{"id":155485,"date":"2026-08-30T13:00:15","date_gmt":"2026-08-30T11:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155485"},"modified":"2026-08-30T05:29:12","modified_gmt":"2026-08-30T03:29:12","slug":"wir-sind-eine-menschheit-wir-leben-alle-auf-einem-planeten-zum-vierten-jahrestag-des-todes-von-michail-gorbatschow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155485","title":{"rendered":"\u201eWir sind EINE Menschheit! Wir leben alle auf EINEM Planeten!\u201c \u2013 Zum vierten Jahrestag des Todes von Michail Gorbatschow"},"content":{"rendered":"<p>Seit Gorbatschows Tod am 30. August 2022 habe ich zu diesem Datum jedes Jahr an den Ausnahmepolitiker erinnert, jenen Chef einer Supermacht, der nichts weniger als eine atomwaffen-, nein: gewaltfreie Welt anstrebte. Es ist auch dieses Jahr n&ouml;tig &ndash; um daran zu erinnern, wie weit wir alle schon einmal waren. Und um zu zeigen, zu welchen Prinzipien wir wieder zur&uuml;ckfinden m&uuml;ssen, wenn die Menschheit &uuml;berleben will. Von <strong>Leo Ensel<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><blockquote><p>\n    <em>&bdquo;Sieger ist nicht, wer Schlachten in einem Krieg gewinnt, sondern wer Frieden stiftet!&ldquo;<\/em><br>\n    <em>(Michail Gorbatschow)<\/em><\/p>\n<p>    <em>&bdquo;Ich sehe keine Gegner, kein anderes Land, keine andere Nation, die wir verd&auml;chtigen, sich auf einen Krieg mit uns vorzubereiten. So nehmen wir die Welt heute wahr. Und das l&auml;sst uns hoffen, dass wir uns das Ziel setzen k&ouml;nnen, eine atomwaffenfreie und gewaltfreie Welt zu schaffen, eines der gr&ouml;&szlig;ten Ziele f&uuml;r die gesamte Weltgemeinschaft. Wir haben gen&uuml;gend andere Probleme, mit denen wir uns besch&auml;ftigen m&uuml;ssen. Wir haben uns in einem Wettr&uuml;sten ersch&ouml;pft, das zu nichts anderem als zu einer Vergiftung der Beziehungen f&uuml;hrte, die wir jetzt wiederherstellen m&uuml;ssen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Und:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Eine neue Vision der Welt triumphiert, die &Auml;ra der Konfrontation ist vorbei, die das Gesicht Europas und der Welt pr&auml;gte. Lasst uns ohne Z&ouml;gern daf&uuml;r sorgen, dass gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit allt&auml;glich und selbstverst&auml;ndlich werden in der Kommunikation unserer gro&szlig;en Nationen. M&ouml;ge der auf 20 Jahre geschlossene sowjetisch-deutsche Vertrag zu einem Vertrag &uuml;ber den ewigen Frieden werden!&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>So weit waren wir einmal.<\/p><p>Michail Gorbatschow formulierte diese S&auml;tze als Pr&auml;sident der Sowjetunion am 9. November 1990 &ndash; genau ein Jahr nach dem Mauerfall und einen Monat nach der deutschen Vereinigung &ndash; anl&auml;sslich der Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen <a href=\"http:\/\/www.glasnost.de\/db\/DokAus\/90sow.html\">&bdquo;Vertrag &uuml;ber gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit&ldquo;<\/a> in Bonn.<\/p><p>Heute, im Sommer 2026 &uuml;ber dreieinhalb Jahrzehnte sp&auml;ter, sind wir wieder sternenweit von diesen S&auml;tzen entfernt. Man k&ouml;nnte dar&uuml;ber in Tr&auml;nen ausbrechen und in Verzweiflung geraten, man kann diese S&auml;tze aber auch als &bdquo;Stachel im Fleische der Gleichg&uuml;ltigkeit&ldquo;, als permanenten Ansporn ansehen, sich mit der aktuellen Lage niemals abzufinden! Ich habe mich f&uuml;r Letzteres entschieden.<\/p><p>Im Folgenden stelle ich eine Reihe von Gedanken des Ausnahmepolitikers und -menschen vor, die in der aktuell brandgef&auml;hrlich zugespitzten Konfrontation zwischen dem kollektiven Westen und Russland wieder hilfreich sein k&ouml;nnten.<\/p><p><strong>Verstehen<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Ich begann mein Buch &uuml;ber Perestroika und das neue Denken mit den Worten: &bdquo;Wir wollen verstanden werden.&ldquo; Aber uns wirklich zu verstehen &ndash; uns so zu verstehen, dass man uns glaubt &ndash; erwies sich angesichts des Ausma&szlig;es der Ver&auml;nderungen in unserem Land als alles andere als einfach. Es ist sinnlos und gef&auml;hrlich, Bedingungen zu stellen und zu sagen: &bdquo;Wir werden euch verstehen und euch glauben, sobald ihr, die Sowjetunion, uns, dem Westen, vollkommen gleicht.&ldquo; (<a href=\"https:\/\/www.nobelprize.org\/prizes\/peace\/1990\/gorbachev\/lecture\/\">Nobelpreisrede<\/a>, 5. Juni 1991)<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Frieden<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Frieden bedeutet heute den Aufstieg von blo&szlig;er Koexistenz hin zu Zusammenarbeit und gemeinsamer Kreativit&auml;t zwischen L&auml;ndern und Nationen. Frieden ist eine Bewegung hin zu einer globalen und universellen Zivilisation. Nie zuvor war die Idee, dass Frieden unteilbar ist, so wahr wie heute. Frieden ist nicht Einheit in &Auml;hnlichkeit, sondern Einheit in Vielfalt, im Vergleich und der Vers&ouml;hnung von Unterschieden. Und idealerweise bedeutet Frieden die Abwesenheit von Gewalt. Er ist ein ethischer Wert. (Nobelpreisrede)<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Zur Gewalt in der Politik<\/strong><\/p><blockquote><p>\n    <em>Es ist offensichtlich, da&szlig; Gewalt und Androhung von Gewalt keine Instrumente der Au&szlig;enpolitik mehr sein k&ouml;nnen und d&uuml;rfen. Vor allem trifft dies auf die Kernwaffen zu, aber nicht nur auf sie. Von allen Nationen, vor allem von den St&auml;rksten, wird eine Selbstbeschr&auml;nkung und v&ouml;llige Ausschlie&szlig;ung der Gewaltanwendung von au&szlig;en verlangt. Au&szlig;erdem ist schon heute klar, da&szlig; die Forcierung milit&auml;rischer St&auml;rke keine einzige Gro&szlig;macht allm&auml;chtig macht. Mehr noch, die einseitige Orientierung auf milit&auml;rische St&auml;rke schw&auml;cht letzten Endes die anderen Komponenten der nationalen Sicherheit. (<a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/sites\/default\/files\/downloads\/zurueck\/zurueckgeblaettert_202210.pdf\">Rede vor der UNO<\/a>, 7. Dezember 1988)<\/em><\/p>\n<p>    <em>Verzicht auf Gewalt ist f&uuml;r mich eine der Grundlagen einer neuen, humanistischen Zivilisation, die die besten K&ouml;pfe der Menschheit anstrebten und anstreben. Ich halte das Prinzip der Gewaltfreiheit f&uuml;r universell. (<a href=\"https:\/\/www.beneventopublishing.com\/benevento\/produkt\/kommt-endlich-zur-vernunft-nie-wieder-krieg\/\">Gespr&auml;ch mit Franz Alt<\/a>, 2017)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Dialog<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Und nat&uuml;rlich meine ich in erster Linie den politischen Dialog &ndash; einen intensiveren und offeneren Dialog, der auf das Wesen von Problemen, nicht auf Konfrontation, nicht auf den Austausch von Beschuldigungen, sondern auf den Austausch von konstruktiven Gedanken gerichtet ist. Ohne politischen Dialog kommt der Verhandlungsproze&szlig; nicht voran. (Rede vor der UNO)<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Die Atomwaffen<\/strong><\/p><blockquote><p>\n    <em>Der militaristischen Doktrin, die auf der Politik der St&auml;rke beruhte, stellten wir die Konzeption des Interessenausgleichs und der gleichen Sicherheit f&uuml;r alle gegen&uuml;ber. (<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Unsere-Wege-treffen-sich-Horizont\/dp\/3442755425\">Gespr&auml;ch mit Daisaku Ikeda<\/a>, 1998)<\/em><\/p>\n<p>    <em>Wir erkannten, dass die nukleare Gefahr unser gemeinsamer Feind, eine gemeinsame Bedrohung war. Daraufhin erkl&auml;rten die Staatschefs der UdSSR und der USA, dass ein Atomkrieg inakzeptabel und nicht zu gewinnen sei. Reykjavik folgte, und dann die ersten Vertr&auml;ge zur Abschaffung von Atomwaffen. Inzwischen sind 85 Prozent dieser Atomwaffenarsenale zerst&ouml;rt. Wir m&uuml;ssen diesen Weg weitergehen. Doch wir sehen, dass neue Herausforderungen entstanden sind. (<a href=\"https:\/\/www.gorby.ru\/presscenter\/2020\/04\/post_3296\">Interview mit Interfax<\/a>, April 2020)<\/em><\/p>\n<p>    <em>Keine Herausforderung oder Bedrohung, der die Menschheit im 21. Jahrhundert gegen&uuml;bersteht, kann milit&auml;risch gel&ouml;st werden. Kein gro&szlig;es Problem kann von einem Land oder einer Gruppe von L&auml;ndern im Alleingang gel&ouml;st werden. Solange es Atomwaffen gibt, besteht die Gefahr eines Atomkriegs. Es kann kein anderes Endziel geben als die Abschaffung der Atomwaffen. Aber das Gerede von einer Welt ohne Atomwaffen &ndash; und alle L&auml;nder, einschlie&szlig;lich der USA, geben weiterhin Lippenbekenntnisse zu diesem Ziel ab &ndash; wird eine leere Phrase bleiben, wenn die derzeitige Militarisierung der Weltpolitik und des politischen Denkens nicht &uuml;berwunden wird. Heute ist es besonders relevant, dass keine Seite milit&auml;rische &Uuml;berlegenheit anstreben darf. (&bdquo;Politisches Testament&ldquo;, <a href=\"https:\/\/globalaffairs.ru\/articles\/ponyat-perestrojku\/\">Russia in Global Affairs<\/a>, 2021)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Die Vereinten Nationen<\/strong><\/p><blockquote><p>\n    <em>Unserer Ansicht nach ist es notwendig, da&szlig; die Staaten ihre Beziehungen zu einem so einmaligen Instrument wie der UNO, ohne die die Weltpolitik bereits nicht mehr vorstellbar ist, &uuml;berdenken. Eine der bittersten und wichtigsten Lehren ist die lange Liste vertaner M&ouml;glichkeiten und &ndash; als Folge davon &ndash; das sinkende Ansehen der UNO in einer gewissen Etappe sowie die Ergebnislosigkeit vieler ihrer Versuche, zu handeln.<\/em><\/p>\n<p>    <em>Unser Ideal ist eine Weltgemeinschaft von Rechtsstaaten, die auch ihrer Au&szlig;enpolitik Rechtsprinzipien zugrunde legen. Unter den Bedingungen des Nuklearzeitalters darf das V&ouml;lkerrecht nicht durch Zwang durchgesetzt werden, sondern mu&szlig; auf Normen basieren, die der Interessenbalance der Staaten Rechnung tragen. Die internationalen Beziehungen werden die echten Interessen der V&ouml;lker nur dann vollst&auml;ndig widerspiegeln und zuverl&auml;ssig der Sache ihrer gemeinsamen Sicherheit dienen, wenn der Mensch mit seinen Sorgen, Rechten und Freiheiten im Mittelpunkt steht. Unser Credo lautet insgesamt folgenderma&szlig;en: Politische Probleme sind nur mit politischen Mitteln und menschliche nur menschlich zu l&ouml;sen. (Rede vor der UNO)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Ein neuer Sicherheitsbegriff<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Wir m&uuml;ssen die Weltpolitik, die internationalen Beziehungen und das politische Denken entmilitarisieren. Wir m&uuml;ssen die Budgets von milit&auml;rischen Zwecken hin zu solchen umverteilen, die mit der menschlichen Sicherheit zusammenh&auml;ngen. Der Sicherheitsbegriff selbst muss neu gedacht werden! Sicherheit bedeutet in erster Linie, den Menschen Nahrung, Wasser (das bereits knapp ist), eine gesunde Umwelt und nat&uuml;rlich die absolute Priorit&auml;t der menschlichen Gesundheit zu gew&auml;hrleisten. (<a href=\"https:\/\/www.gorby.ru\/presscenter\/2020\/04\/post_3296\">Interview mit Interfax<\/a>, April 2020)<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Die globalisierte Welt<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Wir leben in einer globalisierten Welt, haben sie aber noch nicht v&ouml;llig verstanden, haben nicht gelernt, wie wir alle darin gut leben k&ouml;nnen. Wir sind EINE Menschheit! Wir leben alle auf EINEM Planeten! (<a href=\"https:\/\/www.penguin.de\/buecher\/michail-gorbatschow-was-jetzt-auf-dem-spiel-steht\/buch\/9783827501288\">&bdquo;Was jetzt auf dem Spiel steht&ldquo;<\/a>, September 2019)<\/em><\/p>\n<p><em>Moral, universelle Werte, Achtung vor dem Individuum, vor der W&uuml;rde des Menschen &ndash; all das muss zu einem integralen Bestandteil der Weltpolitik werden. (Gespr&auml;ch mit Franz Alt)<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Ideologie<\/strong><\/p><blockquote><p>\n    <em>Ich bin kategorisch gegen eine Politik und eine Ideologie, die das Leben und das Gl&uuml;ck der Menschen einer abstrakten Idee zum Opfer bringen. Da macht es f&uuml;r mich auch keinen Unterschied, unter welcher Losung man den Menschen das Gl&uuml;ck raubt. Wir haben auf das ideologische Vorgehen verzichtet, um zu moralischem Vorgehen zu gelangen.<\/em><\/p>\n<p>    <em>Mein Gro&szlig;vater sagte mitten in einer heftigen ideologischen Kampagne: &bdquo;Was der Mensch braucht, ist vor allem ein Paar bequeme Schuhe.&ldquo; (Gespr&auml;ch mit Daisaku Ikeda)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Religion<\/strong><\/p><blockquote><p>\n    <em>Der Mensch muss sich auf etwas Gro&szlig;es, etwas Unersch&uuml;tterliches st&uuml;tzen k&ouml;nnen. Ich bin selbst nicht religi&ouml;s, doch ich kann verstehen, warum man Halt bei Gott sucht.<\/em><\/p>\n<p>    <em>Vielleicht liegt hier das Geheimnis aller Religionen, ihre Gemeinsamkeit: Nicht das Ritual, die Zeremonie, die Liturgie sind wichtig, sondern die Stimme des Gewissens. Gewissen ist nicht materialistisch zu erkl&auml;ren. Es ist m&ouml;glicherweise das wichtigste Argument daf&uuml;r, dass der Mensch eine Seele hat. Den Menschen nach dieser Logik zu retten hei&szlig;t, seine Seele zu retten. So habe ich die Bergpredigt verstanden: Der Mensch soll lernen, die dunkle Seite seiner Seele unter Kontrolle zu bringen.<\/em><\/p>\n<p>    <em>Ich denke, dass es in der Tiefe der menschlichen Seele ein urspr&uuml;ngliches Zusammengeh&ouml;rigkeitsgef&uuml;hl zum Menschengeschlecht gibt. Um des k&uuml;nftigen Weltfriedens willen muss man dieses globale Bewusstsein in jedem Menschen kultivieren. Darin liegt der Schl&uuml;ssel zum Kosmopolitismus, zur &Uuml;berwindung der nationalen Feindschaft, die Kriege hervorbringt. (Gespr&auml;ch mit Daisaku Ikeda)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Das XXI. Jahrhundert<\/strong><\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Das XXI. Jahrhundert wird entweder das Jahrhundert der totalen Versch&auml;rfung der t&ouml;dlichen Krise oder ein Jahrhundert der moralischen L&auml;uterung und spirituellen Erholung der Menschheit sein. Ihre umfassende Wiederbelebung. Ich bin &uuml;berzeugt, dass wir alle &ndash; alle vern&uuml;nftigen politischen Kr&auml;fte, alle spirituellen und ideologischen Bewegungen, alle Konfessionen &ndash; aufgerufen sind, diesen &Uuml;bergang, den Sieg der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit zu erm&ouml;glichen. Damit das XXI. Jahrhundert ein Jahrhundert der Wiederbelebung, ein Jahrhundert des Menschen wird.&ldquo; (Leitprinzip der <a href=\"https:\/\/www.gorby.ru\/\">Gorbatschow Foundation<\/a>, Moskau)<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Die wachsende Kriegsgefahr<\/strong><\/p><blockquote><p>\n    <em>Wenn angesichts dieser angeheizten Stimmung einer die Nerven verliert, werden wir die n&auml;chsten Jahre nicht &uuml;berleben. Ich sage so etwas nicht leichtfertig. Ich mache mir wirklich allergr&ouml;&szlig;te Sorgen. (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/gorbatschow-warnt-vor-grossem-krieg-in-europa-a-1012201.html\">Interview mit dem Spiegel<\/a>, Januar 2015)<\/em><\/p>\n<p>    <em>Die heutigen milit&auml;rischen Aktivit&auml;ten &auml;hneln zunehmend den Vorbereitungen auf einen echten Krieg. Das Ziel der US-Au&szlig;enpolitik besteht darin, neue Atomwaffen f&uuml;r einen flexibleren Einsatz zu entwickeln. Was nichts anderes bedeutet, als die Schwelle f&uuml;r den Atomwaffeneinsatz stetig zu senken. Die Welt steht vor einer akuten unkontrollierbaren milit&auml;rischen und politischen Konfrontation der beiden f&uuml;hrenden Weltm&auml;chte. Alle bisher geschaffenen Mechanismen zur Friedenssicherung sind entweder besch&auml;digt, gelockert oder bedroht. (<a href=\"https:\/\/www.penguin.de\/buecher\/michail-gorbatschow-was-jetzt-auf-dem-spiel-steht\/buch\/9783827501288\">&bdquo;Was jetzt auf dem Spiel steht&ldquo;<\/a>, September 2019)<\/em><\/p>\n<p>    <em>Immer h&auml;ufiger h&ouml;rt man Stimmen, die einen Krieg und die Anwendung von Gewalt f&uuml;r akzeptabel halten. Wieder wird das Loblied auf Atomwaffen gesungen. Es liegt Krieg in der Luft! Um der Macht willen sind die Falken zu allem bereit. Wenn die Folge der Politik Krieg ist, dann nieder mit dieser Politik! Kommt endlich zur Vernunft. H&ouml;rt auf! Jede Aktion ist zu stoppen, die uns einer Katastrophe n&auml;her bringt &ndash; das ist das Gebot f&uuml;r verantwortungsvolle Politiker. (<a href=\"https:\/\/novayagazeta.ru\/articles\/2020\/03\/12\/84283-esli-sledstvie-politiki-voyna-to-doloy-takuyu-politiku\">Novaja Gaseta<\/a>, M&auml;rz 2020)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Zur deutschen Ukrainepolitik<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Das neue Deutschland will sich &uuml;berall einmischen. In Deutschland m&ouml;chten anscheinend viele bei der neuen Teilung Europas mitmachen. Deutschland hat im Zweiten Weltkrieg schon einmal versucht, seinen Machtbereich nach Osten zu erweitern. Welche Lektion braucht es noch? (Interview mit dem Spiegel)<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Eine neue europ&auml;ische Sicherheitsarchitektur<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Was Europa angeht, so ist es an der Zeit, einen neuen Gro&szlig;en Vertrag zur Modernisierung des europ&auml;ischen Sicherheitssystems zuwege zu bringen. Dieses &auml;u&szlig;erst wichtige Dokument muss auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs aufgesetzt und beschlossen werden &ndash; so, wie es 1975 in Helsinki und 1990 in Paris der Fall war. Eine neue Sicherheitsarchitektur muss her. (Gespr&auml;ch mit Franz Alt)<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Die Rolle der Friedenbewegung<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Ich erinnere mich gut an die lautstarke Stimme der Friedensbewegung gegen Krieg und Atomwaffen in den 1980er-Jahren. Diese Stimme wurde geh&ouml;rt! (Gespr&auml;ch mit Franz Alt)<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Krieg<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Krieg ist eine Niederlage, ein politisches Versagen! Es ist sinnlos, sich zu verstecken, abzuwarten oder Bedrohungen zu ignorieren. Niemand kann sich mehr verstecken! (Interview mit Interfax)<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Die Bedeutung jedes Einzelnen<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Meine dringlichste Botschaft lautet: Es ist an der Zeit, dass jeder Mensch und jede Nation ihre Rolle in der globalen Entwicklung &uuml;berdenkt. Jeder muss sich einbringen. Jeder hat eine Aufgabe zu erf&uuml;llen. Erst das pers&ouml;nliche Engagement jedes Einzelnen wird es erm&ouml;glichen, dass auf der Erde eine neue Zivilisation gedeihen kann. (<a href=\"https:\/\/www.goldenshore.de\/produkt\/essential-thoughts-mikhail-gorbachev\">Essential Thoughts<\/a>, 2019)<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Und heute?<\/strong><\/p><p>Machen wir uns noch einmal die gewaltige Chance klar, die sich damals einen Wimpernschlag der Geschichte lang f&uuml;r den gesamten Planeten er&ouml;ffnet hatte: Mit Michail Gorbatschow war Mitte der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts ein Mann an die Spitze einer Supermacht gelangt, der nicht nur national, sondern wahrhaft global dachte und nichts weniger anstrebte als eine atomwaffen-, nein: gewaltfreie Welt. Seit John F. Kennedys ber&uuml;hmter <a href=\"https:\/\/www.jfklibrary.org\/archives\/other-resources\/john-f-kennedy-speeches\/american-university-19630610?__cf_chl_f_tk=fIkxAaKvYfhhYv2tbTXNlf.XvTa0kz0ZrntqUq8fPLE-1783238257-1.0.1.1-XfhRBmJBubMGhgVbkikFX3xpJ.4IW8nHTFbY4jqv2g4\">&bdquo;Strategy of Peace&ldquo;<\/a>-Rede vom 10. Juni 1963 an der American University in Washington hatte die Welt von einem f&uuml;hrenden Staatsmann solche Worte nicht mehr geh&ouml;rt!<\/p><p>Danach leider auch nicht mehr.<\/p><p>PS:<\/p><p>Ob Michail Gorbatschow auch &uuml;ber seinen Tod hinaus wirksam bleibt, das liegt nun einzig und allein an uns! (Oder, um ihn selbst noch einmal zu zitieren: <em>&bdquo;Jeder muss sich einbringen. Jeder hat eine Aufgabe zu erf&uuml;llen. Erst das pers&ouml;nliche Engagement jedes Einzelnen wird es erm&ouml;glichen, dass auf der Erde eine neue Zivilisation gedeihen kann.&ldquo;<\/em>)<\/p><p><em>Mit freundlicher Genehmigung von <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/wir-sind-eine-menschheit-wir-leben-alle-auf-einem-planeten-zum-vierten-jahrestag-des-todes-von-michail-gorbatschow\/\">Globalbridge<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Screenshot Ralf Eger<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Gorbatschows Tod am 30. August 2022 habe ich zu diesem Datum jedes Jahr an den Ausnahmepolitiker erinnert, jenen Chef einer Supermacht, der nichts weniger als eine atomwaffen-, nein: gewaltfreie Welt anstrebte. Es ist auch dieses Jahr n&ouml;tig &ndash; um daran zu erinnern, wie weit wir alle schon einmal waren. Und um zu zeigen, zu<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155485\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":138195,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198,170,212],"tags":[1519,2013,1101,1120,1903,2276,1644,639],"class_list":["post-155485","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-friedenspolitik","category-gedenktagejahrestage","tag-atomwaffen","tag-entspannungspolitik","tag-europaeischer-gedanke","tag-friedensbewegung","tag-gemeinwohl","tag-globalisierung","tag-gorbatschow-michail","tag-uno"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/250830-Ensel-Gorbatschow-und-Goedelitz-Titelbild.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155485","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=155485"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155485\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":155563,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155485\/revisions\/155563"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/138195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=155485"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=155485"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=155485"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}