{"id":156394,"date":"2026-09-18T11:30:00","date_gmt":"2026-09-18T09:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156394"},"modified":"2026-09-18T14:01:57","modified_gmt":"2026-09-18T12:01:57","slug":"stressfrei-ins-debakel-dass-s21-ein-kapazitaetskiller-ist-verheimlichen-die-macher-seit-15-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156394","title":{"rendered":"Stressfrei ins Debakel: Dass S21 ein Kapazit\u00e4tskiller ist, verheimlichen die Macher seit 15 Jahren"},"content":{"rendered":"<p>Stuttgart 21 ist mehr als nur Pleiten, Pech und Pannen. Errichtet wurde ein gigantisches L&uuml;gengeb&auml;ude mit ausufernden Kosten und fehlender Sicherheit. Nun ist klar: Selbst am Fundament waren Betr&uuml;ger am Werk. Der Stresstest, der die Leistungsf&auml;higkeit des Bahnprojekts beweisen sollte, war nur ein Gef&auml;lligkeitsgutachten &ndash; damit die B&uuml;rger beim Volksentscheid ihr Kreuz an der richtigen Stelle machen. Das haut den dicksten Elch um. Aber weitergebaut wird trotzdem. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_990\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-156394-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260919_Stressfrei_ins_Debakel_Dass_S21_ein_Kapazitaetskiller_ist_verheimlichen_die_Macher_seit_15_Jahren_NDS.mp3?_=1\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260919_Stressfrei_ins_Debakel_Dass_S21_ein_Kapazitaetskiller_ist_verheimlichen_die_Macher_seit_15_Jahren_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260919_Stressfrei_ins_Debakel_Dass_S21_ein_Kapazitaetskiller_ist_verheimlichen_die_Macher_seit_15_Jahren_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260919_Stressfrei_ins_Debakel_Dass_S21_ein_Kapazitaetskiller_ist_verheimlichen_die_Macher_seit_15_Jahren_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=156394-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/260919_Stressfrei_ins_Debakel_Dass_S21_ein_Kapazitaetskiller_ist_verheimlichen_die_Macher_seit_15_Jahren_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"260919_Stressfrei_ins_Debakel_Dass_S21_ein_Kapazitaetskiller_ist_verheimlichen_die_Macher_seit_15_Jahren_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wer erinnert sich noch? An den legend&auml;ren Elchtest. Oktober 1997, Mercedes hatte gerade seinen ersten Kompaktwagen, die A-Klasse, auf den Markt gebracht. Journalisten aus Schweden stellten das Modell auf die Probe. Unter anderem pr&uuml;ften sie die Fahrstabilit&auml;t, anhand eines doppelten Spurwechsels bei z&uuml;giger Fahrt und ungebremst, zuerst nach links, dann nach rechts. Einen patenten Pkw wirft das nicht aus der Bahn. Anders das kleine Wunderwerk deutscher Ingenieurskunst. Der Mini-Benz kippte einfach um und landete auf dem Dach, wie ein K&auml;fer. Peinlich! Aber Mercedes kriegte doch noch die Kurve: Man stoppte die Auslieferung, baute das Auto um und versah es serienm&auml;&szlig;ig mit dem Elektronischen Stabilit&auml;tsprogramm (ESP), das danach weltweit zum Standard wurde. Und die A-Klasse schaffte es zum Verkaufsschlager. So gab es nach einer Pleite am Ende doch nur Gewinner.<\/p><p>Beim sogenannten Stresstest zu Stuttgart 21 verhielten sich die Dinge genau umgekehrt. Fachkundige Kritiker bezweifelten von Beginn an den von den Verantwortlichen behaupteten technischen Mehrwert des Bahnprojekts. Vor allem erachten sie den im Stuttgarter Boden begrabenen Tiefbahnhof als viel zu klein, um den Erfordernissen zu gen&uuml;gen. Die 2011 von Experten aus der Schweiz vorgenommene Untersuchung &ndash; der Stresstest &ndash; nahm den Gegnern den Wind aus den Segeln. Ihr Gutachten bescheinigte dem geplanten unterirdischen Durchgangsbahnhof, in der Spitzenzeit 30 Prozent mehr Verkehr mit guter Betriebsqualit&auml;t zu bew&auml;ltigen als der bestehende Kopfbahnhof. Pr&uuml;fung bestanden, Bravo. Aber mit welchen Konsequenzen?<\/p><p><strong>Gr&ouml;&szlig;ter Flop der Eisenbahnhistorie<\/strong><\/p><p>Das Ergebnis lieferte die Legitimation, die die Macher brauchten, um sich beim anschlie&szlig;enden Volksentscheid gr&uuml;nes Licht f&uuml;r den Weiterbau S21 von den B&uuml;rgern Baden-W&uuml;rttembergs geben zu lassen. Das taten sie, mit deutlicher Mehrheit, ohne zu ahnen, was sie damit anrichten. Es folgte ein <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152498\">Debakel ohne Ende<\/a>: Pfusch am Bau, st&auml;ndige Verz&ouml;gerungen, &bdquo;Kostenexplosionen&ldquo; in Serie, Flickschusterei mittels &bdquo;Erg&auml;nzungsprojekten&ldquo;, etliche verpasste Er&ouml;ffnungstermine. Dazu eine wohl zwei Jahrzehnte w&auml;hrende L&auml;hmung des Stuttgarter Bahnknotens, die auf den Betrieb in ganz Deutschland ausstrahlt, ewiges Verkehrschaos, ein am Ende mit fast 100 Kilometern Tunneln durchw&uuml;hlter Untergrund in Stuttgart und Umgebung, was Geologen Angst und Schrecken bereitet. Kurzum: Der gr&ouml;&szlig;te Flop in der Eisenbahnhistorie &ndash; im weltweiten Ma&szlig;stab. Und das alles nur, weil seinerzeit ein Test gemeistert wurde.<\/p><p>Von wegen. Zu den vielen schon &uuml;berlieferten L&uuml;gen im Zusammenhang mit der Durch- und Umsetzung des Projekts gesellt sich neuerdings die Mutter aller L&uuml;gen: Der Stresstest war eine T&auml;uschung, ein Gef&auml;lligkeitsgutachten. 15 Jahre sp&auml;ter ist der ehemalige Chef des ausf&uuml;hrenden Schweizer Verkehrsberatungsunternehmens SMA, Werner Stohler, mit der Wahrheit herausger&uuml;ckt.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Diesen Stresstest durchzuf&uuml;hren, war nur die Bahn selbst in der Lage. Und wir haben das, so gut wir konnten, mit einem Audit begleitet.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>F&uuml;r ihn selbst aber seien die Befunde wissenschaftlich &bdquo;wertlos&ldquo; gewesen. Ge&auml;u&szlig;ert hat dies der heute 80-j&auml;hrige Rentner im Kurzfilm <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=q9IXQ0L3X20\">&bdquo;Die sieben Tods&uuml;nden von Stuttgart 21&ldquo;<\/a> des Regisseurs Klaus Gietinger. Der war am Montagabend bei einer Veranstaltung des &bdquo;Aktionsb&uuml;ndnisses gegen Stuttgart 21&ldquo; erstmals vorgef&uuml;hrt worden.<\/p><p><strong>Gr&uuml;ne Opportunisten<\/strong><\/p><p>Zur Erinnerung: Gegen Stuttgart 21 hatte sich damals starker Widerstand formiert. Am &bdquo;Schwarzen Donnerstag&ldquo;, Ende September 2010, gingen Polizeikr&auml;fte im Stuttgarter Schlossgarten brutal gegen Demonstranten vor, &uuml;ber 100 von ihnen trugen Verletzungen davon. Um das Projekt doch noch zu retten, zogen die DB und ihre Projektpartner alle Register: eine Schlichtung unter Regie von Politveteran Heiner Gei&szlig;ler (CDU), der &bdquo;gegl&uuml;ckte&ldquo; Stresstest, schlie&szlig;lich die Volksabstimmung, die sogar die gerade an die Regierung gelangten Gr&uuml;nen zu S21-Bef&uuml;rwortern machte, nachdem sie im Wahlkampf noch &bdquo;erbittert&ldquo; dagegen &bdquo;gek&auml;mpft&ldquo; hatten. Bemerkenswert: Ablehnung des Projekts brachte sie zur Macht, um es dann mit Macht durchzusetzen.<\/p><p>Daf&uuml;r galt es von da an, dem M&auml;rchen der M&auml;chtigen zu glauben. Und das besagte mit gutachterlichem Siegel, der k&uuml;nftige Bahnhof werde im morgendlichen Berufsverkehr 49 ankommende Z&uuml;ge bew&auml;ltigen und nicht nur 37 wie der bestehende. Wohlgemerkt sollte er das bei einer Halbierung der Gleiszahl von 16 auf acht leisten, wider alle Logik und dem, was Leute vom Fach kalkulieren. Zum Beispiel sieht der Physiker Christoph Engelhardt die Belastungsgrenze des Tiefbahnhofs schon bei 29 Z&uuml;gen erreicht &ndash; womit S21 ein Kapazit&auml;tskiller w&auml;re und damit das Gegenteil von Fortschritt.<\/p><p>Auch Stohler wusste das, behielt es aber f&uuml;r sich, der Gesch&auml;fte wegen.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich habe eben selber nicht an diese Kapazit&auml;tsrechnungen geglaubt, und habe, ehrlich gestanden, mich gar nicht mehr heftig darum gek&uuml;mmert.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Vertuschung und Zauberei<\/strong><\/p><p>Das sp&auml;te Gest&auml;ndnis des Ex-SMA-Frontmanns ordnete am Dienstag Bahnfachmann Hans Leister im <em>S&uuml;dwestrundfunk (SWR)<\/em> ein: Man d&uuml;rfe nicht vergessen, dass die Firma von der Bahn abh&auml;ngig war. &bdquo;Den Gro&szlig;teil der Auftr&auml;ge hat die Deutsche Bahn erteilt.&ldquo; Der Fahrplananalyst Felix Berschin sagte dem Sender: &bdquo;Es scheint damals SMA-intern ziemlichen Streit gegeben zu haben zwischen Bef&uuml;rwortern von Aufrichtigkeit und Business.&ldquo; Am Ende obsiegte das Business. Der Auftrag der Bahn an die Gutachter lautete: Gebt uns gr&uuml;nes Licht! Die Experten gaben gr&uuml;nes Licht. Nun bangt die SMA um ihren Ruf. Wie die <em>Stuttgarter Zeitung <\/em>am Mittwoch (hinter Bezahlschranke) berichtete, hat sich die aktuelle Unternehmensf&uuml;hrung von der Darstellung des einstigen Firmengr&uuml;nders umgehend distanziert.<\/p><p>F&uuml;r das <a href=\"https:\/\/kopfbahnhof-21.de\/pressemitteilungen\/stuttgart-21-weiterbau-mit-wertlosem-gutachten-durchgesetzt-pressemitteilung\/\">&bdquo;Aktionsb&uuml;ndnis gegen Stuttgart 21&ldquo;<\/a> kommentierte am Dienstag Sprecher Dieter Reicherter:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Mit Wegfall des Nachweises der Leistungsf&auml;higkeit ist damit die zentrale Legitimation f&uuml;r das Projekt entfallen. (&hellip;) Bei S21 wurden &uuml;ber Jahrzehnte L&uuml;gen eingesetzt, aufrechterhalten und fortgeschrieben. Zu wenig haben auch viele Medien nachgehakt. In Zeiten, in denen unsere Demokratie massiv gef&auml;hrdet ist, tr&auml;gt Vertuschung zur Staatsverdrossenheit bei.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Bei der Bahn gibt man sich stur. Die Konzernspitze richtete laut <em>SWR<\/em> nur aus, der Durchgangsbahnhof mit acht zu- beziehungsweise abf&uuml;hrenden Gleisen k&ouml;nne &bdquo;deutlich mehr Zugverkehr abwickeln als der heutige Kopfbahnhof&ldquo;. Tats&auml;chlich hatte die DB urspr&uuml;nglich selbst mit h&ouml;chstens 32 Z&uuml;gen in Sto&szlig;zeiten geplant. Die Kalkulation war Grundlage f&uuml;r das Genehmigungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA), wurde der &Ouml;ffentlichkeit aber verheimlicht. Stattdessen zauberte man irgendwann die Zahl 49 aus dem Hut.<\/p><p><strong>Alternativen unerw&uuml;nscht<\/strong><\/p><p>&bdquo;Stuttgart 21 basiert nicht nur auf einer simplen L&uuml;ge, es ist einer der gr&ouml;&szlig;ten technischen Betrugsf&auml;lle des Jahrhunderts&ldquo;, befand am Mittwoch Carl Wa&szlig;muth vom B&uuml;ndnis &bdquo;Bahn f&uuml;r Alle&ldquo;. Gegen&uuml;ber den <em>NachDenkSeiten<\/em> bemerkte er:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die ganzen Kosten, die wahnsinnig anmutende Zerst&ouml;rung von Umwelt, Schienennetz und Architektur: Die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger wussten von Anfang an, dass damit der Schienenverkehr reduziert wird und nicht ausgebaut. Jetzt ist es offiziell. Die Verantwortlichen der Deutschen Bahn, bei der Beraterfirma und in der Politik m&uuml;ssen zur Rechenschaft gezogen werden. Und der Kopfbahnhof muss offen bleiben.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Genau das, sprich eine Kombil&ouml;sung, hatte einst auch Stohler angeregt und damals gemeinsam mit Streitschlichter Gei&szlig;ler als Kompromissvorschlag unterbreitet. Zitat: &bdquo;Den Fernverkehr in einem viergleisigen, wesentlich preiswerteren Tiefbahnhof belassen. Und den Nahverkehr weiterhin &uuml;ber den Kopfbahnhof abwickeln.&ldquo; Damit bissen beide auf Granit. &bdquo;Man wollte eigentlich um jeden Preis jetzt diesen Tiefbahnhof durchsetzen&ldquo;, so Stohler.<\/p><p>Der vorl&auml;ufige Preis liegt vorl&auml;ufig und offiziell bei 14,5 Milliarden Euro, die Kosten f&uuml;r die erg&auml;nzenden Tunnel nicht eingerechnet. Die Projektgegner rechnen bis Fertigstellung &ndash; neueste Ansage: 2031 &ndash; mit einer Endsumme von 30 Milliarden Euro. Ganz am Anfang, 1995, war von 2,5 Milliarden Euro die Rede. Wobei die L&uuml;gner auch beim Thema Geld &uuml;berf&uuml;hrt sind. Die Verantwortlichen hatten bereits 2011 ein Gutachten zur Hand, das die Baukosten mit sieben statt der damals gehandelten 4,2 Milliarden Euro bezifferte. 2015 ermittelten dieselben Pr&uuml;fer zehn Milliarden Euro, w&auml;hrend die Bahn noch bis 2018 mit 6,5 Milliarden Euro hausieren ging. Die sogenannten Kostenexplosionen waren demnach schon viel fr&uuml;her eingepreist.<\/p><p><strong>Leinenpflicht f&uuml;r Elche<\/strong><\/p><p>Nach einem Bericht der <em>Stuttgarter Zeitung<\/em> von Ende 2023 (hinter Bezahlschranke) war der DB seit mindestens 2013 bewusst, dass Stuttgart 21 finanziell komplett aus dem Ruder laufen wird. Das Blatt zitierte den Gr&uuml;nen-Politiker Anton Hofreiter, damals Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;W&auml;ren die wahren Kosten und Zeitpl&auml;ne ehrlich zugegeben worden, h&auml;tte man S21 nie begonnen oder wenigstens sp&auml;ter abgebrochen. (&hellip;) Stuttgart 21 steht f&uuml;r ein beispielloses Betr&uuml;gen der &Ouml;ffentlichkeit und ein katastrophales Versagen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wobei die gr&ouml;&szlig;te T&auml;uschung darin bestand, den Menschen S21 als Bahnprojekt zu verkaufen, w&auml;hrend es in Wahrheit ein Immobilienprojekt ist. Es sollte Platz geschaffen werden f&uuml;r die Vermarktung profitabler Grundst&uuml;cke, auf denen sich heute noch ausgedehnte Gleisanlagen befinden. Die Verhei&szlig;ung hei&szlig;t Rosensteinquartier, mit Tausenden Wohnungen und Renditen der Sorte Wolkenkuckucksheim. Vor Gietingers Kamera kommt dazu der fr&uuml;here Bahn-Chef Heinz D&uuml;rr zu Wort. Ein Jahr vor seinem Tod hatte er 2022 gegen&uuml;ber dem Filmemacher freim&uuml;tig einger&auml;umt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Das Problem war, dass das pl&ouml;tzlich ein Bahnhof geworden ist. Mir ging es aber nur drum, wenn der Sackbahnhof wegkommt, dass dann Stuttgart Zentrum 125 Hektar Land kriegt. Und das haben die nicht verstanden. Da ging es nur noch um den Bahnhof.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Also sorgte man daf&uuml;r, dass die &Ouml;ffentlichkeit nur Bahnhof versteht und nichts von kalkulierter Katastrophe. Ein ziemlich verheerendes &bdquo;Missverst&auml;ndnis&ldquo; f&uuml;r Bahnfahrer und Steuerzahler. Und ein lebensbedrohliches dazu. Zu den &bdquo;sieben Tods&uuml;nden von Stuttgart 21&ldquo; z&auml;hlen im Film auch: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115624\">Mangelnder Brandschutz<\/a> in den Tunneln und ein &bdquo;steiler&ldquo; Tiefbahnhof mit einem H&ouml;henunterschied von rund 6,05 Metern auf 400 Metern L&auml;nge. Das sei &bdquo;sechs Mal so viel als eigentlich erlaubt&ldquo;. Fahrg&auml;sten mit Rollkoffern, Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern sei dringendst empfohlen: Gut Festhalten! Und wer mit Elch unterwegs ist &ndash; an die Leine damit.<\/p><p><small>Titelbild: Kelly vanDellen \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/bba4c3d99ed8461f89c8b0534eeb3d11\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stuttgart 21 ist mehr als nur Pleiten, Pech und Pannen. Errichtet wurde ein gigantisches L&uuml;gengeb&auml;ude mit ausufernden Kosten und fehlender Sicherheit. Nun ist klar: Selbst am Fundament waren Betr&uuml;ger am Werk. 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