{"id":154670,"date":"2026-08-08T12:00:00","date_gmt":"2026-08-08T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154670"},"modified":"2026-08-08T12:36:20","modified_gmt":"2026-08-08T10:36:20","slug":"der-sturm-auf-ceuta-anatomie-einer-herbeigefuehrten-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154670","title":{"rendered":"Der Sturm auf Ceuta: Anatomie einer herbeigef\u00fchrten Krise"},"content":{"rendered":"<p>Auf der afrikanischen Seite der Stra&szlig;e von Gibraltar trennt eine schmale Grenze Marokko von einem St&uuml;ck Spanien. In der Nacht des 29. Juli brach diese Grenze zusammen. <a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/my-europe\/2026\/08\/03\/ceuta-explained-how-spains-biggest-migration-crisis-unfolded\">Zehntausende junger M&auml;nner<\/a> str&ouml;mten auf dem Land- und Seeweg nach Ceuta, nachdem im Internet Behauptungen kursierten, der Grenz&uuml;bergang sei ge&ouml;ffnet worden. Am Morgen wurden Leichen aus dem Wasser gezogen und beim Grenzzaun geborgen. Doch wie kam es zu dieser Katastrophe und was ist die Vorgeschichte? Eine Untersuchung von <strong>Freddie Ponton<\/strong>, aus dem Englischen &uuml;bersetzt von <strong>Maike Gosch<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6955\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-154670-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260808_Der_Sturm_auf_Ceuta_Anatomie_einer_herbeigefuehrten_Krise_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260808_Der_Sturm_auf_Ceuta_Anatomie_einer_herbeigefuehrten_Krise_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260808_Der_Sturm_auf_Ceuta_Anatomie_einer_herbeigefuehrten_Krise_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260808_Der_Sturm_auf_Ceuta_Anatomie_einer_herbeigefuehrten_Krise_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=154670-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260808_Der_Sturm_auf_Ceuta_Anatomie_einer_herbeigefuehrten_Krise_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260808_Der_Sturm_auf_Ceuta_Anatomie_einer_herbeigefuehrten_Krise_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Es sah nach Chaos aus, kam jedoch nicht ohne Vorwarnung. Seit Jahren hatten israelische und amerikanische Politiker Spanien wegen des Gazastreifens bedroht, seine Souver&auml;nit&auml;t in Nordafrika in Frage gestellt und Ceuta als Druckmittel dargestellt. Monate vor der Grenz&uuml;berquerung <a href=\"https:\/\/www.aei.org\/op-eds\/morocco-should-send-a-new-green-march-into-ceuta-and-melilla\/\">ver&ouml;ffentlichte ein ehemaliger Pentagon-Berater die Vorgehensweise<\/a> fast genau so, wie sie sich sp&auml;ter abspielte, und forderte Marokko auf, einen unbewaffneten Massenmarsch in die Stadt zu schicken, w&auml;hrend die NATO tatenlos zusah.<\/p><p>Diese Untersuchung folgt den Spuren, die der Menschenmenge vorausgingen &ndash; durch israelische Drohungen, Druck aus Washington, marokkanische Lobbyarbeit, milit&auml;rische Abkommen und eine digitale Mobilisierung, die Zehntausende Menschen an eine der am st&auml;rksten exponierten Grenzen Spaniens brachte. Der Zaun gab erst nach, nachdem m&auml;chtige Interessengruppen jahrelang genau dargelegt hatten, was Spaniens Kontrollverlust &uuml;ber Ceuta bewirken k&ouml;nnte.<\/p><p>In der Nacht vom 29. Juli 2026 &uuml;berquerten sch&auml;tzungsweise <a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/my-europe\/2026\/08\/03\/ceuta-explained-how-spains-biggest-migration-crisis-unfolded\">70.000 Menschen<\/a>, &uuml;berwiegend junge M&auml;nner, innerhalb von weniger als 48 Stunden die Grenze von Marokko in die spanische Stadt Ceuta. Mindestens <a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/my-europe\/2026\/08\/03\/at-least-72-dead-in-ceuta-spain-says-as-eu-prepares-talks-on-uncontrolled-migrant-crossing\">88 Menschen starben<\/a> am Grenzzaun und im Wasser; eine Zahl, die die spanischen Beh&ouml;rden und Nachrichtenorganisationen in den folgenden Tagen wiederholt nach oben korrigierten. <a href=\"https:\/\/x.com\/2MInteractive\/status\/2083993998364946705\">Das marokkanische Innenministerium<\/a> bezifferte die Zahl auf elf, w&auml;hrend die Marokkanische Vereinigung f&uuml;r Menschenrechte (<a href=\"https:\/\/www.omct.org\/fr\/membres-du-reseau\/association-marocaine-des-droits-humains-amdh\">AMDH<\/a>) <a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/my-europe\/2026\/08\/03\/morocco-reports-11-ceuta-deaths-sharply-conflicting-spanish-figures\">sch&auml;tzte<\/a>, dass fast 130 Menschen ums Leben gekommen seien. Mehr als tausend Menschen ben&ouml;tigten medizinische Versorgung, doch auch Tage sp&auml;ter gab es noch immer keine einheitliche Angabe dar&uuml;ber, wie viele Menschen bei der &Uuml;berquerung ihr Leben verloren hatten.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.telegraph.co.uk\/world-news\/2026\/08\/01\/spain-asylum-amnesty-migration-border-collapse-sanchez\/\">Marokkanische Polizeikr&auml;fte waren entlang der Route<\/a> in sichtbarer Zahl pr&auml;sent. Bereits innerhalb weniger Stunden kursierten Videos, die zeigten, wie Beamte die vorbeiziehenden Menschenmassen beobachteten und in einigen F&auml;llen die Menschen offenbar zu den Grenz&uuml;berg&auml;ngen leiteten, anstatt sie aufzuhalten. Bis zum Wochenende hatten von internationalen Nachrichtenagenturen ver&ouml;ffentlichte Zeugenaussagen dazu gef&uuml;hrt, dass diese Bilder kaum noch zu leugnen waren. Mehrere Menschen, die Ceuta erreichten, <a href=\"https:\/\/archive.ph\/WdueQ\">berichteten<\/a>, marokkanische Beamte h&auml;tten ihnen gesagt: &bdquo;Geht in diese Richtung&ldquo; oder &bdquo;Kommt nach Spanien&ldquo;.<\/p><p>Die Kr&auml;fte, die in der Lage gewesen w&auml;ren, den Zustrom zu stoppen, fehlten nicht. Sie waren entlang der Route pr&auml;sent, als Zehntausende auf die Grenze zustr&ouml;mten. Damit verlagert sich der Schwerpunkt der Untersuchung weg von der Frage, wie Marokko die Kontrolle &uuml;ber den Grenz&uuml;bergang verlor, hin zu den Hinweisen darauf, dass in den entscheidenden Stunden, in denen die Bewegung an Dynamik gewann, die Kontrolle bewusst unterlassen wurde.<\/p><p>Innerhalb eines Tages erkl&auml;rte die spanische Regierung, die Situation habe sich fast vollst&auml;ndig umgekehrt, da der Gro&szlig;teil der Menschenmenge freiwillig nach Marokko zur&uuml;ckgekehrt sei. Nach Angaben des spanischen Regierungsbeauftragten in Ceuta, <a href=\"https:\/\/capital.es\/actualidad\/el-gobierno-cifra-en-2-500-los-migrantes-irregulares-que-continuan-en-ceuta-tras-la-entrada-masiva\/204241\/\">Miguel &Aacute;ngel P&eacute;rez Triano<\/a>, vom 3. August 2026 hielten sich noch etwa 2.500 irregul&auml;re Migranten in der Stadt auf &ndash; eine Zahl, die nach Angaben des Innenministeriums die Aufnahmekapazit&auml;ten Ceutas &uuml;berstieg.<\/p><p><a href=\"https:\/\/en.yabiladi.com\/articles\/details\/199857\/spain-says-morocco-poses-threat.html\">Das spanische Innenministerium w&uuml;rdigte<\/a> die marokkanischen Beh&ouml;rden f&uuml;r ihre &bdquo;vertrauensvolle und durchgehende&ldquo; Zusammenarbeit und daf&uuml;r, dass sie die Ankunft noch gr&ouml;&szlig;erer Menschenmengen verhindert h&auml;tten. Die marokkanische Botschaft in Madrid bezeichnete die Zusammenarbeit als &bdquo;vorbildlich&ldquo;. Ungenannte marokkanische diplomatische Quellen teilten <a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/my-europe\/2026\/08\/01\/situation-in-ceuta-almost-entirely-reversed-as-death-toll-climbs-to-67-spain-says\"><em>Euronews<\/em><\/a> in derselben Woche mit, dass die Unterst&uuml;tzung vor Ort tats&auml;chlich &bdquo;begrenzt und unzureichend gewesen sei, um den Druck einzud&auml;mmen&ldquo;. Beide Darstellungen bezogen sich auf denselben Zeitraum von 48 Stunden, deuten jedoch in unterschiedliche Richtungen.<\/p><p>Washington richtete seine Kritik nicht gegen Rabat. <a href=\"https:\/\/www.military.com\/spains-migrant-crisis-follows-years-of-israeli-warnings-us-pushback\">Erkl&auml;rungen<\/a> von US-Beamten und verb&uuml;ndeten Kommentatoren in den folgenden Tagen konzentrierten sich stattdessen auf Madrid, insbesondere auf die Haltung des spanischen Regierungschefs Pedro S&aacute;nchez zu Gaza, Spaniens Weigerung, den Vereinigten Staaten w&auml;hrend des Iran-Einsatzes die Nutzung seiner Luftwaffenst&uuml;tzpunkte zu gestatten, sowie auf die allgemeine Haltung der Regierung gegen&uuml;ber Israel. <a href=\"https:\/\/www.state.gov\/releases\/office-of-the-spokesperson\/2026\/08\/spain-travel-advisory-updated-to-raise-ceuta-to-level-3\/\">Das US-Au&szlig;enministerium versch&auml;rfte seine Reisewarnung<\/a> f&uuml;r Ceuta, w&auml;hrend amerikanische Kommentatoren die Krise als Folge des Versagens Spaniens darstellten, seine Grenzen zu sichern. (s. hierzu unseren Artikel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154513\">&bdquo;Ceuta &ndash; an Pedro Sanchez wird ein Exempel statuiert&ldquo;<\/a> von Jens Berger)<\/p><p>Marokko, dessen Regierung die Grenze kontrollierte, &uuml;ber die die Menschenmassen str&ouml;mten, sah sich keiner vergleichbaren &ouml;ffentlichen Kritik aus Washington ausgesetzt. Auch aus Jerusalem kam keine Kritik. Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/israels-un-envoy-sparks-spain-spat-with-accusation-of-colonial-enclaves-in-africa\/\">Danny Danon<\/a>, nutzte die Krise, um Ceuta und Melilla als &bdquo;koloniale Enklaven&ldquo; [Anm. d. Red.: Es handelt sich um spanische Exklaven.] zu bezeichnen, zu denen Spanien Rechenschaft ablegen m&uuml;sse, bevor es anderen Vortr&auml;ge halte. Spaniens Verkehrsminister &Oacute;scar Puente entgegnete: &bdquo;Nun, die Dinge werden langsam ziemlich klar.&ldquo;<\/p><p>Diese Reaktion bewahrte Marokko nicht nur vor genauerer Pr&uuml;fung. Sie lenkte die Verantwortung auf Spanien um und ordnete die Krise in die Argumente ein, die Washington und Jerusalem bereits seit Monaten gegen S&aacute;nchez vorgebracht hatten. Der Grenz&uuml;bertritt hatte weniger als 48 Stunden gedauert, doch die politischen Argumente, mit denen er erkl&auml;rt wurde, waren schon lange vor dem Eintreffen der ersten Menschenmassen in Ceuta zusammengetragen worden.<\/p><p><strong>Eine durch einen Vertrag festgelegte Grenze, nicht durch Eroberung<\/strong><\/p><p>Der Status von Ceuta ist eindeutig. Portugal eroberte die Stadt 1415, und Spanien erlangte die Souver&auml;nit&auml;t im Rahmen des <a href=\"https:\/\/constitucionweb.blogspot.com\/2012\/02\/tratado-de-lisboa-de-1668.html\">Vertrags von Lissabon<\/a> im Jahr 1668. Im Jahr 1860 unterzeichnete das marokkanische Sultanat den <a href=\"https:\/\/www.elperiodicodeceuta.es\/curiosidades-del-archivo-intermedio-militar-aim-de-ceuta-tratado-de-wad-ras\/\">Vertrag von Wad-Ras<\/a>, der die heutigen Grenzen von Ceuta festlegte und die spanische Souver&auml;nit&auml;t &uuml;ber das Gebiet formell anerkannte. Das unabh&auml;ngige <a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/place\/Morocco\">K&ouml;nigreich Marokko<\/a> entstand erst 1956, fast ein Jahrhundert, nachdem das Sultanat diese Anerkennung unterzeichnet hatte, und mehr als 500 Jahre, nachdem Ceuta erstmals in europ&auml;ische H&auml;nde &uuml;bergegangen war.<\/p><p>Der heutige marokkanische Anspruch ergibt sich daher nicht aus einem ungel&ouml;sten Akt der Entkolonialisierung. Er verlangt, dass eine von Marokkos eigenem Vorg&auml;ngerstaat anerkannte Souver&auml;nit&auml;t so behandelt wird, als h&auml;tte diese Anerkennung nie stattgefunden. Ceuta als &bdquo;koloniale Enklave&ldquo; zu bezeichnen, l&ouml;st diesen Widerspruch daher nicht. Tats&auml;chlich verschleiert es ihn.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-Ponton-Sturm-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-Ponton-Sturm-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Durch den Vertrag von Lissabon von 1668 wurde Ceuta an Spanien &uuml;bertragen (Quelle: <a class=\"nolity\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Tratado_de_Lisboa_de_1668.jpg\">Wikimedia Commons<\/a>)<\/small><\/p><p><strong>Eine sieben Jahre im Voraus ge&auml;u&szlig;erte Drohung<\/strong><\/p><p>Am 25. Mai 2019 ver&ouml;ffentlichte <a href=\"https:\/\/en.bladi.net\/israeli-son-sparks-controversy-urges-arabs-liberate-spanish-enclaves,56177.html\">Yair Netanjahu<\/a>, der Sohn des israelischen Ministerpr&auml;sidenten, eine Karte der spanischen Besitzungen in Nordafrika &ndash; Ceuta, Melilla und die Inseln im Albor&aacute;n-Meer &ndash; mit <a href=\"https:\/\/x.com\/YairNetanyahu\/status\/1132380560377167875?s=20\">folgender Bildunterschrift<\/a>: &bdquo;Liebe Araber und Muslime. Wollt ihr besetzte arabisch-islamische Gebiete befreien? Hier ist ein guter Anfang.&ldquo;<\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\" data-two-click-embeds-script=\"https:\/\/platform.x.com\/widgets.js\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Dear Arabs and Muslims. Want to free occupied Arab Islamic lands? Here&rsquo;s a good start! <a href=\"https:\/\/t.co\/Ci5R0dOXN7\">pic.twitter.com\/Ci5R0dOXN7<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Yair Netanyahu&#127470;&#127473; (@YairNetanyahu) <a href=\"https:\/\/x.com\/YairNetanyahu\/status\/1132380560377167875?ref_src=twsrc%5Etfw\">May 25, 2019<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p>  <\/p><p>Als spanische Nutzer darauf reagierten, <a href=\"https:\/\/x.com\/YairNetanyahu\/status\/1132711483194978309?s=20\">formulierte er den Tauschvorschlag ausdr&uuml;cklich<\/a> und schlug vor, dass Israel die Finanzierung von NGOs einstellen w&uuml;rde, die Spanien zur Abgabe von Ceuta und Melilla auffordern, wenn Spanien im Gegenzug die Finanzierung von NGOs einstellen w&uuml;rde, die Israel zur Abgabe von Jud&auml;a und Samaria auffordern. Die <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/spains-far-right-leader-slams-yair-netanyahu-as-ignorant-and-frivolous\/\"><em>Times of Israel<\/em><\/a> beschrieb diesen Austausch sp&auml;ter als direkte Verkn&uuml;pfung zwischen pal&auml;stinensischer Interessenvertretung, NGO-Finanzierung und der &Uuml;bergabe von Ceuta und Melilla an Marokko. Dieser Austausch fand sieben Jahre, bevor Zehntausende Marokkaner nach Ceuta einmarschierten, statt.<\/p><p>Das gleiche Argument kam sp&auml;ter von jemandem, der tats&auml;chlich ein Amt bekleidete. Im September 2025, nachdem Spanien <a href=\"https:\/\/www.middleeasteye.net\/news\/spain-bans-israeli-ministers-ben-gvir-and-smotrich\">Itamar Ben Gvir und Bezalel Smotrich<\/a> wegen ihrer Haltung zu Gaza die Einreise verweigert hatte, <a href=\"https:\/\/www.europapress.es\/internacional\/noticia-ben-gvir-propone-espana-dar-entrada-libre-gaza-veto-anunciado-contra-20250909143433.html\">forderte Ben Gvir Spanien &ouml;ffentlich auf<\/a>, &bdquo;den Menschen aus Gaza freien Einlass zu gew&auml;hren&ldquo;. Zehn Monate sp&auml;ter, als Zehntausende nach Ceuta str&ouml;mten, <a href=\"https:\/\/x.com\/itamarbengvir\/status\/2083175425941901598\">ver&ouml;ffentlichte er einen Beitrag auf Spanisch<\/a>, um S&aacute;nchez zu seinem &bdquo;tiefen Engagement f&uuml;r die Aufnahme von Einwanderern und die menschliche Vielfalt&ldquo; zu gratulieren. Dann formulierte er die Forderung ausdr&uuml;cklich: &bdquo;Als jemand, der gro&szlig;e Sorge um die Hamas und die Bewohner von Gaza zeigt, fordere ich Sie auf, Worte in Taten umzusetzen: &Ouml;ffnen Sie die T&uuml;ren Spaniens und gew&auml;hren Sie den Bewohnern von Gaza Zuflucht.&ldquo;<\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"es\" dir=\"ltr\">Mis felicitaciones al Presidente del Gobierno de Espa&ntilde;a, Pedro S&aacute;nchez, por su profundo compromiso con la acogida de la inmigraci&oacute;n y la \"diversidad humana\".<br>Como alguien que demuestra una gran preocupaci&oacute;n por Ham&aacute;s y los residentes de Gaza, le llamo a traducir las palabras en&hellip;<\/p>\n<p>&mdash; &#1488;&#1497;&#1514;&#1502;&#1512; &#1489;&#1503; &#1490;&#1489;&#1497;&#1512; (@itamarbengvir) <a href=\"https:\/\/x.com\/itamarbengvir\/status\/2083175425941901598?ref_src=twsrc%5Etfw\">July 31, 2026<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p>  <\/p><p>Zu diesem Zeitpunkt wurde Migration nicht mehr als hypothetische Antwort auf die spanische Politik herangezogen. Ben Gvir nutzte einen tats&auml;chlichen Massen&uuml;berlauf auf spanisches Territorium, um eine Ma&szlig;nahme zu wiederholen, die er zehn Monate zuvor vorgeschrieben hatte. Ceuta war zum Schauplatz geworden, an dem jahrelange israelische Rhetorik, die Spaniens territoriale Integrit&auml;t, seine Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Pal&auml;stina und die Fluchtbewegungen von Vertriebenen miteinander verkn&uuml;pfte, in einer einzigen politischen Botschaft zusammengef&uuml;hrt wurde.<\/p><p><strong>Die Kampagne, die der Menschenmenge vorausging<\/strong><\/p><p>Am 12. M&auml;rz 2026 ver&ouml;ffentlichte <a href=\"https:\/\/www.moroccoworldnews.com\/2026\/03\/282598\/us-think-tank-trump-must-recognize-ceuta-melilla-as-occupied-moroccan-territory\/\">Michael Rubin<\/a>, Senior Fellow am American Enterprise Institute (<a href=\"https:\/\/www.aei.org\/\">AEI<\/a>) und am <a href=\"https:\/\/www.meforum.org\/\">Middle East Forum<\/a>, einen Kommentar, in dem er argumentierte, dass Ceuta und Melilla besetztes marokkanisches Gebiet seien und dass Spanien als Kolonialmacht kein Recht habe, Israel zu kritisieren. Vier Tage sp&auml;ter, am 16. M&auml;rz, <a href=\"https:\/\/www.meforum.org\/mef-observer\/morocco-should-send-a-new-green-march-into-ceuta-and-melilla\">ver&ouml;ffentlichte Rubin einen zweiten Beitrag<\/a>, in dem er vorschlug, Marokko solle einen neuen &bdquo;Gr&uuml;nen Marsch&ldquo; organisieren &ndash; in Anlehnung an den Namen der zivilen Massen&uuml;berquerung in die Westsahara im Jahr 1975. Diesmal war der Vorschlag konkret: Unbewaffnete marokkanische Zivilisten sollten mit Bulldozern auf Ceuta und Melilla vorr&uuml;cken, die Grenzz&auml;une durchbrechen und die marokkanische Flagge hissen. Rubin argumentierte, dass die Beistandsklausel der NATO nicht greife, da die Exklaven au&szlig;erhalb Europas und Nordamerikas l&auml;gen.<\/p><p>Neun Tage nach Rubins zweitem Gastbeitrag argumentierte der marokkanische Journalist Amine Ayoub in dem israelischen Medium <a href=\"https:\/\/www.ynetnews.com\/opinions-analysis\/article\/bki11ns9tzx\"><em>Ynet<\/em>,<\/a> dass Israel Marokko f&uuml;r die Abraham-Abkommen belohnen und Spanien f&uuml;r seine Haltung zu Pal&auml;stina bestrafen sollte, wobei Ceuta und Melilla als Mittel dienen sollten. Der Artikel st&uuml;tzte sich direkt auf Rubins Argumentation.<\/p><p>Innerhalb von vier Tagen hatte sich die Argumentation von dem Versuch, Spanien die Legitimit&auml;t abzusprechen, hin zur Darlegung einer Methode zur Durchbrechung seiner Grenze verschoben. Das vorgeschlagene Mittel war nicht das marokkanische Milit&auml;r, sondern eine zivile Massenbewegung, die auf die Z&auml;une abzielte &ndash; unter der Annahme, dass Spanien bei dieser Konfrontation allein gelassen w&uuml;rde. Vier Monate sp&auml;ter zogen Zehntausende Zivilisten in Richtung Ceuta, die marokkanischen Sicherheitskontrollen brachen zusammen, und Spanien sah sich genau dem Dilemma gegen&uuml;ber, das Rubins Vorschlag vorausgesehen hatte.<\/p><p>Spanische <a href=\"https:\/\/www.elespanol.com\/reportajes\/20260322\/ala-dura-trumpismo-apuesta-llevar-bases-marruecos-aumentar-presion-ceuta-melilla\/1003744178324_0.html\">Zeitungen<\/a> griffen die Artikel innerhalb weniger Tage auf und ordneten sie in einen breiteren, marokkofreundlichen Trend in Washington ein, wobei sie das Middle East Forum, das American Enterprise Institute, das <a href=\"https:\/\/www.hudson.org\/\">Hudson Institute<\/a> und das <a href=\"https:\/\/www.opensecrets.org\/fara\/registrants\/D000062540\">Moroccan American Center for Policy<\/a> nannten. Letzteres wird vom K&ouml;nigreich Marokko finanziert, und spanische Berichte beschrieben, dass es Berichte, Veranstaltungen und Meinungsbeitr&auml;ge finanziere, die Rabats Argumente gegen Spanien untermauerten.<\/p><p>Am 3. April, drei Wochen nach Rubins zweitem Artikel, erkl&auml;rte der Abgeordnete <a href=\"https:\/\/appropriations.house.gov\/news\/press-releases\/diaz-balart-testifies-rules-hr-8595\">Mario D&iacute;az-Balart<\/a>, damals Vorsitzender des Unterausschusses f&uuml;r Haushaltsfragen des Repr&auml;sentantenhauses, der die Mittelzuweisungen f&uuml;r das Au&szlig;enministerium &uuml;berwacht, gegen&uuml;ber <a href=\"https:\/\/archive.ph\/Ga6C3\"><em>El Espa&ntilde;ol<\/em><\/a>, dass Ceuta und Melilla &bdquo;nicht zum geografischen Hoheitsgebiet Spaniens&ldquo;, sondern &bdquo;zum Hoheitsgebiet Marokkos&ldquo; geh&ouml;rten und dass ihr Status zwischen den Verb&uuml;ndeten ausgehandelt werden sollte. Am 30. April legte sein Unterausschuss seinen offiziellen <a href=\"https:\/\/www.congress.gov\/119\/crpt\/hrpt631\/CRPT-119hrpt631.pdf\">Bericht<\/a> zum Haushaltsgesetz 2027 f&uuml;r das Au&szlig;enministerium vor. Unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Marokko&ldquo; hei&szlig;t es darin, dass &bdquo;die von Spanien verwalteten St&auml;dte Ceuta und Melilla auf marokkanischem Territorium liegen&ldquo;, und der Au&szlig;enminister wird aufgefordert, den diplomatischen Dialog zwischen Marokko und Spanien &uuml;ber deren k&uuml;nftigen Status zu f&ouml;rdern. Diese Formulierung kommt in <a href=\"https:\/\/www.congress.gov\/119\/bills\/hr8595\/BILLS-119hr8595eh.pdf\">H.R. 8595<\/a>, dem vom Repr&auml;sentantenhaus verabschiedeten Gesetzentwurf, nicht vor, und der Ausschussbericht hat keine Rechtskraft. Seine Bedeutung liegt woanders.<\/p><p>Innerhalb von sieben Wochen, nachdem Rubin Ceuta und Melilla als besetztes marokkanisches Hoheitsgebiet bezeichnet hatte, hatte sich dieselbe territoriale Pr&auml;misse aus den Kommentaren in Washington in ein offizielles Dokument des Kongresses eingeschlichen. Marokkos Anspruch war zwar nicht zu US-Recht geworden, hatte aber innerhalb des Apparats, der die US-Au&szlig;enpolitik pr&auml;gt, Fu&szlig; gefasst.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-Ponton-Sturm-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-Ponton-Sturm-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Der Bericht des Repr&auml;sentantenhauses Nr. 119-631 ordnet Ceuta und Melilla dem marokkanischen Hoheitsgebiet zu (Quelle:<a href=\"https:\/\/www.congress.gov\/119\/crpt\/hrpt631\/CRPT-119hrpt631.pdf#page=96\"> US-Kongress<\/a>)<\/small><\/p><p>D&iacute;az-Balarts Verbindung zu diesem Apparat erstreckt sich bis in seine eigene Familie. Sein Bruder, der ehemalige Kongressabgeordnete Lincoln D&iacute;az-Balart, leitete die Firma &bdquo;Western Hemisphere Strategies&ldquo; (WHS), die zwischen 2012 und 2017 rund <a href=\"https:\/\/efile.fara.gov\/docs\/6086-Exhibit-AB-20130228-2.pdf\">1,2 Millionen Dollar<\/a> vom &bdquo;Moroccan American Centre for Policy&ldquo; (<a href=\"https:\/\/www.legistorm.com\/organization\/summary\/65224\/Moroccan_American_Center_for_Policy.html\">MACP<\/a>) erhielt, um &bdquo;die Beziehungen zwischen Marokko und den Vereinigten Staaten positiv zu beeinflussen&ldquo;.<\/p><p>Das Unternehmen wurde f&uuml;r 20.000 US-Dollar pro Monat beauftragt, den Kongress und die Exekutive zu beraten und sich f&uuml;r engere Beziehungen zwischen den USA und Marokko einzusetzen. Der Vertrag verbot WHS ausdr&uuml;cklich, Lobbyarbeit bei dem Abgeordneten Mario D&iacute;az-Balart oder dessen Mitarbeitern zu betreiben, und erkannte damit schriftlich den Interessenkonflikt an, den diese Einschr&auml;nkung eind&auml;mmen sollte.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-Ponton-Sturm-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-Ponton-Sturm-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Der MACP-Vertrag schloss Lobbyarbeit gegen&uuml;ber dem B&uuml;ro von D&iacute;az-Balart aus. (Quelle: <a href=\"https:\/\/efile.fara.gov\/docs\/6086-Exhibit-AB-20130228-2.pdf\">FARA-Meldung des US-Justizministeriums<\/a>)<\/small><\/p><p>Das B&uuml;ro von Mario D&iacute;az-Balart hat bestritten, dass es irgendwelche Lobbykontakte mit seinem Bruder gegeben habe, und seine Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Marokkos territoriale Positionen reicht mindestens bis ins Jahr 2011 zur&uuml;ck, also vor den Vertragsabschluss. Aus der Einreichung geht hervor, dass eine von Marokko finanzierte Interessenvertretung die Kanzlei seines Bruders bezahlte, um Einfluss auf die US-Politik zu nehmen, w&auml;hrend D&iacute;az-Balarts Kongressb&uuml;ro formal hinter einer vertraglichen Schutzmauer abgeschirmt wurde. Jahre sp&auml;ter war es D&iacute;az-Balarts Unterausschuss, der Marokkos Anspruch auf Ceuta und Melilla in einen offiziellen Kongressbericht aufnahm.<\/p><p>Das Repr&auml;sentantenhaus verabschiedete den umfassenderen Haushaltsentwurf am 15. Juli, elf Wochen, nachdem der Bericht mit diesem Wortlaut eingereicht worden war. Der Masseneinzug nach Ceuta begann 15 Tage sp&auml;ter. Am 31. Juli stellte <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/opinions\/2026\/8\/1\/is-spain-being-punished\">die Meinungsredaktion von <em>Al Jazeera<\/em><\/a> die Frage, ob Spanien bestraft werde, und wies darauf hin, dass pro-israelische Stimmen in den Monaten vor dem Einzug &bdquo;das Thema der Enklave auff&auml;llig zur Sprache gebracht&ldquo; h&auml;tten, wobei direkt auf Rubins Artikel verwiesen wurde. Spanische, englische und arabischsprachige Medien rekonstruierten in der Folge denselben zeitlichen Ablauf &ndash; von Yair Netanjahus Karte aus dem Jahr 2019 und Ben Gvirs Migrationsrhetorik &uuml;ber Rubins Artikel vom M&auml;rz 2026 und den Wortlaut des Berichts von D&iacute;az-Balart bis hin zu den bereits bestehenden Verteidigungsbeziehungen zwischen Israel und Marokko.<\/p><p>Nichts davon kam erst nach der Grenz&uuml;berquerung ans Licht. Bevor die ersten Menschenmassen Ceuta erreichten, war die Souver&auml;nit&auml;t Spaniens bereits in Frage gestellt worden, ein ziviler Marsch gegen seine Grenze war vorgeschlagen worden und Marokkos Territorialanspruch war in einen offiziellen Kongressbericht aufgenommen worden. Als es zur Grenz&uuml;berquerung kam, richteten Washington und Jerusalem ihre Kritik gegen Madrid, w&auml;hrend Rabat weitgehend unber&uuml;hrt blieb. Der Druck war bereits vorhanden. Die Grenz&uuml;berquerung verlieh ihm Nachdruck.<\/p><p><strong>Die Druckkampagne beschr&auml;nkte sich nie nur auf zwei M&auml;nner<\/strong><\/p><p>Der Vorschlag, Spanien als Washingtons milit&auml;rischen Partner durch Marokko zu ersetzen, war bereits im Umlauf. Im Juni 2025 schrieb der pensionierte General Robert Greenway, ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater unter Trump und Leiter des Allison Center der Heritage Foundation, <a href=\"https:\/\/x.com\/RC_Greenway\/status\/1938581250706424176?s=20\">auf <em>X<\/em><\/a>, es sei &bdquo;an der Zeit, die NAS Rota und den Luftwaffenst&uuml;tzpunkt Mor&oacute;n &hellip; nach Marokko zu verlegen&ldquo;. Bis April 2026 hatte sich dieses Argument n&auml;her an die Regierung herangeschoben. Nachdem Spanien sich geweigert hatte, die Iran-Kampagne zu unterst&uuml;tzen, <a href=\"https:\/\/europeanconservative.com\/articles\/news\/lindsey-graham-urges-trump-move-bases-out-of-spain\/\">forderte<\/a> der k&uuml;rzlich verstorbene Senator Lindsey Graham die Verlegung amerikanischer St&uuml;tzpunkte aus Spanien in ein Land, das deren Nutzung zulassen w&uuml;rde. Jos&eacute; Lev &Aacute;lvarez, Autor beim Middle East Forum und ehemaliger Offizier der israelischen Armee, <a href=\"https:\/\/www.meforum.org\/mef-observer\/leverage-morocco-as-spain-drift-makes-madrid-an-unreliable-partner\">argumentierte<\/a>, dass die Sicherheitsbeziehungen zwischen Israel und Marokko &bdquo;eine neue Realit&auml;t&ldquo; geschaffen h&auml;tten, die das Wei&szlig;e Haus als Druckmittel gegen Madrid nutzen k&ouml;nne. Am 24. April <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/pentagon-email-floats-suspending-spain-nato-other-steps-over-iran-rift-source-2026-04-24\/\">berichtete <em>Reuters<\/em><\/a>, dass in einer internen E-Mail des Pentagons m&ouml;gliche Ma&szlig;nahmen gegen Verb&uuml;ndete aufgef&uuml;hrt worden seien, die sich der Iran-Kampagne widersetzten, darunter der Ausschluss Spaniens aus der NATO.<\/p><p>Dies war nicht mehr nur Druck auf S&aacute;nchez allein. Spanien wurde zu verstehen gegeben, dass seine St&uuml;tzpunkte verlegt, seine Stellung in der NATO neu &uuml;berdacht und seine strategische Rolle an Marokko &uuml;bertragen werden k&ouml;nnten. W&auml;hrend Vertreter aus Washington den Anspr&uuml;chen Rabats auf Ceuta im Kongress Geh&ouml;r verschafften, legten sie gleichzeitig dar, wie Spanien selbst auf der anderen Seite der Meerenge verdr&auml;ngt werden k&ouml;nnte.<\/p><p>In den f&uuml;r diese Untersuchung gepr&uuml;ften &ouml;ffentlichen Unterlagen taucht keine direkte Zahlung Marokkos an Rubin, das Middle East Forum oder das American Enterprise Institute auf. In den verf&uuml;gbaren Steuererkl&auml;rungen werden weder die marokkanische Regierung noch das Moroccan American Center for Policy als Finanzierungsquellen genannt. Rubins Artikel lassen sich daher nicht auf einen Auftrag aus Rabat zur&uuml;ckf&uuml;hren. Sie entsprangen einer pro-israelischen politischen Plattform, die bereits eigene Gr&uuml;nde gefunden hatte, Marokkos Anspruch gegen&uuml;ber Spanien voranzutreiben.<\/p><p>Marokko bezahlte jedoch f&uuml;r seine Vertretung an anderer Stelle in Washington. Seine fr&uuml;here Vereinbarung mit Brownstein Hyatt war im Oktober 2025 ausgelaufen, und ein neuer <a href=\"https:\/\/efile.fara.gov\/docs\/5870-Exhibit-AB-20260323-1.pdf\">Vertrag &uuml;ber 780.000 Dollar<\/a> trat am 13. M&auml;rz 2026 in Kraft &ndash; nur wenige Tage nach Rubins Artikeln. Brownstein wurde f&uuml;r 65.000 Dollar pro Monat beauftragt, Dienstleistungen in den Bereichen Regierungsbeziehungen und &ouml;ffentliche Angelegenheiten zu erbringen, um die marokkanische Botschaft mit der US-Regierung zu vernetzen. Der n&auml;chste Bericht &uuml;ber die Arbeit des Unternehmens in den Monaten vor der Grenz&uuml;berquerung war zum Zeitpunkt des Abschlusses dieser Untersuchung noch nicht ver&ouml;ffentlicht worden. Rubin schrieb unterdessen auch nach der Grenz&uuml;berquerung weiter und forderte Washington erneut auf, die marokkanische Souver&auml;nit&auml;t &uuml;ber Ceuta und Melilla anzuerkennen und Spanien f&uuml;r seine Haltung zu Gaza und zum Iran zu bestrafen.<\/p><p>Die politische Instrumentalisierung des marokkanischen Anspruchs wurde in den israelischen Medien bereits offen vorgeschlagen. Unter Berufung auf eine von <em>Ynet<\/em> ver&ouml;ffentlichte Analyse <a href=\"https:\/\/diariosocialista.net\/2026\/04\/27\/israel-maniobra-para-avalar-las-pretensiones-de-marruecos-sobre-la-soberania-de-ceuta-y-melilla\/\">berichtete <em>Diario Socialista<\/em><\/a> Ende April, dass Israel seinen Einfluss in Washington nutzen k&ouml;nnte, um Marokko dabei zu unterst&uuml;tzen, seine Anspr&uuml;che auf Ceuta und Melilla durchzusetzen. Die vorgeschlagene Gegenleistung war eindeutig. Marokko w&uuml;rde f&uuml;r seine Ann&auml;herung an Israel belohnt, w&auml;hrend Spanien f&uuml;r seine Haltung zu Iran, Pal&auml;stina und der NATO bestraft w&uuml;rde. Das Argument st&uuml;tzte sich zum Teil auf <a href=\"https:\/\/www.nato.int\/en\/about-us\/official-texts-and-resources\/official-texts\/1949\/04\/04\/the-north-atlantic-treaty\">Artikel 6 des Nordatlantikvertrags<\/a>, dessen geografische Formulierung Ceuta und Melilla nicht ausdr&uuml;cklich unter die kollektive Verteidigungsgarantie des B&uuml;ndnisses stellt.<\/p><p>Dies war derselbe Deal, der auch anderswo Gestalt annahm. D&iacute;az-Balart brachte Marokkos territoriale Pr&auml;misse im Kongress ein, Israel und Marokko hatten einen <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/liveblog_entry\/israel-morocco-sign-joint-military-plan-marking-5-years-since-normalization-of-ties\/\">gemeinsamen milit&auml;rischen Arbeitsplan<\/a> unterzeichnet, und Kommentatoren in Washington stellten Rabat als den Partner dar, &uuml;ber den Spanien unter Druck gesetzt oder ersetzt werden k&ouml;nnte. In jedem Fall bot Ceuta dasselbe &ndash; eine M&ouml;glichkeit, Druck auf Spanien auszu&uuml;ben, ohne es direkt zu konfrontieren.<\/p><p>Neun Tage nach D&iacute;az-Balarts Interview mit <em>El Espa&ntilde;ol<\/em> am 3. April, am <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/mundo\/articles\/c17vzgl9d2xo\">9. April<\/a>, entzog Netanjahus Regierung Spanien den Zugang zur Einrichtung in Kiryat Gat im Rahmen des von den USA gef&uuml;hrten Zivil-Milit&auml;rischen Koordinationszentrums (<a href=\"https:\/\/www.dvidshub.net\/feature\/CMCC\">CMCC<\/a>) und erkl&auml;rte, Spanien werde f&uuml;r seine Haltung zum Gazastreifen &bdquo;<a href=\"https:\/\/x.com\/IsraeliPM\/status\/2042596981600596128?s=20\">sofort einen Preis zahlen<\/a>&ldquo;. Doch S&aacute;nchez wich keinen Zentimeter zur&uuml;ck und forderte im Mai die Europ&auml;ische Union auf, ihr Assoziierungsabkommen mit Israel vollst&auml;ndig <a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/my-europe\/2026\/04\/19\/spains-sanchez-urges-eu-to-break-association-agreement-with-israel-within-48-hours\">zu k&uuml;ndigen<\/a>.<\/p><p><strong>Die bereits bestehende Struktur<\/strong><\/p><p>Marokko ging mit einer etablierten milit&auml;rischen Beziehung zu Israel ins Jahr 2026. Im Jahr 2021 <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/in-morocco-gantz-signs-israels-first-ever-defense-mou-with-an-arab-country\/\">unterzeichneten<\/a> der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz und sein marokkanischer Amtskollege Abdellatif Loudiyi eine Absichtserkl&auml;rung, die die Zusammenarbeit im Bereich der Nachrichtendienste, milit&auml;rische Beschaffungen, Ausbildung und gemeinsame &Uuml;bungen umfasste. Im Januar 2026 hielten die beiden L&auml;nder in Tel Aviv die dritte Sitzung ihres Gemeinsamen Milit&auml;rausschusses ab und <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/liveblog_entry\/israel-morocco-sign-joint-military-plan-marking-5-years-since-normalization-of-ties\/\">unterzeichneten einen j&auml;hrlichen Arbeitsplan<\/a>.<\/p><p>Anfang 2026 hatte diese Zusammenarbeit zur Errichtung einer einsatzf&auml;higen milit&auml;rischen Infrastruktur auf marokkanischem Boden gef&uuml;hrt. Das Luftabwehrsystem &bdquo;Barak MX&ldquo; von Israel Aerospace Industries, das im Rahmen eines <a href=\"https:\/\/galaxiamilitar.es\/marruecos-despliega-silenciosamente-el-sistema-de-defensa-aerea-barak-mx\/\">Vertrags im Wert von rund 500 Millionen US-Dollar<\/a> erworben worden war, war in Dienst gestellt worden.<\/p><p>Medien aus dem Milit&auml;rsektor, die sich auf Satellitenbilder st&uuml;tzten, darunter <a href=\"https:\/\/raksha-anirveda.com\/morocco-deploys-israeli-barak-mx-air-defence-system\/\"><em>Raksha Anirveda<\/em><\/a> und <a href=\"https:\/\/www.infodefensa.com\/texto-diario\/mostrar\/5726444\/marruecos-despliega-sistemas-antimisiles-israelies-barak-mx-nueva-base-defensa-aerea-construido-noroeste-pais\"><em>Infodefensa<\/em><\/a>, lokalisierten das System auf einem neu errichteten St&uuml;tzpunkt in der N&auml;he von Sidi Yahya el Gharb im Nordwesten Marokkos. Die Auslieferungen hatten 2023 begonnen, und bis 2026 war das System Teil eines mehrschichtigen marokkanischen Luftabwehrnetzes.<\/p><p>Marokko war ebenso fest in Washingtons regionales Sicherheitssystem eingebunden. Die Vereinigten Staaten hatten das Land 2004 zu einem wichtigen Nicht-NATO-Verb&uuml;ndeten erkl&auml;rt, stellen milit&auml;rische Finanzmittel bereit und unterhalten umfangreiche R&uuml;stungs- und Ausbildungsprogramme mit Rabat. Marokko ist zudem Gastgeber der j&auml;hrlichen, von den USA geleiteten &Uuml;bung <a href=\"https:\/\/www.africom.mil\/what-we-do\/exercises\/african-lion\">African Lion<\/a>, der gr&ouml;&szlig;ten Milit&auml;r&uuml;bung in Afrika.<\/p><p>Als die marokkanischen Kontrollen auf dem Weg nach Ceuta am 29. Juli nachlie&szlig;en, waren die milit&auml;rischen und nachrichtendienstlichen Kan&auml;le, die Rabat mit Tel Aviv und Washington verbinden, bereits aktiv. Der n&auml;chste Teil der Untersuchung befasst sich mit der Frage, ob &uuml;ber diese Kan&auml;le in den Tagen vor der &Uuml;berquerung mehr als nur routinem&auml;&szlig;ige Verteidigungszusammenarbeit stattfand.<\/p><p><strong>Das Urteil, das eine T&uuml;r &ouml;ffnete, und die Kampagne, die durch sie hindurchging<\/strong><\/p><p>Spaniens Oberster Gerichtshof schuf den rechtlichen Rahmen f&uuml;r die &Uuml;berquerung. <a href=\"https:\/\/elpais.com\/espana\/2026-07-08\/el-supremo-prohibe-las-devoluciones-en-caliente-de-los-inmigrantes-que-intentan-entrar-a-nado-en-ceuta-y-melilla.html\">Im Urteil 814\/2026<\/a>, das am 8. Juli ver&ouml;ffentlicht wurde, entschied er, dass summarische &bdquo;Hot Returns&ldquo; <em>(Anm. d. &Uuml;bers.: <\/em><em>&bdquo;Hot Returns&ldquo; bezeichnet die sofortige Zur&uuml;ckweisung von Migranten an der Grenze ohne individuelles Asylverfahren oder richterliche Pr&uuml;fung.) <\/em>nicht gegen Migranten angewendet werden d&uuml;rfen, die beim Schwimmen in Richtung Ceuta oder Melilla abgefangen werden, sondern nur gegen diejenigen, die beim &Uuml;berklettern des Zauns erwischt werden. <a href=\"https:\/\/elpais.com\/espana\/2026-07-30\/el-supremo-determino-que-las-devoluciones-en-caliente-no-se-pueden-aplicar-a-quienes-entren-a-nado-en-ceuta-y-melilla.html\">Das spanische Innenministerium erkl&auml;rte<\/a>, Schleuser und Ger&uuml;chte-Netzwerke h&auml;tten diese Unterscheidung zwischen See und Land direkt ausgenutzt, und in den meisten Medienberichten wurde das Urteil als unmittelbarer Ausl&ouml;ser dargestellt.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-Ponton-Sturm-04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-Ponton-Sturm-04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Der Oberste Gerichtshof verlangte formelle R&uuml;ckf&uuml;hrungen bei Aufgriffen auf See. (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.poderjudicial.es\/search\/TS\/openDocument\/8cf9f3925b1a7672a0a8778d75e36f0d\/20260716\">CENDOJ<\/a>)<\/small><\/p><p><strong>&Uuml;bersetzung aus dem Spanischen:<\/strong> <em>&bdquo;IV. Dementsprechend ist die in dem Beschluss zur Zulassung der Berufung aufgeworfene Frage wie folgt zu beantworten: Die zehnte Zusatzbestimmung des Einwanderungsgesetzes kann nicht auf Personen angewendet werden, die auf See aufgegriffen werden, w&auml;hrend sie versuchen, in die St&auml;dte Ceuta und Melilla zu schwimmen; folglich d&uuml;rfen diese Personen nicht dem Verfahren der Zur&uuml;ckweisung an der Grenze, sondern m&uuml;ssen dem R&uuml;ckf&uuml;hrungsverfahren unterzogen werden.&ldquo;<\/em><\/p><p>Das Urteil erl&auml;utert, wie eine &Uuml;berquerung dieses Ausma&szlig;es m&ouml;glich wurde, nicht jedoch, warum die Grenze gerade zu diesem Zeitpunkt ge&ouml;ffnet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war bereits eine koordinierte Social-Media-Kampagne im Gange, Marokko hatte seinen Botschafter zur&uuml;ckgerufen, und sechs Monate lang ausge&uuml;bter Druck hatte die Frage um die Souver&auml;nit&auml;t Ceutas mit Spaniens Positionen zu Iran, Gaza und der NATO vermischt.<\/p><p><strong>Die Menschenmenge, die sich online versammelte<\/strong><\/p><p>Bei den &Uuml;berquerenden handelte es sich &uuml;berwiegend um junge M&auml;nner und nicht um die gemischte Bev&ouml;lkerungsgruppe aus Familien, die typischerweise mit Migrationskrisen in Verbindung gebracht wird. Viele waren auf <a href=\"https:\/\/www.infobae.com\/espana\/2026\/07\/31\/la-llegada-masiva-de-migrantes-a-ceuta-se-gesto-en-redes-sociales-grupos-de-facebook-compartian-informacion-para-cruzar-a-nado\/\">falsche Behauptungen in sozialen Medien und <em>WhatsApp<\/em><\/a> hereingefallen, wonach Spanien die Grenze ge&ouml;ffnet habe; diese wurden durch &ouml;ffentliche Facebook-Gruppen wie &bdquo;Hraga Ceuta&ldquo; und &bdquo;Haraga_ceuta&ldquo; weiterverbreitet. Die Mobilisierung begann online, nicht an der Grenze. <a href=\"https:\/\/europeanconservative.com\/articles\/news-corner\/facebook-ceuta-groups-coordinating-invasion-shut-down\/\">Meta sperrte daraufhin f&uuml;nf Facebook-Gruppen<\/a> mit insgesamt mehr als 230.000 Mitgliedern, in denen Nutzer Routen, Informationen zur Ausr&uuml;stung, Telefonnummern und andere logistische Details austauschten. Vor der Massen&uuml;berquerung <a href=\"https:\/\/www.ceutatv.com\/articulo\/sociedad\/asi-organizan-facebook-entrar-nado-ceuta-grupos-mapa-distancias-materialok\/20260727180738250241.html\">dokumentierte <em>CeutaTV<\/em> die Gruppe &bdquo;Hraga Ceuta&ldquo;<\/a>, die damals mehr als 20.000 Mitglieder z&auml;hlte und in der Google-Maps-Messungen rund um die Tarajal-Wellenbrecher, Anzeigen f&uuml;r Tauchflossen, Informationen &uuml;ber die Meeresbedingungen sowie Suchaufrufe nach Begleitern f&uuml;r die &Uuml;berquerung geteilt wurden. <a href=\"https:\/\/brusselssignal.eu\/2026\/07\/facebook-groups-and-a-rumour-of-an-open-border-drive-the-ceuta-crossing\/\"><em>Brussels Signal<\/em> dokumentierte unabh&auml;ngig davon dasselbe Material<\/a>, darunter Schwimmstrecken, Neoprenanz&uuml;ge, Tauchflossen, Taxirouten zur Grenze und die falsche Behauptung, die Grenze sei ge&ouml;ffnet worden.<\/p><p>Als die ersten Schwimmer das Wasser erreichten, hatte das Ger&uuml;cht bereits seine Wirkung entfaltet. Tausenden war dieselbe Botschaft &uuml;bermittelt worden, ihnen waren dieselben Routen gezeigt und mitgeteilt worden, welche Ausr&uuml;stung sie ben&ouml;tigen w&uuml;rden. Was an der Grenze folgte, hatte sich bereits seit Tagen online vor aller Augen zusammengebraut. Die Frage ist nicht mehr nur, wie sich die &Uuml;berquerung verbreitete, sondern warum die online beschriebenen Bedingungen so genau mit denen &uuml;bereinstimmten, die sich an der Grenze vorfanden.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-Ponton-Sturm-05.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-Ponton-Sturm-05.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Ein in der Facebook-Gruppe &bdquo;Hraga Ceuta&ldquo; verbreitetes Google-Maps-Bild zeigt eine etwa 432 Meter lange Schwimmroute um den Tarajal-Grenzwellenbrecher herum &ndash; ein Beispiel f&uuml;r die Karten und logistischen Anleitungen, die vor der Massen&uuml;berquerung nach Ceuta geteilt wurden. (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.ceutatv.com\/articulo\/sociedad\/asi-organizan-facebook-entrar-nado-ceuta-grupos-mapa-distancias-materialok\/20260727180738250241.html\">CeutaTv<\/a>)<\/small><\/p><p>Mindestens<a href=\"https:\/\/leadstories.com\/c7251f803335ad092ec1f7da8c955a7a3e53c03e.png\"> zwei virale Videos, die Menschenmengen an der Grenze zeigen<\/a>, stammen nachweislich aus der Zeit mehrere Wochen vor der tats&auml;chlichen Grenz&uuml;berquerung; zwei verschiedene Erkennungsprogramme stuften sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 81 bis 87 Prozent als KI-generiert ein; sowohl <a href=\"https:\/\/www.yahoo.com\/news\/world\/articles\/fact-check-video-predates-july-025729332.html\"><em>Yahoo<\/em><\/a> als auch <a href=\"https:\/\/www.firstpost.com\/explainers\/how-social-media-videos-fuelled-migration-crisis-in-spain-ceuta-14035177.html\"><em>Firstpost<\/em><\/a> berichteten &uuml;ber diese &Uuml;berpr&uuml;fung.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-Ponton-Sturm-06.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/260806-Ponton-Sturm-06.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Ein virales Video von der Grenze wurde als wahrscheinlich KI-generiert gekennzeichnet. (Quelle: <a href=\"https:\/\/leadstories.com\/c7251f803335ad092ec1f7da8c955a7a3e53c03e.png\">Leadstories<\/a>)<\/small><\/p><p>Unabh&auml;ngige Beobachter kamen zu &auml;hnlichen Schlussfolgerungen. <a href=\"https:\/\/www.crisisgroup.org\/who-we-are\/people\/riccardo-fabiani\">Riccardo Fabiani<\/a> von der International Crisis Group erkl&auml;rte, die Beweise deuteten auf gewisse offizielle T&auml;tigkeiten marokkanischer Beh&ouml;rden hin, die darauf abzielten, eine Botschaft zu senden, und schloss nicht aus, dass damit versucht wurde, sich bei den Vereinigten Staaten beliebt zu machen, nachdem wochenlang Druck von pro-israelischen und amerikanischen rechten Kreisen in Bezug auf Ceuta ausge&uuml;bt worden war. Das ist zwar kein Beweis f&uuml;r eine operative Kontrolle von au&szlig;en, aber es ist eine externe Einsch&auml;tzung, dass die &Uuml;berquerungen politisch motiviert wirkten und nicht blo&szlig; chaotisch.<\/p><p>Es war nicht das erste Mal, dass Rabat Migrationsdruck als diplomatisches Druckmittel einsetzte. W&auml;hrend eines Konflikts im Mai 2021, der durch die Entscheidung Spaniens ausgel&ouml;st wurde, den F&uuml;hrer der Polisario-Front <em>(Anm. d. &Uuml;bers.: <\/em><em>Die f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit der Westsahara von Marokko k&auml;mpft)<\/em>, Brahim Ghali, zur medizinischen Behandlung aufzunehmen, <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/europe\/spain-deploys-army-ceuta-patrol-border-with-morocco-after-migrants-break-2021-05-18\/\">schienen die marokkanischen Beh&ouml;rden die Grenzkontrollen zu lockern<\/a>, wodurch innerhalb von zwei Tagen rund 8.000 Menschen nach Ceuta einreisen konnten. Nachdem der Grenz&uuml;bertritt begonnen hatte und Madrid den marokkanischen Botschafter zu einer Protestnote einbestellte, <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/morocco-escalates-row-with-spain-over-western-sahara-2021-05-27\/\">rief Rabat Botschafterin Karima Benyaich<\/a> zu Konsultationen zur&uuml;ck. <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/opinions\/2026\/8\/1\/is-spain-being-punished\">Eine Analyse von <em>Al Jazeera<\/em> aus dem Jahr 2026<\/a> f&uuml;hrte diese Episode als Pr&auml;zedenzfall an, um den Grenz&uuml;bertritt im Juli 2026 als einen weiteren m&ouml;glichen Versuch zu interpretieren, Druck auf Spanien auszu&uuml;ben. Diese Episode erinnerte an den Mai 2021, als <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/africa\/spain-morocco-halt-deadly-rush-spanish-enclave-after-49000-cross-day-2026-07-31\/\"><em>Reuters<\/em><\/a> und andere Medien berichteten, dass die marokkanischen Beh&ouml;rden zuvor w&auml;hrend eines diplomatischen Bruchs die Kontrollen gelockert hatten &ndash; was weithin als Vergeltungsma&szlig;nahme f&uuml;r Spaniens Entscheidung gedeutet wurde, dem kranken F&uuml;hrer der Unabh&auml;ngigkeitsbewegung der Westsahara eine Krankenhausbehandlung auf spanischem Boden zu erm&ouml;glichen.<\/p><p>Sowohl <a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr\/en\/international\/article\/2026\/07\/31\/mass-influx-of-migrants-in-ceuta-reignites-tensions-between-madrid-and-rabat_6756034_4.html\"><em>Le Monde<\/em><\/a> als auch <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2026\/jul\/31\/ceuta-spain-morocco-border-deaths\"><em>The Guardian<\/em><\/a> brachten die M&ouml;glichkeit zur Sprache, dass Rabat seine Kontrollen gelockert habe, um seinen Unmut &uuml;ber S&aacute;nchez&rsquo; Besuch in Algerien, Marokkos wichtigstem regionalen Rivalen, zum Ausdruck zu bringen. Der Besuch diente der Wiederherstellung hochrangiger politischer Beziehungen und dem Ziel, &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.medgaz.com\/fr\/daccueil\/\">Medgaz<\/a> &ndash; die direkte Unterwasserpipeline nach Spanien, die Marokko umgeht &ndash; zus&auml;tzliche algerische Gaslieferungen zu sichern. Der Grund f&uuml;r den Unmut waren also nicht entgangene Transiteinnahmen, sondern Madrids erneuerte strategische Partnerschaft mit Algier.<\/p><p>Die marokkanische Abgeordnete <a href=\"https:\/\/www.moroccoworldnews.com\/2026\/07\/332278\/lahcen-haddad-rejects-unproven-claims-over-ceuta-migration-crisis\/\">Lahcen Haddad bestritt<\/a>, dass Rabat die Grenz&uuml;berquerung bei Ceuta inszeniert habe, doch sie verfehlt damit v&ouml;llig den Kern der Sache. Eine direkte Inszenierung war nicht notwendig, da Marokko Druck aus&uuml;ben konnte, indem es einfach die normalerweise durchgesetzten Grenzkontrollen aussetzte. Spaniens erneute Beziehungen zu Algerien trugen sicherlich zu den politischen Missst&auml;nden bei, die hinter diesem Druck standen, auch wenn algerisches Gas Spanien &uuml;ber eine Pipeline erreichte, die Marokko vollst&auml;ndig umging, was ihr Argument sehr kurzsichtig erscheinen l&auml;sst.<\/p><p>Zusammenfassend haben wir zwei Grenz&ouml;ffnungen im Abstand von f&uuml;nf Jahren identifiziert, die auf spanische Entscheidungen folgten, gegen die Rabat Einw&auml;nde erhob, und in beiden F&auml;llen verzichtete Marokko auf die Durchsetzung der Ma&szlig;nahmen, mit denen es routinem&auml;&szlig;ig Ausreisen verhinderte, und machte die Migration so zu einem Instrument staatlichen Drucks gegen Madrid.<\/p><p>Israel distanzierte sich &ouml;ffentlich von den territorialen Anspr&uuml;chen Marokkos. Ende April <a href=\"https:\/\/theobjective.com\/internacional\/2026-04-29\/embajadora-espana-israel-marruecos-ceuta-melilla\/\">erkl&auml;rte Dana Erlich, die israelische Botschafterin in Madrid<\/a>, ihre Regierung &bdquo;denke nicht daran&ldquo;, Rabats Anspr&uuml;che auf Ceuta und Melilla zu unterst&uuml;tzen, und bezeichnete das Thema als irrelevant f&uuml;r Israels unmittelbare Priorit&auml;ten. Diese Zur&uuml;ckweisung bezog sich eng auf die damalige Position der Regierung und ging nicht auf die umfassendere politische und milit&auml;rische Ann&auml;herung zwischen Israel und Marokko ein. Als Danny Danon die St&auml;dte anschlie&szlig;end als &bdquo;koloniale Enklaven&ldquo; bezeichnete, konnte Israel seine &Auml;u&szlig;erung als pers&ouml;nliche Position eines Politikers darstellen, der schon seit Langem daf&uuml;r bekannt ist, Netanjahu herauszufordern. <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2014\/jul\/16\/netanyahu-criticised-by-cabinet-members-over-gaza-crisis-israel\">Netanjahu entlie&szlig; Danon<\/a> 2014 als stellvertretenden Verteidigungsminister, nachdem dieser die Gaza-Strategie der Regierung &ouml;ffentlich kritisiert hatte, und <a href=\"https:\/\/aish.com\/danny-danons-five-years-at-the-united-nations\/\">Danon trat 2007 und 2014 gegen Netanjahu<\/a> um den Vorsitz des Likud an.<\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Spain, which never misses an opportunity to lecture Israel, has declared a state of emergency in Ceuta following the crisis over its immigration policy.<\/p>\n<p>Maybe before it continues lecturing us, it&rsquo;s time it explained to the world why it still maintains colonial enclaves in&hellip;<\/p>\n<p>&mdash; Danny Danon &#127470;&#127473; &#1491;&#1504;&#1497; &#1491;&#1504;&#1493;&#1503; (@dannydanon) <a href=\"https:\/\/x.com\/dannydanon\/status\/2082968903957770527?ref_src=twsrc%5Etfw\">July 30, 2026<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p>  <\/p><p>Doch die Distanzierung der Regierung von Danons Wortwahl beantwortet nicht die zentrale Frage, die diese Untersuchung aufwirft. Seine &Auml;u&szlig;erung verst&auml;rkte eine Kampagne, die bereits von Marokkos Bef&uuml;rwortern in Washington vorangetrieben wurde, und erfolgte parallel zu einer sich vertiefenden milit&auml;rischen Zusammenarbeit zwischen Israel und Marokko, was es Israel erm&ouml;glichte, eine offizielle Politik zu leugnen, w&auml;hrend einer seiner prominentesten Diplomaten denselben Druck auf Spanien verst&auml;rkte.<\/p><p><strong>Die Meerenge, &uuml;ber die niemand sprechen wollte<\/strong><\/p><p>Ceuta liegt an der Stra&szlig;e von Gibraltar, einem Korridor, den Washington seit Jahrzehnten als strategische Lebensader betrachtet. Ein <a href=\"https:\/\/history.state.gov\/historicaldocuments\/frus1969-76ve01\/d410\">freigegebener Bericht des Au&szlig;enministeriums<\/a> bezeichnete Gibraltar als &bdquo;die wichtigste Meerenge der Welt&ldquo; und warnte, dass der spanische Widerstand gegen den freien Transit die strategische Mobilit&auml;t bedrohe, auf der die westliche Verteidigung beruhe. Ein <a href=\"https:\/\/efile.fara.gov\/docs\/3718-Informational-Materials-20230426-15.pdf\">vom Justizministerium vorgelegter Bericht &uuml;ber die Beziehungen zwischen den USA und Gibraltar<\/a> dokumentiert die Nutzung Gibraltars durch amerikanische Schiffe w&auml;hrend der Operationen &bdquo;Desert Shield&ldquo; und &bdquo;Desert Storm&ldquo; durch Reserveschiffe, die auf dem Weg in den Nahen Osten auftankten, sowie durch US-Angriffs-U-Boote w&auml;hrend der Intervention in Libyen im Jahr 2011.<\/p><p>In amerikanischen strategischen Abhandlungen wurde Gibraltar ebenfalls als lebenswichtiger Mittelmeerhafen f&uuml;r US-Atom-U-Boote identifiziert, wobei argumentiert wurde, dass die britische Kontrolle Washingtons Zugang vor den politischen Einschr&auml;nkungen sch&uuml;tzt, die die spanische Souver&auml;nit&auml;t auferlegen k&ouml;nnte. Ceuta liegt am gegen&uuml;berliegenden Ufer derselben Meerenge.<\/p><p>Seine Souver&auml;nit&auml;t ist daher kein Randstreit am s&uuml;dlichen Rand Europas, sondern Teil der politischen Geografie rund um einen Korridor, der f&uuml;r die amerikanischen Milit&auml;rbewegungen zwischen dem Atlantik, dem Mittelmeer und dem Nahen Osten von zentraler Bedeutung ist. Der Druck auf Ceuta l&auml;sst sich nicht von der strategischen Wasserstra&szlig;e daneben trennen &ndash; oder von den Interessen der M&auml;chte, die darauf angewiesen sind, dass sie offen bleibt.<\/p><p>Diese Gefahr wurde im M&auml;rz 2026 Realit&auml;t, als Spanien <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/middle-east\/us-aircraft-leave-spain-after-government-says-bases-cannot-be-used-iran-attacks-2026-03-02\/\">Washington die Nutzung von Rota und Mor&oacute;n<\/a> f&uuml;r Operationen gegen den Iran verweigerte und sp&auml;ter <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/spain-closes-airspace-us-planes-involved-iran-war-el-pais-says-2026-03-30\/\">seinen Luftraum<\/a> f&uuml;r die beteiligten US-Flugzeuge sperrte, wodurch diese gezwungen waren, spanisches Hoheitsgebiet zu umfliegen. Am 16. April, mehr als drei Monate vor der &Uuml;berquerung von Ceuta, <a href=\"https:\/\/usun.usmission.gov\/remarks-at-a-un-general-assembly-meeting-following-the-vetoes-of-china-and-russia-on-a-unsc-resolution-on-the-situation-in-the-middle-east\/\">erkl&auml;rte US-Botschafter Mike Waltz vor den Vereinten Nationen<\/a>, dass<strong> <\/strong>Gibraltar, Hormus, die Beringstra&szlig;e und Malakka internationale Seewege seien, die &bdquo;zu wichtig sind, um blockiert, vermint, als Waffen eingesetzt oder als Geiseln genommen zu werden&ldquo;. Bis Mitte Juli hatte der Iran die Huthi aufgefordert, sich auf die Sperrung von Bab el-Mandeb vorzubereiten, wo bereits Raketen und Drohnen stationiert worden waren, w&auml;hrend der Schiffsverkehr durch die Stra&szlig;e von Hormus weiterhin stark eingeschr&auml;nkt blieb. Gibraltar hatte somit genau in dem Moment an Bedeutung gewonnen, als Madrid deutlich machte, dass der Zugang der USA &uuml;ber Spanien nicht mehr als selbstverst&auml;ndlich angesehen werden k&ouml;nne.<\/p><p><strong>Eine Grenze, die nicht nur Spanien geh&ouml;rt<\/strong><\/p><p>Sollte Ceuta milit&auml;risch bedroht werden, w&uuml;rde Spanien es als souver&auml;nes Territorium verteidigen. Die rechtliche und strategische Realit&auml;t ist jedoch komplizierter. <a href=\"https:\/\/www.nato.int\/cps\/en\/natohq\/official_texts_17120.htm\">Der NATO-Gr&uuml;ndungsvertrag<\/a> beschr&auml;nkt den geografischen Geltungsbereich von Artikel 5 auf die Hoheitsgebiete der Mitglieder in Europa und Nordamerika, die T&uuml;rkei sowie bestimmte nordatlantische Inseln, wodurch Ceuta und Melilla au&szlig;erhalb der ausdr&uuml;cklichen kollektiven Verteidigungsgarantie liegen. Jede Reaktion der Alliierten w&uuml;rde daher eher von einer im Konsens getroffenen politischen Entscheidung als von einer eindeutigen vertraglichen Verpflichtung abh&auml;ngen. Rubin, D&iacute;az-Balart, Ayoub und andere bauten ihre Argumente opportunistisch auf dieser Schwachstelle auf.<\/p><p>Folglich bot Ceuta eine M&ouml;glichkeit, die spanische Souver&auml;nit&auml;t in Frage zu stellen, Madrids milit&auml;rische Ressourcen zu belasten und Spaltungen innerhalb der NATO aufzudecken, ohne direkt Spanien in seinem Kernterritorium zu konfrontieren, dessen kollektive Verteidigung eindeutig garantiert war.<\/p><p><strong>Was die Akten zeigen<\/strong><\/p><p>Bis zum 30. Juli waren die Voraussetzungen, um Spanien in Bezug auf Gaza und den Iran unter Druck zu setzen, bereits seit Jahren &ouml;ffentlich und namentlich geschaffen worden. <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/spains-far-right-leader-slams-yair-netanyahu-as-ignorant-and-frivolous\/\">Yair Netanjahu schlug den Tausch bereits 2019 vor<\/a>. <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/liveblog_entry\/after-hes-banned-ben-gvir-says-spain-should-take-in-gazans\/\">Ben Gvir probte 2025 den Einsatz von Migration als Strafma&szlig;nahme<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.democrata.es\/international\/ben-gvir-mocks-sanchez-for-the-migration-crisis-in-ceuta-and-urges-him-to-welcome-the\/\">wiederholte dies w&auml;hrend der &Uuml;berquerung<\/a> selbst. <a href=\"https:\/\/www.aei.org\/op-eds\/morocco-should-send-a-new-green-march-into-ceuta-and-melilla\/\">Rubin beschrieb daraufhin die Methode, die vor Ort zum Tragen kam<\/a>, und forderte eine unbewaffnete Massenbewegung nach Ceuta unter dem Schutz der territorialen Unklarheit der NATO. Sechs Wochen sp&auml;ter verankerte D&iacute;az-Balart Marokkos Anspruch in einem <a href=\"https:\/\/www.govinfo.gov\/content\/pkg\/CRPT-119hrpt631\/pdf\/CRPT-119hrpt631.pdf\">offiziellen Kongressbericht<\/a>, w&auml;hrend Lindsey Graham, Robert Greenway und ein durchgesickertes Planungsdokument des Pentagons die Kampagne aus den Thinktanks in die Maschinerie der amerikanischen Macht trugen. <a href=\"https:\/\/www.gov.il\/en\/pages\/statement-by-pm-netanyahu-10-apr-2026\">Netanjahus Regierung warnte<\/a>, Spanien werde einen &bdquo;unmittelbaren Preis&ldquo; zahlen, als Israel und Marokko mit einem <a href=\"https:\/\/fr.le360.ma\/politique\/maroc-israel-un-nouveau-plan-daction-militaire-pour-consolider-un-partenariat-strategique-en-2026_G3AIK2IVPFEA7AKJ7COT7VFM3E\/\">unterzeichneten milit&auml;rischen Arbeitsplan<\/a> und einer in Sidi Yahya, etwa 200 Kilometer s&uuml;dwestlich von Ceuta, stationierten israelischen Barak-MX-Luftabwehrbatterie ins Jahr 2026 starteten.<\/p><p>Dann &ouml;ffnete sich die Grenze und Marokko kontrollierte das Tor, w&auml;hrend Washington und Jerusalem &uuml;ber die &Uuml;berwachungskapazit&auml;ten verf&uuml;gten, um die sich versammelnde Menschenmenge zu beobachten, &uuml;ber die strategischen Beziehungen, um zu verstehen, was Rabat tat, und &uuml;ber allen Grund, den Druck zu erkennen, den es auf Madrid aus&uuml;bte.<\/p><p>Dennoch verurteilte keiner von beiden Marokko. Ihr Zorn richtete sich weiterhin gegen Spanien, w&auml;hrend israelische Beamte den Grenz&uuml;bertritt nutzten, um dieselben Argumente zu Migration, Gaza und der marokkanischen Souver&auml;nit&auml;t zu wiederholen, die bereits zuvor vorgebracht worden waren. Das Ereignis folgte dem Drehbuch zu genau, um als isoliertes Grenzversagen abgetan zu werden. Spanien war bedroht worden, die Vorgehensweise war bekannt, und Marokko verf&uuml;gte bereits &uuml;ber den Hebel und die Sicherheitsarchitektur, als der versprochene Druck genau an dem Punkt eintraf, an dem das spanische Territorium am st&auml;rksten gef&auml;hrdet war.<\/p><p>Koordination hinterl&auml;sst nicht immer einen unterzeichneten Befehl; tats&auml;chlich ben&ouml;tigen Staaten, die aufgrund konvergenter Interessen zusammenarbeiten, selten einen solchen. Was sie brauchen, ist ein gemeinsames Ziel, kompatible Motive, ein verf&uuml;gbares Instrument und das Vertrauen, dass die anderen sich nicht einmischen werden. Im Juli 2026 verf&uuml;gten Washington, Jerusalem und Rabat &uuml;ber alle vier.<\/p><p><strong>Die Menschenmenge, die nach Ceuta eindrang, trug mehr als nur die Dynamik der &Uuml;berquerung in sich. Sie war der konkrete Ausdruck einer Druckkampagne, die bereits ausgearbeitet, vorangetrieben und in die offizielle Politik umgesetzt worden war, noch bevor die erste Person den Zaun erreichte.<\/strong><\/p><p><em>Dieser Artikel erschien urspr&uuml;nglich am 4. August 2026 <\/em><a href=\"https:\/\/21stcenturywire.com\/2026\/08\/04\/the-ceuta-crossing-anatomy-of-a-manufactured-crisis\/\"><em>bei 21st Century Wire<\/em><\/a><em>, einer unabh&auml;ngigen englischsprachigen Newsplattform f&uuml;r investigativen Journalismus und geopolitische Analysen. Gr&uuml;nder und Chefredakteur ist der preisgekr&ouml;nte US-amerikanische Investigativjournalist und geopolitische Analyst Patrick Henningsen.<\/em><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154513\">Ceuta &ndash; an Pedro Sanchez wird ein Exempel statuiert<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/cbed51407cf64bbab75c3110a31ce122\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der afrikanischen Seite der Stra&szlig;e von Gibraltar trennt eine schmale Grenze Marokko von einem St&uuml;ck Spanien. In der Nacht des 29. 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