{"id":156713,"date":"2026-09-26T10:00:37","date_gmt":"2026-09-26T08:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156713"},"modified":"2026-09-25T14:19:04","modified_gmt":"2026-09-25T12:19:04","slug":"eine-zeitenwende-anderer-art-der-niedergang-der-selbsternannten-demokratischen-mitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156713","title":{"rendered":"Eine Zeitenwende anderer Art \u2013 Der Niedergang der selbsternannten \u201edemokratischen Mitte\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Als der damalige &ndash; zwischenzeitlich in Vergessenheit geratene &ndash; Bundeskanzler Olaf Scholz im Februar 2022 im Bundestag angesichts des russischen Krieges gegen die Ukraine die &bdquo;Zeitenwende&ldquo; ausrief und damit die Militarisierung Deutschlands sowie die enge Positionierung an der Seite der Ukraine festlegte, ahnten weder er noch der gr&ouml;&szlig;te Teil der &uuml;brigen Vertreter der politischen Klasse, dass diese im Bundestag bejubelte &bdquo;Zeitenwende&ldquo; auch eine innenpolitische Dimension haben w&uuml;rde: Der endg&uuml;ltige Niedergang der ehemals stolzen Volksparteien CDU und SPD. Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind der sichtbarste Ausdruck der innenpolitischen Zeitenwende. Es scheint, dass es vorbei ist &ndash; aus die Maus. Von <strong>Alexander Neu<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDer Aufstieg der AfD scheint unaufhaltsam zu sein. Seit Mitte der 2010er-Jahre ist nur noch eine Richtung zu erkennen: Wahlerfolg um Wahlerfolg mit immer gr&ouml;&szlig;er werdendem Abstand zu den selbsternannten &bdquo;Parteien der Mitte&ldquo;, oder sich wechselweise auch als &bdquo;demokratische Mitte&ldquo; bezeichnend. Diese &bdquo;demokratische Mitte&ldquo; versucht, die wachsende Zustimmung zur AfD und deren Machtergreifung nur durch AfD- und W&auml;hlerbeschimpfung sowie durch Anti-AfD-Notkoalitionen oder Verbotsdiskussionen mit Unterst&uuml;tzung der ihnen nahestehenden Mainstreammedien zu verhindern. Und je erfolgreicher die AfD bei Wahlen abschneidet, desto w&uuml;tender und einf&auml;ltiger die Reaktionen der miteinander kartellierenden Parteien samt der sie unterst&uuml;tzenden Medien. Statt an den Interessen und Sorgen der Menschen orientierte politische Inhalte anzubieten und politische Projekte voranzutreiben, agieren sie in gewohnten Denk- und Handlungskategorien. Ein kluger Mann namens Albert Einstein wird mit den Worten zitiert:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Einsteins Aussage, auf das Verhalten und die Reaktionen der etablierten Parteien bezogen, bescheinigt ihnen einen Wahnsinn. Aber warum ist das so? Warum wird nicht neu gedacht in diesen Parteien, nicht der falsche Kurs korrigiert? Am Wahlabend und am Folgetag werden ritualisierend bestenfalls ein paar Fehlerchen einger&auml;umt, schlimmstenfalls die W&auml;hler beschimpft. Dann aber f&auml;hrt der Zug wie gewohnt weiter. Sind die f&uuml;hrenden Parteikr&auml;fte kognitiv nicht hinreichend ausgestattet? Es erinnert ein wenig an die sozialistischen Parteien und deren verbohrte F&uuml;hrungskr&auml;fte Osteuropas in den sp&auml;ten 1980er-Jahren: nicht willens und nicht f&auml;hig, zu erkennen, dass der eigeschlagene Weg nicht weiter f&uuml;hrt au&szlig;er in den Abgrund. Der Marxismus-Leninismus wurde nur dogmatisch gelesen, nicht an die neuen gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst. So &auml;u&szlig;erte der &bdquo;unfehlbare&ldquo; Staatsratschef der DDR, Erich Honecker, noch im August 1989:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Den Sozialismus in seinem Lauf h&auml;lt weder Ochs noch Esel auf.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Der weitere Verlauf des sozialistischen Modells nur wenige Wochen sp&auml;ter ist allgemein bekannt. Und auch im liberalen Westen, einschlie&szlig;lich in Deutschland, dr&auml;ngt sich der Eindruck auf, dass die bislang dominierenden Teile der politischen Klasse ideologisch gefangen sind. Analysiert man die Wahlprogramme dieser Parteien in den verschiedenen politischen Feldern (Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik, Wirtschafts- und Sozialpolitik etc.) oder die tagespolitischen Aussagen ihrer politischen &bdquo;Koryph&auml;en&ldquo;, f&auml;llt eines besonders auf: Das stagnative Denken. Die Denkkategorien der 1990er- und fr&uuml;hen 2000er-Jahren gelten unver&auml;ndert fort. Und je schlechter das wahlpolitische Abschneiden, desto entschlossener die Botschaft des &sbquo;weiter so&lsquo;, des &sbquo;jetzt erst recht&lsquo;:<\/p><p>&bdquo;Nur wir sind die Guten und wir machen alles richtig, weil alternativlos, und wenn das der W&auml;hler nicht kapiert, ist er eben doof. Wir gehen auf jeden Fall den vor Jahrzehnten eingeschlagenen Weg unbeirrt weiter und zeigen dem W&auml;hler, dem B&uuml;rger, wo der Hammer (Erweiterung nachrichtendienstlicher Kompetenzen etc.) h&auml;ngt, sollte er es wagen, an uns zu zweifeln.&ldquo;<\/p><p>Unweigerlich muss man an Einsteins oben zitierte Aussage denken. Kanzler Merz und sein Finanzminister Klingbeil stehen geradezu paradigmatisch f&uuml;r dieses dogmatische Denken oder vielleicht auch Nicht-Denken. Lediglich der s&auml;chsische Ministerpr&auml;sident Kretschmer fordert immer mal wieder Ver&auml;nderungen, endet jedoch regelm&auml;&szlig;ig als einsamer Rufer in der W&uuml;ste. Derweil zeigt jedoch der B&uuml;rger, der Souver&auml;n via Landtagswahlen, wo sein Hammer h&auml;ngt.<\/p><p><strong>Wahlergebnisse Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern<\/strong><\/p><p>In allen drei Landtagswahlen haben die &bdquo;Parteien der Mitte&ldquo; oder die &bdquo;demokratische Mitte&ldquo; in unterschiedlichen Ausma&szlig;en massive, ja erdrutschartige Niederlagen eingefahren. In allen drei Landtagswahlen handelt es sich bei den siegreichen Parteien um jene, die nicht zu den &bdquo;Parteien der Mitte&ldquo; geh&ouml;ren. Es scheint vorbei zu sein mit dem etablierten Parteienspektrum der Bundesrepublik Deutschland, das bis weit in die 2010er-Jahre noch vorherrschte.<\/p><p><strong>Die LINKE<\/strong><\/p><p>Auch wenn sich Die LINKE zwischenzeitlich in erheblichem Ma&szlig;e assimiliert hat, ist sie dennoch eine Partei, die nicht vollst&auml;ndig im bisherigen System integriert und akzeptiert ist. Man k&ouml;nnte es auf folgende Formel runterbrechen: Die LINKE &ndash; als Mehrheitsbeschafferin akzeptiert, als Gestalterin noch negiert. Zumindest verbalpolitisch in der Opposition sind noch dissidierende &Auml;u&szlig;erungen zu entnehmen, sei es hinsichtlich des Nahostkonflikts, sei es hinsichtlich der Frage der Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen. Die LINKE setzte auf das grundlegende Bed&uuml;rfnis der Menschen nach bezahlbarem Wohnraum in Berlin &ndash; unterbreitete also ein politisches Angebot: bezahlbare Mieten. Mit diesem Thema konnte sie Menschen im Osten und Westen des Stadtstaates &uuml;berzeugen: 25,7 Prozent und damit sieben Prozent vor der zweitst&auml;rksten Kraft, der CDU. Bleibt abzuwarten, was daraus wird.<\/p><p>Die LINKE hat, wie alle Parteien in Regierungsverantwortung, im Hinblick auf ihre Glaubw&uuml;rdigkeit bereits mehrfach erstaunliche Flexibilit&auml;t bewiesen. Allerdings ist Die LINKE eine Partei, die eher in urbanen Zentren denn im l&auml;ndlichen Raum, vor allem nicht in Westdeutschland, die W&auml;hler &uuml;berzeugt. In den beiden ostdeutschen Fl&auml;chenstaaten Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern setzte Die LINKE ihren seit &uuml;ber zehn Jahren zu beobachtenden Niedergang strebsam fort: In Sachsen-Anhalt verlor Die LINKE 2,4 Prozent und kam damit auf f&uuml;r Ostdeutschland magere 8,6. Und in Mecklenburg-Vorpommern schnitt sie mit 6,5 Prozent und einem Verlust von 3,4 Prozent noch schlechter ab. Der politische Opportunismus der LINKEN in den Fl&auml;chenstaaten war immer ein Konfliktpunkt innerhalb der Partei. Auch hier setzten sich die karrieristisch orientierten Landesf&uuml;rsten und ihre Hofschranzen regelm&auml;&szlig;ig &ndash; euphemistisch als &bdquo;Realos&ldquo; bezeichnet &ndash; gegen die Bedenken der Teile der Bundespartei um Sahra Wagenknecht durch, trotz sichtbarer Misserfolge. Albert Einstein h&auml;tte auch hier seine wahre Freude hinsichtlich der Best&auml;tigung seiner These gehabt.<\/p><p><strong>BSW<\/strong><\/p><p>Das BSW konnte zwar noch in Sachsen-Anhalt wider Erwarten in den Landtag einziehen, scheiterte jedoch knapp in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Interessant ist, dass das BSW immer wieder um die F&uuml;nf-Prozent-(plus\/minus-0,3-Prozent)-Marke liegt. Wie auch immer, die eigentliche Schuld liegt beim BSW selbst: Die Koalitionskonstrukte mit der CDU in Th&uuml;ringen und mit der SPD in Brandenburg, die letztlich beide Anti-AfD-Notkoalitionen waren, haben dieser Partei, die mit guten Umfrageergebnissen 2024 startete, das R&uuml;ckgrat gebrochen. Der Vertrauensbruch gegen&uuml;ber dem W&auml;hler, der eine ernsthafte Alternative zu den etablierten Parteien suchte und die AfD nicht unbedingt als Alternative sah, war offensichtlich zu massiv. Das BSW wurde von diesem Zeitpunkt an als eine Partei wahrgenommen, die im Zweifel die Parteien der &bdquo;demokratischen Mitte&ldquo; gegen die AfD unterst&uuml;tzt.<\/p><p>Wer auch immer im BSW diesen Kurs bef&uuml;rwortete, dem muss politische Instinktlosigkeit diagnostiziert werden, da er\/sie das gegenw&auml;rtige gesellschaftliche Stimmungsbild nicht verstanden hat. Die in den letzten Wochen vorgenommenen Kurskorrekturen kamen zu sp&auml;t. Das BSW hat f&uuml;r viele potenzielle W&auml;hler sodann seinen Mehrwert verloren. Und das ist umso bedauerlicher angesichts der hohen Kriegsgefahr in Europa, verbunden mit der Unf&auml;higkeit der etablierten Parteien, einen realpolitischen statt gesinnungsethischen Weg zur L&ouml;sung des Ukraine-Krieges einzuschlagen. Das BSW als Friedenspartei wird objektiv gebraucht, auch wenn viele ihrer ehemaligen entt&auml;uschten W&auml;hler das so nicht mehr sehen.<\/p><p><strong>AfD vs. Regierungsparteien<\/strong><\/p><p>Die AfD hat es vermocht, in den beiden Bundesl&auml;ndern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern die Regierungsparteien als f&uuml;hrende Kraft abzul&ouml;sen. Mit 43,7 Prozent der Stimmen f&uuml;r die AfD (einem Plus von 23 Prozent im Vergleich zur vorherigen Landtagswahl) und 17,3 Prozent (einem Minus von 19,9 Prozent) f&uuml;r die CDU liegt die Union in Sachsen-Anhalt am Boden &ndash; selbstverschuldet. Alle &uuml;brigen Parteien liegen im einstelligen Bereich.<\/p><p>In Mecklenburg-Vorpommern gewann die AfD mit 38,2 Prozent (einem Plus von 21,5 Prozent im Vergleich zur letzten Landtagswahl) und einem Vorsprung von 2,7 Prozent vor der Regierungspartei SPD (35,5 Prozent), die 4,1 Prozent im Vergleich zur letzten Wahl verlor. Die eigentlich beliebte sozialdemokratische Ministerpr&auml;sidentin Manuela Schwesig wurde buchst&auml;blich entthront. Auch hier liegen alle &uuml;brigen Parteien im einstelligen Bereich. Mehr noch: Die gr&ouml;&szlig;te Dem&uuml;tigung musste die CDU, muss Kanzler Merz einstecken. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland f&auml;llt die CDU unter die F&uuml;nf-Prozent-H&uuml;rde (mit einem Verlust von 8,4 Prozent zur letzten Landtagswahl). Die CDU ist nicht mehr im Landesparlament Mecklenburg-Vorpommern vertreten. Ob Merz angesichts dessen zur&uuml;cktreten wird oder nicht, ist nur begrenzt von Bedeutung. Denn der Fehler liegt nicht allein bei Merz, er liegt in der CDU, einer von der Realit&auml;t entr&uuml;ckten Partei. Merz ist blo&szlig; der personalisierte Ausdruck dieser Fehlentwicklung.<\/p><p><strong>Fortsetzung der Anti-AfD-Koalitionen oder AfD-Landesregierungen<\/strong><\/p><p>Es ist davon auszugehen, dass in den beiden Landeshauptst&auml;dten hinter verschlossenen T&uuml;ren heftigst debattiert wird, wie man der AfD die Regierungs&uuml;bernahme verunm&ouml;glichen kann. Erneute Anti-AfD-Notkoalitionen k&ouml;nnten zwar der &bdquo;demokratischen Mitte&ldquo; Zeit verschaffen, aber um was genau zu tun &hellip;? Den bisherigen katastrophalen politischen Kurs f&uuml;r ein paar Jahre weiterzufahren? Oder um sich der Aussage Albert Einsteins zu stellen und einen neuen politischen Kurs einzuschlagen, einen Kurs im Sinne des Souver&auml;ns und nicht mehr ohne bzw. gar gegen ihn? Dass Letzteres, eine parteipolitische Metamorphose hin zum B&uuml;rger, stattfinden w&uuml;rde, ist angesichts bisheriger Erfahrungen doch eher zweifelhaft.<\/p><p>In Mecklenburg-Vorpommern k&ouml;nnte, und das halte ich f&uuml;r sehr wahrscheinlich, die SPD mit Schwesig an der Spitze eine SPD (29 Sitze)-LINKE (5 Sitze)-Gr&uuml;ne (5 Sitze) Anti-AfD-Koalition (insgesamt 39 Mandate) bilden. Die AfD kommt auf 32 Sitze und verfehlt die absolute Mehrheit um vier Sitze. Eine Anti-AfD-Koalition w&auml;re genau das Wasser auf die M&uuml;hlen, das es ben&ouml;tigt, um bei der n&auml;chsten Wahl der AfD die absolute Mehrheit zu garantieren &ndash; denn als st&auml;rkste Partei wird sie um ihren Wahlsieg gebracht.<\/p><p>In Sachsen-Anhalt ist die Situation schwieriger. Die AfD liegt mit 39 Sitzen vier Mandate unterhalb der notwendigen absoluten Mehrheit. Aber auch eine Anti-AfD-Notkoalition, bestehend aus CDU, LINKE, Gr&uuml;nen und SPD, kommt nur auf 39 Mandate. Das Z&uuml;nglein an der Waage ist das BSW mit f&uuml;nf Mandaten. Das BSW ist somit zugleich in einer komfortablen und auch unkomfortablen Situation, je nachdem, wie man es betrachtet:<\/p><p>Die Situation ist auf den ersten Blick komfortabel, da das BSW die Regierungskonstellation bestimmen kann. Zugleich ist es in der unkomfortablen Situation, entweder den Fehler von Th&uuml;ringen und Brandenburg zu wiederholen, in dem es eine AfD-Notkoalition in die Regierung hievt, was sein definitiver Untergang w&auml;re. Oder aber es unterst&uuml;tzt die AfD, womit das BSW ebenfalls als Steigb&uuml;gelhalter &ndash; nur dieses Mal f&uuml;r die AfD &ndash; kritisiert werden w&uuml;rde. In beiden F&auml;llen w&auml;re es auch ein innerer Zerrei&szlig;prozess f&uuml;r die sich nun ohnehin in einer tiefen Krise befindlichen Partei. Der BSW-Ansatz eines &uuml;berparteilichen Ministerpr&auml;sidenten ist f&uuml;r die AfD mit diesem Stimmenergebnis (vier Parteien haben so viele Mandate wie die AfD allein) wohl nicht akzeptabel. Eine andere, derzeit kursierende M&ouml;glichkeit f&uuml;r die AfD w&auml;re das &Uuml;berlaufen von CDU-Mandatstr&auml;gern zur AfD. Angesichts des sichtbaren Niedergangs der CDU w&auml;re dieser Schritt f&uuml;r karrierebewusste CDU-Mandatstr&auml;ger eine reale Option.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Diese drei Landtagswahlen sind der konkrete Ausdruck einer innenpolitischen Zeitenwende. Dies ist kein blo&szlig;er Denkzettel mehr, es ist eine Revolution via parlamentarische Wahlen.<\/p><p>Der Souver&auml;n schl&auml;gt zur&uuml;ck, nachdem er &ndash; obwohl verfassungsrechtlicher Inhaber aller Staatsgewalt (Art. 20 GG) &ndash; &uuml;ber Jahrzehnte nicht mehr von der sogenannten &bdquo;demokratischen Mitte&ldquo; ernst genommen wurde; nachdem geradezu als &bdquo;nur W&auml;hler&ldquo; degradiert wurde, indem er bitte doch die &bdquo;Parteien der Mitte&ldquo; zu w&auml;hlen habe und sich ansonsten aus dem Willensbildungsprozess heraushalten m&ouml;ge; nachdem ihm mit moralischer &Uuml;berheblichkeit und mit Nachdruck erkl&auml;rt wurde, was seine Interessen zu sein haben, obschon es nicht seine Interessen sind; nachdem seine Lebensgrundlagen, sein Wohlstand massiv angegriffen werden und er sich noch erkl&auml;ren lassen muss, er sei zu h&auml;ufig krank, leiste zu wenig Wochenarbeitsstunden und Lebensarbeitszeit; nachdem ihm erkl&auml;rt wird, er m&uuml;sse den G&uuml;rtel f&uuml;r eine notwendige Aufr&uuml;stung angesichts eines nahenden Krieges mit Russland enger schnallen; nachdem ihm erkl&auml;rt wird, Terroranschl&auml;ge seien halt der Preis f&uuml;r eine offene Gesellschaft, ist die Geduld des ansonsten ruhigen deutschen Michels an sein Ende geraten. Die &bdquo;demokratische Mitte&ldquo; &ndash; bestehend aus den etablierten Parteien, CDU, SPD, Die Gr&uuml;nen und FDP, zum Teil auch der LINKEN &ndash; scheint den Bogen wohl endg&uuml;ltig &uuml;berspannt zu haben, sie dekonstruiert sich selbst. Vieles, sehr vieles spricht daf&uuml;r, dass es vorbei ist.<\/p><p><small>Titelbild: nitpicker \/ shutterstock.com<\/small><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/514a8e2118f849c6b22ec5371cb21dae\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als der damalige &ndash; zwischenzeitlich in Vergessenheit geratene &ndash; Bundeskanzler Olaf Scholz im Februar 2022 im Bundestag angesichts des russischen Krieges gegen die Ukraine die &bdquo;Zeitenwende&ldquo; ausrief und damit die Militarisierung Deutschlands sowie die enge Positionierung an der Seite der Ukraine festlegte, ahnten weder er noch der gr&ouml;&szlig;te Teil der &uuml;brigen Vertreter der politischen Klasse,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156713\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":156714,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[165,190],"tags":[783,2515,2332,255,3121,3321],"class_list":["post-156713","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-wahlen","tag-merz-friedrich","tag-regierungskrise","tag-volkspartei","tag-wahlanalyse","tag-waehlerwanderung","tag-zeitenwende"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/shutterstock_2235988335.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156713","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=156713"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156713\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":156737,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156713\/revisions\/156737"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/156714"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=156713"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=156713"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=156713"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}