{"id":154625,"date":"2026-08-06T14:00:56","date_gmt":"2026-08-06T12:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154625"},"modified":"2026-08-06T13:45:55","modified_gmt":"2026-08-06T11:45:55","slug":"us-kongress-verweigert-erhoehung-des-militaerhaushalts-usa-stehen-im-iran-womoeglich-vor-einer-weiteren-grossen-niederlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154625","title":{"rendered":"US-Kongress verweigert Erh\u00f6hung des Milit\u00e4rhaushalts: USA stehen im Iran wom\u00f6glich vor einer weiteren gro\u00dfen Niederlage"},"content":{"rendered":"<p>Strategische Ziele nicht erreicht, Weltwirtschaft aufgrund Sperrung der Stra&szlig;e von Hormus am Abgrund, Republikanern droht Niederlage bei den anstehenden Zwischenwahlen. Nun weigert sich der US-Kongress trotz knapper republikanischer Mehrheit auch noch, die von Trump geforderte Erh&ouml;hung der Milit&auml;rausgaben auf 1,5 Billionen Dollar zu bewilligen. Die derzeitige Entwicklung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran erinnert an die kl&auml;gliche US-Niederlage im Vietnamkrieg. Von <strong>Karsten Montag<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nUS-Pr&auml;sident Donald Trump hat im April einen Milit&auml;rhaushalt von 1,5 Billionen Dollar <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/international\/von-1-auf-1-5-billionen-dollar-trump-will-us-ver-teidigungs-aus-gaben-um-die-haelfte-aufstocken\">f&uuml;r 2027 gefordert<\/a>. Ein <a href=\"https:\/\/www.airandspaceforces.com\/chances-1-5t-defense-budget-fading-experts\/\">aktueller Beitrag<\/a> in dem US-Journal <em>Air &amp; Space Forces Magazine<\/em> legt dar, dass der US-Kongress sich beharrlich weigert, der Regierung diese Geldmengen zu bewilligen. Die Forderungen der US-Regierung f&uuml;r den Milit&auml;rhaushalt 2027 setzen sich zusammen aus einer regul&auml;ren j&auml;hrlichen Bewilligung von 1,15 Billionen Dollar sowie zus&auml;tzlichen Mandaten in Gesamth&ouml;he von 350 Milliarden Dollar.<\/p><p>Diese Posten m&uuml;ssen zun&auml;chst vom Repr&auml;sentantenhaus beschlossen werden. Anders als bei den zus&auml;tzlichen Mandaten, bei denen eine einfache Mehrheit im Senat zur Zustimmung ausreicht, m&uuml;ssen bei der regul&auml;ren j&auml;hrlichen Bewilligung 60 der 100 Stimmen des Senats daf&uuml;r sein, damit dieser Posten bewilligt wird. Das Repr&auml;sentantenhaus hat zwar eine regul&auml;re j&auml;hrliche Bewilligung von 1,15 Billionen Dollar f&uuml;r 2027 empfohlen, im &bdquo;House Appropriations Committee&ldquo; &ndash; eine Art Vermittlungsausschuss zwischen Repr&auml;sentantenhaus und Senat &ndash; wurde diese Zahl jedoch auf 1,07 Billionen Dollar reduziert. Das Repr&auml;sentantenhaus hat &uuml;ber diese neue Empfehlung noch nicht entschieden. Auch Termine f&uuml;r die Abstimmungen in den beiden Kammern des US-Kongresses stehen noch nicht fest.<\/p><p>&Uuml;ber die 350 Milliarden Dollar f&uuml;r zus&auml;tzliche Mandate hat das Repr&auml;sentantenhaus noch gar nicht entschieden. Lediglich f&uuml;r einen von der Regierung geforderten Nachtragshaushalt von 67,1 Milliarden Dollar f&uuml;r 2026 &ndash; haupts&auml;chlich zur Finanzierung des Irankrieges &ndash; haben die Abgeordneten 60 Milliarden Dollar bewilligt. Auch f&uuml;r die Abstimmung zu diesem Posten steht noch kein Termin im Senat fest, obwohl das US-Haushaltsjahr 2026 am 30. September endet.<\/p><p>Ein in dem Beitrag von <em>Air &amp; Space Forces Magazine<\/em> zitierter Haushaltsanalyst sieht die Z&ouml;gerlichkeit der republikanischen Abgeordneten, hohe zus&auml;tzliche Mandate f&uuml;r das Milit&auml;r zu bewilligen, in der anstehenden Zwischenwahl, &bdquo;bei der die Lebenshaltungskosten eine bedeutende Rolle spielen werden&ldquo;. Mehrere in dem Beitrag zitierte Haushaltsexperten gehen davon aus, dass der Kongress in diesem Jahr nicht mehr &uuml;ber die zus&auml;tzlichen Mandate in H&ouml;he von 350 Milliarden Dollar abstimmen wird. Selbst eine Abstimmung zum Basishaushalt f&uuml;r das Milit&auml;r bis 30. September steht auf der Kippe. Das Repr&auml;sentantenhaus hat vorsorglich eine &Uuml;bergangsl&ouml;sung verabschiedet, um das Milit&auml;r bis zum 4. Dezember auf dem Niveau von 2026 zu finanzieren. Auch hierzu muss der Senat noch zustimmen.<\/p><p>Sollte der Kongress lediglich den Basishaushalt von 1,07 Billionen Dollar sowie den Nachtrag von 60 Milliarden Dollar f&uuml;r den Milit&auml;rhaushalt im Jahr 2026 verabschieden, k&ouml;nnte der US-Regierung f&uuml;r 2027 weniger Budget f&uuml;r die Kriegsf&uuml;hrung zur Verf&uuml;gung stehen als im Jahr 2026. Sollten zudem die Demokraten ab Anfang Januar 2027 die Mehrheit im Repr&auml;sentantenhaus besitzen, werden nachtr&auml;gliche Haushaltsbewilligungen unwahrscheinlich. Trump, dessen Nachname auf Deutsch &bdquo;Trumpf&ldquo; bedeutet, sich jedoch aus dem deutschen Namen &bdquo;Drumpf&ldquo; &ndash; mittelhochdeutsch f&uuml;r &bdquo;Trommel&ldquo; oder &bdquo;Trompete&ldquo; &ndash; herleitet, h&auml;tte somit nur noch wenige Tr&uuml;mpfe in der Hand, um weiterhin die Kriegstrommel gegen den Iran oder andere L&auml;nder zu schlagen.<\/p><p><strong>Pr&auml;sident Trump handelt offensichtlich nicht rational<\/strong><\/p><p>Im letzten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152806\">auf den <em>NachDenkSeiten<\/em> ver&ouml;ffentlichten Beitrag<\/a> hat der Autor geschrieben, dass die Zugest&auml;ndnisse der USA an den Iran im <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/iran-krieg-das-abkommen-zwischen-den-usa-und-iran-im-wortlaut-a-c69eb074-e7d2-4bcc-87a3-0319c1127dc7\">gemeinsamen vorl&auml;ufigen Abkommen<\/a> deutlich gezeigt h&auml;tten, dass Trump eine Weiterf&uuml;hrung des Konflikts unbedingt verhindern wollte. Zumindest bis zu den Zwischenwahlen (midterm elections) Anfang November d&uuml;rfe die Welt hoffen, dass die US-Regierung keinen weiteren milit&auml;rischen Konflikt anzetteln und alles unternehmen wird, dass eine Waffenruhe im Nahen Osten nicht von der israelischen F&uuml;hrung sabotiert wird. Die Einsch&auml;tzung beruhte auf der Annahme, dass US-Pr&auml;sident Donald Trump eine rationale Entscheidung getroffen hat.<\/p><p>Doch die erneuten US-Angriffe auf den Iran machen deutlich, dass Trumps Entscheidungen offenbar nicht von rationalen &Uuml;berlegungen oder einem strategischen Plan geleitet sind, sondern offensichtlich von Gef&uuml;hlsausbr&uuml;chen und planlosem Aktionismus. Das macht auch die von ihm verwendete Sprache deutlich, die von seinen Unterst&uuml;tzern in Europa &ndash; allen voran der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz &ndash; kopiert wird. Trumps Handlungen tragen dazu bei, dass seine Umfragewerte und die Chance f&uuml;r die republikanische Partei, die knappe Mehrheit im Abgeordnetenhaus und im Senat in den Zwischenwahlen zu behaupten, weiter sinken.<\/p><p><strong>Wie kam es zum Scheitern des Abkommens zwischen den USA und dem Iran?<\/strong><\/p><p>Am 7. Juli &ndash; also keine drei Wochen nach Unterzeichnung des in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad verhandelten <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/die-14-punkte-vereinbarung-zwischen-usa-und-iran-im-wortlaut\/\">Memorandum of Understanding (MoU)<\/a> &ndash; f&uuml;hrte eine unterschiedliche Auslegung von Punkt f&uuml;nf des Abkommens zu dessen endg&uuml;ltigem Ende. In dem entsprechenden Abschnitt hei&szlig;t es, dass der Iran nach Unterzeichnung der Absichtserkl&auml;rung alles unternehmen wird, &bdquo;um Handelsschiffen f&uuml;r einen Zeitraum von 60 Tagen die sichere Durchfahrt vom Persischen Golf zum Omanischen Meer und umgekehrt geb&uuml;hrenfrei zu erm&ouml;glichen&ldquo;. Der Schiffsverkehr solle &bdquo;unverz&uuml;glich starten&ldquo;. Angesichts der Notwendigkeit, &bdquo;die technischen und milit&auml;rischen Hindernisse sowie die Minen durch die Islamische Republik Iran zu beseitigen&ldquo;, werde dies innerhalb von 30 Tagen erfolgen. Der Iran werde des Weiteren mit Oman einen Dialog f&uuml;hren, &bdquo;um die k&uuml;nftige Verwaltung und die maritimen Dienste in der Stra&szlig;e von Hormus festzulegen, dies in Absprache mit anderen Anrainerstaaten des Persischen Golfs und im Einklang mit dem geltenden V&ouml;lkerrecht und den Hoheitsrechten der Anrainerstaaten der Stra&szlig;e von Hormus&ldquo;.<\/p><p>Die iranische F&uuml;hrung interpretierte diese Passagen so, dass sie bestimmt, wer wie und wann die Stra&szlig;e von Hormus passieren darf. Die US-Regierung ist wiederum davon ausgegangen, dass die Meerenge nach der Unterzeichnung des MoU sofort f&uuml;r jeden Schiffsverkehr ge&ouml;ffnet ist, und <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/strasse-von-hormus-schifffahrtsroute-usa-iran-10140784\">deklarierte<\/a> eine nicht verminte Fahrrinne in der N&auml;he der K&uuml;ste des Oman als passierbar. Bereits am 26. Juni <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/usa-iran-angriff-strasse-von-hormus-10139770\">griffen die USA<\/a> wieder Ziele im Iran an, nachdem ein Frachter auf dieser Route durch eine unbekannte Drohne besch&auml;digt wurde. Nachdem am 7. Juli drei weitere Schiffe in der alternativen Passage durch unbekannte Geschosse oder Drohnen besch&auml;digt wurden, <a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/3435576\/\">f&uuml;hrte die US-Armee<\/a> erneut Luftschl&auml;ge gegen den Iran aus. Am gleichen Tag <a href=\"https:\/\/modeldiplomat.com\/story\/us-revokes-iran-oil-waiver-amid-tensions\">widerrief das US-Finanzministerium<\/a> die Ausnahmegenehmigungen f&uuml;r den Export von iranischen Erd&ouml;lprodukten sowie f&uuml;r alle damit verbundenen Dienstleistungen, wie sie in Punkt zehn des MoU festgelegt sind. Der Iran erkl&auml;rte als Antwort darauf das Abkommen f&uuml;r nichtig und &uuml;bte Vergeltungsangriffe in der Golfregion aus.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=I8Pc-uDJRcY\">Trump bezeichnete<\/a> am folgenden Tag die iranische F&uuml;hrung als &bdquo;Abschaum&ldquo;, als &bdquo;kranke&ldquo;, &bdquo;b&ouml;sartige&ldquo;, &bdquo;gewaltt&auml;tige&ldquo; und &bdquo;verr&uuml;ckte&ldquo; Menschen sowie als &bdquo;L&uuml;gner&ldquo;. Die erneuten <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/07\/17\/eskalation-teheran-iran-usa-angriffe\">Angriffe der USA auf den Iran<\/a> schlossen neben milit&auml;rischen Zielen auch Br&uuml;cken, Flugh&auml;fen, Bahnh&ouml;fe und offenbar auch eine <a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/3437381\/\">Entsalzungsanlage<\/a> ein. Bereits Angriffe auf zivile Infrastruktur, die keinen milit&auml;rischen Nutzen haben, k&ouml;nnen Kriegsverbrechen darstellen.<\/p><p>Sollten unabh&auml;ngige Quellen best&auml;tigen, dass die US-Armee auch gezielt Entsalzungsanlagen, welche die Zivilbev&ouml;lkerung mit Frischwasser beliefern, zerst&ouml;rt hat, w&auml;re dies theoretisch ein Fall f&uuml;r den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag. Besonders schwer k&ouml;nnte in diesem Zusammenhang wiegen, dass Trump die Zerst&ouml;rung von Br&uuml;cken und Kraftwerken im Iran bereits <a href=\"https:\/\/www.yahoo.com\/news\/articles\/fact-check-president-trumps-easter-212329203.html\">mehrfach explizit<\/a> <a href=\"https:\/\/www.axios.com\/2026\/07\/22\/trump-iran-bridges-power-plants-hormuz\">angek&uuml;ndigt<\/a> hat. Der IStGH h&auml;tte jedoch keine Handhabe gegen Trump oder andere US-B&uuml;rger, da sowohl die Vereinigten Staaten als auch der Iran das <a href=\"https:\/\/www.institut-fuer-menschenrechte.de\/menschenrechtsschutz\/datenbanken\/rechtsprechungsdatenbank-ius-gender-gewalt\/detail\/roemisches-statut-1998\">R&ouml;mische Statut<\/a>, die rechtliche Grundlage des Gerichts, nie ratifiziert haben.<\/p><p>Man k&ouml;nnte aus Sicht der USA argumentieren, dass der Text des Abkommens ungenau formuliert ist. Doch das spiegelt offenbar nicht den Geist der Verhandlungen wider. Bereits vor der Unterzeichnung des MoU kontrollierte der Iran die Stra&szlig;e von Hormus und erhob <a href=\"https:\/\/www.iranintl.com\/en\/202606071517\">nach eigenen Angaben<\/a> Geb&uuml;hren von bis zu zwei Millionen Dollar f&uuml;r die Passage. Zudem meldete die iranische Nachrichtenagentur <em>Fars<\/em> am 15. Juni &ndash; zwei Tage vor Unterzeichnung des MoU &ndash; unter Berufung auf &bdquo;informierte Quellen&ldquo;, dass Punkt f&uuml;nf des Abkommens noch im letzten Moment der Verhandlungen angepasst worden sei &ndash; wie <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/liveblog_entry\/irans-fars-news-agency-says-hormuz-maritime-fees-added-to-us-deal-last-minute\/\">mehrere<\/a> <a href=\"https:\/\/www.globaltimes.cn\/page\/202606\/1363603.shtml\">Quellen<\/a> <a href=\"https:\/\/english.aawsat.com\/world\/5284250-irans-fars-news-agency-says-hormuz-maritime-fees-added-us-deal-last-minute\">best&auml;tigen<\/a>. Demnach habe die US-Regierung mit der Formulierung &bdquo;Hoheitsrechte der Anrainerstaaten der Stra&szlig;e von Hormus&ldquo; die Kontrolle des Iran und des Oman &uuml;ber die Meerenge sowie mit der Formulierung &bdquo;maritime Dienste&ldquo; zuk&uuml;nftige Geb&uuml;hren f&uuml;r die Durchfahrt akzeptiert.<\/p><p><strong>Energiepreise steigen wieder in den USA &ndash; Trumps Umfragewerte sinken<\/strong><\/p><p>Wie immer man die Gr&uuml;nde f&uuml;r das Ende des Abkommens interpretiert, stellt sich die Frage, welche Ziele die US-Regierung mit der Anordnung erneuter Luftangriffe auf den Iran verfolgt. Die <a href=\"https:\/\/www.natesilver.net\/p\/trump-approval-ratings-nate-silver-bulletin\">durchschnittlichen Umfragewerte<\/a> zur Zufriedenheit der US-Bev&ouml;lkerung mit der Arbeit von Pr&auml;sident Trump lagen vor den Verhandlungen zum MoU nach langer, fast kontinuierlicher Talfahrt seit seiner Amtseinf&uuml;hrung im Januar 2025 bei knapp &uuml;ber 38 Prozent. Nach der Unterzeichnung stiegen sie wieder auf knapp &uuml;ber 40 Prozent an. Seit dem Scheitern des Abkommens sind die durchschnittlichen Zustimmungswerte jedoch wieder gesunken und liegen aktuell (27. Juli) bei 39 Prozent.<\/p><p>Der <a href=\"https:\/\/fred.stlouisfed.org\/series\/GASREGCOVW\">durchschnittliche Benzinpreis in den USA<\/a>, der Anfang des Jahres noch bei 2,68 Dollar pro Gallone (0,61 Euro pro Liter) lag, erreichte im Mai ein tempor&auml;res Hoch von 4,35 Dollar pro Gallone (0,99 Euro pro Liter) und fiel nach der Unterzeichnung des MoU bis Anfang Juli auf 3,65 Dollar pro Gallone (0,83 Euro pro Liter). Aktuell (27. Juli) ist der Preis wieder auf 3,95 Dollar pro Gallone (0,90 Euro pro Liter) gestiegen.<\/p><p>Der Preis f&uuml;r die &Ouml;lmarke West Texas Intermediate (WTI), der vornehmlich den Benzinpreis in den USA bestimmt, ist von unter 60 Dollar je Barrel Anfang des Jahres mit Beginn des Krieges gegen den Iran Ende Februar auf bis &uuml;ber 114 Dollar je Barrel angestiegen. Nach der Unterzeichnung des MoU fiel er auf unter 70 Dollar je Barrel und stieg ab dem 7. Juli bis zum 20. Juli wieder auf &uuml;ber 84 Dollar je Barrel an.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-militaerausgaben-montag-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-militaerausgaben-montag-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 1: &Ouml;lpreis der Marke West Texas Intermediate (WTI), Datenquelle: <a href=\"https:\/\/fred.stlouisfed.org\/series\/DCOILWTICO\">Federal Reserve Bank of St. Louis<\/a><\/small><\/p><p><strong>Auswirkungen von Trumps Kriegspolitik auf die US-Zwischenwahlen Anfang November<\/strong><\/p><p>Die Energiepreise in den USA, die derzeit offensichtlich die Umfragewerte von Pr&auml;sident Trump beeinflussen, sind auch ausschlaggebend f&uuml;r die anstehenden Zwischenwahlen, in denen das US-Repr&auml;sentantenhaus sowie Teile des US-Senats neu gew&auml;hlt werden. In beiden Gremien verf&uuml;gen die Republikaner derzeit eine knappe Mehrheit. Diese Mehrheit steht aktuell insbesondere im Repr&auml;sentantenhaus <a href=\"https:\/\/www.270towin.com\/2026-house-election\/\">auf dem Spiel<\/a>. Die <a href=\"https:\/\/kalshi.com\/markets\/controlh\/house-winner\/controlh-2026\">Wettplattform Kalshi<\/a> sieht derzeit (28. Juli) die Chance, dass die Demokraten nach den Wahlen das Gremium kontrollieren werden, bei 84 Prozent. Anders sieht es <a href=\"https:\/\/www.270towin.com\/2026-senate-election\/\">hinsichtlich des Senats<\/a> aus. Die Chance, dass die Republikaner die Mehrheit in diesem Gremium behalten werden, steht bei Kalshi <a href=\"https:\/\/kalshi.com\/markets\/controls\/senate-winner\/controls-2026\">bei 57 Prozent<\/a>. Die neu gew&auml;hlten Abgeordneten und Senatoren treten am 3. Januar 2027 ihr Amt an.<\/p><p>Die Mehrheiten im Repr&auml;sentantenhaus und im Senat haben gro&szlig;e Auswirkungen auf die Verabschiedung von Gesetzesvorhaben und des Haushalts der US-Regierung. Bereits mit der aktuellen knappen Mehrheit der Republikaner in beiden H&auml;usern wird es dem republikanischen Pr&auml;sidenten Trump &ndash; wie bereits erw&auml;hnt &ndash; h&ouml;chstwahrscheinlich nicht gelingen, seine Forderungen nach einem Milit&auml;rhaushalt von 1,5 Billionen Dollar f&uuml;r 2027 bewilligt zu bekommen. F&uuml;r eine tiefere Analyse der Gr&uuml;nde f&uuml;r den Entzug des finanziellen Fundaments von Trumps Kriegsf&uuml;hrung sowie dessen m&ouml;gliche Folgen lohnt sich ein Blick zur&uuml;ck. Denn der Irankrieg zeigt Parallelen zu fr&uuml;heren Milit&auml;rinterventionen der USA auf, die gr&ouml;&szlig;tenteils mit Niederlagen endeten.<\/p><p><strong>US-Wirtschaftssanktionen gegen den Iran sind gescheitert<\/strong><\/p><p>Die urspr&uuml;ngliche Strategie der US-F&uuml;hrung, einen Regimewechsel im Iran mit wirtschaftlichem Druck herbeizuf&uuml;hren, ist nicht aufgegangen. Die von US-Finanzminister Scott Bessent unter dem Slogan &bdquo;Making Iran Broke Again&ldquo; (&bdquo;Den Iran wieder in den Ruin treiben&ldquo;) im M&auml;rz 2025 <a href=\"https:\/\/home.treasury.gov\/news\/press-releases\/sb0045\">angek&uuml;ndigte &bdquo;Kampagne des maximalen Drucks&ldquo;<\/a> auf die iranische Wirtschaft und die iranische W&auml;hrung hat nicht zum Sturz der Regierung gef&uuml;hrt.<\/p><p>Die durch die US-Kampagne ausgel&ouml;sten wirtschaftlichen Probleme des Iran haben jedoch Proteste gegen die Regierung mit Tausenden Toten zur Folge gehabt. Die <a href=\"https:\/\/en.irna.ir\/news\/86057434\/Iran-announces-death-toll-in-recent-foreign-backed-riots\">iranische F&uuml;hrung meldete<\/a> im Januar, dass 3.117 Menschen aufgrund von &bdquo;Terrorakten&ldquo; ums Leben gekommen seien &ndash; darunter 2.427 Personen, die entweder Angeh&ouml;rige der Sicherheitskr&auml;fte oder zuf&auml;llige Opfer waren. Die &uuml;brigen 690 Todesopfer wurden von der iranischen F&uuml;hrung bezichtigt, &bdquo;von ausl&auml;ndischen Kr&auml;ften angestiftete bewaffnete Terroristen&ldquo; gewesen zu sein. Im Januar gab <a href=\"https:\/\/youtu.be\/TieI8GBcwTo?t=1776\">US-Finanzminister Bessent<\/a> auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zu, dass die wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran &bdquo;funktioniert&ldquo; h&auml;tten und zum Kollaps der iranischen Wirtschaft sowie zu den Protesten gegen die Regierung gef&uuml;hrt haben.<\/p><p><strong>Auch mutma&szlig;lich v&ouml;lkerrechtswidrige milit&auml;rische Attacken auf den Iran bisher erfolglos<\/strong><\/p><p>Selbst der &bdquo;Enthauptungsschlag&ldquo; der USA und Israels zu Beginn der erneuten Angriffe gegen den Iran am 28. Februar, bei dem der oberste F&uuml;hrer des Landes, Ali Chamenei, sowie Teile seiner Familie ums Leben kamen, hat die iranische Regierung nicht st&uuml;rzen k&ouml;nnen &ndash; im Gegenteil. Betrachtet man die <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=IM6Nxkyln-4\">Menschenmengen<\/a>, die an der Beerdigungszeremonie des &bdquo;Revolutionsf&uuml;hrers&ldquo; zwischen dem 4. und 9. Juli teilnahmen, scheint die Unterst&uuml;tzung in der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r die iranische F&uuml;hrung gr&ouml;&szlig;er als zuvor. Dieser Trend zeichnete sich bereits im Januar ab, als die Regierung in Teheran zu Gegenprotesten gegen die Demonstrationen gegen die F&uuml;hrung aufgerufen hatte. W&auml;hrend westliche Medien einseitig auf die Proteste gegen die Regierung fokussierten, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VzDFJVTip9Y\">versammelten<\/a> sich in der iranischen Hauptstadt Tausende Menschen, um ihre Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die F&uuml;hrung ihres Landes zu bekunden.<\/p><p>Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages haben in einem Gutachten zu den erneuten Attacken auf den Iran festgehalten, dass diese nach &bdquo;herrschender Ansicht&ldquo; einen &bdquo;v&ouml;lkerrechtswidrigen Versto&szlig; gegen das in Art. 2 Abs. 4 VN-Charta niedergelegte Gewaltverbot&ldquo; darstellen, da sie &bdquo;weder vom Recht der Selbstverteidigung gedeckt noch vom VN-Sicherheitsrat gem. Art. 42 VN-Charta autorisiert wurden&ldquo;.<\/p><p>Nach <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2026\/3\/1\/us-israel-attacks-on-iran-death-toll-and-injuries-live-tracker\">Angaben<\/a> des arabischen Nachrichtensenders <em>Al Jazeera<\/em>, der sich wiederum unter anderem auf Informationen des iranischen Gesundheitsministeriums beruft, sind aufgrund der Angriffe zwischen dem 28. Februar und dem 10. Juni 3.468 Menschen im Iran ums Leben gekommen sowie mehr als 26.500 Menschen verletzt worden. Seit den erneuten Angriffen der USA sind <a href=\"https:\/\/x.com\/HKermanpour\/status\/2080645334783410673\">laut dem Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums<\/a> zwischen dem 27. Juni und dem 24. Juli weitere 59 Todesopfer und 666 Verletzte hinzugekommen. Aufgrund der Gegenangriffe des Iran sind gem&auml;&szlig; <em>Al Jazeera<\/em> bis zum 10. Juni in den Golfstaaten 38 und in Israel 26 Todesopfer zu verzeichnen gewesen. Auch 13 Angeh&ouml;rige des US-Milit&auml;rs sollen ums Leben gekommen sein.<\/p><p>Empfindlicher f&uuml;r die Vereinigten Staaten d&uuml;rften die <a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/meldungen\/0384\">gezielten iranischen Angriffe<\/a> auf nur schwer zu ersetzende US-Milit&auml;reinrichtungen von hohem Wert in der Golfregion gewesen sein. Zudem hat die US-Denkfabrik &bdquo;Center for Strategic and International Studies&ldquo; bereits <a href=\"https:\/\/www.csis.org\/analysis\/last-rounds-status-key-munitions-iran-war-ceasefire\">im April darauf verwiesen<\/a>, dass die USA-Armee in den ersten knapp 39 Tagen des erneuten Krieges gegen den Iran m&ouml;glicherweise die H&auml;lfte der Gesamtbest&auml;nde von vier der sieben wichtigsten Angriffs- und Abwehrraketen verbraucht hat. Diese wieder zu ersetzen, w&uuml;rde ein bis vier Jahre ben&ouml;tigen.<\/p><p>Im Gegensatz dazu haben sich <a href=\"https:\/\/defence-network.com\/angriffe-gegen-den-iran-wie-wirksam\/\">anf&auml;nglich verk&uuml;ndete Erfolge<\/a> des israelischen und des US-Milit&auml;rs bei der Bombardierung von unterirdischen iranischen <a href=\"https:\/\/defence-network.com\/teheran-verlegt-produktion-unter-die-erde\/\">Raketenkomplexen<\/a> als verfr&uuml;ht herausgestellt. Ein <a href=\"https:\/\/tribune.com.pk\/story\/2619999\/iran-rapidly-rebuilds-missile-sites-key-infrastructure-despite-months-of-airstrikes-report\">aktueller Beitrag<\/a> der pakistanischen Tageszeitung <em>Express Tribune<\/em> berichtet auf Basis von Satellitenaufnahmen von einem rapiden Wiederaufbau zerst&ouml;rter Milit&auml;r- und Industrieanlagen, Infrastruktur sowie der Zug&auml;nge zu den unterirdischen Raketen- und Drohnenproduktionsst&auml;tten im Iran.<\/p><p>Schlussendlich d&uuml;rften jedoch die Sperrung der Stra&szlig;e von Hormus sowie der Druck auf die Weltwirtschaft aufgrund fehlender &Ouml;l-, Gas- und Kunstd&uuml;ngerlieferungen aus dem Nahen Osten sowie seine fallenden Umfragewerte infolge der steigenden Energiepreise in den USA den Ausschlag gegeben haben, dass US-Pr&auml;sident Donald Trump das MoU mit dem Iran am 17. Juni im Schloss Versailles bei Paris unterzeichnet hat. Der US-amerikanische geopolitische Analyst <a href=\"https:\/\/youtu.be\/CSojEXMg2do?t=254\">John Mearsheimer bezeichnete<\/a> das MoU als &bdquo;faktische Kapitulationserkl&auml;rung&ldquo; der USA, da Trump &bdquo;keine andere Wahl&ldquo; gehabt habe. Die Iraner seien im Begriff gewesen, den Krieg zu gewinnen, und sie h&auml;tten alle Tr&uuml;mpfe in der Hand gehabt, die Eskalation zu dominieren, so der Politikwissenschaftler von der Universit&auml;t Chicago.<\/p><p><strong>Derzeitige Entwicklung erinnert an fr&uuml;here Niederlagen der USA<\/strong><\/p><p>Die Milit&auml;rausgaben der USA sind sp&auml;testens nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von Wellen gepr&auml;gt, deren Berge gr&ouml;&szlig;tenteils mit Kriegen in Verbindung stehen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-militaerausgaben-montag-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-militaerausgaben-montag-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 2: R&uuml;stungsausgaben der Vereinigten Staaten in US-Dollar, Datenquellen: <a href=\"https:\/\/www.sipri.org\/databases\/milex\">Stockholm International Peace Research Institute (1949 bis 2025)<\/a>, <a href=\"https:\/\/militaryspend.org\/us-military-spending-2026\">MilitarySpend (2026)<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.airandspaceforces.com\/chances-1-5t-defense-budget-fading-experts\/\">Air &amp; Space Forces Magazine (2026\/2027)<\/a><\/small><\/p><p>Bereits den Koreakrieg 1950 bis 1953 haben die USA nicht gewonnen. Er endete mit einem Patt, das bis heute f&uuml;r die Trennung in Nord- und S&uuml;dkorea verantwortlich ist. Es war zwar das urspr&uuml;ngliche Ziel der Vereinigten Staaten, die nordkoreanischen Truppen hinter den 38. Breitengrad, der die ungef&auml;hre heutige Grenze darstellt, zur&uuml;ckzudr&auml;ngen. Doch im Laufe des Konfliktes erkl&auml;rte die US-Regierung unter Pr&auml;sident Harry S. Truman die Eroberung Nordkoreas als weiteres Ziel, was scheiterte. Das Ende des Konfliktes folgte nach einem Regierungswechsel in den USA. Der Demokrat Truman wurde von dem Republikaner Dwight D. Eisenhower abgel&ouml;st. Letzterer beendete den in den USA unpopul&auml;ren Krieg mit hohen Verlusten ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt.<\/p><p>Die hei&szlig;e Phase des Vietnamkriegs zwischen 1964 und 1973 fand unter dem demokratischen Pr&auml;sidenten Lyndon B. Johnson und dem republikanischen Pr&auml;sidenten Richard Nixon statt. Nixon wollte nach seinem Amtsantritt urspr&uuml;nglich US-Truppen schrittweise aus Vietnam abziehen und die s&uuml;dvietnamesische Armee st&auml;rken, weitete den Krieg jedoch zeitweise auf Kambodscha und Laos aus. Daraufhin <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Case%E2%80%93Church_Amendment\">blockierte der Kongress<\/a> die direkte und indirekte Unterst&uuml;tzung von Kampfhandlungen in Kambodscha, Laos, Nordvietnam und S&uuml;dvietnam. Nach Nixons R&uuml;cktritt aufgrund der Watergate-Aff&auml;re ordnete sein Nachfolger, der demokratische Pr&auml;sident Gerald Ford, 1975 die chaotische Evakuierung der letzten Amerikaner an. Der Vietnamkrieg wird historisch weitgehend als Niederlage der USA eingeordnet, auch weil das Kriegsziel &ndash; eine Verhinderung des Sieges des kommunistischen Nordens des Landes &uuml;ber das von den USA unterst&uuml;tzte S&uuml;dvietnam &ndash; gescheitert ist.<\/p><p>Auch den sogenannten &bdquo;Krieg gegen den Terror&ldquo; haben die Vereinigten Staaten nicht gewonnen. Symbolisch daf&uuml;r stehen der chaotische Abzug aus Afghanistan und die Wiedererlangung der Macht in dem Land durch die Taliban. Im Grunde war die Niederlage bereits mit der Bezeichnung festgelegt, denn Kriege kann man nur gegen Menschen f&uuml;hren und nicht gegen eine Kriegstaktik. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108649\">Terror<\/a> wird von Widerstandsgruppen angewendet, deren Land von einem milit&auml;risch weitaus &uuml;berlegenen Gegner angegriffen und besetzt wird. Es ist daher kein Wunder, dass die Besatzung Afghanistans und des Iraks den weltweiten so genannten &bdquo;islamistischen Terror&ldquo; bef&ouml;rdert hat, anstatt ihn zu minimieren.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.rand.org\/news\/press\/2014\/06\/04.html\">Eine Studie<\/a> der US-Denkfabrik &bdquo;RAND Corporation&ldquo; von 2014 kam zu dem Ergebnis, dass zwischen 2010 und 2014 die Zahl der dschihadistischen Gruppen um 58 Prozent gestiegen ist, die Zahl der dschihadistischen K&auml;mpfer sich verdoppelt und die Zahl der Anschl&auml;ge durch mit Al-Qaida verbundene Gruppen sich verdreifacht hat. <a href=\"https:\/\/www.csis.org\/analysis\/evolution-salafi-jihadist-threat\">Eine Studie<\/a> der US-Denkfabrik &bdquo;Center for Strategic and International Studies&ldquo; von 2018 stellte fest, dass trotz ann&auml;hernd zwei Jahrzehnten des &bdquo;Krieges gegen den Terror&ldquo; fast viermal so viele sunnitische islamistische K&auml;mpfer zu verzeichnen waren wie am 11. September 2001.<\/p><p>Die Urheber des &bdquo;Kriegs gegen Terror&ldquo; hatten wahrscheinlich nie zum Ziel, den Terror zu besiegen, sondern die US-Milit&auml;rausgaben zu steigern sowie den Zugang zu den kosteng&uuml;nstigsten Quellen der wichtigsten Rohstoffe unseres Zeitalters &ndash; &Ouml;l und Gas &ndash; im Nahen Osten zu kontrollieren. Diese Kontrolle k&ouml;nnten die USA mit ihren Angriffen auf den Iran verlieren, denn die iranischen Vergeltungsschl&auml;ge treffen insbesondere die US-Basen in den Golfstaaten, und auch Anlagen zur &Ouml;l- und Gasproduktion sind betroffen. Die Sperrung der Stra&szlig;e von Hormus senkt den Verkauf der Rohstoffe und deren Produkte der Golf-Anrainerstaaten zudem erheblich. Diese Attacken k&ouml;nnten die Nachbarn des Iran dazu verleiten, in den USA keine Schutzmacht mehr zu sehen, sondern den Grund f&uuml;r ihre wirtschaftlichen Verluste. Bilaterale Abkommen zwischen ihnen und dem Iran k&ouml;nnten zum Verlust der Kontrolle der Vereinigten Staaten &uuml;ber die &Ouml;l- und Gasvorkommen in der Region f&uuml;hren.<\/p><p><strong>Strategieanalyse durch k&uuml;nstliche Intelligenz sieht Vorteile beim Iran<\/strong><\/p><p>Im Grunde hat sich jede Entscheidung Trumps bez&uuml;glich des Iran als kontraproduktiv herausgestellt. Die <a href=\"https:\/\/trumpwhitehouse.archives.gov\/briefings-statements\/president-donald-j-trump-ending-united-states-participation-unacceptable-iran-deal\/\">einseitige K&uuml;ndigung<\/a> des Atom-Abkommens mit dem Iran w&auml;hrend seiner ersten Amtszeit f&uuml;hrte dazu, dass Trump im Juni 2025 das iranische Atomprogramm bombardieren lie&szlig;. Dass er noch immer ein Abkommen mit dem Land zur Unterbindung der Anreicherung von Uran schlie&szlig;en will, widerspricht seiner Behauptung, das Programm vollkommen zerst&ouml;rt zu haben. Auch der Versuch, zun&auml;chst mit wirtschaftlichen und dann mit milit&auml;rischen Mitteln einen &bdquo;Regime Change&ldquo; herbeizuf&uuml;hren, ist kl&auml;glich gescheitert. Die Parallelen zu Venezuela sowie seine Versuche, China wirtschaftlich zu sch&auml;digen, zeigen jedoch, dass es Trump in Wirklichkeit um die Kontrolle der &Ouml;l- und Gasvorkommen des Iran ging, um dem gr&ouml;&szlig;ten wirtschaftlichen und milit&auml;rischen Konkurrenten der USA in Ostasien die Energiezufuhr abzudrehen.<\/p><p>Fragt man das US-amerikanische Sprachmodell <a href=\"https:\/\/claude.ai\/\">Claude<\/a>, warum Trump trotz des innenpolitischen Drucks aufgrund der steigenden Energiekosten im eigenen Land sowie der Zwischenwahlen im November den Iran erneut angriffen hat, dann nennt dieses als &bdquo;logisch plausibelste Gesamterkl&auml;rung&ldquo; ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren. Diese Faktoren seien<\/p><ul>\n<li>ein wahrgenommener Vertragsbruch der Gegenseite als unmittelbarer Ausl&ouml;ser,<\/li>\n<li>bereits versenkte Milliardenkosten ohne ein erkennbares Ergebnis,<\/li>\n<li>eine Diskrepanz zwischen breiter, aber politisch nicht unmittelbar folgenreicher &ouml;ffentlicher Ablehnung und einer st&auml;rker gewichteten Kernbasis,<\/li>\n<li>eine institutionelle Eigendynamik einer bereits aktivierten Milit&auml;rstruktur sowie<\/li>\n<li>m&ouml;glicherweise pers&ouml;nlichkeitsbezogene Eigenschaften des Pr&auml;sidenten.<\/li>\n<\/ul><p>Keiner dieser Faktoren allein m&uuml;sse ausreichen, so Claude, aber gemeinsam w&uuml;rden sie ein koh&auml;rentes Bild erzeugen, warum innenpolitischer Druck allein offenbar nicht ausgereicht hat, eine erneute Eskalation zu verhindern.<\/p><p>Stellt man dem Sprachmodell die Frage, was die iranische F&uuml;hrung bewogen hat, die Kampfhandlungen mit den USA wieder aufzunehmen, kommt es zu dem Schluss, dass das &bdquo;Regime&ldquo;<\/p><ul>\n<li>strategisch auf Zeitgewinn setzt,<\/li>\n<li>innenpolitisch von der Fortdauer der Bedrohungslage profitiert,<\/li>\n<li>sein zentrales Druckmittel &ndash; die Kontrolle der Stra&szlig;e von Hormus &ndash; nicht kampflos aufgeben will und<\/li>\n<li>wenig Vertrauen in die Verl&auml;sslichkeit einer Verhandlungsl&ouml;sung mit den USA hat.<\/li>\n<\/ul><p>Daher h&auml;tte die iranische F&uuml;hrung relativ wenig Anreiz, sich an eine br&uuml;chige Waffenruhe zu halten &ndash; insbesondere wenn eine begrenzte Eskalation &ndash; Angriffe auf Schiffe statt Vollkonfrontation &ndash; als kalkulierbares Risiko mit potenziell hohem strategischem Ertrag erscheint.<\/p><p><strong>Niederlage USA, Bodenkrieg oder Einsatz von Atomwaffen?<\/strong><\/p><p>Das Nichterreichen strategischer Ziele, die w&uuml;sten Beschimpfungen der iranischen F&uuml;hrung, das Festhalten an milit&auml;rischen Interventionen, die zuvor bereits zu keinem Ergebnis gef&uuml;hrt haben, sowie die drohende Weigerung des US-Kongresses, die von Trump geforderte Erh&ouml;hung des Milit&auml;rhaushaltes zu bewilligen, zeichnen ein Bild, das an das kl&auml;gliche Ende des Vietnamkrieges erinnert. Allerdings hat es damals eines Regierungswechsels in Washington bedurft &ndash; &auml;hnlich wie bereits bei der Beendigung des Koreakrieges. Es ist also durchaus m&ouml;glich, dass der Konflikt zwischen den USA und dem Iran noch bis zum Ende von Trumps Amtszeit weiter schwelt.<\/p><p>Es steht viel auf dem Spiel. Eine m&ouml;gliche Kontrolle &uuml;ber alle &Ouml;l- und Gasquellen des Nahen Ostens w&uuml;rde den USA nicht nur zu einem strategischen Vorteil gegen&uuml;ber China verhelfen. Auch der Petrodollar ist in Gefahr, wenn die Golfstaaten die US-Milit&auml;rbasen in ihren L&auml;ndern nicht weiter akzeptieren. Ohne die st&auml;ndige Pr&auml;senz der US-Armee in der Region k&ouml;nnten sie auf den Gedanken kommen, ihre Ressourcen nicht mehr allein gegen Dollar zu verkaufen. Der Iran ver&auml;u&szlig;ert sein &Ouml;l bereits an China in der chinesischen W&auml;hrung Yuan. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die USA <a href=\"https:\/\/gulfif.org\/timeline\/uae-warns-washington-it-may-sell-oil-in-chinese-yuan-as-hormuz-closure-drains-dollar-liquidity\/\">im April davor gewarnt<\/a>, ihre Ressourcen gegen Yuan zu verkaufen. Auch Saudi-Arabien hat bereits einige Transaktionen mit anderen W&auml;hrungen als dem US-Dollar <a href=\"https:\/\/www.wrightresearch.in\/blog\/fall-of-the-petrodollar-and-the-rise-of-the-petroyuan\/\">vollzogen<\/a>. Die Deckung des US-Dollars mit dem weltweiten &Ouml;lhandel hat es den Vereinigten Staaten in den letzten f&uuml;nf Jahrzehnten erm&ouml;glicht, sich trotz eines stetig wachsenden Au&szlig;enhandelsdefizits im Ausland in der eigenen W&auml;hrung zu verschulden.<\/p><p>Die weitere Entwicklung h&auml;ngt stark von dem Ausgang der Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten am 3. November ab. Die derzeitige erneute Eskalation im Irankrieg schm&auml;lert die Chancen, dass die Republikaner ihre knappe Mehrheit im Repr&auml;sentantenhaus und im Senat verteidigen k&ouml;nnen. Die Hoffnung Trumps, dass die iranische F&uuml;hrung in den verbleibenden drei Monaten auf Forderungen der US-Regierung eingeht, ist angesichts der strategischen Vorteile des Landes in diesem Konflikt unwahrscheinlich. Es bed&uuml;rfte schon einer US-Bodenoffensive oder des Einsatzes von Atomwaffen, um einen milit&auml;rischen Sieg gegen den Iran zu erzielen.<\/p><p>Dass Trump Letzteres wom&ouml;glich bereits in Erw&auml;gung gezogen hat, zeigen <a href=\"https:\/\/www.newsweek.com\/donald-trump-nuclear-weapon-iran-fears-social-media-11793319\">seine &Auml;u&szlig;erungen im April<\/a>. Damals schrieb er im Rahmen eines geplanten n&auml;chtlichen Angriffs auf den Iran in einem Post auf <em>Truth Social<\/em>, eine &bdquo;ganze Zivilisation&ldquo; werde &bdquo;untergehen&ldquo;, &bdquo;die nie wieder auferstehen wird&ldquo;. Er wolle nicht, &bdquo;dass das geschieht&ldquo;, aber es werde &bdquo;wahrscheinlich so kommen&ldquo;. Dies hat weltweit Spekulationen ausgel&ouml;st, ob damit der Einsatz von Atomwaffen gemeint gewesen war.<\/p><p><small>Titelbild: PaulFeatherstone \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/6085e6fbc565441494c7b6d8524aa995\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Strategische Ziele nicht erreicht, Weltwirtschaft aufgrund Sperrung der Stra&szlig;e von Hormus am Abgrund, Republikanern droht Niederlage bei den anstehenden Zwischenwahlen. 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