{"id":156980,"date":"2026-10-03T13:00:38","date_gmt":"2026-10-03T11:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156980"},"modified":"2026-10-02T10:37:52","modified_gmt":"2026-10-02T08:37:52","slug":"brics-und-der-schwierige-weg-in-die-multipolare-welt-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156980","title":{"rendered":"BRICS und der schwierige Weg in die multipolare Welt (Teil 2)"},"content":{"rendered":"<p>Mit der <strong>Neu-Delhi-Erkl&auml;rung 2026<\/strong> haben die BRICS-Staaten einen weiteren Schritt hin zu einer multipolaren Weltordnung unternommen. Doch wie weit tr&auml;gt dieses Projekt &ndash; und wo st&ouml;&szlig;t es an die Grenzen der bestehenden, westlich dominierten Finanz- und Wirtschaftsordnung? In unserer neuen dreiteiligen Reihe analysiert Nel Bonilla Strukturen, M&ouml;glichkeiten und Grenzen von BRICS. <strong>Teil 2<\/strong> untersucht, was der <strong>Gipfel von Neu-Delhi 2026<\/strong> konkret erreicht hat &ndash; und warum das Konsensprinzip des BRICS, nationale Eigeninteressen und fehlende Verbindlichkeit dennoch weiterhin den Aufbau einer schlagkr&auml;ftigen Alternative zur westlich dominierten Weltordnung bremsen. Ein Artikel von <strong>Nel Bonilla<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Teil 2: BRICS zwischen Anspruch und Wirklichkeit &ndash; was Neu-Delhi ver&auml;ndert hat<\/strong><\/p><p>Wenn wir die konkreten Ergebnisse des <strong>Neu-Delhi-Gipfels 2026<\/strong> bewerten, k&ouml;nnen wir erkennen, wo das BRICS-System seine bestehende Koordinationsarchitektur gezielt verdichtet. Hinsichtlich des Arbeitsplans organisierte der indische Vorsitz Hunderte von Treffen, die zu mehr als f&uuml;nfzig dokumentierten praktischen Initiativen f&uuml;hrten. Das hei&szlig;t, der Gipfel in Neu-Delhi konnte die technische Zusammenarbeit selbst inmitten geopolitischer Spannungen &ndash; auch zwischen den BRICS-Mitgliedern selbst &ndash; aufrechterhalten.<\/p><p>Auf diplomatischer Ebene spiegelt die <a href=\"https:\/\/www.mea.gov.in\/bilateral-documents?dtl\/41776\">Neu-Delhi-Erkl&auml;rung<\/a> eine gemeinsame Verhandlungsposition wider. Das ist keine geringe Leistung, wenn man bedenkt, dass BRICS durch seine Erweiterung nun L&auml;nder mit stark divergierenden Interessen umfasst, etwa Saudi-Arabien und den Iran, um nur zwei Beispiele zu nennen. Dennoch konnten sie alle eine einheitliche Forderung nach Multipolarit&auml;t und Reform der globalen <em>Governance <\/em>bekr&auml;ftigen, wobei sie insbesondere Institutionen wie den IWF, die Weltbank und die UNO ins Visier nahmen. <em>(Anm. d. Red.: Governance bezeichnet die Art und Weise, wie politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Angelegenheiten gesteuert und geregelt werden. Der Begriff ist damit weiter gefasst als &bdquo;Government&ldquo; (Regierung) und umfasst auch Formen der Regelsetzung und Koordination jenseits nationaler Regierungen, etwa durch internationale Organisationen, Vertr&auml;ge und Vereinbarungen.)<\/em><\/p><p>Ich m&ouml;chte hier kurz auf einen Punkt (Punkt 13) bez&uuml;glich der UNO aus den 140 Punkten der <a href=\"https:\/\/www.brics2026.gov.in\/document\/new-delhi-declaration-building-for-resilience-innovation-cooperation-and-sustainability\/\">Erkl&auml;rung<\/a> verweisen, um diesen Anspruch auf gr&ouml;&szlig;ere Repr&auml;sentation in der globalen <em>Governance<\/em> zu veranschaulichen:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;[&hellip;] wir bekr&auml;ftigen unsere Unterst&uuml;tzung f&uuml;r eine umfassende Reform der UN, einschlie&szlig;lich ihres Sicherheitsrates, mit dem Ziel, sie demokratischer, repr&auml;sentativer, effektiver und effizienter zu machen und die Repr&auml;sentation von Entwicklungsl&auml;ndern in den Mitgliedschaften des Rates zu erh&ouml;hen, damit er auf die vorherrschenden globalen Herausforderungen angemessen reagieren und die legitimen Bestrebungen der Schwellen- und Entwicklungsl&auml;nder aus Afrika, Asien und Lateinamerika, einschlie&szlig;lich der BRICS-Staaten, unterst&uuml;tzen kann, eine gr&ouml;&szlig;ere Rolle in internationalen Angelegenheiten zu spielen, insbesondere in der UN, einschlie&szlig;lich ihres Sicherheitsrates.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Somit sind die BRICS zugleich F&ouml;rderer der Multipolarit&auml;t und Reformer der bestehenden globalen <em>Governance<\/em>-Strukturen.<\/p><p>Wirtschaftlich ist ein bemerkenswerter Fortschritt die Strategie f&uuml;r die <strong>wirtschaftliche BRICS-Partnerschaft 2030<\/strong>, die <a href=\"https:\/\/vajiramandravi.com\/current-affairs\/brics-economic-partnership-strategy-2030\/\">als unverzichtbarer Schirm dient<\/a> und Handels-, Investitions- und Industrieinitiativen verbindet, die zuvor isoliert operierten. Sie fasst hochspezifische Projekte unter einem Dach zusammen, wie etwa die Anbindung von Kleinunternehmen an den grenz&uuml;berschreitenden Handel und die L&ouml;sungsfindung, wie nationale digitale Zahlungssysteme nahtlos interagieren k&ouml;nnen.<\/p><p>Anders gesagt bedeutet dies, dass BRICS aktiv die allt&auml;gliche wirtschaftliche Klempnerei aufeinander abstimmt, die die B&uuml;rger der Mitgliedsstaaten ben&ouml;tigen, um miteinander Gesch&auml;fte zu machen.<\/p><p>Weiterhin wurde in Neu-Delhi als Antwort und Abwehr gegen den wirtschaftlichen Angriff durch Sanktionen und Sekund&auml;rsanktionen ein institutioneller Mechanismus der NDB (New Development Bank, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156966\">siehe Teil 1<\/a>) zur Priorit&auml;t erhoben. Dabei geht es um das Mandat zum Aufbau der technischen Interoperabilit&auml;t auf Logistikebene. Nun wurde das BRICS-Sondergremium f&uuml;r den Zahlungsverkehr, die sogenannte <strong>BRICS-Arbeitsgruppe f&uuml;r Zahlungsverkehr<\/strong> (<em>BRICS Payment Task Force<\/em>), <a href=\"https:\/\/ncfacanada.org\/2026-brics-summit-cross-border-payments\/\">offiziell angewiesen<\/a>, die Verkn&uuml;pfung inl&auml;ndischer Zahlungsnetzwerke voranzutreiben, sodass Transaktionen nicht l&auml;nger &uuml;ber das Nadel&ouml;hr westlicher Institutionen flie&szlig;en m&uuml;ssen. Flankiert wird dies durch die klare Direktive an die NDB, ihre Kreditvergabe in Lokalw&auml;hrungen strategisch auszuweiten.<\/p><p>An der Handelsfront brachte der Gipfel einen <a href=\"https:\/\/www.freightnews.co.za\/article\/brics-launches-logistics-cooperation-framework\"><strong>freiwilligen Rahmen<\/strong><\/a> zur Zusammenarbeit bei Logistik-Lieferketten sowie einen <a href=\"https:\/\/www.freightnews.co.za\/article\/brics-launches-logistics-cooperation-framework\"><strong>Aktionsplan f&uuml;r globale Wertsch&ouml;pfungsketten<\/strong><\/a> (2026 &ndash; 2030) f&uuml;r den Rest des Jahrzehnts voran. Diese Pl&auml;ne und Rahmenwerke sollen die Industrien des erweiterten B&uuml;ndnisses physisch miteinander verbinden. Nach Jahren einseitiger Sanktionen und Unterbrechungen der Schifffahrt sind die BRICS-Staaten in Bezug auf die Realit&auml;t der US-gef&uuml;hrten Instrumentalisierung von Nadel&ouml;hren als Waffe aufgewacht, die die F&auml;higkeit besitzen, Lieferketten als Geisel zu nehmen. Durch die Festlegung klarer Zeitpl&auml;ne und gemeinsamer Datenverfolgung w&auml;ren diese freiwilligen Kooperationsrahmen die ersten Schritte zum Aufbau einer dauerhaften, alternativen Handelsarchitektur.<\/p><p>Jenseits der hohen Politik spornte der Gipfel auch Dutzende ziviler Ministerien &ndash; wie f&uuml;r Arbeit, Justiz und Bildung &ndash; an, ihre eigenen <strong>Spezialistennetzwerke <\/strong>aufzubauen. W&auml;hrend diese Gruppen zumeist beratender Natur sind, liegt ihr wahrer Wert im Aufbau des Bindegewebes des Globalen S&uuml;dens: Sie etablieren regelm&auml;&szlig;ige, allt&auml;gliche Kontakte und gemeinsame technische Agenden zwischen Beamten, die zuvor in Silos agierten.<\/p><p>Abschlie&szlig;end m&ouml;chte ich ein Projekt hervorheben, das sich noch in der Entwicklungsphase befindet. Eine &uuml;beraus aufschlussreiche Initiative ist der Vorschlag, eine spezielle <strong>BRICS-Online-Archivdatenbank<\/strong> aufzubauen. Diese Datenbank w&uuml;rde endlich erm&ouml;glichen, die Fortschritte und Kontinuit&auml;ten der BRICS auf einen Blick zu sehen.<\/p><p>Die BRICS haben in Neu-Delhi die Realit&auml;t der imperialen hybriden Kriegsf&uuml;hrung anerkannt und sich ein Schutzschild aus Arbeitsgruppen, Zahlungsnetzwerken und Entwicklungsinitiativen aufgebaut. Doch dieser Schutzschild kann nur effektiv wirken, wenn die BRICS es schaffen, den gemeinsamen politischen Willen aufzubringen, um ihn auch zu schmieden. Das w&uuml;rde bedeuten, die ben&ouml;tigten Werkzeuge in die Hand zu nehmen und die Risiken miteinander zu teilen. Andernfalls wird dieser Schutzschild l&ouml;chrig bleiben. Und solange der Schild L&ouml;cher hat, bleiben die einzelnen Mitgliedsstaaten verwundbar.<\/p><p><strong>Was weiterhin brachliegt<\/strong><\/p><p>Die BRICS haben ein transformatives Potenzial, das die Rolle eines Gegengewichts gegen&uuml;ber dem transatlantischen System spielen k&ouml;nnte. Doch das dichte institutionelle Netzwerk, das auf freiwilliger Koordination und Kooperation beruht, bedeutet auch, dass die Durchsetzungskraft und die Ausweitung dieser oder jener Pl&auml;ne ged&auml;mpft werden.<\/p><p>Der heutige geopolitische Kontext ist gepr&auml;gt davon, dass die gegenseitige globale Abh&auml;ngigkeit jedes Landes von den US-gef&uuml;hrten Funktionseliten als Waffe ausgenutzt wird. Unter solchen Bedingungen ben&ouml;tigt die globale Mehrheit eine alternative, sch&uuml;tzende Infrastruktur, die ihr das &Uuml;berleben erm&ouml;glicht &ndash; und zwar mit ihrer Souver&auml;nit&auml;t und ihrer territorialen Integrit&auml;t.<\/p><p>Die heutige &Auml;ra braucht einen kollektiven Schutzschild gegen Sanktionen, also eine einsatzf&auml;hige Alternative zu SWIFT, sowie einen unabh&auml;ngigen Krisenreservemechanismus, der auch genutzt werden kann. Und die BRICS verf&uuml;gen &uuml;ber diese Werkzeuge. Doch sie liegen als Saatk&ouml;rner noch brach. Vorschl&auml;ge und Koordinationsgruppen gibt es, doch in der Praxis sind die Ziele noch unerreicht. Da die BRICS durch Konsens funktionieren und die Wahrung der nationalen Souver&auml;nit&auml;t &uuml;ber alles stellen (verst&auml;ndlicherweise), hat das Forum noch nicht die verbindlichen gemeinsamen Systeme etabliert, die zu ihrem Schutz notwendig w&auml;ren.<\/p><p>Folglich bleibt ein Gro&szlig;teil der potenziellen Macht, die wir auf BRICS projizieren wollen, vorerst in der Entwicklung oder im Vorschlagsstadium und h&auml;ngt &ndash; was noch wichtiger ist &ndash; vom politischen Willen jedes einzelnen Mitglieds ab. Es existiert kein tragf&auml;higer Vorschlag f&uuml;r eine BRICS-W&auml;hrung, und das B&uuml;ndnis hat noch kein einheitliches Zahlungsnetzwerk auf den Weg gebracht. Au&szlig;erdem gibt es weder eine Institution noch einen Vertrag, die die Umsetzung des Vereinbarten erzwingen k&ouml;nnen.<\/p><p>Selbst das <strong>Contingent Reserve Arrangement<\/strong> (CRA) (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156966\">siehe Teil 1<\/a>) muss seine Wirksamkeit in einer echten Krise erst noch beweisen und bleibt dabei an die IWF-Konditionalit&auml;t gefesselt. Die sch&uuml;tzenden Architekturen, die die moderne &Auml;ra erfordert, sind in Arbeitsgruppen skizziert und warten auf eine kritische Masse an politischem Willen, gegenseitigem Vertrauen und Solidarit&auml;t, die das aktuelle Design des B&uuml;ndnisses bislang nicht zu schmieden vermochte.<\/p><p><strong>Die alternative Architektur des M&ouml;glichen<\/strong><\/p><p>Die Achtung der nationalen Souver&auml;nit&auml;t und das daraus resultierende Bekenntnis zu einer flexiblen Integration in die BRICS sind nat&uuml;rlich auch eine St&auml;rke.<\/p><p>Denn die Weigerung, Souver&auml;nit&auml;t in einer Organisation zu b&uuml;ndeln oder eine Exekutive zu schaffen, stellt sicher, dass kein Land das Forum dominieren kann. Dieses konsensbasierte und lose Modell ist ja genau das, was Nationen aus aller Welt anzieht.<\/p><p>Zudem erm&ouml;glicht es sogar L&auml;ndern in geopolitischen Konflikten wie z.B. Iran und Saudi-Arabien, einen neutralen diplomatischen Raum zu teilen. Und es erlaubt auch Staaten wie Indien oder den Golfmonarchien, sich zu beteiligen, ohne ihre wirtschaftlichen und diplomatischen Bindungen an den US-gef&uuml;hrten Block zu kappen. Und dieses Modell funktionierte w&auml;hrend des &Uuml;bergangs von einer unipolaren zu einer multipolaren &Auml;ra.<\/p><p>Aber in der jetzigen &Auml;ra, in der der Hegemon die Unipolarit&auml;t verloren hat und die Multipolarit&auml;t zwar als Faktum akzeptiert, aber immer noch durch hybride Kriegsf&uuml;hrung dominieren will, ist diese historische St&auml;rke der BRICS auch zu einer Schw&auml;che geworden.<\/p><p>Genau jenes Design, das eine breite Inklusion erm&ouml;glicht, verhindert aktiv eine kollektive Verteidigung (und ich spreche hier nicht zwangsl&auml;ufig von milit&auml;rischer Verteidigung).<\/p><p>Weil BRICS auf Konsens und nicht-bindende Koordination setzt, ist das Forum oft durch jene internen Fraktionen innerhalb jedes Mitgliedsstaates gel&auml;hmt, deren materielle Interessen weiterhin an den mehrschichtigen K&auml;fig gebunden bleiben. Wie fast jedes Land auf der Welt sind auch die ins Visier genommenen Staaten des Globalen S&uuml;dens keine Monolithen; sie sind von internen Klasseninteressen durchzogen. Die Mitgliedsstaaten beherbergen integrationistische Funktionseliten &ndash; oft Zentralbanker, Finanzminister und Wirtschaftsf&uuml;hrer &ndash;, deren Verst&auml;ndnis von Sicherheit und wirtschaftlichem &Uuml;berleben auf dem Zugang zu westlichen Finanzm&auml;rkten, Dollar-Liquidit&auml;t und globalen Kreditratings beruht. Diese Realit&auml;t fasste der ehemalige Vizepr&auml;sident der New Development Bank (NDB), Paulo Nogueira Batista Jr., k&uuml;rzlich in einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2L1kiPk72z0\">Interview<\/a> zusammen:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Das war ein gro&szlig;es Problem f&uuml;r die BRICS. Unsere Zentralbanken [&hellip;] sind sehr engstirnig, was die BRICS-Kooperation angeht. Sie sind &auml;ngstlich. Sie haben ein westliches Mindset. Ihre Teams wurden im Westen ausgebildet. Sie imitieren gerne die Zentralbanken der entwickelten L&auml;nder. Ihr wichtigstes Forum ist das BIZ-Forum in Basel. Diese Zentralbanken [&hellip;] sind also sehr westlich orientiert.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Wenn das US-Imperium einen Wirtschaftskrieg f&uuml;hrt, k&ouml;nnen diese Funktionseliten die Konsensregel nutzen, um jede bedeutende anti-imperialistische Schutzma&szlig;nahme mit einem Veto zu belegen. Das ist der Grund, warum die Erkl&auml;rung von Neu-Delhi immer noch f&uuml;r eine tiefere Integration in den IWF und die WTO lobbyiert, w&auml;hrend sie dazu schweigt, ins Visier genommenen Mitgliedsstaaten wie dem Iran verbindliche materielle Solidarit&auml;t anzubieten. Diese Dynamik f&auml;ngt BRICS in einem Paradoxon ein. Das Forum strebt nach geopolitischer Souver&auml;nit&auml;t, aber weil die Umsetzung dieser Souver&auml;nit&auml;t teilweise an eine integrationistische Verwaltungsklasse delegiert wird, wird sie st&auml;ndig von innen heraus &uuml;berwacht und reglementiert.<\/p><p>Wir k&ouml;nnen dieses Paradoxon anhand von <strong>f&uuml;nf strukturellen Pfeilern<\/strong> abbilden.<\/p><p>Der Erste ist die nationale Souver&auml;nit&auml;t, die die gr&ouml;&szlig;te St&auml;rke der BRICS f&uuml;r eine breite Inklusion ist, zugleich aber auch ihr prim&auml;rer limitierender Faktor. Die Mitgliedsstaaten wollen einen kollektiven Schutzschild, aber dessen Schmieden erfordert die B&uuml;ndelung von Souver&auml;nit&auml;t &ndash; ein Schritt, der gegenseitiges Vertrauen und verbindliche Solidarit&auml;t erfordert. In einem freiwilligen Forum ist keine Nation bereit, ihre Autonomie aufzugeben und einfach darauf zu vertrauen, dass die anderen ihre eigenen Volkswirtschaften riskieren, um sie unter Beschuss zu sch&uuml;tzen.<\/p><p>Als N&auml;chstes kommt der Pfeiler des Konsenses. Die BRICS und jede ihrer Komponenten, Arbeitsgruppen und Netzwerke funktionieren auf Basis von Konsensfindung. Es stellt sicher, dass kein Mitglied irgendeinen Prozess oder irgendeine Struktur der BRICS dominieren kann. Zur selben Zeit f&uuml;hrt es jedoch auch dazu, dass, wenn die BRICS eine kollektive Antwort auf einen irgendwie gearteten Angriff geben wollen, ein einzelnes Mitglied dies blockieren kann. Mit anderen Worten: Egal, worum es bei den BRICS geht, wird der kleinste gemeinsame Nenner das Ergebnis diktieren &ndash; mit einer Einschr&auml;nkung: Nicht jedes Mitglied muss an jeder Initiative oder jedem Prozess teilnehmen, wenn es dies nicht m&ouml;chte. Und dennoch: Wenn wir uns dann die Deklarationen der elf Vollmitglieder anschauen, so erkl&auml;rt das auch, wieso diese den Dialog zwar erm&ouml;glichen, aber niemanden sch&uuml;tzen und f&uuml;r niemanden einstehen k&ouml;nnen.<\/p><p>Drittens haben sie nicht-bindende Vereinbarungen. Diese Flexibilit&auml;t ist notwendig, damit sich Staaten an BRICS beteiligen k&ouml;nnen, ohne bef&uuml;rchten zu m&uuml;ssen, in eine Falle zu geraten. Dies bedeutet jedoch auch, dass die Umsetzung vieler Ma&szlig;nahmen nicht erzwungen werden kann. Einige materialisieren sich vielleicht gar nicht, andere nur in sehr kleinem Ma&szlig;stab.<\/p><p>Dann haben wir auch den Pfeiler der Marktintegration. Diese Integration in den Weltmarkt ist das gr&ouml;&szlig;te Kapital des Blocks, das Zugang zu lebenswichtigem Handel und Technologie gew&auml;hrt. Aber sie ist auch sein K&auml;fig. Der Markt diszipliniert seine Mitglieder durch Kreditratings, Sanktionen und Zentralbank-Orthodoxie. Sie k&ouml;nnen den K&auml;fig nicht verlassen, weil ihre eigenen Volkswirtschaften aus dessen Gitterst&auml;ben gebaut sind.<\/p><p>Zuletzt fehlt es den BRICS an einer epistemischen Ebene. Was meine ich damit? Weil BRICS es vermeidet, einen gemeinsamen politischen Horizont zu schaffen, bleibt es maximal inklusiv. Aber das Fehlen eines gemeinsamen Horizonts &uuml;bersetzt sich auch in einen Mangel an Artikulation zwischen den Mitgliedern und zwischen den Projekten. Es gibt keine gemeinsame Theorie der Macht, keine gemeinsame Geschichtserz&auml;hlung und kein vereinigendes Projekt der gesellschaftlichen Transformation. Stattdessen gibt es Souver&auml;nit&auml;t, Entwicklung und geopolitische Z&ouml;gerlichkeit. Obwohl dies notwendige &Uuml;berlebensstrategien f&uuml;r den einzelnen Nationalstaat sind, reicht der Versuch, auf nationaler Ebene zu &uuml;berleben, angesichts eines aggressiv integrierten imperialen Systems nicht mehr aus, um die Autonomie zu sichern. Das ist ein Paradoxon an sich, dessen ich mir bewusst bin.<\/p><p>Die Realit&auml;t dieser strukturellen Obergrenze wurde in Washington ziemlich unverbl&uuml;mt ausgesprochen. W&auml;hrend seiner Best&auml;tigungsanh&ouml;rung im September 2025 <a href=\"https:\/\/www.foreign.senate.gov\/imo\/media\/doc\/d255334c-a7b3-88b8-c4f7-75753b901cf8\/09%2011%2025%20Nominations%20--%20Walker,%20Gor,%20Veprek,%20Holtsnider.pdf\">bemerkte Sergio Gor<\/a>, der US-Botschafter in Indien, vor dem au&szlig;enpolitischen Ausschuss des Senats:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Trotzdem standen die Inder bei verschiedenen Themen innerhalb der BRICS auf unserer Seite. Einige Akteure innerhalb von BRICS &ndash; Brasilien, China &ndash; dr&auml;ngen seit Jahren darauf, sich vom US-Dollar zu l&ouml;sen. Indien war daf&uuml;r der Bremsklotz.&ldquo;<\/em> (Anh&ouml;rungsprotokoll des au&szlig;enpolitischen Ausschusses, 11. September 2025)<\/p><\/blockquote><p>Neu-Delhi <a href=\"https:\/\/www.mea.gov.in\/speeches-statements?dtl\/40857\/Remarks_of_Minister_of_State_Shri_Kirti_Vardhan_Singh_at_the_11th_Raisina_Dialogue_2026_March_06_2026\">charakterisiert seine Haltung<\/a>, mit allen Staaten zu reden und in Verbindung zu treten, als strategische Autonomie.<\/p><p>Aber US-Strategen des milit&auml;rischen Apparats sehen hier dagegen eine M&ouml;glichkeit, die es ihnen erlaubt, das BRICS-Konsensmodell f&uuml;r ihre Zwecke auszunutzen &ndash; nat&uuml;rlich nicht direkt, sondern auf indirektem Wege &uuml;ber Indien oder andere Mitgliedsstaaten, die es aus verschiedenen Gr&uuml;nden zulassen oder nicht verhindern k&ouml;nnen. Schlie&szlig;lich erlauben die dezentrale Struktur und Funktionsweise der BRICS es den Mitgliedern mit starker westlicher Verflechtung, als interne Bremskl&ouml;tze f&uuml;r die gegenhegemonialen Fraktionen des Forums zu fungieren. Der rotierende Vorsitz und die Expansion der Kern-BRICS verst&auml;rken diesen Effekt; w&auml;hrend fr&uuml;here Erkl&auml;rungen ins Visier genommene Nationen verteidigten, zog sich der Text von Neu-Delhi 2026 in eine konstruktive Zweideutigkeit zur&uuml;ck.<\/p><p>Wir k&ouml;nnen das durch ein Beispiel deutlich machen. Im Jahr 2025 in Brasilien hie&szlig; es in der Rio-de-Janeiro-Deklaration im Paragraphen 21, der auch tiefe Besorgnis &uuml;ber Angriffe auf zivile Infrastruktur und friedliche Atomanlagen <a href=\"https:\/\/brics.br\/en\/documents\/presidency-documents\/250705-brics-leaders-declaration-en.pdf\/@@download\/file\">erw&auml;hnt<\/a>, wie folgt:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Wir verurteilen die Milit&auml;rschl&auml;ge gegen die Islamische Republik Iran seit dem 13. Juni 2025, die einen Versto&szlig; gegen das V&ouml;lkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen darstellen, und &auml;u&szlig;ern unsere gro&szlig;e Besorgnis &uuml;ber die darauffolgende Eskalation der Sicherheitslage im Nahen Osten.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>In der Neu-Delhi-Deklaration 2026 <a href=\"https:\/\/www.pmindia.gov.in\/en\/news_updates\/brics-new-delhi-declaration-building-for-resilience-innovation-cooperation-and-sustainability-september-12-2026\/\">hei&szlig;t es<\/a> dagegen im Paragraphen 29:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Wir &auml;u&szlig;ern unsere tiefe Besorgnis &uuml;ber gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur und friedliche Atomanlagen, die unter der vollst&auml;ndigen &Uuml;berwachung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) stehen; solche Angriffe versto&szlig;en gegen das V&ouml;lkerrecht und einschl&auml;gige Resolutionen der IAEO.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>In der Rio-de-Janeiro-Erkl&auml;rung wird der Angriff der USA auf den Iran verurteilt, wenngleich die USA nicht namentlich genannt werden &ndash; w&auml;hrend dies in der diesj&auml;hrigen Erkl&auml;rung g&auml;nzlich fehlt.<\/p><p>Letztlich f&uuml;hrt dies zu einer entscheidenden politischen Unterscheidung: Heute ist BRICS in hohem Ma&szlig;e f&auml;hig, Optionen f&uuml;r Autonomie zu schaffen, aber bisher hindert es sich selbst daran, Verpflichtungen zur Solidarit&auml;t zu schmieden.<\/p><p><strong>Die Verwirklichung der BRICS<\/strong><\/p><p>Wenn die brachliegenden Samen der BRICS aufgehen, w&auml;ren deren Bl&uuml;ten eine physische Neuverkabelung der Welt. Sollte das Forum endlich seine internen Bremsen &uuml;berwinden, w&uuml;rde es ein neues transnationales &Ouml;kosystem aus Entwicklung, Produktion und Technologie schaffen. So s&auml;he Autonomie im Zeitalter der imperialen hybriden Kriegsf&uuml;hrung aus: Sie b&ouml;te der globalen Mehrheit endlich echte Immunit&auml;t vor einseitigem Zwang. Endlich g&auml;be es eine alternative Architektur, ein Netz aus alternativen Kreditgebern, souver&auml;nen digitalen Architekturen und regionalisierten Lieferketten.<\/p><p>Eine Verwirklichung der BRICS w&uuml;rde bedeuten, dass die New Development Bank endlich kapitalstark genug w&auml;re, um Infrastrukturprojekte weltweit zu finanzieren. Es w&uuml;rde bedeuten, dass es endlich ein automatisches Sicherheitsnetz f&uuml;r Mitglieder bei W&auml;hrungsabst&uuml;rzen g&auml;be. Es w&uuml;rde endlich die M&ouml;glichkeit bieten, grenz&uuml;berschreitend in Echtzeit und ohne den Einfluss westlicher Banken und Abrechnungsstellen zu handeln.<\/p><p>Eine gemeinsame W&auml;hrung w&auml;re hierf&uuml;r nicht einmal n&ouml;tig, wenn das Forum es schaffte, die verschiedenen nationalen und unabh&auml;ngigen Zahlungssysteme miteinander zu verkn&uuml;pfen. Endlich w&uuml;rde ein finanzieller Schutzschild gegen die imperiale Finanzgewalt bestehen.<\/p><p>Auf der Ebene der Industrie, der Logistik und der Technologie w&uuml;rde die Realisierung der BRICS ebenfalls eine Umstrukturierung der Welt ausl&ouml;sen. So z.B. g&auml;be es koordinierte Lieferketten ohne US- oder europ&auml;ischen Einfluss. Es w&uuml;rde eine geteilte digitale Infrastruktur geben und die gegenseitige Anerkennung von Regulierungsstandards f&uuml;r einen einfacheren Handel zwischen Staaten. Und sie br&auml;uchten hierf&uuml;r nicht einmal eine einheitliche Industriepolitik. Endlich w&uuml;rden die infrastrukturellen Angriffe der imperialen hybriden Kriegsf&uuml;hrung nicht mehr so schwer auf einem einzelnen Land lasten oder die regionale Infrastruktur ins Wanken bringen.<\/p><p>Die Verwirklichung der BRICS w&uuml;rde es erm&ouml;glichen, endlich die Reihen zu schlie&szlig;en, sobald auch nur eines der Mitglieder ins Visier genommen wird. Endlich k&ouml;nnten sie sich gegenseitig vor wirtschaftlichen und finanziellen Angriffen verteidigen. Endlich k&ouml;nnten sie auf dem Parkett der Vereinten Nationen und der WTO als Block abstimmen und f&uuml;r sie sch&auml;dliche Resolutionen abwehren. Dadurch w&uuml;rden sie etwas historisch Beispielloses erreichen: kollektive Macht zu projizieren, ohne sich jemals einer zentralen, supranationalen B&uuml;rokratie beugen zu m&uuml;ssen.<\/p><p>Als solches w&auml;re ein vollst&auml;ndig verwirklichtes BRICS weder die Europ&auml;ische Union noch eine &bdquo;Anti-NATO&ldquo;. Es w&auml;re eine dezentrale, souver&auml;nit&auml;tserhaltende Infrastruktur aus geteilter Entwicklung, Zahlungssystemen, Produktion, Technologie und Schutzkapazit&auml;ten. W&uuml;rde jeder BRICS-Vorschlag morgen umgesetzt, w&uuml;rde dies zu einem dichteren, pluralistischeren und dezentralisierten Entwicklungsnetzwerk f&uuml;hren, das innerhalb des bestehenden globalen Systems operiert. Es w&uuml;rde einen unbestreitbaren Fortschritt darstellen &ndash; und der globalen Mehrheit mehr Optionen, redundante Kan&auml;le und entscheidende Verhandlungsmacht bieten. Es w&auml;re eine dringend ben&ouml;tigte Renovierung des K&auml;figs.<\/p><p>Hier m&uuml;ssen wir den Kernmythos der multipolaren Romantik zertr&uuml;mmern, der sich im Glauben manifestiert, dass die Aufteilung des Kapitalismus auf mehrere konkurrierende M&auml;chte &ndash; ganz gleich, wie unterschiedlich ihre Weltanschauungen sein m&ouml;gen &ndash; irgendwie zu globalem Frieden f&uuml;hren wird. Das wird es nicht. Wie <a href=\"https:\/\/www.dampfboot-verlag.de\/de\/buecher\/markt-und-gewalt\">die Arbeit der Politikwissenschaftlerin Heide Gerstenberger zeigt<\/a>, institutionalisiert der Kapitalismus organisierte Gewalt. Solange das globale System endlose Extraktion und Akkumulation erfordert, bleibt Gewalt sein permanenter und nat&uuml;rlicher Zustand.<\/p><p>Wenn es BRICS tats&auml;chlich gelingt, diese parallele, gr&ouml;&szlig;tenteils wirtschaftliche Infrastruktur zu errichten, wird dies die organisierte Gewalt des imperialen Kerns nicht sofort neutralisieren &ndash; Washington und seine Verb&uuml;ndeten werden zweifellos versuchen, den Schild zu zerschmettern. Doch tats&auml;chlich w&uuml;rde die Existenz eines solchen Gegensystems bedeuten, dass die BRICS endlich einen solidarit&auml;tsstiftenden Horizont f&uuml;r sich entdeckt h&auml;tten, der ihnen derzeit fehlt. Durch den Aufbau einer tragf&auml;higen und attraktiven Alternative w&uuml;rden sie eine existenzielle Bedrohung f&uuml;r das transatlantische Monopol darstellen. Dies k&ouml;nnte ein historisches Echo des Kalten Krieges ausl&ouml;sen.<\/p><p>Angesichts eines systemischen Rivalen w&auml;ren die Erz-Kapitalisten des US-gef&uuml;hrten Kerns gezwungen, ihre ungebremste Gewalt einzuschr&auml;nken. Um zu verhindern, dass die globale Mehrheit &uuml;berl&auml;uft, w&auml;re der imperiale Kapitalismus gezwungen, sein &bdquo;menschliches Antlitz&ldquo; wiederzubeleben und seine eigenen imperialen Exzesse zu regulieren, um schlicht und einfach zu &uuml;berleben.<\/p><p><strong>Ende Teil 2<\/strong><\/p><p><em>Teil 1 <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156966\">finden sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Foto von <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/de\/@xue_zheng?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Zheng XUE<\/a> auf <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/de\/fotos\/traditionelles-chinesisches-gebaude-mit-blick-auf-einen-belebten-hafen-SoAe5dQiQ4c?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der <strong>Neu-Delhi-Erkl&auml;rung 2026<\/strong> haben die BRICS-Staaten einen weiteren Schritt hin zu einer multipolaren Weltordnung unternommen. Doch wie weit tr&auml;gt dieses Projekt &ndash; und wo st&ouml;&szlig;t es an die Grenzen der bestehenden, westlich dominierten Finanz- und Wirtschaftsordnung? In unserer neuen dreiteiligen Reihe analysiert Nel Bonilla Strukturen, M&ouml;glichkeiten und Grenzen von BRICS. <strong>Teil 2<\/strong> untersucht, was<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=156980\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":156967,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,135,211],"tags":[3192,1980,2564,3517,2575,1426,1494,909,3276,3415,2700,1019],"class_list":["post-156980","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-finanzpolitik","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","tag-autonomie","tag-brics","tag-gewalt","tag-globaler-sueden","tag-handelskrieg","tag-hegemonie","tag-infrastruktur","tag-kapitalismus","tag-multipolare-welt","tag-staatliche-souveraenitaet","tag-systemkonkurrenz","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/zheng-xue-SoAe5dQiQ4c-unsplash.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156980","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=156980"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156980\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":156990,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/156980\/revisions\/156990"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/156967"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=156980"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=156980"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=156980"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}