{"id":155770,"date":"2026-09-04T10:00:12","date_gmt":"2026-09-04T08:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155770"},"modified":"2026-09-04T10:12:26","modified_gmt":"2026-09-04T08:12:26","slug":"der-weltfrieden-verlangt-die-eindaemmung-der-usa-es-bleibt-nicht-mehr-viel-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155770","title":{"rendered":"Der Weltfrieden verlangt die Eind\u00e4mmung der USA \u2013 Es bleibt nicht mehr viel Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Die zunehmenden kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt machen viele Menschen besorgt und f&uuml;hren zu der Frage, warum es nicht gelingt, diese Kriege zu beenden. Einer der Gr&uuml;nde: Auch die deutsche Regierung befeuert diese Kriege, statt im Rahmen ihrer M&ouml;glichkeiten auf deren Beendigung zu dr&auml;ngen. Die Ukraine beliefert sie mit Waffen und &uuml;berweist ihr viele Milliarden Euro, wohl zum Dank daf&uuml;r, dass sie im Verein mit den USA unsere wichtigste Energieleitung zerst&ouml;rt und damit unsere Wirtschaft schwer gesch&auml;digt hat. Auch Israel erh&auml;lt deutsche Waffen, um Kriege mit den Nachbarl&auml;ndern zu f&uuml;hren. Zu Recht wurde Deutschland beim Internationalen Gerichtshof angeklagt, den V&ouml;lkermord im Gazastreifen zu unterst&uuml;tzen. &Uuml;ber die Waffenlieferungen an Israel ist Deutschland auch am Krieg gegen den Iran beteiligt, den der au&szlig;enpolitisch v&ouml;llig unbedarfte Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem ungeheuerlichen Satz rechtfertigte: &bdquo;Sie machen f&uuml;r uns die Drecksarbeit.&ldquo; Von <strong>Oskar Lafontaine<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Gesponserter Krieg gegen Russland<\/strong><\/p><p>Lange vorbei sind die Zeiten, in denen die deutschen Parteien dem moralischen Imperativ folgten, keine Waffen in Kriegsgebiete zu liefern. Der Ukraine-Krieg ist ein von der amerikanischen Waffenindustrie gesponserter geopolitischer Krieg, um den Rivalen Russland zu schw&auml;chen. Die Kriege Israels sind immer auch Kriege der USA. Ohne das Geld und die Waffen aus den Vereinigten Staaten k&ouml;nnte Israel diese Kriege nicht f&uuml;hren. Zum gemeinsamen &Uuml;berfall auf den Iran hat der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu den US-Pr&auml;sidenten angestiftet, denn ohne die R&uuml;ckendeckung Washingtons h&auml;tte er den Iran nicht angegriffen. Die USA haben &uuml;ber 800 Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte in &uuml;ber achtzig L&auml;ndern, die einzig und allein dem Ziel dienen, die Interessen der Vereinigten Staaten, notfalls mit milit&auml;rischer Gewalt, durchzusetzen. Der an der Chicagoer Universit&auml;t lehrende Politikwissenschaftler John Mearsheimer sch&auml;tzt, dass durch die amerikanischen Kriege zwischen 1971 und 2021 38 Millionen Menschen get&ouml;tet wurden.<\/p><p>Immer wieder nennen Politiker und Intellektuelle aus den USA das Kind beim Namen. Schon Pr&auml;sident Dwight D. Eisenhower warnte vor dem milit&auml;risch-industriellen Komplex, der heute den US-Kongress und den Senat im Griff hat. Pr&auml;sident Jimmy Carter nannte die USA die kriegerischste Nation der Weltgeschichte, und selbst der Neokonservative Robert Kagan sagte k&uuml;rzlich, die USA seien eine &bdquo;Schurkensupermacht&ldquo;. Obwohl die Verantwortung der USA f&uuml;r zahllose Kriege und Millionen Tote in aller Welt nicht zu leugnen ist, gelang es der amerikanischen Propaganda, in den Vasallenstaaten die Erz&auml;hlung durchzusetzen, die Vereinigten Staaten k&auml;mpften in ihren in der Regel v&ouml;lkerrechtswidrigen Kriegen f&uuml;r Freiheit und Menschenrechte.<\/p><p>Immer mehr Staaten, allen voran China und Russland, lehnen den Anspruch der USA, die Welt zu beherrschen, ab und fordern eine multipolare Weltordnung. Im Interesse des Weltfriedens muss man ihnen Erfolg w&uuml;nschen. Die ehemalige Au&szlig;enministerin Madeleine Albright nannte die USA einst die &bdquo;unverzichtbare Nation&ldquo;. F&uuml;r den Weltfrieden sind die USA in ihrer jetzigen Verfassung aber mehr als verzichtbar und eine st&auml;ndige Bedrohung. Der verstorbene Papst Franziskus wies &ouml;fter darauf hin, dass die Kriege von denjenigen vom Zaun gebrochen und in Gang gehalten werden, die daran verdienen. Das sind in den USA die Waffenindustrie, Big Oil, die Wall Street und neuerdings auch die Techkonzerne, weil sie wie Elon Musk durch Starlink und Peter Thiel durch Palantir Milliarden an den Kriegen verdienen. Wie nicht zuletzt Donald Trump gezeigt hat, haben Milliard&auml;re durch gro&szlig;e Spenden die Macht, die US-Politik in die von ihnen gew&uuml;nschte Richtung zu lenken.<\/p><p>Leider versagt die EU bei der notwendigen Einhegung der aggressiven US-Au&szlig;enpolitik vollst&auml;ndig. Trump ist es sogar gelungen, die Europ&auml;er, allen voran die Deutschen, dazu zu bringen, den amerikanischen Krieg in der Ukraine zu finanzieren. An der Spitze der EU stehen mit Ursula von der Leyen und Kaja Kallas zwei Frauen, die Marionetten der US-Oligarchie sind und offenbar das Ziel verfolgen, in Europa einen milit&auml;risch-industriellen Komplex wie in den USA aufzubauen. Die Folge w&auml;re, dass die europ&auml;ischen Parlamente in &auml;hnlicher Weise von der Waffenindustrie beeinflusst w&uuml;rden wie Kongress und Senat in den USA.<\/p><p><strong>Zusammenarbeit und Interessenausgleich<\/strong><\/p><p>Auf einen Politikwechsel in den europ&auml;ischen Schl&uuml;sselstaaten Deutschland und Frankreich zu hoffen, wird immer schwieriger, weil die Vereinigten Staaten europ&auml;ische Parteien, die Einfluss auf die Regierungsgesch&auml;fte haben oder haben k&ouml;nnten, besonders &bdquo;pflegen&ldquo;. So, wie einst Madeleine Albright den gr&uuml;nen Au&szlig;enminister Joschka Fischer bei der Stange hielt, unterst&uuml;tzt Elon Musk Alice Weidel, und die AfD und wirbt mittlerweile auch f&uuml;r Marine Le Pen: &bdquo;Marine Le Pen ist Frankreichs letzte Hoffnung.&ldquo; Und nach dem R&uuml;cktritt von Jens Spahn wird der Paypal-Gr&uuml;nder und Trump-Unterst&uuml;tzer Peter Thiel sicherlich bald einen anderen einflussreichen deutschen Politiker finden, der an den Treffen seines Dialognetzwerks teilnimmt.<\/p><p>Man kann nur hoffen, dass die amerikanischen B&uuml;rger bei den Midterms dem zum irrlichternden Kriegspr&auml;sidenten gewordenen Trump die Unterst&uuml;tzung entziehen, dass die Jugendlichen aller L&auml;nder in zunehmendem Masse den Kriegsdienst verweigern und es den von den USA angegriffenen Staaten wie dem Iran gelingt, der &bdquo;kriegerischsten Nation der Weltgeschichte&ldquo; ihre Grenzen aufzuzeigen.<\/p><p>Frieden kann es in der Welt nicht geben, solange die US-Oligarchie den Anspruch erhebt, die Welt zu beherrschen. Frieden finden wir nur in einer multipolaren Weltordnung, in der Diplomatie, Zusammenarbeit und Interessenausgleich die Politik bestimmen. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, denn schon vor vielen Jahren sagte der legend&auml;re US-Pr&auml;sident John F. Kennedy: &bdquo;Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.&ldquo;<\/p><p><strong>Oskar Lafontaine<\/strong> ist Finanzminister Deutschlands a. D. und ehemaliger Vorsitzender der SPD. Heute ist er Mitglied des BSW, gegr&uuml;ndet von seiner Frau Sahra Wagenknecht.<\/p><p><em>Dieser Artikel erschien zuerst in der <a href=\"https:\/\/weltwoche.ch\/fr\/daily\/der-weltfrieden-verlangt-die-eindaemmung-der-usa\/\">Weltwoche Nr. 31\/32.26<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Jannarong\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zunehmenden kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt machen viele Menschen besorgt und f&uuml;hren zu der Frage, warum es nicht gelingt, diese Kriege zu beenden. Einer der Gr&uuml;nde: Auch die deutsche Regierung befeuert diese Kriege, statt im Rahmen ihrer M&ouml;glichkeiten auf deren Beendigung zu dr&auml;ngen. 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