{"id":156129,"date":"2026-09-13T13:00:49","date_gmt":"2026-09-13T11:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156129"},"modified":"2026-09-12T00:54:16","modified_gmt":"2026-09-11T22:54:16","slug":"leserbriefe-zu-tschuess-briefkasten-die-post-macht-die-flatter-und-hinterlaesst-eine-servicewueste-namens-dhl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156129","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eTsch\u00fcss Briefkasten! Die Post macht die Flatter und hinterl\u00e4sst eine Servicew\u00fcste namens DHL\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\nIn dieser <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=155997\">Abrechnung<\/a> weist <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong> darauf hin, dass die ehemalige Deutsche Bundespost ein verl&auml;sslicher Versorger gewesen sei, der der Allgemeinheit qua Gesetz mit fl&auml;chendeckendem Angebot zu erschwinglichen Preisen zu dienen gehabt h&auml;tte. 1994 sei jedoch die Privatisierung gekommen und seit 1. September 2026 hei&szlig;e die Post gar nicht mehr Post, sondern DHL, genauer: DHL AG. Die Post wolle einfach nicht mehr die Post sein. 2025 habe die Post\/DHL einen operativen Gewinn von 6,1 Milliarden Euro eingestrichen, &bdquo;wovon mal eben 2,1 Milliarden Euro in die Taschen der Aktion&auml;re wanderten. Klar, dass man in Zukunft noch schneller wachsen will.&ldquo; Seit dem neuen &bdquo;Gesetz zur Modernisierung des Postrechts&ldquo; vom 1. Januar 2025 m&uuml;ssten Sendungen zu 95 Prozent erst am dritten Werktag nach Einwurf und zu 99 Prozent am vierten Werktag den Empf&auml;nger erreichen. Zum kommenden Jahreswechsel sollen die Kosten weiter steigen, st&auml;rker als beim letzten Mal, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article68c9077abc538c447095e01d\/ab-2027-es-muss-nennenswert-wachsen-deutsche-post-pocht-auf-deutliche-erhoehung-des-briefportos.html\">&bdquo;um die Modernisierung zu stemmen&ldquo;<\/a>. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. K&uuml;rzungen aus redaktionellen Gr&uuml;nden bleiben vorbehalten. Wir haben dazu interessante E-Mails erhalten, f&uuml;r die wir uns bedanken. Die nun folgende Leserbrief-Auswahl hat <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt.<\/p><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Wurzbacher,<\/p><p>danke f&uuml;r die Bestandsaufnahme bei Deutsche Post \/ DHL. DHL bedeutet f&uuml;r mich Dauert Halt L&auml;nger !<\/p><p>Nun kann man auch Geld verschicken mit Western Union. Das wollte Oma Erna schon immer. Hier in der Stadt Bruchsal (47.000 Einwohner) wurde die Hauptpost geschlossen. Statt dessen gibt es im ganzen Stadtgebiet verteilt Postagenturen die privat betrieben werden.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p>Helmut Lang<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo,<\/p><blockquote><p>&ldquo;F&uuml;r unsere Kundinnen und Kunden bleibt zugleich alles vertraut: Briefe, Pakete, Filialen, Packstationen, Poststationen und Briefk&auml;sten &ndash; wir liefern weiter, wie gewohnt&ldquo;,<\/p><\/blockquote><p>Postfaktisches von der Post&hellip;.<\/p><p>DHL = Dumm, Hirnlos und Lahm.<\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e<\/p><p>T. Rath<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo,<\/p><p>dabei ist es ja nicht so, dass das Thema Infrastruktur f&uuml;r die B&uuml;rger keine Bedeutung h&auml;tte. Ganz im Gegenteil. Immer wieder taucht das Thema priorisiert dort auf, wo B&uuml;rger Verbesserungen einfordern, insbesondere in der Fl&auml;che.<\/p><p>Eine ausreichend gute Versorgung mit Basisdiensten wie Post und Telekommunikation, &Ouml;PNV Bus und\/oder Bahn, Bargeld- und Lebensmittelversorgung geh&ouml;ren als Mindeststandards aus meiner Sicht in jedes Wohnumfeld. Und das als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.<\/p><p>Was passiert stattdessen? Mit kr&auml;ftiger medialer Unterst&uuml;tzung wird auf Scheinalternativen verwiesen, die eine Grundversorgung in ausreichender Qualit&auml;t &uuml;berhaupt nicht leisten, Angebote werden in Salamitaktik zusammengestrichen oder die Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit wird von heute auf morgen eingestellt &ndash; und das ersatzlos.<\/p><p>Wozu f&uuml;hrt das? Das angestammte Wohnumfeld verk&uuml;mmert und wird in der Folge sogar verlassen.<\/p><p>Ich gebe zu, wenig Hoffnung zu haben, bei diesem Anliegen eines Tages eine nachhaltige Verbesserung zu erleben. Es gleicht einem Kampf gegen Windm&uuml;hlen.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<\/p><p>B. Rheiner<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Redaktion der NDS.<\/p><p>Wenn man f&uuml;r eine Privatisierung vom &ouml;ffentlichen Eigentum stimmt und dieses Eigentum in eine Aktiengesellschaft &uuml;berf&uuml;hrt, muss man zwingend damit rechnen, dass diese auch als solche agiert. Darauf zu hoffen, dass sich durch eine Privatisierung eine Effizienz mit einem guten Service zum &bdquo;Nulltarif&ldquo; entwickelt, oder dass sich eine AG mit einer &bdquo;schwarzen Null&ldquo; zufriedengibt, w&auml;re t&ouml;richt. Ob im Vorfeld der Privatisierung der Antrieb bei den verantwortlichen Politkern darin lag, dass die Diskrepanz zwischen Anlegerinteressen und Allgemeinwohl erst die n&auml;chsten W&auml;hlergenerationen ausfechten m&uuml;ssen, sei einmal dahingestellt.<\/p><p>Dass die Deutsche Post AG in ihrer Funktion als damalige Konzernmutter einer Aktiengesellschaft einen Weltkonzern aufbaute der Milliardengewinne abwarf, ist sicher aller ehrenwert, zumal aus diesen Gewinnen auch die Steuerzahler &uuml;ber Dividendenzahlungen einen Nutzen erzielten. Das nun die einstige Konzernmutter Deutsche Post AG zu einer Konzerntochter degradiert wurde, nur weil sie die von Investoren erwarteten fr&uuml;heren Renditen nicht mehr erwirtschaften kann, k&ouml;nnen Menschen die sich wenig f&uuml;r Aktien und Finanzm&auml;rkte interessieren wom&ouml;glich nur schwer nachvollziehen. Wenngleich es in anderen Unternehmen allgemein &uuml;blich ist, dass diese wenig profitable Bereiche absto&szlig;en, egal wieviel Gewinne sie fr&uuml;her erzielten.<\/p><p>Doch jeder Einzelne sollte wenigstens nachvollziehen k&ouml;nnen, dass er in der Rolle eines imagin&auml;ren Verm&ouml;gensberaters in seinem Bekanntenkreis kaum Pluspunkte sammeln w&uuml;rde, wenn dieser eine Investitionsempfehlung f&uuml;r ein Unternehmen abgeben w&uuml;rde das bestenfalls eine Schwarze Null prognostiziert. So ein Gedankenspiel scheint zumindest f&uuml;r die Bundesnetzagentur abwegig zu sein, da sie zur Erf&uuml;llung eines Infrastrukturauftrags durch eine AG eine schwarze Null f&uuml;r v&ouml;llig ausreichend h&auml;lt. So hat diese das Briefentgelt f&uuml;r einen Standardbrief mit einem Entgelt von 95 Cent festgelegt, wobei sie selbst den europ&auml;ischen Durchschnittsvergleich auf 1,26 EUR taxierte.<\/p><p>Verwundert es tats&auml;chlich, dass die jetzige Konzerntochter die Zahl von ca. 36.000 Beschwerden im ersten Halbjahr bei t&auml;glich Millionen zugestellten Sendungen, diese nicht so sehr in einen prim&auml;ren Mittelpunkt ihres Agierens stellt wie man es sich vielleicht w&uuml;nschen w&uuml;rde? Das viele Beschwerden sich nachtr&auml;glich als unberechtigt erweisen ist sicherlich zweitrangig. Ebenso der Hinweis, dass die Dunkelziffer von realen Zustellm&auml;ngeln mit Sicherheit weit h&ouml;her liegen d&uuml;rfte als 36.000 in einen halben Jahr.<\/p><p>Worin liegt also der Denkfehler? W&auml;re es seinerzeit im Vorfeld der Privatisierung vielleicht doch sinnvoller gewesen den Weg hin zu einer K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts einzuschlagen? Zumal der Steuerzahler als gr&ouml;&szlig;ter Anteilseigner der Konzerntochter Deutschen Post AG nicht mehr vom weltweit erwirtschafteten Gewinn des DHL-Konzerns profitieren wird.<\/p><p>Als fast ehemaliger Besch&auml;ftigter des Unternehmens, habe ich den Wandel von einer Bundesbeh&ouml;rde bis zur jetzigen Ausgliederung der Deutschen Post AG aus dem DHL-Konzern in zahlreichen Facetten mitbekommen. Auch 1994 jene Eigenarten im Vorfeld zur Privatisierung, als man den Begriff &bdquo;Union Busting&ldquo; noch nicht kannte.<\/p><p>Zum Gl&uuml;ck hatte ich bei allen Missliebigkeiten zum Trotz eine Interessenvertretung, die sich zwar sehr vielen beugen musste, aber dennoch nicht brach! Sehr vieles konnte diese f&uuml;r uns retten. Stichwort; betrieblicher u. &auml;nderungsbedingter K&uuml;ndigungsschutz, heimatnahe Weiterbesch&auml;ftigung bei Betriebsverlagerungen u.v.a. gute Tarifvertr&auml;ge u. Betriebsvereinbarungen. Ohne diese jetzt in den Himmel loben zu wollen, aber ohne einen guten gewerkschaftlichen Organisationsgrad w&auml;re der Erfolg seinerzeit garantiert nicht gelungen. Letzteres soll kein versteckter Hinweis sein sondern ein deutlicher, an was es gegenw&auml;rtig am Standort D deutlich mangelt!<\/p><p>Es mag skurril erscheinen, dass die Besch&auml;ftigten die &Uuml;berleitung in einer Tochtergesellschaft ebenfalls als Erfolg betrachten m&uuml;ssen. Denn es ist eben nicht normal, dass Tarifvertr&auml;ge und Betriebsvereinbarungen des abgebenden Unternehmens in die neue Gesellschaft 1:1 &uuml;bernommen werden. Auch dann nicht, wenn die neue &uuml;bernehmende Gesellschaft eine 100prozentige Konzerntochter ist. Denn einen gesetzlichen Anspruch zur &Uuml;bernahme von Tarifvertr&auml;gen und Betriebsvereinbarungen &uuml;ber eine 12 Monatsfrist hinaus, wird laut &sect;613a (1) BGB im Satz 2 explizit ausgeschlossen! Offenbar hat der Konzern aus dem Desaster 2015 dazugelernt, als man mit dem Kopf durch die Wand einen Teil des Paketbereichs in die damals neu gegr&uuml;ndete &bdquo;Delivery&ldquo; auslagerte und sp&auml;ter diese notgedrungen wieder aufl&ouml;ste.<\/p><p>Mein Eindruck und meine Bef&uuml;rchtung f&uuml;r die Zukunft zugleich geht dahin, dass die DHL AG der Bundesnetzagentur den Infrastrukturauftrag f&uuml;r die Tochter Deutsche Post AG eines Tages vor die F&uuml;&szlig;e wirft. Zum Gl&uuml;ck bin ich pers&ouml;nlich bis dahin nicht mehr f&uuml;r dieses Unternehmen t&auml;tig, f&uuml;r das ich jahrzehntelang (sehr) gerne gearbeitet habe.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<\/p><p>Thomas Schmidt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-156129","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=156129"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156129\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":156183,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156129\/revisions\/156183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=156129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=156129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=156129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}