{"id":157292,"date":"2026-10-08T12:12:27","date_gmt":"2026-10-08T10:12:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157292"},"modified":"2026-10-08T12:45:56","modified_gmt":"2026-10-08T10:45:56","slug":"leserbriefe-zu-der-echte-antisemitismus-kommt-aus-der-selbsternannten-mitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157292","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDer echte Antisemitismus kommt aus der selbsternannten Mitte\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\n<strong>Jens Berger<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157187\">diskutiert hier<\/a> &uuml;ber den Begriff Antisemitismus. Die &bdquo;Antisemitismusvorwurf-Maschinerie&ldquo; laufe seit der Berlin-Wahl auf Hochtouren und habe die Linkspartei als Ziel. Im Windschatten dieser Kampagne feiere &bdquo;der echte, scharf zu kritisierende Antisemitismus ein Stelldichein&ldquo;. Die Antisemitismusdefinition, die dieser Kampagne zugrunde liege, sei merkw&uuml;rdig. Beim Antisemitismus heute gehe es um Juden, also Angeh&ouml;rige einer Religionsgemeinschaft. Die Umdeutung des Judentums von einer Religionsgemeinschaft in eine Rasse sei einer der Kernpunkte des klassischen Antisemitismus, der gerade in Deutschland zu Zeiten des Nationalsozialismus seinen H&ouml;hepunkt erreicht habe. Bundeskanzler Friedrich Merz habe jedoch im Berliner Wahlkampf <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/video6aac0ccea4540a02b8a81574\/merz-im-berlin-wahlkampf-die-perfideste-form-der-auslaenderfeindlichkeit-ist-antisemitismus.html\">den Antisemitismus wortw&ouml;rtlich<\/a> als &bdquo;perfideste Form der Ausl&auml;nderfeindlichkeit&ldquo; bezeichnet. Abseits aller modernen Antisemitismusdefinitionen w&uuml;rde unser Chefredakteur &bdquo;sogar so weit gehen und diese &Auml;u&szlig;erung selbst als &bdquo;antisemitisch&ldquo; brandmarken, da Merz mit ihr die Verbrechen, die die Deutschen im Namen des Antisemitismus im gewaltigen Ausma&szlig; auch gegen inl&auml;ndische deutsche Juden begangen haben, negiert&ldquo;. Auch eine Formulierung des Fernsehkomikers Florian Schroeder nach den Landtagswahlen wird hinterfragt.<\/p><p><em>Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. K&uuml;rzungen aus redaktionellen Gr&uuml;nden bleiben vorbehalten.<\/em><\/p><p>Hierzu haben wir interessante E-Mails erhalten. Daf&uuml;r bedanken wir uns. Die nun folgende Leserbrief-Auswahl hat <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Deutschland, mir graut vor dir.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Konsequentes Schlusswort! Es konnte ein so sch&ouml;nes Land sein. Aber die sch&ouml;nen Seiten fallen mir dann ein, wenn ich an die Landschaften und die Bundesl&auml;nder denke. Was Bismarck 1871 aus diesen Landen gemacht hat, war ein Fehler. Es wird Zeit, dass das wieder r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht wird. Friesland soll doch schon im Mittelalter eine R&auml;terepublik gewesen sein.<\/p><p>Ja, es sind wieder Juden, die unter Antisemitismus leiden. Schon allein, dass sie in die Kontoversen der Deutschen Innenpolitik vermengt werden, ist eine Frechheit. Was geht Juden der erb&auml;rmliche Zustand dieses Landes an? Nichts.<\/p><p>Judentum ist keine Rasse, sondern eine Religionsgemeinschaft, das schreiben Sie richtig. Aber es ist noch mehr, eine vielf&auml;ltige Kultur. Von den L&auml;ndern gepr&auml;gt, in denen sie sich entfaltet hat. Aber auch mit spezifischen Eigenschaften, wie z.B. ein gewisser aufrechter Anarchismus und Friedensgeist (siehe z.B. Georg Kreisler, Albert Einstein, Leonard Cohen, Mel Brooks).<\/p><p>Damit haben die derzeitige Israelische Politik und die ihr zugrunde liegende Ideologie (Zionismus) nichts zu tun.<\/p><p>Aber im Artikel geht es ja nicht um Israel. Sondern um Deutschland und wie seine Politiker Andere dazu missbrauchen von ihren Problemen und ihrer Inkompetenz abzulenken.<\/p><p>&ldquo;Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht&rdquo; Heinrich Heine &ndash; Ooops, noch ein Jude, ein aufrechter.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Leider sehr wahr, was Jens Berger  hier thematisiert. <\/p><p>Er macht deutlich, dass und wie der Antisemitismusbegriff inzwischen zur Worth&uuml;lse verkommen ist.<\/p><p>Nicht nur der Fernsehkomiker Florian Schr&ouml;der wei&szlig; die Antisemitismuskeule zu seinem Vorteil zu schwingen.<\/p><p>Siehe KI-Auskunft:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Im Oktober 2023 hielt Kerkeling in der D&uuml;sseldorfer Synagoge eine Laudatio f&uuml;r Marie-Agnes Strack-Zimmermann zur Verleihung der Josef-Neuberger-Medaille. <\/p>\n<p>Kerkeling w&uuml;rdigte Strack-Zimmermanns klare Haltung und ihren unerm&uuml;dlichen, mutigen Einsatz gegen Antisemitismus, Hass und Intoleranz.<\/p>\n<p>Die Verbindung entstand, weil Strack-Zimmermanns B&uuml;ro den Entertainer f&uuml;r die Laudatio angefragt hatte. Beide sch&auml;tzen sich gegenseitig f&uuml;r ihren klaren moralischen Kompass und ihren Einsatz f&uuml;r die Demokratie. (Sp&auml;ter revanchierte sich &uuml;brigens Strack-Zimmermann im September 2025 mit einer Laudatio auf Kerkeling bei der Verleihung des Kulturpreis Deutsche Sprache).&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Aktuell hypen einige Medien den &ldquo;Ich bin dann mal weg-Pilger&rdquo; als m&ouml;glichen Nachfolger f&uuml;r das  Bundespr&auml;sidentenamt.<\/p><p>War es  einst die Funktion des Narren, ihre Narrenfreiheit zur Spiegelung der Macht zu nutzen um unbequeme Wahrheiten auszusprechen, so setzen sich heutige Narren selbst auf den Herrschaftsthron.<\/p><p>Dass dabei nichts Gutes herauskommt, das  k&ouml;nnen wir in Gestalt eines Volodymyr Oleksandrovytsj Zelensky sehen.<\/p><p>L.G.<br>\nUte Plass<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Der Begriff &bdquo;Antisemitismus&ldquo; ist ein gutes Beispiel daf&uuml;r, wie sich der Sinn eine Wortes im Laufe der Zeit wandeln kann.<\/p><p>Ich glaube, man kann davon ausgehen, dass die absolute Mehrheit der Bev&ouml;lkerung nicht die geringste Ahnung hat vorher der Begriff Semiten stammt. Daf&uuml;r m&uuml;sste sie das Alte Testament und die Geschichte Noahs kennen. Genauer, was nach der Sintflut geschah, nachdem die gesamte Menschheit vernichtet war und nur Noah mit seiner Frau und den Familien seiner drei S&ouml;hne Sem, Ham und Japheth &uuml;berlebt hatte. Laut Bibel sind die drei S&ouml;hne die Stammesv&auml;ter der gesamten Menschheit. Sem begr&uuml;ndete die V&ouml;lker der arabischen Halbinsel (&amp; &Auml;gypter, Iraner etc.), Ham die dunkelh&auml;utigen Afrikaner und Japheth die Europ&auml;er. (Dazu folgende Anmerkung: Chinesen, Japaner, Aborigines, etc. &ndash; V&ouml;lker, die weit au&szlig;erhalb des Gro&szlig;raumes des Mittelmeers lebten, waren den damaligen Autoren der Bibel ca. 600 v. Chr. unbekannt.) <\/p><p>Zu Beginn des 19. Jahrhundert versuchte man die jahrhundertelange Judenfeindlichkeit und -verfolgung mit einer angeblichen Wissenschaft &bdquo;der Rassentheorie&ldquo; zu belegen, von einer minderwertigen Rasse der Semiten war die Rede, was logischerweise auch die Araber einschloss. Der Fokus der daraus folgenden Diskriminierung und Verfolgung zielte jedoch nur auf die j&uuml;dische Bev&ouml;lkerung. (Die arabische Gemeinschaft spielte zu der Zeit zahlenm&auml;&szlig;ig in Europa keine Rolle.) So etablierte sich im allgemeinen Sprachgebrauch &ndash; insbesondere w&auml;hrend des Nationalsozialismus &ndash; nur noch die Juden als Semiten zu bezeichnen. <\/p><p>Die Rassenlehre erwies sich als ein furchtbarer Irrtum der Geschichte. Um so unbegreiflicher ist es, dass ein Begriff aus ihrem Dunstkreis der &bdquo;Antisemitismus&ldquo; als Synonym f&uuml;r Antijudentum bzw. Judenhass in den allgemeinen Sprachgebrauch Einzug gefunden hat. Die Verw&auml;sserung bei der Verwendung des Begriffs f&uuml;hrt zu eigenartigen Kapriolen, Israel wirft ihren arabischen Nachbarn &bdquo;Antisemitismus&ldquo; vor &ndash; obwohl zumindest die orthodoxen Juden ihre Tora (f&uuml;nf B&uuml;cher Moses) etwas besser kennen sollten .<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en Z.Blanck<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo! <\/p><p>Erg&auml;nzend m&ouml;chte ich etwas anmerken. Die Feststellung, wer Jude ist und wer nicht, ist leider nicht ganz so einfach. Es gibt zwei Arten von Definition. Eine religi&ouml;se und eine Blutsdefinition. Das hat nichts mit dem alten G&ouml;ringschen Spruch &ldquo;Wer Jude ist bestimme ich&rdquo; zu tun. Denn es gibt einerseits die religi&ouml;se Zuordnung, aber andererseits eben auch die Regel, da&szlig; automatisch Jude ist, wer von einer j&uuml;dischen Mutter abstammt. Unabh&auml;ngig davon, ob man religi&ouml;s ist oder nicht. Und das ist, wenn keine rassische, so doch eine ethnische Definition einer j&uuml;dischen Volkszugeh&ouml;rigkeit. Das mu&szlig; man nicht teilen, ich f&uuml;r meinen Teil sehe eher die Semiten als eine Ethnie an, wenn auch mit verschiedenen religi&ouml;sen Bekenntnissen. Aber Juden selbst sehen das meist anders, um sich ihrerseits in rassistischer Absicht von Arabern abzugrenzen, die ja ebenfalls Semiten sind. <\/p><p>Zu Schr&ouml;ders Unsinn braucht man nichts zu sagen. Es passiert leider immer wieder, da&szlig; ausgerechnet die selbsterkl&auml;rten &ldquo;Antisemitismusbek&auml;mpfer&rdquo; in ihrem blinden Hass die h&auml;rtesten Antisemitsmen selbst verinnerlicht haben und nach ihnen denken und handeln. So wurde bekanntlich auch schon der Kabarettist Georg Schramm des Antisemitismus beschuldigt, weil er in seiner Rolle als &ldquo;Lothar Dombrowski&rdquo; harte Kritik an Bankern und dem Finanzwesen &uuml;bte. W&ouml;rtlich sagte er, da&szlig; er sich w&uuml;nsche, &ldquo;da&szlig; Banker wieder ihren alten Ruf zur&uuml;ckerhalten m&ouml;gen, als kein anst&auml;ndiger Christenmensch diesen Beruf aus&uuml;ben wollte&rdquo;. Den Kurzschlu&szlig; Geld = Judentum besorgten die &ldquo;Antisemitsmusj&auml;ger&rdquo; selbst, nicht Schramm. <\/p><p>Gru&szlig;, Ole<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>danke f&uuml;r Ihren Kommentar.<\/p><p>Florian Schr&ouml;der ist genauso gedankenlos wie nach meiner Auffassung die Leute, die von &ldquo;importiertem Antisemitismus&rdquo; reden, wenn arabische Menschen Kritik an Israels Politik &uuml;ben, insbesondere dem Genozid im Gaza- Streifen und \/ oder den &Uuml;bergriffen von durch israelisches Milit&auml;r gesch&uuml;tzten &ldquo;Siedlern&rdquo; im v&ouml;lkerrechts-widrig besetzten Westjordanland. Nach meiner Kenntnis sind die B&uuml;rger nordafrikanischer Staaten den SEMITEN zugeh&ouml;rig. Und die sollen sich mit ihrer Israel-Kritik antisemitisch &auml;u&szlig;ern?<\/p><p>Wenn Luther und die Nazis aus den europ&auml;ischen  Menschen j&uuml;discher Religion ein &ldquo;Volk&rdquo; machen, sollte das nicht als Narrativ f&uuml;r Menschen j&uuml;discher Religion schlechthin beibehalten werden. Denn dieser Denkweise folgend w&auml;ren Katholiken R&ouml;mer &ndash; oder doch Vatikaner??<\/p><p>Das eigetliche Betr&uuml;bnis sehe ich darin, dass sich die drei grossen Religionen, die im Nahen Osten entstanden waren und auf den gemeinsamen &ldquo;Stammvater&rdquo; Abraham zur&uuml;ckgehen, sich bis aufs Blut bekriegen und massakieren, sobald ihre jeweilige (semitisch?) st&auml;mmige Religion mit der Staatszugeh&ouml;rigkeit eine unheilige Allianz eingegangen ist.<\/p><p>Dass aber die Zionisten aus der SHOHA keine Lehren, vielmehr ihren Profit gezogen haben, indem sie mit der NAGBA &auml;hnliches Leid den Pal&auml;stinensern nun &uuml;ber fast achtzig Jahre zuf&uuml;gen &ndash; sogar noch vor Gr&uuml;ndung ihres Staates Israel damit begonnen hatten &ndash; bedeutet f&uuml;r mich, dass Israel auf der Asche von 6 Millionen &ldquo;Juden&rdquo; gegr&uuml;ndet und aufgebaut worden ist. Hinzu gerechnet werden m&uuml;ssen noch die zahlreichen, von israelischen Milit&auml;rs und &ldquo;Siedlern&rdquo; get&ouml;teten Pal&auml;stinenser!<br>\nDie &ldquo;Mutter des Terrors&rdquo; sind f&uuml;r mich dedhalb die Zionisten Israels, nicht die Fatah, die HAMAS oder jede andere palstinensische Organisation, die sich gegen den zionistisch begr&uuml;ndeten Terror wehrt. Dass damit auch andere als zionistisch orientierte Israelis getroffen werden k&ouml;nnen, ist leider unvermeidlich, trotzdem bedauerlich.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nG&uuml;nter Steinke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Die &ldquo;Antisemitismusk&auml;ule&rdquo; von Florian Schroeder ist qualitativ so hochwertig = oberfl&auml;chlich wie die sogenannte &ldquo;Nazik&auml;ule&rdquo; gegen die AfD.<\/p><p>Was aber verbindet Frau Weidel von der AfD mit einem Vertreter der &ldquo;b&uuml;rgerlich-liberalen Mitte&rdquo; wie Florian Schroeder, wenn Frau Weidel Adolf Hitler als &ldquo;Kommunisten&rdquo; framt und Florian Schroeder die Linke als &ldquo;antisemitisch&rdquo;? Die Antwort ist: in beiden F&auml;llen geht es gegen die Partei &ldquo;Die Linke&rdquo; bzw. die &ldquo;Linken&rdquo; und irgendetwas bleibt schon h&auml;ngen, auch wenn es (historische) L&uuml;gen und\/oder blo&szlig;e Behauptungen sind.<\/p><p>Man kann davon ausgehen, dass es Antisemitismus in unterschiedlichen politischen Lagern und Parteien gibt. Antij&uuml;dische Vorurteile haben in Europa eine lange Geschichte, die weit vor die Entstehung des &ldquo;modernen&rdquo; Antisemitismus zur&uuml;ckreicht.<\/p><p>Bereits im fr&uuml;hen Christentum entstanden antij&uuml;dische Ressentiments. Jesus Christus wurde zwar unter r&ouml;mischer Herrschaft von den R&ouml;mern gekreuzigt. Dennoch trugen bestimmte christliche Traditionen &uuml;ber Jahrhunderte dazu bei, den Juden kollektiv die Schuld oder eine Mitschuld am Tod Jesu zuzuschreiben. Hinzu kamen im mittelalterlichen Christentum religi&ouml;se und soziale Vorstellungen, die den Geldverleih und das Kreditgesch&auml;ft (Zinsen) als unchristlich oder als &ldquo;S&uuml;nde&rdquo; ansahen. Da Juden damals von vielen Berufen (&ldquo;Z&uuml;nfte&rdquo;) ausgeschlossen waren und ihnen zugleich andere Erwerbsm&ouml;glichkeiten verschlossen blieben, spielten j&uuml;dische Geldverleiher in einigen Regionen Europas eine bedeutende Rolle. Daraus entstanden wiederum wirtschaftliche und soziale Vorurteile, die sp&auml;ter in antij&uuml;dische Stereotype einflossen.<\/p><p>F&uuml;r Adolf Hitler und die NSDAP wurden solche antij&uuml;dischen Vorurteile zu einem zentralen Bestandteil ihrer rechtsextremistischen Propaganda. Die NS-Ideologie machte Juden zu einem vermeintlichen Verursacher wirtschaftlicher, sozialer und politischer Krisen und konstruierte sie als S&uuml;ndenbock f&uuml;r die Probleme der Weimarer Republik. Die NS-Schergen radikalisierten und rassifizierten vorhandene antisemitische Vorstellungen und setzten sie schlie&szlig;lich in staatlich organisierten Ausschluss, Entrechtung, Verfolgung, Deportation und systematischen Massenmord um.<\/p><p>Florian Schroeder missbraucht den Antisemitismus in mehrfacher Hinsicht:<\/p><p>(1) Er negiert die &ouml;konomischen, sozialen und gesellschaftspolitischen Ursachen f&uuml;r den demokratischen Niedergang der Weimarer Republik.<br>\n(2) Er relativiert den fanatischen, radikalen und m&ouml;rderischen Antisemitismus der NS-Zeit.<br>\n(3) Er lenkt von den &ouml;konomischen und sozialen Ursachen ab, warum B&uuml;rger 2026 rechte und linke Parteien w&auml;hlen und nicht die Parteien der &ldquo;b&uuml;rgerlich-liberalen Mitte&rdquo;.<br>\n(4) Er liefert nebenbei eine &ldquo;moralische&rdquo; Legitimation f&uuml;r den brutalen Vernichtungskrieg der israelischen Regierung und der israelischen Armee gegen die Pal&auml;stinenser im Gaza.<\/p><p>Vor allem &uuml;ber die &ouml;konomischen Ursachen wollen &ldquo;Satiriker&rdquo; wie Herr Schroeder nicht reden. Mit Satirikern wie Kurt Tucholsky, Dieter Hildebrandt, Volker Pispers und Georg Schramm hat Florian Schroeder nichts gemeinsam. Satiriker weisen auf gesellschaftliche Missst&auml;nde hin und setzen sich f&uuml;r die &ouml;konomisch und sozial Schwachen ein, indem sie die Politik der M&auml;chtigen, der herrschenden Klasse, der sogenannten &ldquo;Superreichen&rdquo;, der &ldquo;Elite&rdquo; hinterfragen und kritisieren. Florian Schroeder kritisiert die Kritiker, die die Politik der Regierung kritisieren. Wer aber &uuml;ber den Kapitalismus nicht reden will, der sollte auch &uuml;ber den Antisemitismus schweigen.<\/p><p>Dabei sollte auch Herrn Schroeder nicht entgangen sein: Auf dem Vormarsch sind nicht die Linken, die den exzessiven Kapitalismus kritisieren, sondern die Rechten und das nicht nur in Deutschland. Entgangen ist Herrn Schroeder und seinen Fans offenkundig auch, dass es im Artikel 15 des deutschen Grundgesetzes von 1949 explizit hei&szlig;t: <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Grund und Boden, Natursch&auml;tze und Produktionsmittel k&ouml;nnen zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausma&szlig; der Entsch&auml;digung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft &uuml;berf&uuml;hrt werden.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Vielleicht waren die V&auml;ter und (vier) M&uuml;tter des Grundgesetzes aus der Sicht von Florian Schroeder auch &ldquo;Antisemiten&rdquo;?<\/p><p>Die &ldquo;Brandmauer&rdquo; zwischen der &ldquo;b&uuml;rgerlich-liberalen Mitte&rdquo; und der rechten AfD ist ein J&auml;gerzaun aus braun lackiertem Fichtenholz und Komiker wie Florian Schroeder pinseln den J&auml;gerzaun mit Benzin ein. Die ideologische Brandmauer aus meterdickem Stahlbeton steht n&auml;mlich auf der anderen Seite.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nDetlef Schmiedel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-157292","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157292","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=157292"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157292\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":157297,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157292\/revisions\/157297"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=157292"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=157292"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=157292"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}