{"id":155605,"date":"2026-09-01T09:00:50","date_gmt":"2026-09-01T07:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155605"},"modified":"2026-09-01T09:18:15","modified_gmt":"2026-09-01T07:18:15","slug":"wir-sind-die-guten-gesinnungsethisch-in-den-untergang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155605","title":{"rendered":"\u201eWir sind die Guten\u201c \u2013 gesinnungsethisch in den Untergang"},"content":{"rendered":"<p>Die europ&auml;ischen NATO- und EU-Staaten haben es nach &uuml;ber vier Jahren Krieg immer noch nicht vermocht, mit einer realistischen Friedensperspektive das Zepter f&uuml;r eine neue gesamteurop&auml;ische Sicherheitsarchitektur &ndash; von Europa f&uuml;r (Gesamt-)Europa &ndash; in die Hand zu nehmen. Stattdessen wird an der alten, nunmehr &uuml;berkommenen Ordnungsvorstellung f&uuml;r Europa, den Westen und die Welt krampfhaft und ideologisch determiniert festgehalten &ndash; dies zeigt nicht zuletzt erneut die NATO-Gipfelerkl&auml;rung von Ankara. Die Rollenzuteilungen (Gut und B&ouml;se) und das damit einhergehende Blockdenken erscheinen alternativlos. Ein gef&auml;hrlicher Trugschluss mit der wachsenden Gefahr unseres Untergangs. Von <strong>Alexander Neu<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDer Krieg in und um die Ukraine tobt nun seit &uuml;ber viereinhalb Jahren. Die Kriegsdynamik hat in den letzten Monaten an destruktiver Kraft hinzugewonnen. Mehr und mehr w&auml;chst das Potenzial eines milit&auml;rischen Schlagabtausches zwischen der NATO und der Russischen F&ouml;deration. J&uuml;ngst fand ein umfassendes NATO-Man&ouml;ver in der Ostsee nahe der russischen Exklave Kaliningrad statt. Die NATO wollte Moskau damit &bdquo;nur&ldquo; warnen. Und die Russen warnen ihrerseits die NATO mit milit&auml;rischen Drohgeb&auml;rden und scharfer Rhetorik. Das ist das klassische Rezept f&uuml;r den unbeabsichtigten Kriegseintritt: Jede Seite &bdquo;warnt nur&ldquo;, &bdquo;rasselt nur mit dem S&auml;bel&ldquo;, will &bdquo;nur abschrecken&ldquo;, verh&auml;lt sich &bdquo;nur defensiv&ldquo; nach eigener Wahrnehmung, womit die Eskalation an Fahrt gewinnt.<\/p><p>Es verdichten sich die Hinweise, dass Moskau nicht nur die milit&auml;rische Logistik f&uuml;r die Lieferung weitreichender Waffensysteme in der Ukraine, sondern auch in den Produktionsl&auml;ndern wie Gro&szlig;britannien und Deutschland angreifen k&ouml;nnte. Der pl&ouml;tzliche Besuch des CIA-Chefs Ratcliffe in Moskau am 25. August n&auml;hrt viele Spekulationen &uuml;ber die Motive und die Ergebnisse: Das Spekulationsspektrum reicht von der expliziten Warnung der USA an Russland, nicht die NATO hinsichtlich der Zuverl&auml;ssigkeit des Artikels 5 &bdquo;auszutesten&ldquo;, &uuml;ber die US-Akzeptanz selektiver russischer Schl&auml;ge auf sensible Ziele in Europa bis hin zur Akzeptanz des russischen Sieges in der Ukraine mit all seinen oder der drohende Hinweis auf eine russische Niederlage mit all ihren Folgen. Ob die europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten &uuml;ber den Ad-hoc-Besuch des US-Amerikaners in Moskau vorab informiert wurden, ist ebenso unklar wie die in Moskau besprochenen Inhalte.<\/p><p><strong>Zwei divergierende Narrative zum Krieg<\/strong><\/p><p>Die von Anfang des Krieges bis heute voneinander divergierenden Narrative &uuml;ber das Kriegsmotiv der Russischen F&ouml;deration plus die &uuml;berschaubaren russischen Raumgewinne haben die antagonistischen Positionen nicht aufgeweicht, sondern zementiert.<\/p><ul>\n<li>Das westliche Narrativ lautet etwas holzschnittartig dargestellt: Es handelt sich um einen brutalen, unprovozierten und durch nichts zu rechtfertigen Angriff des autorit&auml;ren und imperialistischen Russlands auf den souver&auml;nen, demokratischen und mit westlichen Werten ausgestatten Staat Ukraine. Russland wolle sein post-sowjetisches Imperium wiederherstellen. Nach dem Fall der Ukraine w&uuml;rden weitere europ&auml;ische Staaten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Objekt russischer Territorialgel&uuml;ste. Die Ukraine verteidige sodann nicht nur ihr Staatsgebiet, sondern europ&auml;ische Werte und Europa als Ganzes. Daher m&uuml;sse Europa, m&uuml;sse der Westen geschlossen sein und geschlossen die Ukraine unterst&uuml;tzen &ndash; &bdquo;whatever it takes&ldquo;, so Kanzler Merz.<\/li>\n<li>Das russische Narrativ &ndash; ebenfalls holzschnittartig ausgef&uuml;hrt &ndash; hingegen spricht von einer europ&auml;ischen Sicherheitsarchitektur ohne oder gar gegen Russland. Die NATO- und EU-Erweiterungen nicht nur in den Post-Warschauer-Vertrag-Raum, sondern auch in den post-sowjetischen Raum hinein ohne R&uuml;cksichtnahme auf legitime russische Sicherheitsinteressen seien exklusiv und gegen Russland als europ&auml;ische Macht gerichtet. Versprechungen seien gebrochen und in den letzten drei Jahrzehnten einhegende politische und milit&auml;risch-infrastrukturelle Ma&szlig;nahmen gegen Russland ergriffen worden.<\/li>\n<\/ul><p>Das uneingeschr&auml;nkte Festhalten beider Konfliktseiten an ihren divergierenden, ja in ihren Konsequenzen quasi antagonistischen Narrativen haben eine diplomatische L&ouml;sung bislang verhindert. Mehr noch: Selbst die strukturellen Voraussetzungen einer Verst&auml;ndigung wurden, und das ist wohl leider so, insbesondere von europ&auml;ischer Seite gekappt &ndash; die Kommunikationskan&auml;le zwischen den europ&auml;ischen Hauptst&auml;dten und Moskau. Somit handeln beide Seiten nur noch eskalativ, ohne jegliche Kommunikationen mit der Gegenseite. Nur die USA unterhalten nach wie vor zumindest nachrichtendienstliche Kommunikationskan&auml;le mit Moskau. Angesichts der diplomatischen Nichtkommunikation sind die europ&auml;ischen Unterst&uuml;tzerstaaten der Ukraine in der Frage einer m&ouml;glichen diplomatischen L&ouml;sung des Krieges raus. Das einzige Instrument, was ihnen selbstverschuldet verbleibt, ist die versuchte Einflussnahme auf die US-Administration, mithin das Mitverhandeln via Trump-Administration; beispielhaft das Aufschlagen europ&auml;ischer Staats- und Regierungschefs in Washington wenige Tage nach dem Anchorage-Treffen im August 2025 zwischen Trump und Putin.<\/p><p><strong>Wir sind die Guten &ndash; egal, was passieren mag<\/strong><\/p><p>Warum aber werden die Kommunikationskan&auml;le gekappt, warum werden keine eigenen diplomatischen Initiativen ergriffen, sondern wird im Gegenteil durch Waffenlieferungen mit gro&szlig;en Reichweiten die Eskalation zwischen Russland und Europa geradezu heraufbeschworen? Warum wird verbal eskaliert mit in jeglicher Hinsicht inakzeptablen &Auml;u&szlig;erungen, die eine diplomatische L&ouml;sung geradezu verhindern? So beispielsweise die Aussagen des deutschen Au&szlig;enministers, Russland bleibe &bdquo;f&uuml;r immer unser Feind&ldquo;, oder die Aussage des Kanzlers, die &bdquo;diplomatischen Mittel&ldquo; seien &bdquo;ausgesch&ouml;pft&ldquo;, was bei genauer Wortbedeutung nur noch die Fortsetzung der Politik mit milit&auml;rischen Ma&szlig;nahmen im Clausewitz&lsquo;schen Sinne bedeutet? Es handelt sich hierbei nicht um irgendwelche Stammtischparolen nach ein paar Bierchen, sondern um Aussagen deutscher Politikentscheider.<\/p><p>Deutschland kann doch nicht ernsthaft auf Stammtischniveau regiert werden! Wie verantwortungsbewusst handeln Kanzler und Au&szlig;enminister? Sind sie gem&auml;&szlig; dem Grundgesetz dem Wohle des deutschen Volkes und Deutschlands verpflichtet, oder folgen sie lediglich ihrem ideologischen Kompass, ihren weltanschaulichen Stereotypen, ihren Emotionen? Die oben zitierten Aussagen legen ein gesinnungsethisches &ndash; mithin ideologisch determiniertes &ndash; Politikverst&auml;ndnis eher nahe als ein verantwortungsethisches. Mit diesem Politikverst&auml;ndnis sind sie und alle &uuml;brigen politischen Entscheider und Repr&auml;sentanten, die dieses infantile Verst&auml;ndnis teilen, fehl am Platz. Nicht Gesinnung, sondern Verantwortung ist die entscheidende Richtschnur f&uuml;r politische Entscheider. Gesinnung ist Privatsache. Wer Gesinnung und Ideologie &uuml;ber die Verantwortung f&uuml;r das Land und seiner Menschen erhebt, handelt verantwortungslos. In den H&auml;nden der Bundesregierung liegt das Wohl und Wehe, das Leben von 83 Millionen Menschen in Deutschland. Deutschland ist kein Stammtisch!<\/p><p>Das gesinnungsethische Politikverst&auml;ndnis gro&szlig;er Teile der politischen Klasse in Deutschland und in Europa reduziert sich auf das dichotomische und unterkomplexe Verst&auml;ndnis des &bdquo;Wir sind die Guten&ldquo;. Und weil wir &bdquo;die Guten&ldquo; sind, muss es ein &bdquo;B&ouml;ses&ldquo; als Antipoden geben. Facetten gibt es ebenso wenig wie ein g&auml;nzlich anderes kognitives Koordinatensystem. Und die &bdquo;B&ouml;sen&ldquo; sind all jene, die sich nicht unseren Ordnungsvorstellungen und Weisungen unterordnen &ndash; kurzum der gro&szlig;e Rest der Welt.<\/p><p>Dieses gesinnungsethische Politikverst&auml;ndnis der zivilisatorischen &Uuml;berlegenheitsideologie konnte geschichtlich &uuml;ber Jahrhunderte in Form des Kolonialismus (und des semi-kolonialistischen Postkolonialismus) praktiziert werden. Herausgefordert und geographisch begrenzt wurde sie nur von der marxistischen Ideologie im 20. Jahrhundert. Erst nach dem Ende der ideologisch basierten Ost-West-Konfrontation konnte sich die zivilisatorische &Uuml;berlegenheitsideologie nochmals f&uuml;r nahezu drei Dekaden die Welt unterordnen &ndash; es war die Epoche der Unipolarit&auml;t der globalen &bdquo;Pax Americana&ldquo;: Die Behauptung vom &bdquo;<em>Ende der Geschichte<\/em>&ldquo; &ndash; endg&uuml;ltiger Sieg des westlichen Gesellschafts-, Wirtschafts- und Politikmodells und somit das Ende der sozialen Evolution &ndash; des US-amerikanischen Politikwissenschaftlers Francis Fukuyama ist ein konstitutives Element der westlichen &Uuml;berlegenheitsideologie (&bdquo;Wir sind die Guten&ldquo;) des sp&auml;ten 20. und fr&uuml;hen 21. Jahrhunderts.<\/p><p>Dementsprechend gelten die Pflichten des V&ouml;lkerrechts nur f&uuml;r die &bdquo;B&ouml;sen&ldquo;, mithin dem Rest der Welt. Wir, die &bdquo;Guten&ldquo;, stehen dar&uuml;ber, m&uuml;ssen bedauerlicherweise sogar dar&uuml;berstehen, um das &bdquo;Gute&ldquo; vor dem &bdquo;B&ouml;sen&ldquo; effektiv zu sch&uuml;tzen. Das scheint die politische Philosophie nicht nur US-amerikanischer Neocons zu sein, sondern auch das handlungsleitende Selbstverst&auml;ndnis bestimmender Teile der politischen Klasse des Westens insgesamt. Robert Kagan, einflussreicher US-Neocon und nebenbei Ehemann von &bdquo;Fuck-the-EU&ldquo;-Victoria Nuland, hat genau dieses Selbstverst&auml;ndnis der zivilisatorischen &Uuml;berlegenheit des Westens sehr eindr&uuml;cklich in seinem Werk &bdquo;<em>Macht und Ohnmacht &ndash; Amerika und Europa in der neuen Weltordnung<\/em>&ldquo; zur Hochzeit der unipolaren Weltordnung herausgearbeitet: Wir sind das &bdquo;Paradies&ldquo;, der Rest der Welt ist lediglich &bdquo;Dschungel&ldquo; mit Dschungelgesetzen &ndash; entsprechend m&uuml;sse das V&ouml;lkerrecht anders, n&auml;mlich durch angewandte Doppelmoral verstanden werden. Praktizierte Doppelstandards bzw. Doppelmoral werden in seinem Werk explizit als Instrument westlicher Machtpolitik beschrieben &ndash; der Zweck heiligt halt die Mittel.<\/p><p>Dass der Westen Jugoslawien mit v&ouml;lkerrechtlichen Doppelstandards (mal galt die territoriale Integrit&auml;t, mal das Selbstbestimmungsrecht, so wie es gerade zur Machtprojektion passte) zerlegte, ist sodann kein Zufall. Das westliche Handeln ist nicht nur blo&szlig;e &Uuml;berlegenheitsphantasie, sondern eine &uuml;ber Jahrhunderte gefestigte zivilisatorische &Uuml;berlegenheitsideologie der westlichen Welt gegen&uuml;ber dem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138680\">Rest der Welt<\/a>. Nur so ist eben zu verstehen, dass es schlechte und gute Opfer von Krieg und Gewalt gibt; dass es b&ouml;se Kriegsherren, weil die H&ouml;lle, und gute Kriegsherren, weil das Paradies anstrebend gibt; dass es akzeptable und leider unvermeidliche (wo gehobelt wird, fallen auch Sp&auml;ne) &bdquo;Kollateralsch&auml;den&ldquo; und b&ouml;se Kriegsverbrechen gibt, weil das das Wesen des &bdquo;B&ouml;sen&ldquo; ist; dass es gute und b&ouml;se Bomben gibt und so weiter.<\/p><p>Und dieses dichotomische Denken erkl&auml;rt auch die Kommunikationsverweigerung gegen&uuml;ber dem, was man als &bdquo;B&ouml;se&ldquo; bezeichnet. Das &bdquo;B&ouml;se&ldquo; hat keinen Anspruch auf Gespr&auml;che, schon gar nicht auf Augenh&ouml;he, es hat keinen Anspruch auf Rechte oder Gleichbehandlung. Es hat sich dem &bdquo;Guten&ldquo; zu f&uuml;gen. Tut es das nicht, wird entsprechend gehandelt &ndash; im Zweifel mit milit&auml;rischen Mitteln. Dieser Ansatz mag eine Zeit lang &ndash; der Phase der unipolaren Weltordnung &ndash; funktioniert haben.<\/p><p><strong>Ende der globalen &bdquo;Pax Americana&ldquo; &ndash; die Karten werden mit Blut und Eisen neu gemischt<\/strong><\/p><p>Nun jedoch befinden wir uns in einer &Uuml;bergangphase, dem Interregnum. Die unipolare Weltordnung ist vorbei. Die Zeit des Westens als jahrhundertelanger exklusiver Gestalter der Weltpolitik ist vor&uuml;ber &ndash; ungeachtet dessen, ob wir das gut oder schlecht finden, ungeachtet dessen, ob wir das zur Kenntnis nehmen oder uns dieser Erkenntnis verweigern. Die westliche &Uuml;berlegenheitsideologie &uuml;berlebt ihre materielle Grundlage noch eine Zeit lang. Irgendwann wird der Widerspruch &ndash; insbesondere in Europa &ndash; trotz aller Rhetorik jedoch nicht mehr zu &uuml;berdecken sein. Je eher diese Erkenntnis durchdringt, desto besser f&uuml;r den gesamten Planeten. Daher ist das fortgesetzte Blockdenken mindestens kontraproduktiv, eher sogar konflikteskalierend. Nachhaltige und ehrliche Diplomatie, Arrangements und mindestens friedliche Koexistenz sind fortan unumg&auml;nglich.<\/p><p>Die multipolare Welt befindet sich in der Entwicklung, wobei die genaue Strukturierung noch undeutlich ist. Deshalb ist es naheliegend, gegenw&auml;rtig eher von einer blutigen Weltunordnungsphase denn einer neuen Weltordnung zu sprechen:<\/p><p>Der Krieg um die Ukraine, die Kriege im Nahen und Mittleren Osten, die Einschn&uuml;rung Cubas, die US-Macht&uuml;bernahme in Venezuela sind alles konkrete Ausdrucksformen ein und desselben Epochenwandels. Die interessanteste weil menschliche Schicksalsfrage lautet: Bleibt der blutige Epochenwandel konventionell, oder wird er nuklear und somit wohlm&ouml;glich der letzte menschliche Epochenwandel sein?<\/p><p>Um nichts Geringeres geht es derweil in der Weltpolitik. Und um nichts Geringeres hat sich eine verantwortungsvolle Bundesregierung im Sinne der Sicherheit Deutschlands und mit den anderen europ&auml;ischen Regierungen f&uuml;r die Sicherheit Europas zu k&uuml;mmern, statt durch unbedachte oder ideologisch verblendete &Auml;u&szlig;erungen und Kommunikationsverweigerung das Eskalationsspiel mitvoranzutreiben.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Es ist eine Minute vor 12 Uhr. Es k&ouml;nnte f&uuml;r die Menschen nicht schlechter sein als gerade jetzt, gesinnungsethisch geleitete Akteure in der Regierungsverantwortung zu sehen.<\/p><p>Und Moskau? Die Russen haben dasselbe Recht, von ihren Politikentscheidern rationale und verantwortungsethische Entscheidungen zu erwarten. Es geht auch um ihr Leben. Der Westen und Russland haben eine Verantwortung f&uuml;r das Leben des gesamten Globus. Niemand hat sie legitimiert, diesen Globus zu zerst&ouml;ren.<\/p><p>Der Krieg muss beendet werden &ndash; jetzt. Diplomatie muss nun L&ouml;sungen hervorbringen, die die legitimen Sicherheitsinteressen aller europ&auml;ischen Staaten ber&uuml;cksichtigt und sodann eine nachhaltige gesamteurop&auml;ische Sicherheitsarchitektur begr&uuml;nden kann. Dies kann nur von politischen Verantwortungsethikern geleistet werden.<\/p><p><small>Titelbild: Prazis Images \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/ee54283b72f74586b5baeeaecdfdc609\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die europ&auml;ischen NATO- und EU-Staaten haben es nach &uuml;ber vier Jahren Krieg immer noch nicht vermocht, mit einer realistischen Friedensperspektive das Zepter f&uuml;r eine neue gesamteurop&auml;ische Sicherheitsarchitektur &ndash; von Europa f&uuml;r (Gesamt-)Europa &ndash; in die Hand zu nehmen. 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