{"id":152722,"date":"2026-06-23T10:28:16","date_gmt":"2026-06-23T08:28:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152722"},"modified":"2026-06-23T13:19:07","modified_gmt":"2026-06-23T11:19:07","slug":"elon-musk-ist-nun-billionaer-auch-dank-ihnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152722","title":{"rendered":"Elon Musk ist nun Billion\u00e4r \u2013 auch dank Ihnen!"},"content":{"rendered":"<p>Durch den B&ouml;rsengang seines Unternehmens SpaceX ist Elon Musk nun der erste Billion&auml;r der Menschheitsgeschichte. Das ist erstaunlich, wenn man sich die Zahlen dieses Unternehmens, das keine relevanten Ums&auml;tze macht und Verluste schreibt, einmal n&auml;her anschaut. Laut Bewertung soll SpaceX so viel wert sein wie alle 40 deutschen Dax-Unternehmen zusammen; oder auch dreimal so viel wie Coca-Cola, Netflix und Disney zusammen. Wie kann das gehen, werden Sie sich fragen. Um das zu erkl&auml;ren, muss man etwas weiter ausholen. Spoiler: Wenn Sie private Altersvorsorge betreiben, ist die Wahrscheinlichkeit gro&szlig;, dass auch Ihr Geld schon bald in die Taschen des Billion&auml;rs und seiner Milliard&auml;rsfreunde flie&szlig;t. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDa der gesamte Themenkomplex recht kompliziert ist und selbst von Menschen mit &ouml;konomischem Sachverstand oft nicht in G&auml;nze verstanden wird, ist es sicher hilfreich, zun&auml;chst einmal in die Grundlagen abzutauchen. Sollten Sie sich auf dem Gebiet fit f&uuml;hlen, k&ouml;nnen Sie gerne diese Passagen &uuml;berspringen.<\/p><p><strong>Wie wird man auf dem Papier Billion&auml;r?<\/strong><\/p><p>Glaubt man den einschl&auml;gigen Listen, ist Elon Musk seit letzter Woche Billion&auml;r. Der Gro&szlig;teil seines Verm&ouml;gens &ndash; gesch&auml;tzt 756 Milliarden US-Dollar &ndash; besteht aus eben jenen 42 Prozent der Anteile am Unternehmen SpaceX, um das es hier geht. Nun wird man sich sicher zun&auml;chst einmal fragen, wie man auf diese Zahl kommt. Ganz einfach.<\/p><p>Stellen Sie sich einfach vor, Sie bes&auml;&szlig;en eine ein Hektar gro&szlig;e Wiese irgendwo auf dem Land. Nehmen wir mal an, der Bodenrichtwert liegt bei zwei Euro pro Quadratmeter. Dann w&auml;re Ihre Wiese rund 20.000 Euro wert. Nun will ein Nachbar von Ihnen aber eine Stra&szlig;e zu seinem Grundst&uuml;ck bauen, und Ihnen einen kleinen Streifen Land abkaufen. Es geht um 500 Quadratmeter, also 5 Prozent Ihres Hektars. Da Ihr Nachbar wohlhabend ist und ihm die Stra&szlig;e wirklich am Herzen liegt, verlangen Sie nun 50.000 Euro f&uuml;r die Parzelle. Ihr Nachbar schl&auml;gt ein. Und mit diesem Deal sind Sie nun &ndash; nach den Bewertungsma&szlig;st&auml;ben der Finanzm&auml;rkte &ndash; zwar nicht Billion&auml;r, aber doch zumindest Million&auml;r. Wenn 5 Prozent Ihres Grundst&uuml;cks 50.000 Euro wert sind, dann ist das gesamte Grundst&uuml;ck ja eine Million Euro wert.<\/p><p>Exakt so lief es bei der Bewertung des Unternehmens SpaceX. 4,25 Prozent der Aktien des Unternehmens wurden letzte Woche beim B&ouml;rsengang f&uuml;r 75 Milliarden US-Dollar an den M&auml;rkten platziert. 100 Prozent der Aktien w&auml;ren damit 1,8 Billionen US-Dollar wert. Elon Musk besitzt 42 Prozent davon, macht 756 Milliarden US-Dollar. Addiert man das zu seinem sonstigen Verm&ouml;gen, das haupts&auml;chlich aus Tesla-Aktien, die auch nach dieser Methode bewertet werden, besteht, kommt man auf die magische Zahl von etwas mehr als einer Billion. Ein Billion&auml;r, zumindest auf dem Papier. Zumindest dann, wenn man diesen Zahlen und Bewertungen Glauben schenkt.<\/p><p><strong>Was ist eine Aktie wert?<\/strong><\/p><p>Grundlage dieser Zahlen ist der Wert &ndash; oder besser der Preis &ndash; von Aktien. Dank jahrelangem Konsums des ber&uuml;chtigten TV-Formats &bdquo;B&ouml;rse vor Acht&ldquo; und vielen einschl&auml;gigen Artikeln in Zeitungen k&ouml;nnte man den Eindruck haben, Aktienkurse h&auml;tten direkt etwas mit den wirtschaftlichen Kennzahlen der betreffenden Unternehmen zu tun. Vielleicht wird es Sie daher erstaunen, dass dies gar nicht so ist. <\/p><p>Der Preis einer Aktie hat ausschlie&szlig;lich etwas mit Angebot und Nachfrage zu tun. Es gibt potenzielle Verk&auml;ufer, also Menschen oder Unternehmen, die diese Aktie besitzen, die bereit sind, zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Und es gibt K&auml;ufer, die umgekehrt bereit sind, zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Der Preis, bei dem sich Verk&auml;ufer und K&auml;ufer zuletzt einig wurden und ein Handel stattgefunden hat, ist der vielzitierte Kurs dieser Aktie. Nicht mehr und nicht weniger. Realwirtschaftliche Daten oder Kennzahlen des Unternehmens beeinflussen den Preis\/Kurs nicht direkt, sondern bestenfalls indirekt, weil beispielsweise K&auml;ufer nicht bereit sein k&ouml;nnten, eine Aktie von einem Unternehmen mit schlechten Zahlen zum Preis zu kaufen, den die Verk&auml;ufer verlangen, oder Verk&auml;ufer nicht bereit sind, Aktien von einem florierenden Unternehmen zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. In diesen F&auml;llen passen sie ihre Preisvorstellung nach oben oder nach unten an, und wenn die Gegenseite diese Anpassung mitgeht, steigt oder f&auml;llt der Preis\/Kurs der Aktie.<\/p><p>Geht ein Unternehmen frisch an die B&ouml;rse, wie im Fall SpaceX, gestaltet sich die Sache noch einfacher. Das Unternehmen gibt &ndash; nat&uuml;rlich in Absprache mit den betreuenden Investmentbanken &ndash; den Ausgabepreis vor. Nun kommt es nur noch darauf an, ob die Interessenten bereit sind, diesen Preis zu zahlen. Im Fall SpaceX waren sie es. Aber warum?<\/p><p><strong>Elons Resterampe<\/strong><\/p><p>Was genau ist eigentlich SpaceX? SpaceX wurde im Jahre 2002 von Elon Musk als privates Raumfahrtunternehmen gegr&uuml;ndet. L&auml;sst man die Musk&rsquo;schen Visionen einmal raus, ging es schlicht und einfach darum, Raketen zu entwickeln und sp&auml;ter zu betreiben, die Nutzlast &ndash; also Satelliten &ndash; preiswerter ins All schie&szlig;en k&ouml;nnen als die damals fast ausschlie&szlig;lich staatlichen Konkurrenten. Das gelang. 2025 schoss SpaceX 165 Raketen ins All &ndash; mehr als die Konkurrenz aus China, Russland und Europa zusammen. Branchenexperten weisen jedoch darauf hin, dass dieser Markt kein gro&szlig;es Wachstumspotenzial hat und die wachsende Konkurrenz zu sinkenden Margen f&uuml;hrt. Gro&szlig;artig Geld l&auml;sst sich damit ohnehin nicht verdienen. Ob Musks Raketensparte &uuml;berhaupt Geld verdient, ist auch nicht zu sagen, da er selbst mit seinem Satellitennetzwerk Starlink der gr&ouml;&szlig;te Kunde seiner Raketensparte ist und nicht bekannt ist, welche Sparte die andere in welcher H&ouml;he querfinanziert.<\/p><p>Starlink ist ein System aus derzeit &uuml;ber 10.000 Satelliten, die Kunden am Boden eine Internetverbindung anbieten. Das ist zweifelsohne sinnvoll auf hoher See, in der Luft oder in einsamen Weltgegenden. In besiedelten Gebieten sind Breitband- und 5G-Verbindungen jedoch meist deutlich preiswerter, so dass auch hier die &ouml;konomische Perspektive zumindest fragw&uuml;rdig erscheint; zumal das System hohe Betriebskosten hat, die Satelliten nur rund f&uuml;nf Jahre halten, dann im Orbit vergl&uuml;hen und ersetzt werden m&uuml;ssen. Dennoch ist Starlink &ndash; dank der Querfinanzierung durch die Raketensparte &ndash; zurzeit wohl das einzige SpaceX-Unternehmen, das &uuml;berhaupt schwarze Zahlen schreibt.<\/p><p>Ganz anders sieht es beim gr&ouml;&szlig;ten Unternehmen im SpaceX-Reich aus &ndash; xAI, Elon Musks KI-Unternehmen, bekannt vor allem durch den Chatbot Grok. xAI l&auml;uft der Konkurrenz jedoch chronisch hinterher und hat kaum Abonnenten. Um die horrenden Verluste in Grenzen zu halten, vermietet xAI nun seine Rechenzentren an die erfolgreiche Konkurrenz und sieht dies paradoxerweise als Gesch&auml;ftsmodell. B&ouml;se Zungen munkeln, dass xAI nur durch die &Uuml;bernahme durch SpaceX und den B&ouml;rsengang vor der Pleite gerettet werden konnte. Wie dem auch sei. xAI schreibt massive Verluste und es f&auml;llt schwer, da irgendwelche positiven Perspektiven zu erkennen.<\/p><p>Last but not least geh&ouml;rt noch <em>X<\/em>, das ehemalige <em>Twitter<\/em>, zu Elons Resterampe SpaceX &ndash; ein chronisch defizit&auml;res soziales Netzwerk, um das Werbekunden einen gro&szlig;en Bogen machen und dessen Ums&auml;tze nur noch ein Schatten fr&uuml;herer Tage sind.<\/p><p>Nimmt mal alle Sparten zusammen, bekommt man ein Unternehmen, das pro Jahr bei 19 Milliarden US-Dollar Umsatz stolze f&uuml;nf Milliarden US-Dollar Verlust macht und kaum Wachstum generiert. Wie w&uuml;rden Sie ein solches Unternehmen bewerten?<\/p><p><strong>Elons Visionen<\/strong><\/p><p>Hie&szlig;e der Firmenchef und -inhaber nicht Elon Musk, w&auml;re SpaceX wohl eher ein Fall f&uuml;r einen Geierfonds, der die Resterampe entr&uuml;mpelt und die wenigen profitablen Teile dann f&uuml;r einen &uuml;berschaubaren Preis weiterverkauft. Doch bei Musk geht es nat&uuml;rlich nicht um so profane Dinge wie Ums&auml;tze oder gar Gewinne. Musk verkauft Visionen. Wenn er &uuml;ber SpaceX spricht, geht es um die Besiedlung des Mars, Asteroidenbergbau, Rechenzentren im All und eine &bdquo;nach Wahrheit strebende KI&ldquo;, &bdquo;um das Licht des Bewusstseins zu den Sternen zu tragen&ldquo; &ndash; nein, das ist kein Zitat eines zugekifften Kneipenphilosophen, sondern steht so w&ouml;rtlich im B&ouml;rsenprospekt von SpaceX.<\/p><p>Ein klassischer Bankberater w&uuml;rde ja nun fragen, welches Gesch&auml;ftsmodell in der Besiedlung des Mars oder Rechenzentren im All besteht. Aber das ist ja &bdquo;old school&ldquo;. So denkt in der hippen Finanzwelt niemand. Es geht um die Show &ndash; the next big thing. Und da niemand ernsthaft kritisch die Zahlen anschaut und es ja mit 4,25 Prozent dank k&uuml;nstlicher Verknappung auch nur wenige Aktien gibt und jeder Angst hat, beim gr&ouml;&szlig;ten IPO seit Menschengedenken nicht dabei zu sein, nahm der Wahnsinn seinen Lauf.<\/p><p>So kam es dann auch zur absurden Bewertung von 1,8 Billionen US-Dollar. Am ersten Handelstag war SpaceX auf dem Papier sogar mehr wert als Amazon und Microsoft. Um das mal zu vergleichen: Amazon machte im letzten Jahr 717 Milliarden US-Dollar Umsatz und 78 Milliarden US-Dollar Gewinn. Microsoft kam im ersten Halbjahr 2026 auf 282 Milliarden US-Dollar Umsatz und sagenhafte 102 Milliarden US-Dollar Gewinn. Zur Erinnerung: SpaceX machte im letzten Jahr 19 Milliarden US-Dollar Umsatz und f&uuml;nf Milliarden US-Dollar Verlust. Aber klar &ndash; Amazon fliegt auch nicht irgendwann zum Mars und Microsoft hat keine Rechenzentren im Weltall. Und vor allem: Hinter den beiden erfolgreichen Unternehmen steht nicht Elon Musk.<\/p><p><strong>Die gr&ouml;&szlig;te Abzocke aller Zeiten?<\/strong><\/p><p>Nun werden sich viele Leser fragen, warum so viele Menschen und Finanzunternehmen so dumm sein k&ouml;nnen, diese Preise beim B&ouml;rsengang zu bezahlen. Sicher sind unter den Erstzeichnern einige Musk-Fans und wahrscheinlich auch viele dumme Menschen, die sich vom Hype hinrei&szlig;en lie&szlig;en. Aber diese &Uuml;berzeugungst&auml;ter kriegen keine 75 Milliarden US-Dollar zusammen. Der Gro&szlig;teil der Aktien d&uuml;rfte vielmehr an Profis gegangen sein, die ganz genau wissen, was sie da tun. Und das hat nichts mit dem Mars oder Musks AI-Wahrheitsmission f&uuml;r das Universum zu tun. Nein, hier geht es schlichtweg um eine sehr irdische Umverteilung von unten nach oben.<\/p><p>Und hier kommt nun die private Altersvorsorge ins Spiel. In den USA wird die vor allem &uuml;ber sogenannte 401k-Sparpl&auml;ne und Pensionsfonds geregelt wird. Die Gelder aus diesen Sparpl&auml;nen und Fonds werden in der Regel in ETFs finanziert. ETFs sind Indexfonds, die Aktienindizies nachbilden. Wenn Sie also &uuml;ber einen solchen Sparplan beispielsweise 100 US-Dollar pro Monat in einen ETF investieren, der den Technologieindex Nasdaq nachbildet, muss ihr Anbieter f&uuml;r diese 100 US-Dollar exakt die Aktien kaufen, die im Nasdaq gelistet sind &ndash; und zwar exakt in dem Verh&auml;ltnis, in dem diese Aktien im Index gewertet sind. <\/p><p>H&ouml;rt sich kompliziert an? Das Gegenteil ist der Fall. Nehmen wir das Unternehmen Apple, das mit 10,9 Prozent im Nasdaq eines der am h&ouml;chsten gewichteten Unternehmen ist. Wenn Sie bei Ihrem Anbieter f&uuml;r 100 US-Dollar Nasdaq-ETFs kaufen, muss er f&uuml;r 10,90 US-Dollar Apple-Aktien kaufen und sie im Rahmen Ihres ETFs indirekt in Ihr Depot legen. Solange sich Pensionen und private Altersvorsorge insgesamt in der &bdquo;Ansparphase&ldquo; befinden und &uuml;ber die ETFs dadurch stetig mehr Aktien gekauft als verkauft werden, ist dies ein dauerhafter Nachfrage&uuml;berschuss, der die Preise\/Kurse der Aktien nach oben treibt.<\/p><p>Elon Musks gro&szlig;es Schurkenst&uuml;ck war es, zusammen mit der Nasdaq einen Deal auszuhandeln. Dazu muss man wissen, dass B&ouml;rsen wie die Nasdaq f&uuml;r jeden einzelnen Handelsvorgang Geb&uuml;hren erheben. Die Nasdaq verdient also recht gut daran, dass die SpaceX-Aktien bei ihr gehandelt werden. Und um dies zu erm&ouml;glichen, hat die Nasdaq quasi eine Lex Musk verabschiedet. S&auml;mtliche Verbraucherschutzregelungen wurden &uuml;ber Bord geworfen und Musks SpaceX-Aktie wird bereits 15 Tage nach dem IPO im ber&uuml;hmten Nasdaq 100 gelistet &ndash; und da der Unternehmenswert ja durch den Emissionspreis so grotesk &uuml;berh&ouml;ht ist mit einer Gewichtung von rund 0,5 Prozent. <\/p><p>Jeder ETF, der den Nasdaq nachbildet, muss also nun innerhalb weniger Tage SpaceX-Aktien im Volumen von rund 0,5 Prozent des jeweiligen Anlagevolumens kaufen. Wenn Sie also z.B. schon l&auml;nger sparen und 20.000 Euro in einem Nasdaq-ETF angespart haben, muss ihr Anbieter &ndash; Sie selbst bekommen davon gar nichts mit &ndash; f&uuml;r rund 100 Euro SpaceX-Aktien kaufen. Brancheninsider sch&auml;tzen, dass allein durch diesen Effekt SpaceX-Aktien im Wert von rund 50 Milliarden US-Dollar gekauft werden m&uuml;ssen. Und da &ndash; siehe oben &ndash; Nachfrage und Angebot monokausal den Preis einer Aktie bestimmen, geht der ganze Trick auch auf. Die Aktie wird nicht derart grotesk hoch bewertet, weil irgendwer an die glorreichen &ouml;konomischen Visionen eines Elon Musks glaubt, sondern schlichtweg, weil das System der privaten Altersvorsorge &uuml;ber ETF den Konstruktionsfehler hat, dass es diese Aktien kaufen muss &ndash; egal ob grotesk &uuml;berbewertet oder nicht.<\/p><p><strong>Gewinner und Verlierer<\/strong><\/p><p>Wer sich ein wenig mit dem Aktienmarkt auskennt, wei&szlig; auch, dass nach dem B&ouml;rsengang ein Handel immer nur dann zustande kommt, wenn es einen K&auml;ufer und einen Verk&auml;ufer gibt. Wer die K&auml;ufer sind, wissen wir nun. Wer sind aber die Verk&auml;ufer? Ich erw&auml;hnte es schon weiter oben: Profis, die genau wissen, was sie da tun. Das k&ouml;nnen Hedge-Fonds sein, das k&ouml;nnen auch verm&ouml;gende Privatinvestoren sein &ndash; wahrscheinlich genau die, die in Interviews oder eigenen YouTube-Formaten gerne erz&auml;hlen, wie toll Elon Musk und wie wahnsinnig genial seine Visionen sind.<\/p><p>Um mal ein paar Namen zu nennen &ndash; die meisten Namen sind leider nicht &ouml;ffentlich, da sie unterhalb der Schwelle f&uuml;r eine Anzeigepflicht liegen. Ganz oben dabei ist ein gewisser Antonio Gracias, ein alter Freund von Elon Musk, der ihm auch schon in Trumps wirren &bdquo;Sparministerium&ldquo; DOGE zur Seite stand. Gracias&rsquo; SpaceX-Anteile sind rund 70 bis 100 Milliarden US-Dollar wert. Wenn er sie verkauft, ist er allein dadurch reicher als der reichste Deutsche. &Auml;hnlich verh&auml;lt es sich mit den Venture-Kapitalisten Luke Nose und Gwynne Shotwell und nat&uuml;rlich ist auch wieder einmal der ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigte Peter Thiel mit von der Partie, dessen SpaceX-Aktienpaket nun einen zweistelligen Milliardenbetrag wert sein sollte. Interessant ist auch, dass auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner &uuml;ber seine Investmentfirma Affinity Partners mit von der Partie ist &ndash; wenn auch in einem im Vergleich zu Musk, Gracias und Thiel eher &uuml;berschaubaren Rahmen.<\/p><p>Wenn sich also eine dieser Personen in Zukunft die n&auml;chste Super-Yacht, das n&auml;chste Traumanwesen oder dieses oder jenes Unternehmen kauft, denken Sie ruhig daran &ndash; einen Teil davon haben Sie indirekt mitfinanziert; &uuml;ber Ihre ETFs.<\/p><p>Wie lange das Spiel noch so weitergeht, ist zurzeit offen. Neben der Nasdaq wird SpaceX auch im f&uuml;r ETFs besonders wichtigen globalen MSCI World Index gelistet werden. Einzig und allein der gro&szlig;e Indexanbieter Standard &amp; Poors weigert sich zurzeit noch beharrlich, seine Regeln zu Musks Gunsten zu &auml;ndern, sodass es noch dauern wird, bis SpaceX auch im S&amp;P 500 vertreten ist und noch mehr Gelder aus der privaten Altersvorsorge &uuml;ber den Umweg ETF den &bdquo;Wert&ldquo; von Musks Unternehmen aufbl&auml;hen. Musk selbst hat &uuml;brigens erst einmal nur auf dem Papier etwas von diesem Wahnsinn. Aber das wird sich schon bald &auml;ndern, schlie&szlig;lich zahlen Milliard&auml;re und erst Billion&auml;re ihre Zuk&auml;ufe ja nicht in bar, sondern per Kredit &ndash; abgesichert durch Aktien.<\/p><p>Das ist alles Finanzakrobatik, die die Spekulationen vor der letzten gro&szlig;en Finanzkrise m&uuml;helos in den Schatten stellt. Wie lange es dauert, bis das Kartenhaus zusammenf&auml;llt, ist offen. Noch flie&szlig;t das Geld ja, mit dem die Party bezahlt wird. Vielleicht wird Elon Musk ja tats&auml;chlich mit Ihrem Geld den Mars &bdquo;besiedeln&ldquo;, w&auml;hrend Sie sich das Spektakel &uuml;ber Starlink live anschauen k&ouml;nnen. Vielleicht platzt die Blase aber auch schon bald und mit ihr Ihre private Altersvorsorge. Da passt es ja ganz hervorragend, dass die Rentenkommission Sie jetzt auch noch zwingen will, ein Prozent ihres Bruttogehalts in solche Produkte zu stecken. So lange das Geld flie&szlig;t, l&auml;uft die Party. Der Letzte macht dann irgendwann das Licht aus.<\/p><p><small>Titelbild: Frederic Legrand &ndash; COMEO\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/6fad8f92f4644057b2212adc5b0c849b\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch den B&ouml;rsengang seines Unternehmens SpaceX ist Elon Musk nun der erste Billion&auml;r der Menschheitsgeschichte. 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