{"id":152643,"date":"2026-06-22T11:00:36","date_gmt":"2026-06-22T09:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152643"},"modified":"2026-06-22T12:21:06","modified_gmt":"2026-06-22T10:21:06","slug":"vernichtungskrieg-teil-2-jeden-totschiessen-der-nur-schief-schaut-vor-85-jahren-ueberfiel-hitler-deutschland-die-sowjetunion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152643","title":{"rendered":"Vernichtungskrieg (II): \u201eJeden totschie\u00dfen, der nur schief schaut\u201c \u2013 Vor 85 Jahren \u00fcberfiel Hitler-Deutschland die Sowjetunion"},"content":{"rendered":"<p>85 Jahre nach dem &Uuml;berfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion nimmt die Orwell&lsquo;sche Sprachverdrehung hierzulande mittlerweile atemberaubende Z&uuml;ge an. Nach dem &bdquo;Vernichtungskrieg&ldquo;, den der &bdquo;zweite Hitler&ldquo; im Kreml seit &uuml;ber vier Jahren angeblich gegen die Ukraine f&uuml;hrt, wird nun auch noch ungeniert eine &bdquo;bedingungslose Kapitulation Russlands&ldquo;, eine &bdquo;Stunde Null&ldquo; mit anschlie&szlig;endem Kriegsverbrecherprozess eingefordert. H&ouml;chste Zeit, die Ma&szlig;st&auml;be wieder richtigzustellen: Ein veritabler Vernichtungskrieg war Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion, der von Anfang an als solcher geplant war. Fast 27 Millionen Sowjetb&uuml;rger fielen ihm zum Opfer. Von <strong>Leo Ensel<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nSeit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine wurde in Kiew immer wieder erkl&auml;rt &ndash; und von den deutschen Leitmedien bis heute begierig aufgegriffen &ndash;, Russland f&uuml;hre einen &bdquo;Vernichtungskrieg&ldquo; gegen die Ukraine. In einem Land, in dem bei gef&uuml;hlt jeder dritten &ouml;ffentlichen Debatte ein unzul&auml;ssiger &bdquo;Hitler-Vergleich&ldquo; oder eine &bdquo;Relativierung des Holocaust&ldquo; dingfest gemacht wird, &uuml;berrascht die Gedankenlosigkeit, mit der dieser Begriff seitdem fast &uuml;berall nachgeplappert wird. Den Vorwurf einer Relativierung der deutschen Verbrechen im Krieg gegen die Sowjetunion hat man in diesem Zusammenhang jedenfalls noch nirgends vernommen. Wenn aber jemals ein Krieg die Bezeichnung &bdquo;Vernichtungskrieg&ldquo; verdient hat, dann der, den Wehrmacht und SS zwischen 1941 und 1944 auf dem Territorium der Sowjetunion f&uuml;hrten.<\/p><p><strong>Verbrecherische Befehle und Massenmord<\/strong><\/p><p>Die Wehrmacht leistete hier keineswegs, wie sp&auml;ter in der Nachkriegszeit suggeriert, h&ouml;chstens widerwillig &sbquo;Dienst nach Vorschrift&lsquo;. Bereits Hitlers Anweisung, jeden totzuschie&szlig;en, &bdquo;der nur schief schaue&ldquo;, war von ihr schon vor dem &Uuml;berfall auf die Sowjetunion &sbquo;proaktiv&lsquo; in verbrecherische Befehle gegossen worden.<\/p><p>Mit dem am 13. Mai 1941 vom Oberkommando der Wehrmacht (OKW) verf&uuml;gten &bdquo;Kriegsgerichtsbarkeitserlass&ldquo; wurde u.a. der Verfolgungszwang f&uuml;r &bdquo;Handlungen, die Angeh&ouml;rige der Wehrmacht gegen feindliche Zivilpersonen begehen&ldquo;, aufgehoben. Dies sollte auch dann gelten, &bdquo;wenn die Tat ein milit&auml;risches Verbrechen oder Vergehen ist&ldquo;. Damit wurde den deutschen Soldaten de facto ein Freibrief erteilt und die sowjetische Zivilbev&ouml;lkerung schutzlos der Willk&uuml;r lokaler Befehlshaber ausgeliefert. Nur wenige Wochen sp&auml;ter, am 6. Juni 1941, erlie&szlig; das OKW den &bdquo;Kommissarbefehl&ldquo;. Die politischen Kommissare galten als die ideologischen Funktion&auml;re innerhalb der Roten Armee und wurden nicht als Soldaten anerkannt. Sie sollten im Kampf oder sofort &bdquo;nach durchgef&uuml;hrter Absonderung&ldquo; get&ouml;tet werden.<\/p><p>Mit beiden Befehlen setzte die Wehrmachtsf&uuml;hrung &ndash; in voller Kenntnis der verbrecherischen Folgen ihrer Anordnungen &ndash; wesentliche Bestandteile des damals geltenden Kriegsv&ouml;lkerrechts au&szlig;er Kraft, das eine Reihe von international anerkannten Grunds&auml;tzen, vor allem zum Schutze der Zivilbev&ouml;lkerung und Kriegsgefangenen, enthielt. Damit schuf die F&uuml;hrung der Wehrmacht die wesentlichen Voraussetzungen f&uuml;r einen bis dahin pr&auml;zedenzlosen Rassen- und Vernichtungskrieg, vor allem gegen die j&uuml;dische Bev&ouml;lkerung.<\/p><p><strong>Genozide und W&uuml;stenzonen<\/strong><\/p><p>Der systematische Massenmord an den europ&auml;ischen Juden begann auf dem Gebiet der Sowjetunion. Anf&auml;ngliche punktuelle brutalste antij&uuml;dische Pogrome der lokalen Bev&ouml;lkerung, vor allem in Litauen, Lettland und der Westukraine &ndash; von der SS &bdquo;Selbstreinigungsaktionen&ldquo; genannt &ndash;, denen die als Besatzungsmacht verantwortliche Wehrmacht tatenlos zusah, wurden rasch abgel&ouml;st von systematischen Erschie&szlig;ungen durch die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD. Beschr&auml;nkte man sich anfangs &sbquo;nur&lsquo; auf j&uuml;dische M&auml;nner im wehrf&auml;higen Alter, so wurden sp&auml;testens ab August 1941 ganze j&uuml;dische Gemeinden durch Massenerschie&szlig;ungen ausgerottet. In jedem kleineren wei&szlig;russischen oder ukrainischen Ort war die Opferzahl mindestens vierstellig. Sch&auml;tzungen zufolge ermordeten die deutschen Besatzer zwischen 2,5 und 2,6 Millionen sowjetische Juden. Die Wehrmacht leistete nicht selten logistische Unterst&uuml;tzung.<\/p><p>&Auml;hnlich gestaltete sich die m&ouml;rderische Zusammenarbeit zwischen Wehrmacht, SS und Ordnungspolizei im Rahmen des Anti-Partisanenkampfes, wo zwischen 1942 und 1943, vor allem auf dem Gebiet Wei&szlig;russlands, ganze Landstriche in &bdquo;W&uuml;stenzonen&ldquo; verwandelt wurden. Tausende von D&ouml;rfern wurden niedergebrannt, Hunderte von ihnen samt der Bev&ouml;lkerung, die man zuvor in die Dorfscheune oder Kirche gesperrt hatte. Allein f&uuml;r Belarus, das mit mehr als einem Viertel seiner Bev&ouml;lkerung den prozentual gr&ouml;&szlig;ten Blutzoll zahlen musste, belaufen sich die Sch&auml;tzungen auf 300.000 bis 350.000 get&ouml;tete Menschen. (Wer sich von den Gr&auml;ueltaten einen Eindruck verschaffen will, sollte die wei&szlig;russische Gedenkst&auml;tte Chatyn, den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141058\">&bdquo;Friedhof der D&ouml;rfer&ldquo;<\/a>, besuchen oder, wenn er es ertragen kann, sich den Film <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Komm_und_sieh\">&bdquo;Komm und sieh\/<\/a> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zjIiApN6cfg\">&#1048;&#1076;&#1080; &#1080; &#1089;&#1084;&#1086;&#1090;&#1088;&#1080;&ldquo;<\/a> von Elen Klimow aus dem Jahre 1985 ansehen.)<\/p><p>Bei ihrem erzwungenen R&uuml;ckzug hinterlie&szlig;en die deutschen Truppen eine Spur der Verw&uuml;stung. Ziel der deutschen F&uuml;hrung war es nun, nur &bdquo;verbrannte Erde&ldquo; zur&uuml;ckzulassen. Alles, was irgendwie lebenswichtig war, sollte zerst&ouml;rt werden: Industrieanlagen, Bergwerke, Wasser- und Elektrizit&auml;tswerke, Br&uuml;cken, D&auml;mme, Schleusen, das Schienennetz, Landmaschinen, M&uuml;hlen, Molkereien, die Ernte auf den Feldern, ebenso Transportmittel und Vorr&auml;te aller Art, soweit man sie nicht abtransportieren konnte. Die arbeitsf&auml;hige Zivilbev&ouml;lkerung wurde zwangsevakuiert, oft unter grauenhaften Bedingungen. Der schnelle sowjetische Vormarsch verhinderte, dass dies &uuml;berall im angestrebten Umfang geschah.<\/p><p>Zieht man eine Bilanz dieses barbarischsten aller Kriege und stellt man die Zahl der toten Sowjetb&uuml;rger, fast 27 Millionen, den urspr&uuml;nglich anvisierten 30 Millionen gegen&uuml;ber, so muss man zynisch konstatieren, dass die Besatzer ihr national-sozialistisches Planziel ann&auml;hernd erreicht haben.<\/p><p>Umso gr&ouml;&szlig;er das Wunder &ndash; jeder, der dort hinreist, wird das best&auml;tigen &ndash;, dass in den Bev&ouml;lkerungen der am schlimmsten betroffenen L&auml;nder Belarus, der Ukraine und Russland keinerlei Hass auf die Deutschen herrscht. (Jedenfalls war das bis vor Kurzem noch so &hellip;) Dies ist eine zivilisatorische Vorleistung ohnegleichen, die in Deutschland noch immer nicht zur Kenntnis genommen, geschweige denn angemessen gew&uuml;rdigt wird!<\/p><p><strong>Nachkriegsamnesie &hellip;<\/strong><\/p><p>Auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik, wo der Verfasser dieses Essays geboren wurde, verhinderte der aufkommende Kalte Krieg mit dem erneuerten Feindbild &bdquo;Sowjetunion&ldquo; jahrzehntelang die Besch&auml;ftigung mit den beispiellosen Gr&auml;ueltaten, die die deutschen Besatzer dort ver&uuml;bt hatten. Direkte menschliche Kontakte zwischen den Bev&ouml;lkerungen beider L&auml;nder verhinderte auf Seiten des Westens der Eiserne Vorhang. (Und heute, anno 2026, sind wir, was Russland und Belarus angeht, wieder in derselben Situation.) Manche Kriegsgefangene brachten immerhin den Satz &bdquo;Der Russe an sich ist gut!&ldquo; mit nach Hause. Die verantwortlichen Massenm&ouml;rder, sofern sie &uuml;berlebt hatten, zogen sich meist unauff&auml;llig in ein b&uuml;rgerliches Leben zur&uuml;ck, die wenigsten von ihnen wurden juristisch belangt.<\/p><p>In den F&uuml;nfzigerjahren erschien eine ganze Rechtfertigungsliteratur ehemaliger Wehrmachtsgener&auml;le unter dem Motto: &bdquo;Ohne Hitlers idiotische Kriegsf&uuml;hrung h&auml;tten wir den Krieg doch noch gewonnen!&ldquo; Als die Verbrechen der SS-Einsatzgruppen nicht mehr zu leugnen waren, hielt man umso hartn&auml;ckiger am Bild der &bdquo;sauberen Wehrmacht&ldquo; fest. Dies war psychohygienisch umso erforderlicher, als die 18 Millionen Wehrmachtssoldaten ja einen repr&auml;sentativen Querschnitt der deutschen Bev&ouml;lkerung darstellten. Grunds&auml;tzlich ins Wanken gebracht wurde diese Legende erst durch die beiden Wanderausstellungen des Hamburger Instituts f&uuml;r Sozialforschung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wehrmachtsausstellung\">&bdquo;Verbrechen der Wehrmacht&ldquo;<\/a> (1995-1999 sowie in &uuml;berarbeiteter Form 2001-2004), die &uuml;ber einen langen Zeitraum massiven &ndash; nicht nur publizistischen &ndash; Gegenwind ernteten.<\/p><p>Selbst, dass es sich beim Krieg gegen die Sowjetunion um keinen Krieg im herk&ouml;mmlichen Sinne handelte, sondern um einen Vernichtungskrieg, in dem die Regeln des damals geltenden Kriegsv&ouml;lkerrechts von Beginn an willk&uuml;rlich au&szlig;er Kraft gesetzt worden waren, war jahrzehntelang &uuml;berhaupt nicht und ist heute bestenfalls rudiment&auml;r im Bewusstsein der Deutschen verankert. (Und genau dieser Begriff degeneriert nun durch zunehmend inflation&auml;ren Gebrauch ausgerechnet in umgekehrter Richtung zur beliebig verwendbaren Floskel oder Kampfformel!) Entsprechend gering ausgepr&auml;gt ist nach wie vor die Empathie f&uuml;r das Leiden der Menschen in Russland und Belarus w&auml;hrend der deutschen Besatzung. (Bezogen auf die Ukraine wird das nun anders &ndash; aus durchsichtigen Gr&uuml;nden, versteht sich!)<\/p><p>Wirkliche Verst&auml;ndigungsversuche fanden in Westdeutschland bis zur Wiedervereinigung nur sp&auml;rlich und eher &sbquo;von unten&lsquo; statt: Unter anderem in ersten interkonfessionellen Kontakten &ndash; die evangelischen Kirchen Deutschlands ver&ouml;ffentlichten &sbquo;schon&lsquo; Ende der Achtzigerjahre eine Denkschrift &bdquo;Vers&ouml;hnung und Frieden mit den V&ouml;lkern der Sowjetunion&ldquo; &ndash;, sp&auml;ter ab den Neunzigerjahren von Mensch zu Mensch in den deutsch-russischen St&auml;dtepartnerschaften, dem <a href=\"https:\/\/www.deutsch-russisches-forum.de\/\">Deutsch-Russischen Forum<\/a> oder einer Reihe von Einzelinitiativen wie zum Beispiel der deutsch-russischen Initiative <a href=\"https:\/\/www.musik-fuer-den-frieden.de\/\">&bdquo;Musik f&uuml;r den Frieden &ndash; M&#1091;&#1079;&#1099;&#1082;&#1072; &#1088;&#1072;&#1076;&#1080; M&#1080;&#1088;&#1072;&ldquo;<\/a>.<\/p><p><strong>&hellip; und aktuelle Behinderungen<\/strong><\/p><p>All diese Kontakte &ndash; sollten sie &uuml;berhaupt noch existieren &ndash; sind seit dem 24. Februar 2022 von deutscher Seite einer starken Belastungsprobe ausgesetzt. Reisen via Bahn, Bus oder Flugzeug direkt nach Russland oder Wei&szlig;russland sind durch das Sanktionsregime gecancelt und nur noch &uuml;ber zeitaufw&auml;ndige und kostspielige Umwege (wie Belgrad, Istanbul, Baku) m&ouml;glich. Westliche Kreditkarten funktionieren in Russland aus denselben Gr&uuml;nden ebenfalls nicht mehr. Die entsprechend gro&szlig;en Bargeldsummen, die nun mitgenommen werden m&uuml;ssen, sollte man vor dem Grenz&uuml;bertritt alle in Dollar umtauschen, in Euro k&ouml;nnen sie sonst von den EU-Beh&ouml;rden konfisziert werden. Visa f&uuml;r russische Staatsb&uuml;rger werden, wenn &uuml;berhaupt, nur noch in seltenen Ausnahmef&auml;llen ausgestellt.<\/p><p>Und &uuml;ber 80 Jahre nach Kriegsende wird auch das offizielle Gedenken (so es denn noch stattfindet) im politischen und Mediendiskurs durch eine neue <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/der-krieg-ist-die-stunde-der-falschen-erzaehlungen\/\">geopolitische Instrumentalisierung<\/a> &uuml;berlagert, bei der nun die gefallenen Soldaten Russlands, Wei&szlig;russlands und der Ukraine <a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/kommentar\/gesellschaft-kommentar\/bitte-kommen-sie-sie-sind-willkommen\/\">gegeneinander in Stellung gebracht werden<\/a>: Das noch von Annalena Baerbock gef&uuml;hrte Ausw&auml;rtige Amt riet zum 8.\/9. Mai vergangenen Jahres &ndash; angeblich aus Sorge vor &bdquo;russischer und belarussischer Propaganda&ldquo; &ndash; in einer &bdquo;Handreichung an L&auml;nder, Kommunen und Gedenkst&auml;tten des Bundes&ldquo; davon ab, die Teilnahme von Vertretern von Russland und Belarus bei Gedenkveranstaltungen zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges zuzulassen und empfahl, ihnen gegebenenfalls den Zugang zu den Mahnmalen zu verwehren. Der Bundestag schlie&szlig;lich schloss sie auch noch von der zentralen Gedenkfeier aus. (Im Grunde alles nicht weiter tragisch, schlie&szlig;lich sind Russen, laut einer Florence Gaub, ja eh <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QFP3KIYIBWY&amp;t=1575s\">&bdquo;keine Europ&auml;er&ldquo;<\/a>!)<\/p><p><strong>&hellip; und neuer deutscher Gr&ouml;&szlig;enwahn<\/strong><\/p><p>Aber das alles reicht noch lange nicht: Der aktuelle Kanzler verspricht vollmundig, das Land zur &bdquo;gr&ouml;&szlig;ten konventionellen Milit&auml;rmacht Europas&ldquo; hochzur&uuml;sten und der Chef der deutschen Luftwaffe, Generalleutnant <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/deutschland-bereit-heute-nacht-gegen-russland-zu-kaempfen_7095671b-17c9-4be4-b51f-e8dc616c6072.html\">Holger Neumann<\/a>, der es offenbar schon gar nicht mehr erwarten kann, t&ouml;nt just eine Woche vor dem 85. Jahrestag des &Uuml;berfalls im vertrauten Sound: &bdquo;Wir sind bereit, heute Nacht gegen Russland zu k&auml;mpfen!&ldquo; Konkrete Ziele f&uuml;r &bdquo;verheerende Luftschl&auml;ge auf russischem Territorium&ldquo;: die Exklave Kaliningrad, die Milit&auml;rflotte am Schwarzen Meer sowie die Atomwaffenst&uuml;tzpunkte auf der Kola-Halbinsel. (Alles nat&uuml;rlich nur im Falle eines &bdquo;russischen Angriffs auf NATO-Gebiet&ldquo;.)<\/p><p>Vergangenheitsbew&auml;ltigung im auf &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; gegen Russland getrimmten Deutschland dreieinhalb Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung.<\/p><p><small>Titelbild: Bundesarchiv<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>85 Jahre nach dem &Uuml;berfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion nimmt die Orwell&lsquo;sche Sprachverdrehung hierzulande mittlerweile atemberaubende Z&uuml;ge an. 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