{"id":155656,"date":"2026-09-02T14:00:57","date_gmt":"2026-09-02T12:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155656"},"modified":"2026-09-02T14:58:46","modified_gmt":"2026-09-02T12:58:46","slug":"eine-strategie-der-spannung-fuer-den-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155656","title":{"rendered":"Eine Strategie der Spannung f\u00fcr den Krieg"},"content":{"rendered":"<p>Ohne Belege, ohne NATO-Konsultationen und mit der Drohung, russische Schiffe aufzubringen: Berlin antwortet auf Leipzig mit einem Bruch der Beziehungen &ndash; und &ouml;ffnet selbst den Raum f&uuml;r Spekulationen. Von <strong>Sevim Dagdelen<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7602\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-155656-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260902-Strategie-der-Spannung-fuer-den-Krieg-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260902-Strategie-der-Spannung-fuer-den-Krieg-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260902-Strategie-der-Spannung-fuer-den-Krieg-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260902-Strategie-der-Spannung-fuer-den-Krieg-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=155656-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260902-Strategie-der-Spannung-fuer-den-Krieg-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260902-Strategie-der-Spannung-fuer-den-Krieg-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Auf nicht weniger als die Zerst&ouml;rung der russisch-deutschen Beziehungen zielte die Ank&uuml;ndigung des deutschen Au&szlig;enministers Johann Wadephul am 1. September in Reaktion auf den Anschlagsversuch von Leipzig. <\/p><p>Was die Schlie&szlig;ung des russischen Generalkonsulats in Bonn, des Russischen Hauses in Berlin, sowie seine Ank&uuml;ndigung, k&uuml;nftig russische Schiffe &uuml;berfallen zu wollen, mit dem versuchten Anschlag zu tun haben sollen, bleibt das Geheimnis der Bundesregierung.<\/p><p><strong>Kein Beweis, volle Eskalation<\/strong><\/p><p>Fest steht aber, dass Berlin weder Beweise noch Belege f&uuml;r die schweren Anschuldigungen gegen&uuml;ber Russland vorgelegt hat. Dieser Mangel wirkt umso schwerer, als die Bundesregierung im Fall von NordStream auch zu Anfang von der T&auml;terschaft Russlands ausging. <\/p><p>So &ouml;ffnet Bundeskanzler Friedrich Merz selbst den Raum f&uuml;r Spekulationen aller Art. Dass die Bundesregierung zudem darauf verzichtet hat, selbst Konsultationen im NATO-Rat nach Artikel 4 zu beantragen, l&auml;sst offen, ob man &uuml;berhaupt &uuml;ber belastbares Material verf&uuml;gt, das die eigenen Anschuldigungen st&uuml;tzt.<\/p><p>Die j&uuml;ngere Geschichte der Drohnenalarme spricht jedenfalls gegen die Eile, mit der Berlin wieder Russland als T&auml;ter festlegt. In keinem der &ouml;ffentlich hochgespielten F&auml;lle der letzten Jahre ist ein russischer Urheber nachgewiesen worden. Dort wo tats&auml;chlich gesprengt wurde und ein enormer Schaden entstand, bei NordStream, richteten sich die Ermittlungen nicht gegen Russland, sondern gegen mutma&szlig;liche T&auml;ter aus der Ukraine. Die politische Antwort war dennoch nicht Konfrontation mit Kiew, sondern das n&auml;chste milliardenschwere Geschenk auf Kosten der Steuerzahler. <\/p><p>Die Vergeltung an der Atommacht Russland auch noch am 1. September anzuk&uuml;ndigen, dem Tag, an dem Nazideutschland 1939 Vergeltung &uuml;bte f&uuml;r einen &Uuml;berfall auf den Sender Gleiwitz, den es selbst inszeniert hatte, scheint passend. Gr&ouml;&szlig;enwahnsinnigkeit und Geschichtsvergessenheit pr&auml;gen immer mehr den politischen Stil der Regierung Merz angesichts von Umfragewerten, die schlechter kaum noch sein k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Strategie der Spannung kehrt zur&uuml;ck<\/strong><\/p><p>Klar ist, dass mit dem Schritt der Bundesregierung der Weg in die Eskalation vorgezeichnet ist. Die Ank&uuml;ndigung, russische Schiffe aufbringen zu wollen, hat das Zeug, zu einer raschen direkten milit&auml;rischen Konfrontation mit Russland zu f&uuml;hren. <\/p><p>Die vorschnelle Festlegung der T&auml;terschaft Russlands, wie im Fall von NordStream, durch die Bundesregierung ist aber auch noch aus einem anderen Grund besorgniserregend. Es gab in den achtziger Jahren eine NATO-Strategie, die Strategie der Spannung, um NATO-kritische Kr&auml;fte im Westen zu delegitimieren. Da wurden von Neonazis ver&uuml;bte Anschl&auml;ge, die in Teilen Kontakt zu staatlichen Stellen hatten, dann Linken in die Schuhe geschoben. <\/p><p>Es muss alles getan werden, damit wir keine Neuauflage dieser NATO-Strategie der Spannung erleben. Europa braucht den Frieden und Deutschland gute wirtschaftliche, kulturelle und diplomatische Beziehungen mit Russland. Der Weg der Bundesregierung in Eskalation und Krieg ist unverantwortlich.<\/p><p><small>Titelbild: OnePixelStudio \/ Shutterstock<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ohne Belege, ohne NATO-Konsultationen und mit der Drohung, russische Schiffe aufzubringen: Berlin antwortet auf Leipzig mit einem Bruch der Beziehungen &ndash; und &ouml;ffnet selbst den Raum f&uuml;r Spekulationen. 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