{"id":153468,"date":"2026-07-08T16:00:19","date_gmt":"2026-07-08T14:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153468"},"modified":"2026-07-08T16:09:34","modified_gmt":"2026-07-08T14:09:34","slug":"leserbriefe-zu-krankschreibung-ab-tag-1-ein-schuss-ins-eigene-knie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153468","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eKrankschreibung ab Tag 1 \u2013 ein Schuss ins eigene Knie\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\nBundeskanzler Merz gibt <strong>Jens Berger<\/strong> wiederholt Anlass, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153262\">einen Kommentar<\/a> zu verfassen: Die telefonische Krankschreibung soll abgeschafft, am ersten Krankheitstag eine Arbeitsunf&auml;higkeitsbescheinigung vom Arzt eingereicht werden. Unser Autor h&auml;lt das f&uuml;r eine &bdquo;kontraproduktive Schnapsidee&ldquo;, denn damit wird weder der &bdquo;Blaumacher&ldquo; noch der angeblich hohe Krankenstand beseitigt. Krankmeldungen per Telefon machen nur einen geringen Prozentsatz aus, fallen also gar nicht ins Gewicht. Ein Tag im Bett zur Regenerierung einer echten Krankheit oder der bei &bdquo;Blaumachern&ldquo; beliebte Ausn&uuml;chterungstag hilft mehr, um sich wieder voller Kraft der Arbeit zu widmen. Arbeitnehmer sind mit dieser Regelung gezwungen, &bdquo;zum Arzt zu gehen, der einen dann nicht einen Tag, sondern gleich mehrere Tage krankschreibt&ldquo;, was zu noch h&ouml;heren Wartezeiten in Arztpraxen f&uuml;hrt, eine zus&auml;tzliche Belastung f&uuml;r wirklich Kranke bzw. chronisch kranke Menschen ist und den Krankenstand weiter in die H&ouml;he treibt. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. K&uuml;rzungen aus redaktionellen Gr&uuml;nden bleiben vorbehalten. Herzlichen Dank f&uuml;r Ihre Zuschriften, zusammengestellt von <strong>Ala Goldbrunner<\/strong>.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo NDS-Team!<\/p><p>Dass diese Nummer der &ldquo;Regierung&rdquo; Merz nur der Propaganda dient, ist klar. Auch dass die Abschaffung eher zu l&auml;ngeren Krankschreibungen und damit zu mehr Ausfall f&uuml;hrten wird ist logisch. Aber Logik und Merz&hellip; das sind zwei Universen ohne nennenswerte Schnittmenge.<\/p><p>Was mich aber mal interessieren w&uuml;rde w&auml;re, ob wir seit der Coronazeit, in der diese telefonische Krankschreibung eingef&uuml;hrt wurde,<strong> tats<\/strong><strong>&auml;<\/strong><strong>chlich<\/strong> einen h&ouml;heren Krankenstand haben. Wundern w&uuml;rde es mich nicht. Aber dann h&auml;tte ich eine andere Ursache im Verdacht: Die an 64 Millionen&nbsp; Deutsche verabreichte, hochgef&auml;hrliche &ldquo;Covid-Schutzimpfung&rdquo;. Die ist meines Erachtens auch f&uuml;r das enorme Anschwellen der &Uuml;bersterblichkeit verantwortlich, die 2020, dem Jahr als wir &ldquo;schutzlos&rdquo; dem neuen Virus ausgesetzt waren, bei Null lag, 2021 deutlich stieg (h&ouml;her als in normalen Grippejahren) und 2023, im Jahr der &ldquo;Booster-Impfung&rdquo; mit 80.000 den h&ouml;chsten Wert in der Geschichte der Bundesrepublik erreichte. Sie ist seitdem meines Wissens auch nicht wieder auf &ldquo;Vorkriegswerte&rdquo; zur&uuml;ckgegangen. Das verwundert auch nicht angesichts aktueller Studien, wonach die durch diese modRNA-Manipulation verursachte Produktion von Covid-Spike-Proteinen durch k&ouml;rpereigene Zellen bei einzelnen Patienten sogar &uuml;ber 700 Tage nach &ldquo;Impfung&rdquo; immer noch am Laufen war. Da l&auml;uft das Immunsystem im Dauerstress, abgesehen davon, da&szlig; die Spike-Proteine selbst hochgiftig sind.<\/p><p>Liegen den NDS da belastbare Erkenntnisse vor?<\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e, Ole.<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong><\/em><\/p><p><em>Lieber Ole,<\/em><\/p><p><em>das Problem ist, dass man das nicht seri&ouml;s messen kann, da die Datenbasis das nicht hergibt. Die stets ver&ouml;ffentlichten Zahlen stammen von den Krankenkassen. Und vor 2022 gab es noch keine elektronische Krankmeldung. Nun haben aber gerade bei kleineren Firmen die Personaler nat&uuml;rlich nicht immer die Daten an die Krankenkassen weitergegeben, wenn das &ndash; z.B. bei einem kurzen Ausfall &ndash; gar keine Relevanz f&uuml;r sie hatte. Das ist &uuml;brigens der Hauptgrund f&uuml;r den seit 2022 gestiegenen Krankenstand, den Merz beklagt &ndash; ein statistischer Effekt, der nichts &uuml;ber die realen Ausf&auml;lle aussagt. Alles andere ist Spekulation. Die Politik tut ja immer so, als seien dies verl&auml;ssliche Daten. Das ist aber Unsinn. Wenn es bei uns bei den NachDenkSeiten mal jemanden nicht so gut geht, sagt er oder sie kurz bescheid und bleibt halt einen Tag im Bett. Davon erf&auml;hrt aber nat&uuml;rlich die Krankenkasse nichts; warum auch? So wird es sicher in den meisten kleineren Unternehmen gehandhabt. Wenn diese nun gezwungen w&uuml;rden (das ist ja m.W. nicht vorgesehen), diese unsinnige 1-Tages-Regel zu &uuml;bernehmen, w&uuml;rde daher der statistische Krankenstand wohl f&ouml;rmlich explodieren ;-)<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>sehr gesch&auml;tztes Team der NachDenkSeiten,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r diesen Artikel, dem ich absolut zustimme.<\/p><p>Ich w&uuml;rde mir w&uuml;nschen, dass wir &auml;hnliche Regelungen, wie die von Merz gew&uuml;nschten, mal f&uuml;r Abgeordnete des Bundestages und der Landtage andenken.<\/p><p>Die Hauptt&auml;tigkeit eines Abgeordneten ist die politische Arbeit in den Parlamenten und Aussch&uuml;ssen. Nebent&auml;tigkeiten haben sich dem unterzuordnen. Das ist so, wie in jedem Arbeitsverh&auml;ltnis. Ein Nebenjob darf die Hauptarbeit nicht belasten.<\/p><p>Wenn also ein Abgeordneter nicht an einer Plenumssitzung oder an einer parallel dazu stattfindenden Ausschusssitzung teilnehmen kann, ben&ouml;tigt er zwingend ein &auml;rztliches Attest. Der Verweis auf eine wichtige Sitzung eines Aufsichtsrates, in dem der Abgeordnete nebenberuflich sitzt kann nicht z&auml;hlen. Das ist sein Nebenverdienst. In der freien Wirtschaft kann ein Angestellter auch nicht sagen: &ldquo;Ich kann heute nicht zur Arbeit erscheinen, weil ich zu meinem Nebenjob gehe.&rdquo;<\/p><p>Die Arbeitsunf&auml;higkeitsbescheinigung ist, aufgrund der h&ouml;heren Strafandrohung bei Gef&auml;lligkeitsattesten, nun auch f&uuml;r den ausstellenden Arzt heikel. Sollte der Abgeordnete dann in der &Ouml;ffentlichkeit bei einer Rede oder bei seiner Nebent&auml;tigkeit wahrgenommen werden, h&auml;tte das f&uuml;r den Arzt ja Konsequenzen. Ebenso macht sich hier der Abgeordnete des Arbeitszeitbetruges schuldig. Das k&ouml;nnte mit einer Abmahnung geahndet werden. Bei dreimaligem Versto&szlig; erfolgt die Entlassung aus dem Amt und die Streichung seiner Pensionsanspr&uuml;che aus seinem Amt als Abgeordneter. Sein freiwerdender Sitz bleibt entweder frei oder es r&uuml;ckt der n&auml;chste Politiker der Liste der letzten Wahl nach. Wenn man es Politikern, Ministern und Kanzlern so erkl&auml;rt, versuchen sie in Zukunft evtl. mal zu verstehen, wovon sie reden wollen.<\/p><p>Bei einem solchen Vorschlag kommen dann gerne die Bedenkentr&auml;ger die sagen, dann werde man keinen mehr finden, der Abgeordneter werden wolle. In der freien Wirtschaft verdienten sie ja dann viel mehr Geld. Dem halte ich mit Blick auf unser politisches Personal entgegen: In der freien Wirtschaft w&auml;ren viele von denen arbeitslos.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nThorsten Fengler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger sehr geehrtes Nachdenkseitenteam<\/p><p>Ich weiss nicht, wie das &uuml;berhaupt vern&uuml;nftig gehen soll: Krankschreibung ab Tag 1. Meine aktuellen Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem sind da ganz anders. Es ist nicht der Normalfall, dass man an einem Tag, an dem man krank geworden ist, auch einen Arzttermin beim Hausarzt bekommen kann. In der Regel m&uuml;ssen auch f&uuml;r Hausarztbesuche inzwischen Termine vereinbart werden (Tage sp&auml;ter). Bei Spezial&auml;rzten betragen die Wartezeiten i.d.R. f&uuml;r nicht Privatpatienten ja mehrere Monate.<\/p><p>Die Versorgung im Krankenhaus ist f&uuml;r Nicht-Privatpatienten teilweise katastrophal. Was i.d.R. noch funktioniert ist der Notruf 112. Der Notarzt und die Sanit&auml;ter kommen i.d.R. sehr schnell. Nur im Krankenhaus m&uuml;ssen die eingelieferten Patienten dann mitunter lange warten bis sie weiter &ldquo;verarbeitet&rdquo; werden.<\/p><p>Armes Deutschland! hat fast nur noch schuldenbasiertes Geld f&uuml;r Aufr&uuml;stung und Finanzierung des Ukrainekrieges, um die Ukraine in NATO und EU zu integrieren und Russland zu ruinieren und l&auml;sst die Reichen weiter reich bleiben und reicher werden. Und alles wird von Politik und Medien sch&ouml;n geredet und &uuml;ber die Misst&auml;nde wird der Mantel des Schweigens ausgebreitet ! Wo soll das enden? in einem Atomkrieg?<\/p><p>Mir scheint, solange der deutsche Michel noch in Urlaub fliegen (wenn auch schuldenbasiert) und mit seinem Auto die Umwelt verpesten kann, und die Hitze noch irgendwie aush&auml;lt, solange wird er nicht mal in Wahlen seine wertebasierten Volksvertreter vom Acker jagen.<\/p><p>Fritz Gerhard<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Ist jemand vielleicht schon auf die Idee gekommen, dass dieser Vorschlag nur ein Ablenkungsman&ouml;ver ist, um die anderen schlimmen Punkte elegant durchzubekommen?<\/p><p>D.S.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<\/p><p>ich teile Ihre Einsch&auml;tzung zur geplanten Neuregelung der Krankschreibung voll und ganz. Und dennoch k&ouml;nnte sich diese Ank&uuml;ndigung als ein geschickter Schachzug der Regierung erweisen.<\/p><p>Warum? Wegen ihrer offenkundigen Widersinnigkeit bietet sie einen wunderbaren Aufreger, auf den sich nun s&auml;mtliche Medien st&uuml;rzen. Und dabei geraten die echten Zumutungen aus dem Blickfeld.<\/p><p>Berufseinsteiger erwartet nun eine schier endlose Kette befristeter Vertr&auml;ge, die sie auf lange Zeit in einer prek&auml;ren Besch&auml;ftigungssituation h&auml;lt und eine Familienplanung drastisch erschwert.<\/p><p>Arbeitnehmer, die ihrem Arbeitgeber zu teuer geworden sind, k&ouml;nnen k&uuml;nftig einfach gek&uuml;ndigt und durch billigere (befristete) Kr&auml;fte ersetzt werden. Das trifft in erster Linie die &Auml;lteren, die unter Umst&auml;nden schon gesundheitlich angeschlagen sind und dann wenig Chancen auf eine erneute Anstellung haben &ndash; vorerst nur die wirklich gut bezahlten, aber man kennt ja das Prinzip der Salamitaktik, mit der eine solche Regelung nach und nach auf Normalverdiener ausgeweitet wird.<\/p><p>Au&szlig;erdem st&auml;rken beide Ma&szlig;nahmen die Machtstellung der Arbeitgeber gegen&uuml;ber den Arbeitnehmern. Kritische Mitarbeiter werden sich in Zukunft noch genauer &uuml;berlegen, ob sie die Manipulation von Abgaswerten oder Verst&ouml;&szlig;e gegen den Arbeitsschutz im Unternehmen offen ansprechen.<\/p><p>Mich w&uuml;rde es daher nicht wundern, wenn die Regierung in Bezug auf die Krankschreibung gro&szlig;m&uuml;tig einen R&uuml;ckzieher macht &ndash; seht her, wir h&ouml;ren auf euch! &ndash; w&auml;hrend die harten Brocken ohne Diskussion durchgewunken werden.<\/p><p>In diesem Sinne: Bleiben Sie dran, vor allem auch bei den Vorhaben, die weniger Beachtung finden.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nChristine Brengel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>nachdem die SPD darauf hinwies, dass es sich bei der Schnapsidee um den Kompromiss zum eigentlichen Plan der CDU handelt, die ersten Krankheitstage aus der Lohnfortzahlung zu nehmen, wird doch deutlich, worum es wirklich geht. Man will, dass kurzzeitige Kranke ihre Urlaubs- und Gleitzeitkonten nutzen, um sich auszukurieren. Das werden viele auch machen, wenn sie ad hoc gar keinen Arzttermin bekommen oder sich nicht krank am ersten Tag zum Arzt schleppen wollen, um eine eAU auszul&ouml;sen. Da passt es doch ganz gut, dass in der Erk&auml;ltungssaison kein Arzt Zeit haben wird und quasi gar keine andere Wahl bleibt, als sein Zeit- und Urlaubsguthaben zur Genesung zu nutzen.<\/p><p>Die Dr&uuml;ckeberger zu kriegen, das kann gar nicht die Absicht sein, denn das geht schon heute. Jeder Arbeitgeber kann, z.B. bei Verdacht auf Missbrauch, die AU schon am ersten Tag fordern. Wenn er es nicht macht, will er die Dr&uuml;ckeberger nicht fangen oder hat keine. Statt dessen alle redlichen Mitarbeitenden im Generalverdacht des &bdquo;Dr&uuml;cketismus&ldquo; zur AU am ersten Tag zu zwingen, zeugt entweder von Dummheit oder Verlogenheit. Mit Blick auf meine obigen Zeilen sehe ich das Zweite als gegeben.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nThomas Thrun<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moin,<\/p><p>jetzt fangen sie an, komplett durchzudrehen?<\/p><p>In vielen Unternehmen und sogar Beh&ouml;rden gibt es doch bereits die &ldquo;Tagesattest-Pflicht&rdquo;, wie es im Amtsdeutsch so sch&ouml;n hei&szlig;t; mitunter ist sie sogar geregelt, beispielsweise durch einen Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung. Das hei&szlig;t, da&szlig; die Firmen bereits seit Jahrzehnten das Instrument in der Hand halten, mutma&szlig;liche Blaumacher dazu zu zwingen, sich von einem Arzt ab dem 1. Tag eine Arbeitsunf&auml;higkeit (AU) bescheinigen zu lassen: sind zu viele solcher Kulanz-Krankentage in einem bestimmten Zeitraum angefallen, wird die Regelung f&uuml;r den betroffenen Mitarbeiter gestrichen, und er braucht dann ab dem 1. Tag eine Krankmeldung.<\/p><p>Weshalb genau will die Politik diesen Firmen &amp; Beh&ouml;rden vorschreiben, wie sie mit ihrem Personal umzugehen haben? Ist das auch wieder ein Sch&uuml;ren von Hetze gegen eine Minderheit, die &ldquo;blau machenden Arbeiter&rdquo;? Sowas wie der &ldquo;Florida-Rolf&rdquo;, der die (Sozial-)Systeme missbraucht, um sich einen sch&ouml;nen Lenz zu machen? Da wird pauschal unterstellt, dieses Werkzeug, das man vertrauensvoll nutzen sollte, w&uuml;rde permanent missbraucht. Das Gegenteil ist auch der Fall: ich kenne Mitarbeiter, vorwiegend weiblich und in Teilzeit, also keine Gro&szlig;verdiener, die sich sogar Urlaub oder &Uuml;berstunden nehmen, wenn sie krank sind, weil sie um ihren Arbeitsplatz mit jahrelangem Festvertrag f&uuml;rchten. Das nenne ich dann &ldquo;das andere Extrem&rdquo;. Wobei nicht selten Druck auf Arbeitnehmer gemacht wird, weniger krank zu sein, und dann auch schonmal mit der K&uuml;ndigung gewedelt wird.<\/p><p>Den Arbeitgeber freut&rsquo;s: In einem Personalgespr&auml;ch wurde mir nahe gelegt, da&szlig; ich mein auf Arbeitszeitkonten sauer erspartes Geld f&uuml;r das Auskurieren von Krankheiten nehmen k&ouml;nnte &mdash; bei solchem Personal, wie oben geschildert, f&auml;llt so ein mieser Trick nat&uuml;rlich auf fruchtbaren Boden. Dass der Arbeitgeber eine gesetzliche Pflicht zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hat: geschenkt. Schenken sollen die Arbeitnehmer ihren Lohn dem Arbeitgeber, wenn sie krank sind.<\/p><p>Was die Abschaffung der telephonischen Krankschreibung angeht: War die nicht mal dazu gedacht, um Infektions&uuml;bertragungen zu verhindern? Sie war w&auml;hrend &ldquo;Corona&rdquo; eingef&uuml;hrt worden. Da pa&szlig;te es ja auch gut ins Bild, eine v&ouml;llig &uuml;berzeichnete Panik darzustellen, da&szlig; man sich ja blo&szlig; nicht mit einem extrem b&ouml;sartigen Coronavirus anstecken sollte. &ldquo;Corona&rdquo; ist nun vorbei (zumindest denkt man das), daher soll wohl mutma&szlig;lich damit auch die in diesem Zusammenhang stehende Regelung wieder abger&auml;umt werden. Ganz ehrlich? Ich finde es gut, wenn ich mich nicht total krank in ein Wartezimmer schleppen mu&szlig;, nur, um eine Krankmeldung abzuholen. Dann braucht es n&auml;mlich Ruhe, damit das Immunsystem gescheit arbeiten kann. Andernfalls fange ich mir noch mehr ein oder verbreite den Kram auch noch. Ich habe auch schon Mitarbeiter erlebt, die sich v&ouml;llig erk&auml;ltet auf die Arbeit geschleppt haben, trotz der M&ouml;glichkeit, bis zu 3 Tage ohne Attest zu Hause bleiben zu k&ouml;nnen. So schlimm k&ouml;nnen die Arbeiter also gar nicht sein, wie Herr Merz da unterstellt.<\/p><p>Missbrauch wird stets von einer Minderheit betrieben. Mit so einer pauschalisierten Forderung nimmt er alle, die ehrlich &amp; vertrauensvoll ihre Arbeit bestreiten wollen, nicht nur in Sippenhaft, sondern unterstellt ihnen auch noch, da&szlig; sie auf Kosten der Arbeitgeber f&uuml;r lau zu Hause bleiben wollten. Auch da kenne ich viele Menschen, die gerade wegen l&auml;ngerer Krankheit wieder zur Arbeit wollen &mdash; denn irgend etwas Sinnstiftendes mu&szlig; man ja im Leben machen, am besten noch etwas, das zus&auml;tzlich Geld bringt. Da sollte mal die Politik ansetzen, und stattdessen die Arbeiter in Ruhe lassen. Es gibt Projekte &amp; Studien, die eine 4-Tage-Woche oder 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich ausprobiert haben: die Arbeit wird produktiver, effizienter, die Mitarbeiter sind zufriedener und vor allem &mdash; weniger krank.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nMichael Schauberger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS-Redaktion,<\/p><p>In D&auml;nemark und den Niederlanden kennt man keine Attestpflicht, in Spanien gilt sie ab dem 4. Tag, in Schweden ab Tag acht. In Schweden werden Krankentage erst ab Tag 15 gez&auml;hlt, wenn es Krankengeld gibt. Die Tage mit Lohnfortzahlung fallen nicht in die Statistik. So viel mal zum internationalen Vergleich.<\/p><p>Vor einigen Monaten war der Ruf nach einem Industriestrompreis zur Verbesserung der Wettbewerbsf&auml;higkeit sehr laut. Und jetzt, nachdem die &ldquo;hart arbeitende Mitte&rdquo; (Steuerzahler) der Industrie die Differenz zwischen Markt- und Zielpreis beim Strom sponsert, ist sie da wie Ph&ouml;nix aus der Asche gestiegen? Pustekuchen! Dass die Auto-, Chemie- und Stahlindustrie im Land der &ldquo;Arbeitsscheuen und der Blaumacher&rdquo; hunderttausende Arbeitspl&auml;tze abbaut, das haben wohl die Arbeitnehmer gegen die Interessen der Unternehmer durchgesetzt &ndash; schlie&szlig;lich soll ja nach deren Ansicht eigentlich mehr und l&auml;nger gearbeitet werden.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMichael Wrazidlo<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrtes NachDenkenSeiten &ndash; Team,<\/p><p>was ich in den Argumenten gegen diese &ldquo;Reform&rdquo; vermisse ist die Tatsache, da&szlig; kranke Menschen erst mal kr&auml;nker werden, wenn sie sich zum Arzt schleppen m&uuml;ssen und sich nicht gleich mal im Bett erholen k&ouml;nnen und dem K&ouml;rper die Gelegenheit geben k&ouml;nnen, den Anfangsschub an Krankheit mit vollen Kr&auml;ften zu bek&auml;mpfen. Die Heilung der Krankheit wird dadurch ja erst einmal verschleppt, wenn man am 1. Tag in die Praxis muss. Alle anderen Argumente sind nat&uuml;rlich genauso richtig, aber ich vermisse in der Diskussion ein wenig das von mir vorgebrachte Argument.<\/p><p>Ich m&ouml;chte aber auch den Moment nutzen, um zu sagen, da&szlig; dieser Fall eindeutig zeigt, da&szlig; die Politiker jegliche Bodenn&auml;he verloren haben und sowas von unf&auml;hig sind. Wer so mit Gesetzen danebenliegt, der hat nichts in der Legislative verloren. Nat&uuml;rlich finde ich auch die anderen &ldquo;Reformen&rdquo; gr&ouml;&szlig;tenteils v&ouml;llig daneben. Aber es war auch nichts anderes erwartbar. Es ging von Anfang an darum, den Sozialstaat kaputtzumachen. Wir k&ouml;nnen uns solche Politiker nicht mehr leisten !<\/p><p>Nachdenkliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJ&uuml;rgen Schopp<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes Team der NachDenkSeiten,<\/p><p>T&auml;glich lese ich Eure interessanten Artikel und bedanke mich daf&uuml;r.<\/p><p>Allerdings ist dem Herrn Jens Berger in seinem Artikel ein logischer Fehler unterlaufen. Ich m&ouml;chte ihn hiermit darauf aufmerksam machen;<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Lange Rede, kurzer Sinn: Mit der M&ouml;glichkeit, sich selbst mal einen Tag Auszeit zu nehmen und sich auszukurieren, sinkt der Krankenstand nicht, sondern er steigt. Warum? Weil man gezwungen ist, zum Arzt zu gehen, der einen dann nicht einen Tag, sondern gleich mehrere Tage krankschreibt. Das sagt zumindest die empirische Evidenz.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es m&uuml;sste hier logischerweise hei&szlig;en:<\/p><p>Lange Rede, kurzer Sinn: Mit der <strong>fehlenden<\/strong> M&ouml;glichkeit, sich selbst mal einen Tag Auszeit zu nehmen und sich auszukurieren, sinkt der Krankenstand nicht, sondern er steigt.<\/p><p>Macht weiter so.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e aus der Uckermark<br>\nAndreas Glei&szlig;ner<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>kann es sein, dass hier &ndash; im ersten Teil &ndash; eine Verneinung fehlt?<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Lange Rede, kurzer Sinn: Mit der M&ouml;glichkeit, sich selbst mal einen Tag Auszeit zu nehmen und sich auszukurieren, sinkt der Krankenstand nicht,&hellip; &rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>z.B &ldquo;mit der **fehlenden** moeglichkeit&ldquo;&hellip;<\/p><p>Mit freundlichen Gruessen<br>\nHorst Rudolf<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger zu den letzten beiden Leserbriefen:<\/strong><\/em><\/p><p><em>Mit der doppelten Verneinung haben wir Norddeutschen immer unsere Probleme ;-)<\/em><\/p><p><em>Sie haben nat&uuml;rlich Recht, wir korrigieren das.<\/em><\/p><p><em>1000 Dank und beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><\/p><p><em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-153468","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/153468","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=153468"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/153468\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":153473,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/153468\/revisions\/153473"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=153468"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=153468"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=153468"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}