{"id":156434,"date":"2026-09-19T13:00:58","date_gmt":"2026-09-19T11:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156434"},"modified":"2026-09-18T17:36:37","modified_gmt":"2026-09-18T15:36:37","slug":"leserbriefe-zu-politik-auf-augenhoehe-das-waere-eine-demokratische-zumutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156434","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201ePolitik auf \u201eAugenh\u00f6he\u201c? Das w\u00e4re eine demokratische Zumutung\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156326\">In diesem Kommentar<\/a> vertritt <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong> die These, nach der der Politiker unter dem B&uuml;rger stehe, nicht &uuml;ber ihm. &Uuml;ber die Verh&auml;ltnisse nachzudenken, sei angebracht. &bdquo;Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.&ldquo; So stehe es in Artikel 20 Absatz 2 Grundgesetz. Der demokratisch gew&auml;hlte Politiker, unabh&auml;ngig davon, wie hoch sein Amt sei, ziehe seine Kraft, seine &bdquo;Legitimation&ldquo; einzig und allein aus dem Auftrag des Volkes. Das Volk sei der Souver&auml;n. Politiker in diesem System seien keine Herrscher oder Herren. Sie seien Diener. Immer wieder sei jedoch festzustellen, dass der B&uuml;rger, der doch das Grundgesetz auf seiner Seite habe, nicht wie ein Dienstherr, sondern wie ein Untertan in Erscheinung trete. Wer gegen&uuml;ber einem Politiker als Diener und Untertan auftrete, d&uuml;rfe sich nicht wundern, wenn er genau so behandelt werde. <em>Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. K&uuml;rzungen aus redaktionellen Gr&uuml;nden bleiben vorbehalten.<\/em> Wir danken f&uuml;r die interessanten E-Mails, die wir hierzu erhalten haben. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt hat.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Bingo, Herr Kl&ouml;ckner!<\/p><p>Gut, dass diese &bdquo;eigentliche&ldquo; Binse mal wieder deutlich ausgesprochen wird.<\/p><p>Dazu passt meine vorgestrige Wallung, als ich mir zuf&auml;llig wieder einmal &bdquo;Maischberger&ldquo; gegeben habe, siehe ARD-Mediathek. Da haben sich Sahra Wagenknecht und Carsten Schneider, SPD, Bundesbildungsminister, duelliert. Carsten Schneider hat dann auf eine Frage von Frau Maischberger, ob er die Stimmung im Osten bzgl. der Politik gegen&uuml;ber Russland untersch&auml;tzt habe, so geantwortet, wie ein Angestellter nicht antworten sollte &ndash; vereinfacht: ihm doch egal, er m&uuml;sse das machen, was er f&uuml;r richtig hielte &hellip; Dann wurde ihm wohl bewusst, dass das vielleicht arrogant klingen k&ouml;nnte, und er hat noch schnell eine krude Erkl&auml;rung nachgeschoben, warum die Ossis so denken w&uuml;rden, n&auml;mlich aus historisch begr&uuml;ndeter Angst vor den Russen. Erb&auml;rmlich und &auml;rgerlich.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/maischberger\/maischberger-am-15-09-2026\/wdr\/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtZmFkMDc1MzktZmY0Yy00YjhmLWE2MjQtOTk2MThmNzg3ZWY1\">Hier zu pr&uuml;fen, ca. ab Minute 30:30<\/a><\/p><p>Danke und sch&ouml;nen Gru&szlig;<br>\nMax Glogger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Herr Kl&ouml;ckner, sie treffen mit Ihren Worten voll ins Schwarze!<\/p><p>Diese Worte von Ihnen h&auml;tten schon mal viel, viel zeitiger in die Masse gestreut werden m&uuml;ssen.<\/p><p>Auch ich beobachte dieses Duckm&auml;usertum unter meinen Mitmenschen. Und ich gebe zu, dass es in manchen Gespr&auml;chen dazu gef&uuml;hrt hat, dass man sich pl&ouml;tzlich wie ein Aufwiegler vorkam. Und das, obwohl man eigentlich nur mal eine politische Meinung oder Kritik frei &auml;u&szlig;ern wollte.<\/p><p>Wie aber soll man diesen Untertanen, die sich dazu &uuml;ber Jahrzehnte hinweg haben machen lassen, wieder auf die Beine helfen?<\/p><p>Ich denke mal, dass die Erfahrungen der Menschen, die durch ihre Lohnarbeit in Abh&auml;ngigkeit gehalten werden, genau diese Verhaltensweisen eines Untertanen geformt haben.<\/p><p>Deshalb finde ich die Richtigstellung von Karl Marx so interessant: Der Besch&auml;ftigte ist der Arbeit-Geber, denn er gibt seine Arbeit dem Firmeneigent&uuml;mer, der ihn daf&uuml;r bezahlen muss. Der Firmeneigent&uuml;mer ist somit der Arbeit-Nehmer, der diese Arbeit weiterverkauft.<\/p><p>Ich w&auml;re sowieso daf&uuml;r, alles wieder auf Genossenschaften herunterzubrechen. Denn in so einem Verband lassen sich gerechte Verteilung von Arbeit und Entlohnung durch beide Seiten leichter und sicherlich auf gerechter regeln.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMartina R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag,<\/p><p>es gibt nur eine vern&uuml;nftige L&ouml;sung f&uuml;r Politik auf Augenh&ouml;he und die hei&szlig;t, die B&uuml;rger in die wesentlichen Entscheidungsprozesse miteinzubinden. Im Klartext, auf kommunaler Ebene beginnend, bis zur Bundesebene B&uuml;rgerabstimmungen. Die Verkleinerung von R&auml;ten, Landesparlamenten und Bundestag, nebst anh&auml;ngendem Beamtenapparat.<\/p><p>Also nicht nur von Demokratie reden, sondern b&uuml;rgernahe, effiziente Demokratie wagen und machen.<\/p><p>Hoffentlich bin ich mit diesen Gedanken nun kein Feind &bdquo;Unserer Demokratie&rdquo;.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nThomas St&ouml;be<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>ihre Beschreibung, was Demokratie richtigerweise bedeutet verglichen mit dem tats&auml;chlichen Zustand unserer Demokratie, ist erschreckend. Alle Macht geht nicht mehr vom Volke aus, sondern von den Parteien, besser gesagt den Blockparteien, die sich den Staat zur Beute gemacht haben und den Souver&auml;n mittlerweile offen verachten. Es hat sich ein Neofeudalismus herausgebildet mit EU- Pr&auml;sidentin v.d. Leyen an der obersten Spitze, scheint es mir.<\/p><p>In der Demokratie ist der B&uuml;rger nicht nur der Chef, sondern tr&auml;gt auch die volle Verantwortung dar&uuml;ber, was seine von ihm erw&auml;hlten Repr&auml;sentanten anrichten. Deshalb kann hinterher keiner sagen Die waren schuld sondern in der Demokratie ist es immer das Volk das die Schuld auf dich l&auml;dt, ganz im Unterschied zu einer Diktatur! Wenn also aktuell ein Krieg mit unglaublichen Summen befeuert wird, obwohl dieser Krieg ohne diese Geld sofort beendet w&auml;re, so sind Sie es meine lieben Mitb&uuml;rger, die die daraus folgenden Toten und das ungeheure Leid verursachen und eben nicht ein Herr Pistorius, Merz oder sonst wer. Die AfD &ndash; Leute nehme ich explizit davon aus, denn die haben inzwischen dermassen viele Repressalien zu erdulden, da&szlig; man nicht mehr von gerechter demokratischer Teilhabe sprechen kann, die stehen schon unter der Diktatur der Blockparteien und angeschlossenen NGOs.<\/p><p>mit freundl. Gr&uuml;&szlig;en:  K&auml;hlig Bruno<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>auch wenn das Wort Minister w&ouml;rtlich &uuml;bersetzt ja Bediensteter hei&szlig;t und ein Kanzler auch nur der erste Bedienstete sein kann, halte ich es nicht f&uuml;r angebracht, daraus ein hierarchisches Verhalten abzuleiten. Vielmehr m&ouml;chte ich daran glauben, dass alle Menschen gleich zu behandeln sind, und dass es unserem Zusammenleben durchaus gutt&auml;te, wenn alle auf gleicher Augenh&ouml;he w&auml;ren.<\/p><p>Das hei&szlig;t aber nicht, dass ich die von unserem Bundeskanzler gestellte Forderung einer Klarnamenpflicht im Internet nicht ebenfalls f&uuml;r &auml;u&szlig;erst bedenklich halte. Ja, es erz&uuml;rnt mich zu h&ouml;ren, dass die B&uuml;rger ihre Kritik nicht mehr anonym &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen sollen, denn eben diese M&ouml;glichkeit zur anonymen Kritik war eine der Lehren, die in der jungen BRD aus der Nazi-Diktatur gezogen wurde: den B&uuml;rgern sollte es m&ouml;glich sein, trotz des offensichtlichen Machtgef&auml;lles zwischen den Herrschenden und den B&uuml;rgern auch substanzielle Kritik zu &auml;u&szlig;ern. Und dass die Regierung in vielen lebenswichtigen Bereichen nicht mehr die Interessen der Bev&ouml;lkerung vertritt, ist m.E. kaum noch zu leugnen!<\/p><p>Was Herr Merz also wirklich meint, wenn er &bdquo;auf Augenh&ouml;he sprechen will&ldquo;, ist, dass die Kritiker sich vor ihm soweit offenbaren m&uuml;ssen, dass er sie mit der ganzen H&auml;rte einer absurd versch&auml;rften Strafverfolgung unsch&auml;dlich machen kann. Und das ist ja wohl das Gegenteil von Demokratie und Meinungsfreiheit, denn der Staat hat vom Grundgedanken her auch die Aufgabe, die Bev&ouml;lkerung vor jedem Missbrauch staatlicher Macht zu sch&uuml;tzen!<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Schon das GG hat das Verh&auml;ltnis zwischen Volk und Mandatstr&auml;ger ausgehebelt und bestimmt, dass die Gew&auml;hlten nur ihrem Gewissen verpflichtet sind. Stellen Sie sich das mal bei Kapitalgesellschaften vor. Der nur seinem Gewissen folgende Vorstandsvorsitzende oder Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer w&auml;re nicht mehr lange auf seinem Posten.<\/p><p>Den zweiten Sargnagel hat das Bundesverfassungsgericht in den 50er Jahren eingeschlagen, indem es den Fraktionszwang f&uuml;r Verfassungsgem&auml;&szlig; erkl&auml;rt hat. Jetzt kam es offenbar nur noch auf das Gewissen der entscheidenden Fraktionsmitglieder an. Von Volk war da keine Rede mehr. <\/p><p>Gru&szlig; Michael Kringe <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Morgen Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>ein paar kleine Anmerkungen habe ich zu Ihrem Artikel. Sie schreiben &bdquo;Oder genauer: Sie haben dem Volk &ndash; und damit wieder: auch dem einzelnen B&uuml;rger &ndash; zu dienen.&rdquo; Das ist falsch, sie haben dem Volk zu dienen, <strong>nicht<\/strong> jedem einzelnen B&uuml;rger, denn das ist ein Unterschied. Ein einfaches Beispiel: Um die Energieversorgung der B&uuml;rger zu sichern, beschlie&szlig;t die Bundesregierung eine Stromtrasse von Nord nach S&uuml;d zu bauen. Das dient sicherlich dem Volk. Nun soll die Stromtrasse aber an meinem Grundst&uuml;ck vorbei gehen. Das dient aber nicht mir, da ggf. der Wert meines Hauses sich mindert. Was w&auml;re also zu tun, wenn die Politiker jedem einzelnen B&uuml;rger dienen m&uuml;&szlig;ten? Wir w&uuml;rden keine einzige Entscheidung treffen k&ouml;nnen. Politiker m&uuml;ssen das gro&szlig;e Ganze im Blick haben, nicht jeden einzelnen B&uuml;rger!<\/p><p>Der Politiker steht in dem Verh&auml;ltnis auch nicht in der demokratischen Hierarchie unten. Er ist n&auml;mlich selbst B&uuml;rger und nach dem Grundgesetz sind alle Menschen gleich. Ich finde Ihre Aussage sehr schwierig, weil sie impliziert, dass der Politiker, der sicherlich keine leichte Aufgabe hat, diminuiert wird.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMartin Boremann<\/p><p><em><strong>Antwort Marcus Kl&ouml;ckner:<\/strong><\/em><\/p><p><em>Lieber Herr Boremann,<\/em><\/p><p><em>vielen Dank f&uuml;r Ihre Email und die Gedanken.<\/em><\/p><p><em>Ich sehe das allerdings komplett anders.<\/em><\/p><p><em>Der Ansatz, dass ein Politiker vom Grundsatz dem Volk &ndash; und damit jedem einzelnen B&uuml;rger zu dienen hat &ndash; beinhaltet eine Geisteshaltung, die dringend notwendig ist (wohin wir kommen, wenn diese Geisteshaltung nicht vorhanden ist, sehen wir &hellip;). Vielleicht sind wir uns darin einig, dass der Begriff des Volkes an sich schwierig ist, u.a. auch deshalb, weil in ihm etwas Vages, schwer Greifbares liegt.<\/em><\/p><p><em>Dem Volk zu dienen &ndash; gut! Nur: Das l&auml;sst sich schnell als Worth&uuml;lse bei einer Sonntagsrede formulieren, aber wenn es darauf ankommt, dann kann die postulierte Absicht sich schnell hinter dem schwammigen Volksbegriff verstecken: Das Volk &ndash; wer ist das schon? Na klar: Wir alle! Ja, aber: Wo ist es zu finden? Wie kann man das Volk &ldquo;packen&rdquo;, ihm &ldquo;dienen&rdquo;? Ein Volk ohne den einzelnen B&uuml;rger gibt es nicht. Jeder einzelne B&uuml;rger macht das Volk aus. Von einem Volksvertreter\/einem Politiker zu verlangen, dass er dem einzelnen B&uuml;rger dient, ist keine Zumutung. Denn dort &ndash; gerade dort! &ndash; kann der Dienst am Volk sichtbar werden. &ldquo;Das Volk&rdquo; ist schwammig, der einzelne B&uuml;rger ist konkret!<\/em><\/p><p><em>Nat&uuml;rlich &ndash; und da haben Sie schon recht &ndash; kann, rein praktisch gesehen, ein einzelner Politiker nicht &uuml;ber 80 Millionen B&uuml;rgern direkt, konkret dienen. Aber von dieser Zuspitzung rede ich nicht. Ein Politiker wird von nichts daran gehindert, einem (!) B&uuml;rger, der vor ihm steht, zu dienen. Das kann er sehr wohl. Dazu muss er allerdings als Diener auftreten &ndash; und nicht mit Arroganz, Selbstgef&auml;lligkeit und &Uuml;berheblichkeit.<\/em><\/p><p><em>Ansonsten: Richtig ist auch, dass alle Menschen vor dem GG gleich sind (in der Theorie. Aber lassen wir das mal beiseite). Menschen (hier: Staatsb&uuml;rger) unterscheiden sich allerdings im Hinblick auf ihre Funktionen usw. Der Politiker ist in einem Wesenskern nat&uuml;rlich auch Mensch &ndash; darin unterscheidet er sich nicht von anderen Menschen. Er hat aber eine spezielle Funktion inne, n&auml;mlich die des Staatsdieners. Ihn daran zu erinnern: Das ist nicht nur nicht falsch, sondern dringend angebracht.<\/em><\/p><p><em>Es gr&uuml;&szlig;t Sie herzlich<\/em><br>\n<em>Marcus Kl&ouml;ckner<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr gut, dass Marcus Kl&ouml;ckner die &ldquo;Demokratiefrage&rdquo; aufgreift, die von der vorherrschenden Politik unentwegt als &ldquo;unsere Demokratie&rdquo; betitelt wird und die u.a.  Rainer Mausfeld als &ldquo;Fassadendemokratie&rdquo; entlarvt.<\/p><p>Dass wir B&uuml;rgerInnen in dieser &ldquo;unserer Demokratie&rdquo; von oben herab , sprich,  wie Untertanen behandelt werden, macht klar, dass es allerh&ouml;chste Zeit ist, dieses unvollendete bis fehlkonstruierte  System auf den Pr&uuml;fstand zu stellen. Dazu geh&ouml;rt allerdings auch das &ldquo;Parteisystem, welches bereits die Pazifistin und Philosophin Simone Weil kritisierte in &ldquo;Anmerkung zur generellen Abschaffung politischer Parteien&rdquo;. U.a. sagt Sie darin:<\/p><blockquote><p>&raquo;Der erste und genau genommen einzige Zweck jeder politischen Partei ist ihr eigenes Wachstum, und dies ohne jede Grenze.&laquo;<\/p><\/blockquote><p>Dass die Nachdenkseiten dieses Parteisystem bisher kaum in den Fokus von grunds&auml;tzlicher Kritik r&uuml;ckt, ist aufgrund der politischen Biografie seines Gr&uuml;nders nachvollziehbar. Doch bedeutet kritisches Hinterfragen f&uuml;r mich nicht Abwertung eines sch&auml;tzenswerten Lebenswerkes, sondern die nie endende Suchbewegung wie Frieden und w&uuml;rdiges Leben aller auf den Weg kommen kann.<\/p><p>Das Parteisystem z&auml;hle ich nicht (mehr) dazu, da Parteien &ldquo;machtstrukturell verstanden&rdquo;,  gezwungen sind  um den eigenen Erhalt zu kreisen, was gemeinwohlorientierte Politik verunm&ouml;glicht. Der Blick zur&uuml;ck, z.B. in die &Auml;ra Brandt hilft da wenig  weiter, da es lapidar wie richtig hei&szlig;t: &ldquo;Die Zeiten haben sich ge&auml;ndert&rdquo;, sprich: &ldquo;Die fetten Jahre sind vorbei&rdquo;.<\/p><p>L&ouml;sungen im Sinne einer eierlegenden Wollmilchsau wird es nie geben, doch folgender Denkimpuls ist es wert auch von der NDS-Redaktion aufgegriffen zu werden: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bNfoWW5kCOY&amp;t=295s\">&ldquo;Warum die Zeit der Losdemokratie gekommen ist&rdquo;<\/a><\/p><p>Friedensbewegte Gr&uuml;&szlig;e<br>\nUte Plass<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>mal kurz die Augenh&ouml;he ausser Betracht gelassen. Das Mindeste, was man von der Regierung und seinen Mitgliedern verlangen kann, ist, dass sie der Bev&ouml;lkerung keinen Schaden zuf&uuml;gen.<\/p><p>Ein weiteres Problem mit der Augenh&ouml;he ist, dass der (Spitzen)Politiker sowohl beruflich als in seinem sozialen Umfeld nicht in der gleichen Lebenswelt wie die Masse der Bev&ouml;lkerung lebt, was sich dann im Begriff Weltfremdheit niederschl&auml;gt, die Folgen sind dann ersichtlich in den politischen Entscheidungen.<\/p><p>Wie steht es mit dem Respekt vor dem Amt? Ein Amt als solches isoliert gesehen hat nichts mit Achtung oder Respekt zu tun. Die Achtung und der Respekt werden erzeugt durch die Art und Weise wie der Amtstr&auml;ger seinen Amtsauftrag erf&uuml;llt.<\/p><p>Beachtenswert ist auch, wie Spitzenleute sich mit Insignien versehen, die Achtung und Respekt erzeugen sollen: Orden, Ehrenzeichen, Preisverleihungen bis hin zum Ma&szlig;anzug.<\/p><p>Nehmen wir den Kanzler Friedrich Merz als Beispiel:<\/p><p>Veteranenabzeichen<\/p><p>Orden wieder den tierischen Ernst: f&uuml;r seinen humorvollen Umgang mit politischen Themen.<\/p><p>Gro&szlig;er Stutenkerl: vom B&auml;ckerinnungsverband West<\/p><p>Dolf Sternbergerpreis.<\/p><p>Zivilcouragepreis<\/p><p>Reformer des Jahres: von Initiative neue soziale Marktwirtschaft.<\/p><p>Extrem wichtig: Lucius-D-Clay-Medaille f&uuml;r besondere Verdienste um die deutsch-amerikanischen Beziehungen.<\/p><p>Die Liste von Frau von der Leyen ist noch l&auml;nger, noch internationaler.<\/p><p>Niemand bestreitet die schweren Aufgaben, die ein Amt mit sich bringt.<\/p><p>Die zentrale Frage ist, inwiefern ein Amtstr&auml;ger in Spitzenposition f&auml;hig ist, diese schweren Aufgaben zu meistern. Das wiederum ist abh&auml;ngig davon, inwiefern das Ausleseverfahren, im Aufstieg zur Spitze, tats&auml;chlich die am besten kompetenten Leute nach oben bringt.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nPatrick Janssens<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-156434","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156434","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=156434"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156434\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":156485,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156434\/revisions\/156485"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=156434"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=156434"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=156434"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}