{"id":154598,"date":"2026-08-05T15:00:14","date_gmt":"2026-08-05T13:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154598"},"modified":"2026-08-05T16:07:17","modified_gmt":"2026-08-05T14:07:17","slug":"es-gibt-noch-gute-nachrichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154598","title":{"rendered":"Es gibt noch gute Nachrichten"},"content":{"rendered":"<p>Die staatlich finanzierte &bdquo;Servicestelle Friedensbildung Baden-W&uuml;rttemberg&ldquo;, die Unterrichtsmaterialien f&uuml;r Schulen bereitstellt, hat nach einer Presseanfrage der <em>NachDenkSeiten<\/em> die &Auml;nderung eines Dokuments zum Konflikt im Iran angek&uuml;ndigt. Darin sind wesentliche Informationen zu US-amerikanischen Interventionen und zugeh&ouml;rigen v&ouml;lkerrechtlichen Einsch&auml;tzungen sowie iranische Informationen zu Opfern von Protesten weggelassen worden. Nun will die Servicestelle nachbessern. Von <strong>Karsten Montag<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIm M&auml;rz 2025 hat US-Finanzminister Scott Bessent unter dem Slogan &bdquo;Making Iran Broke Again&ldquo; (&bdquo;Den Iran wieder in den Ruin treiben&ldquo;) eine &bdquo;Kampagne des maximalen Drucks&ldquo; auf die iranische Wirtschaft und die iranische W&auml;hrung <a href=\"https:\/\/home.treasury.gov\/news\/press-releases\/sb0045\">angek&uuml;ndigt<\/a>. Im Januar <a href=\"https:\/\/youtu.be\/TieI8GBcwTo?t=1776\">gab Bessent<\/a> auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zu, dass die wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran &bdquo;funktioniert&ldquo; und zum Kollaps der iranischen Wirtschaft sowie zu den Protesten gegen die Regierung gef&uuml;hrt haben.<\/p><p>Hinsichtlich Wirtschaftssanktionen mit dem Ziel, Regierungen zu st&uuml;rzen, schreiben die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/595056\/c8bf53d8fb2a3f163e104a725c732b15\/WD-2-017-19-pdf-data.pdf\">in einem Gutachten<\/a> zu Venezuela, unterhalb der Schwelle zur Gewalt k&ouml;nnen Wirtschaftssanktionen &bdquo;gleichwohl als verbotene Interventionen v&ouml;lkerrechtswidrig sein&ldquo;. Das Interventionsverbot sei v&ouml;lkergewohnheitsrechtlich anerkannt und finde Niederschlag in Art. 2 Ziff. 7 der UN-Charta.<\/p><p>Die durch die US-Kampagne ausgel&ouml;sten wirtschaftlichen Probleme des Iran haben Proteste gegen die Regierung mit Tausenden Toten zur Folge gehabt. <a href=\"https:\/\/en.irna.ir\/news\/86057434\/Iran-announces-death-toll-in-recent-foreign-backed-riots\">Die iranische F&uuml;hrung meldete<\/a> im Januar, dass 3.117 Menschen aufgrund von &bdquo;Terrorakten&ldquo; ums Leben gekommen seien &ndash; darunter 2.427 Personen, die entweder Angeh&ouml;rige der Sicherheitskr&auml;fte oder zuf&auml;llige Opfer waren. Die &uuml;brigen 690 Todesopfer wurden von der iranischen F&uuml;hrung bezichtigt, &bdquo;von ausl&auml;ndischen Kr&auml;ften angestiftete bewaffnete Terroristen&ldquo; gewesen zu sein.<\/p><p><strong>Deutsche Medien und Servicestelle Friedensbildung Baden-W&uuml;rttemberg nennen hohe, nicht &uuml;berpr&uuml;fbare Todesfallzahlen und machen die iranische F&uuml;hrung verantwortlich<\/strong><\/p><p>In deutschen Medien werden weitaus h&ouml;here Opferzahlen genannt. <a href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/politik\/ausland\/totenzahlen-iran-faktencheck-100.html\">Das <em>ZDF<\/em> meldete<\/a> in einem &bdquo;Faktencheck&ldquo; 12.000 Tote, die teilweise in &bdquo;regelrechten Massakern&ldquo; ums Leben gekommen seien. Obwohl die Zahl von einem oppositionellen <a href=\"https:\/\/www.iranintl.com\/en\/202601130145\">iranischen Exilmedium stammt<\/a>, das im Wesentlichen <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/iranischer-exilsender-flieht-aus-london-92103429.html\">von Saudi-Arabien finanziert wird<\/a>, bedeute dies nach Ansicht des Autors des ZDF-&bdquo;Faktenchecks&ldquo; nicht, dass sie unrealistisch sei.<\/p><p>Die Servicestelle Friedensbildung Baden-W&uuml;rttemberg berichtet in einer <a href=\"https:\/\/archive.ph\/DmPx5\">&bdquo;Konfliktanalyse&ldquo; zum Iran<\/a> sogar von bis zu 18.000 Toten sowie 300.000 Verletzten. Als Quelle wird ein <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/iran-proteste-ajatollah-ali-chamenei-tote-kurden-internet-sms\/a-75553478\">Beitrag der <em>Deutschen Welle<\/em><\/a> genannt, der sich wiederum auf Angaben der<em> Sunday Times<\/em> beruft. Liest man <a href=\"https:\/\/www.thetimes.com\/world\/middle-east\/article\/iran-young-protesters-news-nsdztp5t2\">den entsprechenden Beitrag<\/a> in der britischen Tageszeitung, stellt man fest, dass die Anzahl der Todesopfer von Mitarbeitern in acht gro&szlig;en Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im ganzen Land zusammengestellt worden sein sollen. In welchem Zeitraum die Zahlen erhoben wurden, wie sie erhoben wurden, welche Funktion die Mitarbeiter hatten oder wie die Information nach au&szlig;en drang, wird nicht n&auml;her erl&auml;utert. Eine &Uuml;berpr&uuml;fung der Angaben ist nicht m&ouml;glich, worauf auch in der Darstellung der Servicestelle hingewiesen wird.<\/p><p>Im selben Beitrag der <em>Sunday Times<\/em> hei&szlig;t es jedoch auch, Aktivisten h&auml;tten etwa 50.000 bis 60.000 Starlink-Empfangsger&auml;te in den Iran geschmuggelt &ndash; ein weiterer Hinweis darauf, dass es eine mutma&szlig;lich v&ouml;lkerrechtswidrige Intervention der USA oder anderer L&auml;nder in die inneren Angelegenheiten des Iran gegeben hat. Auf diese Information weist die Servicestelle in ihrer Darstellung nicht hin. Auch die Tatsache, dass dies nicht die erste Einmischung der USA in die Innenpolitik des Irans darstellen w&uuml;rde, wird verschwiegen.<\/p><p>Die Zeittafel in der Konfliktanalyse der Servicestelle beginnt erst 1978 mit den Massenprotesten im Rahmen der Islamischen Revolution, die den Sturz von Schah Mohammed Reza Pahlevi zur Folge hatte, und nicht mit der <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/1953-irans-gestohlene-demokratie\/a-17008768\">CIA-Operation &bdquo;Ajax&ldquo;<\/a>, die 1953 zum Sturz des demokratisch gew&auml;hlten iranischen Premierministers Mohammed Mossadegh sowie zur Alleinherrschaft des Schahs gef&uuml;hrt hat.<\/p><p><strong>Servicestelle verst&ouml;&szlig;t gegen eigene Normen<\/strong><\/p><p>Die Servicestelle Friedensbildung Baden-W&uuml;rttemberg sieht ihre Aufgabe darin, Friedensbildung f&auml;cher&uuml;bergreifend in den Schulen des Landes zu st&auml;rken. Sie wird von der Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung Baden-W&uuml;rttemberg (LpB BW), der Berghof Foundation sowie dem baden-w&uuml;rttembergischen Kultusministerium finanziert. Die LpB BW ist dem Landtag von Baden-W&uuml;rttemberg unterstellt. Die Berghof Foundation <a href=\"https:\/\/berghof-foundation.org\/about\/organisation\">bezeichnet sich selbst<\/a> als &bdquo;unabh&auml;ngige, nichtstaatliche und gemeinn&uuml;tzige Organisation&ldquo;, wird aber <a href=\"https:\/\/berghof-foundation.org\/transparency\">nach eigenen Angaben<\/a> zu einem Drittel vom Deutschen Ausw&auml;rtigen Amt sowie zu 16 Prozent von der EU finanziert. <a href=\"https:\/\/berghof-foundation.org\/about\/funders-partners-networks\">Weitere Geldgeber<\/a> sind unter anderem verschiedene europ&auml;ische Regierungen, die kanadische Regierung sowie weitere deutsche Bundes- und Landesministerien.<\/p><p>Sowohl im ZDF-&bdquo;Faktencheck&ldquo; als auch in der Darstellung der Servicestelle Friedensbildung Baden-W&uuml;rttemberg wird die Rolle der US-Regierung hinsichtlich der Ursachen f&uuml;r die Proteste im Iran nicht mit einem Wort erw&auml;hnt. Bei der Servicestelle hei&szlig;t es sogar, die Wirtschaftskrise im Iran sei durch &bdquo;den 12-t&auml;gigen Krieg mit Israel im Sommer 2025&ldquo; ausgel&ouml;st worden &ndash; ohne Hinweis auf die US-Beteiligung an dem Krieg sowie auf <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/1098542\/WD-2-029-25.pdf\">die &uuml;berwiegende Einordnung<\/a> dieses Angriffs durch V&ouml;lkerrechtler als v&ouml;lkerrechtswidrig.<\/p><p>Diese Form der einseitigen Darstellung widerspricht dem normativen Fundament der <a href=\"https:\/\/www.lpb-bw.de\/beutelsbacher-konsens-wortlaut\">politischen Bildung in Deutschland<\/a>, das auf Initiative der LpB BW erarbeitet wurde. Darin hei&szlig;t es, es sei nicht erlaubt, &bdquo;den Sch&uuml;ler &ndash; mit welchen Mitteln auch immer &ndash; im Sinne erw&uuml;nschter Meinungen zu &uuml;berrumpeln und damit an der &sbquo;Gewinnung eines selbst&auml;ndigen Urteils&lsquo; zu hindern&ldquo;. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers sei, m&uuml;sse &bdquo;auch im Unterricht kontrovers erscheinen&ldquo;.<\/p><p><strong>Servicestelle verspricht Nachbesserung<\/strong><\/p><p>Die <em>NachDenkSeiten<\/em> haben unter Benennung der obenstehenden Informationen bei der Servicestelle Friedensbildung nachgefragt, wie diese das Weglassen wesentlicher Informationen zu ausschlaggebenden mutma&szlig;lichen v&ouml;lkerrechtswidrigen US-Wirtschaftssanktionen und Interventionen gegen den Iran in ihrer Darstellung begr&uuml;ndet. Die Reaktion der Leitung der Servicestelle muss in einer Zeit, in der die Pressestellen staatlicher Einrichtungen kritische Nachfragen mit oberfl&auml;chlichen Textblasen buchst&auml;blich abschmettern, als kleines Wunder bewertet werden. So hei&szlig;t es in dem Antwortschreiben:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Schon allein aktualit&auml;tsbedingt m&uuml;ssen die Konfliktanalysen immer wieder weiterentwickelt werden. Ihren Hinweis auf die v&ouml;lkerrechtliche Einordnung der Angriffe durch die USA und Israel werden wir zeitnah in unsere &sbquo;Konfliktanalyse Iran&lsquo; aufnehmen. Auch die zus&auml;tzlichen Faktoren f&uuml;r die Ursachen der Wirtschaftskrise werden wir erg&auml;nzen. Die Sanktionen und das Leid der Zivilbev&ouml;lkerung durch diese Angriffe finden bereits Erw&auml;hnung. In der Rubrik &sbquo;Wie?&lsquo; werden die unterschiedlichen Angaben zur Zahl der Opfer gegen&uuml;bergestellt.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Um zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob die Ank&uuml;ndigungen zur Anpassung der im Netz verf&uuml;gbaren <a href=\"https:\/\/www.friedensbildung-bw.de\/iran-konflikt\">Konfliktanalyse<\/a> tats&auml;chlich umgesetzt werden, haben die <em>NachDenkSeiten<\/em> <a href=\"https:\/\/archive.ph\/DmPx5\">die urspr&uuml;ngliche Version archiviert<\/a>. Die Skepsis ist angebracht, wenn man ber&uuml;cksichtigt, dass sich unter den Geldgebern der Servicestelle Friedensbildung auch indirekt die Bundesregierung befindet und wie diese den Konflikt im und um den Iran bewertet.<\/p><p>W&auml;hrend Bundesau&szlig;enminister Johann Wadephul den Krieg in der Ukraine unmissverst&auml;ndlich als einen v&ouml;lkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/2757498-2757498\">bezeichnet<\/a>, f&auml;llt die Einordnung der nicht von den Vereinten Nationen gedeckten Angriffskriege der USA und Israels auf den Iran durch die Bundesregierung zum Teil vollkommen kontr&auml;r aus. Man denke nur an die <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=yHr3q9lAdFM&amp;t=130s\">&Auml;u&szlig;erungen von Bundeskanzler Friedrich Merz<\/a>, die er im Rahmen eines Interviews zu dem Angriff Israels mit Unterst&uuml;tzung der USA auf den Iran im Juni 2025 get&auml;tigt hat. Darin bezeichnete er den Angriff als &bdquo;Drecksarbeit&ldquo;, die Israel &bdquo;f&uuml;r uns alle&ldquo; macht, und sprach der israelischen Staatsf&uuml;hrung &bdquo;gr&ouml;&szlig;ten Respekt&ldquo; daf&uuml;r aus.<\/p><p><strong>Ein Kanzler zum Fremdsch&auml;men<\/strong><\/p><p>Bemerkenswert sind die konfrontative Sprache sowie die Gr&uuml;nde f&uuml;r seine Einsch&auml;tzung, die Bundeskanzler Merz in dem Interview angef&uuml;hrt hat. So warf er dem &bdquo;Mullah-Regime&ldquo; im Iran &ndash; der Gro&szlig;teil der iranischen Regierung ist im Gegensatz zu dieser Bezeichnung mit weltlichen Politikern besetzt &ndash; vor, &bdquo;Tod und Zerst&ouml;rung &uuml;ber die Welt gebracht&ldquo; zu haben. In diesem Zusammenhang sprach er von dem Anschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 in Israel, der ohne das &bdquo;Regime in Teheran&ldquo; niemals m&ouml;glich gewesen sein soll. Was Merz jedoch nicht erw&auml;hnte, sind die Opferzahlen, die vor dem Anschlag der Hamas, bei dem circa 1.200 vornehmlich j&uuml;dische Israelis ihr Leben verloren haben, in den von Israel besetzten pal&auml;stinensischen Gebieten zu verzeichnen waren. So sollen <a href=\"https:\/\/www.ochaopt.org\/data\/casualties\">nach Angaben der UNO<\/a> in den Konflikten zwischen 2008 und Oktober 2023 6.680 Pal&auml;stinenser sowie 314 Israelis get&ouml;tet worden sein. Weggelassen hat Merz auch die Anzahl der Todesopfer der Vergeltungsschl&auml;ge der israelischen Armee in Gaza nach dem 7. Oktober 2023. Diese belaufen sich <a href=\"https:\/\/www.unrwa.org\/resources\/reports\/unrwa-situation-report-230-humanitarian-crisis-gaza-strip-and-occupied-west-bank\">nach Informationen der UNO<\/a> derzeit auf &uuml;ber 73.000 get&ouml;tete Pal&auml;stinenser &ndash; davon knapp 30 Prozent Kinder.<\/p><p>Erweitert man den Blick, wird deutlich, welches Land in Wirklichkeit in den letzten Jahrzehnten Tod und Zerst&ouml;rung &uuml;ber die Welt gebracht hat. Eine <a href=\"https:\/\/costsofwar.watson.brown.edu\/papers\/how-death-outlives-war\">Studie der &bdquo;Watson School of International and Public Affairs&ldquo;<\/a> im US-Bundesstaat Rhode Island aus dem Jahr 2023 beziffert die direkten und indirekten Todesopfer des von den USA angef&uuml;hrten &bdquo;Kriegs gegen den Terror&ldquo; in Afghanistan, Pakistan, Irak, Syrien und Jemen auf mindestens 4,5 bis 4,7 Millionen. Dem gegen&uuml;ber stehen <a href=\"https:\/\/data.fondapol.org\/en\/non-classe-en\/islamist-terrorist-attacks-in-the-world-1979-2019-2\/\">laut Analysen<\/a> der franz&ouml;sischen Denkfabrik &bdquo;Fondation pour l&rsquo;innovation politique&ldquo; gerade einmal 3.784 Todesopfer, die zwischen 2001 und 2019 in Nordamerika und Westeuropa an den Folgen islamistischer Terroranschl&auml;ge verstorben sind &ndash; einschlie&szlig;lich der 3.001 Todesopfer im Rahmen von 9\/11.<\/p><p>Bundeskanzler Merz hat sein privates Verm&ouml;gen <a href=\"https:\/\/www.campact.de\/bundestagswahl-2025\/merz-millionaer\/\">von zw&ouml;lf Millionen Euro<\/a> unter anderem als Berater f&uuml;r die US-Wirtschaftskanzlei Mayer Brown sowie als Wirtschaftslobbyist und Aufsichtsratsvorsitzender der deutschen Tochter des US-Investmentfonts BlackRock <a href=\"https:\/\/lobbypedia.de\/wiki\/Friedrich_Merz\">angeh&auml;uft<\/a>. Zudem war er zwischen 2009 und 2019 Vorsitzender der Atlantik-Br&uuml;cke &ndash; einer <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126494\">elit&auml;ren Lobbyorganisation<\/a> zur St&auml;rkung der Beziehungen zwischen den USA und Deutschland. Es ist offensichtlich, dass Merz seine Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Interessen US-amerikanischer Eliten auch im Amt des Bundeskanzlers fortsetzt.<\/p><p><strong>Wenn universelle Prinzipien auf Realpolitik treffen<\/strong><\/p><p>Geopolitik ist ein spannungsgeladenes Feld, in dem universelle Prinzipien, wie sie in den Menschenrechten, der UN-Charta, der Charta der Grundrechte der EU und dem Grundgesetz festgelegt sind, auf Realpolitik treffen. Solange v&ouml;lkerrechtswidrig Kriege und Kriegsverbrechen in weit entfernten L&auml;ndern stattfinden, an denen die Bundesrepublik Deutschland maximal peripher beteiligt ist, l&auml;sst sich mithilfe regierungsnaher Medien die Illusion in der breiten Bev&ouml;lkerung aufrechterhalten, dass diese Prinzipien die Grundlage der deutschen Innen- und Au&szlig;enpolitik darstellen.<\/p><p>Die geopolitischen Entwicklungen der letzten knapp 30 Jahre &ndash; die Beteiligungen Deutschlands an v&ouml;lkerrechtswidrigen US-Milit&auml;rinterventionen beziehungsweise deren Unterst&uuml;tzung und Guthei&szlig;ung auf der einen sowie die Waffenlieferungen an die Ukraine und die Sanktionen gegen Russland auf der anderen Seite &ndash; machen jedoch deutlich, dass realpolitische Entscheidungen stets Vorrang haben. Deutschland ist ein enger politischer, wirtschaftlicher und milit&auml;rischer Verb&uuml;ndeter der Vereinigten Staaten und unterst&uuml;tzt daher erfahrungsgem&auml;&szlig; bereitwillig US-amerikanische geopolitische Interessen. Die Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Ma&szlig;nahmen gegen Russland, dessen Regierung w&uuml;rde im Krieg gegen die Ukraine gegen die &bdquo;regelbasierte internationale Ordnung&ldquo; versto&szlig;en, ger&auml;t jedoch zur Farce, wenn die Bundesregierung gleichzeitig V&ouml;lkerrechtsverst&ouml;&szlig;e der USA guthei&szlig;t.<\/p><p>Daher ist es sehr zu begr&uuml;&szlig;en, wenn Mitarbeiter einer staatlich finanzierten Einrichtung Unterrichtsmaterialien dahingehend nachbessern, dass dieser Widerspruch sichtbar bleibt. Weder Medien noch Schulen sollten einseitige Propaganda betreiben, sondern den Menschen ein m&ouml;glichst sachliches und politisch neutrales Bild der Vorg&auml;nge in der Welt vermitteln.<\/p><p><small>Titelbild: FAMILY STOCK \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/6524bb9fdced49499fc5f34c5f7158ca\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die staatlich finanzierte &bdquo;Servicestelle Friedensbildung Baden-W&uuml;rttemberg&ldquo;, die Unterrichtsmaterialien f&uuml;r Schulen bereitstellt, hat nach einer Presseanfrage der <em>NachDenkSeiten<\/em> die &Auml;nderung eines Dokuments zum Konflikt im Iran angek&uuml;ndigt. Darin sind wesentliche Informationen zu US-amerikanischen Interventionen und zugeh&ouml;rigen v&ouml;lkerrechtlichen Einsch&auml;tzungen sowie iranische Informationen zu Opfern von Protesten weggelassen worden. Nun will die Servicestelle nachbessern. 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