{"id":152869,"date":"2026-06-25T16:00:25","date_gmt":"2026-06-25T14:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152869"},"modified":"2026-06-25T17:18:46","modified_gmt":"2026-06-25T15:18:46","slug":"leserbriefe-zu-elon-musk-ist-nun-billionaer-auch-dank-ihnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152869","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eElon Musk ist nun Billion\u00e4r \u2013 auch dank Ihnen!\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\n<strong>Jens Berger<\/strong> untersucht <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152722\">in seinem Artikel<\/a>, wie es zu Elon Musks Billionenverm&ouml;gen kommen konnte, obwohl sein Unternehmen SpaceX &bdquo;keine relevanten Ums&auml;tze macht und Verluste schreibt&ldquo;. Aktienwerte entstehen durch Angebot und Nachfrage, nicht durch Gewinne oder Ums&auml;tze. Beim B&ouml;rsengang von SpaceX wurden dessen Aktien sehr hoch bewertet, was jedoch kaum durch reale Unternehmensdaten gedeckt ist. So war es auch bei seinem KI-Unternehmen xAI und dem &bdquo;chronisch defizit&auml;ren sozialen Netzwerk&ldquo; <em>X<\/em>. Der Erfolg Elon Musks beruht auf der Tatsache, dass er Visionen statt brauchbarer Waren oder Dienste verkauft, unterst&uuml;tzt von zahlreichen Investmentbanken und der Nasdaq-B&ouml;rse, die nur &bdquo;the next big thing&ldquo; im Auge haben, ohne &bdquo;ernsthaft kritisch die Zahlen&ldquo; anzuschauen. Dabei d&uuml;rfte &bdquo;der Gro&szlig;teil der Aktien vielmehr an Profis gegangen sein, die ganz genau wissen, was sie da tun&ldquo;. Das eigentliche Problem an dem ganzen Vorgang ist: ETFs kaufen automatisch solche &uuml;berbewerteten Aktien, treiben die Preise damit k&uuml;nstlich nach oben. In den USA wird die private Altersvorsorge vorwiegend aus ETFs finanziert, d.h. Geld breiter Bev&ouml;lkerungsschichten flie&szlig;t indirekt an Gro&szlig;investoren. Eine &bdquo;Umverteilung von unten nach oben&ldquo; findet statt: Gewinner sind Finanzeliten, Verlierer sind die Kleinanleger, die bei einem m&ouml;glichen Platzen der Blase das Risiko tragen. Diese Entwicklung wird nun auch in Deutschland durch die Rentenkommission forciert, die die B&uuml;rger &bdquo;zwingen will, ein Prozent ihres Bruttogehalts in solche Produkte zu stecken&ldquo;. Wir danken unseren Leserinnen und Lesern f&uuml;r die interessanten Zuschriften, die <strong>Ala Goldbrunner<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt hat.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>nachstehend einige Erg&auml;nzungen:<\/p><ol>\n<li>Wenn Unternehmen Geld ben&ouml;tigen, dann k&ouml;nnen sie sich auf verschiedenen Wegen finanzieren. Ein einfacher Weg besteht darin, wie ein Privatmann zu einer Bank zu gehen und einen Kredit aufzunehmen. Die Bank pr&uuml;ft dann das Gesch&auml;ftsmodell (oder auch nicht wie das vor der Pleite des deutschen Immobilienunternehmers Dr. J&uuml;rgen Schneider zum Teil der Fall war), verlangt in der Regel Sicherheiten und bekommt f&uuml;r den Kredit Zinsen. Das Unternehmen zahlt die Zinsen und tilgt den Kredit. Eine weitere M&ouml;glichkeit besteht in der Ausgabe von festverzinslichen&nbsp;Unternehmensanleihen, also Wertpapieren mit einem vorher fixierten Zinssatz.\n<p>Aktiengesellschaften k&ouml;nnen sich aber auch durch die Ausgabe von Aktien (Anteilsscheinen am Verm&ouml;gen des Unternehmens) finanzieren. Die Aktion&auml;re sind in diesem Fall keine Gl&auml;ubiger wie die Bank bei einem Kredit oder der K&auml;ufer einer Unternehmensanleihe. Aktion&auml;re werden Miteigent&uuml;mer der Aktiengesellschaft und tragen damit auch das unternehmerische Risiko. Daf&uuml;r bekommen sie in der Regel via Dividende eine h&ouml;here Rendite als bei einer Unternehmensanleihe oder die Bank bei einem Bankkredit. Falls die Gesch&auml;fte der Aktiengesellschaft gut laufen, viele Produkte verkauft werden, der Umsatz und die Zahl der besch&auml;ftigten Mitarbeiter steigt usw., dann nehmen die Aktion&auml;re auch am Anstieg des B&ouml;rsenkurses teil, wenn die Nachfrage nach der Aktie steigt und sie den Gewinn beim Verkauf der Aktie realisieren.<\/p>\n<p>Das war einmal die grundlegende Idee der Aktie und sie ist es heute idealtypischerweise in den B&uuml;chern neoklassischer &Ouml;konomen immer noch. Mit dieser idealtypischen Vorstellung hat der&nbsp;real existierende Finanzmarkt&nbsp;aber schon lange nichts mehr zu tun. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass man im Finanz-Casino&nbsp;sogenannte&nbsp;&ldquo;Derivate&rdquo; kaufen und mit der Bank wie beim Pferderennen auf der Rennbahn wetten kann. Die Rendite aber auch der Verlust sind bei Derivaten entsprechend gr&ouml;&szlig;er, weil man damit auch ein gr&ouml;&szlig;eres Risiko eingeht als bei der Aktie (= Basiswert bzw. Referenzwert).<\/p><\/li>\n<li>Wenn sich jemand einen Tesla kauft, dann bekommt er daf&uuml;r immerhin einen E-Motor, eine Batterie, eine Karosserie, ein Lenkrad, vier R&auml;der inklusive Reifen usw. Vor dem Kauf kann ein potentieller K&auml;ufer das Lenkrad anfassen, eine Testfahrt machen und kommt dann gegebenenfalls&nbsp;zu dem pers&ouml;nlichen Ergebnis: F&uuml;r den Preis w&uuml;rde ich diese Sch&uuml;ssel auf vier R&auml;dern nicht kaufen,&nbsp;auch keine gebrauchte Sch&uuml;ssel und auch dann nicht, wenn ich mir die Sch&uuml;ssel leisten k&ouml;nnte ohne einen Kredit bei der Bank aufnehmen zu m&uuml;ssen.\n<p>Bei Space-X kann man vor dem Kauf nichts anfassen, um die Qualit&auml;t des Produkts &uuml;berpr&uuml;fen zu k&ouml;nnen.&nbsp;Man muss sich auf die Urteile der &ldquo;B&ouml;rsenexperten&rdquo; verlassen. Diese B&ouml;rsenexperten bei ARD, ntv, Capital, focus-money, FAZ, SZ, WELT, ZDF usw. schauen dann in die Glaskugel von Lord Voldemort und prognostizieren fantastische Gewinnaussichten und gigantische Kurssteigerungen und wer bittesch&ouml;n will da nicht dabei sein?<\/p>\n<p>Manche sagen, Elon Musk w&auml;re ein Narzisst. Unstrittig ist jedenfalls, dass er ein begnadeter Verk&auml;ufer ist. Es gibt milliardenschwere &ldquo;Superreiche&rdquo;, die niemand kennt und die sich vor der &Ouml;ffentlichkeit verstecken. Elon Musk sucht die &Ouml;ffentlichkeit, denn er verkauft vor allem sich selbst und die Vision, jeder k&ouml;nne von seiner milliardenschweren riesengro&szlig;en Torte ein kleines St&uuml;ck abhaben. Das ist wie mit den Autoren, die B&uuml;cher schreiben: &ldquo;Wie ich in sechs Monaten aus 5.000 Euro eine halbe Million Euro gemacht habe. Auch Sie k&ouml;nnen das.&rdquo; Die einzigen, die mit diesen &ldquo;Tipps&rdquo; Geld verdienen, sind der Autor, der Verlag und gegebenenfalls die Druckerei und die Buchhandlung, falls das Buch &uuml;berhaupt noch in gedruckter Version erscheint. Au&szlig;erdem: Nur altruistische &ldquo;Gutmenschen&rdquo; w&uuml;rden, wenn sie w&uuml;ssten, wie man aus 5.000 Euro in einem halben Jahr (risikolos) 500.000 Euro macht, ein Buch dar&uuml;ber schreiben und das an die gro&szlig;e Glocke h&auml;ngen. Zu diesen&nbsp;uneigenn&uuml;tzigen und selbstlosen Altruisten z&auml;hlt Elon Musk ganz sicherlich nicht.<\/p><\/li>\n<li>Wenn sich Arbeitnehmerinnen\/Arbeitnehmer, ob nun freiwillig oder von der Regierung zwangsverpflichtet, um privat f&uuml;r die Rente vorzusorgen, mit einem Teil ihres Bruttoarbeitseinkommens an dem vision&auml;ren Science-Fiction-Unternehmen von Elon Musk beteiligen bzw. beteiligen m&uuml;ssen und die spacige Vision floppt, dann gehen die kleinen Arbeitnehmer bzw. Rentner leer aus. Da gibt es keinen Einlagensicherungsfonds und kein soziales Netz.\n<p>Der Urheber dieses monet&auml;ren vision&auml;ren Schneeballsystems hat dann seine eigenen Aktienanteile schon lange verkauft und sich daf&uuml;r reale G&uuml;ter gekauft, eine kleine private Insel, eine kleine Ferienvilla im Tessin mit privatem Tennisplatz, eine kleine Ranch in Texas mit vielen K&uuml;hen und Pferden, eine kleine Ferienvilla in Nizza mit privatem Bootsanleger, eine gro&szlig;e Ferienvilla mit privatem Hubschrauberlandeplatz auf der k&uuml;hlen Sommerresidenz in Gr&ouml;nland, einen Weinberg in Kalifornien, einen atomwaffensicheren Bunker in &hellip; (aber das bleibt selbstverst&auml;ndlich streng geheim!), einen zweiten Privat-Helikopter, einen dritten Privat-Jet, die vielen Oldtimer und Luxusautos lassen wir weg, da kommt man mit dem Z&auml;hlen nicht mehr mit, eine gro&szlig;e Kiste mit Gold- und Silberm&uuml;nzen von Captain Blackbeard, ein paar Antiquit&auml;ten von van Gogh und Rembrandt, ein paar Rohdiamanten aus S&uuml;dafrika und ein kleines Forstgrundst&uuml;ck in Kanada mit 12.000 Hektar.<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Dann n&uuml;tzt es dann auch nichts mehr, wenn die vielen kleinen Sparerinnen\/Sparer bzw. Rentnerinnen\/Rentner ganz unten mit Pfeilen und Schleudern auf die Stra&szlig;e gehen und demonstrieren, wenn der Space-Cowboy Elon Musk hoch oben mit seiner Rocket &ldquo;Ilona III&rdquo; durch das Weltall reitet. Wie formulierte es der ber&uuml;hmte britische Dichterf&uuml;rst und Guinness-Liebhaber William Shakespeare schon vor Jahrhunderten:<\/p><p>Utopie oder Dystopie; das ist hier die Frage:<br>\nObs edler im Gem&uuml;t, die Pfeil und Schleudern<br>\nDes w&uuml;tenden Geschicks erdulden oder,<br>\nSich waffnend gegen eine See von Plagen,<br>\nDurch Widerstand sie enden? Sterben &ndash; schlafen &ndash;<br>\n&hellip;<br>\nDes M&auml;chtigen Druck, des Stolzen Mi&szlig;handlungen,<br>\nVerschm&auml;hter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub,<br>\nDen &Uuml;bermut der &Auml;mter und die Schmach,<br>\nDie Unwert schweigendem Verdienst erweist,<br>\nWenn er sich selbst in Ruhstand setzen k&ouml;nnte<br>\n&hellip;<br>\nDa&szlig; wir die &Uuml;bel, die wir haben, lieber<br>\nErtragen als zu unbekannten fliehn.<br>\nSo macht Bewu&szlig;tsein Feige aus uns allen;<br>\nDer angebornen Farbe der Entschlie&szlig;ung<br>\nWird des Gedankens Bl&auml;sse angekr&auml;nkelt;<\/p><p>Und Unternehmen, hochgezielt und wertvoll,<br>\nDurch diese R&uuml;cksicht aus der Bahn gelenkt,<br>\nVerlieren so der Handlung Namen. &ndash; Still!<br>\nDie reizende Ophelia! &ndash; Nymphe, schlie&szlig;<br>\nIn dein Gebet all meine S&uuml;nden ein!<\/p><p>Elon Musk wei&szlig;, wie man 2023 aus Twitter X und 2026 den normalen Leuten ein X f&uuml;r ein U vormacht. Das muss man einfach neidlos anerkennen.<\/p><p>Mit sommerlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nDetlef Schmiedel<\/p><p><em><strong>Antwort Jens Berger:<\/strong> Sch&ouml;nen Dank f&uuml;r Ihre Zuschrift.<\/em><\/p><p><em>Zu Ihrem Satz&hellip;<\/em><\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Diese B&ouml;rsenexperten bei ARD, ntv, Capital, focus-money, FAZ, SZ, WELT, ZDF usw. schauen dann in die Glaskugel von Lord Voldemort und prognostizieren fantastische Gewinnaussichten und gigantische Kurssteigerungen und wer bittesch&ouml;n will da nicht dabei sein?&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><em>&hellip; habe ich sogar noch eine Erg&auml;nzung. Diese Medien erhalten Ihre &bdquo;Informationen&ldquo; &ndash; man denkt ja nicht mehr selbst &ndash; von Analysten der gro&szlig;en Investmentbanken. Musk hat f&uuml;r den IPO ganze 23(!) Investmentbanken eingebunden und die verdienen am IPO pr&auml;chtig, vollkommen egal, wie sich die Aktie sp&auml;ter entwickelt. Und nun raten sie mal, was die Analysten dieser 23 Banken zu den Aussichten f&uuml;r SpaceX geschrieben haben? Klar, das ist eine rhetorische Frage. Wenig &uuml;berraschend ist auch, dass die Analysten von Banken, die nicht am IPO beteiligt waren, durchaus kritisch kommentieren; aber die werden in unseren Medien nicht zitiert.<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS, Jens Berger,<\/p><p>TOP-Artikel !&nbsp; Danke, Jens. Hoffentlich &ouml;ffnet dies den W&auml;hlern die Augen, was Merz mit seiner Rentenreform hier anrichtet&hellip;<\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e<br>\nR.O.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>bemerkenswert finde ich die hohe &ouml;ffentliche Aufmerksamkeit, die sich auf &bdquo;Neues Geld&ldquo; in Gestalt von Musk und Co. richtet. Dabei ist &bdquo;Altes Geld&ldquo; in Gestalt von Dynastien wie Rothschild oder den Saudis doch eigentlich schon allein aufgrund ihres gigantischen Volumens interessanter. Genaue Zahlen bekommt man ja von den Reichen dieser Welt, f&uuml;r die es immer noch zu wenig Geld ist, nie geliefert, aber Sch&auml;tzungen gehen bei den Rothschilds in Richtung 2 Billionen&nbsp; und Saudis 1,2 Billionen Dollar. Da kann man sicher noch einiges drauf legen. Da Geld die Welt regiert, kann man sich vorstellen, wie die einen die Welt in ihrem Sinne jahrhundertelang beeinflussten, die anderen jahrzehntelang. Das deren Einfluss die Welt nicht immer besser gemacht hat, sieht man an ihrem Zustand.<\/p><p>Fazit: altes, verschwiegenes Geld zieht diskret die F&auml;den, neues erweckt das Interesse. Das ist schade.<\/p><p>Mir besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nR. Rei&szlig;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Redaktion,<\/p><p>Jens Berger beschreibt in seinem Artikel sehr treffend, wie absurd die Verm&ouml;genskonzentration inzwischen geworden ist: Menschen wie Elon Musk werden nicht deshalb unvorstellbar reich, weil sie pers&ouml;nlich entsprechend viel reale Leistung erbringen, sondern weil Eigentumstitel, B&ouml;rsenbewertungen, Finanzm&auml;rkte und institutionelle Anleger eine immer gr&ouml;&szlig;ere Machtkonzentration erzeugen.Die entscheidende Frage ist daher: Wie bricht man diese Macht der Ultrareichen?<\/p><p>Meiner Ansicht nach reicht eine klassische Verm&ouml;genssteuer allein nicht aus. Sie kann sinnvoll sein, aber sie &auml;ndert nicht grunds&auml;tzlich die Eigentumsverh&auml;ltnisse. Die wirklich harte Macht liegt nicht nur im Geld, sondern im Besitz an Unternehmen, Plattformen, Infrastruktur, Daten, Produktionsmitteln und damit letztlich an gesellschaftlicher Gestaltungsmacht.Mein Vorschlag w&auml;re daher eine j&auml;hrliche Eigentumsabgabe: Gro&szlig;e Unternehmen ab einer bestimmten Gr&ouml;&szlig;e m&uuml;ssten jedes Jahr 1 Prozent ihrer Anteile an ihre Besch&auml;ftigten &uuml;bertragen. Nicht als frei handelbare Aktien, die sofort wieder an Finanzinvestoren verkauft werden k&ouml;nnen, sondern als unver&auml;u&szlig;erliche Belegschaftsanteile. Diese Anteile w&uuml;rden den Besch&auml;ftigten dauerhaft zustehen, Dividendenanspr&uuml;che begr&uuml;nden und Mitbestimmungsrechte st&auml;rken.<\/p><p>Das w&auml;re keine Enteignung im plakativen Sinne, sondern eine langsame, strukturelle Demokratisierung von Eigentum. Wer ein Unternehmen am Laufen h&auml;lt, wer produziert, entwickelt, verkauft, repariert, pflegt, programmiert, organisiert und t&auml;glich seine Arbeitskraft einbringt, sollte auch dauerhaft am Unternehmen beteiligt sein. Nicht nur mit einem Lohn, der oft kaum zum Leben reicht, sondern mit echtem Anteil am gemeinsam geschaffenen Wert.<\/p><p>Nach zehn Jahren w&auml;ren 10 Prozent eines Unternehmens in Belegschaftshand, nach zwanzig Jahren 20 Prozent. Die Macht einzelner Eigent&uuml;mer, Gr&uuml;nderfamilien, Fonds oder Milliard&auml;re w&uuml;rde St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck zur&uuml;ckgedr&auml;ngt. Gleichzeitig w&uuml;rde Verm&ouml;gen nicht abstrakt &bdquo;umverteilt&ldquo;, sondern dort verankert, wo die reale Arbeit geleistet wird.<\/p><p>Gerade bei Konzernen, deren Wert zu einem erheblichen Teil durch &ouml;ffentliche Auftr&auml;ge, staatliche F&ouml;rderung, Infrastruktur, Forschung, Steuerprivilegien oder politische Entscheidungen entstanden ist, w&auml;re das mehr als gerechtfertigt. Niemand wird Milliard&auml;r im luftleeren Raum. Kein Musk, kein Bezos, kein anderer Ultrareicher schafft solche Verm&ouml;gen allein. Immer stehen Gesellschaft, Staat, Besch&auml;ftigte und &ouml;ffentliche Vorleistungen dahinter.<\/p><p>Eine solche Regelung h&auml;tte mehrere Vorteile: Sie w&uuml;rde die Verm&ouml;genskonzentration bremsen, die Besch&auml;ftigten st&auml;rken, die Abh&auml;ngigkeit von Finanzm&auml;rkten verringern und langfristig eine echte Gegenmacht im Unternehmen schaffen. Genau darum geht es: Nicht nur ein bisschen mehr Umverteilung am Ende, sondern eine Ver&auml;nderung der Machtverh&auml;ltnisse an der Wurzel.<\/p><p>Denn wenn wenige Menschen &uuml;ber gewaltige Eigentums- und Finanzmacht verf&uuml;gen, dann ist Demokratie irgendwann nur noch Fassade. Wer die wirtschaftliche Macht nicht begrenzt, wird auch die politische Macht nicht retten.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nNiki Beckmann<br>\nHameln<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r diesen interessanten, verst&auml;ndlichen, wichtigen und aufschlussreichen Artikel!!!<\/p><p>Es w&uuml;rde mich dar&uuml;ber hinaus sehr ihre Meinung dazu interessieren, wie die Finanzm&auml;rkte und die M&auml;rkte generell insgesamt voraussichtlich vom Platzen dieser &ldquo;SpaceX-Blase&rdquo; betroffen sein werden und wie wahrscheinlich f&uuml;r Sie das Platzen der KI-Blase ist und welche Folgen Sie auch daf&uuml;r generell sehen und wie Sie das alles begr&uuml;nden und wie und ob es sich politisch verhindern lie&szlig;e.<\/p><p>Fritz Gerhard<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Anzumerken bei diesen virtuellen Gewinn und Verm&ouml;genssteigerungen an der B&ouml;rse, die in der Meldung gut verst&auml;ndlich erkl&auml;rt werden, ist der Umstand, dass darauf auch Kredite (Wertpapierkredit, Lombardkredit) vergeben werden k&ouml;nnen. Das wichtig daran ist, da&szlig; neue beleihbare Assets geschaffen werden. Damit kann dann neues Geld geschaffen werden (Giralgeldsch&ouml;pfung) und damit der Wachstumszwang unseres Finanzsystems f&uuml;r eine weitere Runde befriedigt werden.<\/p><p>Das ist dann zwar nicht solide, aber der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht. Da&szlig; dadurch halt die Fallh&ouml;he optimiert wurde, das haben die Menschen ja 1929 schon mal durchexerziert.<\/p><p>mfg<br>\nFrieder Faig<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<\/p><p>wieder einmal haben Sie die Hintergr&uuml;nde gut dargestellt.<\/p><p>Einen Aspekt m&ouml;chte ich erg&auml;nzen:<\/p><p>Die private Altersvorsorge wird &uuml;ber Wertpapiere, speziell Aktien, schlicht nicht funktionieren. Solange genug Sparer da sind, steigt die Nachfrage, bzw ist die Nachfrage hoch.<\/p><p>Gehen mehr in Rente als Vorsorgesparer nachkommen, geht die Nachfrage zur&uuml;ck und die Kurse fallen.<\/p><p>Das (f&auml;lschlicherweise) Demografie-Problem wird am Kapitalmarkt nicht gel&ouml;st.<\/p><p>Es sei denn, alle Industriestaaten h&auml;tten in Summe die gleiche Altersvorsorge und insgesamt gleich viele Junge wie Alte.<\/p><p>Meines Wissens ist das nicht der Fall.<\/p><p>Ich w&uuml;rde gerne mal wissen, was die neue Rentenregelung (1% vom Brutto in Fondanlage) so bewirken wird.<\/p><p>Mein Tipp:<\/p><p>Jetzt kr&auml;ftig Aktien kaufen und dann kurzfristig verkaufen&hellip; Das System wird kippen und dann wundern sich fast alle<\/p><p>Vorher l&auml;sst sich mittelfristig Geld verdienen.<\/p><p>Herzlichst<br>\nThomas Riemke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moin,<\/p><p>&ldquo;dank mir&rdquo;?<\/p><p>N&ouml;, n&ouml;, n&ouml;: So nich, mein Freund! (bitte auf norddeutsch aussprechen)<\/p><p>Es besteht ein gro&szlig;er Unterschied, ob ich von mir aus, in eigener, freier Entscheidung, Geld in ein &ldquo;Musk-Unternehmen&rdquo; stecke, oder ob, quasi durch staatliche N&ouml;tigung, weil die Renten real immer weiter sinken, &ldquo;Kompensationen&rdquo; durch Aufwendung meines Reallohns wie &ldquo;Riester&rdquo;, &ldquo;betriebliche Altersvorsorge&rdquo; et cetera n&ouml;tig wurden &mdash; wenn man es sich &uuml;berhaupt leisten kann. Der Leiharbeiter braucht sich &uuml;ber &ldquo;Riestern&rdquo; erst gar keinen Kopf zu machen, denn alles, was er investierte, ginge f&uuml;r den Wasserkopf in der Versicherungsgesellschaft drauf. Die wiederum legt sein Geld freilich an der B&ouml;rse an und macht den gro&szlig;en Reibach, aber ohne, ihn angemessen daran zu beteiligen &mdash; ist nicht Bestandteil des Vertrages. Staatlich finanzierte Umlagesysteme kommen mit einem Bruchteil der Wasserkopf-Kosten aus, wodurch unterm Strich mehr f&uuml;r die Rentner &uuml;brig bleibt. B&ouml;rsenbasierte Renten sind ein Betrug an der arbeitenden Bev&ouml;lkerung.<\/p><p>Tipp f&uuml;rs n&auml;chste Mal:<\/p><p>Die &Uuml;berschrift bitte nicht ganz so rei&szlig;erisch gestalten, wenn Sie ein, wie Sie selbst sagen, sehr komplexes Thema ansprechen. So manch einer k&ouml;nnte sich vor den Kopf gesto&szlig;en f&uuml;hlen.<\/p><p>Fakt ist auch, dass der kleine Mann, also der gering bis mittel &ldquo;verdienende&rdquo; B&uuml;rger, aufgrund der systemischen Beschaffenheiten &uuml;berhaupt keine Chance hat, als Einzelner irgend etwas zu bewirken &mdash; und damit expliziten Einflu&szlig; auf Musks Gesch&auml;fte haben oder ihn gar zum Billion&auml;r machen k&ouml;nnte. Dieses System ist bewu&szlig;t so beschaffen worden, da&szlig; sich &ldquo;die Kleinen&rdquo; nicht bei &ldquo;den Gro&szlig;en&rdquo; einmischen K&Ouml;NNEN. Also ich habe noch nie eine Einladung nach Davos zum WEF erhalten. Deswegen gibt es komplizierte B&ouml;rsenmechanismen, die nicht selten den Verlust des gesamten Einsatzes nach sich ziehen, und unlesbare Gesetzestexte, sofern sie &uuml;berhaupt noch G&uuml;ltigkeit besitzen.<\/p><p>Aktien und die gesamte B&ouml;rse gleich mit geh&ouml;ren aus meiner Sicht ersatzlos gestrichen. Es kann nicht sein, da&szlig; Grundnahrungsmittel k&uuml;nstlich verteuert werden, wodurch Menschen verhungern, und ebensowenig, da&szlig; man f&uuml;r verbrauchten Strom auch noch Geld kriegt, obwohl man eine sprichw&ouml;rtliche (auch im elektrischen Sinne) Leistung in Anspruch genommen hat; Wenn ich demn&auml;chst einkaufen gehe, kriege ich dann auch Geld aus der Kasse dazu, anstatt etwas bezahlen zu m&uuml;ssen, vielleicht noch abh&auml;ngig von der Tageszeit? Allein diese Beispiele verdeutlichen die Absurdit&auml;t des B&ouml;rsensystems, das sich meilenweit von der realen Wirtschaft entkoppelt hat.<\/p><p>Sollte sich jemand dar&uuml;ber erfreuen, da&szlig; es zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte jemand geschafft hat, als Einzelner (!) die Billionenmarke an Verm&ouml;gen zu &uuml;berschreiten, so sollte man im Hinterkopf behalten, da&szlig; dies ein System m&ouml;glich gemacht hat, das auch Menschenleben auf dem Gewissen hat.<\/p><p>Renten waren urspr&uuml;nglich mal daf&uuml;r gedacht, f&uuml;r alte, kaputt gearbeitete Menschen, die einfach nicht mehr (Steine und 50kg-S&auml;cke schleppen) k&ouml;nnen, den Alltag zu bestreiten, einen Lebensabend in W&uuml;rde zu erm&ouml;glichen.<\/p><p>Geld ist genug da. Es wird nur, wie seit Jahrhunderten schon, falsch verteilt. Ein erster Billion&auml;r ist das beste lebende Beispiel daf&uuml;r.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nMichael Schauberger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-152869","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/152869","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=152869"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/152869\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":152880,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/152869\/revisions\/152880"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=152869"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=152869"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=152869"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}