{"id":153397,"date":"2026-07-07T10:00:50","date_gmt":"2026-07-07T08:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153397"},"modified":"2026-07-07T11:34:01","modified_gmt":"2026-07-07T09:34:01","slug":"trauerwoche-im-iran-millionen-nehmen-abschied-von-ali-khamenei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153397","title":{"rendered":"Trauerwoche im Iran \u2013 Millionen nehmen Abschied von Ali Khamenei"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/2026-07-06T063520Z_1690363236_RC268MA5XBI7_RTRMADP_3_IRAN-CRISIS-KHAMENEI-1783319978.jpg?w=770&amp;resize=770%2C496&amp;quality=80\">Millionen Menschen<\/a> verabschieden sich seit dem vergangenen Freitag von Ali Khamenei, dem langj&auml;hrigen geistlichen F&uuml;hrer der Islamischen Republik Iran. Khamenei wurde am 28. Februar 2026 zu Beginn des US-israelischen Angriffs auf Iran in seinem Wohn- und Amtssitz in Teheran get&ouml;tet. Bei dem Angriff starben eine Tochter, eine Schwiegertochter, ein Schwiegersohn und eine Enkeltochter. Khamenei hatte an einem Treffen des Iranischen Verteidigungsrats teilgenommen, das f&uuml;r die fr&uuml;hen Morgenstunden einberufen worden war. 11 hochrangige Milit&auml;rs und Sicherheitsberater starben mit Khamenei. Die eigentlich f&uuml;r M&auml;rz vorgesehenen Trauerfeierlichkeiten wurden aufgrund des anhaltenden Krieges <a href=\"https:\/\/understandingwar.org\/research\/middle-east\/iran-update-special-report-us-and-israeli-strikes-february-28-2026\/\">verschoben<\/a>. Von <strong>Karin Leukefeld<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIsrael hatte sp&auml;teren Berichten zufolge 30 Pr&auml;zisionsbomben sowie weitere &bdquo;intelligente&ldquo; Bomben der Marke Black Sparrow des israelischen R&uuml;stungsunternehmens Rafael eingesetzt. Die Aufkl&auml;rungsdaten hatte die US-amerikanische Central Intelligence Agency (CIA) geliefert, um sicherzustellen, dass so viele Offizielle wie m&ouml;glich bei dem Angriff zusammen mit Ali Khamenei &bdquo;ausgeschaltet&ldquo; werden konnten. Das O.K. f&uuml;r den Angriff kam aus dem <em>Situation Room <\/em>von Donald Trump in Mar-a-Lago, Palm Beach, Florida, von seinem privaten Landsitz.<\/p><p>Das Wei&szlig;e Haus ver&ouml;ffentlichte <a class=\"nolity\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:President_Donald_J._Trump_oversees_Operation_Epic_Fury_at_Mar-a-Lago,_Palm_Beach,_FL,_Feb._28,_2026._(White_House_photo_by_Daniel_Torok)_(55121599389).jpg\">Fotos<\/a>, die Donald Trump mit USA-Kappe auf dem Kopf im Kreis von engsten Vertrauten zeigen. Nicht dabei waren die Mitglieder des offiziellen Nationalen Sicherheitsrates der USA, der in Washington zusammensa&szlig;. F&uuml;hrende Mitglieder dieses Gremiums, auch dessen Vorsitzende Tulsi Gabbard, hatten sich wiederholt gegen einen Angriff auf Iran ausgesprochen. Aufkl&auml;rungsdaten h&auml;tten eine angebliche Atomwaffengefahr aus Iran, wie von Israel seit Jahrzehnten behauptet, nicht best&auml;tigt.<\/p><p>In einer <a href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/videos\/president-donald-j-trump-on-the-united-states-military-major-combat-operations-in-iran\/\">aufgezeichneten Rede<\/a> warnte Trump am Morgen des Angriffs die Iraner, sich in Sicherheit zu bringen, weil &bdquo;&uuml;berall Bomben fallen werden&ldquo;. Anschlie&szlig;end sollten sie die Regierung im Iran &uuml;bernehmen. Jetzt sei der Moment zu handeln, so Trump, sie sollten ihn nicht (ungenutzt) verstreichen lassen. US-Israel-Strategen gaben dem Angriff den Namen &bdquo;Epischer Zorn&ldquo;, <em>Epic Fury<\/em>. Allein an diesem Tag sollten Hunderte Ziele im Iran angegriffen werden. Darunter war auch eine <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/press-releases\/2026\/03\/un-experts-strongly-condemn-deadly-missile-strike-girls-school-iran-call\">Grundschule in Minab<\/a>, in der s&uuml;diranischen Provinz Hormozgan. 165 Menschen wurden bei dem mehrfachen Angriff get&ouml;tet, darunter mindestens 120 Schulkinder, Jungen und M&auml;dchen, im Alter zwischen 6 und 12 Jahren. 26 Lehrer und Lehrerinnen wurden get&ouml;tet sowie Eltern und Rettungshelfer, die nach dem ersten Angriff versuchten, die versch&uuml;tteten Kinder zu bergen und bei einem folgenden Angriff selber get&ouml;tet wurden.<\/p><p>Die Zahl der Toten in dem 40 Tage dauernden Angriff wurde am 20. April von der offiziellen <a href=\"https:\/\/www.presstv.ir\/Detail\/2026\/04\/20\/767210\/Forensic-authority--At-least-3,375-Iranians-martyred-in-US-Israeli-war\">Iranischen Forensischen Beh&ouml;rde<\/a> mit mehr als 3.300 angegeben. Mehr als 26.500 wurden nach Angaben des Gesundheitsministerium verletzt. Aufgrund der Schwere von Verletzungen wird die Zahl der Toten steigen.<\/p><p><strong>Millionen Menschen trauern um Khamenei<\/strong><\/p><p>Seit dem vergangenen Freitag waren die S&auml;rge von Ali Khamenei und seinen Angeh&ouml;rigen in der Gro&szlig;en Imam Khomeini Moschee Mosalla aufgebahrt, wo Millionen Menschen vom ersten Tag an den M&auml;rtyrern die letzte Ehre erwiesen. Luftaufnahmen zeigten Hunderttausende in der Moschee. Die Stra&szlig;en um die Moschee herum waren von weiteren Hunderttausenden gef&uuml;llt, die geduldig darauf warteten, dass auch f&uuml;r sie der Zugang zur Moschee ge&ouml;ffnet w&uuml;rde.<\/p><p>In einer gesonderten Gedenkzeremonie am Freitag hatten iranische Offizielle mit hochrangigen Delegationen aus Pakistan, T&uuml;rkei, China, Saudi-Arabien und anderen L&auml;ndern in der Mosalla dem get&ouml;teten Ali Khamenei die letzte Ehre erwiesen. 70 L&auml;nder hatten Delegationen nach Teheran geschickt, teilte das iranische Au&szlig;enministerium mit. Regierungsvertreter, Diplomaten und Geistliche waren aus L&auml;ndern der Region, Asien, Afrika, aus S&uuml;damerika und dar&uuml;ber hinausgekommen. Viele <a class=\"nolity\" href=\"https:\/\/cdn.presstv.ir\/Photo\/2026\/7\/3\/1e9fc651-a248-45d7-8d3b-23e63be170a0.jpg\">Delegationen<\/a> zogen in ihrem lokalen, nationalen oder religi&ouml;sen Ornat an den S&auml;rgen vorbei.<\/p><p>Offizielle Delegationen aus West-Europa waren nicht vertreten, aus einigen west-europ&auml;ischen Staaten, auch aus Deutschland waren allerdings Delegationen der schiitischen Glaubensgemeinschaft gekommen. Russland war durch Dmitry Medvedev, den stellvertretenden Vorsitzenden des Russischen Sicherheitsrates, vertreten. Er kam im Auftrag und als Vertreter von Pr&auml;sident Putin. Belarus war durch den Parlamentssprecher vertreten, Serbien hatte seinen Informationsminister geschickt. Aus Bulgarien nahm eine Parlamentarier-Delegation an den Feierlichkeiten teil.<\/p><p>Hochrangige Delegationen vertraten die Schanghai Organisation f&uuml;r Kooperation SCO, die Organisation f&uuml;r Islamische Kooperation OIC und die Entwicklungsorganisation D-8\/ECO, in der Aserbaidschan, Bangladesch, &Auml;gypten, Indonesien, Iran, Malaysia, Nigeria, Pakistan und die T&uuml;rkei ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit koordinieren. Die internationale Teilnehmerliste zeigte deutlich die Bedeutung und Vernetzung des Iran unter und mit den L&auml;ndern und Organisationen des &bdquo;Globalen S&uuml;dens&ldquo; und der blockfreien Bewegung. Viele der internationalen G&auml;ste nahmen die Gelegenheit wahr, um mit iranischen Offiziellen am Rande der Feierlichkeiten &uuml;ber bilaterale Angelegenheiten zu sprechen.<\/p><p><strong>Ein &bdquo;Meer der Menschlichkeit&ldquo;<\/strong><\/p><p>Am Samstag und Sonntag wurden die offiziellen <a lass=\"nolity\" href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/AFP__20260703__B94M7UN__v1__HighRes__StateFuneralOfLateSupremeLeaderAyatollahAliKham-1783042254.jpg?resize=770%2C513&amp;quality=80\">Gebete<\/a> in Anwesenheit von Hunderttausenden Iranern durchgef&uuml;hrt. Die Gebete wurden von Gro&szlig;ayatollah Ja&rsquo;far Sobhani geleitet, einem f&uuml;hrenden Theologen und Mitglied der Marja, dem h&ouml;chsten religi&ouml;sen und rechtlichen Gremium der iranischen Zw&ouml;lfer Schiiten. Das erste Gebet galt dem ermordeten Ali Khamenei. Dann folgte das Gebet f&uuml;r Boshra Hosseini Khamenei, seine Tochter, f&uuml;r Mesbah al-Hoda Baqueri, den Schwiegersohn und Zahra Haddad Adel, die ebenfalls get&ouml;tete Schwiegertochter. Ein drittes Gebet wurde schlie&szlig;lich f&uuml;r Zahra Mohammadi Golpayegani gesprochen, die get&ouml;tete Enkeltochter von Ali Khamenei.<\/p><p>Am fr&uuml;hen Montagmorgen begann die Prozession durch Teheran. Die S&auml;rge von Ali Khamenei und seinen Familienangeh&ouml;rigen wurden von der Mosalla zum Freiheitsplatz mit dem markanten Burj Azadi, dem Freiheitsturm, gefahren. Eine dichte Menschenmenge s&auml;umte den etwa 10 Kilometer langen Weg, der quer durch die Stadt f&uuml;hrte, und es dauerte bis in die Abendstunden an.<\/p><p>Vom Freiheitsplatz soll der Sarg von Ali Khamenei nach Qom gebracht werden, wo am Dienstag weitere Feierlichkeiten geplant sind. Anschlie&szlig;end soll der Sarg Khamenis&rsquo; nach Kerbala und Najaf im Irak gebracht werden, wo weitere Feiern vorgesehen sind. Beide St&auml;dte und die dort befindlichen Moscheen sind wichtige Heiligt&uuml;mer f&uuml;r die Schiiten. Seine letzte Ruhe wird Ali Khamenei schlie&szlig;lich in seiner Geburtsstadt Mashhad finden, wo seine Beerdigung f&uuml;r Donnerstag vorgesehen ist.<\/p><p><strong>&Uuml;berleben in Umbr&uuml;chen<\/strong><\/p><p>Der 1939 geborene Khamenei war auf Wunsch seines Vaters, einem schiitischen Geistlichen, zum Studium der Religion nach Qom gegangen. Der Ort war damals ein wichtiges Zentrum des schiitischen Islam, Khamenei traf dort erstmals mit Ruhollah Khomeini zusammen. In den 1950er-Jahren entwickelte sich in Qom ein akademisches Klima, in dem die theologischen Studien mit Philosophie, &Ouml;konomie und Politik verbunden wurden. Khamenei war f&uuml;nfzehn Jahre alt, als er 1953 den von der US-amerikanischen CIA und dem britischen Geheimdienst MI6 orchestrierten Putsch gegen den gew&auml;hlten iranischen Premierminister Mohammad Mosaddegh erlebte. Mosaddegh bewunderte den &auml;gyptischen Pr&auml;sidenten Gamal Abdel Nasser und dessen Linie der nationalen Entwicklung. Der Putsch sollte die Verstaatlichung des iranischen &Ouml;ls stoppen, die Mosaddegh nach Amtsantritt 1951 angeordnet hatte. USA und Gro&szlig;britannien installierten Schah Reza Pahlavi, der die US-amerikanischen und britischen Firmen einlud, auf die iranischen &Ouml;lfelder zur&uuml;ckzukehren.<\/p><p>Khamenei war seitdem aktiv in der vielschichtigen revolution&auml;ren Bewegung gegen den Schah. Sechs Mal wurde er verhaftet, 1977 wurde er in die Verbannung in die Stadt Iranshar im &auml;u&szlig;ersten S&uuml;dosten des Iran geschickt, in die Provinz Baluchistan. Nach der Flucht des Schah im Januar 1979 und dem Sieg der Revolution kehrte Khomeini aus dem franz&ouml;sischen Exil in den Iran zur&uuml;ck. Ali Khamenei wurde Mitglied im Revolutionsrat.<\/p><p>Die erfolgreiche Revolutionsbewegung zerfiel rasch. Die islamische F&uuml;hrung setzte sich gegen Kr&auml;fte der s&auml;kularen, zumeist kommunistischen Bewegung durch. Viele wurden verhaftet, get&ouml;tet, viele verlie&szlig;en das Land. Nur ein Jahr sp&auml;ter begann der vom Westen und arabischen Golfstaaten befeuerte Iran-Irak-Krieg (1980-1988), der beide L&auml;nder wirtschaftlich verw&uuml;stete.<\/p><p>1989 starb Khomeini und Ali Khamenei wurde vom Expertenrat ins Amt des Obersten Revolutionsf&uuml;hrers gew&auml;hlt. Er stellte das Konzept der &bdquo;Unterst&uuml;tzung der Unterdr&uuml;ckten&ldquo; gegen Arroganz und Hegemonie als religi&ouml;ses und ethisches Prinzip in den Mittelpunkt des Handelns, was auch in die Verfassung aufgenommen wurde.<\/p><p>Eines seiner Lieblingsb&uuml;cher, &uuml;ber das er immer wieder auch sprach, war das vierb&auml;ndige Werk &bdquo;Der Stille Don&ldquo; von Michail Scholochow. Darauf weist der iranische Historiker und Professor f&uuml;r internationale Beziehungen an der Universit&auml;t Teheran, Arash Reisinezhad, hin. Der Protagonist des Buches, Grigori Meluchow, durchlebe den Ersten Weltkrieg, die Russische Revolution und den B&uuml;rgerkrieg und halte dabei an seinem tiefen Ehrgef&uuml;hl und seiner Widerstandsf&auml;higkeit fest. Der Roman feiere keinen Sieg, sondern handele vom &Uuml;berleben inmitten von Umbr&uuml;chen. Ali Khamenei habe sich nicht zu distanzierten Beobachtern der Revolution hingezogen gef&uuml;hlt, sondern zu Schriftstellern, die aus ihr hervorgegangen seien, so Reisinezhad. Ein Leben im Widerstand und &bdquo;Treue zu sich selbst&ldquo; sei f&uuml;r Khamenei in der Politik entscheidend gewesen. Die Millionen Trauernden dieser Tage danken Khamenei daf&uuml;r, dass er immer klar war.<\/p><p><strong>Frieden in der Persischen Golf-Region <\/strong><\/p><p>F&uuml;r westliche Beobachter in Politik und Medien gilt der Iran nach wie vor als &bdquo;b&ouml;sartig&ldquo; oder &bdquo;verflucht&ldquo;, wie nicht zuletzt der israelische Ministerpr&auml;sident Benjamin Netanyahu seit Jahren auf den Jahresversammlungen der Vereinten Nationen vortr&auml;gt. Doch die aktuellen Bilder und der demonstrative Zusammenschluss der Iraner bei der Verabschiedung von Ali Khamenei zeigen einen anderen, selbstbewussten Iran.<\/p><p>Weder Israel noch die USA noch westliche Politiker und deren Geheimdienste kennen und verstehen den Iran, den sie mit immer neuen Anschuldigungen und Bergen von Sanktionen seit mehr als 47 Jahren versucht haben, zu isolieren und zu verleumden. Mit zwei v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffen auf Iran 2025 und 2026 haben Israel, die USA und ihre westlichen und europ&auml;ischen Partner ihre Kriegsziele nicht erreicht: Sie haben &bdquo;den Sturz des Regimes&ldquo; nicht erreicht, keinen Volksaufstand ausgel&ouml;st, sondern das Gegenteil, und der Iran ist nicht zerfallen. Stattdessen liegen die US-Milit&auml;rbasen in den arabischen Golfstaaten in Tr&uuml;mmern, Israel ist innenpolitisch zerstritten und die USA haben ihre letzten Verb&uuml;ndeten unter den arabischen Golfstaaten verloren.<\/p><p>Die Trauerfeierlichkeiten f&uuml;r Khamenei zeigen eine tief verletzte und gleichwohl selbstbewusste iranische Bev&ouml;lkerung und einen Staat, der sich gegen die beiden Atomm&auml;chte USA und Israel milit&auml;risch behauptet hat. Weder die USA noch Israel und auch die sogenannten E3-Staaten in Europa &ndash; Deutschland, Frankreich und Gro&szlig;britannien &ndash; scheinen verstanden zu haben, wie stark der Iran und die Iraner wirklich sind. Anstatt die eigenen Fehler und die Niederlage zu reflektieren, arbeiten sie alle schon daran, das <em>Memorandum of Understanding<\/em> MoU, die von den USA und Iran unterzeichnete Absichtserkl&auml;rung, aus den Angeln zu heben.<\/p><p>W&auml;hrend die Prozession mit den S&auml;rgen von Ali Khamenei und seinen Verwandten sich einen Weg durch die iranische Hauptstadt vorbei an Millionen von Menschen bahnt, meldet sich der israelische Verteidigungsminister Israel Katz zu Wort und droht dem Iran. Im israelischen Sender <em>Kanal 13<\/em> hei&szlig;t es, Khamenei sei ermordet worden, weil er angeblich geplant habe, &bdquo;Israel zu zerst&ouml;ren&ldquo;. Jeder iranische F&uuml;hrer werde &bdquo;eliminiert&ldquo;, wenn er solche Aktionen plane, kommentierte Katz die Trauerprozession in Teheran. Auch der Sohn von Ali Khamenei, Mojtaba Khamenei, der Anfang M&auml;rz zum Nachfolger seines ermordeten Vaters ernannt worden war, stehe &bdquo;auf der Todesliste&ldquo;, hatte Katz bereits Anfang Juli erkl&auml;rt. Der iranische Au&szlig;enminister Abbas Araghchi hatte umgehend <a href=\"https:\/\/iranwire.com\/en\/news\/154406-araghchi-iran-will-respond-if-israel-violates-the-agreement\/\">reagiert<\/a> und erinnerte US-Pr&auml;sident Trump daran, dass &bdquo;die US-Administration sich verpflichtet hat, ihre Handlanger in Tel Aviv zum Schweigen zu bringen&ldquo;. Abbas weiter: &bdquo;Jede Drohung gegen unser Volk und unsere F&uuml;hrung wird eine sofortige, entschlossene Reaktion <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2026\/06\/17\/middleeast\/us-iran-war-mou-text-intl\">nach sich ziehen<\/a>.&ldquo;<\/p><p>Doch nicht nur Israel provoziert. Auch die E-3-Staaten dr&auml;ngeln, mit eigenen Minenr&auml;umbooten, die auch Minen legen k&ouml;nnen, in die Stra&szlig;e von Hormuz einzufahren, und beschuldigen Iran, die &bdquo;freie Seefahrt&ldquo; zu behindern. Gro&szlig;britannien und Frankreich bedr&auml;ngen den Oman &ndash; der als Anrainerstaat bereits mit dem Iran die Sicherheitsfragen f&uuml;r die Stra&szlig;e von Hormuz ber&auml;t &ndash;, eine Fahrtrinne nahe der K&uuml;ste von Oman zu &ouml;ffnen, die dann von britischen und franz&ouml;sischen Schiffen &bdquo;bewacht&ldquo; werden soll. Der deutsche Au&szlig;enminister denkt sogar &ouml;ffentlich dar&uuml;ber nach, dass der Iran die Dienste der E-3-Minenr&auml;umboote <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/wadephul-teheran-soll-fuer-minenraeumung-mit-aufkommen-102.html\">bezahlen m&uuml;sse<\/a>. Allerdings hat Iran gar nicht vor, diese E-3-Dienste in Anspruch zu nehmen. Im Gegenteil hat der Iran bereits Gro&szlig;britannien und Frankreich davor gewarnt, abseits der offiziellen Routen Schiffe durch die Meerenge zu lotsen.<\/p><p>In der US-iranischen Absichtserkl&auml;rung (<em>Memorandum of Understanding<\/em>) steht deutlich in Artikel 5, dass die Handelsschifffahrt sofort wieder aufgenommen werden soll. Iran werde innerhalb von 30 Tagen (nach Unterzeichnung) beginnen, die &bdquo;technischen und milit&auml;rischen Hindernisse (&hellip;.) zu beseitigen&ldquo;, einschlie&szlig;lich Minen r&auml;umen. Iran und Oman werden dar&uuml;ber beraten, wie die zuk&uuml;nftige Verwaltung und maritimen Dienste (f&uuml;r die Seefahrt durch die Stra&szlig;e von Hormuz) gestaltet werden. Mit anderen Golfstaaten sollen weitere Fragen gem&auml;&szlig; dem internationalen Recht und dem souver&auml;nen Recht der K&uuml;stenstaaten an der Stra&szlig;e von Hormuz besprochen werden. Nur innerhalb der ersten 60 Tage (nach Unterzeichnung) werden keine Geb&uuml;hren f&uuml;r den Transit zwischen dem Persischen Golf und dem Meer von Oman durch die Stra&szlig;e von Hormuz f&auml;llig.<\/p><p>US-Pr&auml;sident Donald Trump hat f&uuml;r die Trauerwoche zugesagt, dass keine Angriffe stattfinden sollen. Das <a href=\"https:\/\/www.centcom.mil\/MEDIA\/PUBLIC-RELEASES\/Article\/4531502\/centcom-leads-regional-security-dialogue-with-12-nations-in-bahrain\/\">US-CentCom<\/a> f&uuml;hrte am 2. Juli in Bahrain mit 12 Staaten eine Konferenz f&uuml;r den Milit&auml;rischen Strategischen Partner Dialog durch. Untertitel: Einheit, regionale Stabilit&auml;t, Bek&auml;mpfung b&ouml;sartiger Bedrohungen. Aus der CentCom-Erkl&auml;rung geht hervor, dass an dem Treffen unter Leitung von Admiral Brad Cooper hochrangige Milit&auml;rs aus Bahrain, &Auml;gypten, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien, Syrien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Jemen teilnahmen. Man stehe weiterhin &bdquo;Schulter an Schulter&ldquo; mit den regionalen Partnern, so Cooper. Gemeinsam sei man der &bdquo;regionalen Sicherheit und Stabilit&auml;t verpflichtet&ldquo;. Zum ersten Mal h&auml;tten Libanon und Syrien gemeinsam an einer US-gef&uuml;hrten Verteidigungskonferenz teilgenommen.<\/p><p>Syrien wird aktuell von den USA gedr&auml;ngt, milit&auml;risch im Norden Libanons gegen die Hisbollah vorzugehen und so die libanesische Armee bei der Entwaffnung der Hisbollah zu unterst&uuml;tzen. Vom S&uuml;den her soll diese &bdquo;Unterst&uuml;tzung&ldquo; durch die israelischen Besatzungstruppen vorgenommen werden, wie es in dem trilateralen Abkommen zwischen den USA, Israel und Libanon zu lesen ist.<\/p><p>Syriens Machthaber Al Sharaa lehnt bisher ein milit&auml;risches Eingreifen gegen die Hisbollah im Libanon ab. Doch auf dem bevorstehenden NATO-Gipfel in der T&uuml;rkei k&ouml;nnte sich das auch &auml;ndern, denn US-Pr&auml;sident Donald Trump will sich dort mit Al Sharaa treffen. Beobachter verweisen auf einen &bdquo;Plan B&ldquo;, der in US-israelischen Kreisen kursiert, um die US-Iran-Vereinbarung doch noch zu torpedieren. Danach k&ouml;nnten regionale Konflikte im Jemen, Libanon, Syrien und Irak neu angefacht werden, um Israel &bdquo;freie Hand&ldquo; f&uuml;r weitere milit&auml;rische Angriffe auf die Verb&uuml;ndeten des Iran &ndash; die Achse des Widerstandes &ndash; in diesen L&auml;ndern zu geben.<\/p><p>Der iranische Au&szlig;enminister Abbas Aragchi reagierte auf das CentCom-Treffen scharf mit einem knappen <a href=\"https:\/\/x.com\/araghchi\/status\/2072751070984462423\">Kommentar<\/a> auf <em>X<\/em>, vormals <em>Twitter<\/em>. &bdquo;Hat CENTCOM Sicherheit oder Unsicherheit in unsere Region gebracht&ldquo;, fragte Aragchi. Die Antwort sei klar, und ebenso klar sei: &bdquo;Unsere starken bewaffneten Kr&auml;fte haben bewiesen, dass Au&szlig;enstehende nicht einmal sich selbst sch&uuml;tzen k&ouml;nnen.&ldquo; Aragchi betonte weiter: &bdquo;Frieden in unserer Region kann nur dann aufrechterhalten werden, wenn er umfassend und inklusiv ist und keine Einmischung von au&szlig;en stattfindet.&ldquo;<\/p><p>Als Wegweiser f&uuml;r den Iran sei ein Buch des langj&auml;hrigen Journalisten und Korrespondenten Ulrich Tilgner empfohlen, das unter dem Titel &bdquo;Umbruch im Iran&ldquo; (rororo aktuell 444, M&auml;rz 1979) heute nur noch antiquarisch erh&auml;ltlich sein d&uuml;rfte. Darin fasst Tilgner Augenzeugenberichte, Analysen und Dokumente zusammen, die Aufschluss &uuml;ber die starke Streikbewegung geben, die den Schah zum R&uuml;ckzug zwang und zur Entwicklung der revolution&auml;ren Bewegung in eine Islamische Republik f&uuml;hrte.<\/p><p>&bdquo;Das Urteil &uuml;ber die islamische Republik (sei) schon fertig, bevor sie sich etablieren konnte&ldquo;, hei&szlig;t es im Vorwort des Buches. &bdquo;R&uuml;ckfall ins Mittelalter&ldquo;, Abfall von der Moderne&ldquo;. Persien habe einen &bdquo;einmaligen, viele Monate dauernden Volksaufstand erlebt&ldquo; und suche nun &bdquo;unter der F&uuml;hrung des Schiitenf&uuml;hrers Khomeini einen eigenen, weder von Moskau noch von Washington bestimmten, islamischen Weg in die Zukunft.&ldquo; Khomeini zwinge den Westen, &bdquo;Persien nicht nur als &Ouml;lquelle zu sehen und zu behandeln&ldquo;.<\/p><p>47 Jahre sp&auml;ter und nach zwei v&ouml;lkerrechtswidrigen US-israelischen Kriegen gegen das Land zwingt Iran erneut den Westen, seine Rechte auf souver&auml;ne Entwicklung und territoriale Integrit&auml;t zu respektieren. 47 Jahre lang hat Iran, haben die Iraner &ndash; und mit ihnen die ganze Persische Golfregion &ndash; f&uuml;r das Recht auf Selbstbestimmung und Unabh&auml;ngigkeit einen hohen Preis bezahlt.<\/p><p><small>Titelbild: &copy; Office of Information Preservation and Publication of the Relics of Imam Mujahid Martyr Hazrat Ayatollah Ali Khamenei<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/2026-07-06T063520Z_1690363236_RC268MA5XBI7_RTRMADP_3_IRAN-CRISIS-KHAMENEI-1783319978.jpg?w=770&amp;resize=770%2C496&amp;quality=80\">Millionen Menschen<\/a> verabschieden sich seit dem vergangenen Freitag von Ali Khamenei, dem langj&auml;hrigen geistlichen F&uuml;hrer der Islamischen Republik Iran. Khamenei wurde am 28. Februar 2026 zu Beginn des US-israelischen Angriffs auf Iran in seinem Wohn- und Amtssitz in Teheran get&ouml;tet. Bei dem Angriff starben eine Tochter, eine Schwiegertochter, ein Schwiegersohn und eine Enkeltochter. Khamenei<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153397\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":153398,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,198,20,171],"tags":[951,1557,1583,2520,2756,1418,2283,2448,1553,1800,1556,2360],"class_list":["post-153397","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-iran","tag-israel","tag-libanon","tag-mord","tag-morddrohung","tag-regime-change","tag-revolution","tag-schifffahrt","tag-syrien","tag-trump-donald","tag-usa","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/260706-Trauerwoche.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/153397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=153397"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/153397\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":153426,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/153397\/revisions\/153426"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/153398"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=153397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=153397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=153397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}