26. Hier der zweite Teil.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2730\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-152546-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260619_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_26_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260619_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_26_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260619_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_26_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260619_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_26_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=152546-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260619_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_26_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260619_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_26_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em>Hier k&ouml;nnen Sie den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150403\">ersten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150464\">zweiten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150486\">dritten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150605\">vierten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150632\">f&uuml;nften Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150671\">sechsten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150740\">siebenten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150816\">achten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150812\">neunten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150802\">zehnten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151038\">elften Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151098\">zw&ouml;lften Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151156\">dreizehnten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151209\">vierzehnten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151229\">f&uuml;nfzehnten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151393\">sechzehnten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151418\">siebzehnten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151461\">achtzehnten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151530\">neunzehnten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151546\">zwanzigsten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151551\">einundzwanzigsten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151731\">zweiundzwanzigsten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=151881\">dreiundzwanzigsten Teil<\/a>, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152445\">vierundzwanzigsten Teil<\/a> sowie den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152535\">f&uuml;nfundzwanzigsten Teil<\/a> der Zusendungen unserer Leser nachlesen.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Flucht<\/strong><\/p><p>Der Heldentod in Schneidem&uuml;hl war mir erspart geblieben <em>(Anm. d. Red.: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152535\">Siehe hierzu Teil 25<\/a>)<\/em>. Aber in dieser Zeit musste man nicht lange auf die n&auml;chste Chance warten. Ich wurde in Stettin zum HJ Volkssturm eingezogen. Das hie&szlig;, dass wir in einer ehemaligen Schule kaserniert wurden. Es war eine merkw&uuml;rdige Situation in der eigenen Heimatstadt, nur Minuten von zuhause entfernt, eingesperrt zu werden. Kameraden standen Tag und Nacht vor dem Schultor mit dem Befehl, jeden der versuchen sollte sich aus der Schule zu entfernen, zu erschie&szlig;en. Die Kurzausbildung f&uuml;r die Front erhielten wir von verwundeten Soldaten. Sie unterrichteten uns vor allem im Schie&szlig;en und an der Panzerfaust. Zu diesem Zweck hatte man alte PKWs an den Seiten mit den Silhouetten von russischen T34 Panzern dekoriert. An die durften wir uns dann Tag und Nacht heranrobben, und unsere Panzerf&auml;uste bedienen. Wer besonders gut im Schie&szlig;en war, erhielt &bdquo;Heimaturlaub&rdquo;. Da wir zuhause viel mit dem Luftgewehr geschossen hatten, war ich der Dauerurlauber. <\/p><p>Und dann passierte etwas Groteskes. Als ich von einem dieser Urlaube morgens in die Schul-Kaserne zur&uuml;ckkehrte, wurden wir alle in die Aula der Schule gerufen. Und dort verk&uuml;ndete man uns einen &bdquo;Tagesbefehl des F&uuml;hrers&rdquo;. Der Wortlaut ist mir bis heute unausl&ouml;schlich in Erinnerung. <\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Der Jahrgang 1929 ist auf F&uuml;hrer-Befehl f&uuml;r den letzten kriegsentscheidenden Schlag zur&uuml;ckgestellt!&rdquo; <\/em><\/p><\/blockquote><p>Mehr hirnverbrannten Zynismus kann man sich kaum vorstellen. Deutschland wurde im Westen und Osten von &uuml;berm&auml;chtigen Armeen &uuml;berrollt, die Wehrmacht hatte keine koordinierte F&uuml;hrung mehr, die Luftwaffe existierte nicht mehr, Panzer und Infanterie hatten zu wenig Munition, das unmittelbare Ende stand bevor. Aber mein Jahrgang w&uuml;rde den kriegsentscheidenden Schlag ausf&uuml;hren! Wieder hielt mein Schutzengel die Hand &uuml;ber mich. Obwohl ich eher dachte: Meine zweite Chance ist vertan.<\/p><p>Nun war ich also wieder zu Haus. Das Bethesda Krankenhaus, in dem mein Vater Chefarzt war, hatte man inzwischen umfunktioniert zu einem Hauptverbandsplatz. Da alle Schwestern bereits evakuiert waren, wurde dort jede Hand gebraucht. Dieses Krankenhaus lag in Stettin-Z&uuml;lchow direkt an der Oder. Auf der gegen&uuml;berliegenden Oderseite lag Altdamm. Und von den Fenstern aus dem Operationssaal der Klinik konnten wir, wie von einem Feldherrnh&uuml;gel, die Schlacht um Altdamm beobachten. Und wir sahen auch, wie Boote die Verwundeten im Geschosshagel &uuml;ber die Oder zu uns brachten. <\/p><p>Mein Vater r&uuml;stete mich mit einer Bleisch&uuml;rze und einem so genannten Kryptoskop aus. Ein Kryptoskop ist ein tragbares R&ouml;ntgenger&auml;t. Es gab nat&uuml;rlich regul&auml;re R&ouml;ntgenger&auml;te. Aber es gab keine R&ouml;ntgenfilme mehr. Und so war das Kryptoskop die einzige M&ouml;glichkeit die Splitter in den verwundeten K&ouml;rpern zu orten. Ich sa&szlig; also den ganzen Tag wie an einem Flie&szlig;band. Von links wurden die Verwundeten herangeschoben. Ich ortete und sondierte die Splitter, die mein Vater rechts neben mir dann herausoperierte. Eine merkw&uuml;rdige T&auml;tigkeit f&uuml;r einen F&uuml;nfzehnj&auml;hrigen. Bevor die Verwundeten in den OP kamen, wurden die frisch Eingelieferten nach Verwundungen sortiert. Dabei musste ich die im Feldlazarett angelegten Notverb&auml;nde entfernen. Am ersten Tag wusste ich noch nicht, dass die Einsch&uuml;sse relativ klein sind im Vergleich zu den zerfetzten Aussch&uuml;ssen. Und als ich bei einem Oberschenkeldurchschuss zaghaft den Verband abwickelte, und die zerfetzte Innenseite erreichte, fiel ich in Ohnmacht.<\/p><p>Aber erstaunlich! Das geschah nur einmal. Es ist unglaublich, wie schnell man sich an eine solche T&auml;tigkeit gew&ouml;hnt. Wie man nur noch funktioniert.<\/p><p>Die Verwundeten nannten mich &bdquo;Herr Doktor&rdquo;, obwohl ich meistens kurze Hosen unter dem wei&szlig;en Kittel trug. Noch schlimmer war f&uuml;r mich, wenn sie von mir menschliche Ratschl&auml;ge erbaten. Ein verwundeter Fallschirmj&auml;ger, f&uuml;r den eine Oberschenkelamputation die letzte Rettung war, da sich in der Wunde Gasbrand entwickelt hatte, fragte mich, ob seine Frau ihn wohl zur&uuml;cknehmen w&uuml;rde mit nur einem Bein.<\/p><p>Amputationen mitzuerleben war f&uuml;r mich ohnehin das Schlimmste. Der Anblick der amputierten Gliedma&szlig;en, und wenn diese dann in einen Container entsorgt wurden, das war einfach unertr&auml;glich. <\/p><p>Wir operierten manchmal Tag und Nacht. Je nachdem, wie viele Verwundete von der Front zu uns gebracht wurden. Zwischen den Operationen schlief ich einfach ein. Im Sitzen oder im Stehen. Und ich war immer froh, wenn in diesem gnadenlosen Rhythmus eine Pause eintrat, und wir nachhause konnten. <\/p><p>Um Benzin zu sparen, und auch weil die Stra&szlig;en st&auml;ndig unter Beschuss lagen, fuhren wir &ouml;fter auf Schleichwegen mit dem Fahrrad nach Hause. Aber dieses &bdquo;nach Hause kommen&rdquo; war auch eher unheimlich. Stettin war zu einer Geisterstadt geworden. Deserteure oder entflohene H&auml;ftlinge irrten durch die Stadt, und man ging jeder Begegnung aus dem Weg, weil man immer damit rechnen musste, erschossen zu werden. Zuhause war meistens eingebrochen worden. Die Einbrecher hatten es allerdings weniger auf Wertsachen abgesehen, als auf Essbares. Wir waren selbst zum Essen zu m&uuml;de. Wir schliefen im Eltern-Schlafzimmer. Ich in dem Bett meiner Mutter. Mein Vater gab mir eine Pistole, die ich entsichert auf den Nachttisch legte. Allerdings war ich so &uuml;berm&uuml;det, hatte einen so toten&auml;hnlichen Schlaf, dass ein Einbrecher mich nebst Waffe h&auml;tte wegtragen k&ouml;nnen. Mein Vater musste mich morgens wachr&uuml;tteln, und dann ging es wieder in den Operationssaal. <\/p><p>Ich wei&szlig; nicht mehr, wie lange dieser Albtraum dauerte. Ich wei&szlig; nur, dass mein Vater eines Morgens sagte: &bdquo;Komm, ich muss dir Fahren beibringen.&rdquo; Die Verwundeten, die wir behandelten, waren Mitglieder der SS Division &bdquo;Frundsberg&rdquo;. Und mein Vater hatte erfahren, dass diese Division im Eiltempo nach Berlin sollte, um dort in die Schlacht um Berlin einzugreifen. Ein Kommandeur hatte meinem Vater zugesagt, dass sie bereit w&auml;ren, einen Wagen &bdquo;ins Schlepp&ldquo; zu nehmen. Mein Vater besa&szlig; zwei gr&ouml;&szlig;ere Autos, hatte sich aber im Krieg wegen der Benzinrationierung einen kleinen Fiat Topolino gekauft. Und auf diesem Topolino lernte ich dann in einer Stunde Kuppeln und Gas geben. Am Nachmittag verstauten wir in dem winzigen Auto einige Habseligkeiten, Kleidung und vor allem meinen Tesching <em>(Anm. d. Red.: Ein Kleinkalibergewehr)<\/em>. Und dann hatte mein Vater wieder eine seiner fabelhaften Ideen, die meinen Schutzengel &Uuml;berstunden kostete. Er gab mir n&auml;mlich zur Begleitung einen netten Holl&auml;nder namens Wilhelmus Philippus van der List mit, der insofern eine gef&auml;hrliche Begleitung f&uuml;r mich darstellte, weil er ein entlassener KZ-H&auml;ftling war. Wilhelmus Philippus, oder Flip wie ich ihn nannte, hatte im Krankenhaus meines Vaters als Pfleger gearbeitet, obwohl er Medizinstudent im letzten Semester war, als er im holl&auml;ndischen Widerstand verhaftet wurde. Es ehrt meinen Vater sehr, dass er Flip als Kollegen behandelte und ihm die Flucht aus Stettin erm&ouml;glichen wollte. Aber wenn man sich vorstellt, dass im Fr&uuml;hjahr 1945 grunds&auml;tzlich jedes m&auml;nnliche Wesen in Zivil f&uuml;r einen Deserteur gehalten wurde, dann waren Flip und ich ein potentiell gefundenes Fressen f&uuml;r jede Milit&auml;rpolizei Streife. Und die gab es an jeder Ecke.<\/p><p>In einem bewaldeten Vorortbezirk von Stettin wurde der SS Convoy von 30-40 gro&szlig;en Lkws zusammengestellt. Die meisten hatten Gesch&uuml;tz- Lafetten als Anh&auml;nger, aber der letzte Lkw in der Kolonne hatte unseren Topolino als Anh&auml;nger. Am sp&auml;ten Nachmittag ging es endlich los. Autobahnen und Stra&szlig;en konnten solche Kolonnen nicht mehr benutzen. Aus der Luft wurden s&auml;mtliche Milit&auml;rbewegungen geortet und angegriffen. Deshalb bewegte sich unsere Kolonne auf Waldwegen. F&uuml;r mich war das ein immenses Abenteuer: am Steuer eines Autos als Teil einer Milit&auml;rkarawane. Aber dieses Hochgef&uuml;hl sollte sich sehr bald ins Gegenteil verwandeln.<\/p><p>Der Lkw, der unser Auto schleppte, war &uuml;berf&uuml;llt mit Fl&uuml;chtlingen. Da gab es keine Sitzgelegenheiten, die Menschen standen zusammengepfercht. Und pl&ouml;tzlich entdeckte ich unter ihnen eine mir wohl bekannte Dame. Eine gewisse Frau Rieschel. Sie hatte im Krankenhaus meines Vaters als Krankengymnastin gearbeitet, nachdem ihr Mann als Offizier im Osten gefallen war. Meine Geschwister und ich waren im Elternhaus zu unbedingter H&ouml;flichkeit gegen&uuml;ber jedermann erzogen worden. Es kam mir deshalb unm&ouml;glich vor, Frau Rieschel in dieser schrecklichen Lage zu sehen, w&auml;hrend ich gem&uuml;tlich in meinem Auto sa&szlig;. Als der Konvoi eine Pause einlegte, bot ich deshalb Frau Rieschel und ihrem siebenj&auml;hrigen Sohn den Beifahrersitz in unserem kleinen Auto an. Flip &uuml;bernahm das Steuer. Aber ich wollte auf keinen Fall in diesem Lkw fahren. Stattdessen setzte ich mich auf ein Fahrrad, das der Frau Rieschel geh&ouml;rte, und dass man au&szlig;en am Lkw angebunden hatte. Da die Kolonne ohnehin nur sehr langsam fuhr, hielt ich es f&uuml;r eine leichte &Uuml;bung, mich am ge&ouml;ffneten rechten Fenster des Autos mit der linken Hand festzuhalten und mich so mitziehen zu lassen. Jeder Mensch, der einmal Waldwege mit einem Fahrrad befahren hat, wei&szlig; dass das nicht gut gehen kann. Auch hatte ich das Gef&uuml;hl, dass Flip immer mehr nach rechts steuerte. St&auml;ndig schrie ich: &bdquo;Flip! Mehr nach links!&rdquo; Es kam wie es kommen musste: ich wurde zwischen Auto und Wegbegrenzung eingeklemmt und st&uuml;rzte.<\/p><p>Verzweiflung pur! Ich mit einem kaputten Knie, einem verbeulten Fahrrad mitten im Wald, nicht wissend wo, und an der n&auml;chsten Biegung verschwand unser Topolino mit unseren letzten Habseligkeiten. &mdash; Mir blieb nur eines: der Weg zur&uuml;ck. Ich fragte mich durch, ich fand den Weg, und erreichte bei Dunkelheit mein Elternhaus.<\/p><p>Es war eine andere Zeit. Da gab es nicht: &bdquo;Mein armer Schatz!&rdquo; Oder: &bdquo;Ruh dich erstmal aus!&rdquo; Nein, mein Vater stauchte mich zusammen, machte mir nochmal klar, dass dieses Auto nebst Inhalt der Rest unserer Habe sei. Er telefonierte fieberhaft, und fand tats&auml;chlich heraus, wo dieser Konvoi sein n&auml;chtliches Biwak aufschlagen w&uuml;rde. Dann beschrieb er mir den Weg anhand von Karten, h&auml;mmerte mir ein, nie mehr meinen Platz im Auto aufzugeben und schickte mich in die Nacht.<\/p><p>Ich wei&szlig; nicht, wie viele Kilometer ich in dieser Nacht ohne Licht gestrampelt bin. Ich wei&szlig; nur, dass ich das Biwak im Morgengrauen erreichte. Gerade rechtzeitig, als der Konvoi sich fertig machte zum Abmarsch. Unvergesslich ist mir allerdings auch, wie Frau Rieschel und Flip mich anschauten, als ich mit dem verbeulten Fahrrad auf der Waldlichtung auftauchte. Es hatte tats&auml;chlich etwas von Macbeths Reaktion beim Erscheinen von Banquos Geist. War mir das Abdr&auml;ngen nach rechts, als ich mit dem Fahrrad am Auto hing, schon merkw&uuml;rdig erschienen, hatte ich nun das absolute Gef&uuml;hl: Flip wollte mich abh&auml;ngen. Eigentlich unfassbar, wenn man sich vorstellt, was mein Vater f&uuml;r ihn und seine Sicherheit getan hatte. Aber es waren eben Zeiten, wo es f&uuml;r jeden ums &Uuml;berleben ging. Und die Situation kann man vielleicht vergleichen mit dem Kampf um einen Platz im Rettungsboot der Titanic. &mdash; Wir haben nat&uuml;rlich nie &uuml;ber diese Vermutung gesprochen. Und das Gute ist, dass man mit 15 nicht nachtragend ist und schnell vergisst. Von da an waren wir jedenfalls wieder eine verschworene Gemeinschaft.<\/p><p>Aber auch dieser Tag brachte wieder ein dramatisches Ereignis. Es war ein warmer trockener Vorfr&uuml;hlingstag. Die Kolonne vor uns wirbelte unendlich viel Staub auf, so dass wir in dem kleinen Auto fast erstickten. Auch bei geschlossenen Fenstern drangen der Staub durch alle Ritzen und nahm uns die Sicht. Die Hitze wurde fast unertr&auml;glich. Und dann passierte es. Bei einbrechender Dunkelheit n&auml;herte sich die Kolonne der Autobahn, dem so genannten Berliner Ring. Im Schlepp fahren erfordert eine st&auml;ndige Konzentration. Da dieses kleine Auto praktisch kaum Gewicht hatte, geriet es leicht ins Rollen. Dann musste man bremsen um nicht aufzufahren. Aber dann musste man nat&uuml;rlich schnell wieder von der Bremse gehen, wenn der Lkw anzog. Und einmal ging Flip eben nicht schnell genug von der Bremse. Der Lkw zog an, und das Seil riss. &mdash; Tats&auml;chlich war es gar nicht gerissen. Wir hatten das Seil str&auml;flicher Weise um die Traverse gewickelt, die die beiden Kotfl&uuml;gel miteinander verband. Diese Traverse war aus Blech, und es ist ein Wunder, dass sie den Strapazen des Schleppens solange standgehalten hatte. Nun war sie an einem Kotfl&uuml;gel abgerissen, und das Seil schleifte hinter dem weiterfahrenden Lkw. Wir st&uuml;rzten aus dem Auto und schoben es mit Aufbietung aller Kr&auml;fte hinter dem Lkw her. Gott sei Dank stoppte die Kolonne, und wir wurschtelten das Seil irgendwie fest. Kurz danach bogen wir bei Dunkelheit in die Autobahn. Nun konnten wir die Fenster aufrei&szlig;en, hingen die Beine raus und schrieen und sangen vor Freude es nochmal geschafft zu haben. Bei der Ausfahrt nach Potsdam stoppte der Lkw und hing uns ab. Der Fahrer sagte nur, dass wir jetzt alleine weiter m&uuml;ssten.<\/p><p><strong>Potsdam<\/strong><\/p><p>Potsdam ist meine Geburtsstadt. Und in Potsdam hatten meine Eltern viele Freunde. Also fand ich das ganze gar nicht so schlecht. Das Ausfahrtsschild zeigte die Entfernung bis Potsdam mit 9 km an. <\/p><p>Es war kurz vor Mitternacht, als wir feststellten, dass die Batterie v&ouml;llig leer war. Auch mit anschieben, und Gang rein, es ging nichts. Also schoben wir das Auto, Flip links, ich rechts auf der Landstra&szlig;e nach Potsdam. Das klingt schwerer als es war. Es gab keine Steigungen,<\/p><p>und das Auto war sehr leicht zu schieben. Aber nach drei Stunden waren wir ersch&ouml;pft und m&uuml;de, setzten uns ins Auto und schliefen.<\/p><p>Im Morgengrauen schoben wir weiter. Und irgendwo in der N&auml;he von Potsdam kamen wir an einer Reparaturwerkstatt vorbei. &Uuml;ber uns flog eine riesige Flotte von B 52 &ndash; Bombern Richtung Berlin. Und &uuml;ber der Werkstatt &ouml;ffnete sich ein Fenster. Ein Mann im Pyjama sah die Flugzeuge und schrie: &bdquo;Das haben wir alles nur diesem Verbrecher zu verdanken!&rdquo; Wen er meinte war klar. Und was mit ihm geschehen w&uuml;rde, wenn das ein linientreuer Volksgenosse geh&ouml;rt h&auml;tte, war auch klar. Und das war vor allem seiner Frau klar, die ihn vom Fenster zur&uuml;ckriss: &bdquo;Bist du wahnsinnig? Willst du uns ungl&uuml;cklich machen?&rdquo; Und dann sahen die beiden uns, wie wir unser kleines Auto auf den Hof schoben. Flips KZ-Vergangenheit und die politische Einstellung des Mannes am Fenster waren die idealen Voraussetzungen f&uuml;r eine rasche Reparatur.<\/p><p>In Potsdam hatte ich meine fr&uuml;hen Kinderjahre bis zur zweiten Volksschulklasse erlebt. Um ein paar Ecken wohnte die Familie Defoy. Mein Vater hatte eine der drei T&ouml;chter Defoy operiert, und daraus war eine enge famili&auml;re Freundschaft entstanden, die nicht nur die Eltern betraf, sondern auch uns Kinder. Mir hatte es besonders die zweite Tochter Erika, genannt Eka, angetan. W&auml;hrend ich es hasste, und nur mit Brachialgewalt meines Vaters dazu gezwungen wurde, an den gr&auml;sslichen Weihnachtsspielen teilzunehmen, die meine &auml;lteste Schwester Barbara konzipierte, war ich begeistert, im Hause Defoy als Knecht Ruprecht zu agieren, weil Eka der Weihnachtsengel war. Und so war die Vorfreude gro&szlig;, als ich Tante Annemarie, Ekas Mutter von der Reparaturwerkstatt aus anrief, und sie mich und Flip herzlich einlud. Flip blieb allerdings erstmal bei dem Wagen, um die Batterie laden, und die Frontpartie reparieren zu lassen. <\/p><p>Ich fuhr per Anhalter nach Potsdam und hatte dabei eine wunderbare Begegnung. Ein schickes Mercedes-Cabrio nahm mich mit, und am Steuer sa&szlig; der UFA-Star Josef Sieber (<em>Das kann doch einen Seemann nicht ersch&uuml;ttern<\/em>!). Er war in Luftwaffenuniform. Aber ich glaube, dass es sich bei der Uniform um ein Kost&uuml;m handelte, denn er war, wie er mir sagte, auf dem Weg zu den Studios in Babelsberg. Mit seiner ber&uuml;hmten sonoren Stimme br&uuml;llte er mir im offenen Cabriolet zu: &bdquo;Na mein Junge, du glaubst doch sicher auch noch an den Endsieg!&rdquo; Diesem Satz folgte eine apokalyptische Lachsalve. Ich blieb die Antwort schuldig, aber war sehr aufgeregt ob dieser Begegnung.<\/p><p>Und dann: Potsdam, Eisenhartstra&szlig;e (&hellip;), Familie Defoy. Was f&uuml;r ein herzliches Wiedersehen. Als Flip dann auch noch auftauchte, und wir es uns im G&auml;stezimmer bequem gemacht hatten, erlebten wir ein paar Tage wie im tiefsten Frieden. Stettin, Blut und Tod, alles existierte pl&ouml;tzlich nicht mehr. <\/p><p>Es war absolut unwirklich: Flip und ich, flankiert von B&auml;rbel, der &auml;ltesten Tochter und Eka, so spazierten wir bei traumhaften Fr&uuml;hlingswetter durch das unversehrte Potsdam. Es hie&szlig; immer, Potsdam w&uuml;rde von den Luftangriffen verschont bleiben wegen der unersetzlichen historischen Geb&auml;ude. Auch sei Potsdam von den Alliierten als Sitz einer Milit&auml;rregierung nach dem Kriege vorgesehen. Ach, so ein Bl&ouml;dsinn! Am 19. April 1945 wurde die historische Altstadt von Potsdam durch einen der sinnlosesten Angriffe in Schutt und Asche gelegt. <\/p><p>Aber noch war es heil. Die Sonne schien und ich war verknallt. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes &bdquo;aus der Zeit gefallen&rdquo;. Ich hatte verdr&auml;ngt oder vergessen, warum ich eigentlich hier war. Die Flucht &mdash; das war alles pl&ouml;tzlich ganz weit weg. Ich nahm mir einfach das Recht, so zu leben, wie man in diesem Alter eigentlich leben sollte. Aber die Erwachsenen behielten den &Uuml;berblick. Und nach einigen Tagen sagte Tante Annemarie mit ernstem Unterton: &bdquo;Wir w&uuml;rden dich ja so gerne hierbehalten. Aber glaubst du nicht, dass du weiterfahren m&uuml;sstest?&rdquo; Sie hatte recht. Nat&uuml;rlich musste ich das. Am n&auml;chsten Tag gab es den Abschied von Eka, von der wunderbaren Familie Defoy, und vom heilen Potsdam.<\/p><p>Wir hatten in der Familie als Fluchtpunkt den kleinen Ort Mariensee bei Neustadt am R&uuml;benberge ausgemacht. Dorthin waren vor Wochen und Monaten meine Mutter und meine beiden Schwestern geflohen. Wenn man an die unz&auml;hligen Suchdienste der Nachkriegszeit denkt, dann begreift man, wie hilfreich ein solcher gemeinsamer Fluchtpunkt ist. Jeder der durchkommen sollte, wusste, wo er die Familie, bzw. das was davon &uuml;brig geblieben war, finden konnte. In Mariensee gab es ein stattliches Klostergeb&auml;ude. Im 12. Jahrhundert als Zisterzienser Kloster gegr&uuml;ndet, wurde es nach v&ouml;lliger Zerst&ouml;rung im drei&szlig;igj&auml;hrigen Krieg, als evangelisches Konventsgeb&auml;ude wieder aufgebaut. Die Bewohner waren nun keine Nonnen mehr, sondern so genannte Konventualinnen. Das waren meistens unverheiratete Frauen aus beg&uuml;terten Familien. Es gab keine kl&ouml;sterlichen Gebetsvorschriften, nur die regelm&auml;&szlig;ige Teilnahme am Gottesdienst wurde erwartet. Jede dieser wohlhabenden Konventualinnen hatte eine zweist&ouml;ckige ger&auml;umige Wohnung und nat&uuml;rlich Personal. Meistens eine Bedienstete, die gleichzeitig die K&ouml;chin war. Zu diesen Wohnungen gelangte man &uuml;ber den wundersch&ouml;nen Kreuzgang. Mehr als problematisch waren die sanit&auml;ren Verh&auml;ltnisse im Kloster. Die Wohnungen hatten keine Toiletten und kein Flie&szlig;wasser. Im Kreuzgang gab es eine gro&szlig;e Pumpe, die wunderbares Wasser lieferte, das aber auf sehr beschwerliche Weise in Eimern in die K&uuml;chen und B&auml;der geschleppt werden musste. Die Toiletten waren noch abenteuerlicher. Am Ende des Kreuzgangs gab es eine Art Geruchsschleuse. Eine T&uuml;r, ein ca. 6 m langer Gang und wieder eine T&uuml;r. Und dann kam man in ein kleines Geb&auml;ude, das f&uuml;r jede der Wohnungen ein Plumpsklo enthielt. Plumpsklos waren in meiner Jugendzeit noch vieler Orts zu finden. Klosett mit Wassersp&uuml;lung war schon was Besonderes. Vor allem auf dem Lande. Als ich Jahrzehnte sp&auml;ter in den kanadischen <em>Provincial Parks<\/em> die Plumpsklos wieder fand, war das f&uuml;r mich eine Kindheitserinnerung, aber f&uuml;r unsere Kinder und Neffen ein absoluter Horror.<\/p><p>Dieses Kloster hatte auch eine Oberin, und die war eine entfernte Verwandte meiner Mutter. Und diese verwandtschaftliche Beziehung war letztendlich der Grund f&uuml;r diesen Flucht- und Treffpunkt.<\/p><p>Aber noch war Mariensee weit weit entfernt. Flip und ich versuchten uns von Potsdam dahin durchzuschlagen. Heutzutage eine l&auml;cherliche Entfernung, war das im Fr&uuml;hjahr 1945 ein Abenteuertrip. Wir versuchten es zun&auml;chst auf dem kartographisch k&uuml;rzesten Weg &uuml;ber die Autobahn. Das war keine so tolle Idee. In kurzen Abst&auml;nden war die Autobahn mit Panzersperren blockiert. Aber schlimmer: diese Panzersperren wurden kontrolliert von den &bdquo;Kettenhunden&rdquo;. So nannte man die Milit&auml;rpolizisten wegen des Metallschildes, das sie an einer Halskette vor der Brust trugen. Aufschrift: Milit&auml;rpolizei. Denen m&uuml;ssen wir wie Traumt&auml;nzer vorgekommen sein. Zwei Sunnyboys auf Urlaubstrip durch das zusammenbrechende Deutschland. <\/p><p>Ich erinnere mich nicht, was f&uuml;r Legitimationen und Papiere ich vorzuweisen hatte. Ich glaube irgendeinen &bdquo;&Uuml;berstellungsbescheid&rdquo;. Und Flip zeigte immer seinen Entlassungsschein aus dem KZ vor. Und nat&uuml;rlich hatten wir beide Personalausweise. Dreimal ist das gut gegangen. Und wir beschlossen, es kein viertes Mal zu versuchen. Mit anderen Worten: Wir verlie&szlig;en die Autobahn und benutzten nur noch kleine und kleinste Stra&szlig;en. Da wir keine ad&auml;quaten Karten hatten, fragten wir uns durch und fuhren sicher ziemlich idiotische Routen. Aber wir f&uuml;hlten uns sicher. <\/p><p>Schwierig war es satt zu werden. Ohne Lebensmittelmarken konnte man nicht einkaufen. Aber da erwies sich die l&auml;ndliche Route als Vorteil. Denn es gab immer wieder freundliche Menschen, die uns was zu essen gaben. Und dann hatte ich ja schlie&szlig;lich auch noch meinen Tesching. Wir kampierten f&uuml;r die Nacht in einem verlassenen Hof, und auf dem Dach sa&szlig;en Tauben. Und dann spielten wir ein bisschen &bdquo;Wilder Westen&rdquo;. Ich schoss uns zwei Tauben. Das war die leichtere &Uuml;bung. Das Rupfen erwies sich als wesentlich schwieriger. Aber Hunger weckt viele Talente. Und tats&auml;chlich brieten oder besser &ldquo;kokelten&rdquo; die armen T&auml;ubchen am Stecken &uuml;ber einem lausigen Feuer. Eigentlich ungenie&szlig;bar, aber Romantik pur.<\/p><p>In meiner Erinnerung waren es drei oder vier Tage, die wir f&uuml;r diese l&auml;cherliche Strecke brauchten. Nat&uuml;rlich blieben wir auch einmal ohne Benzin h&auml;ngen. Nein es war kein &bdquo;easy trip&rdquo;, aber als solcher war er ja auch nicht geplant. Es blieb die Tatsache, dass ich ein Auto nach dem Westen gerettet hatte. Ein Auto, das f&uuml;r meinen Vater, als er nach abenteuerlicher Flucht in Mariensee aufkreuzte, ein wichtiger Grundstein zum Aufbau seiner Nachkriegsexistenz wurde.<\/p><p>Die Ankunft im Kloster war ein Triumph. Das Wiedersehen mit Mutter und Schwestern ein Fest. Im Waschhaus wurde der Waschkessel angefeuert, und Flip und ich hatten nach Tagen auf der Stra&szlig;e die erste Generalsreinigung im Waschzuber.<\/p><p><small>Titelbild: <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/people\/150300783@N07\">Cassowary Colorizations<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/en:Creative_Commons\">Creative Commons<\/a> <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0\/deed.en\">Attribution 2.0 Generic<\/a> license<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><em>&bdquo;Ein schickes Mercedes-Cabrio nahm mich mit, und am Steuer sa&szlig; der UFA-Star Josef Sieber (Das kann doch einen Seemann nicht ersch&uuml;ttern!). Er war in Luftwaffenuniform. Aber ich glaube, dass es sich bei der Uniform um ein Kost&uuml;m handelte, denn er war, wie er mir sagte, auf dem Weg zu den Studios in Babelsberg. 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