{"id":155669,"date":"2026-09-02T15:00:13","date_gmt":"2026-09-02T13:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155669"},"modified":"2026-09-02T15:52:09","modified_gmt":"2026-09-02T13:52:09","slug":"krieg-ohne-leichen-wie-bundeswehr-und-ruestungsfirmen-in-die-hirne-und-herzen-von-minderjaehrigen-eindringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155669","title":{"rendered":"Krieg ohne Leichen: Wie Bundeswehr und R\u00fcstungsfirmen in die Hirne und Herzen von Minderj\u00e4hrigen eindringen"},"content":{"rendered":"<p>Die Meinungsmache der Militaristen macht m&ouml;rderische Milit&auml;rtechnik scheinbar m&uuml;helos verst&auml;ndlich. Inzwischen findet sich diese Art der &bdquo;Information&ldquo; sogar in denselben Feeds wie Gaming, Musik, Comedy oder Alltagserlebnisse von Influencern. Wenn milit&auml;rische Gewalt im Gewand von Unterhaltung und Technikvermittlung in den Alltag junger Menschen gelangt, ist eine Grenze &uuml;berschritten. Von <strong>Detlef Koch<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Wenn der Marschflugk&ouml;rper zum &bdquo;Content&ldquo; wird<\/strong><\/p><p>&bdquo;Diese Superrakete&ldquo; &ndash; mit diesen Worten beginnt <a href=\"https:\/\/www.reservistenverband.de\/magazin-loyal\/der-influencer\/\">ein Beitrag des Reservistenverbands der Bundeswehr<\/a> &uuml;ber den Taurus-Marschflugk&ouml;rper. Was folgt, klingt nicht nach einer politischen Debatte &uuml;ber Krieg und Frieden, sondern nach einem kurzen, unterhaltsamen Technikvideo. Der Taurus &bdquo;findet seinen Weg&ldquo; wie mit &bdquo;Google Maps&ldquo;, hat &bdquo;Fl&uuml;gel&ldquo;, fliegt in geringer H&ouml;he und verf&uuml;gt &uuml;ber einen Gefechtskopf, der &bdquo;zweimal&ldquo; explodiert. Die Sprache ist locker, direkt und niedrigschwellig, ja geradezu euphemistisch. Sie macht m&ouml;rderische Milit&auml;rtechnik scheinbar m&uuml;helos verst&auml;ndlich. Gerade darin liegt ihre kommunikative Kraft. Denn der Beitrag erkl&auml;rt nicht nur eine Waffe &ndash; er verwandelt sie in ein faszinierendes technisches Objekt.<\/p><p>F&uuml;r Kinder und Jugendliche, die politische Informationen zunehmend &uuml;ber soziale Medien aufnehmen, ist diese Form der Vermittlung nicht belanglos. Eine Brosch&uuml;re des Verteidigungsministeriums tritt erkennbar als institutionelle Information auf. Ein solches Video begegnet seinem Publikum dagegen im selben Feed wie Gaming, Musik, Comedy oder Alltagserlebnisse von Influencern. Die politische Botschaft erscheint dadurch nicht notwendig als politische Botschaft. Sie kommt als Unterhaltung, als pers&ouml;nliche Ansprache, als kurzer Wissenshappen. Die Forschung beschreibt genau diese beil&auml;ufige politische Exposition als eine Besonderheit sozialer Medien: Politische Inhalte k&ouml;nnen Menschen erreichen, ohne dass sie urspr&uuml;nglich danach gesucht haben.<\/p><p>Hinzu kommt die Sprache. Die Zerst&ouml;rungskraft der Waffe wird nicht verschwiegen, aber sie wird technisiert. Dass ein Marschflugk&ouml;rper in Bunker, Br&uuml;cken oder Kommandozentralen eindringen kann, erscheint als technische Besonderheit seines Designs. Die Menschen, die sich in diesen Geb&auml;uden befinden k&ouml;nnten, kommen nicht vor. Ebenso wenig die politischen Entscheidungen, die einem solchen Einsatz vorausgehen, die M&ouml;glichkeit einer Eskalation oder die Folgen f&uuml;r Menschen, die von Krieg unmittelbar betroffen sind. So wird aus einer Waffe ein faszinierendes Ger&auml;t und aus organisierter Gewalt wird eine technische Funktion.<\/p><p><strong>Hohes manipulatives Potenzial<\/strong><\/p><p>Diese Form der Kommunikation besitzt ein hohes manipulatives Potenzial, weil sie die Aufmerksamkeit lenkt, emotionale Zug&auml;nge schafft und politische und moralische Fragen gegen&uuml;ber der technischen Faszination in den Hintergrund treten l&auml;sst. Besonders problematisch ist dabei die scheinbare N&auml;he. Der Sprecher redet nicht wie ein Milit&auml;rsprecher, sondern wie jemand, der seinem Publikum etwas Interessantes zeigt.<\/p><p>Am Ende steht folgerichtig nicht die Frage nach den verst&uuml;mmelten K&ouml;rpern und dem Grauen des Krieges, sondern nur die Frage an die Community: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Sollten wir diese Waffe an die Ukraine liefern oder nicht?&ldquo; <\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>So wird Krieg zur Unterhaltung mit Funfact-Feeling zum Mitmachen &ndash; eingebettet in ein Format, das zuvor vor allem Neugier, Faszination und Unterhaltung erzeugt hat. Wenn milit&auml;rische Gewalt im Gewand von Unterhaltung und Technikvermittlung in den Alltag junger Menschen gelangt, ist eine Grenze &uuml;berschritten.<\/p><p><strong>Es gibt doch den &bdquo;AUS-Knopf&ldquo; &ndash; wirklich?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Du musst das ja nicht gucken!&ldquo;, m&ouml;chte man diesen jungen Leuten zurufen. Aber das ist f&uuml;r eine ganze Altersgruppe eine Scheinfreiheit. Laut <a href=\"https:\/\/mpfs.de\/app\/uploads\/2025\/11\/JIM_2025_PDF_barrierearm.pdf\">JIM-Studie 2025<\/a> nutzen 67 Prozent der deutschen 12- bis 19-J&auml;hrigen <em>YouTube<\/em> regelm&auml;&szlig;ig, 63 Prozent <em>Instagram<\/em> und 53 Prozent <em>TikTok<\/em>. Bei jenen, die ihre Ger&auml;teanzeige ablesen konnten, lag die t&auml;gliche Smartphone-Zeit im Mittel bei 231 Minuten, das sind fast 4 Stunden. F&uuml;r das Gehirn ist das mehr als eine halbe Stelle. 68 Prozent bleiben h&auml;ufig l&auml;nger am Handy als geplant, rund ein Drittel f&uuml;rchtet, bei ausgeschaltetem Ger&auml;t etwas zu verpassen. 37 Prozent folgen Influencern zum Tagesgeschehen, unter den 16- bis 19-J&auml;hrigen sogar 48 Prozent.<\/p><p>So liegen Freundeskreis, Unterhaltung und beil&auml;ufige Nachrichtenaufnahme im selben Sozialraum und wer ihn verl&auml;sst, schaltet nicht einfach nur Werbung ab, sondern riskiert den Anschluss an seine Peergroup. Die Aufmerksamkeitsforschung beschreibt politische Information oft als Nebenprodukt der Nutzung. Nicht jede Botschaft wird bewusst gew&auml;hlt und Algorithmen und Absender konkurrieren um eine knappe Ressource &ndash; Kontaktchance pro Zeiteinheit.<\/p><p>Die JIM-Daten erfassen 12- bis 19-J&auml;hrige und dokumentieren eindrucksvoll den Kern jener Lebensphase, in der Klassengruppen, Freundschaften, Nachrichten und Selbstinszenierung auf immer denselben Plattformen zusammenlaufen. Dass Nutzungsweisen verschieden sind und auch die Ausstiegsm&ouml;glichkeiten ungleich verteilt sind, &auml;ndert nichts am Strukturproblem. Technische Wahlfreiheit ist n&auml;mlich nur theoretisch wirklich frei, denn sie ist immer mit sozialen Kosten verbunden. <\/p><p>Shorts und Videos wirken auf junge Gehirne aufmerksamkeitsinvasiv und kommen ganz ohne gezielte Suche aus. Das &uuml;bernimmt der Algorithmus, denn er ist es, der nach Verhalten priorisiert, sozial bindet und emotional verf&uuml;hrt, schleichende &Uuml;berredung in pers&ouml;nliche Unterhaltung einbettet. Die algorithmische Wiederholung wirkt wie eine Gehirnw&auml;sche und ist oft nur durch Verlassen eines sozial wichtigen Raums vermeidbar. Die Manipulation entfaltet ihre Wirkung durch strategische Lenkung von Aufmerksamkeit und Deutungsrahmen. Das ist ein subtiler, asymmetrischer Angriff auf die freie Selbstbestimmung &ndash; ganz ohne Gedankenkontrolle.<\/p><p>Und die Kinder und Jugendlichen haben keine Chance. Aus der F&uuml;lle der Informationen erh&auml;lt jede Person einen anderen Ausschnitt und vergangenes Verhalten beeinflusst die n&auml;chste Zustellung. Verfeinert durch Autoplay, endloses Weiterwischen, Push-Nachrichten und soziale R&uuml;ckmeldungen wird die Wahrnehmung immer weiter aufrecht erhalten. Selbst wenn es dem 13-J&auml;hrigen gelingt, einen Beitrag abzulehnen &ndash; nach welchen Regeln das n&auml;chste Angebot erscheint, kontrolliert er nicht. Besonders perfide ist das, was wir in den Sozial- und Medienwissenschaften parasoziale N&auml;he nennen: Das Publikum kennt Gesicht, Stimme und Erlebnisse des Influencers. Der Influencer kennt die Einzelnen nicht. F&uuml;r Kinder und Jugendliche ist die Vertrautheit pers&ouml;nlich erlebt, aber nur einseitig.<\/p><p><strong>Wenn der Staat wie ein Vertrauter spricht<\/strong><\/p><p>Die Bundeswehr dokumentiert ihre Absicht v&ouml;llig schamlos selbst. Beim NATO Tiger Meet 2024[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] sollten Influencer den Alltag &bdquo;authentisch, lebendig und stolz&ldquo; zeigen, Interesse an Milit&auml;r wecken und m&ouml;gliche Rekruten motivieren. Die f&uuml;r die Bundeswehr t&auml;tige Agentur &bdquo;Castenow&ldquo; beschreibt &bdquo;Explorers &ndash; Roadtrip durch die Bundeswehr&ldquo; als interessenbasierte TikTok-Kampagne mit vier Content Creators und meldet 85 Millionen Aufrufe.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Das ist &Uuml;berw&auml;ltigung und keine Information zum Berufsbild Soldat.<\/p><p>Die Absicht des Absenders, die ganze emotionale Inszenierung und sogar die Reichweitenziele sind klar dokumentiert. Nicht dokumentiert ist, welcher Minderj&auml;hrige aufgrund welcher Profildaten welchen Beitrag erhielt oder wie viele sich deshalb schon bewarben. Hier geht es nicht blo&szlig; um neutrale Information. Hier werden junge Gehirne mental-invasiv gekapert, um Aufmerksamkeit in Interesse und Interesse m&ouml;glichst in Kontakt zur Bundeswehr zu verwandeln.<\/p><p>2025 gab das Bundesverteidigungsministerium 41,79 Millionen Euro f&uuml;r &bdquo;zielgruppenorientierte personalwerbliche Kampagnenmotive&ldquo; aus. Ausgewiesen sind reine Schaltkosten einschlie&szlig;lich Mehrwertsteuer, jedoch ohne Agenturhonorare und Kreationskosten.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Merkw&uuml;rdig bleibt die amtliche Auskunftslage: <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/21\/003\/2100378.pdf\">F&uuml;r 2024<\/a> meldete das Ministerium[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] bei Influencern &bdquo;Fehlanzeige&ldquo;, <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/21\/069\/2106939.pdf\">f&uuml;r 2025<\/a> keine Nutzung &bdquo;im Sinne der Fragestellung&ldquo;[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>], w&auml;hrend Bundeswehr und Agentur Creator-Kampagnen zeigen. Das kann an enger Definition oder mittelbarer Beauftragung liegen; f&uuml;r T&auml;uschung gibt es keinen Beleg. Aber Parlament und &Ouml;ffentlichkeit erhalten kein konsistentes Bild von Vertr&auml;gen, Geld und Leistungen.<\/p><p><strong>Was das Wort &bdquo;Karriere&ldquo; verdeckt<\/strong><\/p><p>Milit&auml;r ist Technik, Teamgeist, Ausbildung und ein sicherer Arbeitsplatz &ndash; im Frieden. Im Krieg erweitert sich sein staatlicher Zweck auf die organisierte F&auml;higkeit zum bewaffneten Kampf. Dazu geh&ouml;rt das T&ouml;ten der eigenen Spezies ausdr&uuml;cklich dazu. Man muss sich das klar machen &ndash; zwei junge Menschen, die einander nicht kennen, einander nichts getan haben und unter anderen Umst&auml;nden vielleicht Freunde geworden w&auml;ren, werden von ihren jeweiligen Staaten gegeneinander gehetzt, sich auf Befehl gegenseitig auszul&ouml;schen. Einer soll den anderen t&ouml;ten, bevor der andere ihn t&ouml;tet. Regierungen beschlie&szlig;en den Einsatz, R&uuml;stungsfirmen erhalten Auftr&auml;ge, Soldaten und Zivilisten erleiden Tod, Verst&uuml;mmelung, Vertreibung und Trauma. Nichts kann die ethisch-moralische Verfehlung dieses Vorgangs rechtfertigen.<\/p><p><strong>Leo Tolstoi<\/strong> besteht deshalb darauf, dass Befehl und Patriotismus das Gewissen nicht ersetzen.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] <\/p><p><strong>Mohandas K. Gandhi<\/strong> lehrte uns, dass Gewaltlosigkeit (sansrit: Ahimsa)[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Mut, organisierte Gegenwehr und aktiven Widerstand verlange, denn zwischen Mitteln und Zielen besteht ein unaufl&ouml;slicher Zusammenhang &ndash; gewaltsame Mittel erzeugen demnach auch ein gewaltsames Ergebnis.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] <\/p><p><strong>David Matei denkt da ganz anders.<\/strong> Er war laut eigener Biografie 15 Jahre Bundeswehroffizier, zuletzt Jugendoffizier.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] In einem Arbeitspapier der Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik nennt er seine Zug&auml;nge als Creator: Wei&szlig;es Haus, eine Ministerreise sowie Formate von NATO, EU und M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz. Institutionen profitieren, so Matei, vom Vertrauen, das Creatoren bei ihren Communitys aufgebaut haben. [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>Kommerziell nutzt Matei dieses Vertrauen ebenfalls: Neben Taurus erschienen gekennzeichnete Partnerschaften mit MBDA zu DefendAir,[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] mit RENK zu einem Antrieb f&uuml;r unbemannte Panzer[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] und ein Podcast mit Airbus Defence and Space.[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] Ein Schelm, wer B&ouml;ses dabei denkt.<\/p><p>Die Kritik gilt der Rollenkombination. MBDA meldete 2025 5,8 Milliarden Euro Umsatz und 44,4 Milliarden Auftragsbestand; bei RENK kamen 74 Prozent des Umsatzes aus Verteidigung, Airbus Defence and Space setzte 13,4 Milliarden um. Diese M&auml;rkte h&auml;ngen an staatlicher Beschaffung. Milit&auml;r-Influencer &uuml;bersetzen staatliche Gewalt in attraktive und verharmlosende Erz&auml;hlungen. Nutzt die Industrie dasselbe Vertrauen zum Verkauf, folgt auf die politische nun auch die &ouml;konomische Vereinnahmung, eine doppelte Perfidie.<\/p><p><strong>Vom Recht, nicht vereinnahmt zu werden<\/strong><\/p><p><a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/eli\/reg\/2022\/2065\/oj\/eng\">Artikel 28 des Digital Services Act<\/a> verlangt besonderen Schutz Minderj&auml;hriger und untersagt profilbasierte Werbung. Bereits 2014 forderte der UN-Kinderrechtsausschuss ein Verbot aller Bundeswehr-Werbekampagnen, die auf Kinder abzielen. 2022 wiederholte er die Empfehlung und verlangte, &bdquo;alle Formen der Werbung und Vermarktung f&uuml;r den Milit&auml;rdienst, die sich an Personen unter 18 Jahren richten&ldquo;, zu untersagen &ndash; insbesondere an Schulen.[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]<\/p><p>Daraus folgen ein paar Mindestregeln: <\/p><ul>\n<li>keine personalisierte, verhaltens- oder influencerbasierte Milit&auml;rwerbung an Minderj&auml;hrige,<\/li>\n<li>Offenlegung von Vertr&auml;gen, Agenturen, Reisen, Sachleistungen, Briefings und Kennzahlen,<\/li>\n<li>Interessenkonfliktregister bei Sicherheitszugang und R&uuml;stungsauftr&auml;gen,<\/li>\n<li>keine Hersteller-&bdquo;Faktenchecks&ldquo; ohne unabh&auml;ngige Pr&uuml;fung,<\/li>\n<li>Trennung von Bildung und Werbung,<\/li>\n<li>verbindliches &Uuml;berw&auml;ltigungs- und Kontroversit&auml;tsgebot nach dem Beutelsbacher Konsens; gleiche Sichtbarkeit f&uuml;r Diplomatie, Abr&uuml;stung, Kriegsdienstverweigerung, zivile Konfliktbearbeitung und gewaltfreien Widerstand und<\/li>\n<li>unabh&auml;ngige Aufsicht.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Mein kommentierendes Fazit<\/strong><\/p><p>Transparente Rekrutierung bleibt Rekrutierung f&uuml;r organisierte Gewalt. Eine Demokratie darf &uuml;ber ihre Streitkr&auml;fte informieren &ndash; sachlich &ndash; umfassend &ndash; transparent. Sie darf aber nicht das T&ouml;ten der eigenen Spezies durch euphemistische Sprache oder mit der Macht der Algorithmen verschleiern. Als ethisch fundierte B&uuml;rger sind wir aufgerufen, unsere Kinder vor Influencern, die pers&ouml;nliche Beziehung heucheln und sich damit Vertrauen von Minderj&auml;hrigen erschleichen, um ein m&ouml;rderisches Gesch&auml;ft als Lebenswelt, Abenteuer oder Karriere zu verkaufen, zu sch&uuml;tzen. <\/p><p>Wer als staatlicher Akteur von jungen Menschen die Ungeheuerlichkeit verlangt, einen unbekannten Mitmenschen zu t&ouml;ten oder sich t&ouml;ten zu lassen, schuldet ihnen die schonungslose Wahrheit &uuml;ber den seelischen Prozess des T&ouml;tens und das unaussprechliche Grauen, damit leben zu m&uuml;ssen. Es gibt sichtbare gewaltfreie Alternativen und immer die Freiheit zur Verweigerung, auch wenn diese Freiheit in manchen L&auml;ndern einen hohen Preis hat.<\/p><p><small>Titelbild: FGC \/ Shutterstock<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.bundeswehr.de\/de\/organisation\/luftwaffe\/aktuelles\/influencer-technik-emotionen-reichweite-5792728\">NATO Tiger Meet<\/a>: Influencer setzen mit Technik und Emotionen auf Reichweite<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.castenow.de\/cases\/bundeswehr-bundeswehr-kampagne-erstmals-auf-tiktok\">TikTok-Serie<\/a> &bdquo;Explorers &ndash; Roadtrip durch die Bundeswehr&ldquo; Die Bundeswehr passt besser zu dir, als du denkst.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/21\/069\/2106939.pdf\">Deutscher Bundestag (2026)<\/a>: <em>Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage: Aufwendungen der Bundesregierung f&uuml;r Informationsma&szlig;nahmen, Anzeigen, Kampagnen und Werbung f&uuml;r das Jahr 2025<\/em>. Bundestagsdrucksache 21\/6939, 6. Juli 2026, Anlage 2, S. 11.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/21\/003\/2100378.pdf\">Deutscher Bundestag (2025)<\/a>: <em>Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage: Aufwendungen der Bundesregierung f&uuml;r Informationsma&szlig;nahmen, Anzeigen, Kampagnen und Werbung f&uuml;r das Jahr 2024<\/em>. Bundestagsdrucksache 21\/378, 2. Juni 2025. Berlin: Deutscher Bundestag.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/21\/069\/2106939.pdf\">Deutscher Bundestag (2026)<\/a>: <em>Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage: Aufwendungen der Bundesregierung f&uuml;r Informationsma&szlig;nahmen, Anzeigen, Kampagnen und Werbung f&uuml;r das Jahr 2025<\/em>. Bundestagsdrucksache 21\/6939, 6. Juli 2026. Berlin: Deutscher Bundestag.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.tolstoi-friedensbibliothek.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/TFb_B002.pdf#page=136\">Tolstoi, L. N. (1900\/2023)<\/a>: &bdquo;Patriotismus und Regierung&ldquo;. &Uuml;bersetzt von Wladimir Czumikow. In: B&uuml;rger, P. (Hrsg.): <em><a href=\"https:\/\/www.tolstoi-friedensbibliothek.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/TFb_B002.pdf\">Staat &ndash; Kirche &ndash; Krieg<\/a><\/em><em>. Texte &uuml;ber den Pakt mit der Macht und das Herrschaftsinstrument Patriotismus<\/em>. Tolstoi-Friedensbibliothek, Reihe B, Band 2, S. 135&ndash;160.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Gandhi bezeichnet <a href=\"https:\/\/www.mkgandhi.org\/mynonviolence\/chap20.php\">Gewaltlosigkeit<\/a> ausdr&uuml;cklich als aktive Bewegung und &bdquo;Waffe&ldquo; mutiger Menschen. 1946 fordert er ihre wirksame Organisation. In <em>Hind Swaraj<\/em> vergleicht er die Mittel mit dem Samen und das Ziel mit dem daraus wachsenden Baum.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.mkgandhi.org\/hindswaraj\/chap16_bruteforce.php\">Gandhi, M. K. (1909)<\/a>: <em>Hind Swaraj or Indian Home Rule<\/em>, Kap. XVI: &bdquo;Brute Force&ldquo;.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] <a href=\"https:\/\/davidmatei.de\/ueber\">Matei, D. (2026)<\/a>: &bdquo;&Uuml;ber David Matei &ndash; Ex-Offizier, Speaker &amp; Content Creator&ldquo;. Pers&ouml;nliche Website.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.baks.bund.de\/sites\/baks010\/files\/arbeitspapier_sicherheitspolitik_2026_5.pdf\">Matei, D. (2026)<\/a>: <em>Generation Z(eitenwende): Besser als ihr Ruf &ndash; schlechter erreicht als n&ouml;tig<\/em>. Arbeitspapier Sicherheitspolitik, Nr. 5\/2026. Berlin: Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/posts\/davidmatei_defendair-mbda-bundeswehr-activity-7468559102894432256-j1XI\">Matei, D. (2026a)<\/a>: &bdquo;Deutschlands Antwort auf die Drohnenbedrohung &ndash; vor Ort bei MBDA Deutschland&ldquo;, <em>LinkedIn<\/em>, 5. Juni.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/posts\/davidmatei_verteidigung-r%C3%BCstungsindustrie-eurosatory-activity-7472898397151358977-47NG?_l=de_DE\">Matei, D. (2026b)<\/a>: &bdquo;Das entscheidende Bauteil f&uuml;r fahrerlose Panzer kennt kaum einer&ldquo;, <em>LinkedIn<\/em>, 17. Juni.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] <a href=\"https:\/\/music.amazon.de\/podcasts\/0d89a80a-1783-4205-ae82-00c43f5bd4ed\/episodes\/49255f17-6309-41b6-a629-d3f9aa70b65b\/grassl-und-matei-mensch-maschine-im-luftkampf-der-zukunft---grassl-matei-214\">Grassl, A. und Matei, D. (2026)<\/a>: &bdquo;Mensch &amp; Maschine im Luftkampf der Zukunft&ldquo;, <em>Grassl und Matei<\/em>, Folge 214, 24. Juni.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] <a href=\"https:\/\/docs.un.org\/en\/CRC\/C\/DEU\/CO\/3-4\">UN-Kinderrechtsausschuss (2014)<\/a>: <em>Concluding observations on the combined third and fourth periodic reports of Germany<\/em>. Dokument CRC\/C\/DEU\/CO\/3-4. Genf: Vereinte Nationen.\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Meinungsmache der Militaristen macht m&ouml;rderische Milit&auml;rtechnik scheinbar m&uuml;helos verst&auml;ndlich. Inzwischen findet sich diese Art der &bdquo;Information&ldquo; sogar in denselben Feeds wie Gaming, Musik, Comedy oder Alltagserlebnisse von Influencern. Wenn milit&auml;rische Gewalt im Gewand von Unterhaltung und Technikvermittlung in den Alltag junger Menschen gelangt, ist eine Grenze &uuml;berschritten. Von <strong>Detlef Koch<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":155670,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[165,85],"tags":[358,2911,893,906,1113],"class_list":["post-155669","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-pr","tag-bundeswehr","tag-kinderrechte","tag-militarisierung","tag-ruestungsindustrie","tag-soziale-medien"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/shutterstock_1992429887.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155669","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=155669"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155669\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":155684,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155669\/revisions\/155684"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/155670"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=155669"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=155669"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=155669"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}