{"id":152837,"date":"2026-06-25T10:00:15","date_gmt":"2026-06-25T08:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152837"},"modified":"2026-06-25T12:44:38","modified_gmt":"2026-06-25T10:44:38","slug":"menschen-mit-behinderung-angriff-auf-ein-selbstbestimmtes-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152837","title":{"rendered":"Menschen mit Behinderung &#8211; Angriff auf ein selbstbestimmtes Leben"},"content":{"rendered":"<p>Unter besch&ouml;nigenden Begriffen wie B&uuml;rokratieabbau und Haushaltsdisziplin wird aktuell klammheimlich &uuml;ber Teilhaberechte von behinderten Menschen verhandelt. So wird Selbstbestimmung von Politikern auf eine Kostenstelle reduziert. Von <strong>Detlef Koch<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAktuell l&auml;uft ein <a href=\"https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Service\/Presse\/Meldungen\/2026\/abschluss-des-dialogprozesses-eingliederungshilfe.html\">offizieller Dialogprozess von Bund, L&auml;ndern und Kommunen<\/a> bez&uuml;glich Teilhaberechten von Menschen mit Behinderungen. Der Prozess birgt folgende Gefahren.<\/p><p><strong>1. K&uuml;rzungen tarnen sich als Effizienz, B&uuml;rokratieabbau und Haushaltsdisziplin <\/strong><\/p><p>Einfache Verfahren und weniger Reibung zwischen Leistungstr&auml;gern. Das, was zun&auml;chst vern&uuml;nftig klingt, gerade auch f&uuml;r Kommunen, die unter Finanzdruck stehen, und in Verwaltungen, die seit Jahren &uuml;berlastet sind, ist in Wirklichkeit ein knallharter materieller Eingriff in Rechte von Behinderten. Die Eingliederungshilfe bildet nicht irgendein Verwaltungsthema ab, sondern entscheidet, ob Menschen mit Behinderungen wohnen, lernen, arbeiten, mobil sein, ein Familienleben f&uuml;hren und Assistenz nach ihrem Bedarf erhalten k&ouml;nnen. Genau daf&uuml;r wurde das Bundesteilhabegesetz mit dem Anspruch der Personenzentrierung eingef&uuml;hrt.<\/p><p>Der offizielle Dialogprozess von Bund, L&auml;ndern und Kommunen enth&auml;lt durchaus sinnvolle Punkte: gemeinsame Antr&auml;ge, bessere Zust&auml;ndigkeitskl&auml;rung, barrierefreie Digitalisierung. Gleichzeitig stehen daneben geleakte und diskutierte Vorschl&auml;ge, die Zug&auml;nge erschweren, Leistungen b&uuml;ndeln, Kosten deckeln oder in andere Systeme verschieben w&uuml;rden. So wird Behindertenpolitik zur Haushaltsfrage gemacht, obwohl es eigentlich um Menschenrechte geht.<\/p><p><strong>2. Wer entscheidet &uuml;ber das Leben behinderter Menschen?<\/strong><\/p><p>Nach 1945 doch hoffentlich die Behinderten selbst, k&ouml;nnte man meinen. Aber da ist ja noch die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverb&auml;nde (DST, DLT, DStGB), die den Behinderten, hilfsbereit wie sie sind, die Arbeit abnehmen m&ouml;chten. Sie empfiehlt, die Einschr&auml;nkungen des Wunsch- und Wahlrechts, geregelt im &sect;104 SGB IX, einzuschr&auml;nken und damit f&uuml;r Menschen mit Behinderungen das Recht auf Wunsch, in einer eigenen Wohnung zu leben, unter Finanzierungsvorbehalt zu stellen. <\/p><p><strong>3. Vom Individualanspruch zur Sammell&ouml;sung<\/strong><\/p><p>Die Sammell&ouml;sung, auch Pooling genannt, kann sinnvoll sein, wenn es freiwillig geschieht, den Bedarf tats&auml;chlich deckt und von den Betroffenen akzeptiert wird. Gemeinsame Unterst&uuml;tzung in einer Schule, einer Freizeitgruppe oder einer Wohnsituation ist nicht automatisch schlecht. Problematisch wird es dort, wo Pooling verordnet und individuelle Assistenz nur unter Kostengesichtspunkten betrachtet wird. Genau dieser Grundrechtseingriff von Teilhabe und Selbstbestimmung soll in ein Gesetz gegossen werden. So ordnen sich Teilhabe und Selbstbestimmung der Bedarfsdeckung und Zumutbarkeit unter. Nicht &bdquo;Was braucht diese Person?&ldquo;, sondern &bdquo;Wie organisieren wir m&ouml;glichst viele F&auml;lle mit m&ouml;glichst wenig Personal?&ldquo;, lautet die Frage jetzt.<\/p><p><strong>4. Die Kinder machen den Anfang<\/strong><\/p><p>Besonders wirksam ist die K&uuml;rzung bei Kindern. Schulbegleitung ist oft die Voraussetzung daf&uuml;r, dass ein Kind &uuml;berhaupt am Unterricht, an Pausen, Ausfl&uuml;gen und sozialem Leben teilnehmen kann. Nach den Pl&auml;nen der Regierung wird Inklusion auf blo&szlig;e Anwesenheit reduziert. Bald sitzen Kinder im Klassenraum unter Bedingungen, in denen es weder bedarfsorientiert lernen oder sich dazugeh&ouml;rig f&uuml;hlen kann. Dann geh&ouml;ren niedrigschwellige Bildungsassistenz, Schulsozialarbeit, multiprofessionelle Teams und barrierefreie Schulen der Geschichte an. Es ist gut, wenn Zust&auml;ndigkeitsprobleme zwischen verschiedenen Hilfesystemen gel&ouml;st werden. Dabei muss aber das Ziel sein: Die Hilfe soll besser werden. Es darf nicht nur darum gehen, Geld zu sparen. Die Reform im SGB VIII soll die Kinder- und Jugendhilfe inklusiver machen. Das hei&szlig;t: Kinder und Jugendliche mit Behinderung sollen einfacher und besser Unterst&uuml;tzung bekommen.<\/p><p>Aber Infrastruktur darf den individuellen Anspruch nicht ersetzen. Ein Kind, das eine pers&ouml;nliche Assistenz braucht, braucht sie nicht deshalb weniger, weil im Geb&auml;ude irgendwo ein Pool vorhanden ist. Wenn Schulbegleitung aus der Einzelfallhilfe in gruppenbezogene Ressourcenzuteilung verschoben wird, steht nicht mehr der Bedarf des Kindes im Zentrum, sondern der Personalplan. Gerade Kinder mit komplexen Unterst&uuml;tzungsbedarfen w&uuml;rden dann zum Risiko f&uuml;r die Kalkulation. Das ist keine inklusive Schule. Das ist Mangelverwaltung mit inklusivem Etikett.<\/p><p><strong>5. Wenn Teilhabe zur Pflege reduziert wird<\/strong><\/p><p>Ein weiterer Konflikt entsteht, wo Eingliederungshilfe und Pflege aufeinandertreffen. Im offiziellen Dialogprozess konnten sich die Beteiligten nicht auf einen allgemeinen Vorrang der Pflegeversicherung vor der Eingliederungshilfe einigen. Pflege und Eingliederungshilfe unterscheiden sich deutlich voneinander. W&auml;hrend Pflege vor allem Versorgung, K&ouml;rperpflege, Ern&auml;hrung, Gesundheit und Alltagsverrichtungen sicherstellt, liegt der Fokus der Eingliederungshilfe auf Teilhabe, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Beteiligung. Beides zu vermischen f&uuml;hrt dazu, Menschen mit hohem Unterst&uuml;tzungsbedarf als Pflegefall zu definieren. Nicht selbstbestimmtes Leben, die Pflege von Freundschaften, politisch aktiv sein oder zu arbeiten steht dann im Mittelpunkt, sondern nur noch, ob die Grundversorgung irgendwie gesichert ist.<\/p><p>Auch die Situationen in besonderen Wohnformen sind reformbed&uuml;rftig. Menschen in Einrichtungen d&uuml;rfen gegen&uuml;ber anderen Pflegebed&uuml;rftigen nicht schlechter gestellt werden, sagt &sect; 43a SGB XI. Pflege zuerst, Teilhabe danach, kann wohl kaum die Antwort sein. Wer Teilhabe zur Pflege macht, reduziert den Menschen auf seinen Unterst&uuml;tzungsbedarf.<\/p><p><strong>6. Die Betroffenen werden in finanzielle Haftung genommen<\/strong><\/p><p>Die Frage, wer behinderungsbedingte Mehrkosten tr&auml;gt, sollte klar sein. Nicht so im offiziellen Dialogprozess. Da gab es zur Heranziehung von Einkommen und Verm&ouml;gen keine einigungsf&auml;hige Ma&szlig;nahme. Im geleakten K&uuml;rzungsdokument denkt man ernsthaft &uuml;ber Absenkung von Einkommens- und Verm&ouml;gensfreigrenzen bei behinderten Menschen nach. Da wird Eingliederungshilfe ganz schnell mal zur Armenf&uuml;rsorge im historischen Sinne gemacht. Dabei ist sie eine Teilhabeleistung, die Nachteile ausgleichen soll, die durch Behinderung in einer nicht barrierefreien Gesellschaft entstehen. Hier werden Menschen mit Behinderung daf&uuml;r bestraft, dass sie arbeiten, sparen, erben oder in einer Familie leben, die unterst&uuml;tzend und begleitend Teilhabe erm&ouml;glicht.<\/p><p>Auch wenn wohlhabende Personen finanzielle L&uuml;cken eher schlie&szlig;en k&ouml;nnen, darf Geld keine Rolle spielen, denn Menschen mit niedrigen Einkommen, Familien mit mehreren Belastungen und Menschen in schlecht bezahlten Jobs werden h&auml;rter getroffen. Staatlich verordnete Sparsamkeit wird sehr schnell zur Klassenfrage und entscheidet, ob Teilhabe ein Recht f&uuml;r alle bleibt oder das Recht unter Finanzierungsvorbehalt steht.<\/p><p><strong>7. Barrierefreiheit bleibt vielerorts ein frommer Wunsch<\/strong><\/p><p>Besonders absurd wird die Sparlogik bei Mobilit&auml;t und Hilfsmitteln. Im K&uuml;rzungskatalog wurden Eigenanteile oder H&ouml;chstwerte bei Fahrtkosten, eine st&auml;rkere Verweisung auf den &ouml;ffentlichen Nahverkehr sowie Positivlisten oder Finanzierungsobergrenzen bei Hilfsmitteln diskutiert.<\/p><p>Nat&uuml;rlich sollen Busse und Bahnen genutzt werden k&ouml;nnen. Aber solange der &Ouml;PNV vielerorts nicht barrierefrei, nicht verl&auml;sslich und im l&auml;ndlichen Raum oft kaum vorhanden ist, ist die pauschale Verweisung darauf keine Inklusion. Sie ist eine Leistungsk&uuml;rzung durch Realit&auml;tsverweigerung. Wer einen Fahrdienst braucht, braucht ihn nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil die allgemeine Infrastruktur versagt.<\/p><p>Dasselbe gilt f&uuml;r Hilfsmittel, Kommunikation, Kultur und digitale Teilhabe. Wenn Wohnungen, Schulen, Arztpraxen, Bahnh&ouml;fe und Veranstaltungsorte nicht barrierefrei sind, entstehen zus&auml;tzliche Unterst&uuml;tzungsbedarfe. Diese Kosten dann den Betroffenen aufzub&uuml;rden, hei&szlig;t: Der Staat spart an Barrierefreiheit und schickt die Rechnung an diejenigen, die von den Barrieren ausgeschlossen werden.<\/p><p><strong>8. Rechte werden durch Verfahren verengt<\/strong><\/p><p>Nicht jede Verfahrensreform ist ein Anschlag auf die Grundrechte von Menschen mit Behinderung. Ein gemeinsamer Grundantrag f&uuml;r Reha- und Teilhabeleistungen kann sinnvoll sein und auch Digitalisierung kann entlasten, wenn sie barrierefrei ist, leichte Sprache mitdenkt, Unterst&uuml;tzung erm&ouml;glicht und analoge Wege offenh&auml;lt. Auch l&auml;ngere &Uuml;berpr&uuml;fungsintervalle im Gesamtplan k&ouml;nnen vern&uuml;nftig sein, wenn sich Bedarfe stabil nicht &auml;ndern und die leistungsberechtigte Person zustimmt.<\/p><p>Gef&auml;hrlich wird es, wenn Verfahren nicht mehr Rechte sichern, sondern Anspr&uuml;che filtern. Der offizielle Dialogprozess empfiehlt eine Flexibilisierung der Gesamtplan-&Uuml;berpr&uuml;fung von zwei auf bis zu f&uuml;nf Jahre mit Zustimmung der Leistungsberechtigten. Er will au&szlig;erdem gute Beispiele f&uuml;r KI in der Bedarfsermittlung sammeln. Genau hier braucht es klare rote Linien: Kein Algorithmus darf vorsortieren, wessen Bedarf plausibel erscheint. Keine Standardmaske darf komplexe Lebenslagen unsichtbar machen. Keine l&auml;ngere Frist darf dazu f&uuml;hren, dass ver&auml;nderte Bedarfe jahrelang unber&uuml;cksichtigt bleiben. Verwaltung muss einfacher werden? Ja, aber die Verwaltung ist f&uuml;r den Menschen da und nicht der Mensch f&uuml;r die Verwaltung.<\/p><p><strong>9. Der Anspruch bleibt, die Infrastruktur wird geschw&auml;cht<\/strong><\/p><p>Rechte k&ouml;nnen auch dann entwertet werden, wenn sie formal im Gesetz stehen bleiben. Das geschieht &uuml;ber Vertragsrecht, Verg&uuml;tung und Personal. Im offiziellen Dialogprozess geht es unter anderem um anlasslose Wirtschaftlichkeits- und Qualit&auml;tspr&uuml;fungen, einseitige Verg&uuml;tungsk&uuml;rzungen bei Pflichtverletzungen, die Pr&uuml;fung der Tarifrefinanzierung und Belegungsfragen in Leistungsvereinbarungen. Im geleakten Katalog standen weitergehende Eingriffe wie die Einschr&auml;nkung der Schiedsstellenf&auml;higkeit, Personalkostendeckel und abgesenkte Fachkraftquoten.<\/p><p>Qualit&auml;tspr&uuml;fungen sind nur sinnvoll, wenn die Macht nicht einseitig zu den Kostentr&auml;gern verschoben wird. Dann geraten Leistungserbringer unter Druck und letztlich die Menschen, die Unterst&uuml;tzung brauchen. Kleine Tr&auml;ger k&ouml;nnten so verdr&auml;ngt werden und der Druck, Angebote zu standardisieren, Personalstandards zu senken und Arbeitsbedingungen f&uuml;r Besch&auml;ftigte zu verschlechtern, steigt.<\/p><p>Wer bei Assistenz, Heilerziehungspflege, Schulbegleitung und sozialer Unterst&uuml;tzung L&ouml;hne dr&uuml;ckt, Expertise abwertet oder Budgets zu knapp bemisst, k&uuml;rzt nicht nur Geld bei den Tr&auml;gern, sondern auch Lebensqualit&auml;t im Alltag der Leistungsberechtigten.<\/p><p><strong>10. Zur&uuml;ck ins Heim?<\/strong><\/p><p>Am h&auml;rtesten zeigt sich die Verwaltungsmentalit&auml;t bei sogenannten Belegungsrechten und verbindlicher Bedarfsplanung. Der offizielle Dialogprozess will pr&uuml;fen, inwieweit &Auml;mter und Kostentr&auml;ger st&auml;rker festlegen k&ouml;nnen, welche Pl&auml;tze bei welchen Anbietern freigehalten und besetzt werden. Eine Einigung &uuml;ber eine ausdr&uuml;ckliche Belegungssteuerung im SGB IX gab es nicht.<\/p><p>Im Klartext bedeutet es, dass dann nicht mehr gefragt wird, wo der Mensch mit Behinderung leben m&ouml;chte, sondern nur noch, wo Kapazit&auml;t frei ist. So wird aus selbstbestimmtem Wohnen schlimmstenfalls eine Zwangszuweisung und behinderte Menschen werden wieder ins Heim gesperrt.<\/p><p><strong>11. Eine menschenw&uuml;rdige Alternative<\/strong><\/p><p>Der Ma&szlig;stab f&uuml;r Menschenw&uuml;rde ist in der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) festgeschrieben. Sie verlangt Achtung von W&uuml;rde, individueller Autonomie, Freiheit eigener Entscheidungen und Unabh&auml;ngigkeit. Sie verlangt Nichtdiskriminierung, volle und wirksame Teilhabe, Inklusion und Barrierefreiheit. Sie verpflichtet Staaten, Menschen mit Behinderungen und ihre Organisationen eng zu konsultieren und aktiv einzubeziehen. Sie verlangt, verf&uuml;gbare Ressourcen zur fortschreitenden Verwirklichung sozialer Rechte einzusetzen.<\/p><p>Vor allem aber garantiert sie selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft aller Menschen, die freie Wahl von Wohnort und Wohnform, Zugang zu pers&ouml;nlicher Assistenz, inklusive Bildung mit individuell erforderlicher Unterst&uuml;tzung, pers&ouml;nliche Mobilit&auml;t zu erschwinglichen Kosten sowie soziale Sicherung und Unterst&uuml;tzung bei behinderungsbedingten Aufwendungen.<\/p><p>W&auml;hrend die UN-BRK davon spricht, Barrieren abzubauen, Wahlfreiheit zu sichern, individuell zu unterst&uuml;tzen und Menschen zu beteiligen, will die Bundesregierung Anspr&uuml;che begrenzen, Zumutbarkeit versch&auml;rfen, poolen, pauschalieren, deckeln.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen nicht alles beim Alten zu lassen. Echte Effizienz ohne menschenfeindliches Mindset bedeutet weniger Sonderstrukturen, weniger Zust&auml;ndigkeitskrieg, mehr Barrierefreiheit, inklusivere Schulen, inklusiveren Wohnraum, inklusiveren Arbeitsmarkt, barrierefreier &Ouml;PNV, gute Assistenzarbeit, B&uuml;rokratieabbau ohne Rechtsverlust und solidarische Finanzierung. Mit einem intakten ethischen Kompass ordnet sich die Kostenfrage neu: Nicht behinderte Menschen, sondern deren Ausgrenzung ist zu teuer. Wer Teilhaberechte einer kapitalistischen Effizienzlogik unterwirft, spart nicht an B&uuml;rokratie &ndash; er spart an Freiheit.<\/p><p><strong>Verwendete Quellen:<\/strong><\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.behindertenbeauftragter.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/AS\/PublikationenErklaerungen\/20260423_Positionspapier_EGH_Langversion.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=10\">Konferenz der Beauftragten des Bundes und der L&auml;nder<\/a> f&uuml;r Menschen mit Behinderungen (KBB) (2026): <em>Anlage zum Positionspapier der KBB vom 23. April 2026: Bewertung der einzelnen K&uuml;rzungsvorschl&auml;ge<\/em>.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.un.org\/disabilities\/documents\/convention\/convoptprot-e.pdf\">United Nations (2006)<\/a>: <em>Convention on the Rights of Persons with Disabilities and Optional Protocol<\/em>. A\/RES\/61\/106).<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bmas.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Teilhabe\/empfehlungspapier-eingliederungshilfe-sgb-ix.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=9\">Bundesministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales (BMAS) (2026)<\/a>: <em>Empfehlungen aus dem Dialogprozess Eingliederungshilfe<\/em>. Berlin: Bundesministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.der-paritaetische.de\/fileadmin\/user_upload\/Publikationen\/doc\/paritaetischer_drohender-kahlschlag-2026.pdf\">Deutscher Parit&auml;tischer Wohlfahrtsverband &ndash; Gesamtverband e. V. (2026)<\/a>: <em>Drohender Kahlschlag im Sozialen. Ein aktuelles Arbeitspapier von Bund, L&auml;ndern und kommunalen Spitzenverb&auml;nden enth&uuml;llt drastische K&uuml;rzungspl&auml;ne in der Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe<\/em>.<\/li>\n<\/ol><p><small>Titelbild: Andrii Yalanskyi \/ Shutterstock<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter besch&ouml;nigenden Begriffen wie B&uuml;rokratieabbau und Haushaltsdisziplin wird aktuell klammheimlich &uuml;ber Teilhaberechte von behinderten Menschen verhandelt. So wird Selbstbestimmung von Politikern auf eine Kostenstelle reduziert. 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