{"id":154800,"date":"2026-08-10T14:05:58","date_gmt":"2026-08-10T12:05:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154800"},"modified":"2026-08-10T14:45:33","modified_gmt":"2026-08-10T12:45:33","slug":"helfen-mehr-russische-soldaten-zu-toeten-die-bestialische-frage-eines-faz-autors","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154800","title":{"rendered":"\u201eHelfen, mehr russische Soldaten zu t\u00f6ten\u201c \u2013 die bestialische Frage eines FAZ-Autors"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GScy7BlYiiM\">&bdquo;K&ouml;nnen Sie uns Europ&auml;ern konkret sagen, was wir tun k&ouml;nnen, um ihnen zu helfen, mehr Russen zu t&ouml;ten? Mehr russische Soldaten, nat&uuml;rlich.&ldquo;<\/a> Das ist die Frage, die der Autor der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)<\/em>, <a href=\"https:\/\/x.com\/Andric1961\/status\/2086050674886799785\">Michael Martens<\/a>, in Serbien auf einer Pressekonferenz mit dem serbischen Pr&auml;sidenten Aleksandar Vu&#269;i&#263; und dem ukrainischen Pr&auml;sidenten Wolodymyr Selenskyj gestellt hat. Die Frage ist nicht etwa mit einem kriegskritischen Unterton versehen. Sie ist bef&uuml;rwortend gemeint. Getragen ist die Frage von schier unfassbarer historischer Asozialit&auml;t. Ein Kommentar von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nWas ist schlimmer als Soldaten, die sich gegenseitig in einem Krieg abschlachten? Es sind Journalisten, die fragen, <a href=\"https:\/\/x.com\/EvaHermanEx_ARD\/status\/2086711669103751400\">was getan werden kann, um mehr Soldaten des Feindes zu t&ouml;ten<\/a>. Die Frage tr&auml;gt den Geist des Bestialischen. Sie blendet milit&auml;rische, politische und diplomatische Strategien aus und reduziert den &bdquo;Erfolg&ldquo; im Krieg auf das reine T&ouml;ten von Soldaten. Je mehr Soldaten des Feindes get&ouml;tet werden, so die Annahme, umso eher sei der Krieg beendet. Die Soldaten des als Feindpartei betrachteten Gegners verlieren in dieser Frage ihren Status des Menschlichen. Gerade auch junge Soldaten, die oft &ndash; wie in jedem Krieg &ndash; kaum begreifen, wie sie politisch instrumentalisiert werden, finden sich zum reinen T&ouml;tungsobjekt degradiert wieder.<\/p><p>Jeder sich dem milit&auml;rischen Ethos auch nur halbwegs verpflichtet f&uuml;hlende F&uuml;hrungsoffizier einer Armee begegnet einer solchen Betrachtungsweise mit tiefer Abscheu. Bei aller Feindschaft: Gerade hochrangige Milit&auml;rs, die sich einen Funken Menschlichkeit bewahrt haben, wissen darum, dass auch unter den Soldatenuniformen des Feindes Menschen stecken.<\/p><p>Einen Krieg durch das Mittel zu gewinnen, m&ouml;glichst viele gegnerische Soldaten zu t&ouml;ten, geh&ouml;rt zur monstr&ouml;sesten aller milit&auml;rischen Vorgehensweisen, die oft genug gescheitert ist, wie etwa in Vietnam, wo die USA viel mehr feindliche Soldaten get&ouml;tet haben als umgekehrt.<\/p><p>Die Absicht, m&ouml;glichst viele Soldaten des Gegners t&ouml;ten zu wollen, bedingt, dass sich die eigenen Soldaten in die Schlacht werfen und dabei auch Gefahr laufen, get&ouml;tet zu werden. Ist das dem FAZ-Autor bewusst? Oder bef&uuml;rwortet er den Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen&uuml;ber Russland?<\/p><p>Stichwort Massenvernichtungswaffen. Dass die von dem FAZ-Autor favorisierte &bdquo;Strategie&ldquo; bei einer Atommacht ohnehin realit&auml;tsbefreit ist, versteht sich von selbst. Bei einer sich abzeichnenden milit&auml;rischen Niederlage Russlands ist mit einem Atomwaffeneinsatz zu rechnen.<\/p><p>Doch von dem milit&auml;rischen Unsinn der Frage abgesehen: Sie ist aus weiteren Gr&uuml;nden untragbar.<\/p><p>In Anbetracht der Tatsachen eines furchtbaren Vernichtungskrieges im 2. Weltkrieg, bei dem deutsche Soldaten Millionen sowjetische Soldaten get&ouml;tet haben, ist die Frage von schier unfassbarer historischer Asozialit&auml;t getragen. Alleine schon das Geschichtsbewusstsein verbietet Fragen dieser Art.<\/p><p>Hinzu kommt die journalistische Ebene: Journalistische Fragen zeichnen sich dadurch aus, dass sie komplexe Sachverhalte durchdringen. Die komplexen geostrategischen und tiefenpolitischen Zusammenh&auml;nge, die den Krieg in der Ukraine umgeben, finden in der Frage keine Beachtung. Die Frage reduziert den Krieg auf ein einfaches Freund-Feind-Schema &ndash; so wie es kennzeichnend f&uuml;r Propaganda ist.<\/p><p>Die Frage ist auch ein Angriff auf das journalistische Ethos. Der Autor spricht von &bdquo;uns Europ&auml;ern&ldquo; und fragt, was &bdquo;wir&ldquo; tun k&ouml;nnten, um mehr russische Soldaten zu t&ouml;ten. Parteilichkeit und fehlende professionelle Distanz zum Gegenstand der Berichterstattung werden sichtbar. Wer so spricht, der ist den Anforderungen eines Berufs, der Objektivit&auml;t verlangt, nicht gewachsen. Die Frage ist im Grunde genommen der Aufruf bzw. die Forderung eines Journalisten an die Politik, die milit&auml;rischen Weichen zum noch weiteren T&ouml;ten russischer Soldaten zu stellen.<\/p><p>Das ist der Geist der Barbarei &ndash; unter dem Deckmantel &bdquo;Journalismus&ldquo;. Eine Redaktion, die Fragen dieser Art deckt, tr&auml;gt den Geist publizistischer Barbarei in sich. Und die <em>FAZ<\/em> steht hinter der Frage, denn sie taucht auch in dem <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/selenskyj-in-serbien-vuis-umarmung-mit-risiko-accg-201108909.html\">von Martens verfassten Artikel<\/a> auf.<\/p><p>Einsicht zeigt der Autor indes nicht. Auch sp&auml;ter <a href=\"https:\/\/x.com\/Andric1961\/status\/2086076903882887602\">schreibt Martens<\/a> auf der Plattform <em>X<\/em>:<\/p><blockquote><p>Denn das T&ouml;ten von so vielen russischen Soldaten wie m&ouml;glich ist das, was wichtig ist, um den Krieg zu beenden. Au&szlig;erdem geht euch das, was ich auf Pressekonferenzen frage, sei es in Serbien oder sonstwo, nichts an.<\/p><\/blockquote><p>Auch an dieser Stelle irrt der FAZ-Autor. Journalisten sind F&uuml;rsprecher der &Ouml;ffentlichkeit. Ihre Fragen gehen die &Ouml;ffentlichkeit sowohl im In- als auch im Ausland sehr wohl &bdquo;was an&ldquo;.<\/p><p><small>Titelbild: Screenhsot RTS Sajt<\/small><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/3d0e7dc5eacc423090ba327c6857dc3e\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GScy7BlYiiM\">&bdquo;K&ouml;nnen Sie uns Europ&auml;ern konkret sagen, was wir tun k&ouml;nnen, um ihnen zu helfen, mehr Russen zu t&ouml;ten? 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