{"id":153194,"date":"2026-07-02T10:00:32","date_gmt":"2026-07-02T08:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153194"},"modified":"2026-07-02T10:38:53","modified_gmt":"2026-07-02T08:38:53","slug":"ein-nazi-pantheon-in-kiew-die-ukraine-als-mittel-des-deutschen-revanchismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153194","title":{"rendered":"Ein Nazi-Pantheon in Kiew \u2013 Die Ukraine als Mittel des deutschen Revanchismus"},"content":{"rendered":"<p>Kiew plant ein nationales Pantheon &ndash; und will darin ausgerechnet Nazi-Kollaborateure wie Bandera und Melnyk ehren. Der Westen schaut weg, Polen reagiert emp&ouml;rt, und Berlin schweigt. Doch das Projekt ist mehr als Geschichtspolitik: Es ist die geistige Mobilmachung f&uuml;r einen Revanchekrieg gegen Russland &ndash; mit deutscher Finanzierung und stiller Duldung. Von <strong>Sevim Dagdelen<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Von Heldenverehrung zur Nazi-Apotheose<\/strong><\/p><p>Der ukrainische Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyj hat der Rada einen Gesetzesentwurf f&uuml;r ein &bdquo;nationales Pantheon&ldquo; vorgelegt. Vordergr&uuml;ndig geht es darum, alle herausragenden Pers&ouml;nlichkeiten der Ukraine zu ehren. Doch bereits jetzt ist klar, dass Faschisten und Nazi-Kollaborateure wie Stepan Bandera und Andrij Melnyk fest in diese Glorifizierung einbezogen werden sollen. In Deutschland w&uuml;rde ein vergleichbares Projekt die Protagonisten des V&ouml;lkermords an den europ&auml;ischen Juden und den V&ouml;lkern der Sowjetunion, Reinhard Heydrich und Heinrich Himmler, in eine institutionalisierte nationale Verehrung miteinschlie&szlig;en. Kiews Projekt eines Nazi-Pantheons bildet den Abschluss einer Reihe von Ehrungen durch Stra&szlig;enbenennungen nach Antisemiten und Kriegsverbrechern, die mit der deutschen Wehrmacht bei deren kolonialem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion kollaborierten.<\/p><p>Das geplante nationale Pantheon unter Einschluss der Nazi-Kollaborateure zeigt deutlich, dass die F&uuml;hrung der Ukraine von einer Revanche gegen Russland tr&auml;umt. Doch nicht nur das: Die Ukrainische Aufst&auml;ndische Armee, in deren Tradition man sich mit der Personenauswahl des Pantheons stellt, ist auch f&uuml;r die Ermordung von 100.000 polnischen Zivilisten verantwortlich.<\/p><p><strong>Der Westen stellt den Persilschein &ndash; Polen zieht die Notbremse<\/strong><\/p><p>Vor diesem Hintergrund wachsen auch die Widerspr&uuml;che im Westen, was die bedingungslose Unterst&uuml;tzung der Ukraine angeht. W&auml;hrend die EU-Kommission der Ukraine mit der Er&ouml;ffnung von Beitrittsverhandlungen einen demokratischen Persilschein ausstellt, hat der polnische Pr&auml;sident Karol Nawrocki dem ukrainischen Machthaber Selenskyj den polnischen Orden des Wei&szlig;en Adlers entzogen, nachdem Selenskyj einer Spezialeinheit der ukrainischen Armee den Ehrennamen &bdquo;Helden der UPA&ldquo; verliehen hatte. UPA &ndash; das ist die Abk&uuml;rzung f&uuml;r die Ukrainische Aufst&auml;ndische Armee, die f&uuml;r antisemitische und antipolnische Massaker im Zweiten Weltkrieg steht.<\/p><p>Die Errichtung eines nationalen Pantheons in Kiew unter Einschluss der Nazi-Kollaborateure, die als eliminatorische Antisemiten auch f&uuml;r die Massaker an Polen verantwortlich zeichnen, d&uuml;rfte die Spannungen weiter versch&auml;rfen. Immer deutlicher sch&auml;lt sich heraus, dass das, was einst als russisches Narrativ unter den Teppich gekehrt wurde, der pr&auml;gende Teil der ukrainischen Geschichtspolitik ist: eine unheimliche Nazi-Apotheose. Die Idee des Pantheons ist es, die verstorbenen Kriegshelden der Vergangenheit f&uuml;r kommende Triumphz&uuml;ge aufzuladen. Diese Idee macht sich die offizielle Geschichtspolitik nun zu eigen. Jede Kritik, wer denn da aufgenommen werde, wird br&uuml;sk als Einmischung in die inneren Angelegenheiten zur&uuml;ckgewiesen. Auch das Zerw&uuml;rfnis mit Polen wird in Kauf genommen.<\/p><p><strong>Kriegsrisiko als deutsche Staatsr&auml;son<\/strong><\/p><p>Warum? Die Ukraine kann sich auch der k&uuml;nftigen finanziellen Unterst&uuml;tzung sicher sein. Deutschland ist zum Hauptfinanzier des Regimes in Kiew mutiert, das sich durch ein Verbot von Oppositionsparteien und die Diskriminierung von Minderheiten auszeichnet. Ob Absicht oder nicht, der US-Stellvertreterkrieg in der Ukraine droht zum Krieg der NATO und EU mit deutscher Hegemonie gegen Russland zu werden. Die Entfesselung von Revanchismus und Nazi-Gedenken mag aus Washingtoner Sicht blo&szlig;er Kollateralschaden sein beim Versuch, Russland zu zerschlagen, wie Frau Kallas es einst als Kriegsziel ausplauderte. Frau Baerbock, die ihr in puncto &sbquo;Herr Lehrer, ich wei&szlig; was&lsquo; in nichts nachstand, sprach vom Ziel, &bdquo;Russland zu ruinieren&ldquo;. F&uuml;r Europa aber bedeutet die Entfesselung des deutschen Revanchismus gegen Russland, wie die geistige Mobilisierung ihrer ukrainischen Hilfswilligen mittels eines Nazi-Pantheons, h&ouml;chste Gefahr.<\/p><p>Bertolt Brecht schrieb einst im Hinblick auf die deutsche Wiederbewaffnung: &bdquo;Das gro&szlig;e Karthago f&uuml;hrte drei Kriege. Es war noch m&auml;chtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.&ldquo; Die Regierung Merz scheint zielsicher den dritten Krieg riskieren zu wollen. Die Ukraine und die Ukrainer sind ihr dabei blo&szlig;es Mittel. Folgerichtig ist aus Berlin keine Kritik am geplanten Nazi-Pantheon in Kiew zu vernehmen. Eine Schande.<\/p><p><small>Titelbild: Mariana Serdynska \/ shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiew plant ein nationales Pantheon &ndash; und will darin ausgerechnet Nazi-Kollaborateure wie Bandera und Melnyk ehren. Der Westen schaut weg, Polen reagiert emp&ouml;rt, und Berlin schweigt. Doch das Projekt ist mehr als Geschichtspolitik: Es ist die geistige Mobilmachung f&uuml;r einen Revanchekrieg gegen Russland &ndash; mit deutscher Finanzierung und stiller Duldung. 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