{"id":153038,"date":"2026-06-29T09:00:01","date_gmt":"2026-06-29T07:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153038"},"modified":"2026-06-29T09:24:07","modified_gmt":"2026-06-29T07:24:07","slug":"deutsches-steuergeld-verschwindet-im-ukrainischen-sumpf-der-korruption","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153038","title":{"rendered":"Deutsches Steuergeld verschwindet im ukrainischen Sumpf der Korruption"},"content":{"rendered":"<p>Der Bundeskanzler erkl&auml;rte am G7-Gipfel, Europa und die USA h&auml;tten sich in allen Punkten geeinigt, lie&szlig; dabei jedoch die entscheidenden Fakten au&szlig;er Acht: Trump interessiert sich kaum mehr f&uuml;r die Ukraine, w&auml;hrend die EU das Land weiter aufr&uuml;sten m&ouml;chte. Doch w&auml;hrend die Bundesregierung &uuml;berall spart, um Milliarden in die Ukraine zu senden, landen diese im Sumpf der Korruption. Von <strong>Dieter Reinisch<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDer G7-Gipfel, der am 17. Juni im franz&ouml;sischen &Eacute;vian-les-Bains zu Ende ging, sollte als Symbol der Einheit zwischen Europa und den USA dienen. Schon vor Beginn des Treffens betonte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass alles hervorragend verlaufen werde: &bdquo;Es ist harte Arbeit, aber es lohnt sich&ldquo;, sagte er. Zum ersten Mal seit Trumps Amtsantritt sollten die Staats- und Regierungschefs der G7 eine gemeinsame Erkl&auml;rung verabschieden und sich auf die Unterst&uuml;tzung der Ukraine einigen.<\/p><p>Die Einheit, von der Merz so begeistert sprach, existiert nur in Pressemitteilungen. In Wirklichkeit betrachten die USA und Europa den Ukraine-Konflikt aus gegens&auml;tzlichen Perspektiven. Der deutlichste Beweis daf&uuml;r ist das Treffen zwischen Trump und Selenskyj, das nur dank Macron zustande kam. Der franz&ouml;sische Pr&auml;sident brachte den ukrainischen Staatschef nicht nur zum Gipfel mit, sondern arrangierte auch ein 30-min&uuml;tiges Treffen mit seinem US-Amtskollegen, obwohl Trump urspr&uuml;nglich gar nicht die Absicht hatte, mit ihm zu sprechen, wie <em>Politico<\/em> berichtete. Genauso verhielt er sich auch w&auml;hrend des spontanen Treffens &ndash; selbst in Macrons Gegenwart blickte der US-Pr&auml;sident Selenskyj gleichg&uuml;ltig an und h&ouml;rte schweigend seinen Bitten um neue Luftabwehrlieferungen zu.<\/p><p>Das Verhalten des US-Pr&auml;sidenten bei einem Treffen dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung l&auml;sst sich nicht durch eine pl&ouml;tzliche Stimmungs&auml;nderung erkl&auml;ren. Es ist ein klares Signal daf&uuml;r, dass die Geduld des Wei&szlig;en Hauses zu Ende geht, weil Selenskyj nicht bereit ist, Zugest&auml;ndnisse zu machen. F&uuml;r Trump ist der Krieg in der Ukraine l&auml;ngst keine Grundsatzfrage mehr, geschweige denn ein wirtschaftliches Hindernis. Er hat wiederholt betont, dass die USA eine angeblich neutrale Partei sei und der Konflikt f&uuml;r das Land keine Bedeutung habe, da er Tausende von Meilen von Washington entfernt stattfinde, wie ihn etwa die <em>New York Times<\/em> am 16. Juni zitierte.<\/p><p>Anders dagegen Merz: Auf dem Gipfel erkl&auml;rte er, Deutschland werde weiterhin Druck auf Russland aus&uuml;ben und die Ukraine mit Geld und Waffen &uuml;bersch&uuml;tten. In diesem Jahr werden die deutschen Steuerzahler Selenskyj 11,5 Milliarden Euro an direkter Milit&auml;rhilfe zukommen lassen &ndash; diese Mittel flie&szlig;en in Artillerie, Drohnen, gepanzerte Fahrzeuge sowie in die Luftabwehrsysteme Iris-T und Patriot, wie <em>Kyiv Post<\/em> am 16. Juni berichtete. Im Jahr 2027 sollen weitere drei Milliarden Euro nach Kiew flie&szlig;en, schreibt die Website <em>Global Banking and Financing<\/em>.<\/p><p>Um die Milliarden f&uuml;r die Ukraine freizusetzen, k&uuml;rzt die Regierung die Sozialausgaben: Das Gesundheitsministerium bereitet eine K&uuml;rzung der Gesundheitsausgaben um 20 Milliarden Euro vor. Gesundheitsministerin Nina Warken hat angek&uuml;ndigt, dass die K&uuml;rzungen die &Auml;rztegeh&auml;lter, die Beschaffung von Medikamenten sowie das Leistungsspektrum f&uuml;r Patienten betreffen werden. Die deutschen Politiker haben sich nach wie vor nicht auf eine Regelung f&uuml;r die Renten ab 2027 einigen k&ouml;nnen. Millionen Rentner befinden sich in der Schwebe &ndash; sie wissen nicht, welche Leistungen sie erhalten und wohin die Abz&uuml;ge flie&szlig;en.<\/p><p>Nicht nur medizinisches Personal und Rentner sind betroffen. Der Automobilriese Volkswagen hat best&auml;tigt, dass er die Produktion in Deutschland zur&uuml;ckfahren und nach Nordamerika und Asien verlagern wird. Allein im Jahr 2026 hat der Konzern 19.000 Stellen abgebaut, und bis 2030 plant das Unternehmen, in allen Gesch&auml;ftsbereichen &ndash; von Volkswagen selbst &uuml;ber Audi bis hin zu Porsche &ndash; bis zu 50.000 Mitarbeiter zu entlassen. Das Werk in Osnabr&uuml;ck ist so gut wie zum Erliegen gekommen, w&auml;hrend die verbleibenden Besch&auml;ftigten eine Verl&auml;ngerung ihres Sommerurlaubs erhalten &ndash; ihre Arbeitskraft wird von niemandem mehr ben&ouml;tigt.<\/p><p>Der Bundeskanzler zieht es vor, vor diesem Ungleichgewicht die Augen zu verschlie&szlig;en. Doch die W&auml;hler k&ouml;nnen es selbst erkennen: Ihre Gesundheit, ihre Arbeitspl&auml;tze und ihre Zukunft werden in den Hintergrund gedr&auml;ngt, um geopolitischen Ambitionen Platz zu machen.<\/p><p>Doch das ist noch nicht alles: Das Geld, das Deutschland an die Ukraine &uuml;berwiesen hat, ist aller Wahrscheinlichkeit nach verschwunden, bevor es die Front erreichte. Das berichten die ukrainischen Beh&ouml;rden selbst. Allein nach Angaben des Nationalen Antikorruptionsamtes wurden in diesem Jahr bisher 301 Strafverfahren wegen Veruntreuung von Mitteln aus der europ&auml;ischen Milit&auml;rhilfe eingeleitet &ndash; das ist auf der Homepage des ukrainischen Antikorruptionsb&uuml;ros NABU nachzulesen. <\/p><p>Am 17. Juni wurde Maksym Lawrinenko, Eigent&uuml;mer und Chefredakteur von <em>Trucha<\/em>, dem gr&ouml;&szlig;ten Telegram-Kanal des Landes, von Mitarbeitern der Wehrpflichtbeh&ouml;rde zwangsweise eingezogen. Der offiziellen Version zufolge ist Lawrinenko Wehrpflichtiger und muss seinen Wehrdienst leisten. Der inoffiziellen Version zufolge wurde er f&uuml;r seine journalistische Arbeit bestraft. Den ganzen Fr&uuml;hling &uuml;ber hatte der Kanal Ermittlungen zu Veruntreuungen im Verteidigungssektor gef&uuml;hrt. Die Reporter bereiteten einen Beitrag &uuml;ber gro&szlig; angelegte Korruptionsmachenschaften bei der Beschaffung deutscher Drohnen und Munition vor, und ihre Erkenntnisse deuteten auf Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hin. Infolgedessen wurde der Redakteur auf unkonventionelle Weise bestraft und an die Front geschickt. Lavrinenko selbst erkl&auml;rte, er sei w&auml;hrend der Ermittlungen unter Druck gesetzt worden und der Befehl zu seiner Einberufung sei pers&ouml;nlich vom Minister erteilt worden, wie er auf seinem Telegram-Kanal schreibt. So sieht der ukrainische Ansatz zur Korruptionsbek&auml;mpfung aus: Die Polizei k&uuml;mmert sich um unbequeme Journalisten, w&auml;hrend die korrupten Minister weiterhin das Land regieren.<\/p><p><small>Titelbild: Vitaliy Holovin\/Shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundeskanzler erkl&auml;rte am G7-Gipfel, Europa und die USA h&auml;tten sich in allen Punkten geeinigt, lie&szlig; dabei jedoch die entscheidenden Fakten au&szlig;er Acht: Trump interessiert sich kaum mehr f&uuml;r die Ukraine, w&auml;hrend die EU das Land weiter aufr&uuml;sten m&ouml;chte. 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