{"id":156112,"date":"2026-09-12T11:00:39","date_gmt":"2026-09-12T09:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156112"},"modified":"2026-09-11T23:15:12","modified_gmt":"2026-09-11T21:15:12","slug":"suedphilippinen-endlich-frieden-in-suedostasiens-aeltester-konfliktregion-teil-i-von-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156112","title":{"rendered":"S\u00fcdphilippinen: Endlich Frieden in S\u00fcdostasiens \u00e4ltester Konfliktregion? (Teil I von II)"},"content":{"rendered":"<p>Von 1571 bis 1898 w&auml;hrte die spanische Herrschaft &uuml;ber jenen s&uuml;dostasiatischen Archipel, den sie unter dem Namen &bdquo;Philippinen&ldquo; als Kolonie in Besitz genommen hatten. Doch nur den n&ouml;rdlichen und zentralen Teil des Inselreiches vermochten die Konquistadoren unter ihre Kontrolle zu bringen. Im s&uuml;dlichen Landesteil widersetzten sich die islamisierten Gesellschaften, von den Spaniern abf&auml;llig <em>&bdquo;Moros&ldquo;<\/em> genannt, dem Kolonialjoch. Erst w&auml;hrend der sich unmittelbar anschlie&szlig;enden US-amerikanischen Herrschaft &uuml;ber das Land (1898-1946) wurde der S&uuml;den in blutigen <em>&bdquo;Befriedungs&ldquo;-<\/em>kampagnen unterworfen. Externer Kolonialismus und interne Kolonisierung sorgten auch in den folgenden acht Jahrzehnten f&uuml;r Gewalt, Vertreibung und teilweise b&uuml;rgerkriegs&auml;hnliche Zust&auml;nde, in deren Verlauf etwa 150.000 Menschen ihr Leben verloren. Nach z&auml;hen Waffenstillstands- sowie Friedensverhandlungen sollen nunmehr am 14. September fast 2,4 Millionen W&auml;hler in einem historischen Urnengang dar&uuml;ber abstimmen, wer fortan im Rahmen eines 80-k&ouml;pfigen Parlaments die Politik in der autonomen <em>Bangsamoro Region im Muslimischen Mindanao (BARMM)<\/em> bestimmt. <em>Bangsamoro<\/em> (das Volk bzw. die Nation der Moros) ist die einzige autonome Region unter den 18 Regionen des Landes, die einzige Region, die aus einem Friedensabkommen hervorgegangen ist, und die einzige Region mit einer parlamentarischen Struktur im Rahmen eines pr&auml;sidialen Regierungssystems. Ein kritischer R&uuml;ck- und Ausblick unseres S&uuml;dostasienexperten <strong>Rainer Werning<\/strong>. Der abschlie&szlig;ende 2. Teil erscheint morgen.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Historische Wurzeln des Konflikts<\/strong><\/p><p>Der fundamentale Konflikt im islamischen S&uuml;den der (von der sp&auml;teren Kolonialmacht Spanien so getauften) Philippinen hat seine Wurzeln in externem Kolonialismus und interner Kolonisierung. Seit etwa 1380 unserer Zeitrechnung setzte eine relativ friedliche Islamisierung des Gebietes der heutigen S&uuml;dphilippinen ein. Das Ergebnis waren ausgepr&auml;gte hierarchische Strukturen dieser islamischen Gesellschaften &ndash; einschlie&szlig;lich Sultanaten &ndash; vor dem Advent des spanischen Kolonialismus im 16. Jahrhundert. An deren Spitze stand die dominante Klasse der Aristokratie, der Beamten sowie der Geistlichen und Gelehrten. Auf der untersten sozialen Stufenleiter befanden sich die in milit&auml;rischen Beutez&uuml;gen eingefangenen Sklaven, denen eigener Besitz verwehrt blieb. Bis in moderne Zeiten bildete deren Arbeit &ndash; eine Verschr&auml;nkung von Elementen der Sklaverei, Fron-\/Schuldknechtschaft und Leibeigenschaft &ndash; Eckpfeiler des Moro-Milit&auml;rapparates. [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Diese feudalen Gesellschaften befanden sich im Prozess der Ausweitung des Handels mit angrenzenden Regionen im indonesisch-malaiischen Archipel, der Schifffahrt und exportorientierter Produktion, was als Basis f&uuml;r eine engere Verzahnung von Landbesitz mit erh&ouml;htem Handelskapital h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Der spanische Kolonialismus intervenierte, bevor tiefgreifende gesellschaftliche Wandlungen einsetzten. Es l&auml;sst sich nur dar&uuml;ber spekulieren, was geschehen w&auml;re, h&auml;tten sich die Moro-Gesellschaften im Rahmen ihres pr&auml;kolonialen Systems ausw&auml;rtiger Handelsbeziehungen autonom weiterzuentwickeln vermocht. Stattdessen kam es zu einem Abblocken ohne Eroberung: Durch kolonialen Druck in seiner Bewegungsfreiheit eingeschr&auml;nkt, fiel das Handelskapital auf eine bedeutungslose, lokale Stufe zur&uuml;ck. Schiffsbauer und Navigatoren wurden zu &bdquo;Piraten&ldquo;, st&auml;ndige Kriegshandlungen lie&szlig;en die landwirtschaftliche Produktion sinken, was zu weiterer Militarisierung beitrug. Gr&ouml;&szlig;ere Bev&ouml;lkerungsgruppen aus den Ebenen und fruchtbaren T&auml;lern wanderten in abgelegenes, gebirgiges, unwirtliches Terrain ab. Die unmittelbaren Produzenten wurden durch sprunghaft gestiegene Tributzahlungen zum Unterhalt der Milit&auml;rapparates geschr&ouml;pft und ruiniert, w&auml;hrend die herrschenden Klassen ihre soziale Stellung durch die neugewonnene F&uuml;hrungsrolle im antikolonialen Kampf zu festigen trachteten. National(istisch)e Ideologie entfaltete sich in religi&ouml;sem Gewand.<\/p><p>Die Errichtung des spanischen Kolonialregimes gl&uuml;ckte dort, wo es den durch politische Zersplitterung und geografische Streuung charakterisierten, wesentlich eigenbedarfsorientierten <em>Barangays<\/em> (Dorfgemeinschaften, w&ouml;rtlich: Bootsladung) an sozialer Koh&auml;sion mangelte, was unter anderem ihr Unverm&ouml;gen eines erfolgreichen Widerstandes begr&uuml;ndete. Letzterer war wirksam und lebendig dort, wo entwickelte politische Machtverh&auml;ltnisse als Ausdruck fortgeschrittener, Surplus schaffender Produktionsweisen und -verh&auml;ltnisse existierten, f&uuml;r deren ideologische Legitimation und funktionale Herrschaftsstabilisierung ein relativ einheitliches kulturell-religi&ouml;ses Scharnier &ndash; der Islam &ndash; dienstbar gemacht werden konnte. In diesem Sinne erwiesen sich die Moros als weitaus &bdquo;resistenter&ldquo; als die anderen Bev&ouml;lkerungsgruppen in den zentralen und n&ouml;rdlichen Teilen der Philippinen.<\/p><p><strong>&bdquo;Wohlwollende Assimilierung&ldquo; und Aufstandsbek&auml;mpfung (Counterinsurgency)<\/strong><\/p><p>Zwar konnten die spanischen Kolonialtruppen den Einfluss auch der Moros eind&auml;mmen, aber sie vermochten es nicht, sie zu unterwerfen und dauerhaft unter ihr Kolonialjoch zu pressen. Das gelang erst den waffentechnologisch hoch &uuml;berlegenen Truppen der Vereinigten Staaten von Amerika, die Spanien 1898 besiegten. Bis 1902 vermochten die USA die &bdquo;Insurgenten&ldquo; im Norden der Philippinen in die Knie zu zwingen. Die Moros indes widersetzten sich den auf &bdquo;Entwicklung&ldquo; bedachten neuen &bdquo;Zivilisatoren&ldquo; bis 1913 (in einigen Gebieten Jolos gar bis 1916) &ndash; immer wieder begleitet von Massakern an der Zivilbev&ouml;lkerung auf den Inseln Mindanao, Basilan und Jolo. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Was die neuen Kolonialherren unter Entwicklung verstanden, verdeutlichten US-Truppenkommandeure auf Mindanao und Sulu im Jahre 1903:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Es wird notwendig sein, nahezu s&auml;mtliche Br&auml;uche auszumerzen, welche bislang das Leben (der Moros) auszeichneten. Sie sind ein grundlegend verschiedenes Volk; von uns unterscheiden sie sich in Gedanken, Worten und Taten, und ihre Religion wird eine ernste H&uuml;rde bei unseren Bestrebungen darstellen, sie im Sinne des Christentums zu zivilisieren. Solange der Mohammedanismus vorherrscht, kann der angels&auml;chsischen Zivilisation nur m&uuml;hsam der Weg geebnet werden.&ldquo; [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] (&Uuml;bersetzung: RW)<\/p><\/blockquote><p>Als US-Pr&auml;sident Theodore Roosevelt die &bdquo;Insurrektion&ldquo; am 4. Juli 1902 offiziell f&uuml;r beendet erkl&auml;rte, hatte buchst&auml;blich ein Zehntel der damals etwa sechs Millionen Einwohner z&auml;hlenden philippinischen Bev&ouml;lkerung gewaltsam den Tod gefunden. Diese erste milit&auml;rische US-Intervention in Asien und eines der bis dahin gr&ouml;&szlig;ten dokumentierten Kolonialmassaker in der Geschichte &ndash; in Washington euphemistisch mal <em>&bdquo;benevolent assimilation&ldquo;<\/em>, mal <em>&bdquo;pacification&ldquo;<\/em> genannt &ndash; sah laut damaligen Untersuchungen des amerikanischen Kongresses knapp 127.000 US-Soldaten im Fronteinsatz, von denen 4.234 Mann fielen.<\/p><p>Die um die vorletzte Jahrhundertwende praktizierten &bdquo;Befriedungs&ldquo;-Methoden nahmen vorweg, was sp&auml;ter in Malaya unter den Briten (w&auml;hrend der sogenannten <em>Emergency<\/em> von 1948 bis 1960), Korea (1950-53) und Indochina (1965-75) technisch ausgekl&uuml;gelter zur Anwendung kommen sollte &ndash; sogenannte &bdquo;strategische Wehrd&ouml;rfer&ldquo;, Freifeuerzonen, systematische Such-und-Zerst&ouml;r-Aktionen und Nahrungsmittelblockaden. Flankiert wurde all das von gesetzlichen Auflagen: das <em>Sedition Law<\/em> (1901) ahndete jedes Eintreten f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit mit langj&auml;hrigen Haftstrafen oder Tod; der <em>Brigandage Act<\/em> (1902) stufte Widerstandsk&auml;mpfer als <em>&bdquo;ladrones&ldquo;<\/em> (Diebe und Banditen) ein, worauf die Todesstrafe und f&uuml;r Helfershelfer eine zehnj&auml;hrige Haftstrafe stand. Der <em>Reconcentration Act<\/em> (1903) rechtfertigte <em>&bdquo;strategic hamletting&ldquo;<\/em>.<\/p><p>Dadurch sollten die Au&szlig;enkontakte von Menschen in bestimmten Regionen genau &uuml;berwacht beziehungsweise verhindert werden. Zu diesem Zweck wurden entsprechende Gebiete hermetisch abgeriegelt, streng patrouilliert, mit Stacheldraht umz&auml;unt und die Bev&ouml;lkerung angewiesen, eine Seitenwand ihrer &ndash; meist aus Bambus oder Nipa gefertigten &ndash; H&auml;user zu entfernen, um diese &bdquo;durchsichtig&ldquo; zu machen. Ziel war es, die Zivilbev&ouml;lkerung von potenziellen &bdquo;Aufr&uuml;hrern&ldquo; zu trennen. Sp&auml;ter nannte man dies: &bdquo;der Guerilla das Wasser abgraben&ldquo;. Das <em>Flag Law<\/em> (1907) verbot das Hissen der philippinischen Flagge, w&auml;hrend das Singen des Jahrzehnte sp&auml;ter, in der Endphase der Pr&auml;sidentschaft von Ferdinand E. Marcos (1965-86), wieder popul&auml;ren antikolonialen Liedes <em>Ang Bayan Ko<\/em> (Mein geliebtes Heimatland) unter Strafe gestellt wurde.<\/p><p>Scharfe Proteste gegen den Krieg in den Philippinen hagelte es seitens der in den Vereinigten Staaten r&uuml;hrigen <em>Antiimperialistischen Liga der USA<\/em>. Deren Vizepr&auml;sident war von 1901 bis zu seinem Tode 1910 der mittlerweile ber&uuml;hmte Schriftsteller Samuel Langhorne Clemens alias Mark Twain. Wiederholt begr&uuml;ndete er seine Haltung auf &ouml;ffentlichen Veranstaltungen mit den Worten:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Noch vor einem Jahr war ich kein Antiimperialist. Ich dachte, es sei eine gro&szlig;artige Sache, den Filipinos ein gro&szlig;es St&uuml;ck an Freiheit zu geben. Heute allerdings glaube ich, es ist besser, dass die Filipinos sich selbst darum k&uuml;mmern.&ldquo; [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><\/blockquote><p>Stets betonte Mark Twain, er sei dagegen, dass der amerikanische Adler seine Krallen auf fremdes Territorium setzt. Anfangs hatte er den Spanisch-Amerikanischen Krieg noch ausdr&uuml;cklich begr&uuml;&szlig;t; von ihm versprach er sich Hilfe f&uuml;r die kubanischen Revolution&auml;re in ihrem Kampf gegen die verhassten Spanier. Sp&auml;ter aber fand die US-amerikanische Kriegf&uuml;hrung in den Philippinen in Twain einen unerbittlichen Gegner. Mit &auml;tzender Kritik attackierte er diesen Waffengang, der au&szlig;erhalb der USA jene Werte zerst&ouml;rte, die in den Staaten selbst als sakrosankt galten. Dass der Autor des <em>Huckleberry Finn<\/em> so vehement gegen die politische F&uuml;hrung seines Landes opponierte, war seinen &ndash; letztlich m&auml;chtigeren &ndash; Gegnern ein Dorn im Auge. Diese setzten nach dem Tod des streitbaren Schriftstellers und Publizisten alles daran, das letzte Jahrzehnt seines Schaffens im Ged&auml;chtnis seiner breiten Leserschaft und Bewunderer zu tilgen. Die meisten Biographien &uuml;ber Mark Twain blenden seine aktive Zeit in der Liga einfach aus, wie dies denn auch in Zeitungsbeitr&auml;gen anl&auml;sslich seines 100. Todestages am 21. April 2010 der Fall war.<\/p><p><strong>Siedlerkolonialismus und multinationales Agrobusiness<\/strong><\/p><p>Etliche Jahre blieb die Moro-Provinz unter direkter Verwaltung der US-Armee. Ab 1920 setzte Washington dann gezielt Mitglieder der nordphilippinischen Elite als Beamte im S&uuml;den ein. Die von amerikanischen Milit&auml;rs trainierten <em>Philippine Scouts<\/em> sowie die <em>Constabulary<\/em> &uuml;bernahmen ab den 1930er-Jahren verst&auml;rkt &bdquo;Ordnungsfunktionen&ldquo; im S&uuml;den. Das <em>Pensionado<\/em>-Programm tat ein &Uuml;briges, um Teile der s&uuml;dlichen Herrschaftseliten, <em>Datus<\/em> und <em>Rajahs<\/em>, durch finanzierte Aufenthalte im &bdquo;zivilisierten&ldquo; Manila und kostenlose Studienreisen in die USA sozial zu domestizieren, politisch zu kooptieren und kulturell aufzuweichen.<\/p><p>Auf dieses amerikanische Erbe besann sich nach der Unabh&auml;ngigkeit der Republik der Philippinen (4. Juli 1946) die &ndash; &uuml;berwiegend christliche &ndash; Zentralregierung im fernen Manila. Sie verfolgte eine Doppelstrategie. Zum einen nahm sie zusammen mit dem internationalen Agrobusiness den S&uuml;den wegen seiner taifungesch&uuml;tzten Lage und reichen Bodensch&auml;tze f&uuml;r die &bdquo;Entwicklung&ldquo; ins Visier. Zum anderen wollte sie durch die Umsiedlung nordphilippinischer Bauern sowie desertierter Guerilleros der <em>Hukbalahap<\/em> (Antijapanischen Volksarmee; 1950 umbenannt in Volksbefreiungsarmee) die sozialpolitischen Probleme in Nordluzon abfedern, die sich dort aufgrund erdr&uuml;ckender feudaler Pachtverh&auml;ltnisse aufgestaut hatten. Unter Pr&auml;sident Ramon Magsaysay fanden Mitte der 1950er-Jahre die ersten gr&ouml;&szlig;eren systematischen Umsiedlungen nach Mindanao statt. W&auml;hrend der Marcos-&Auml;ra (1965-86) verst&auml;rkte sich dieser Trend: Fortan flankierten interne Kolonisierungsma&szlig;nahmen die von Manila verfolgte Strategie exportorientierter Entwicklung.<\/p><p>Allein auf der gr&ouml;&szlig;ten s&uuml;dphilippinischen Insel Mindanao wurden etwa 50 Prozent der gesamten Mais- und Kokosnuss-, 20 Prozent der Reis-, 50 Prozent der Fisch-, nahezu 100 Prozent der f&uuml;r die Ausfuhr bestimmten Bananen- und Ananasproduktion des Landes gewonnen. 40 Prozent der Viehzucht waren dort lokalisiert, und fast 90 Prozent der Nickel-, Kobalt- und Eisenerz- sowie nahezu 100 Prozent der Bauxitvorkommen wurden dort abgebaut. Bis auf Erd&ouml;l verf&uuml;gen Mindanao und der Sulu-Archipel &uuml;ber strategische Rohstoffressourcen. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Eine Vielzahl nat&uuml;rlicher H&auml;fen und seine Fruchtbarkeit machten Mindanao zum Magneten f&uuml;r ausl&auml;ndisches Kapital. Nach einer verheerenden Kahlschlagpolitik wurden Grund und Boden vom internationalen Agrobusiness unter Beschlag genommen. <em>Dole, Del Monte<\/em> und weitere Konzerne unterhielten hier ihre weltweit gr&ouml;&szlig;ten Plantagen mit einer Gesamtnutzungsfl&auml;che von weit &uuml;ber hunderttausend Hektar Land, die lange Zeit f&uuml;r lediglich umgerechnet 50 US-Cents pro Hektar\/Jahr von der regierungseigenen Nationalen Entwicklungsgesellschaft gepachtet worden waren.<\/p><p><strong>Grundlegender demografischer Wandel &ndash; Squatters im eigenen Land<\/strong><\/p><p>Betrug im S&uuml;den der muslimische Bev&ouml;lkerungsanteil 1913 noch 98 Prozent, so war dieser bereits Mitte der 1970er-Jahre auf nur 30 Prozent geschrumpft. Vor der Kolonisierung geh&ouml;rten der muslimischen Bev&ouml;lkerung und den <em>Lumad<\/em> (nicht-muslimischen indigenen V&ouml;lkern) s&auml;mtliches Land. Heute besitzen diese weniger als 15 Prozent, vorwiegend in abgelegenen, unfruchtbaren Gebirgsregionen. Rund 80 Prozent der Moslems sind landlose P&auml;chter. Der Verwaltungsapparat, das Milit&auml;r sowie der Dienstleistungs- und Handelssektor sind fest in den H&auml;nden der aus dem Norden zugewanderten Siedler. Selbst die m&auml;chtigsten Vertreter der zahlenm&auml;&szlig;ig kleinen muslimischen Elite waren ihnen unter Marcos untergeordnet. Zur politischen und wirtschaftlichen Benachteiligung gesellte sich eine von Manila zielstrebig gesch&uuml;rte kulturelle Geringsch&auml;tzung. In Schulb&uuml;chern und Schauspielen figurier(t)en die Moros bestenfalls als Staffage oder bemitleidenswertes Schlusslicht nationaler Entwicklung. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Der Landraub vollzog sich keineswegs friedlich. Auf der einen Seite bildeten die Siedler bewaffnete Formationen &ndash; staatlich unterst&uuml;tzte oder geduldete B&uuml;rgerwehren und paramilit&auml;rische (christliche) Sekten. Auf der anderen Seite organisierten sich (muslimische) Selbstschutzkommandos und bewaffnete Gangs. Dies bildete den Hintergrund einer stetig gr&ouml;&szlig;er werdenden Gewaltkulisse. Kein Wunder, dass Mindanao w&auml;hrend der Marcos-&Auml;ra zur mit Abstand h&ouml;chstmilitarisierten Region des Archipels avancierte. &Uuml;ber 60 Prozent der Kampfeinheiten der <em>Philippinischen Streitkr&auml;fte (AFP)<\/em> waren dort st&auml;ndig stationiert &ndash; vorrangig zum Schutz von Siedlern und ausl&auml;ndischen Wirtschaftsinteressen vor sich neu formierendem Moro-Widerstand. Ein &bdquo;Religionskrieg&ldquo; verhindere die Entwicklung des S&uuml;dens, hie&szlig; es in Manila. F&uuml;r ein &Uuml;berleben und die Selbstbestimmung k&auml;mpfe man &ndash; konterten die Moslems. Dieses &bdquo;Missverst&auml;ndnis&ldquo; kostete seit 1970 etwa 150.000 Menschen das Leben. [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Ganz zu schweigen von den Hunderttausenden Binnenfl&uuml;chtlingen und seit der Zeit dauerhaft im benachbarten ostmalaysischen Bundesstaat Sabah im Exil lebenden Moros.<\/p><p>Jahrzehnte sollten vergehen, bis sich die Moros erneut und vehement gegen die Zentralregierung auflehnten. Niemand hatte sie gefragt, ob sie 1946 Teil der unabh&auml;ngig gewordenen Republik der Philippinen werden wollten. Die in Washington und Manila unterbreiteten Protestresolutionen und Petitionen gegen die Eingliederung des s&uuml;dlichen Teils des Archipels in die neue Republik fanden kein Geh&ouml;r. Ausgerechnet eine (letztlich fehlgeschlagene) Geheimoperation Manilas wirkte als Katalysator neuerlichen Protests und markierte die Geburtsstunde neu formierten (bewaffneten) Widerstands.<\/p><p><strong>Exkurs: Manilas beschwiegenes Jabidah-Massaker<\/strong><\/p><p>Am Anfang stand ein Massaker: Am 18. M&auml;rz 1968 wurden mindestens zwei Dutzend junge muslimische Rekruten &ndash; andere Quellen sprechen von 64 bis &uuml;ber 100 Toten &ndash; von ihren Vorgesetzten auf der Insel Corregidor in der Bucht von Manila exekutiert. Dieses blutige Ereignis war das Fanal des erneuten bewaffneten Moro-Widerstands gegen die Zentralregierung in Manila. Die Konsequenzen des Massakers auf Corregidor wirken bis heute nach &ndash; tief verwurzelt im kollektiven Ged&auml;chtnis. F&uuml;r Moros ist der 18. M&auml;rz allj&auml;hrlich ein besonderer Gedenktag.<\/p><p>Begonnen hatte alles im Jahre 1967 auf der kleinen s&uuml;dphilippinischen Insel Simunul, von der aus man an klaren Tagen K&uuml;stenstreifen des ostmalaysischen Bundesstaates Sabah sehen kann. Dort fand unter dem Kommando von <em>Major Eduardo Martelino<\/em> eine geheime milit&auml;rische Ausbildung in Sabotage, Infiltration und Sprengstoffattacken von etwa 180 Rekruten statt, die im Januar 1968 nach Corregidor verlegt worden waren. Der Drill soll hart und das Essen miserabel gewesen sein. Auch der versprochene Monatssold von 50 Peso (umgerechnet entsprach das damals zirka 50 DM) soll den Rekruten letztlich vorenthalten worden sein. Es kam daraufhin zu einer Revolte, die von den Vorgesetzten am 18. M&auml;rz 1968 blutig unterdr&uuml;ckt wurde. So jedenfalls lautete sp&auml;ter die Version der Regierung in Manila.<\/p><p>Der einzige &Uuml;berlebende des Massakers, <em>Jibin Arula<\/em>, gab hingegen zu Protokoll, seine Kameraden seien niedergemetzelt worden, weil sie sich geweigert h&auml;tten, auf Befehl von oben in Sabah einzumarschieren. &bdquo;Warum&rdquo;, so Arula, &bdquo;sollten wir die Malaysier angreifen, wo sie doch unsere Br&uuml;der sind und wir mit ihnen nicht in Streit liegen?&rdquo; Dass Arula &uuml;berhaupt &uuml;berlebte, indem er schwimmend und mit Hilfe eines Fischers auf das Festland entkommen konnte, wertete man sp&auml;ter in Manila als Wunder. [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] Eine andere Version der Ereignisse sprach von einer Meuterei, die von den Offizieren drakonisch niedergeschlagen und wobei eine gesamte Kompanie massakriert worden sei, um zu vermeiden, dass &Uuml;berlebende Zeugen der unhaltbaren Zust&auml;nde auf Corregidor werden konnten. Die Leichen der Ermordeten habe man von Hubschraubern aus ins Meer geworfen.<\/p><p>War Major Martelino der Hauptakteur in diesem Drama, so war der damalige Pr&auml;sident und gleichzeitige Oberbefehlshaber der philippinischen Streitkr&auml;fte, Ferdinand E. Marcos, zweifellos der Kopf des gesamten <em>&bdquo;Operationsplans Merdeka&rdquo; (Freiheit)<\/em>, wie der Codename dieses abenteuerlichen Unternehmens lautete. Wie Marcos stammte auch Martelino aus der Ilocos-Region im Norden des Landes. Der Major soll zum Islam konvertiert sein und sich, nachdem er eine Muslima namens Safiyah geheiratet hatte, fortan den Namen <em>&bdquo;Abdulatif&rdquo;<\/em> zugelegt haben. Ob Martelino tats&auml;chlich Muslim geworden oder dies nur ein Propagandaman&ouml;ver war, um in der Region Unterst&uuml;tzung f&uuml;r den Operationsplan Merdeka zu bekommen, blieb &ndash; wie so vieles in dieser Aff&auml;re &ndash; im Dunkeln. Jedenfalls soll der Major zuvor als Milit&auml;rattach&eacute; in Washington ein Verfechter des <em>Maphilindo-Plans<\/em> gewesen sein, der seinerzeit eine malaysisch-philippinisch-indonesische F&ouml;deration als Einheitsprojekt aller Malaien vorsah.<\/p><p>Hintergrund des Operationsplans Merdeka war der 1962 erhobene (und seitdem schwelende) Anspruch Manilas auf Sabah, den der damalige philippinische Pr&auml;sident Diosdado Macapagal (1961-65) geltend gemacht hatte. [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] Macapagal berief sich darauf, dass einst das Sultanat von Sulu Souver&auml;n des n&ouml;rdlichen Teil Borneos gewesen und dieser zwischenzeitlich integraler Bestandteil der Republik der Philippinen geworden sei. W&auml;hrend Macapagal indes eine friedliche und diplomatische Konfliktl&ouml;sung favorisiert hatte, wollte Marcos die Sabah-Frage offensichtlich politisch instrumentalisieren und schreckte dabei selbst vor illegalen Methoden nicht zur&uuml;ck. Auf einer nationalistischen Welle reitend, wollte er wiedergew&auml;hlt werden, was ihm &ndash; einmalig in der Geschichte des Landes &ndash; auch 1969 gl&uuml;ckte.<\/p><p>Die wahre Geschichte dieses als <em>Jabidah-Massaker<\/em> [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] in die Geschichte eingegangenen Operationsplans Merdeka wurde nie enth&uuml;llt. Alle Hebel sind seitens der Regierung in Bewegung gesetzt worden, um Spuren zu verwischen. Selbst vom Senat und Repr&auml;sentantenhaus eingesetzte Untersuchungskommissionen stie&szlig;en ins Leere. Den vor ein Milit&auml;rgericht gestellten Offizieren und Soldaten wurde kein Haar gekr&uuml;mmt. Keiner wollte es gewesen sein, und 1971 &ndash; der B&uuml;rgerkrieg im S&uuml;den war voll entbrannt &ndash; waren s&auml;mtliche Angeklagten auf freiem Fu&szlig;. Lange kursierten Ger&uuml;chte &uuml;ber das Schicksal von Major Martelino &ndash; mal galt er als vermisst, mal als in einem malaysischen Gef&auml;ngnis einsitzend. Unbestritten ist indes, dass die Supervision dieses klandestinen Projekts dem Marcos direkt unterstellten <em>Civil Affairs Office<\/em> oblag.<\/p><p>Verst&auml;ndlicherweise sackten die Beziehungen zwischen Malaysia und den Philippinen rasch auf einen Tiefpunkt. Kuala Lumpur zog sein Botschaftspersonal aus Manila ab, und die Polizei in Sabah schickte scharenweise illegal ins Land gereiste Filipinos wieder zur&uuml;ck, die man zuvor stillschweigend geduldet hatte. Sp&auml;ter sollte sich Malaysia an Manila r&auml;chen, indem es Mitgliedern der im Zuge dieser Ereignisse entstandenen <em>Moro Nationalen Befreiungsfront (MNLF)<\/em> in Sabah Unterschlupf gew&auml;hrte und zulie&szlig;, dass sie dort milit&auml;risch ausgebildet und mit Waffen versorgt wurden. In diesem Sinne markierten die Ereignisse vom 18. M&auml;rz 1968 die Geburtsstunde der MNLF und den neuerlichen Beginn des bewaffneten Moro-Widerstands in den S&uuml;dphilippinen. Erst 1915\/16 war es Einheiten der Kolonialmacht USA nach Jahren blutiger Auseinandersetzungen gelungen, diese Region, welche die fr&uuml;here Kolonialmacht Spanien nie zu unterjochen vermochte, endg&uuml;ltig milit&auml;risch zu &bdquo;befrieden&ldquo;.<\/p><p><strong>Neu formierter Widerstand<\/strong><\/p><p>Am 1. Mai 1968 unterzeichnete der fr&uuml;here Gouverneur von Cotabato, <em>Datu Udtog Matalam<\/em>, ein Manifest, das die Errichtung eines islamischen Staates &ndash; der Republik von Mindanao und Sulu &ndash; vorsah. Dies signalisierte den Beginn der <em>Muslim Independence Movement<\/em> &ndash; sp&auml;ter in <em>Mindanao Independence Movement (MIM)<\/em> umbenannt &ndash;, die die traditionelle muslimische Elite gr&uuml;ndete. Diese pr&auml;sentierte sich, wollte sie ihren R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung nicht g&auml;nzlich verlieren, nach au&szlig;en hin antikolonial. Allein aus materiellen Erw&auml;gungen war ihr jedoch daran gelegen, antiimperiale und antikoloniale Inhalte zu verschleiern oder sie zum sp&auml;teren Zeitpunkt, in einem neu zu gr&uuml;ndenden Staat, aufgehoben zu wissen. Die religi&ouml;s gewendete Anti-Marcos-Kritik sicherte der MIM-F&uuml;hrung betr&auml;chtliche finanzielle Zuwendungen aus dem Nahen und Mittleren Osten. Ob und in welchem Umfang sie auch aus den Anrainerstaaten Malaysia und Indonesien Sch&uuml;tzenhilfe bezog, ist ungewiss.<\/p><p>In Abgrenzung zur MIM entstand 1968\/69 der Nukleus der <em>Moro National Liberation Front (MNLF)<\/em> unter der &Auml;gide des s&uuml;dlich von Jolo stammenden <em>Nur Misuari<\/em>. Misuaris Politisierung erfolgte Mitte der 1960er-Jahre in der linken Studenten- und Jugendbewegung Manilas, wo er Politik studiert und zeitweilig gelehrt hatte. Anfang der 1970er-Jahre setzte er sich ins Ausland ab und verbrachte die Jahre bis 1986\/87 vorwiegend in Libyen und anderen L&auml;ndern des Nahen und Mittleren Ostens. Politisch-diplomatisch unterst&uuml;tzt wurde die MNLF von der <em>Organisation der Islamischen Konferenz (OIC)<\/em> mit Sekretariatssitz im saudi-arabischen Dschidda. Bis Mitte der 1970er-Jahre hielt die MNLF am Konzept der Sezession <em>MINSUPALAs (Mindanaos, des Sulu-Archipels und Palawans)<\/em> und an der Schaffung einer auf diesem Territorium unabh&auml;ngigen <em>Bangsa Moro Republik<\/em> (Republik der Moro-Nation) fest.<\/p><p><small>Titelbild: Titelbild: em_concepts\/shuttestock.com<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em><strong>Rainer Werning<\/strong> ist u.a. Co-Herausgeber der B&uuml;cher <em>Voices From Moro Land. Perspectives from Stakeholders and Observers on the Conflict in the Southern Philippines<\/em> (zusammen mit Peter Kreuzer) Petaling Jaya, Selangor, Malaysia, 2007: Strategic Information and Research Development Centre &amp; <em>Conflict in Moro Land &ndash; Prospects for Peace?<\/em> (zusammen mit Arndt Graf &amp; Peter Kreuzer), Pulau Pinang, Malaysia 2009: Universiti Sains Malaysia Press.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] In Anlehnung an die &bdquo;Mauren&ldquo;\/&bdquo;Mohren&ldquo; Nordafrikas bezeichneten die spanischen Kolonialherren in h&ouml;chst pejorativem Sinne all jene Personen im S&uuml;den der Philippinen als &bdquo;Moros&ldquo;, die sich zum Islam bekannten. Ende der 1960er-Jahre interpretierte der damalige F&uuml;hrungskern der <em>Moro Nationalen Befreiungsfront (MNLF)<\/em> den Begriff neu, ma&szlig; ihm fortan eine positive Bedeutung bei und entschloss sich, &bdquo;Moro&ldquo; explizit als Teil ihres Organisationsnamens zu verwenden.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Gross, Max L. (2007): <em>A Muslim Archipelago: Islam and Politics in Southeast Asia.<\/em> Washington, DC: National Defense Intelligence College, pp. 171-232 &ndash; hier: S. 177.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Bacevich, Andrew J. (2006): <em>What happened at Bud Dajo: A forgotten massacre &ndash; and its lessons<\/em>, in: The Boston Globe. March 12; Jubair, Salah (1999): <em>Bangsamoro: A Nation under endless Tyranny.<\/em> Kuala Lumpur: IQ Marin; Vitug, Marites Danguilan\/Gloria, Glenda M. (2000): <em>Under the Crescent Moon: Rebellion in Mindanao.<\/em> Quezon City: Ateneo Center for Social Policy &amp; Public Affairs\/Institute for Popular Democracy sowie Tuazon, Bobby M. (ed.\/2008): <em>The Moro Reader: History and Contemporary Struggles of the Bangsamoro People.<\/em> Preface by Prof. Oscar Evangelista. Quezon City: PSPA\/CenPEG.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Zit. nach: George W. Davis (1903) <em>Annual Report of Major General George W. Davis, U.S. Army, Commanding Division of the Philippines, October 1, 1903 to July 28, 1903<\/em>, p. 261. Manila.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Zwick, Jim (ed.) (1992): <em>Mark Twain&rsquo;s Weapons of Satire: Anti-Imperialist Writings on the Philippine-American War.<\/em> Syracuse: Syracuse University Press.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Werning, Rainer (2009): Bitter Legacies of a long-lasting War, in: Graf, Arndt\/Kreuzer, Peter\/Werning, Rainer (eds.): <em>Conflict in Moro Land &ndash; Prospects for Peace?<\/em> Penang: Penerbit Universiti Sains Malaysia &ndash; hier S. 6 ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Siehe dazu u.a.: Latiph, Atty. Algamar A. (2007): <em>The Root Cause of Electoral Fraud, Violence and Vote Vending in the Autonomous Region in Muslim Mindanao<\/em>, in: Bulatlat (online-magazine = <a href=\"http:\/\/www.bulatlat.org\">www.bulatlat.org<\/a>) Vol. VII, No. 18. Quezon City. June 10-16; Asani, Abdurasad (1980): <em>Moros &ndash; Not Filipinos<\/em>, published by A. Asani\/Bangsa Moro Research Centre. o.O. sowie Silva, Rad D. (1979): <em>Two Hills of the Same Land: Truth Behind the Mindanao Problem<\/em>, o.O., Mindanao-Sulu Critical Studies &amp; Research Group. (rev. ed.)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"https:\/\/ucdp.uu.se\/conflict\/308\">Philippines: Mindanao | UCDP &ndash; Uppsala Conflict Data Program<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Erst im Februar 2011 meldeten philippinische Medien, dass Arula im Herbst des Vorjahres bei einem Verkehrsunfall in Trece Martires (Provinz Cavite) ums Leben gekommen war.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Werning, Rainer (2026): <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=149256\"><em>Zankapfel Sabah: Ein alter Konflikt aus Kolonialzeiten sorgt erneut f&uuml;r Missstimmung zwischen Manila und Kuala Lumpur<\/em><\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] In der s&uuml;dphilippinischen Folklore ist <em>Jabidah<\/em> der Name einer ebenso wagemutigen wie anmutig-sch&ouml;nen Frau. &ndash; Siehe: <a href=\"https:\/\/bangsamoro.gov.ph\/news\/latest-news\/remembering-jabidah-and-the-seeds-of-the-struggle\/\">https:\/\/bangsamoro.gov.ph\/news\/latest-news\/remembering-jabidah-and-the-seeds-of-the-struggle\/<\/a>; <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1057\/9781137311672_5\"><em>On the Fluidity and Stability of Personal Memory: Jibin Arula and the Jabidah Massacre in the Philippines<\/em><\/a> sowie <a href=\"https:\/\/opinion.inquirer.net\/161843\/jabidah-massacre-and-transitional-justice\">https:\/\/opinion.inquirer.net\/161843\/jabidah-massacre-and-transitional-justice<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von 1571 bis 1898 w&auml;hrte die spanische Herrschaft &uuml;ber jenen s&uuml;dostasiatischen Archipel, den sie unter dem Namen &bdquo;Philippinen&ldquo; als Kolonie in Besitz genommen hatten. Doch nur den n&ouml;rdlichen und zentralen Teil des Inselreiches vermochten die Konquistadoren unter ihre Kontrolle zu bringen. Im s&uuml;dlichen Landesteil widersetzten sich die islamisierten Gesellschaften, von den Spaniern abf&auml;llig <em>&bdquo;Moros&ldquo;<\/em> genannt,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156112\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":86992,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,20,171],"tags":[912,1055,2175,1792,1311,2927,2840,1971,2039,1556,2690],"class_list":["post-156112","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-buergerkrieg","tag-fluechtlinge","tag-interventionspolitik","tag-kolonialismus","tag-landgrabbing","tag-malaysia","tag-massenmord","tag-philippinen","tag-siedlungspolitik","tag-usa","tag-widerstandsbewegung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/shutterstock_1990540664.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156112","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=156112"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156112\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":156173,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156112\/revisions\/156173"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/86992"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=156112"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=156112"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=156112"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}