{"id":155452,"date":"2026-08-31T09:00:26","date_gmt":"2026-08-31T07:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155452"},"modified":"2026-08-31T09:01:01","modified_gmt":"2026-08-31T07:01:01","slug":"die-einschaetzungen-der-westlichen-regierungen-in-bezug-auf-den-ukraine-krieg-waren-falsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155452","title":{"rendered":"\u201eDie Einsch\u00e4tzungen der westlichen Regierungen in Bezug auf den Ukraine-Krieg waren falsch\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Der Vorteil der Neutralit&auml;t besteht darin, dass sie Abstand und Besonnenheit erfordert.&ldquo; Ein Interview in Br&uuml;ssel mit <strong>Jacques Baud<\/strong>, gef&uuml;hrt von <strong>Thomas Kaiser<\/strong> f&uuml;r <em>Zeitgeschehen im Fokus<\/em>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1425\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-155452-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260831_Die_Einschaetzungen_der_westlichen_Regierungen_in_Bezug_auf_den_Ukraine_Krieg_waren_falsch_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260831_Die_Einschaetzungen_der_westlichen_Regierungen_in_Bezug_auf_den_Ukraine_Krieg_waren_falsch_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260831_Die_Einschaetzungen_der_westlichen_Regierungen_in_Bezug_auf_den_Ukraine_Krieg_waren_falsch_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260831_Die_Einschaetzungen_der_westlichen_Regierungen_in_Bezug_auf_den_Ukraine_Krieg_waren_falsch_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=155452-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260831_Die_Einschaetzungen_der_westlichen_Regierungen_in_Bezug_auf_den_Ukraine_Krieg_waren_falsch_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260831_Die_Einschaetzungen_der_westlichen_Regierungen_in_Bezug_auf_den_Ukraine_Krieg_waren_falsch_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Zeitgeschehen im Fokus: Sie stehen seit mehr als einem halben Jahr unter Sanktionen der EU. Wie wirkt sich das auf Ihr Leben aus?<\/strong><\/p><p><strong>Jacques Baud<\/strong>: Die humanit&auml;re Ausnahmeregelung, die ich beantragt habe, ist nach sechs Monaten &ndash; also Ende Juni &ndash; abgelaufen. Damit sie weiterhin G&uuml;ltigkeit hat, musste ich erneut einen Antrag stellen. Diesen habe ich bereits Anfang Mai eingereicht. Wir schreiben heute den 13. August, und ich habe noch immer keinen Zugang zu meinem Geld. Anscheinend hat das Finanzministerium diese Ausnahmeregelung bewilligt, jedoch gebe es im Moment niemanden, der die Befugnis habe, sie zu unterschreiben.<\/p><p>Seit Anfang Juli habe ich gar keinen Zugriff mehr auf mein Geld, ich kann nichts mehr kaufen, kein Benzin tanken, keine Rechnungen bezahlen und so weiter. Ich bin auf &Uuml;berlebenshilfe durch andere angewiesen.<\/p><p><strong>Ihr Konto bei der UBS ist immer noch eingefroren?<\/strong><\/p><p>Jein. Meine Schweizer Rente wird auf mein Schweizer Konto &uuml;berwiesen. Da mein belgisches Konto gesperrt ist, kann ich das Geld nicht von meinem Schweizer Konto auf mein belgisches Konto &uuml;berweisen. Ich kann mein Schweizer Konto nicht nutzen, um in Belgien Eink&auml;ufe zu t&auml;tigen. Das ist eine Folge der Entscheidung der EU. Ich hatte diese Verz&ouml;gerung einkalkuliert. Da bestimmte Ausgaben f&uuml;r Juli vorgesehen waren, wollte ich Zahlungen bereits im Juni vorziehen. Doch die UBS hat &ndash; ohne Erkl&auml;rung &ndash; bestimmte Zahlungen von der Schweiz nach Belgien gesperrt. Infolgedessen z&ouml;gert die belgische Regierung nun, wie erwartet, mit der Genehmigung dieser humanit&auml;ren Ausnahmeregelung, und ich bin mit meinen Zahlungen im Verzug.<\/p><p><strong>K&ouml;nnte die UBS den Zugang problemlos gew&auml;hren?<\/strong><\/p><p>Tats&auml;chlich gibt es keinen Grund, mir den Zugang zu meinen grundlegenden Bankkonten zu verwehren. Es gibt ein Urteil des EuGH, wonach sanktionierte Personen Zugang zu ihrem Bankkonto haben m&uuml;ssen. Die in Europa zu beobachtende Sanktionswelle ohne gerichtliche Entscheidung steht im Widerspruch zum Recht. Die rechte Hand wei&szlig; nicht, was die linke tut. Die Sanktionen waren als au&szlig;enpolitische Ma&szlig;nahmen konzipiert und werden nun im Rahmen der Innenpolitik umgesetzt. Die EU ist dysfunktional. Mein Beispiel veranschaulicht diese Verwirrung deutlich.<\/p><p><strong>Wenn der EuGH so entschieden hat, dann muss doch der Entscheid umgesetzt werden.<\/strong><\/p><p>In der Theorie schon &hellip;<\/p><p><strong>Man wei&szlig; gar nicht, wie man das kommentieren soll.<\/strong><\/p><p>Die EU-Charta legt die &bdquo;Werte&ldquo; fest, f&uuml;r die die EU steht. Doch sie setzt sie nicht um. Sie befindet sich nicht im Krieg, verh&auml;lt sich aber so, als w&auml;re sie es. Die EU hat eine Art Paranoia entwickelt, die es rechtfertigt, Menschen pr&auml;ventiv zu bestrafen. Wir sind hier sehr weit vom Rechtsstaat entfernt und viel n&auml;her an der Sowjetunion, die Menschen ebenfalls pr&auml;ventiv in Gulags steckte.<\/p><p><strong>Hat sich die Schweiz endlich eingeschaltet?<\/strong><\/p><p>Nein, gar nichts. Unsere Regierung ist wie gel&auml;hmt angesichts einer Situation, die sie h&auml;tte vermeiden k&ouml;nnen. Unser Land, das einst f&uuml;r seine Weisheit und Zur&uuml;ckhaltung bekannt war, reagiert wie die anderen europ&auml;ischen L&auml;nder: &uuml;berst&uuml;rzt und emotional. Der Vorteil der Neutralit&auml;t besteht darin, dass sie Abstand und Besonnenheit erfordert. Doch wie Claude Wild, unser ehemaliger Botschafter in Kiew, ist auch die Schweiz in diesem Konflikt nicht neutral. Wir verhalten uns wie ein durchschnittliches europ&auml;isches Land. Doch was die Bedeutung und den Ruf der Schweiz ausmacht, ist ihre F&auml;higkeit, anders zu handeln als die anderen.<\/p><p><strong>Am Sitz der EU-Kommission h&auml;ngt ein Plakat: &bdquo;DEMORACY &ndash; PROTECT WHAT MATTERS&ldquo;.<\/strong><\/p><p>Das ist das Syndrom undemokratischer Systeme, die ihre Bev&ouml;lkerung davon &uuml;berzeugen m&uuml;ssen, dass sie in einer Demokratie leben. So war es in der Sowjetunion, wo Plakate die Sowjets st&auml;ndig daran erinnerten, dass sie in einer &bdquo;Demokratie&ldquo; lebten. Wenn die Demokratie lebt, dann ist es selbstverst&auml;ndlich. In der Schweiz muss man das nicht &bdquo;propagieren&ldquo;.<\/p><p><strong>Es befremdet mich, dass die Schweiz nichts unternimmt, um Sie aus dieser uns&auml;glichen Situation zu befreien.<\/strong><\/p><p>Das sagen mir viele Leute.<\/p><p><strong>Es ist nicht nachvollziehbar, warum hier kein offizielles Bem&uuml;hen stattfindet, au&szlig;er die in der Schweiz zust&auml;ndigen Stellen sind gar nicht so ungl&uuml;cklich dar&uuml;ber, dass man Sie sanktioniert hat. Wenn ein Staatsb&uuml;rger im Ausland zu Unrecht bestraft wird, ist doch die jeweilige Botschaft in dem Land bem&uuml;ht, ihren Staatsb&uuml;rger freizubekommen?<\/strong><\/p><p>Es sollte so sein. Man darf auch die F&auml;higkeiten unserer Diplomaten nicht &uuml;bersch&auml;tzen. Ich habe in verschiedenen Situationen erlebt, wie Diplomaten nicht in der Lage waren, in angespannten Situationen ad&auml;quat zu reagieren. Ich bin nicht so erstaunt &uuml;ber das Verhalten der Schweiz. Nat&uuml;rlich ist es tragisch, dass sich unsere Au&szlig;enpolitik in einem solchen Zustand befindet. Unser Land hat das Vertrauen in seine Neutralit&auml;t und in sich selbst verloren. Auch das ist eine Botschaft.<\/p><p><strong>Mit Ihrer Sanktionierung will die EU andere Kritiker einsch&uuml;chtern: &bdquo;Macht es nicht so wie Jacques Baud!&ldquo;<\/strong><\/p><p>Ja, das ist so. Genau das hat das deutsche Au&szlig;enministerium Anfang dieses Jahres einem Journalisten geantwortet. Diese Antwort hat in Deutschland f&uuml;r gro&szlig;e Emp&ouml;rung gesorgt und ist wahrscheinlich einer der Gr&uuml;nde f&uuml;r den Erfolg der souver&auml;nistischen Opposition in diesem Land.<\/p><p><strong>Die EU verh&auml;lt sich totalit&auml;r.<\/strong><\/p><p>Ja, das ist eine Art von Totalitarismus. Man sieht es immer mehr. Interessant ist, dass meine Sanktionen nicht 2022 verh&auml;ngt worden sind, sondern 2025. Seit Beginn des Kriegs habe ich Analysen dar&uuml;ber ver&ouml;ffentlicht oder Interviews auch in Ihrer Zeitschrift gegeben.<\/p><p>Je mehr Zeit vergeht, desto deutlicher wird, dass die Einsch&auml;tzungen der westlichen Regierungen zum Krieg in der Ukraine falsch waren. Erinnern Sie sich daran, dass unsere &bdquo;Experten&ldquo; in den Jahren 2022 bis 2025 behaupteten, Russland habe keine Raketen, keine Panzer und keine Munition mehr, Wladimir Putin habe Krebs und so weiter. Seit Ende 2025 wird uns verk&uuml;ndet, dass Russland uns angreifen wolle. Heute ist es die Ukraine, die verzweifelt nach Flugabwehrraketen sucht, und ihre Verb&uuml;ndeten weigern sich, ihr welche zu geben, weil sie Angst vor einer zuk&uuml;nftigen russischen Invasion haben! Im Jahr 2023 hatte ich geschrieben, dass der Ukraine die Flugabwehrraketen ausgehen w&uuml;rden. Unsere Politiker sahen darin russische Desinformation und haben absolut nichts unternommen.<\/p><p>Erst jetzt wird immer deutlicher, dass die Einsch&auml;tzungen der westlichen Regierungen in Bezug auf den Ukraine-Krieg falsch waren. Im Grunde genommen zeigt die EU damit, dass sie den Krieg um das Narrativ verloren hat. Deshalb muss man alle anderen Stimmen zum Schweigen bringen, das Internet blockieren und so weiter. Man hat Angst vor diesen Stimmen. Man bem&uuml;ht die &bdquo;hybride Kriegf&uuml;hrung&ldquo; &ndash; von der niemand wei&szlig;, was sie ist, aber man spricht st&auml;ndig dar&uuml;ber &ndash;, um die Wahrnehmung der Menschen zu beeinflussen und zu kontrollieren. Hatte man vor vier Jahren gesagt, die Ukraine werde verlieren, spielte das keine Rolle, denn man war in der EU so &uuml;berzeugt, dass die Ukraine gegen Russland gewinnen w&uuml;rde. Heute ist es offensichtlich, dass die Ukraine verliert.<\/p><p><strong>Also, je st&auml;rker diejenigen unter Druck gesetzt werden, die den Sieg der Ukraine anzweifeln, um so schlechter steht es um die milit&auml;rische Lage?<\/strong><\/p><p>Ja, es steht nicht gut um die Ukraine. Unsere Medien berichten jedoch nichts dar&uuml;ber. Am Anfang hat man immer von den Erfolgen gesprochen: wie viele Panzer die Ukraine zerst&ouml;rt habe und wie viele Flugzeuge abgeschossen worden seien und so weiter. Man hatte jeden Tag Meldungen von siegreichen Soldaten, gewonnenen Schlachten, erbeuteten Panzern, aber heute h&ouml;rt und sieht man nichts mehr davon. Auch gehen der Ukraine die Soldaten aus. Die EU hat deswegen neue Ma&szlig;nahmen ergriffen, sodass junge Leute im wehrdienstf&auml;higen Alter nicht mehr als Fl&uuml;chtlinge anerkannt werden. Egal, was die Medien schreiben oder berichten, die Ukraine steckt in gro&szlig;en Schwierigkeiten. Es gibt Demonstrationen in Kiew, in Lwow und in anderen St&auml;dten gegen die Art der Rekrutierung und gegen die Korruption. Der Krieg belastet die ukrainische Gesellschaft stark. Selenskyj wurde 2019 von 73 Prozent der Abstimmenden zum Pr&auml;sidenten gew&auml;hlt. Die Bev&ouml;lkerung hat sicher nicht vergessen, dass Selenskyj angetreten ist, um Frieden mit Russland zu schlie&szlig;en. Aus diesem Grund hat ihn auch die russischsprachige Bev&ouml;lkerung gew&auml;hlt. Auch Putin hatte ihm nach seiner Wahl gratuliert. Danach ist Selenskyjs Popularit&auml;t bis heute massiv gesunken. Niemand fragt sich: Warum?<\/p><p>Heute wird den Ukrainern bewusst, dass die milit&auml;rische Lage immer prek&auml;rer wird. Die Zwangsrekrutierung junger M&auml;nner hat dramatisch zugenommen. Ein gro&szlig;er Teil der ukrainischen Bev&ouml;lkerung hatte dies anfangs nicht bemerkt, da es fernab der Gro&szlig;st&auml;dte geschah. Die ukrainische Armee ben&ouml;tigt nun immer mehr Soldaten. Zun&auml;chst wurden die Rekruten auf dem Land angeworben, doch mittlerweile geschieht dies auch in den St&auml;dten und ist dort deutlicher zu beobachten.<\/p><p><strong>Wie ist die konkrete Situation auf dem Schlachtfeld?<\/strong><\/p><p>Tats&auml;chlich nimmt die russische Armee jeden Tag ein neues Dorf ein. Die ukrainische Armee hat seit 2022 kein einziges Dorf zur&uuml;ckerobert, mit anderen Worten: Die Russen r&uuml;cken st&auml;ndig vor. Man sieht das auch beim Austausch der Leichen. Bis auf zwei Ausnahmen gaben die Russen mehr Tote zur&uuml;ck als die Ukrainer. Im Monat Mai und Juni haben die Russen jeweils 500 Leichen zur&uuml;ckgegeben. Die Russen haben 30 bekommen. Man kann daraus nicht direkt den Schluss &uuml;ber das Verh&auml;ltnis der Gefallenen ziehen. Aber da die Russen vorw&auml;rtsschreiten, k&ouml;nnen sie mehr Leichen einsammeln. Man muss den Krieg nicht in Quadratkilometern, sondern in der Zerst&ouml;rung der Kapazit&auml;t messen.<\/p><p><strong>In verschiedenen Interviews haben Sie das schon vor einiger Zeit so beurteilt.<\/strong><\/p><p>Der ehemalige Chef der ukrainischen Streitkr&auml;fte, Valery Saluschnyj, der jetzt Botschafter in England ist, hat vor etwa einem Monat einen Artikel im <em>Telegraph<\/em> geschrieben. Darin bringt er zum Ausdruck, es seien nicht die Quadratmeter, die z&auml;hlten, sondern die Kapazit&auml;ten, die man verliere. Es ist eine westliche Sichtweise, den milit&auml;rischen Erfolg immer in Quadratkilometern zu messen. Aber die Anzahl der Get&ouml;teten zeigt die Zerst&ouml;rung der Kapazit&auml;ten. Gebiete kann man immer zur&uuml;ckgewinnen, aber wenn der Mensch tot ist, dann kann man ihn nicht mehr zur&uuml;ckholen. Darauf m&uuml;sste man die Beurteilung st&uuml;tzen, aber das will man nicht. Man erz&auml;hlt lieber, dass die Russen nur ein Prozent des Territoriums erobert h&auml;tten. Das ist wahrscheinlich wahr, aber das ist nicht das Problem.<\/p><p><strong>Besteht durch die unterschiedlichen Standpunkte ein Konflikt zwischen Saluschnyj und Selenskyj?<\/strong><\/p><p>Selenskyj ist Politiker, w&auml;hrend Saluschnyj ein Milit&auml;r ist. Das Problem ist, dass Selenskyj dazu neigt, milit&auml;rische Operationen nach seiner Wahrnehmung des Konflikts zu steuern. Er neigt dazu, Signale zu senden, anstatt milit&auml;rische Probleme zu l&ouml;sen. Darin liegt ihr Hauptunterschied. Im Gegensatz dazu l&auml;sst Wladimir Putin in Russland zwar die politischen Ziele festlegen, &uuml;berl&auml;sst es dann aber dem Milit&auml;r, insbesondere Waleri Gerassimow, die Operationen zu leiten. So hatten beispielsweise die Angriffe auf russische Raffinerien zwar eine spektakul&auml;re Wirkung und vermittelten den Eindruck eines Erfolgs, hatten jedoch keinen Einfluss auf den Verlauf des Krieges. Im Gegensatz dazu waren die russischen Angriffe auf Tankstellen in der N&auml;he der Frontlinie, die von der ukrainischen Logistik genutzt werden, zwar weniger spektakul&auml;r, hatten aber direkte Auswirkungen auf die operativen F&auml;higkeiten der Ukraine. Interessanterweise habe ich bereits 2022 auf diese Schwachstelle der ukrainischen F&uuml;hrung hingewiesen, doch niemand im Westen wollte sie beheben. Heute ist es General Saluschnyj, der diese kritische Schw&auml;che der Ukraine hervorhebt.<\/p><p><strong>Die Drohnenangriffe in die Tiefe Russlands werden regelrecht gefeiert. So, wie ich Sie verstanden habe, ist deren Wirkung sehr begrenzt.<\/strong><\/p><p>Man kann sie als operative Erfolge bezeichnen (da es der Ukraine gelungen ist, tief im russischen Staatsgebiet Schaden anzurichten), jedoch nicht als strategische Erfolge. Die ukrainische Strategie wurde bereits vor langer Zeit von Selenskyj angek&uuml;ndigt; es geht darum, der russischen Bev&ouml;lkerung den Krieg &bdquo;sp&uuml;rbar&ldquo; zu machen, damit sie sich erhebt und die Regierung von Wladimir Putin st&uuml;rzt. Genau dies hat &uuml;brigens der finnische Pr&auml;sident Alexander Stubb anl&auml;sslich des NATO-Gipfels erl&auml;utert.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Dieses Ziel wurde eindeutig nicht erreicht. Hingegen haben die ukrainischen Angriffe dazu gef&uuml;hrt, dass die Versch&auml;rfung der russischen Ma&szlig;nahmen gegen die Infrastruktur der Ukraine legitimiert wurde. Genau dasselbe Ph&auml;nomen wird nach den Angriffen auf russische Schiffe im Asowschen Meer im Juli zu beobachten sein. Dies war der Ausl&ouml;ser f&uuml;r die Ma&szlig;nahmen gegen die ukrainischen Schwarzmeerh&auml;fen, darunter Odessa, die heute vollst&auml;ndig blockiert sind.<\/p><p><strong>Wenn Deutschland mit der Ukraine Drohnen entwickelt, die gegen Russland eingesetzt werden, k&ouml;nnte Russland in der Folge die Produktionsst&auml;tten in Deutschland angreifen.<\/strong><\/p><p>Ja, das ist so. Wenn ein au&szlig;enstehender Staat Waffen an ein Land im Krieg verkauft, f&uuml;r deren Unterhalt sorgt und direkt an dessen Grenze Werkst&auml;tten betreibt, wenn das defekte Kriegsger&auml;t dort in die Werkstatt gebracht, repariert und wieder an der Front eingesetzt wird, wenn er zus&auml;tzlich noch die Zielkoordinaten an die Artillerie liefert, damit sie die anvisierten Ziele auch trifft, dann ist das Kriegsbeteiligung. Mit anderen Worten, die Ukraine l&ouml;st zwar noch die Kanone aus, aber alles andere &uuml;bernimmt der au&szlig;enstehende Staat. Wenn man dazu noch den eigenen Luftraum zur Verf&uuml;gung stellt, wie Estland und Lettland das tun, sind sie ebenfalls Teil des Konflikts. Das erkennt man auch im Nahen Osten. Der Iran verteidigt sich gegen Angriffe der USA und nimmt zum Beispiel in Bahrein oder den VAE US-Milit&auml;reinrichtungen unter Beschuss. Beide Staaten haben den USA sowohl Territorium als auch den Luftraum zur Verf&uuml;gung gestellt und sich damit am Krieg beteiligt. Das entspricht der Resolution 3314 der UNO-Generalversammlung vom Dezember 1975, die genau festh&auml;lt, wer Teil einer Aggression ist und wer nicht. Wenn man Territorium zur Verf&uuml;gung stellt, ist man Kriegspartei. Man kann sagen, dass Deutschland, Polen, Frankreich und die baltischen Staaten in gewisser Weise in den Krieg in der Ukraine verwickelt sind.<\/p><p><strong>Damit sind sie im Krieg gegen die Ukraine f&uuml;r die Russen ein legitimes Ziel?<\/strong><\/p><p>Die Antwort ist nicht so einfach. Zum einen stellt sich die Frage der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit, und zum anderen besteht nat&uuml;rlich die Gefahr, dass sich der derzeitige Krieg auf Europa ausweitet. Das Problem dabei ist, dass die Europ&auml;er der Ukraine bereits Waffen geliefert haben, obwohl sie dies urspr&uuml;nglich nicht vorhatten. So haben die Westm&auml;chte nach und nach alle roten Linien &uuml;berschritten, die sie sich selbst gesetzt hatten. Das Ergebnis war keine Verbesserung der Lage f&uuml;r die Ukraine, sondern eine Verl&auml;ngerung der K&auml;mpfe. Es ist nicht wirklich ersichtlich, welche Ziele Europa verfolgt, abgesehen davon, Russland schw&auml;chen zu wollen, was sicherlich kein Sieg ist. Wenn man an den Punkt gelangt, an dem man Russland die M&ouml;glichkeit gibt, auf unser Territorium zuzuschlagen, darf man sich zu Recht fragen, ob man damit wirklich etwas gewinnt und ob die Ukraine davon profitiert.<\/p><p><strong>Die Konsequenz daraus kann also sein, dass Russland deutsche Milit&auml;rproduktionsst&auml;tten angreift.<\/strong><\/p><p>Ja, damit muss man rechnen.<\/p><p><strong>Haben wir dann den B&uuml;ndnisfall?<\/strong><\/p><p>Ja, das w&auml;re ohne Zweifel ein B&uuml;ndnisfall. Aber dazu muss man wissen, dass Artikel 5 keinen Staat verpflichtet, in den Krieg einzutreten. Wenn ein NATO-Staat angegriffen und Artikel 5 aktiviert wird, darf jedes Mitglied den Angegriffenen unterst&uuml;tzen. Artikel 5 stellt jedoch keine Verpflichtung dar. Jeder Staat kann f&uuml;r sich entscheiden, ob und wie er den Angegriffenen unterst&uuml;tzen m&ouml;chte. Nach den Anschl&auml;gen vom 11. September wurde Artikel 5 aktiviert. Damals ging es gegen Afghanistan, aber nicht alle L&auml;nder haben dort mitgek&auml;mpft.<\/p><p><strong>Hat der G7-Gipfel in Evian etwas Neues in Bezug auf die Strategie in der Ukraine gebracht?<\/strong><\/p><p>Der auff&auml;lligste Aspekt des Gipfels von Evian war die Unterst&uuml;tzung der westlichen L&auml;nder f&uuml;r ukrainische Luftangriffe tief im russischen Hinterland. Man wei&szlig;, dass Russland auf eine solche Eskalation heftig reagieren w&uuml;rde. Genau das ist geschehen: Nicht nur haben die Luftangriffe an Intensit&auml;t zugenommen, sondern die Russen haben auch Gegenma&szlig;nahmen ergriffen. Beispielsweise hatten die Russen zuvor keine ukrainischen Treibstoffvorr&auml;te und Raffinerien angegriffen; jetzt tun sie dies. Unsere Medien und Regierungen haben die russischen Ma&szlig;nahmen so dargestellt, als seien sie bereits maximal, und den Eindruck vermittelt, Russland k&ouml;nne seinen Druck nicht weiter erh&ouml;hen. Das ist falsch. Russland &bdquo;h&auml;lt sich zur&uuml;ck&ldquo;. Die russische Strategie bestand schon immer darin, sich eine Kraftreserve zu bewahren, um den Druck verst&auml;rken zu k&ouml;nnen. Genau das tut es nun langsam. Es ist immer ein Fehler, zu glauben, der Gegner sei schw&auml;cher, als er tats&auml;chlich ist. Ich m&ouml;chte daran erinnern, dass Russland urspr&uuml;nglich die Ukraine im Rahmen eines Abkommens &bdquo;entmilitarisieren&ldquo; wollte, was im M&auml;rz\/April 2022 beinahe geschehen w&auml;re. Seit Ende 2025 ist Russland klar geworden, dass die Europ&auml;er keine Verhandlungen anstreben und darauf dr&auml;ngen, dass der Konflikt weitergeht. Im Dezember erkl&auml;rte Wladimir Putin, dass Russland in dieser Situation seine Ziele mit milit&auml;rischer Gewalt erreichen werde.<\/p><p><strong>Alle Ma&szlig;nahmen der Europ&auml;er sind gescheitert. Was wollen die Europ&auml;er mit der Fortf&uuml;hrung des Kriegs erreichen?<\/strong><\/p><p>Das Ziel der Europ&auml;er wurde im November 2025 von Kaja Kallas festgelegt. Es handelt sich um einen Plan mit zwei Punkten: erstens, Russland zu schw&auml;chen, und zweitens, die Ukraine zu unterst&uuml;tzen.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Was die Ma&szlig;nahmen zur Schw&auml;chung Russlands angeht, so waren diese offensichtlich nicht sehr wirksam, da zahlreiche Fachinstitutionen wie das britische &bdquo;Royal United Services Institute&ldquo; oder das &bdquo;US European Command&ldquo; eine St&auml;rkung der russischen Kapazit&auml;ten festgestellt haben. Das grundlegende Problem besteht darin, dass die Europ&auml;er Ziele verfolgen, deren Erfolgskriterien nicht definiert sind. Wir befinden uns daher in einer Dynamik eines endlosen Kriegs.<\/p><p>Folglich haben die Europ&auml;er Angst vor einem russischen Angriff, dessen Folgen sich gegen die Ukraine richten w&uuml;rden. Die Ukraine braucht Patriot-Raketen, und die Amerikaner haben aufgrund ihres Krieges gegen den Iran keine mehr. Aber die Europ&auml;er wollen der Ukraine ihre eigenen nicht geben, weil sie Angst vor Russland haben, das sie so sehr geschw&auml;cht haben, dass es sie bald angreifen k&ouml;nnte!<\/p><p>Anfang August erkl&auml;rte General Saluschnyj, dass die NATO wahrscheinlich noch zw&ouml;lf Jahre brauchen werde, um &bdquo;das erforderliche Niveau zu erreichen, um &uuml;ber eine Milit&auml;rmacht zu verf&uuml;gen, die mindestens der H&auml;lfte derjenigen der Russischen F&ouml;deration entspricht&ldquo;.<\/p><p><strong>Die Schweiz tritt der NATO-Partnerschaft zur gemeinsamen Beschaffung der Munition bei. Sehen Sie darin ein Problem f&uuml;r die Schweizer Neutralit&auml;t und entsteht dadurch nicht eine Abh&auml;ngigkeit von der NATO?<\/strong><\/p><p>Die Schweiz ist schon seit vielen Jahren in das Logistiksystem der NATO eingebunden. Wir verf&uuml;gen &uuml;ber Milit&auml;rmaterial amerikanischer Herkunft, f&uuml;r das Ersatzteile und Munition ben&ouml;tigt werden. Ich selbst stand an der Spitze einer Abteilung der R&uuml;stungsgruppe in der Schweiz, die Ausr&uuml;stung beschaffte, insbesondere die M113-Schu&#776;tzenpanzer, die gepanzerten M109-Haubitzen und den Kampfpanzer Leopard 2. Diese Entscheidung haben wir schon vor langer Zeit getroffen. Der Kauf von Waffen f&uuml;hrt immer zu einer Abh&auml;ngigkeit. Das Problem ist: Wenn wir sie nicht von NATO-L&auml;ndern (die unsere Nachbarn sind) kaufen, von wem wollen wir sie dann kaufen? Von Russland? Von China? Von Pakistan? Von Israel? In jedem Fall wird unsere Neutralit&auml;t in Frage gestellt. Die einzig schl&uuml;ssige Antwort auf diese Frage w&auml;re, dass wir unsere Waffen selbst herstellen. Aber dann w&auml;ren sie viel teurer. Sind wir bereit, dieses Opfer zu bringen?<\/p><p><strong>Das VBS [Eidgen&ouml;ssisches Departement f&uuml;r Verteidigung, Bev&ouml;lkerungsschutz und Sport &ndash; Anm. d. Red.] verlangt 17 Milliarden f&uuml;r die Luftabwehr. Als Begr&uuml;ndung werden unter anderem Drohnen genannt, die im Schweizer Luftraum aufgetaucht seien, angeblich &uuml;ber dem Labor Spiez. Zwischen den Zeilen schiebt man das Russland zu. Wie realistisch ist das?<\/strong><\/p><p>Ich bin der Meinung, dass unsere Luftabwehr verst&auml;rkt werden sollte, halte solche Forderungen jedoch f&uuml;r verfr&uuml;ht. Wir haben noch nicht gen&uuml;gend Abstand zu diesem Konflikt gewonnen. Die Erfahrungen in der Ukraine und im Nahen Osten haben gezeigt, dass das Patriot-System f&uuml;r die Art der aktuellen Bedrohungen ungeeignet ist und dass westliche Luftabwehrsysteme nicht auf die aktuellen Bedrohungen ausgelegt sind. Es w&auml;re falsch, den Konflikt ausschlie&szlig;lich auf der Grundlage dessen zu beurteilen, was uns die Ukrainer berichten.<\/p><p><strong>Wechseln wir noch in den Nahen Osten. Hat das Memorandum of Understanding (MoU) heute noch eine Bedeutung?<\/strong><\/p><p>Tats&auml;chlich hat Donald Trump erkl&auml;rt, dass das MoU beendet sei. Offensichtlich wollen die USA das, was sie unterzeichnet haben, nicht umsetzen. Aber im Grunde wird der Iran seine Forderungen nicht aufgeben, da sie existenzieller Natur sind. Die j&uuml;ngsten vom Iran ver&ouml;ffentlichten Forderungen zeigen, dass er mit genau denselben Forderungen zur&uuml;ckkommt. Die Amerikaner haben das Problem lediglich aufgeschoben. Nein, das Dokument hat zwar keine G&uuml;ltigkeit mehr, aber sein Inhalt bleibt weiterhin bestehen.<\/p><p><strong>Was wollen die USA im Krieg gegen den Iran erreichen?<\/strong><\/p><p>Donald Trump hat seine Meinung so oft ge&auml;ndert, dass schwer zu erkennen ist, welche Ziele er heute tats&auml;chlich verfolgt. Der Konflikt begann mit der iranischen Atomfrage, und heute drehen sich die Verhandlungen ausschlie&szlig;lich um die Stra&szlig;e von Hormus, die vor der israelisch-amerikanischen Intervention f&uuml;r den Schiffsverkehr v&ouml;llig offen war! Wir drehen uns also im Kreis.<\/p><p><strong>Inwieweit ist Netanjahu beim MoU einbezogen?<\/strong><\/p><p>Es ist ein Paradoxon. Das MoU betrifft alle Kampfgebiete, einschlie&szlig;lich des Libanon und des Jemen, doch Israel ist keine Vertragspartei des Abkommens. Aus diesem Grund f&uuml;hlt sich Netanjahu davon nicht betroffen und setzt seinen Krieg im Libanon fort. Andererseits h&auml;tten die Amerikaner wahrscheinlich keine Einigung erzielen k&ouml;nnen, wenn Israel in die Verhandlungen &uuml;ber das MoU einbezogen worden w&auml;re. Es handelte sich also um eine Entscheidung, die auf der Annahme beruhte, dass die USA Einfluss auf Israel h&auml;tten, was jedoch nicht wirklich der Fall zu sein scheint. Jedenfalls ist die Frage rein akademischer Natur, da das MoU offenbar begraben wurde, auch wenn die Iraner an all ihren Forderungen festgehalten haben.<\/p><p><strong>Wer leitet hier wen? Leitet Trump Netanjahu oder umgekehrt?<\/strong><\/p><p>In den USA w&auml;chst die &Uuml;berzeugung, dass Israel das Sagen hat. Wie Au&szlig;enminister Marco Rubio erkl&auml;rte, hat sich Donald Trump auf Wunsch von Benjamin Netanjahu in den Iran-Konflikt eingemischt, nachdem ihm mitgeteilt worden war, dass dieser Konflikt sehr schnell beigelegt werden w&uuml;rde. Tats&auml;chlich haben sich alle US-Pr&auml;sidenten vor Donald Trump einer solchen Forderung widersetzt. Vor diesem Hintergrund k&ouml;nnte man sagen, dass er schw&auml;cher ist als alle seine Vorg&auml;nger.<\/p><p><strong>Wie sehen Sie die weitere Entwicklung im Nahen Osten? Welche Gr&uuml;nde und Ziele verfolgen Trump und Netanjahu mit der Einstellung der Angriffe auf den Iran?<\/strong><\/p><p>Das j&uuml;ngste B&uuml;ndnis zwischen Saudi-Arabien, der T&uuml;rkei und Pakistan deutet darauf hin, dass die L&auml;nder der Region bestrebt sind, ihre Sicherheit ohne die USA neu zu ordnen. Die USA, die einst als Garant f&uuml;r Sicherheit galten, sind mittlerweile zu einem Risiko f&uuml;r die regionale Sicherheit geworden. Ich wei&szlig; nicht, wie sich die Lage weiterentwickeln wird, aber es steht fest, dass es ein Misstrauen gegen&uuml;ber dem Westen im Allgemeinen und den Amerikanern im Besonderen geben wird, was die Sicherheit der Region angeht. Seit 25 Jahren haben wir dieser Region nichts als Krieg und Zerst&ouml;rung gebracht, ohne dass wir daraus irgendeinen Nutzen gezogen h&auml;tten. Wir haben dort lediglich Terrorismus und Migrationsstr&ouml;me &bdquo;gewonnen&ldquo;.<\/p><p>Herr Baud, herzlichen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/p><p><em>&Uuml;ber den Interviewpartner: Jacques Baud hat einen Master in &Ouml;konometrie und ein Nachdiplomstudium in internationaler Sicherheit am Hochschulinstitut f&uuml;r internationale Beziehungen in Genf absolviert und war Oberst der Schweizer Armee. Er arbeitete f&uuml;r den Schweizerischen Strategischen Nachrichtendienst und war Berater f&uuml;r die Sicherheit der Fl&uuml;chtlingslager in Ost-Zaire w&auml;hrend des Ruanda-Krieges, arbeitete unter anderem f&uuml;r die NATO in der Ukraine und ist Autor mehrerer B&uuml;cher &uuml;ber Nachrichtendienste, asymmetrische Kriegsf&uuml;hrung, Terrorismus und Desinformation.<\/em><\/p><p><em>Dieses Interview erschien zuerst bei <a href=\"https:\/\/zgif.ch\/2026\/08\/19\/die-einschaetzungen-der-westlichen-regierungen-in-bezug-auf-den-ukraine-krieg-waren-falsch\/\">Zeitgeschehen im Fokus Nr. 13<\/a> vom 19. August 2026.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Jacques Baud beim 36. Pleisweiler Gespr&auml;ch \/ NachDenkSeiten<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/unn.ua\/en\/news\/nato-supports-ukraines-strikes-deep-into-russia-president-of-finland\">unn.ua\/en\/news\/nato-supports-ukraines-strikesdeep-into-russia-president-of-finland<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.eeas.europa.eu\/eeas\/foreign-affairs-council-press-conference-high-representative-kaja-kallas_en\">www.eeas.europa.eu\/eeas\/foreign-affairs-council-press-conference-high-representative-kaja-kallas_en<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Der Vorteil der Neutralit&auml;t besteht darin, dass sie Abstand und Besonnenheit erfordert.&ldquo; Ein Interview in Br&uuml;ssel mit <strong>Jacques Baud<\/strong>, gef&uuml;hrt von <strong>Thomas Kaiser<\/strong> f&uuml;r <em>Zeitgeschehen im Fokus<\/em>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":100929,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,123,171],"tags":[3223,3580,3360,951,1557,2301,1878,466,309,259,338,2620,922,1800,260,1556,2377,1019],"class_list":["post-155452","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-kampagnentarnworteneusprech","category-militaereinsaetzekriege","tag-baud-jacques","tag-de-banking","tag-europaeische-union","tag-iran","tag-israel","tag-konfrontationspolitik","tag-naher-osten","tag-nato","tag-repressionen","tag-russland","tag-schweiz","tag-selenskyj-wolodymyr","tag-totalitarismus","tag-trump-donald","tag-ukraine","tag-usa","tag-waffenlieferungen","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/230712-36-Pleisweiler-Jacques-Baud-TitelbildA.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155452","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=155452"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155452\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":155577,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155452\/revisions\/155577"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/100929"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=155452"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=155452"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=155452"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}