{"id":15282,"date":"2012-11-29T08:56:27","date_gmt":"2012-11-29T07:56:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282"},"modified":"2012-11-29T10:23:12","modified_gmt":"2012-11-29T09:23:12","slug":"hinweise-des-tages-1771","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h01\">Austerit&auml;tskurs h&auml;lt Euroraum 2012 und 2013 in der Rezession<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h02\">Abgeordnete scheitern an den Mauer-Bankern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h03\">Leiharbeiter um gerechten Lohn gebracht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h04\">Armutsbericht zensiert: B&uuml;ndnis Umfairteilen kritisiert Hofberichterstattung der Bundesregierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h05\">Slowenien: Stiller Protest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h06\">Argentinien im W&uuml;rgegriff der &ldquo;Aasgeier&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h07\">M&auml;rchen aus der Deutschen Bank (5): &Uuml;bersch&auml;tzte Multiplikatoren bei Ausgabenk&uuml;rzungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h08\">Eine Million, bitte. Zum Mitnehmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h09\">Eine Pflegevollversicherung ist bezahlbar und sorgt f&uuml;r mehr Qualit&auml;t bei den Leistungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h10\">Bundesministerin Ursula von der Leyen und die Haushaltswahrheit 2013<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h11\">CDU\/CSU und FDP billigen Antrag f&uuml;r verbindlichen Fahrplan bei Klimaverhandlungen in Doha<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h12\">12 Thesen zur Energiewende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h13\">Brand eins Wissen oder Werbung? Wie die Pharmaindustrie ihr Image aufpoliert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h14\">Bayerns Justizministerin Merk und der Fall Mollath &ndash; Eingemauert im Justizpalast<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h15\">Arbeitsrecht in China &ndash; eine Momentaufnahme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h16\">Amerikas Anti-Steuer-Kult verliert Anziehungskraft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h17\">Bundesamt f&uuml;r Migration schm&auml;ht Asylbewerber<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h18\">Die Gr&uuml;nen: Die Sehnsucht, gut zu sein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282#h19\">Die Asozialen hinter &ldquo;Die Asozialen&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15282&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Austerit&auml;tskurs h&auml;lt Euroraum 2012 und 2013 in der Rezession<\/strong><br>\nDer Euroraum wird in diesem und im kommenden Jahr in einer hartn&auml;ckigen Rezession verharren, weil der drastische Sparkurs in fast allen Euro-L&auml;ndern die Wirtschaftsentwicklung sch&auml;digt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird 2012 im Durchschnitt der W&auml;hrungsunion um 0,4 Prozent zur&uuml;ckgehen und 2013 um 0,3 Prozent sinken. Am st&auml;rksten geht das BIP in den Euro-Krisenl&auml;ndern zur&uuml;ck. In ihnen schrumpft die Wirtschaft in diesem Jahr um Werte zwischen 6,2 Prozent (Griechenland) und 0,4 Prozent (Irland). 2013 reicht die Spannweite der BIP-R&uuml;ckg&auml;nge von 3,7 Prozent in Griechenland und 0,4 Prozent in Irland (siehe Tabellen in der pdf-Version dieser PM; Link unten). Doch auch in den Niederlanden (-0,9\/-0,4) und Belgien (-0,2\/-0,2) schrumpft die Wirtschaft in beiden Jahren. In Italien ist der BIP-R&uuml;ckgang mit 2,1 und 1,5 Prozent sogar deutlich gr&ouml;&szlig;er als in Spanien. Die beiden gr&ouml;&szlig;ten Euro-Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich wachsen zwar, doch so schwach, dass davon nur wenig Impulse f&uuml;r den Euroraum ausgehen. Zu diesem Ergebnis kommen das Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung, das Observatoire Francais des Conjonctures Economiques (OFCE, Paris) und der Economic Council of the Labour Movement (ECLM, Kopenhagen) in einer neuen Studie.<br>\nDie drei Forschungsinstitute f&uuml;hren die fortgesetzte Wirtschaftskrise wesentlich auf den in fast allen Eurol&auml;ndern gleichzeitig eingeschlagenen Austerit&auml;tskurs zur&uuml;ck. So werde in diesem Jahr die restriktive Fiskalpolitik in allen Staaten der W&auml;hrungsunion das Wachstum bremsen. Im Durchschnitt des Euroraums betr&auml;gt der negative fiskalische Impuls in diesem Jahr -1,7 Prozent und 2013 erneut -1,4 Prozent, zeigen die Forscher. Sie verweisen auf neue Untersuchungen von Experten des Internationalen W&auml;hrungsfonds, die belegen, dass derartige Sparversuche in einer wirtschaftlichen Krisensituation weitaus gravierender auf die Konjunktur wirken als bislang angenommen. &ldquo;Die Austerit&auml;t hat eindeutig selbstzerst&ouml;rerisch gewirkt&rdquo;, schreiben IMK, OFCE und ECLM in ihrem ersten &ldquo;Independent Annual Growth Survey&rdquo;. Die Untersuchung im Auftrag der Sozialdemokratischen Fraktion im Europ&auml;ischen Parlament wurde heute in Br&uuml;ssel vorgestellt, am selben Tag wie das &ldquo;Annual Growth Survey&rdquo; der EU-Kommission.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/2728_41651.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.socialistsanddemocrats.eu\/gpes\/media3\/documents\/4121_EN_iAGS_Report_version%20finale.pdf\">independent Annual Growth Survey &ndash; iAGS [PDF &ndash; 1.5 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Abgeordnete scheitern an den Mauer-Bankern<\/strong><br>\nPunktsieg f&uuml;r die Deutsche Bank im Finanzausschuss: An ihrem verschwiegenen Vorstand Stephan Leithner bei&szlig;en sich die Abgeordneten ihre Z&auml;hne aus. Statt Kreuzverh&ouml;ren gab es von dem Deutsch-Banker ausweichende Antworten und nichts Neues. [&hellip;]<br>\nhrer Frustration lassen die Abgeordneten nach der Sitzung freien Lauf: &ldquo;Ich habe noch keine Anh&ouml;rung erlebt, bei der so magers&uuml;chtige Antworten gegeben wurden&rdquo;, sagt Lothar Binding. Die Anh&ouml;rung habe lediglich gezeigt, dass ein solch wichtiger Zins von &ouml;ffentlichen Stellen gesetzt werden sollte. Gerhard Schick von den Gr&uuml;nen stellt die ganze Kommunikationsstrategie der Deutschen Bank in Frage:&rdquo;Von dem &ouml;ffentlichen Dialog mit der Gesellschaft, den Herr Jain bei seinem Amtsantritt angek&uuml;ndigt hat, haben wir heute nichts gesehen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/libor-anhoerung-im-bundestag-die-deutsche-bank-schweigt-und-siegt-a-869840.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Da kann man wohl nichts machen. Es geht ja nur um einen der gr&ouml;&szlig;ten Finanzskandale der letzen Jahrzehnte, und seit wann mu&szlig; die Deutsche Bank dem Souver&auml;n Rede und Antwort stehen?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Bei solchen Meldungen denke ich immer an ein das alte Lied &bdquo;<a href=\"http:\/\/werkzeug.heinzrudolfkunze.de\/musik\/songs\/sprachediesieverstehn.html\">In der Sprache die sie verstehn<\/a>&ldquo; von Heinz Rudolf Kunze.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Britischer Finanzexperte berichtet von langj&auml;hrigen Zinssatz-Manipulationen<\/strong><br>\nDer britische Finanzexperte Douglas J. Keenan hat schon 1991 beobachtet, dass am Referenzzinssatz &bdquo;Libor&ldquo; Manipulationen vorgenommen worden seien. in einem &ouml;ffentlichen Fachgespr&auml;ch des Finanzausschusses berichtete Keenan am Mittwoch Nachmittag, die Regulierungsbeh&ouml;rden h&auml;tten seinerzeit die Arbeit nicht gemacht, die sie heutzutage erledigen w&uuml;rden. &bdquo;Es kannte jeder jeden im Bankenwesen in England und in Deutschland&ldquo;, sagte der Finanzexperte&hellip;<br>\nIm Juni 2012 waren erstmals &ouml;ffentlich Manipulationen am Libor bekanntgeworden. Laut Keenan waren auch 2008 der britischen Aufsicht schon Manipulationen bekannt. Wenn aber damals dagegen vorgegangen worden w&auml;re, h&auml;tte dies zu hohen Risiken auf den ohnehin durch die Krise ersch&uuml;tterten M&auml;rkten f&uuml;hren k&ouml;nnen&hellip;<br>\nVon der Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht hie&szlig; es, man habe 2010 von m&ouml;glichen Manipulationen erfahren und 2011 Informationen &uuml;ber eine m&ouml;gliche Beteiligung der Deutschen Bank erhalten&hellip; Zugleich hie&szlig; es von der Beh&ouml;rde aber auch, dass die Ermittlung des Libor-Zinssatzes nicht der Aufsicht der BaFin unterliege.<br>\nAls Vertreter der Deutschen Bank best&auml;tigte deren Vorstandsmitglied Stephan Leithner, man habe Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter festgestellt und disziplinarische Ma&szlig;nahmen ergriffen. Ein Fehlverhalten von Verantwortlichen im Vorstand gebe es nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2012_11\/2012_555\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist wie bei der Zockerei mit Finanzderivaten vor der Finanzkrise. Eingeweihte wussten l&auml;ngst Bescheid, doch es gab ein Kartell des Schweigens unter den Bankern. Und verantwortlich war nat&uuml;rlich niemand: alle wussten Bescheid doch niemand redete dar&uuml;ber, deshalb k&ouml;nnen auch nur ganz wenigen pers&ouml;nliches Fehlverhalten nachgewiesen werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Leiharbeiter um gerechten Lohn gebracht<\/strong><br>\nMit neuen Branchenzuschl&auml;gen sollte die Kluft zwischen Leiharbeiter und Festangestellten in der Metallindustrie eigentlich verringert werden. Nun wirft die IG Metall Firmen vor, Besch&auml;ftigte unter Druck zu setzen, um genau das zu verhindern und Lohnkosten zu sparen. (&hellip;) Nun erhebt die IG Metall schwere Vorw&uuml;rfe gegen die Unternehmen: &bdquo;Viele Verleihfirmen versuchen, die neuen Branchenzuschl&auml;ge zu umgehen&ldquo;, sagt IG-Metall-Justiziar Thomas Klebe dieser Zeitung. &bdquo;Auf Leiharbeiter wird Druck ausge&uuml;bt, ihre Arbeitsvertr&auml;ge zu &auml;ndern, um Lohnkosten zu sparen.&ldquo; (&hellip;) Was die Leihkr&auml;fte berichteten, war alles andere als erfreulich: &bdquo;Aus nahezu allen Verleihbetrieben bekommen wir jetzt mitgeteilt, dass die Mitarbeiter unter h&auml;ufig unw&uuml;rdigen, repressiven Bedingungen gezwungen werden, neue Arbeitsvertr&auml;ge zu unterschreiben&ldquo;, hei&szlig;t es in einem Brandbrief der K&ouml;lner IG Metall an die Gewerkschaftszentrale in Frankfurt. (&hellip;) Manche Leiharbeiter seien in die Personalabteilung einbestellt und aufgefordert worden, die &Auml;nderungen sofort zu unterschreiben, sagt Rossmann dieser Zeitung. Viele h&auml;tten dies getan. Der Druck ist gro&szlig;. Etliche Einsatzbetriebe trennen sich zurzeit von ihren Zeitkr&auml;ften, das Risiko, seinen Job zu verlieren, w&auml;chst. Der zweite Trick funktioniert &auml;hnlich: &bdquo;In den allermeisten Versammlungen wurden wir mit falschen Eingruppierungen der Leiharbeiter konfrontiert&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Schreiben der K&ouml;lner IG Metall. Schon bislang wurden viele Leihkr&auml;fte zu niedrig eingruppiert, erhielten aber tats&auml;chlich ein h&ouml;heres Gehalt. Nun k&ouml;nnen die Firmen behaupten, ein Teil des Lohns sei eine freiwillige Leistung und werde deshalb mit den Branchenzuschl&auml;gen verrechnet. Die K&ouml;lner Erfahrungen sind keine Einzelf&auml;lle. &bdquo;Aus allen Bezirken wird uns &Auml;hnliches berichtet&ldquo;, sagt IG-Metall-Justiziar Klebe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/arbeit---soziales\/zeitarbeit-arbeitsmarkt-leiharbeiter-um-gerechten-lohn-gebracht,1473632,20968776.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Ma&szlig;gebliche Teile der deutschen Wirtschaft wollen offenbar von ihrer Niedriglohnpolitik nicht lassen. Denn die weiterhin nur Dumpingl&ouml;hne zahlenden Zeitarbeitsfirmen finden f&uuml;r die von ihnen angebotene Leiharbeit offenbar auch weiterhin willige Abnehmer.  Diese Unternehmen h&auml;ngen allem Anschein nach am Lohndumping wie der Trinker an der Flasche. Auch die offiziell ge&auml;u&szlig;erte Kritik des Zeitarbeitsverbandes an den miesen Tricks innerhalb der Leiharbeitsbranche ist zumindest mit Skepsis zu betrachten, da dieser anderenfalls seine Glaubw&uuml;rdigkeit vollends einb&uuml;&szlig;en w&uuml;rde. Es steht zu bef&uuml;rchten, da&szlig; Unternehmen und Leiharbeitsbranche auch in Zukunft nach Mitteln und Wegen Ausschau halten werden, die L&ouml;hne auf einem m&ouml;glichst niedrigen Niveau zu halten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Armutsbericht zensiert: B&uuml;ndnis Umfairteilen kritisiert Hofberichterstattung der Bundesregierung<\/strong><br>\nAls parteipolitisch motivierte Manipulation kritisiert das B&uuml;ndnis &ldquo;Umfairteilen &ndash; Reichtum besteuern!&rdquo; die massiven Streichungen im aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. So sind laut Medienberichten unter anderem die Passagen zur extrem ungleichen Verm&ouml;gensverteilung in Deutschland nachtr&auml;glich gestrichen worden. Der Vorgang zeige, dass es endlich einer unabh&auml;ngigen Armutsberichterstattung durch eine regierungsexterne Kommission bed&uuml;rfe.<br>\n&ldquo;Der zum Teil schonungslosen Analyse im ersten Entwurf der Bundesarbeitsministerin wurden offensichtlich in zentralen Passagen s&auml;mtliche Z&auml;hne gezogen&rdquo;, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Parit&auml;tischen Gesamtverbandes. &ldquo;Wenn zuvor kritisierte Armutsl&ouml;hne jetzt sogar als politischer Erfolg gewertet werden, ist dies an Peinlichkeit kaum noch zu &uuml;bertreffen.&rdquo; Der ganze Vorgang zeige, dass es anstatt einer politisch manipulativen &ldquo;Hofberichterstattung&rdquo; endlich eine Armuts- und Reichtumsberichterstattung durch eine unabh&auml;ngige Kommission brauche.<br>\n&ldquo;Noch im September hat Frau von der Leyen offengelegt, dass wir in Deutschland eine geradezu obsz&ouml;ne Verm&ouml;genskonzentration in den H&auml;nden weniger haben und die daraus resultierenden Probleme klar benannt. Dies nun totzuschweigen zeigt, dass die Koalition als Ganzes offensichtlich nicht bereit oder nicht in der Lage ist, sich diesen zentralen Problemen in Deutschland zu stellen&rdquo;, sagte Jutta Sundermann von Attac Deutschland.<br>\nDas B&uuml;ndnis &ldquo;Umfairteilen &ndash; Reichtum besteuern!&rdquo; fordert die Bundesregierung zu einer steuerpolitischen Kehrtwende und einer nachhaltigen und solidarischen Finanzierung des Sozialstaats auf.<br>\nKonkret seien eine dauerhafte Verm&ouml;genssteuer sowie eine einmalige Verm&ouml;gensabgabe erforderlich, um reiche Haushalte in Deutschland deutlich st&auml;rker als bisher f&uuml;r die Finanzierung des Gemeinwesens heranzuziehen. Dem parteipolitisch unabh&auml;ngigen B&uuml;ndnis geh&ouml;ren bisher auf Bundesebene &uuml;ber 20 zivilgesellschaftliche Organisationen an: Von Attac, Gewerkschaften und Sozialverb&auml;nden &uuml;ber Migrantenverb&auml;nde,<br>\nJugend- und Studierendenorganisationen bis hin zur Initiative Verm&ouml;gender f&uuml;r eine Verm&ouml;gensabgabe. Konkret seien eine dauerhafte Verm&ouml;genssteuer sowie eine einmalige Verm&ouml;gensabgabe erforderlich, um reiche Haushalte in Deutschland deutlich st&auml;rker als bisher f&uuml;r die Finanzierung des Gemeinwesens heranzuziehen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/106237\/2372606\/armutsbericht-zensiert-buendnis-umfairteilen-kritisiert-hofberichterstattung-der-bundesregierung%20\">Presseportal<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/umfairteilen.de\/start\/info\/aktuelles\/?no_cache=1&amp;tx_ttnews[tt_news]=44%20\">umfairTeilen<\/a>\n<p><strong>dazu: Kr&auml;nkende Sch&ouml;nf&auml;rberei<\/strong><br>\nDie Regierung hat den Armutsbericht aufgeh&uuml;bscht: Kritische S&auml;tze zur Ungerechtigkeit wurden gestrichen. Wie aber gelangt Erkenntnis zur Politik?<br>\nKleiner Formulierungsvorschlag: Warum fasst man den Armuts- und Reichtumsbericht nicht etwas knapper und schreibt: &ldquo;Alles prima&rdquo;? Das w&uuml;rde 500 Seiten Papier sparen und g&auml;be ein fl&uuml;ssig zu verwendendes Zitat f&uuml;r die Medien her.<br>\nOkay, mancher Wahlb&uuml;rger f&uuml;hlt sich dann vielleicht &ndash; sagen wir: verh&ouml;hnt. Dank der S&uuml;ddeutschen Zeitung ist nun aber ein h&uuml;bscher Vergleich zwischen dem Armutsbericht bekannt geworden, wie er im September das Ministerium von Ursula von der Leyen (CDU) verlie&szlig; &ndash; und dem Armutsbericht, wie er nun nach &Uuml;berarbeitung durch den Rest der Bundesregierung aussieht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/archiv\/?dig=2012\/11\/29\/a0172\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Slowenien: Stiller Protest<\/strong><br>\nEs ist nicht lange her, da hatte Sloweniens Wirtschaft einen guten Ruf. Die Arbeitslosigkeit war niedrig, das Wachstum solide. 2004 trat das Land der EU bei, 2007 f&uuml;hrte es den Euro ein. Was ist schiefgelaufen? Kredite im gro&szlig;en Umfang ohne Sicherheiten &ndash; f&uuml;r Slowenen mit den richtigen Kontakten und dem n&ouml;tigen Kleingeld war das kein Problem. Die Bauunternehmen SCT, Vegrad, Primorje und Kraskizidar sind mittlerweile insolvent. Einige der fr&uuml;heren Manager erhielten wegen Schmiergeldzahlungen Haftstrafen. Unfertige Einkaufszentren und leerstehende Wohnungen gibt es im ganzen Land. &ldquo;W&uuml;rde Korruption ordentlich geahndet, w&auml;re Slowenien kein kranker Mann Europas&rdquo;, sagt der &Ouml;konom Bernard Brscic. Viel zu eng sei zudem der Staat mit der Wirtschaft verwoben, vor allem im Bankensektor: An der Nova Ljubljanska Banka (NLB) h&auml;lt der Staat 45,62 Prozent, an der Nova Kreditna Banka Maribor (NKBM) 27,66 Prozent. Etliche der Kredite werden seit Monaten nicht mehr bedient. &ndash; Die Politik hat versagt. Die Korruption w&auml;chst, die Arbeitslosigkeit auch. Und die Jugend &ndash; rebelliert nicht. &ldquo;Wir sind der Rhetorik m&uuml;de&rdquo;, sagt der Student Denis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2012%2F11%2F26%2Fa0065&amp;cHash=902aa2f1930fb4d76d562e671ae1d2bc\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ach Slowenien, wie selbstbewusst hast Du Dich aus der Sozialistischen F&ouml;derative Republik Jugoslawien verabschiedet und dachtest den &ldquo;Ausbeutern&rdquo; aus Belgrad entronnen zu sein, nur um in die H&auml;nde der eigenen Leute geraten. &ndash; Im Grunde ist die Situation wie in Spanien, auch hier wurzelt die Krise im Bankensektor nach dem Platzen einer Immobilienblase. Und wie in Spanien hat im Boom hat die Politik kr&auml;ftig mitgemischt. Jetzt sollen an die 20 Prozent aller Bankkredite im Land von Ausfall bedroht sein, im eingebrochenen Bausektor sogar 50 Prozent. Im Sommer konnte der Staat den maroden Banken noch frisches Geld zuschie&szlig;en, jetzt ist die Staatskasse leer. Man sieht sich sogar gen&ouml;tigt,  Botschaften im Ausland zu schlie&szlig;en. Zur Rettung der Banken wird ein Aufwand von acht bis 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gesch&auml;tzt. Angesichts der Rezession werden auf den M&auml;rkten zehnj&auml;hrige Staatsanleihen  mit einem Zinssatz bis zu 7 Prozent gehandelt. Damit gilt seit einigen Monaten Slowenien als Kandidat f&uuml;r den Euro-Rettungsschirm. &ndash; Es l&auml;ppert sich: Griechenland, Spanien, Portugal, Irland, Zypern, Slowenien &ndash; auch wenn letztere echte Minivolkswirtschaften sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Argentinien im W&uuml;rgegriff der &ldquo;Aasgeier&rdquo;<\/strong><br>\nDie milliardenschweren Schulden bei US-Hedge-Fonds k&ouml;nnten Argentinien zum Verh&auml;ngnis werden: Ein US-Gericht hat Buenos Aires verurteilt, die Schulden zu begleichen. Die Regierung will das verhindern &ndash; und riskiert einen erneuten Staatsbankrott.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/alternativen\/:finanzspekulation-argentinien-im-wuergegriff-der-aasgeier\/70122665.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein Vorgang, der die ungeheure Macht der Finanzindustrie (auch durch Sch&uuml;tzenhilfe der US-Justiz) verdeutlicht und einen schaudern l&auml;sst. Singer scheint ein geradezu idealtypischer Vertreter der Finanzspekulanten zu sein, denen es nur um gnadenlose Profitauspressung geht. Nach Informationen des US-Magazins &ldquo;Nation&rdquo; lie&szlig; Singer auch 90 Millionen Dollar Entwicklungshilfe f&uuml;r den Kongo sperren &ndash; eine Summe, mit der dort &ldquo;die Cholera-Epidemie h&auml;tte beendet werden k&ouml;nnen&rdquo;. Selbstredend ist SInger eng mit den Republikanern, mit  Mitt Romney und Paul Ryan verbunden. Mehr als zwei Millionen Dollar steuerte Singer zum Wahlkampf Romneys bei.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>M&auml;rchen aus der Deutschen Bank (5): &Uuml;bersch&auml;tzte Multiplikatoren bei Ausgabenk&uuml;rzungen<\/strong><br>\nDie wirtschaftlichen Folgen jeder K&uuml;rzungspolitik sind sehr viel gravierender, als es deren Bef&uuml;rworterinnen und Bef&uuml;rworter wahrhaben wollten. Dies ist das Ergebnis einer Erhebung, die j&uuml;ngst der Chefvolkswirt des Internationalen W&auml;hrungsfonds, Olivier Blanchard, ver&ouml;ffentlicht hat. &Uuml;berraschend ist dieses Eingest&auml;ndnis durchaus, hat der IWF doch lange Jahre jene Staaten, die seine Kredite in Anspruch nehmen mussten, mit einer harschen und sch&auml;dlichen K&uuml;rzungs- und Austerit&auml;tspolitik &uuml;berzogen &ndash; wie aktuell Griechenland. Dass dieses Eingest&auml;ndnis allerdings auf Kritik der Neoliberalen sto&szlig;en w&uuml;rde, war zu erwarten. Erstaunlich ist aber, wie wenig durchdacht diese Kritik j&uuml;ngst in der FAS von Thomas Mayer formuliert wurde, ehemals Chefvolkswirt der Deutschen Bank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1081\">annotazioni<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Eine Million, bitte. Zum Mitnehmen<\/strong><br>\nSie verstecken sich hinter dichten Hecken und video&uuml;berwachten Toren: Wir baten die Reichsten im Lande dennoch um eine Million Franken &ndash; f&uuml;r eine Umverteilungsinitiative.<br>\nDer viertreichste Mann der Welt, Warren Buffett, forderte diese Woche h&ouml;here Steuern f&uuml;r die Reichsten. Bereits vor einem Jahr schrieb er: &laquo;Meine Freunde und ich sind lange genug von einem milliard&auml;rfreundlichen Kongress verh&auml;tschelt worden&raquo; &ndash; und rief damit zur Umverteilung von oben nach unten auf. Weitere prominente Verm&ouml;gende auf der ganzen Welt stimmten Buffett zu und forderten eine h&ouml;here Besteuerung. Nur in der Schweiz blieb es seltsam still. Wollen die Reichen in der Schweiz nicht teilen? Unter dem Motto &laquo;Together&raquo; hat sich die WOZ aufgemacht, um dieser Frage auf den Grund zu gehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/-344a\">Wochenzeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Eine Pflegevollversicherung ist bezahlbar und sorgt f&uuml;r mehr Qualit&auml;t bei den Leistungen<\/strong><br>\nZu diesem Schluss kommt ein Gutachten, das ver.di bei Professor Markus L&uuml;ngen, Gesundheits&ouml;konom an der Hochschule Osnabr&uuml;ck, in Auftrag gegeben hat. F&uuml;r eine umfassende Absicherung von notwendigen Pflegeleistungen m&uuml;sste der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung gerade einmal um 1,3 Prozentpunkte steigen &ndash; zu gleichen Teilen finanziert von Arbeitgebern und Arbeitnehmer\/innen. Dagegen w&uuml;rde durch Leistungsverschiebungen der Krankenversicherungsbeitrag um 0,3 Prozentpunkte gesenkt werden k&ouml;nnen. Die kommunale Hilfe zur Pflege w&uuml;rde um 2,5 Milliarden Euro entlastet.<br>\nDamit w&uuml;rde sich die Qualit&auml;t der Versorgung und des Leistungsangebots verbessern. Die heutige Pflegeversicherung ist eine Teilversicherung, in der Pflegebed&uuml;rftige und ihre Familien Leistungsanteile selbst bezahlen m&uuml;ssen. Eine Vollversicherung hingegen w&uuml;rde den Betroffenen die Sorge vor der Finanzierung einer Pflegebed&uuml;rftigkeit im Alter nehmen, so L&uuml;ngen. Ein wichtiger Punkt, denn die Sorge um die finanzielle Absicherung belastet Pflegebed&uuml;rftige und ihre Angeh&ouml;rigen in meist noch zus&auml;tzlich. Hinzu komme, sagte L&uuml;ngen, dass &uuml;ber die Vollversicherung auch viele Leis&shy;tungen zur Vorbeugung bezahlt werden k&ouml;nnten. Seiner Ansicht nach w&auml;re eine Vollversicherung gerechter, sie m&uuml;sste nach festgelegten Qualit&auml;tsstandards arbeiten und st&auml;rke auch die Pflegekr&auml;fte.<br>\n&ldquo;H&auml;tten wir eine Vollversicherung, br&auml;uchten wir keine private Zusatzversicherung&rdquo;, sagte L&uuml;ngen. Doch auf die setzt die schwarz-gelbe Bundesregierung. Sie f&uuml;hrt zum 1. Januar 2013 den sogenannten &ldquo;Pflege-Bahr&rdquo; ein. Mit rund 100 Millionen Euro unterst&uuml;tzt sie die private Vorsorge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.verdi-news.de\/abonnenten.html\">ver.di<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Wer gute Argumente gegen den so genannten &bdquo;Pflege-Bahr&ldquo;sucht, findet sie <a href=\"http:\/\/www.barmer-gek.de\/barmer\/web\/Portale\/Presseportal\/Subportal\/Presseinformationen\/Aktuelle-Pressemitteilungen\/121127-Pflegereport-2012\/pdf-Pflegereport-2012,property=Data.pdf\">im aktuellen Pflegereport der Barmer-GEK [PDF &ndash; 2.8 MB]<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Bundesministerin Ursula von der Leyen und die Haushaltswahrheit 2013<\/strong><br>\nBundesministerin f&uuml;r Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen (CDU), erkl&auml;rte am 22. November 2012 in der Debatte des Einzelplans 11 des Bundeshaushalts 2013 im Deutschen Bundestag:<br>\n&bdquo;Deshalb stehen in der Grundsicherung acht Milliarden Euro f&uuml;r Eingliederung und Verwaltung bereit. Das sind pro Arbeitslosen genauso viel Mittel wie vor der Wirtschafts- und Finanzkrise in 2008 und deutlich mehr als das 2006 der Fall war.&ldquo;<br>\nEin Blick in die Haushaltsdaten und Daten zum Arbeitsmarkt und der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende zeigt&hellip;: Haushaltswahrheit ist in diesem Vergleich der Haushaltsjahre 2008 und 2013 nicht zu erkennen: Im Bundeshaushalt 2013 sind nominal etwa 22 Prozent weniger Mittel &bdquo;f&uuml;r Eingliederung und Verwaltung&ldquo; als im Bundeshaushalt 2008 veranschlagt (darunter 41 Prozent weniger f&uuml;r &bdquo;Leistungen zur Eingliederung&ldquo;). Nach vorsichtigen Sch&auml;tzungen werden 2013 im Jahresdurchschnitt 11 Prozent weniger erwerbsf&auml;hige Leistungsberechtigte und ebenfalls 11 Prozent weniger Arbeitslose im Rechtskreis SGB II erwartet als 2008.<br>\nBundesministerin Ursula von der Leyen sieht dies nat&uuml;rlich anders. Ihre &bdquo;Haushaltswahrheit&ldquo;: Sie vergleicht unausgesprochen die deutlich unter dem Soll liegenden Ist-Ausgaben im Haushaltsjahr 2008 mit dem Soll im Haushaltsjahr 2013. Aber auch bei diesem Vergleich werden die Ist-Ausgaben in H&ouml;he von 4.115 Euro pro Arbeitslosen (SGB II) im Jahr 2008 im kommenden Jahr (2013) nur dann erreicht, wenn die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB II im Jahr 2013 weiter auf 1,93 Millionen sinkt und (!) die im Bundeshaushalt 2013 veranschlagten Mittel insgesamt ausgegeben werden (k&ouml;nnen). Gerade<br>\naber bei den Ausgaben f&uuml;r &bdquo;Leistungen zur Eingliederung in Arbeit&ldquo; geschah dies bisher nie.<br>\nJahr f&uuml;r Jahr flossen, trotz Mehrausgaben f&uuml;r den Bundesanteil an den &bdquo;Verwaltungskosten&ldquo; der Jobcenter, hunderte Millionen Euro an den Bund zur&uuml;ck.<br>\nIn diesem Haushaltsjahr (2012) werden es voraussichtlich &uuml;ber 500 Millionen Euro sein.<br>\nInitiativen der Bundesministerin, die Rahmenbedingungen f&uuml;r die Aussch&ouml;pfung der den Jobcentern zugewiesenen Eingliederungsmittel im Interesse ihrer &bdquo;Haushaltswahrheit&ldquo; und der Leistungsberechtigten zu verbessern, sind bisher nicht bekannt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/biaj.de\/images\/stories\/2012-11-27_ursula-von-der-leyen-und-die-haushaltswahrheit-2013.pdf\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) [PDF &ndash; 229 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>CDU\/CSU und FDP billigen Antrag f&uuml;r verbindlichen Fahrplan bei Klimaverhandlungen in Doha<\/strong><br>\nCDU\/CSU und FDP wollen, dass sich die Bundesregierung auf der Klimakonferenz in der katarischen Hauptstadt Doha f&uuml;r einen verbindlichen Fahrplan f&uuml;r Klimaverhandlungen bis zum Jahr 2015 einsetzt. Der Umweltausschuss billigte am Mittwochvormittag mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen einen Antrag (17\/11514), der am Donnerstag auf der Tagesordnung des Plenums steht. Die Opposition lehnte den Antrag geschlossen ab. Die Verhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen laufen in Doha noch bis zum 7. Dezember. Zu der Konferenz werden auch einzelne Abgeordnete des Bundestages reisen&hellip;<br>\nDie SPD bekr&auml;ftigte nochmals nachdr&uuml;cklich, dass ein Kyoto 2-Abkommen ratifiziert werden m&uuml;sse. Dabei &uuml;bte ihr Vertreter Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die hier nicht ausreichend t&auml;tig werde&hellip;<br>\nDie Fraktion Die Linke kritisierte, dass es innerhalb der Regierung Differenzen &uuml;ber das Minderungsziel von 30 Prozent innerhalb der Europ&auml;ischen Union gebe. &bdquo;Es geht hier um Glaubw&uuml;rdigkeit&ldquo;, sagte die Linke. Deutschland habe bei den Verhandlungen in Doha eine Vorbildfunktion zu erf&uuml;llen&hellip;<br>\nZu dem Antrag der Koalitionsfraktionen sagten die Gr&uuml;nen, dass dort auch sehr viel Gutes stehe. Es werde aber deutlich, dass der Antrag nicht allen Gegebenheiten gerecht werde. Es m&uuml;sse daher noch st&auml;rker &uuml;ber eine &bdquo;Klimapolitik der unterschiedlichen Geschwindigkeiten&ldquo; gesprochen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2012_11\/2012_550\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Siehe dazu jedoch den Appell von Campact: &bdquo;Klimakonferenz darf nicht an R&ouml;sler scheitern&ldquo; USA, Kanada, Indien, China und Russland &ndash; bisher waren das die Blockierer bei internationalen Klimakonferenzen. Doch diesmal droht die j&uuml;ngste Verhandlungsrunde, die vorgestern in Doha begann, an Deutschland zu scheitern! Wirtschaftsminister R&ouml;sler verhindert, dass die EU mit einem ambitionierten Angebot wieder Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen bringt.<\/em><\/p>\n<p><em>Letzte Woche eskalierte der Streit zwischen R&ouml;sler und Altmaier. Der Umweltminister will st&auml;rkeren Klimaschutz in der EU. <a href=\"https:\/\/www.campact.de\/klimagipfel-retten\/appell\/teilnehmen\/\">Doch ohne R&ouml;slers Einwilligung muss er mit leeren H&auml;nden nach Doha reisen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>12 Thesen zur Energiewende<\/strong><br>\nMit 12 Thesen zur Energiewende legt Agora Energiewende einen Beitrag zur Priorit&auml;tensetzung bei der Energiewende vor. Wir werfen einen Blick auf den Strommarkt der n&auml;chsten 10 bis 20 Jahre und benennen die wichtigsten Herausforderungen.<br>\nDer erste Hauptsatz der Energiewende lautet: &bdquo;Im Mittelpunkt stehen Wind und Solar!&ldquo; Denn alle anderen Erneuerbaren-Energien-Technologien sind entweder deutlich teurer oder haben nur noch begrenzte Ausbaupotenziale. Wind und Photovoltaik haben zudem in den letzten Jahren eine enorme Kostensenkung erlebt. Wind- und PV-Anlagen werden 2015 Vollkosten von 7 bis 10 Cent pro Kilowattstunde haben &ndash; ein System aus Wind, PV und Backup-Kapazit&auml;ten liegt damit in der gleichen Gr&ouml;&szlig;enordnung wie neue Gas- und Kohlekraftwerke.<br>\nDie beiden Technologien Wind und Photovoltaik sind insofern die beiden wichtigsten S&auml;ulen der Energiewende: Ihr Anteil an der Erneuerbaren-Energien-Stromproduktion wird 2020 bei etwa 70 Prozent liegen und sp&auml;ter auf 80 bis 90 Prozent anwachsen&hellip;<br>\nAus diesem Hauptsatz der Energiewende leiten sich die anderen Thesen des Thesenpapiers ab &ndash; unter anderem,\n<ul>\n<li>dass es keine &ldquo;Grundlastkraftwerke&rdquo; mehr gibt, sondern stattdessen in Zukunft auf Flexibilit&auml;t ankommt,<\/li>\n<li>dass der Netzausbau vordringlicher ist als der Speicherausbau,<\/li>\n<li>dass der bisherige Strommarkt weder ausreicht, die Versorgungssicherheit dauerhaft zu garantieren, noch in der Lage ist, Wind und PV-Anlagen zu refinanzieren,<\/li>\n<li>dass wir deshalb einen neuen Energiewende-Markt brauchen, der auch die Nachfrageseite aktiv einbindet,<\/li>\n<li>dass die Energiewende europ&auml;isch und mit mehr Energieeffizienz realisiert werden muss.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.agora-energiewende.de\/zwoelf-thesen-zur-energiewende\/\">Agora Energiewende<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Brand eins Wissen oder Werbung? Wie die Pharmaindustrie ihr Image aufpoliert<\/strong><br>\nDas Ansehen der Arzneimittelhersteller ist nicht das Beste: Kaum n&uuml;tzliche neue Medikamente, &uuml;berh&ouml;hte Preise und fragw&uuml;rdige Werbemethoden. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) sann auf Abhilfe und fand beim Brand eins Verlag willige Helfer. Aber handelt es sich bei dem vom BPI bei &bdquo;Brand eins Wissen&ldquo; in Auftrag gegebenen Heft &bdquo;Hilfe!&ldquo; tats&auml;chlich um &bdquo;Wissen&ldquo; oder nicht doch eher um geschickt getarnte Werbung? [&hellip;]<br>\nDer Deutsche Presserat sieht in dem Magazin &bdquo;Hilfe!&ldquo; eine Irref&uuml;hrung, denn f&uuml;r Leser sei der Eindruck erweckt worden, es handele sich um eine Sonderausgabe von Brand eins. Damit sei die gebotene klare Trennung von Redaktion und Werbung verletzt worden.<br>\nIn der Tat handelt es sich bei Brand eins Wissen um eine Tochtergesellschaft von Brand eins, die ihr Geld mit der Produktion von Werbung verdient. Doch dass<br>\nes sich bei dem Heft &bdquo;Hilfe!&ldquo;um Corporate Publishing f&uuml;r den Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie handelt &ndash; also eine Auftragsproduktion zu Werbezwecken, wird nicht deutlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bukopharma.de\/uploads\/file\/Pharma-Brief\/Phbf2012_08.pdf\">Pharma-Brief (Seite 6) [PDF &ndash; 392 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Bayerns Justizministerin Merk und der Fall Mollath &ndash; Eingemauert im Justizpalast<\/strong><br>\nWenn es um den Fall Mollath geht, hat Bayerns Justizministerin Beate Merk bislang alle Fragen abgeblockt. Doch nun geht ihre Mauertaktik nicht mehr auf. Die CSU-Frau ist nicht mehr unantastbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/bayerns-justizministerin-merk-und-der-fall-mollath-eingemauert-im-justizpalast-1.1536015\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Es sind schon wesentlich bessere M&auml;nner und Frauen wegen wesentlich geringerer Verfehlungen zur&uuml;ckgetreten.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Nach Gutachten im Fall Mollath &ndash; &ldquo;Merk hat versucht, Dinge zu vertuschen&rdquo;<\/strong><br>\nGustl Mollath hat zahlreiche Hinweise zu Schwarzgeldtransfers gegeben, doch die Justiz lehnte Ermittlungen ab. &ldquo;Rechtsstaatswidrig&rdquo; nennt Strafrechtsexperte Strate dieses Vorgehen. Die Freien W&auml;hler glauben, dass Justizministerin Merk versucht hat, Dinge zu vertuschen.<br>\nStrafrechtsexperte Gerhard Strate gilt als streitbar, seine Aura hingegen immer als nordisch k&uuml;hl. Nicht so an diesem Montag: Je l&auml;nger der Hamburger das von den Freien W&auml;hlen in Auftrag gegebene Gutachten zur Causa Gustl Mollath vorstellte, desto r&ouml;ter wurde sein Gesicht. &ldquo;Wie hier mit einem B&uuml;rger umgegangen wird, ist rechtsstaatswidrig&rdquo;, sagte der 62-J&auml;hrige. &ldquo;Es spricht viel daf&uuml;r, dass der Falsche getroffen wurde.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/rechtsgutachten-im-fall-mollath-merk-hat-versucht-dinge-zu-vertuschen-1.1533806\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Arbeitsrecht in China &ndash; eine Momentaufnahme<\/strong><br>\n[&hellip;] Den genannten Problemen (&uuml;bergro&szlig;e Lohnspreizung, Zur&uuml;ckbleiben der Lohnquote, fehlender Sozialversicherungsschutz) soll auf verschiedene Weise zu Leibe ger&uuml;ckt werden.<br>\nDer F&uuml;nf-Jahresplan f&uuml;r den Zeitraum 2011 bis 2015 sieht eine Erh&ouml;hung des Mindestlohns um 13 % j&auml;hrlich sowie eine Grundsicherung im Alter f&uuml;r alle l&auml;ndlichen und einen gro&szlig;en Teil der st&auml;dtischen Bewohner vor.  Der Vizearbeitsminister Yang Zhiming stellte in einem Artikel in &bdquo;China Daily&ldquo; eine j&auml;hrliche Steigerung der Effektivl&ouml;hne um 15 % in Aussicht.  Selbst bei einer Inflationsrate von 5 % f&uuml;hrt dies zu f&uuml;hlbaren Verbesserungen.<br>\nAm 1. Juli 2011 ist das am 28. 10. 2010 beschlossene Sozialversicherungsgesetz in Kraft getreten.  Es will die Altersgrundsicherung bis 2015 realisieren, l&auml;sst im &Uuml;brigen jedoch die auf lokaler und Provinzebene bestehenden Sozialversicherungssysteme mit ihren unterschiedlichen Beitr&auml;gen und ihrem unterschiedlichen Leistungsniveau unangetastet. Allerdings bringt es zwei wesentliche Verbesserungen:\n<ul>\n<li>Was man bei einem &ouml;rtlichen System eingezahlt hat, wird nunmehr ber&uuml;cksichtigt, wenn man sich im Bereich eines anderen Sozialversicherungstr&auml;gers aufh&auml;lt. Dies kommt insbesondere den Wanderarbeitnehmern zugute. Die Regelung entspricht in vielem der in der EU bestehenden, wo die in verschiedenen Mitgliedstaaten verbrachten Zeiten gleichfalls addiert werden.<\/li>\n<li>Die effektive Leistung der Sozialversicherungsbeitr&auml;ge soll mit zahlreichen Mitteln  sichergestellt werden. So kann die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde einen direkten Zugriff auf das Bankkonto des Arbeitgebers erlauben, um sich von dort die richtig berechneten Beitr&auml;ge zu holen. Wird der Arbeitgeber s&auml;umig, erh&ouml;ht sich seine Zahlungspflicht auf das Dreifache des r&uuml;ckst&auml;ndigen Betrages &ndash; ein Gedanke, der sich in vergleichbarer Weise schon im Arbeitsvertragsgesetz findet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im &Uuml;brigen m&uuml;ssen die Beitr&auml;ge weit &uuml;berwiegend vom Arbeitgeber bezahlt werden; der Arbeitnehmer wird nur zu weniger als einem Drittel belastet. Allerdings verzichtet das Gesetz wegen der unterschiedlichen Systeme in den Provinzen darauf, einen verbindlichen Leistungskatalog vorzuschreiben. Dass auch hohe Krankenhauskosten von der Versicherung &uuml;bernommen werden (was den Anreiz zum Sparen verringern w&uuml;rde), scheint derzeit noch nicht gesichert zu sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/121122_arbeitsrecht_in_china.pdf\">Prof. Dr. Wolfgang D&auml;ubler [PDF &ndash; 214,3 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Amerikas Anti-Steuer-Kult verliert Anziehungskraft<\/strong><br>\nEr wurde nie demokratisch gew&auml;hlt und hat kein Regierungsamt, trotzdem ist Grover Norquist einer der m&auml;chtigsten M&auml;nner Washingtons. Ihm ist es gelungen, fast alle Republikaner zu dem Schwur zu dr&auml;ngen, unter keinen Umst&auml;nden einer Steuererh&ouml;hung zuzustimmen.<br>\nDoch angesichts der Schuldenkrise gehen nun immer mehr konservative Abgeordnete auf Distanz zu Norquist. Jetzt muss der &ldquo;schwarze Magier&rdquo; um sein Lebenswerk k&auml;mpfen. [&hellip;]<br>\nDoch je n&auml;her das Jahresende und die &ldquo;Steuerklippe&rdquo;, jene Mischung aus Steuererh&ouml;hungen und Ausgabenk&uuml;rzungen, r&uuml;cken, desto mehr Republikaner gehen auf Distanz. Viele wollen zwar nicht die Steuers&auml;tze erh&ouml;hen, aber mehr Steuereinnahmen durch die Abschaffung von Sonderregelungen erzielen. Dies lehnt Norquist strikt ab &ndash; das Stopfen von Schlupfl&ouml;chern ist f&uuml;r ihn eine Steuerh&ouml;hung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/lobbyist-grover-norquist-amerikas-anti-steuer-kult-verliert-anziehungskraft-1.1536048\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Bundesamt f&uuml;r Migration schm&auml;ht Asylbewerber<\/strong><br>\nIn der Informationsbrosch&uuml;re &bdquo;Das deutsche Asylverfahren &ndash; ausf&uuml;hrlich erkl&auml;rt&ldquo; hei&szlig;t es &uuml;ber das Flughafenverfahren, das 1993 mit der &Auml;nderung des Asylartikels im Grundgesetz eingef&uuml;hrt wurde: &bdquo;Das damals kontinuierlich steigende Asylbewerberaufkommen gipfelte im Jahr 1992 in &uuml;ber 400 000 Asylbewerbern, von denen der weitaus gr&ouml;&szlig;te Anteil den Zuzug in die deutschen Sozialsysteme beabsichtigte. &ldquo; Das Internetmedium &bdquo;Migazin&ldquo;, das den Schm&auml;hsatz vor knapp zwei Wochen an die &Ouml;ffentlichkeit brachte, kommentierte drastisch: Die Formel sei &bdquo;typische NPD-Rhetorik&ldquo;. Eine &bdquo;Migazin&ldquo;-Nachfrage, welche Daten diese Aussage denn st&uuml;tzten, habe ein Mitarbeiter der zust&auml;ndigen N&uuml;rnberger Abteilung mit den Worten beantwortet, das wisse er auch nicht. Von keiner Ratlosigkeit befallen zeigte sich dagegen das Bundesinnenministerium dieser Tage. Die Linken-Abgeordnete Sevim Dagdelen hatte dort schriftlich angefragt, ob das Ministerium die Formulierung f&uuml;r angemessen halte, da das BAMF doch den Eindruck der Voreingenommenheit Fl&uuml;chtlingen gegen&uuml;ber vermeiden m&uuml;sse. In der vom Parlamentarischen Staatssekret&auml;r Ole Schr&ouml;der (CDU) unterschriebenen achtzeiligen Antwort hei&szlig;t es dazu, es sei &bdquo;kein Zeichen von Voreingenommenheit, wenn Tatsachen als solche benannt werden&ldquo;. 1992 sei &bdquo;in der ganz &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Asylverfahren kein Schutzbedarf festgestellt&ldquo; worden, die Einreise &bdquo;daher aus asylfremden, insbesondere wirtschaftlichen Gr&uuml;nden erfolgt&ldquo;. &ndash; Die amtliche Statistik wies vor 20 Jahren das zerfallende Jugoslawien als Hauptherkunftsland der Fl&uuml;chtlinge aus. Nur war Flucht vor B&uuml;rgerkriegen damals kein in Deutschland anerkannter Fluchtgrund.  Da zwischen Erst- und Folgeantr&auml;gen damals in der Statistik nicht unterschieden wurde, geht Pro Asyl von tats&auml;chlich 270- bis 280 000 neuen Fl&uuml;chtlingen im Jahr 1992 aus; die in der BAMF-Brosch&uuml;re genannten mehr als 400 000 Bewerber waren in Wirklichkeit nur Antr&auml;ge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/info-broschuere-in-der-kritik-bundesamt-fuer-migration-schmaeht-asylbewerber\/7445824.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Die Gr&uuml;nen: Die Sehnsucht, gut zu sein<\/strong><br>\nDie Gr&uuml;nen haben eine neues Zauberwort gefunden: &ldquo;b&uuml;rgerlich&rdquo;. Ist &ldquo;b&uuml;rgerlich&rdquo; ein unverf&auml;ngliches Wort? Es hat im Deutschen mindestens zwei Bedeutungen. Es kann den Staatsb&uuml;rger meinen, also in einem egalit&auml;ren Sinne bedeuten, dass sich die Gr&uuml;nen als Partei aller verstehen und stets das Gemeinwohl im Sinn haben. Allerdings ist &ldquo;b&uuml;rgerlich&rdquo; auch eine Klassenbezeichnung und w&auml;re somit eine Geste der Distinktion, die die Gr&uuml;nen als Partei einer Gruppe inszeniert, die sich &uuml;ber einen bestimmten Habitus definiert. Die Gr&uuml;nen werden von gut verdienenden Beamten und Selbstst&auml;ndigen gew&auml;hlt, Niedrigverdiener gibt es in der Partei kaum. Nur die FDP ist sozial so exklusiv wie die Gr&uuml;nen. Als vor zehn Jahren in den Feuilletons und Soziologieseminaren das Neub&uuml;rgerliche entdeckt wurde, ging dies nicht zuf&auml;llig mit der Debatte &uuml;ber die Unterschicht einher. Die Hartz-IV-Klientel, so das Bild, zeigte sich resistent gegen alle p&auml;dagogischen Aufforderungen, sich aus dem Fernsehsessel zu erheben und Aufstiegswillen zu demonstrieren. Der leicht angeekelte Blick des Neob&uuml;rgertums auf das RTL2 -Publikum war auch ein Abwehrreflex: die Selbstversicherung einer verunsicherten Mittelschicht, die ahnt, dass es auf der Rutsche Richtung Hartz IV ganz schnell gehen kann. Die gr&uuml;ne B&uuml;rgerlichkeit meint Werte und Gemeinwohl. Doch dabei schwingt etwas anderes mit: der Wunsch, Distanz zum sozialen Unten zu markieren. Die Frage ist, ob die Gr&uuml;nen in der Lage sind, &uuml;ber ihre eigenen Schichteninteressen hinaus f&uuml;r die Interessen der &ldquo;Unterklasse&rdquo; einzutreten. Kann die Partei ihre eigene Interessenlage transzendieren? &ldquo;Ideen&rdquo;, schrieb Karl Marx, &ldquo;blamieren sich stets vor Interessen&rdquo;. &ndash; Die Gr&uuml;nen treten mit einem moderaten Umverteilungsprogramm an: Sie wollen den Spitzensteuersatz auf 49 Prozent heben und eine zeitlich begrenzte Verm&ouml;gensabgabe f&uuml;r sehr Reiche einf&uuml;hren; daf&uuml;r soll Hartz IV auf 420 Euro steigen. Diese Forderungen belasten zielgenau die eigene Klientel: die obere Mittelschicht. Werden die Gr&uuml;nen an der Regierung dem &ouml;koorientierten Hochschullehrer und der gr&uuml;nen Rechtsanw&auml;ltin wirklich ein paar tausend Euro im Jahr abkn&ouml;pfen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2012%2F11%2F27%2Fa0093&amp;cHash=ec8348cffbe311da7e487e72af0eada6\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nein, die Gr&uuml;nen brauchen den Realit&auml;tstest nicht zu f&uuml;rchten. Nat&uuml;rlich hat die Idee einer moderaten Umverteilung schon l&auml;ngst das Kalk&uuml;l der Interessen durchlaufen. Auf dem Gr&uuml;nenparteitag vor einem Jahr beantragte die Gr&uuml;nen Jugend, den Spitzensteuer-Satz auf 53 Prozent anzuheben. Der Parteitag nahm sich dann aber doch die Mahnung des gr&uuml;nen Ministerpr&auml;sidenten Kretschmann zu Herzen: &ldquo;Wer jetzt zu viele m&ouml;gliche W&auml;hler verschreckt, kann seine Vorstellungen n&auml;mlich nachher nicht umsetzen&rdquo; und beschloss 49 Prozent. Wie auch die SPD, bewegen sich die Gr&uuml;nen voll im Einklang mit der Werbepsychologie bei der Preisgestaltung, die da sagt: Normalerweise wirkt ein Produkt\/eine Dienstleistung f&uuml;r 49 Euro einfach preiswerter als f&uuml;r 50,00 Euro. Die psychologische Differenz zwischen den Preisen ist wesentlich gr&ouml;&szlig;er als die reale Differenz von gerade mal einem Euro. Der Spitzensteuersatz also zum Schn&auml;ppchenpreis. Im &Uuml;brigen wissen die Gr&uuml;nen, dass sie nur als Koalitionspartner zum Zuge kommen werden und dann bei Nichteinhaltung ihres Programms auf den jeweiligen Koalitionspartner verweisen k&ouml;nnen. Mit der CDU\/CSU d&uuml;rfte der gr&uuml;ne Spitzensteuersatz nicht zu halten sein. A und O einer Anhebung ist die Frage, ab welcher Einkommensgrenze der Spitzensteuersatz gilt. Die SPD plant die Erh&ouml;hung des Spitzensteuersatzes erst ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro (Gr&uuml;ne: 80.000) f&uuml;r Ledige und 200.000 Euro f&uuml;r Verheiratete. Damit d&uuml;rften auch die gr&uuml;nen &Ouml;koprofessoren aus dem Schneider sein, die &uuml;ber dem Grundgehalt einer W 3-Professur liegen. Die SZ betitelt solche Pl&auml;ne, die die obersten 5 Prozent der Steuerzahler betreffen w&uuml;rde, mit: &ldquo;Auf die Reichen mit Gebr&uuml;ll&rdquo;. Zum Vergleich die Lebenswirklichkeit: Der durchschnittliche Bruttojahresverdienst von vollzeitbesch&auml;ftigten ArbeitnehmerInnen betrug 2011 knapp 44. 000 Euro. Der pr&auml;zisere, f&uuml;r den typischen B&uuml;rger repr&auml;sentativere Wert, der Median, d&uuml;rfte etwa bei 38.000 Euro liegen. Nein, der Spitzensteuersatz der Gr&uuml;nen wie auch der SPD dient schon l&auml;ngst der Interessenslage der Parteien, denn er verprellt keineswegs ihre W&auml;hlerklientel. Und er hat gleichzeitig mit seiner Aufw&auml;rtsbewegung den Charme der Idee einer Umverteilung &ndash; f&uuml;r Vergessliche. Denn unter der rot-gr&uuml;nen Regierung, die 1998 ins Amt kam, war die Steuersenkungspolitik erst richtig in Fahrt gekommen. &ndash; Man kann, wenn man bei obigem Marxzitat[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] weiterliest, lesen, wie sich die Masse oft nicht von ihrem wirklichen Interesse leiten l&auml;sst, sondern sich allein von der Idee enthusiasmieren l&auml;sst. Also fragt Euch, welcher Steuersatz ab welchem Einkommen unseren wirklichen Interessen entsprechen kann. Dabei gilt es nicht nur die Ungleichheit, sondern sehr wohl auch die finanziellen Problemen unseres Landes anzugehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Die Asozialen hinter &ldquo;Die Asozialen&rdquo;<\/strong><br>\nEs gibt B&uuml;cher, die hat man gelesen, auch wenn man sie nicht gelesen hat. Will hei&szlig;en: Wenn man den Titel vor sich liegen hat, die Buchklappen &uuml;berfliegt, dann wei&szlig; man schon, was auf den n&auml;chsten Seiten folgt. Die Asozialen: Wie Ober- und Unterschicht unser Land ruinieren von Walter W&uuml;llenweber ist so ein ungelesen gelesenes Buch.<br>\nThese seines geistigen Elaborats ist es, dass Oben und Unten auf Kosten der Mittelschicht lebten. Die Unterschicht h&auml;tte keine b&uuml;rgerlichen Wertvorstellungen mehr, w&uuml;rde in den Tag hineinschmarotzen und Steuerzahler betr&uuml;gen, gleichwohl die Oberschicht sich in eine Parallelwelt abgrenzt. Erstaunlich findet W&uuml;llenweber, dass diese &ldquo;gegen&uuml;berliegenden Enden der Gesellschaft&rdquo; &auml;hnliche Entwicklungen nehmen. Beispielsweise, dass zwischen Leistung und Erfolg kein Zusammenhang mehr herrschte oder der Beschiss zur Lebensart w&uuml;rde. Die einen betr&uuml;gen das Finanzamt, die anderen beim Sozialamt &ndash; was mindestens ungef&auml;hr dasselbe sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2012\/11\/die-asozialen-hinter-die-asozialen.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<\/ol><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Die obige wohl aus den Ged&auml;chtnis zitierte Stelle lautet im Original: &ldquo;Die &lsquo;Idee&rsquo; blamierte sich immer, soweit sie von dem &lsquo;Interesse&rsquo; unterschieden war&rdquo; und ist nach und weiter zu lesen in &ldquo;Die Heilige Familie&rdquo;, MEW 2, 85.\n<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-15282","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15282","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15282"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15282\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15289,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15282\/revisions\/15289"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15282"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15282"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15282"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}