{"id":154814,"date":"2026-08-11T09:00:50","date_gmt":"2026-08-11T07:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154814"},"modified":"2026-08-11T09:05:09","modified_gmt":"2026-08-11T07:05:09","slug":"die-vw-uebernahme-in-osnabrueck-durch-die-israelische-waffenindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=154814","title":{"rendered":"Die VW-\u00dcbernahme in Osnabr\u00fcck durch die israelische Waffenindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Gerade als Berlin einmal kurz und zur&uuml;ckhaltend <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/middle-east\/german-chancellor-criticises-israels-actions-gaza-2025-05-26\/\">Israel wegen seines Vorgehens im Gazastreifen<\/a> kritisierte, nahm Volkswagen Verhandlungen mit dem israelischen <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/volkswagen-vw-chef-oliver-blume-will-ins-ruestungsgeschaeft-einsteigen-a-20832cc3-66a8-4681-8f0b-d1f27c4a5977\">staatlichen Unternehmen Rafael Advanced Defense Systems<\/a> &uuml;ber die Zukunft seines Werks in Osnabr&uuml;ck auf. Die Gespr&auml;che gingen dabei weit &uuml;ber einen gew&ouml;hnlichen Liefervertrag hinaus. <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/rafael-agrees-acquire-vw-plant-germany-sources-say-2026-04-30\/\"><em>Reuters<\/em> berichtete sp&auml;ter<\/a>, dass Rafael eine Absichtserkl&auml;rung unterzeichnet habe, das Werk zu erwerben und es f&uuml;r die Produktion im Zusammenhang mit dem <a href=\"https:\/\/www.rafael.co.il\/system\/iron-dome\/\">Iron Dome<\/a> zu nutzen. Die Sicherung der Zukunft des Werks ist aber nur ein Aspekt des Themas. Die Produktion in Osnabr&uuml;ck k&ouml;nnte Rafael n&auml;mlich eine deutsche Basis verschaffen, von der aus das Unternehmen europ&auml;ische R&uuml;stungsauftr&auml;ge anstreben k&ouml;nnte. Ein Artikel von <strong>Freddie Ponton<\/strong>, aus dem Englischen &uuml;bersetzt von <strong>Maike Gosch<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie Verhandlungen schritten weiter voran, auch nachdem eine <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/press-releases\/2025\/09\/israel-has-committed-genocide-gaza-strip-un-commission-finds\">UN-Untersuchungskommission festgestellt hatte<\/a>, dass Israel in Gaza V&ouml;lkermord beginge, nachdem umfangreiche Beweise f&uuml;r die T&ouml;tung und schwere Sch&auml;digung pal&auml;stinensischer Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, vorlagen. Auch <a href=\"https:\/\/www.icc-cpi.int\/news\/situation-state-palestine-icc-pre-trial-chamber-i-rejects-state-israels-challenges\">die Haftbefehle des IStGH<\/a> gegen Premierminister Benjamin Netanjahu und den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen mutma&szlig;licher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit blieben in Kraft. Die Kritik aus Berlin unterbrach die industriellen Bem&uuml;hungen nicht. Das Verteidigungsministerium <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Iron-Dome-Hersteller-koennte-VW-Werk-in-Osnabrueck-uebernehmen-id30774369.html\">arbeitete mit dem Wirtschaftsministerium zusammen<\/a>, und Niedersachsen begann sp&auml;ter damit, <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/german-state-facilitate-defence-company-rafaels-operations-volkswagen-site-2026-07-16\/\">Strukturen zu pr&uuml;fen<\/a>, um Rafael mit &ouml;ffentlicher Unterst&uuml;tzung nach Osnabr&uuml;ck zu holen.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.volkswagen-os.de\/de\/das_unternehmen\/ueber_uns.html\">Das Volkswagen-Werk in Osnabr&uuml;ck<\/a> n&auml;hert sich dem Ende seiner Existenz als Automobilfabrik; die Fahrzeugproduktion des Konzerns soll 2027 eingestellt werden, und rund 2.000 Besch&auml;ftigte sehen einer ungewissen Zukunft entgegen. Dieser Druck lieferte dem Rafael-Vorschlag sein st&auml;rkstes politisches Argument, doch machte er die Umwandlung eines zivilen Automobilwerks in einen israelischen R&uuml;stungsproduktionsstandort nicht zu einer neutralen Antwort auf eine Besch&auml;ftigungskrise. Katar erhob Einw&auml;nde, und die Debatte verlagerte sich in Richtung Doha und die Bedrohung deutscher Arbeitspl&auml;tze, obwohl der reiche Golfstaat den Vorschlag weder ins Leben gerufen noch zu Fall gebracht hatte <em>(mehr dazu unten).<\/em><\/p><p>Die <a href=\"https:\/\/archive.is\/XjDSB\"><em>Neue Osnabr&uuml;cker Zeitung (NOZ)<\/em><\/a> berichtete unter Berufung auf Insider und Verhandlungsbeteiligte, dass Volkswagen das Werk f&uuml;r einen symbolischen Euro an ein neues <em>Joint Venture<\/em> &uuml;bertragen k&ouml;nnte, wobei Niedersachsen bis zu 200 Millionen Euro f&uuml;r eine Minderheitsbeteiligung beisteuern w&uuml;rde.<\/p><p>Der Preis von einem Euro l&auml;sst das Werk fast kostenlos erscheinen, doch in dieser Zahl sind die teuersten Verpflichtungen nicht enthalten, darunter Umr&uuml;stung, Weiterbesch&auml;ftigung und die Verluste, die entstehen w&uuml;rden, sollten die erwarteten Auftr&auml;ge ausbleiben. Wer diese Kosten tr&auml;gt, steht nun im Mittelpunkt der Verhandlungen.<\/p><p><strong>Ein Werk ohne Modell<\/strong><\/p><p>Volkswagen gibt an, dass der Standort Osnabr&uuml;ck eine Fl&auml;che von mehr als <a href=\"https:\/\/www.volkswagen-os.de\/de\/das_unternehmen\/ueber_uns.html\">430.000 Quadratmetern<\/a> einnimmt, rund 2.000 Mitarbeiter besch&auml;ftigt und auf Nischen-, Kleinserien- und Auftragsfertigung spezialisiert ist. Das derzeitige T-Roc-Cabriolet-Programm soll im Sommer 2027 auslaufen, und Arbeitnehmervertreter beziffern die Belegschaft eher auf <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/world-at-work\/german-union-calls-swift-action-secure-volkswagens-osnabrueck-plant-2026-06-10\/\">2.300<\/a>.<\/p><p>Osnabr&uuml;ck pr&auml;sentiert sich offiziell als die <a href=\"https:\/\/friedensstadt.osnabrueck.de\/de\/warum-ist-osnabrueck-friedensstadt\/\">&bdquo;Stadt des Friedens&ldquo;<\/a> und leitet diese Identit&auml;t daraus ab, dass hier der Westf&auml;lische Frieden geschlossen wurde. Die geplante Umstellung auf R&uuml;stungsproduktion w&uuml;rde mit diesem st&auml;dtischen Selbstverst&auml;ndnis in Konflikt stehen. Friedensaktivisten haben eine <a href=\"https:\/\/www.openpetition.de\/petition\/online\/osnabrueck-muss-friedensstadt-bleiben-kein-einstieg-von-ruestungskonzernen-ins-vw-werk\">Petition<\/a> gestartet, in der sie sich gegen den Einstieg von Rafael aussprechen und Garantien f&uuml;r zivile Arbeitspl&auml;tze fordern, und der Betriebsrat sowie die <a href=\"https:\/\/www.igmetall-osnabrueck.de\/\">IG Metall Osnabr&uuml;ck<\/a> haben <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/world-at-work\/german-union-calls-swift-action-secure-volkswagens-osnabrueck-plant-2026-06-10\/\">Volkswagen<\/a> zu einem verbindlichen Betriebsplan gedr&auml;ngt. F&uuml;r die Arbeitnehmervertreter steht allerdings die Sicherung der Arbeitspl&auml;tze an erster Stelle. Friedensaktivisten und andere Kritiker in Osnabr&uuml;ck fragen sich, welche Art von Arbeit die Automobilproduktion ersetzen wird und wie sich die Stadt ver&auml;ndern m&uuml;sste, um diese Arbeitspl&auml;tze zu erhalten. Die Gefahr f&uuml;r 2.000 Arbeitspl&auml;tze wird zum Argument f&uuml;r Eile, damit die Umstellung auf die R&uuml;stungsproduktion voranschreiten kann, bevor die Bedingungen daf&uuml;r einer gr&uuml;ndlichen Pr&uuml;fung unterzogen werden.<\/p><p>Volkswagen hatte bereits vor dem Einstieg von Rafael M&ouml;glichkeiten im Verteidigungsbereich gepr&uuml;ft. Das Unternehmen stellte die <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/volkswagen-explores-military-vehicle-production-osnabrueck-site-2026-03-05\/\">Prototypen MV.1 und MV.2<\/a> auf der Enforce-Tac-Messe vor, um die Nachfrage nach milit&auml;rischen Versionen seiner <a href=\"https:\/\/www.aerospace-and-defence.com\/vw-osnabrueck-tests-military-vehicles-amarok-crafter-a-3170b697ccda1e85215ff835123dffaf\/\">Amarok- und Crafter-Plattformen<\/a> auszuloten. Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Armin Papperger <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/armsmaker-rheinmetall-visits-volkswagen-plant-works-council-says-2025-03-28\/\">besuchte den Standort<\/a> und bezeichnete ihn als geeignet f&uuml;r die R&uuml;stungsproduktion. Sp&auml;ter <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/osnabrueck_emsland\/rheinmetall-schliesst-uebernahme-von-vw-werk-in-osnabrueck-aus,rheinmetall-320.html\">schloss Rheinmetall eine &Uuml;bernahme jedoch aus<\/a>, da das Unternehmen keine zus&auml;tzlichen Kapazit&auml;ten f&uuml;r die sechsr&auml;drigen gepanzerten Fahrzeuge ben&ouml;tigte, die Osnabr&uuml;ck h&auml;tte produzieren k&ouml;nnen.<\/p><p>Bis Ende 2025 hatte Volkswagen in Wolfsburg ein &bdquo;Group Defense Office&ldquo; unter der Leitung von <a href=\"https:\/\/archive.ph\/QCjHW\">Antoin Abou-Haydar<\/a> eingerichtet. Bei einem <a href=\"https:\/\/live.handelsblatt.com\/event\/mobility-meets-defence\/\">Konferenz-Workshop<\/a> der Branche wurde er unter diesem Titel f&uuml;r eine Sitzung mit dem Titel &bdquo;Automotive goes Defence&ldquo; aufgef&uuml;hrt, zusammen mit Referenten, die sich mit milit&auml;rischer Beschaffung und den regulatorischen Anforderungen f&uuml;r den Einstieg in diesen Sektor befassten. Volkswagen hat weder das Mandat noch das Budget oder die organisatorische Zuordnung des B&uuml;ros innerhalb des Konzerns ver&ouml;ffentlicht.<\/p><p>Die Tatsache, dass es bereits vor Bekanntwerden der Verhandlungen mit Rafael existierte, zeigt, dass Volkswagen eine interne Struktur zur Pr&uuml;fung von Verteidigungsgesch&auml;ften geschaffen hatte, w&auml;hrend in Osnabr&uuml;ck noch Autos produziert wurden &ndash; lange bevor Rafael als potenzieller K&auml;ufer in Erscheinung trat. Ende April 2026 sprach Vorstandsvorsitzender Oliver Blume offen &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/vw-holds-intensive-talks-with-defence-companies-bild-reports-2026-04-28\/\">intensive Gespr&auml;che mit R&uuml;stungsunternehmen<\/a> und rechnete mit einer Entscheidung noch im selben Jahr.<\/p><p>Blume erkl&auml;rte, Volkswagen werde keine Waffen herstellen, und nannte Milit&auml;rtransportfahrzeuge als eine m&ouml;gliche Ausrichtung. Diese Unterscheidung sch&uuml;tzte die &ouml;ffentliche Position des Unternehmens, ohne die Frage zu beantworten, was ein K&auml;ufer, ein <em>Joint Venture<\/em> (ein gemeinsam betriebenes Unternehmen) oder ein Nachfolgebetreiber am Standort produzieren k&ouml;nnte. Durch den R&uuml;ckzug von Rheinmetall schied ein m&ouml;glicher K&auml;ufer aus; daraufhin legte Rafael ein konkretes Produktionskonzept vor, bevor das bestehende Fahrzeugprogramm auslief. Volkswagen ben&ouml;tigte einen Nachfolger, bevor die Pkw-Produktion 2027 endete. Rafael hatte jedoch weder einen Kunden noch einen verbindlichen Auftrag genannt, wodurch Volkswagen unter Druck geriet, einen Vorschlag anzunehmen, dessen wirtschaftliche Tragf&auml;higkeit noch keineswegs erwiesen war.<\/p><p><strong>Ein Deal ohne festgelegte Form<\/strong><\/p><p>Am 30. April berichtete <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/rafael-agrees-acquire-vw-plant-germany-sources-say-2026-04-30\/\"><em>Reuters<\/em><\/a> unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass Rafael eine Absichtserkl&auml;rung mit Volkswagen zum Erwerb des Werks in Osnabr&uuml;ck unterzeichnet habe. Umfang, Status und Unterzeichner sind bis heute nicht bekannt.<\/p><p>Der erste Bericht <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/osnabrueck_emsland\/osnabrueck-israelischer-ruestungskonzern-und-vw-kommen-sich-naeher,osnabrueck-724.html\">beschrieb eine &Uuml;bernahme<\/a>. Rafaels deutsche Tochtergesellschaft, <a href=\"https:\/\/dn-defence.com\/\">Dynamit Nobel Defence (DND)<\/a>, kristallisierte sich sp&auml;ter als m&ouml;glicher K&auml;ufer oder Betreiber heraus, und ein <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-05-13\/volkswagen-rafael-near-deal-for-iron-dome-production-in-germany\">Joint Venture<\/a> stand ebenfalls zur Diskussion, als Rafaels CEO Yoav Tourgeman deutsche Regierungsvertreter in Berlin und Volkswagen-Vertreter in Wolfsburg traf.<\/p><p>Bei einer &Uuml;bernahme w&uuml;rde die Kontrolle &uuml;bergehen, w&auml;hrend ein <em>Joint Venture<\/em> Volkswagen finanziell und institutionell weiterhin einbinden k&ouml;nnte. Der Betrieb &uuml;ber DND k&ouml;nnte eine deutsche Gesellschaftseinheit zwischen Rafael und dem Werk schalten, ohne Rafaels staatliche Eigentumsverh&auml;ltnisse zu &auml;ndern. Solange sich die Parteien nicht auf eine Struktur geeinigt haben, kann niemand au&szlig;erhalb der Verhandlungen wissen, wem der Standort geh&ouml;ren w&uuml;rde, wer dessen Verbindlichkeiten tragen oder f&uuml;r die dort stattfindende Produktion haften w&uuml;rde. Die Struktur w&uuml;rde auch dazu beitragen, zu kl&auml;ren, ob Osnabr&uuml;ck gegen&uuml;ber Kunden und staatlichen Beschaffungsstellen als europ&auml;ischer Produktionsstandort pr&auml;sentiert werden k&ouml;nnte &ndash; und nicht als israelischer Betrieb auf deutschem Boden.<\/p><p>Tourgeman hatte Deutschland bereits als <a href=\"https:\/\/en.globes.co.il\/en\/article-rafael-ceo-iron-beam-becoming-operational-1001538796\">&bdquo;ein sehr zentrales Land&ldquo;<\/a> f&uuml;r Rafael bezeichnet und best&auml;tigte, dass Gespr&auml;che mit Unternehmen fortgesetzt w&uuml;rden, ohne jedoch direkt auf die Berichte &uuml;ber Volkswagen einzugehen. Seine sp&auml;teren Treffen in Berlin und Wolfsburg stellten diese &Auml;u&szlig;erungen in den Kontext von Verhandlungen, an denen sowohl Regierung als auch Industrie beteiligt waren.<\/p><p>Gem&auml;&szlig; dem von <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-05-13\/volkswagen-rafael-near-deal-for-iron-dome-production-in-germany\">Bloomberg beschriebenen Plan<\/a> w&uuml;rden Raketen und die Kernkomponenten der Luftabwehrsysteme weiterhin in Israel hergestellt, bevor sie auf in Deutschland produzierten Milit&auml;rlastwagen installiert w&uuml;rden. &bdquo;Iron Dome&ldquo; war das Hauptprogramm, &uuml;ber das diskutiert wurde. Rafaels <a href=\"https:\/\/www.rafael.co.il\/system\/iron-beam\/\">laserbasiertes &bdquo;Iron Beam&ldquo;-System<\/a> wurde ebenfalls als M&ouml;glichkeit genannt, und <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-05-13\/volkswagen-rafael-near-deal-for-iron-dome-production-in-germany\">zwei weitere deutsche Standorte<\/a> k&ouml;nnten durch damit verbundene Lieferketten profitieren. Die daraus resultierenden Systeme waren als weitere Ebene der von Deutschland gef&uuml;hrten und von der NATO koordinierten &bdquo;European Sky Shield Initiative&ldquo; (<a href=\"https:\/\/www.hensoldt.net\/programs\/essi-european-sky-shield-initiative\">ESSI<\/a>) vorgesehen.<\/p><p>Das deutsche Verteidigungsministerium lehnte es ab, sich zu der Transaktion zu &auml;u&szlig;ern. Am Tag, an dem die Absichtserkl&auml;rung &ouml;ffentlich wurde, teilte das Ministerium <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Iron-Dome-Hersteller-koennte-VW-Werk-in-Osnabrueck-uebernehmen-id30774369.html\"><em>n-tv<\/em><\/a> jedoch mit, dass es eng mit dem Wirtschaftsministerium zusammenarbeite, um sogenannte Synergien zwischen der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie und zivilen Unternehmen zu identifizieren. Der von den Ministerien verwendete Begriff &bdquo;Synergien&ldquo; verschleierte ein weitaus folgenschwereres Vorhaben, bei dem deutsche zivile Industriekapazit&auml;ten auf die Produktion f&uuml;r ein staatliches israelisches R&uuml;stungsunternehmen umgelenkt wurden &ndash; ohne irgendeine &ouml;ffentliche Rechenschaft dar&uuml;ber, wer daran beteiligt war, was versprochen worden war oder in wessen Auftrag die Verhandlungen vorangetrieben wurden.<\/p><p>Bei der geplanten deutschen Produktion handelte es sich nicht um nebens&auml;chliche Metallbearbeitung. Sie umfasste <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-05-13\/volkswagen-rafael-near-deal-for-iron-dome-production-in-germany\">Lkw, Abschussvorrichtungen und Generatoren<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/osnabrueck_emsland\/osnabrueck-israelischer-ruestungskonzern-und-vw-kommen-sich-naeher,osnabrueck-724.html\">Fahrzeugunterbauten<\/a>, auf denen israelische Systeme montiert werden sollten. Ein sp&auml;terer Bericht f&uuml;gte <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Iron-Dome-Hersteller-koennte-VW-Werk-in-Osnabrueck-uebernehmen-id30774369.html\">Raketenkomponenten<\/a> hinzu, wobei die Sprengstoffe an anderer Stelle hergestellt werden sollten. Zusammen w&uuml;rden diese Elemente die physische Infrastruktur bereitstellen, die f&uuml;r den Transport, die Stromversorgung und den Einsatz des Systems erforderlich ist.<\/p><p>Osnabr&uuml;ck w&uuml;rde die Fabrik, die Arbeitskr&auml;fte, die Fahrzeuge und die Systemintegration bereitstellen, w&auml;hrend Rafael die zugrunde liegende Raketenabwehrtechnologie behalten w&uuml;rde. Soweit wir das beurteilen k&ouml;nnen, bleibt der von Niedersachsen versprochene Zugang zu israelischer Technologie unklar, da in keinem Bericht die Rechte, Lizenzen oder das Fertigungswissen genannt werden, die auf die deutsche Seite &uuml;bergehen w&uuml;rden. Von Deutschland wurde daher verlangt, industrielle Kapazit&auml;ten und m&ouml;glicherweise &ouml;ffentliche Gelder bereitzustellen, ohne dass erkennbar war, ob damit auch technologische Kontrolle &uuml;bertragen w&uuml;rde. Rafael w&uuml;rde daher vermutlich die Kontrolle &uuml;ber die zugrunde liegende Technologie behalten und gleichzeitig von der deutschen Produktion und Systemintegration profitieren, um europ&auml;ische Auftr&auml;ge zu akquirieren. Zu diesem Zeitpunkt blieb der Gegenwert f&uuml;r Deutschland weitgehend ein Versprechen.<\/p><p>Fr&uuml;heren Berichten zufolge sollte die Produktion innerhalb von <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/en\/is-vw-eyeing-iron-dome-parts-production-at-german-plant\/a-76520877\">12 bis 18 Monaten<\/a> mit vergleichsweise geringen Investitionen beginnen k&ouml;nnen. Der sp&auml;tere Vorschlag sah f&uuml;r denselben Umbau bis zu 200 Millionen Euro aus nieders&auml;chsischen Mitteln vor. In keinem ver&ouml;ffentlichten Bericht wird erl&auml;utert, warum sich die Kosten so drastisch ge&auml;ndert haben oder was mit dem h&ouml;heren Betrag finanziert werden soll. Aus einem scheinbar bescheidenen Industrieprojekt war ein erheblicher Anspruch auf &ouml;ffentliche Gelder geworden, wobei das Land aufgefordert wurde, eine konkrete Zusage in Betracht zu ziehen, bevor der &Ouml;ffentlichkeit &uuml;berhaupt gezeigt worden war, was sie damit erwirbt.<\/p><p>Das Projekt richtet sich an <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/volkswagen-rettet-niedersachsen-das-vw-werk-in-osnabrueck\/100240662.html\">europ&auml;ische K&auml;ufer<\/a>, obwohl bislang weder ein Kunde noch ein verbindlicher Auftrag genannt wurde. Einige <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/en\/policies\/defence-procurement\/\">von der EU gef&ouml;rderte gemeinsame Beschaffungsprogramme<\/a> kn&uuml;pfen ihre Unterst&uuml;tzung an Bedingungen hinsichtlich des Standorts der Auftragnehmer, der Kontrollverh&auml;ltnisse und des Anteils der Komponenten, die aus der EU oder assoziierten L&auml;ndern stammen m&uuml;ssen. Der Standort Osnabr&uuml;ck allein w&uuml;rde die Systeme von Rafael noch nicht zu europ&auml;ischen Produkten machen; jedoch w&uuml;rden die nicht offengelegten Eigentumsverh&auml;ltnisse und Lieferkettenbedingungen dar&uuml;ber entscheiden, wie weit die Lokalisierung gehen w&uuml;rde.<\/p><p>Der Luftverteidigungsexperte am Royal United Services Institute, <a href=\"https:\/\/europeanleadershipnetwork.org\/person\/sidharth-kaushal\/\">Sidharth Kaushal<\/a>, argumentierte, dass der &bdquo;Iron Dome&ldquo; angesichts der von Russland ausgehenden Bedrohungen mit gr&ouml;&szlig;erer Reichweite, mit denen Westeuropa rechnet, <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/german-city-wary-as-volkswagen-weighs-shifting-car-plant-to-iron-dome-production\/\">&bdquo;so gut wie keinen Mehrwert&ldquo;<\/a> bieten w&uuml;rde. Ein deutscher Verteidigungsmanager erkl&auml;rte gegen&uuml;ber der <a href=\"https:\/\/archive.ph\/jVGtH\"><em>Financial Times<\/em><\/a>, dass Deutschland kaum Bedarf daran h&auml;tte, es sei denn, russische Truppen w&uuml;rden die Oder erreichen. <a href=\"https:\/\/www.rusi.org\/news-and-comment\/in-the-news\/german-city-peace-wrestles-weapons-pivot-save-vw-jobs\">Sidharth Kaushal<\/a> nannte die baltischen und skandinavischen Staaten oder im Ausland stationierte europ&auml;ische Streitkr&auml;fte als plausiblere Nutzer.<\/p><p>Von deutschen Arbeitnehmern und potenziell auch deutschen Steuerzahlern wurde also verlangt, die Produktion zu unterst&uuml;tzen, noch bevor eine Nachfrage seitens der K&auml;ufer nachgewiesen worden sei. Das Fehlen eines namentlich genannten Kunden ist kein geringf&uuml;giges wirtschaftliches Vers&auml;umnis, insbesondere wenn es um &ouml;ffentliche Gelder gehe. In diesem Fall bedeute dies den Unterschied zwischen der Finanzierung eines Auftrags und der Finanzierung der Hoffnung, dass ein solcher Auftrag noch eingehen werde.<\/p><p><strong>Katar r&uuml;ckt in den Mittelpunkt<\/strong><\/p><p>Qatar Holding kontrolliert <a href=\"https:\/\/annualreport2025.volkswagen-group.com\/group-management-report\/shares-and-bonds\/shareholder-structure.html\">17 Prozent<\/a> der Stimmrechte bei Volkswagen, und zwei Vertreter mit Verbindungen zur <a href=\"https:\/\/www.volkswagen-group.com\/en\/executive-bodies-15790\">Qatar Investment Authority<\/a> (QIA) sitzen im Aufsichtsrat des Konzerns, n&auml;mlich Dr. Hessa Sultan Al Jaber, eine ehemalige Ministerin f&uuml;r Informations- und Kommunikationstechnologie, und Mohammed Saif Al-Sowaidi, Vorstandsvorsitzender der Qatar Investment Authority. Doha hatte somit Einfluss, doch aus den &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Unterlagen geht kein einseitiges Veto hervor. <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/middle-east\/vw-investor-qatar-complicates-plant-deal-talks-with-israeli-arms-maker-sources-2026-06-17\/\"><em>Reuters<\/em><\/a> berichtete, dass die Fragen der QIA die Transaktion erschwerten und dass deren Vertreter &uuml;ber die Diskussionen informiert waren. <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-07-10\/qatar-blocks-defense-joint-venture-between-vw-and-israeli-firm\"><em>Bloomberg<\/em><\/a> interpretierte diese St&ouml;rung als Veto, obwohl in keinem der Berichte gekl&auml;rt wurde, ob die Vertreter der QIA formell konsultiert worden waren, um die Zustimmung zu dem Deal gebeten worden waren oder die Befugnis besa&szlig;en, ihn allein zu blockieren.<\/p><p>Doha wurde in der Berichterstattung zur Partei, der vorgeworfen wurde, deutsche Arbeitspl&auml;tze zu gef&auml;hrden, und zum S&uuml;ndenbock f&uuml;r eine Kontroverse, die es nicht ausgel&ouml;st hatte, w&auml;hrend die Institutionen, die den Deal vorangetrieben hatten, aus dem Blickfeld verschwanden. Die entscheidende Weichenstellung erfolgte bereits fr&uuml;her, als Volkswagen und deutsche Regierungsvertreter dazu beitrugen, den Weg f&uuml;r den Erwerb eines angeschlagenen zivilen Automobilwerks durch einen staatlichen israelischen R&uuml;stungskonzern zu ebnen. Katar scheint eine Variante dieser Vereinbarung verhindert zu haben, nicht das Projekt an sich.<\/p><p>Volkswagen suchte daraufhin weiter nach einer Nutzung f&uuml;r Osnabr&uuml;ck, und Rafael zeigte weiterhin Interesse. Die Verhandlungen entwickelten sich in Richtung einer &ouml;ffentlichen Beteiligung Niedersachsens, das <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/german-state-lower-saxony-considers-stake-vws-osnabrueck-plant-capital-reports-2026-07-13\/\">eine Beteiligung an dem Werk in Erw&auml;gung zog<\/a>. Weit davon entfernt, das Gesch&auml;ft zu beenden, erzwang Katars Einwand daher nur eine Neugestaltung, die deutsche &ouml;ffentliche Gelder st&auml;rker in den Mittelpunkt r&uuml;ckte.<\/p><p><strong>&Ouml;ffentliche Gelder flie&szlig;en in den Deal<\/strong><\/p><p>Am 13. Juli berichtete <a href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/vw-werk-osnabrueck--niedersachsen-prueft-einstieg---und-umbau--37958260.html\"><em>Capital<\/em><\/a> unter Berufung auf Quellen innerhalb der nieders&auml;chsischen Landesregierung, dass das Land erw&auml;ge, sich an dem Werk zu beteiligen. <em>Capital<\/em> erkl&auml;rte, die Verantwortlichen seien bereit, den Einstieg in die R&uuml;stungsproduktion zu unterst&uuml;tzen, und betrachteten die Vereinbarung als m&ouml;gliches Modell f&uuml;r andere Volkswagen-Standorte mit ungewisser Zukunft.<\/p><p>Niedersachsen pr&uuml;fte <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/german-state-facilitate-defence-company-rafaels-operations-volkswagen-site-2026-07-16\/\">verschiedene M&ouml;glichkeiten<\/a>, um den Einstieg von Rafael zu erleichtern. Eine davon sah vor, <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/osnabrueck_emsland\/vw-osnabrueck-land-will-offenbar-einstieg-von-investor-unterstuetzen,volkswagen-288.html\">das Grundst&uuml;ck, die Geb&auml;ude und einen Teil der Belegschaft<\/a> von dem Unternehmen zu trennen, das die R&uuml;stungsproduktion betreibt. Eine andere w&uuml;rde das gesamte Werk vor der &Uuml;bergabe an Rafael unter die Kontrolle Niedersachsens stellen, wodurch der Staat m&ouml;glicherweise f&uuml;r die Mitarbeiter und die Umstrukturierungskosten aufkommen m&uuml;sste.<\/p><p>Nach dem Bericht der <em>NOZ<\/em> w&uuml;rde Niedersachsen zun&auml;chst eine Beteiligung von zehn Prozent im Wert von bis zu 200 Millionen Euro erhalten, wobei sich sein Anteil potenziell auf 20 Prozent erh&ouml;hen k&ouml;nnte. Das Geld k&ouml;nnte die Umstellung finanzieren und dem Land, wie die Zeitung es nannte, Zugang zu israelischer Technologie verschaffen. Unterdessen k&ouml;nnte Volkswagen laut <em>NOZ<\/em> das Werk f&uuml;r einen symbolischen Euro &uuml;bertragen, da dessen Schlie&szlig;ung mehr kosten w&uuml;rde; in der Zwischenzeit pr&uuml;ften externe Anwaltskanzleien die rechtlichen Konsequenzen des Vorschlags.<\/p><p>Den symbolischen Kaufpreis f&uuml;r das Volkswagen-Werk und den m&ouml;glichen finanziellen Beitrag Niedersachsens muss man dabei im Zusammenhang betrachten. Volkswagen k&ouml;nnte dadurch die Kosten der Schlie&szlig;ung und Restrukturierung vermeiden, w&auml;hrend der Staat die Umr&uuml;stung des Werks und den Erhalt der Arbeitspl&auml;tze finanzieren m&uuml;sste. Ohne eine vollst&auml;ndige Aufstellung der zu &uuml;bertragenden Verm&ouml;genswerte und Verbindlichkeiten sagt der symbolische Euro nichts &uuml;ber den Wert aus und markiert m&ouml;glicherweise lediglich den Punkt, an dem die Kosten von Volkswagen voraussichtlich auf jemand anderen &uuml;bergehen.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.noz.de\/deutschland-welt\/niedersachsen\/vw\/artikel\/an-rafael-wird-das-osnabruecker-vw-werk-fuer-1-euro-verkauft-50943669\">Die <em>NOZ<\/em> merkte an<\/a>, dass Volkswagen 2009 beim Erwerb des ehemaligen Karmann-Betriebs aus der Insolvenz etwa 39 Millionen Euro gezahlt habe. Der Vergleich liefert keine aktuelle Bewertung. Dennoch zeigt er, wie wenig der symbolische Euro &uuml;ber das Werk, das Unternehmen oder die damit verbundenen Verpflichtungen aussagt.<\/p><p>Wenn die gesamten 200 Millionen Euro genau zehn Prozent des Eigenkapitals erkauften, w&uuml;rde die Rechnung eine Bewertung von zwei Milliarden Euro implizieren. Die <em>NOZ<\/em> behauptet nicht, dass die Zahlung so strukturiert ist, und die Berechnung gibt keinen Aufschluss dar&uuml;ber, was das <em>Joint Venture<\/em> wert ist. Sie macht jedoch die Kluft zwischen der Genauigkeit der Ausgabenangabe und dem Mangel an Informationen dar&uuml;ber deutlich, was damit erworben w&uuml;rde.<\/p><p>Die <em>NOZ<\/em> nennt weder die Verm&ouml;genswerte noch die vertraglichen Rechte oder die Technologie, die in das <em>Joint Venture<\/em> einflie&szlig;en w&uuml;rden. Die anderen Berichte enthalten keine Kapitalisierungstabelle, unterzeichneten Auftr&auml;ge oder Technologievereinbarungen. Niedersachsen erwog eine konkrete finanzielle Verpflichtung, doch der &Ouml;ffentlichkeit wurde bislang nicht genau mitgeteilt, was mit dem Geld erworben werden soll.<\/p><p><strong>Genehmigung ohne Offenlegung<\/strong><\/p><p>In der Berichterstattung wurde wiederholt auf den geplanten Verkauf oder die &Uuml;bertragung des &bdquo;Volkswagen-Werks&ldquo; Bezug genommen, doch diese verk&uuml;rzte Darstellung verschleiert eine zweite Unternehmensebene. Die <a href=\"https:\/\/www.volkswagen-os.de\/de\/impressum.html\">Volkswagen Osnabr&uuml;ck GmbH<\/a> ist eine eigenst&auml;ndige deutsche Gesellschaft mit eigener Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung und eigenem Aufsichtsratsvorsitzenden. Die Identit&auml;t des <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/rafael-agrees-acquire-vw-plant-germany-sources-say-2026-04-30\/\">Unterzeichners der Absichtserkl&auml;rung<\/a> wird dar&uuml;ber entscheiden, ob die Transaktion Unternehmensanteile, ausgew&auml;hlte Verm&ouml;genswerte, Immobilien oder einen Betriebsvertrag betrifft.<\/p><p>In den <a href=\"https:\/\/www.volkswagen-group.com\/en\/publications\/more\/rules-of-procedure-for-the-board-2564\/download?disposition=attachment\">Gesch&auml;ftsordnungsregeln<\/a> von Volkswagen vom Oktober 2024 sind Ma&szlig;nahmen im Zusammenhang mit Produktionsst&auml;tten, Unternehmensbeteiligungen und Immobilien unter denjenigen aufgef&uuml;hrt, die einer vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats bed&uuml;rfen. Je nach Struktur und Identit&auml;t des Unterzeichners k&ouml;nnte die geplante Transaktion unter eine oder mehrere dieser Kategorien fallen. Volkswagen hat weder die Unterzeichnerin der Absichtserkl&auml;rung noch einen Aufsichtsratsbeschluss zu deren Genehmigung genannt.<\/p><p>Da die Unterzeichnerin nicht bekannt ist, kann die &Ouml;ffentlichkeit die Transaktion nicht anhand der eigenen Regeln von Volkswagen &uuml;berpr&uuml;fen. Auch lassen sich die wechselnden Beschreibungen von &Uuml;bernahme, <em>Joint Venture<\/em> und Betriebsvereinbarung ohne das Dokument, das diese definieren w&uuml;rde, nicht &uuml;berpr&uuml;fen. Die Geheimhaltung ist ein wirksames Mittel zur Verwirrung; sie erm&ouml;glicht es, dass widerspr&uuml;chliche Versionen des Deals diskutiert werden.<\/p><p>Niedersachsen kontrolliert bereits <a href=\"https:\/\/annualreport2025.volkswagen-group.com\/group-management-report\/shares-and-bonds\/shareholder-structure.html\">20 Prozent<\/a> der Stimmrechte bei Volkswagen, und <a href=\"https:\/\/annualreport2025.volkswagen-group.com\/to-our-shareholders\/report-of-the-supervisory-board\/composition-of-the-supervisory-board-and-board-of-management.html\">Arbeitnehmervertreter sowie Ministerpr&auml;sident Olaf Lies<\/a> sitzen im Aufsichtsrat. Berichten zufolge waren die Vertreter der QIA <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/middle-east\/vw-investor-qatar-complicates-plant-deal-talks-with-israeli-arms-maker-sources-2026-06-17\/\">&uuml;ber die Gespr&auml;che informiert<\/a>, doch diese Kenntnis allein belegt nicht, ob ein Vorschlag formell vorgelegt oder genehmigt wurde. Niedersachsen k&ouml;nnte als Anteilseigner und Aufsichtsratsmitglied Einfluss auf Volkswagen aus&uuml;ben, bevor es Investor an der Nachfolgegesellschaft wird.<\/p><p>Eine vollst&auml;ndige &Uuml;bernahme von Rafael w&uuml;rde den Deal in den Geltungsbereich des deutschen Systems zur &Uuml;berpr&uuml;fung ausl&auml;ndischer Investitionen bringen. Die <a href=\"https:\/\/www.bundeswirtschaftsministerium.de\/Redaktion\/EN\/Artikel\/Foreign-Trade\/investment-screening.html\">Regelungen zur Investitionspr&uuml;fung<\/a> des Wirtschaftsministeriums sehen eine &Uuml;berpr&uuml;fung vor, wenn ein Nicht-EU-Investor mindestens 25 Prozent eines deutschen Unternehmens erwirbt. Eine separate branchenspezifische Regelung gilt bereits ab zehn Prozent, wenn das Zielunternehmen in sensiblen Sicherheitsbereichen t&auml;tig ist, darunter Kriegswaffen und wichtige Milit&auml;rtechnologien.<\/p><p>In aktuellen Berichten ist nun von einer <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/rafael-agrees-acquire-vw-plant-germany-sources-say-2026-04-30\/\">&Uuml;bernahme<\/a>, einem <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-05-13\/volkswagen-rafael-near-deal-for-iron-dome-production-in-germany\"><em>Joint Venture<\/em><\/a> sowie Modellen die Rede, bei denen <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/osnabrueck_emsland\/vw-osnabrueck-land-will-offenbar-einstieg-von-investor-unterstuetzen,volkswagen-288.html\">Verm&ouml;genswerte, Belegschaft und Verteidigungsgesch&auml;ft<\/a> auf verschiedene Unternehmen aufgeteilt w&uuml;rden. Volkswagen hat nicht mitgeteilt, welche Variante aktuell in Betracht gezogen wird oder ob eine Investitionspr&uuml;fung oder eine Unbedenklichkeitsbescheinigung beantragt wurde.<\/p><p>Das Wirtschaftsministerium hat <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Iron-Dome-Hersteller-koennte-VW-Werk-in-Osnabrueck-uebernehmen-id30774369.html\">gemeinsam mit dem Verteidigungsministerium<\/a> an Verbindungen zwischen zivilen Unternehmen und der R&uuml;stungsproduktion gearbeitet. Dasselbe Ministerium ist f&uuml;r die <a href=\"https:\/\/www.bundeswirtschaftsministerium.de\/Redaktion\/EN\/Artikel\/Foreign-Trade\/investment-screening.html\">Pr&uuml;fung ausl&auml;ndischer Investitionen<\/a> zust&auml;ndig, was es bei der geplanten Transaktion sowohl zum F&ouml;rderer der Industrie als auch zum &bdquo;regulatorischen Schiedsrichter&ldquo; macht. Bislang gibt es keine Informationen dar&uuml;ber, ob eine formelle Pr&uuml;fung begonnen hat.<\/p><p><strong>Wer tr&auml;gt das Risiko?<\/strong><\/p><p>Das Land versucht, Arbeitspl&auml;tze zu erhalten, seine Volkswagen-Beteiligung zu sichern und zu entscheiden, ob das Nachfolgeunternehmen &ouml;ffentliche Gelder verdient. Noch offen sind die Eigentumsverh&auml;ltnisse, die Verbindlichkeiten, die Niedersachsen m&ouml;glicherweise &uuml;bernehmen m&uuml;sste, und die Nachfrage, die zur Absicherung der Investition erwartet wird.<\/p><p>Die nicht offengelegten Bedingungen k&ouml;nnten dazu f&uuml;hren, dass Kosten von einer der bestehenden Beteiligungen des Landes auf ein anderes, mit &ouml;ffentlichen Mitteln finanziertes Unternehmen &uuml;bertragen werden. Deutsche Steuerzahler k&ouml;nnten somit dazu veranlasst werden, die bestehende Volkswagen-Beteiligung des Landes zu sichern und gleichzeitig die Risiken des Nachfolgeunternehmens zu tragen, ohne dar&uuml;ber informiert zu werden, worin diese Risiken bestehen.<\/p><p>Nach den <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/deutschland-welt\/niedersachsen\/vw\/artikel\/an-rafael-wird-das-osnabruecker-vw-werk-fuer-1-euro-verkauft-50943669\">von der <em>NOZ<\/em> berichteten Bedingungen<\/a> k&ouml;nnte Volkswagen einen angeschlagenen Standort f&uuml;r einen Euro &uuml;bertragen, da dessen Schlie&szlig;ung mehr kosten w&uuml;rde; Rafael k&ouml;nnte deutsche Produktionskapazit&auml;ten f&uuml;r europ&auml;ische R&uuml;stungsauftr&auml;ge erhalten; und Niedersachsen k&ouml;nnte bis zu 200 Millionen Euro beisteuern und zus&auml;tzlich die Verantwortung f&uuml;r einen Teil des Umstrukturierungsprozesses &uuml;bernehmen. Das Argument f&uuml;r den Erhalt von rund 2.000 Arbeitspl&auml;tzen ist unmittelbar und politisch gewichtig, belegt jedoch nicht, dass das Vorhaben &uuml;ber Kunden verf&uuml;gt, dass die Minderheitsbeteiligung die gemeldete Investition wert ist oder dass der Staat Kosten &uuml;bernehmen sollte, die Volkswagen andernfalls zu tragen h&auml;tte.<\/p><p><strong>Solange die Bedingungen und Genehmigungen nicht offengelegt werden, kann niemand au&szlig;erhalb der Verhandlungen sagen, ob Niedersachsen eine industrielle Zukunft f&uuml;r Osnabr&uuml;ck finanziert oder daf&uuml;r bezahlt, den Ausstieg von Volkswagen und den Einstieg von Rafael zu erm&ouml;glichen. Die Frage, die wir im Hinterkopf behalten sollten, ist, was Rafael von Osnabr&uuml;ck erwartet. In dem Vorschlag geht es um mehr als nur ein Werk. Er k&ouml;nnte Rafael eine deutsche Produktion, eine lokale Unternehmensstruktur und eine Basis verschaffen, von der aus in Israel entwickelte Systeme um europ&auml;ische Auftr&auml;ge konkurrieren k&ouml;nnten. Solange die Eigentumsverh&auml;ltnisse, die Kontrollrechte, die Technologierechte und die Herkunft der Komponenten nicht offengelegt werden, kann die &Ouml;ffentlichkeit nicht wissen, ob Niedersachsen deutsche Industriekapazit&auml;ten und -interessen bewahrt oder &ouml;ffentliche Gelder daf&uuml;r verwendet, um Rafael eine europ&auml;ische industrielle Basis zu verschaffen.<\/strong><\/p><p><em>Dieser Artikel beruht auf einer l&auml;ngeren Recherche, die urspr&uuml;nglich am 13. Juli 2026 <a href=\"https:\/\/21stcenturywire.com\/2026\/07\/13\/osnabruck-and-the-israeli-architecture-behind-natos-defence-surge\/\">bei 21st Century Wire<\/a>, einer unabh&auml;ngigen englischsprachigen Newsplattform f&uuml;r investigativen Journalismus und geopolitische Analysen, erschienen ist. Freddie Ponton wird noch in weiteren Artikeln zus&auml;tzliche Aspekte dieser Recherche beleuchten.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: <a href=\"https:\/\/www.volkswagen-newsroom.com\/en\/volkswagen-osnabrueck-gmbh-7805\">Volkwagen AG<\/a><\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=147462\">Baden-W&uuml;rttembergs bedenkliche Zusammenarbeit mit Palantir<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=146348\">Industrieroboter im Dienst des V&ouml;lkermords<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=144963\">&bdquo;Deutschland macht sich damit gemein mit israelischen Verbrechen&ldquo; &ndash; Interview mit Shir Hever zum deutsch-israelischen Cyberpakt<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/872b41ad7b0142868d65d76f114d5a82\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade als Berlin einmal kurz und zur&uuml;ckhaltend <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/middle-east\/german-chancellor-criticises-israels-actions-gaza-2025-05-26\/\">Israel wegen seines Vorgehens im Gazastreifen<\/a> kritisierte, nahm Volkswagen Verhandlungen mit dem israelischen <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/volkswagen-vw-chef-oliver-blume-will-ins-ruestungsgeschaeft-einsteigen-a-20832cc3-66a8-4681-8f0b-d1f27c4a5977\">staatlichen Unternehmen Rafael Advanced Defense Systems<\/a> &uuml;ber die Zukunft seines Werks in Osnabr&uuml;ck auf. 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