{"id":157362,"date":"2026-10-11T13:00:40","date_gmt":"2026-10-11T11:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157362"},"modified":"2026-10-09T16:50:22","modified_gmt":"2026-10-09T14:50:22","slug":"moralisierung-und-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157362","title":{"rendered":"Moralisierung und Macht"},"content":{"rendered":"<p>Ob Militarisierung, Mediengez&auml;nk oder Zerstrittenheit im Privaten, auf anregende Weise ist <strong>Stephan Erdmann<\/strong> in seinem neuen Buch &bdquo;Moral: Die M&auml;r von Gut und B&ouml;se&ldquo; Zusammenh&auml;ngen auf der Spur. Denn immer wieder geht es um &bdquo;Moral&ldquo;, welche unreflektiert G&uuml;ltigkeit beansprucht, &bdquo;obwohl sie immer nur auf regionalen, sozialen, zeitlich und r&auml;umlich begrenzten Vereinbarungen beruht&ldquo; und je nach Konstellation ver&auml;nderbar ist. Der daraus entstehende Gruppenzwang ist im Interesse der Macht. Ein imagin&auml;res &bdquo;Wir&ldquo; wappnet sich gegen die &bdquo;Anderen&ldquo;. Emotionen schie&szlig;en hoch. Nicht nur jede Differenzierung wird an den Rand gedr&uuml;ckt, sondern &uuml;berhaupt ein rationales Herangehen, welches nach L&ouml;sungen sucht. Eine Rezension von <strong>Irmtraud Gutschke<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1540\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-157362-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/261009-Moralisierung-und-Macht-NDS.mp3?_=1\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/261009-Moralisierung-und-Macht-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/261009-Moralisierung-und-Macht-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/261009-Moralisierung-und-Macht-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=157362-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/261009-Moralisierung-und-Macht-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"261009-Moralisierung-und-Macht-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Zu Beginn scheint die Argumentation eher theoretisch: &bdquo;Moralgef&uuml;hl vs. Ethische Rationalit&auml;t&ldquo;. Der Autor m&ouml;chte seinen Erw&auml;gungen eine Grundlage geben, und es ist einem schnell klar: Hier spricht ein nachdenklicher Mensch, ge&uuml;bt in klugem Abw&auml;gen und im Sinne dieses Bestrebens nicht selten genervt von all den hohlen Aufgeregtheiten, die uns umschwirren.<\/p><p>Dr. Stephan Erdmann, Jahrgang 1966, ist studierter Philosoph, Soziologe und Erziehungswissenschaftler. Er erkl&auml;rt, schlussfolgert und sucht Zusammenh&auml;nge, sodass er in seinem Text viel weiter ausgreift und im Konkreten viel tiefgr&uuml;ndiger ist, als man es nach den ersten paar Seiten vielleicht erwartete. Vom Grunds&auml;tzlichen verzweigt sich die Analyse in verschiedene Bereiche der Gesellschaft. Da gelingt es dem Autor, beim Lesen eine Nachdenklichkeit zu wecken, die weiterwirkt, lange nachdem man sein Buch zu Ende gelesen hat. Wobei die Lekt&uuml;re immer spannender wird, je weiter man vorgedrungen ist &ndash; einfach dadurch, dass sie eigene Erfahrungen mobilisiert. Was einen da alles umschwirrt in der &Ouml;ffentlichkeit, tritt auf erhellende Weise in Verbindung. Ein ideologisches L&uuml;gengewebe zerrei&szlig;t.<\/p><p>Zum Beispiel der Wahlkampf in Berlin: Allenthalben blicken einem von Plakaten kosmetisch retuschierte Gesichter entgegen, und unwillk&uuml;rlich fragt man sich, ob sie einem sympathisch sind oder nicht. Als ob die Wahl davon abh&auml;ngen w&uuml;rde, wie jemand aussieht. Wer gewinnt und wer verliert bei derlei &bdquo;Gesichtskontrolle&ldquo;, wird vom Eindruck bestimmt. Echte Versprechungen werden nicht gemacht, eher sind es Forderungen, die man vielleicht sogar selbst hat &ndash; jeweils mit einem imagin&auml;ren Ausrufezeichen. Wie sie zu verwirklichen w&auml;ren, bleibt oft r&auml;tselhaft. Parteienfinanzierte Werbeagenturen konkurrieren. Um &bdquo;Sympathie- oder Beliebtheitswerte&ldquo; geht es, wie Stephan Erdmann feststellt. &bdquo;Die gesamte mediale Begleitung solcher Entscheidungsprozesse fokussiert nicht etwa auf Handlungsoptionen, M&ouml;glichkeiten oder auch nur die Erfahrungen mit Ank&uuml;ndigungen aus dem Kreise politischer Parteien der j&uuml;ngsten Vergangenheit, anhand derer man den Prozess einer Art Realit&auml;tspr&uuml;fung unterziehen k&ouml;nnte.&ldquo; Stattdessen werden &bdquo;rationale Betrachtungen, Analysen, wissenschaftliche Befunde durch einen Kultus verdr&auml;ngt, der die Illusion menschlicher Macht zelebriert. Ein Kabinett ger&auml;t derart zu einer Art Heiligenersatz; der Regierungschef ist eine Art Gottheit.&ldquo; [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Dass eine solche &bdquo;Gottheit&ldquo; erst bejubelt und dann gest&uuml;rzt werden kann, ist hinzuzuf&uuml;gen. Wo die Illusion von Allmacht herrscht, ist leicht ein Schuldiger gefunden. Dessen Entfernung von der Macht dient dann deren Festigung, weil innere Strukturen unangetastet bleiben. Erzwungene R&uuml;cktritte von hervorgehobenen Positionen: Jemand muss f&uuml;r etwas die moralische Verantwortung &uuml;bernehmen, wof&uuml;r er konkret vielleicht gar nichts kann. Damit wird einer allgemeinen Emp&ouml;rung Gen&uuml;ge getan &ndash; auf diesen Begriff ist noch zur&uuml;ckzukommen &ndash;, ohne dass sich grunds&auml;tzlich etwas &auml;ndern muss. Denn darum geht es: Systemerhaltung im Profitinteresse.<\/p><p><strong>Absurdes Theater, das von Emotionen lebt<\/strong><\/p><p>&bdquo;Dass Kapitalismus soziale Ungleichheit bis in obsz&ouml;ne Dimensionen etabliert und diese mithilfe der absurdesten moralischen Kapriolen gerechtfertigt wird, ist nur ein Aspekt des Befundes. Schon die Organisation von &sbquo;Demokratie&lsquo; als Hierarchiencluster von Stellvertretern verhindert jeden Ausgleich und jeden wirksamen ethischen Diskurs&ldquo;, stellt Erdmann fest. Hinter der derzeitigen repr&auml;sentativen Demokratie verberge sich ein Verfahren, in dem &bdquo;eine Minderheit ihre Interessen gegen eine Mehrheit durchsetzt oder die ausdr&uuml;cklichen Interessen einer Mehrheit einfach &uuml;bergangen werden&ldquo;. Um von derlei Ungerechtigkeiten abzulenken, bed&uuml;rfe es dann &bdquo;einer Moral, die das ganze absurde Theater sanktioniert und Kritik mithilfe moralischer Kategorien und orchestrierter Emotionen zum Schweigen bringt&ldquo;. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Im Gegensatz zur Moral wird hier immer wieder die Ethik ins Spiel gebracht. Wiewohl sich diese nicht ganz von Moral freimachen kann, z&auml;hlt sie auf m&uuml;ndige Menschen, die sich &uuml;ber Zusammenh&auml;nge, &uuml;ber die Abfolgen von Ereignissen und Handlungsoptionen orientieren wollen. Auf diese Weise wird Demokratie sogar in aller Regel verkauft, &bdquo;in den Stellvertretungshierarchien bleibt davon aber beinahe nichts &uuml;brig&ldquo;. Also bedient sich die &bdquo;politische Stellvertretung&ldquo; der medialen Verbreitung und Verdichtung derjenigen Inhalte, die ihr vermeintlich n&uuml;tzen. &bdquo;Diese Inhalte sind entsprechend manipulativ.&ldquo; [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Wobei &bdquo;Massenmedien&ldquo; in einer &bdquo;Massengesellschaft&ldquo; von Adressaten ausgehen m&uuml;ssen, die sich als Individuen verstehen. Von deren Befindlichkeiten sind sie abh&auml;ngig, um gut verk&auml;uflich zu sein. Und gerade dies gelingt durch Emotionalisierung am besten. Die ist zudem wohlfeil, denn tiefgr&uuml;ndige journalistische Analysen gr&uuml;nden auf entsprechende F&auml;higkeiten, verlangen Kraft und Zeit, woran es oft mangelt im Tagesgesch&auml;ft. Hinzu kommt, dass dies auch vom Publikum etwas fordern w&uuml;rde: die Bereitschaft, komplexe Zusammenh&auml;nge zu durchdenken, statt auf schnelle Urteile zu setzen.<\/p><p>Nichts gegen das journalistische Genre &bdquo;Meinung&ldquo;, wenn es durchdacht ist, aber solche pers&ouml;nliche Leistung ger&auml;t unter Zeit- und Konformit&auml;tsdruck ins Hintertreffen. Das Internet tut ein &Uuml;briges, dass einer vom anderen abschreiben kann. Zudem setzt sich zunehmend das vermeintlich &bdquo;Richtige&ldquo; durch, ebenjenes plumpe Gut-B&ouml;se-Schema, mit dem sich dieses Buch durchaus sprachkr&auml;ftig auseinandersetzt.<\/p><p>&bdquo;Durch ihre grunds&auml;tzlich irrationale Struktur verh&auml;lt sich Moral antagonistisch zu Vernunft. Zwischen Moral und Vernunft herrscht Krieg um die Diskursherrschaft&ldquo;, stellt Stephan Ermann fest. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] &bdquo;In einer Parlamentarischen Demokratie, die das Reden schon im Namen tr&auml;gt&ldquo;, komme es indes immer mehr darauf an, &bdquo;was von wem mit welcher Wirkung gesagt wird, als darauf, was ist. Realit&auml;t spielt dann keine Rolle mehr, sondern nur mehr der vermeintliche Konsens, der beliebig von ihr abweichen kann. Das &uuml;belste Format, in dem relevante Themen verhandelt werden, ist daher die sogenannte &bdquo;Talk Show&ldquo;. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Wie deren Teilnehmer daf&uuml;r nach Rollen ausgew&auml;hlt werden, mutet wie ein absurdes Theater an, und dennoch sorgen derlei Schauk&auml;mpfe f&uuml;r Einschaltquoten.<\/p><p>Das kann man beklagen. Aber wie soll sich daran etwas &auml;ndern, wenn der rationale, faktenbasierte Disput, welcher zweifellos geistigen Nutzen verspr&auml;che, abgesehen davon, dass er nicht erw&uuml;nscht ist, mit dieser Publikumswirksamkeit nicht mithalten kann?<\/p><p>Und noch etwas kommt hinzu: Rationalit&auml;t und Emotionalit&auml;t sind bei uns Menschen unterschiedlich verteilt, was sich an der Aktivit&auml;t einzelner Hirnareale ablesen l&auml;sst. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Da wird seitens der Hirnforschung best&auml;tigt, was die Psychologie schon l&auml;ngst herausgefunden hat: Die Wahrnehmungsweisen, mit deren Hilfe wir uns in der Welt orientieren &ndash; Denken, F&uuml;hlen, Empfinden, Intuition &ndash; sind in jeweils verschiedenen Kombinationen verbreitet. Auf anregende Weise hat der Schweizer Psychiater Wolf von Siebenthal beschrieben, wie ein und dasselbe Erlebnis ganz unterschiedlich erlebt werden kann und wie daraus Konflikte in Partnerschaften entstehen. Auch wenn Frauen h&auml;ufig gef&uuml;hlsbetonter sind als M&auml;nner, l&auml;sst sich diese Konstellation nicht generell auf die Geschlechterverh&auml;ltnisse &uuml;bertragen. Hinzu kommt, dass Emotionalit&auml;t und Rationalit&auml;t vornehmlich extravertiert oder intravertiert sein k&ouml;nnen. Und immer spielen auch die irrationalen Komponenten Empfinden und Intuition mit hinein. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Geschulte Psychologen w&uuml;rden das nationale wie internationale F&uuml;hrungspersonal durchaus diesbez&uuml;glich klassifizieren k&ouml;nnen. Doch was lie&szlig;e sich damit erreichen? Dass mehr Rationalit&auml;t ans Ruder kommt? W&uuml;rde deutlicher Pragmatismus wirklich goutiert oder von manchen nicht doch mit Gef&uuml;hlsk&auml;lte in Verbindung gebracht? Weil Politik zudem immer wieder kaschieren muss, dass sie es mit schwer l&ouml;sbaren Problemen zu tun hat, scheint die &bdquo;Schiene&ldquo; des Moralisch-Emotionalen jedenfalls erfolgversprechender f&uuml;r gew&uuml;nschte Zustimmung.<\/p><p><strong>Moral ist spannend, geil und attraktiv<\/strong><\/p><p>&bdquo;Emotionen bringen Einschaltquoten und Klickzahlen, und selbst v&ouml;llig fiktionale Formate wie Liebesgeschichten werden mit moralischen Verst&auml;rkern ausgestattet. Man findet diese schon in den Kitschromanen vergangener Jahrhunderte, in denen der ehrbare Geliebte sich gegen den Schurken an der Seite der Liebsten bew&auml;hren muss, aber ebenso in mit vermeintlichen Tabus ausgeschm&uuml;ckten Geschichten &sbquo;verbotener&lsquo; Liebe in Serien oder Filmen bis hin zur Pornographie. Moral ist spannend, geil und attraktiv.&ldquo; [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Schuld und S&uuml;hne, Verbrechen und Strafe: Zwar gibt es Kriminalromane, die es mit dem Gedankenspiel genug sein lassen, einen Misset&auml;ter enttarnen, uns aber ersparen, dessen Verurteilung beizuwohnen. Doch in der Masse kommt das Genre nicht ohne Vergeltung aus. Beliebtes Muster gerade in Krimiserien: Jemand, der einen geliebten Menschen verloren hat, l&auml;uft Amok, um Rache zu &uuml;ben oder ein aus seiner Sicht zu mildes Urteil anzufechten. Ich schaue mir sowas prinzipiell nicht an, aber dass es massenhaft existiert, zeigt doch, dass es auf gesellschaftlich fruchtbaren Boden f&auml;llt. Oder geh&ouml;rt das gar zu einer Konditionierung f&uuml;r Kriegszeiten?<\/p><p>&bdquo;Das B&ouml;se ist identifiziert, also muss es zur Rechenschaft gezogen werden &ndash; das ist die moralische Grundforderung. Ethik analysiert die Situation und sucht nach der besten Handlungsweise, um k&uuml;nftige Sch&auml;den zu vermeiden.&ldquo; Das k&ouml;nne &bdquo;emotional sehr entt&auml;uschend sein&ldquo;, gibt Stephan Erdmann zu. Bevor ich etwas &uuml;ber ihn wusste, h&auml;tte ich ihn beim Lesen fast f&uuml;r einen Juristen halten wollen. Denn es geht im Buch immer wieder um Gesetzlichkeit, das Strafrecht, die Todesstrafe. &bdquo;Moral will die Untat s&uuml;hnen. Ethik will ihre Wahrscheinlichkeit reduzieren.&ldquo; [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] Das sind grunds&auml;tzlich verschiedene Herangehensweisen. Pr&auml;vention von Verbrechen m&uuml;sste darauf abzielen, &bdquo;den allgemeinen Entstehungsbedingungen von Kriminalit&auml;t in der Gesellschaft entgegenzuwirken&ldquo;, wie es in einer Verlautbarung des Innenministeriums hei&szlig;t. Bezeichnenderweise ist da zwar von Ma&szlig;nahmen wie Wertevermittlung und Ein&uuml;bung gewaltfreier Konfliktl&ouml;sung, von Alarmanlagen und Berufsausbildung im Strafvollzug die Rede, nicht aber von jenen sozial&ouml;konomischen Ungerechtigkeiten, auf deren Boden Kriminalit&auml;t gedeiht. [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>Denn die lassen sich nicht so einfach abstellen. Da ist Moral in ihrer leichten Anwendbarkeit der Ethik &uuml;berlegen. &bdquo;Moral ist ein Narrativ, eine g&uuml;ltige Erz&auml;hlung, die flexibel genug ist, um sie bei Bedarf neuen Bed&uuml;rfnissen oder Fakten anzupassen, aber regelhaft genug, dass die gemeinsame soziale Basis anerkannt wird. Schon, dass es etwas Gutes und etwas B&ouml;ses gibt, markiert Moral als Erz&auml;hlung. Es gibt dar&uuml;ber hinaus Rollen, die besetzt werden m&uuml;ssen: Held, Schurke, T&auml;ter, Opfer, Engel, Teufel. Moral hat stets eine Moral. Ihre Geschichten gehen auf und belehren die Zuh&ouml;rer. Die Moral der Moral best&auml;tigt sie stets. Alles ist gut, Ausnahmen werden mit ihrer Hilfe und nach ihren Regeln entsprechend behandelt. Sie stellt sie selbst her, indem man ihr folgt. Schuld wird ges&uuml;hnt, S&uuml;nden bestraft und damit Moral und ihre Ordnung wiederhergestellt. Grunds&auml;tzlich ist jeder an seinem Platz. Abweichungen werden von der herrschenden Moral stets sanktioniert.&ldquo; [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]<\/p><p>Die Vorstellung, &bdquo;das Eliminieren der Schuldigen tr&uuml;ge automatisch zu einer Verbesserung des Zustands bei&ldquo;, l&auml;sst sich, so bl&ouml;dsinnig sie ist, ja tats&auml;chlich als Erleichterung verkaufen. [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] &bdquo;Dass Zivilisation von Hexenprozessen und peinlichen Strafen Abstand genommen hat, scheint f&uuml;r viele eher ein Verlust zu sein als eine zivilisatorische Errungenschaft. In der Strafe haben sich Rache, Trauma und Autoaggression kultiviert. Der P&ouml;bel, der gern lynchen w&uuml;rde, erkennt sich selbst im Opfer wie im T&auml;ter. Jeder hat irgendwie immer Strafe verdient. Wer zudem noch Erfahrungen als Gewaltopfer gemacht hat, identifiziert sich gern umso eifriger mit dem T&auml;ter. Wer die gr&ouml;&szlig;te Angst hat, schreit am lautesten nach Grausamkeit. Durch die Decke der Zivilisation, in der Vernunft verzweifelt versucht, das Ganze halbwegs ertr&auml;glich zu gestalten, bricht sich immer wieder das Unbehagen Bahn &ndash; in Pogrom, Krieg und Massaker.&ldquo; [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]<\/p><p><strong>Im unerbittlichen Meinungskampf<\/strong><\/p><p>Zu massenhaften Gewaltexzessen ist es noch nicht gekommen. Noch handelt es sich um Meinungskampf &ndash; asymmetrisch, weil auf der einen Seite eine herrschende Meinung ist und auf der anderen nur eine pers&ouml;nliche. Und dazwischen wabert das Unbehagen. Wer hat es nicht schon im Bekanntenkreis erlebt: dieses Grollen und Schimpfen, dessen Hintergrund die Ohnmacht ist, sich mit den herrschenden Verh&auml;ltnissen abfinden zu m&uuml;ssen, dem immer wieder &ouml;ffentlich so benannten wirtschaftlichen Niedergang nichts entgegensetzen zu k&ouml;nnen und nicht zuletzt der Kriegsangst, f&uuml;r die jeweils unterschiedliche Seiten verantwortlich gemacht werden. Verdruss und Erbitterung sind gleichsam zu einem Chor geworden. Die Wut &ndash; worauf auch immer &ndash; will sich &auml;u&szlig;ern und nicht durch Rationalit&auml;t beschwichtigt werden. Ist das schon eine explosive Situation? K&ouml;nnte daraus die Versuchung entstehen, die in sich zerstrittenen Massen durch die Konfrontation mit einer vermeintlichen &auml;u&szlig;eren Gefahr zusammenzuschwei&szlig;en?<\/p><p>In seinem Buch &bdquo;Kapital und Ressentiment&ldquo; hat Joseph Vogl diese Vorg&auml;nge auf eine grunds&auml;tzliche Weise analysiert. [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] Der mit sozialer Unzufriedenheit und Entfremdung verbundene Zorn schwelt schon lange. Doch seit Corona-Zeiten hat er an Vehemenz gewonnen. Grundrechtseinschr&auml;nkungen seitens des Staates f&uuml;hrten zu heftigen Debatten und Protesten, deren Folge die Ausgrenzung Andersdenkender war. Vern&uuml;nftig kaum nachvollziehbar, wie sich Verwandte und Bekannte zerstritten haben. Richtig oder falsch: Heute sind es die Kriege in der Ukraine, in Gaza und im Iran, die f&uuml;r derlei Verwirrung sorgen. Und auch dabei &bdquo;ist Moral ein m&auml;chtiger Werkzeugkasten rhetorischer Mittel. Damit werden Forderungen erhoben, Werturteile abgegeben, Diskutanten disqualifiziert oder f&uuml;r unantastbar erkl&auml;rt, Diskurse eingeschr&auml;nkt oder verschoben und im Extremfall der gesamten Wirklichkeit das Recht auf Existenz aberkannt. Im Rahmen einer moralisch aufgeladen Diskussion spielt Realit&auml;t keine relevante Rolle, weil das logische &bdquo;wahr&ldquo; gegen&uuml;ber dem moralischen &bdquo;gut&ldquo; h&ouml;chstens gleichwertig ist, womit es ausgel&ouml;scht wird.&ldquo; [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]<\/p><p>Mit der L&ouml;sung konkreter Probleme hat das nichts zu tun. &bdquo;Der Meinungskampf ist das Gegenteil eines Ringens um Erkenntnis: er ist vielmehr eine Veranstaltung, die in Zivilisationen weitgehend das mit F&auml;usten oder Schwertern ersetzt hat. Die Parlamente und vor allem Talkshows, in denen Meinungen im oft nur vermeintlichen Streit pr&auml;sentiert werden, sind Arenen, in denen Gladiatoren im Auftrag von Interessengruppen antreten. Das kann unterhaltsam sein und hat vor allem &ndash; wie schon das antike Theater oder die Arenen Roms &ndash; eine integrierende Funktion. Die Frage, was ist und was daraus folgt, wird in solchen Veranstaltungen und auf diese Weise nicht beantwortet.&ldquo; [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]<\/p><p>Gut und B&ouml;se werden dabei macht- und geopolitisch definiert. &bdquo;Der Feind ist die Verschmelzung des Teufels mit denen, die nicht dazugeh&ouml;ren.&ldquo; [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>] Wie weit hat es uns bereits in die Kriegslogik hineingetrieben? Wie allenthalben Bekenntnisse erwartet werden, ist be&auml;ngstigend. &bdquo;Dabei gehen alle Differenzierungen verloren, die in politischen Zusammenh&auml;ngen, politischer Kommunikation, rechtlichen Hintergr&uuml;nden und schon der Analyse der Lage h&ouml;chst relevant w&auml;ren. Beim Beispiel &sbquo;B&uuml;ndnistreue&lsquo; wird dies schnell deutlich. Gemeint ist damit ein Milit&auml;rb&uuml;ndnis, deren unumstrittene F&uuml;hrungsmacht j&uuml;ngst ihr Verteidigungs- wieder in ein Kriegsministerium umbenannt hat. Diese Form von Treue bedeutet de facto Unterwerfung unter Entscheidungen Dritter, wo es um Krieg und Frieden geht, w&auml;hrend diese anderen ihre Priorit&auml;t in einer Weise offenbaren, die den eigenen Prinzipien fundamental widersprechen. Aber schon der offene Zweifel an diesem Weg gilt in der moralisch aufgeladenen Atmosph&auml;re der Treueschw&uuml;re als Verrat.&ldquo; [<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]<\/p><p>Verwundern mag es mitunter, wie der Autor Wurzeln heutigen Verhaltens in der Vergangenheit sucht &ndash; in Clanstrukturen und mythischen wie religi&ouml;sen Zusammenh&auml;ngen. Aber es ist schon etwas dran. &bdquo;Es macht den Eindruck, der Kontakt zum B&ouml;sen berge die Gefahr, man werde vom Teufel besessen. Schon ein Gespr&auml;ch mit dem Feind, zumal deren Oberhaupt, gilt als Ketzerei und tendenzielle Zustimmung zu dessen vermeintlichen Zielen. Ein Treffen w&auml;re gar v&ouml;llig ausgeschlossen.&ldquo; [<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]<\/p><p>Der Feind: Wie soll man da nicht an unselige deutsche Vergangenheit denken? Nicht nur zur NS-Zeit, auch nach 1945, in Zeiten des Kalten Krieges, so Stephan Erdmann, war der &bdquo;Sowjetmensch und Kommunist [&hellip;] nach wie vor der Feind, die meisten alten Autorit&auml;ten waren nach wie vor im Spiel und selbst der Rassismus kaum gebrochen, was insbesondere der Umgang mit sogenannten &sbquo;Zigeunern&lsquo; belegte. Es gab ein paar neue Regeln, zu denen geh&ouml;rte, dass man sich im Umgang mit Juden um 180 Grad zu drehen hatte. Viele alte Nazis in den Gerichten, der Verwaltung und der Politik wuschen sich wei&szlig;, und wer ein schlechtes Gewissen hatte, konnte sich damit tr&ouml;sten, etwas nicht gewusst zu haben oder auf Befehl gehandelt zu haben. Moral ist extrem flexibel und eben vor allem von Gruppen- und Machtstrukturen abh&auml;ngig. Sie tr&auml;gt inhaltlich und intellektuell absolut nichts zum Diskurs bei, sondern fungiert rein instrumentell.&ldquo; [<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]<\/p><p><strong>Diplomatie hat immer das letzte Wort<\/strong><\/p><p>Moralische, &bdquo;wertebasierte&ldquo; Politik oder eine, die auf realistischer Einsch&auml;tzung der Wirklichkeit beruht? Erstgenannte ist im Mainstream fast unanfechtbar geworden. In Auseinandersetzung damit gibt es immerhin einige erhellende Buchpublikationen: Ein Klassiker ist John Mearsheimer &bdquo;The Tragedy of Great Power Politics&ldquo;, das nur in Originalsprache auf dem Buchmarkt ist. Lesenswert von deutschen Autoren: &bdquo;Wir sind die Guten&ldquo; von Mathias Br&ouml;ckers und Paul Schreyer, &bdquo;Moral &uuml;ber alles&ldquo; von Michael L&uuml;ders, &bdquo;Weltordnung im Umbruch&ldquo; von Peter Wahl, Erhard Crome, Frank Deppe und Michael Brie sowie &bdquo;Innere Zeitenwende&ldquo; von Ingar Solty. Und damit sind noch l&auml;ngst nicht alle genannt. Gerade die <em>NachDenkSeiten<\/em> haben gro&szlig;en Anteil daran, dass solche Publikationen in den &ouml;ffentlichen Diskurs kommen, die sonst oft totgeschwiegen werden. Dabei ist es doch gerade in Krisenzeiten wichtig, die Situation zu analysieren, Probleme zu identifizieren und Strategien zu deren L&ouml;sung unter den gegebenen Bedingungen zu diskutieren.<\/p><p>Stephan Erdmann: &bdquo;Die US-Regierung fragt als solche eines souver&auml;nen Staates ganz selbstverst&auml;ndlich niemanden danach, mit wem sie Gespr&auml;che f&uuml;hrt, wo und in welcher Form sie stattfinden. Die restlichen NATO-Staaten, insbesondere die europ&auml;ischen, erkl&auml;ren derweil in der oben geschilderten Weise den Kontakt zu Russland zum Sakrileg und machen auch keine Anstalten, weitere aktuelle Kriegsgegner des &sbquo;Partners&rsquo; diplomatisch zu konsultieren. Wenn aber die USA Verhandlungen f&uuml;hren und sie davon ausschlie&szlig;t, empfinden sie das als Affront. Moral kann schwindelerregende Gedankenassoziationen hervorrufen, denen keine Vernunft mehr beikommt. Sie f&ouml;rdert offenbar auch und gerade dort infantiles Gebaren, wo dessen Gegenteil dringend notwendig w&auml;re.&ldquo; [<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>]<\/p><p>Ja, es mag infantil erscheinen, doch an Kriegen wird schamlos verdient, zumal man sich aus staatlichen Verteidigungsbudgets bedienen kann. Zu den Profiteuren geh&ouml;ren die globale R&uuml;stungsindustrie, Cybersecurity-Unternehmen, Energiekonzerne, private Waffenh&auml;ndler und wer nicht alles noch, w&auml;hrend dieses ganze Geschacher auf Kosten der Bev&ouml;lkerung geht. Und nicht zu vergessen die Macht der Ideologie. Nach dem Schema der Personalisierung ist &bdquo;Putin&ldquo; lange schon als Erzfeind d&auml;monisiert wie der &bdquo;schwarze Mann&ldquo;, mit dem die Nachbarin uns Kindern Angst machte, damit wir ihr in Abwesenheit der Eltern gehorchten. Solche Muster der Angsterziehung m&ouml;gen &uuml;berholt sein, doch ihre Spuren in den Seelen bleiben abrufbar. Hinzu kommt das Mitleid mit den Opfern. Fast schon ein Ritual in der &bdquo;Tagesschau&ldquo; sind Bilder zerst&ouml;rter H&auml;user, vor denen ukrainische Frauen klagen. Kein Wort &uuml;ber Schl&auml;ge der ukrainischen Armee ins russische Hinterland. Und wenn, dann fast so, als habe man selbst einen Erfolg errungen.<\/p><p>Deutschland und Europa haben sich in diesem Krieg auf eine Seite gestellt &ndash; entsprechend die Propaganda. Das ist an dieser Stelle mehrfach er&ouml;rtert worden und auch, dass sich die Lage durch massive Angstmache jetzt zuspitzt. Dass &bdquo;Putin&ldquo; Europa einen &bdquo;Schattenkrieg&ldquo; aufzwingt. [<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>] Dass &bdquo;Putin&ldquo; bald die NATO im Baltikum angreifen w&uuml;rde, wozu nun drei Szenarien vorbereitet w&uuml;rden. [<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>] St&auml;ndig dieses personalisierte Feindbild, als ob wir bereits im Kriegszustand w&auml;ren. Oder sind wir es schon und wollen es nur nicht wahrhaben?<\/p><p>Stephan Erdmann sieht in Diplomatie eine ethische Verpflichtung. &bdquo;Auch im Jahr 2026 werden Kriege vielerorts auf der Welt gef&uuml;hrt. Einigen Regierungen wird schlicht eine &sbquo;Legitimit&auml;t&lsquo; aberkannt, worin der Grund f&uuml;r &sbquo;Sanktionen&lsquo;, Invasionen, Embargos und Blockaden liegt (Venezuela, Kuba, Iran). Der US-Pr&auml;sident stellt w&ouml;rtlich seine pers&ouml;nliche &bdquo;Moral&ldquo; &uuml;ber das V&ouml;lkerrecht und erkl&auml;rt sich f&uuml;r einen Menschen- und Friedensfreund, w&auml;hrend er einen Krieg nach dem anderen befiehlt. Im Krieg mit Russland bezeichnen die Ukrainer aus Regierung und Armee Russen stetig als &sbquo;Orks&lsquo;, f&uuml;r die folgerichtig keine Menschenrechte gelten und die reuelos zu t&ouml;ten sind. Es wird auf dieser Ebene sehr deutlich, dass im Zweifelsfall Moral nicht nur in Konflikt mit Recht und Rechtsg&uuml;tern kommt, sondern diese negiert und durch maximale Gewalt ersetzt. Ist der Gegner oder Feind in einer solchen Konstellation erst einmal derart abgewertet, ist Diplomatie ausgeschlossen, weil schon Verhandlungen mit Illegitimen oder Monstern Handlungen im Dienste des B&ouml;se w&auml;ren. Alles, was dem Feind schadet, was ihn dezimiert oder niederwirft, ist gut und dient dem Schutz der eigenen Partei. Alles, was dem im Wege steht, ist Kollaboration. In Zeiten, in denen Diplomatie und Rationalit&auml;t im Sinne friedlicher Vereinbarungen am n&ouml;tigsten w&auml;ren, setzen sich regelm&auml;&szlig;ig Moral, Gewalt und Irrationalit&auml;t durch. Erst wenn die Balance in diesem Verh&auml;ltnis kippt, kann Vernunft &uuml;bernehmen.&ldquo; [<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>]<\/p><p>Wie und wann Vernunft &uuml;bernehmen kann? Sicher ist nur: &bdquo;Da jeder Krieg mit solchen Verhandlungen endete, sei es mit oder ohne bedingungslose Kapitulation, ist dieser Prozess alternativlos. Die Frage ist lediglich, wie und wann man damit beginnt. Sicher ist, dass jede Verz&ouml;gerung zu mehr Tod und Gewalt f&uuml;hrt. Moral hat keine Einw&auml;nde gegen millionenfaches Leiden, sobald sie in den Kriegsmodus schaltet. Nur, wo sie schweigt, ist Diplomatie m&ouml;glich, und die Diplomatie hat immer das letzte Wort.&ldquo; [<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>]<\/p><p><em>Stephan Erdmann: Moral. Die M&auml;r von Gut und B&ouml;se. M&uuml;nchen 2026, Tolino Media (Selbstverlag), Taschenbuch, 244 Seiten, ISBN 978-3695610495, 14,99 Euro.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Pixelvario \/ Shutterstock<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Erdmann, S. 42<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] ebenda, S. 134 f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] ebenda, S. 138<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] ebenda, S. 172<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] ebenda, S. 174<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/wie-unterscheidet-sich-das-rationale-und-das-emotionale-gehirn\/1351514\">spektrum.de\/news\/wie-unterscheidet-sich-das-rationale-und-das-emotionale-gehirn\/1351514<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Empfehlenswert in diesem Zusammenhang sind die beiden B&auml;nde des Schweizer Psychiaters Wolf v. Siebenthal: &bdquo;Denkmann und F&uuml;hlfrau&ldquo; sowie &bdquo;Empfindungsfrau und Intuitionsmann&ldquo;, wobei die Geschlechterzuschreibung auch umgekehrt wird. Beide sind 1993 und 1994 im Walter Verlag erschienen und derzeit nur noch antiquarisch zu haben.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Erdmann, S. 80<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] ebenda, S. 163<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/DE\/themen\/sicherheit\/kriminalitaetsbekaempfung-und-gefahrenabwehr\/kriminalpraevention\/kriminalpraevention-node.html\">bmi.bund.de\/DE\/themen\/sicherheit\/kriminalitaetsbekaempfung-und-gefahrenabwehr\/kriminalpraevention\/kriminalpraevention-node.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Erdmann, S. 130<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] ebenda, S. 137<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] ebenda, S. 152<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Joseph Vogl: Kapital und Ressentiment, Eine kurze Theorie der Gegenwart. C. H. Beck, 221 S., geb., 18 Euro.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Erdmann, S. 105<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] ebenda, S. 107<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] ebenda, S. 79<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] ebenda, S. 217f<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] ebenda, S. 218<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] ebenda, S. 159<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] ebenda, S. 219<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/kommentare\/kommentar-putin-zwingt-europa-einen-schattenkrieg-auf\/100247774.html\">handelsblatt.com\/meinung\/kommentare\/kommentar-putin-zwingt-europa-einen-schattenkrieg-auf\/100247774.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/politik\/was-wenn-russland-angreift-nato-bereitet-offenbar-drei-strategien-gegen-putin-attacke-vor-zr-94448037.html\">merkur.de\/politik\/was-wenn-russland-angreift-nato-bereitet-offenbar-drei-strategien-gegen-putin-attacke-vor-zr-94448037.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] Erdmann, S. 235f<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] ebenda, S. 233<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob Militarisierung, Mediengez&auml;nk oder Zerstrittenheit im Privaten, auf anregende Weise ist <strong>Stephan Erdmann<\/strong> in seinem neuen Buch &bdquo;Moral: Die M&auml;r von Gut und B&ouml;se&ldquo; Zusammenh&auml;ngen auf der Spur. Denn immer wieder geht es um &bdquo;Moral&ldquo;, welche unreflektiert G&uuml;ltigkeit beansprucht, &bdquo;obwohl sie immer nur auf regionalen, sozialen, zeitlich und r&auml;umlich begrenzten Vereinbarungen beruht&ldquo; und je nach<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157362\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":157363,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,208,11],"tags":[3293,3240,3260,2824,893,633,827,2507,3417],"class_list":["post-157362","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-rezensionen","category-strategien-der-meinungsmache","tag-bellizismus","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-feindbild","tag-individualismus","tag-militarisierung","tag-politikerverdrossenheit","tag-stigmatisierung","tag-streitkultur","tag-zivilgesellschaftlicher-dialog"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/shutterstock_2737456147.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157362","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=157362"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157362\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":157410,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157362\/revisions\/157410"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/157363"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=157362"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=157362"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=157362"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}