{"id":154442,"date":"2026-08-02T13:00:39","date_gmt":"2026-08-02T11:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154442"},"modified":"2026-07-31T15:42:26","modified_gmt":"2026-07-31T13:42:26","slug":"asean-2026-auf-politischen-ausgleich-und-diplomatie-bedacht-vielstimmige-und-widerspruechliche-toene-aus-manila","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154442","title":{"rendered":"ASEAN 2026: Auf politischen Ausgleich und Diplomatie bedacht \u2013 vielstimmige und widerspr\u00fcchliche T\u00f6ne aus Manila"},"content":{"rendered":"<p>Ja, es gibt sie noch: Internationale Plattformen und Foren, auf denen ausnahmsweise mal nicht bellizistische Tiraden, beschworene &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; und eine sich stetig selbst &uuml;berbietende Sanktionspolitik tonangebend sind. Stattdessen eine Plattform und ein Forum, wo vielmehr das Primat politischer Debatten und Diplomatie vorherrscht. Den Beweis daf&uuml;r lieferte das j&uuml;ngste Au&szlig;enministertreffen der 1967 gegr&uuml;ndeten <em>Vereinigung S&uuml;dostasiatischer Nationen (ASEAN<\/em>), das vom 21. bis zum 23. Juli in der philippinischen Metropole Manila standfand. Dass die ASEAN weit &uuml;ber die Region hinaus an Ausstrahlungskraft gewonnen hat, bewies nicht nur das Stelldichein der Au&szlig;enminister der VR China, Russlands, Indiens, Japans, S&uuml;dkoreas und der USA. Gegen Letzteren richteten sich seitens linker Kr&auml;fte im Lande harsche Proteste, die Mr. Marco Rubio freilich durch sein Berserkertum selbst provozierte. Eine kritische Nachbetrachtung von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Antikommunistische Wurzeln und Wachstum in Raten<\/strong><\/p><p>Die ASEAN wurde am 8. August 1967 in der thail&auml;ndischen Hauptstadt Bangkok von urspr&uuml;nglich f&uuml;nf Staaten aus der Taufe gehoben &ndash; Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand und den Philippinen. Ziel war die F&ouml;rderung des konjunkturellen Aufschwungs, des sozialen Fortschritts und der politischen Stabilit&auml;t, um ein Gegengewicht zu &bdquo;kommunistischen Umtrieben&ldquo; aufzubauen. Der Vietnamkrieg &ndash; in Vietnam selbst der &bdquo;Amerikanische Krieg&ldquo; genannt &ndash; wurde seitens des von den USA angef&uuml;hrten &bdquo;Westens&ldquo; ja unter anderem auch damit begr&uuml;ndet, einem &bdquo;Dominoeffekt&ldquo; den Riegel vorzuschieben. Man bef&uuml;rchtete damals allen Ernstes ein &bdquo;Umkippen&ldquo; zahlreicher L&auml;nder in der Region ins kommunistische Lager und war sichtlich erleichtert dar&uuml;ber, dass sich 1965\/66 in Indonesien, dem bev&ouml;lkerungsreichsten Land S&uuml;dostasiens, General Suharto in einem Blutrausch gegen die dortige (weltweit drittst&auml;rkste) kommunistische Partei (PKI) an die Macht geputscht hatte. In Indonesiens Hauptstadt Jakarta ist auch das ASEAN-Sekretariat angesiedelt. Im Gr&uuml;ndungsdokument der ASEAN ist zu lesen:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;[&hellip;] die Staaten S&uuml;dostasiens teilen eine grundlegende Verantwortung f&uuml;r die St&auml;rkung der wirtschaftlichen und sozialen Stabilit&auml;t der Region und f&uuml;r die Sicherung friedlicher Entwicklung der L&auml;nder, und sie sind entschlossen, ihre Stabilit&auml;t und Sicherheit gegen &auml;u&szlig;ere Einfl&uuml;sse jeder Art oder Propaganda zu sichern.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Bald zeigten sich Erfolge der wirtschaftlichen &Ouml;ffnungspolitik und einige L&auml;nder r&uuml;ckten zu den sogenannten Tiger&ouml;konomien auf. 1971 wurde die <em>&bdquo;Zone des Friedens, der Freiheit und der Neutralit&auml;t&ldquo; (ZOPFAN) <\/em>errichtet und der Grundstein f&uuml;r die Aufnahme weiterer L&auml;nder in die Vereinigung gelegt. Den Reigen er&ouml;ffnete das &ouml;lreiche Sultanat Brunei, das im Jahr 1984 als sechstes ASEAN-Mitglied aufgenommen wurde. Nach dem Ende des Vietnamkriegs (1975) votierten weitere L&auml;nder f&uuml;r eine Mitgliedschaft, was im Falle Vietnams 1995, bei Myanmar und Laos 1997, im Falle Kambodschas 1999 und schlie&szlig;lich im Falle Osttimors (Timor-Leste) Ende Oktober 2025 realisiert wurde. Papua-Neuguinea genie&szlig;t seit Langem einen Beobachterstatus.<\/p><p>Heute umfassen die elf Mitgliedsl&auml;nder der ASEAN rund 700 Millionen Einwohner sowie eine Gesamtfl&auml;che von &uuml;ber 4,5 Millionen Quadratkilometern. Die Vereinigung hat ein gemeinsames Bruttoinlandsprodukt von ca. 3,47 Billionen Euro und ein Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent im Jahr 2025.<\/p><p><strong>&bdquo;Gemeinsam die Zukunft gestalten&ldquo; &ndash; die Agenda in Manila<\/strong><\/p><p>Die Philippinen richteten vom 18. bis 24. Juli in Manila das 59. Treffen der ASEAN-Au&szlig;enminister sowie eine Reihe weiterer hochrangiger Konferenzen &ndash; darunter auch von Unterorganisationen der ASEAN &ndash; aus. Zu den wichtigsten Themen geh&ouml;rten die Krise im von Milit&auml;rs dominierten und tiefen ethnischen Konflikten gekennzeichneten Myanmar, Konflikte im S&uuml;dchinesischen Meer, der Krieg im Nahen Osten, Handel, wirtschaftliche Stabilit&auml;t und grenz&uuml;berschreitende Cyberkriminalit&auml;t. Ziel der einw&ouml;chigen Veranstaltungsreihe, deren Motto <em>&bdquo;Gemeinsam die Zukunft gestalten&ldquo;<\/em> lautete, war es, die Priorit&auml;ten der philippinischen Vorsitzf&uuml;hrung voranzutreiben, die Einheit und Zentralit&auml;t der ASEAN zu st&auml;rken sowie die regionale und internationale Zusammenarbeit zu vertiefen. Die philippinische Au&szlig;enministerin Ma. Theresa P. Lazaro &uuml;bernahm den Vorsitz der einw&ouml;chigen Sitzungsreihe. Nach Ansicht von Beobachtern, Kommentatoren und politischen Analysten gelang es der ASEAN in Manila einmal mehr, sich als diplomatisches Nervenzentrum der Region zu pr&auml;sentieren.<\/p><p><strong>Bedeutsame Zusammenk&uuml;nfte &ndash; Direktgespr&auml;che zwischen Rubio, Lawrow und Wang<\/strong><\/p><p>So bot denn auch Manila das Forum f&uuml;r l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llige Gespr&auml;che auf Augenh&ouml;he zwischen Regierungsvertretern der USA und Russlands, w&auml;hrend Zusammenk&uuml;nfte von Vertretern der Europ&auml;ischen Union sich andernorts darin &uuml;berbieten, direkte Kan&auml;le nach Moskau zu scheuen beziehungsweise geschlossen zu halten und in einen gegen Russland verh&auml;ngten Sanktionsrausch zu verfallen.<\/p><p>Die Begegnung der beiden Chefdiplomaten dauerte laut Meldungen der russischen Nachrichtenagentur <em>TASS<\/em> mehr als eineinhalb Stunden. Lawrow habe Moskaus Bereitschaft zu einer politischen und diplomatischen L&ouml;sung des Konflikts in der Ukraine bekr&auml;ftigt. Au&szlig;erdem sei es um die Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und den USA gegangen. Laut <em>TASS<\/em> betonte Lawrow erneut die Bereitschaft Russlands zu Verhandlungen &uuml;ber eine Beendigung des Krieges in der Ukraine. Man sei zu einem Waffenstillstand bereit, wenn sich die Ukraine aus ihrem eigenen und bisher nicht von Moskau kontrollierten Gebiet im Donbass zur&uuml;ckziehe &ndash; eine Forderung, die der ukrainische Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyj wiederholt kategorisch ablehnte.<\/p><p>Rubio und Lawrow sprachen nach Angaben des russischen Au&szlig;enministeriums auch &uuml;ber die Lage im Nahen Osten. Russland kritisiert als Verb&uuml;ndeter des Iran immer wieder die US-Angriffe auf die islamische Republik am Persischen Golf und warf in diesem Zusammenhang (west-)europ&auml;ischen Staaten vor, mit einer Politik der Destabilisierung auf eine &bdquo;strategische Niederlage&ldquo; Russlands hinzuarbeiten. Dennoch wurde vereinbart, die Kontakte zwischen Moskau und Washington fortzusetzen.<\/p><p>Rubio f&uuml;hrte au&szlig;erdem Gespr&auml;che mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi, die sich unter anderem um einen m&ouml;glichen Besuch des chinesischen Pr&auml;sidenten in den USA rankten. Kontrovers ist und bleibt hier die Bewertung des Urteils des St&auml;ndigen Schiedshofs in Den Haag vom 12. Juli 2016, als dieser im Streit zwischen Beijing und Manila den Philippinen in nahezu allen Punkten recht gab und Chinas Gebietsanspr&uuml;che im S&uuml;dchinesischen Meer zur&uuml;ckwies. In jenem Jahr hatte das Schiedsgericht entschieden, dass Chinas historische Anspr&uuml;che auf fast das gesamte S&uuml;dchinesische Meer (abgegrenzt durch eine sogenannte <em>&bdquo;Neun-Striche-Linie&ldquo;)<\/em> einer rechtlichen Grundlage gem&auml;&szlig; <em>Seerechts&uuml;bereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) <\/em>entbehrten. Viele der umstrittenen Riffe und Felsen im Gebiet der Spratly-Inseln sind bei Flut &uuml;berschwemmt. Das Gericht urteilte, dass diese keine eigene <em>Ausschlie&szlig;liche Wirtschaftszone (AWZ)<\/em> von 200 Seemeilen f&uuml;r China begr&uuml;nden k&ouml;nnen. China wurde verurteilt, da es durch den Bau k&uuml;nstlicher Inseln die Umwelt schwer besch&auml;digt und philippinische Fischer sowie die &Ouml;lf&ouml;rderung in der philippinischen Wirtschaftszone illegal behinderte. Das Urteil ist zwar rechtlich bindend, doch China erkennt die Zust&auml;ndigkeit des Schiedsgerichts von Beginn an nicht an und bezeichnet den Beschluss als null und nichtig.<\/p><p>Swaran Singh, <em>Professor f&uuml;r Diplomatie und Abr&uuml;stung an der<\/em><em> Jawaharlal Nehru University<\/em> in Neu-Delhi und Pr&auml;sident der <em>Association of Asia Scholars<\/em>, schrieb im Online-Magazin <em>Asia Times<\/em>:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Die Treffen in Manila haben zudem einen wichtigen Unterschied zwischen strategischen Koalitionen und diplomatischen Institutionen deutlich gemacht. (&hellip;) im Gegensatz zur Quad (der 2007 auf Initiative des ehemaligen japanischen Premierministers Abe Shinzo geschaffene Quatrilaterale Sicherheitsdialog umfasst die USA, Australien, Japan und Indien und versteht sich als sicherheits- und milit&auml;rpolitischer Zusammenschluss f&uuml;r einen &sbquo;freien und offenen Indopazifik&lsquo; &ndash; Anm.: RW) verlangt die ASEAN weder ideologische Pr&uuml;fungen noch strategische Exklusivit&auml;t. Anders als AUKUS (ein trilaterales Milit&auml;rb&uuml;ndnis, das im Sommer 2021 zwischen Australien, dem Vereinigten K&ouml;nigreich und den USA geschlossen wurde und im Kern gegen die VR China gerichtet ist &ndash; Anm.: RW) ist sie kein Sicherheitsb&uuml;ndnis, und anders als die BRICS orientiert sie sich nicht an revisionistischen Ambitionen. Ihr komparativer Vorteil liegt in ihrer Inklusivit&auml;t. Demokratien und Einparteienstaaten, B&uuml;ndnispartner und strategische Rivalen, etablierte M&auml;chte und kleinere Staaten &ndash; sie alle finden in den von der ASEAN geleiteten Foren diplomatischen Raum.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Singhs Res&uuml;mee:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Weit davon entfernt, von neueren Institutionen verdr&auml;ngt zu werden, erg&auml;nzt die ASEAN diese zunehmend und bietet das einzige wirklich inklusive Forum, in dem Asiens konkurrierende strategische Visionen noch immer am selben Verhandlungstisch diskutiert werden k&ouml;nnen.&ldquo; (&Uuml;bersetzung: RW)<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Reizfigur Rubio &ndash; Proteste und Demonstrationen<\/strong><\/p><p>Rubios insgesamt viert&auml;giger Aufenthalt in Manila diente nebst Gespr&auml;chen mit Kollegen auch und gerade der Pflege engster Beziehungen zu Manila. Als Repr&auml;sentant der ehemaligen Kolonialmacht der Philippinen (1898 &ndash; 1946) wurde er von Pr&auml;sident Marcos jr. in den Pr&auml;sidentenpalast Malaca&ntilde;ang eingeladen, wo er dem Gastgeber attestierte:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Dies ist ein Land, das enge Beziehungen zu den Vereinigten Staaten unterh&auml;lt, und wir pflegen eine Partnerschaft, die sich als sehr stark erwiesen hat. (&hellip;) Deshalb freuen wir uns, heute hier zu sein, um diese Beziehung &ndash; die Beziehung zwischen den USA und den Philippinen &ndash; erneut zu bekr&auml;ftigen.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Marcos seinerseits erkl&auml;rte, die Region durchlebe derzeit den &bdquo;Fluch&ldquo; &bdquo;interessanter Zeiten&ldquo;. Der Pr&auml;sident ging zwar nicht n&auml;her auf diese Bemerkung ein, doch der philippinische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Jose Manuel Romualdez, erkl&auml;rte, Marcos habe damit die aktuellen Entwicklungen auf der Weltb&uuml;hne gemeint.<\/p><p>&Uuml;berdies agiert Rubio im zutiefst manisch-repressiven Trump-Kabinett als Falke par excellence. Alles, was nicht ins engstirnige Weltbild des US-Imperialismus passt, ist ihm ein rotes Tuch &ndash; zuv&ouml;rderst alle\/s &bdquo;Linke\/n&ldquo;, &bdquo;Kommunisten&ldquo;, &bdquo;Terroristen&ldquo; und neuerdings auch der <em>Internationale Strafgerichtshof (IStGH)<\/em> in Den Haag. Gegen diesen k&uuml;ndigte er noch vor der Abberufung von Karim Khan als Chefankl&auml;ger eine &bdquo;diplomatische Kampagne&ldquo; an und drohte, das h&ouml;chste Weltgericht &bdquo;niederzurei&szlig;en&ldquo;, &bdquo;Ziegelstein f&uuml;r Ziegelstein&ldquo;. Gen&uuml;gend Z&uuml;ndstoff f&uuml;r die fortschrittlichen und linken Kr&auml;fte in den Philippinen, gegen Rubio &ndash; trotz allgemein friedlich verlaufener ASEAN-Konferenz &ndash; mit Protesten und Demonstrationen mobil zu machen. Organisiert wurden diese in erster Linie von der militanten Bauernorganisation <em>Kilusang Magbubukid ng Pilipinas (KMP)<\/em>, dem Linksb&uuml;ndnis <em>Bagong Alyansang Makabayan (BAYAN) <\/em>und engagierten Menschenrechtsorganisationen.<\/p><p>In Aufrufen von KMP und BAYAN am 22. Juli hie&szlig; es:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Rubios Besuch sollte alle Filipinos daran erinnern, dass es bei Washingtons Indopazifik-Strategie nicht um die Entwicklung der Philippinen geht, sondern um die Wahrung der strategischen Vorherrschaft der USA in der Region. (&hellip;) F&uuml;r die philippinische Bev&ouml;lkerung bedeutet dies eine verst&auml;rkte Ausbeutung unserer nat&uuml;rlichen Ressourcen, insbesondere einen verst&auml;rkten Abbau von seltenen Erden und anderen kritischen Rohstoffen, was landwirtschaftliche Gemeinschaften, indigene V&ouml;lker und die Umwelt bedroht. Riesige KI-Rechenzentren werden enorme Mengen an Strom und Wasser verbrauchen &ndash; und das in einem Land, das ohnehin schon mit hohen Stromkosten, unzureichender Infrastruktur und wiederkehrenden Wasserknappheiten zu k&auml;mpfen hat. Bei diesen Projekten werden die Bed&uuml;rfnisse ausl&auml;ndischer Konzerne Vorrang vor dem Wohlergehen der einfachen Filipinos genie&szlig;en.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Im am 21. Juli ver&ouml;ffentlichten Leitartikel in <em>Ang Bayan (Das Volk),<\/em> dem Zentralorgan der <em>Kommunistischen Partei der Philippinen (CPP),<\/em> fiel die Kritik noch sch&auml;rfer aus:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Marcos ist zu einer der gehorsamsten Marionetten des US-Imperialismus in der halbkolonialen Geschichte des Landes geworden. Er hat das Land der Ausbreitung der US-Streitkr&auml;fte ausgesetzt. Er hat deren Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte, die Stationierung Tausender amerikanischer Soldaten, die Lagerung ihrer Raketen, Drohnen und anderer Kriegsmaterialien sowie deren fortw&auml;hrende Nutzung des Landes f&uuml;r Kriegs&uuml;bungen zugelassen. (&hellip;) Die USA sollen mehr als 500 Operationen in den Philippinen durchf&uuml;hren, wodurch die Nutzung ziviler Einrichtungen f&uuml;r milit&auml;rische Zwecke ausgeweitet wird, darunter die H&auml;fen von Cagayan de Oro und Cebu, ein &Ouml;ldepot in Davao und ein Flugplatz in Sangley Point in Cavite. Behauptungen, dies diene &sbquo;humanit&auml;ren Zwecken und der Katastrophenhilfe&lsquo;, sind eine Farce, da nach mehreren Katastrophen keine Hilfe bei den Opfern ankam. Stattdessen bringen Milit&auml;r&uuml;bungen, wo und wann immer sie stattfinden, Leid &uuml;ber die Bev&ouml;lkerung.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Und in derselben Ausgabe von <em>Ang Bayan<\/em> wurde konstatiert:<\/p><blockquote><p>\n    <em>&bdquo;W&auml;hrend die Handlanger des US-Marcos-Regimes den Streit um das S&uuml;dchinesische Meer ausnutzen, sind dessen Vertreter damit besch&auml;ftigt, im Rahmen der von den USA vorangetriebenen &sbquo;Pax Silica&lsquo;-Initiative eine &sbquo;Wirtschaftssicherheitszone&lsquo; einzurichten. Im Juli dieses Jahres gab das Regime Foxconn als &sbquo;Ankerinvestor&lsquo; beziehungsweise Hauptfinanzierer f&uuml;r die geplante Enklave bekannt. Foxconn, auch bekannt als Hon Hai Precision Industry Co., Ltd., gilt als gr&ouml;&szlig;ter Elektronikhersteller, der Produkte f&uuml;r Apple, Amazon, Microsoft und Sony montiert.<\/em><\/p>\n<p>    <em>Foxconn-Arbeiter leiden seit Langem unter extremer Ausbeutung, &Uuml;berlastung und unmenschlichen Arbeitsbedingungen in China und Indien. &Uuml;berstunden von 80 bis 100 Stunden pro Monat sind an der Tagesordnung. Den Besch&auml;ftigten ist es untersagt, au&szlig;erhalb der festgelegten Zeiten zu sprechen oder die Toilette aufzusuchen. (&hellip;) Foxconn erh&auml;lt zudem besondere Anreize, Steuererleichterungen und andere Verg&uuml;nstigungen. Die bereits zwischen den USA und den Philippinen getroffene Vereinbarung sieht vor, dass das Unternehmen in den ersten beiden Betriebsjahren hier keine Miete zahlen muss. Das Unternehmen wird zudem von mindestens 20 Brunnen profitieren, die derzeit in drei D&ouml;rfern in Tarlac im Eiltempo angelegt werden und die die Wasserressourcen der indigenen Bev&ouml;lkerung und der Bauern in der Region ersch&ouml;pfen werden. Gleiches gilt f&uuml;r das Stromnetz, das derzeit gebaut wird, um den Strombedarf der Enklave von f&uuml;nf Gigawatt zu decken.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Weiterf&uuml;hrende Lekt&uuml;re &amp; Links<\/strong><\/p><ul>\n<li>ASEAN <em>Main Portal<\/em> * <a href=\"https:\/\/asean.org\/\">asean.org\/<\/a> &amp; ASEAN &ndash; <em>Daten &amp; Fakten<\/em> * <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/themen\/10751\/asean\/#topicOverview\">de.statista.com\/themen\/10751\/asean\/#topicOverview<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/eu-internationales\/dossiers\/Verband-Suedostasiatischer-Nationen-ASEAN\">parlament.gv.at\/eu-internationales\/dossiers\/Verband-Suedostasiatischer-Nationen-ASEAN<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/asean.org\/secretary-general-of-asean-to-participate-in-the-59th-asean-foreign-ministers-meeting-and-related-meetings-in-manila-the-republic-of-the-philippines\/\">asean.org\/secretary-general-of-asean-to-participate-in-the-59th-asean-foreign-ministers-meeting-and-related-meetings-in-manila-the-republic-of-the-philippines\/<\/a><\/li>\n<li>Luisa Cabato (2026) * <a href=\"https:\/\/globalnation.inquirer.net\/332141\/marcos-rubio-reaffirm-ph-us-ties-tackle-pax-silica-initiative\">globalnation.inquirer.net\/332141\/marcos-rubio-reaffirm-ph-us-ties-tackle-pax-silica-initiative<\/a><\/li>\n<li>Felix Heiduk\/Nora Hell (2025): <em>Der ASEAN-Gipfel 2025: Mehr als nur eine B&uuml;hne f&uuml;r Trump<\/em>. Stiftung Wissenschaft &amp; Politik (SWP), Berlin * <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/10.18449\/2025A49\/\">swp-berlin.org\/10.18449\/2025A49\/<\/a><\/li>\n<li>Foxcomm IT Services * <a href=\"https:\/\/foxcomm.co.uk\/\">foxcomm.co.uk\/<\/a> &amp; Foxconn &ndash; Stiller Riese aus Taiwan * <a href=\"https:\/\/www.computerbild.de\/artikel\/News-Internet-Fast-jeder-hat-schon-Foxconn-Produkte-gekauft-doch-wer-steckt-hinter-der-Firma-40732261.html\">computerbild.de\/artikel\/News-Internet-Fast-jeder-hat-schon-Foxconn-Produkte-gekauft-doch-wer-steckt-hinter-der-Firma-40732261.html<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Foxconn\">de.wikipedia.org\/wiki\/Foxconn<\/a><\/li>\n<li>Michael Leifer (1995):<em> Dictionary of the Modern Politics of South-East Asia<\/em>. London\/New York<\/li>\n<li>Mohssen Massarrat (2026): <em>Anatomie der US-Hegemonie. Vom amerikanischen Zeitalter zur multipolaren Welt. <\/em>Wien<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/philippinerevolution.nu\/2026\/07\/21\/fight-us-imperialist-war-and-plunder-and-the-marcos-puppet-regime\/\">philippinerevolution.nu\/2026\/07\/21\/fight-us-imperialist-war-and-plunder-and-the-marcos-puppet-regime\/<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/philippinerevolution.nu\/2026\/07\/21\/pax-silica-a-bane-for-filipino-workers\/\">philippinerevolution.nu\/2026\/07\/21\/pax-silica-a-bane-for-filipino-workers\/<\/a><\/li>\n<li>Werner R&uuml;gemer (2026): <em>Broken USA: 250 Jahre Kriege, Unterdr&uuml;ckung und L&uuml;gen<\/em>. Berlin<\/li>\n<li>Swaran Singh (2026): <em>ASEAN reclaims its centrality as newer blocs wobble and wane<\/em> * <a href=\"https:\/\/asiatimes.com\/2026\/07\/asean-reclaims-its-centrality-as-newer-blocs-wobble-and-wane\/\">asiatimes.com\/2026\/07\/asean-reclaims-its-centrality-as-newer-blocs-wobble-and-wane\/<\/a><\/li>\n<li>Rainer Werning (2026): <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=150771\"><em>Pax Silica: Neue Initiative mit (alten) Fallstricken<\/em><\/a><\/li>\n<\/ul><p><small>Titelbild: justit<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, es gibt sie noch: Internationale Plattformen und Foren, auf denen ausnahmsweise mal nicht bellizistische Tiraden, beschworene &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; und eine sich stetig selbst &uuml;berbietende Sanktionspolitik tonangebend sind. Stattdessen eine Plattform und ein Forum, wo vielmehr das Primat politischer Debatten und Diplomatie vorherrscht. 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