{"id":157377,"date":"2026-10-11T14:00:26","date_gmt":"2026-10-11T12:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157377"},"modified":"2026-10-09T18:05:19","modified_gmt":"2026-10-09T16:05:19","slug":"ueber-10-000-junge-menschen-aus-aller-welt-das-weltjugendfestival-in-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157377","title":{"rendered":"\u00dcber 10.000 junge Menschen aus aller Welt: das Weltjugendfestival in Russland"},"content":{"rendered":"<p>Vom 11. bis 17. September fuhren wir mit Unterst&uuml;tzung aus Deutschland nach Jekaterinburg, um am Internationalen Festival der Jugend teilzunehmen. Ziel des Festivals ist es, eine Plattform f&uuml;r den Dialog junger Menschen aus aller Welt zu schaffen, um gemeinsam &uuml;ber Wege zu einem gerechteren und multipolaren Weltbild zu sprechen. Das Programm umfasste Foren, Diskussionsrunden, Konzerte, sportliche Veranstaltungen und kreative Workshops. Das Festival wurde ausgetragen unter dem Motto &bdquo;Folge deinem Traum&rdquo;, mit Tscheburaschka als Maskottchen des Festivals. Ein Bericht von <strong>Torsten Rexin<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n&Uuml;ber 10.000 junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren aus &uuml;ber 191 L&auml;ndern nahmen am Festival teil. Dabei war die H&auml;lfte der Teilnehmer aus den verschiedenen Regionen Russlands und die andere H&auml;lfe der Teilnehmer aus dem Ausland. Die genaue Anzahl der Teilnehmer pro Land ist uns nicht bekannt, jedoch k&ouml;nnen wir mit Sicherheit sagen, dass mindestens 20 Teilnehmer mit deutschen Hintergrund das Festival besuchten sowie mindestens jeweils ein Teilnehmer aus Lichtenstein, der Schweiz und &Ouml;sterreich vor Ort war. <\/p><p><strong>Geschichte des Festivals<\/strong><\/p><p>Die Geschichte dieser neuen Festivalreihe beginnt im Jahr 2023, als der Pr&auml;sident der Russischen F&ouml;deration einen Erlass zur Durchf&uuml;hrung des Weltjugendfestivals unterzeichnete. Das erste Festival fand vom 1. bis 7. M&auml;rz 2024 in Sotschi statt. Nach dem Erfolg in Sotschi wurde das Festival 2025 in Nischni Nowgorod ausgerichtet. Der Umfang war etwas kleiner: etwa 2.000 Teilnehmer aus 120 L&auml;ndern nahmen teil.<\/p><p>In diesem Jahr &uuml;bernahm Jekaterinburg die Austragung des Festivals. Die Hauptpl&auml;tze waren der Campus der Uralischen F&ouml;deralen Universit&auml;t (hier wohnten auch die Teilnehmer und Freiwilligen) sowie das internationale Ausstellungszentrum &bdquo;Jekaterinburg-Expo&ldquo;. Ein Teil der Aktivit&auml;ten fand au&szlig;erhalb der geschlossenen Hallen statt &ndash; in &ouml;ffentlichen Stadtzonen wie dem Majakowski-Park und dem Historischen Platz.<\/p><p><strong>Programmschwerpunkte<\/strong> <\/p><p>Das Programm teilte sich auf in acht zentrale Bereiche: &Ouml;ffentliche Administration, Medien, Wissenschaft und Bildung, Unternehmertum, Digitalisierung und IT, Kreativindustrie, gesellschaftliches Engagement sowie Sport und Gesundheit<\/p><p><strong>&bdquo;Stadtteil der Kulturen der Welt&ldquo;<\/strong> <\/p><p>Der Campus wurde in f&uuml;nf Zonen nach Makroregionen unterteilt (Asien, Afrika, Europa, Amerika, Naher Osten), wobei jeweils eine B&uuml;hne im Innenhof einer der f&uuml;nf Wohnheime platziert wurde. So wurde sichergestellt, dass die Schlafenszeit auf ein Minimum reduziert wird. Jede Zone bot eigene Aktivit&auml;ten: Auf der B&uuml;hne &bdquo;Asien&rdquo; wurde viel Karaoke gesungen, Afrika hat bis sp&auml;t in die Nacht auf Trommeln gespielt, Europa bot russische und kaukasische T&auml;nze zum Mitmachen, in Amerika sorgten Sombreros und Rasseln f&uuml;r eine fr&ouml;hliche Tanzatmosph&auml;re nach lateinamerikanisch-mexikanischem Vorbild, und im Nahen Osten erklangen ruhigere T&ouml;ne, welche zum Verweilen einluden. <\/p><p>Bis um 23 Uhr wurde auf jeder der B&uuml;hnen oder Makroregionen gefeiert. Danach haben wir uns drau&szlig;en auf dem Campus oder im Wohnheim getroffen und bis sp&auml;t in die Nacht Tee getrunken oder gemeinsam Lieder mit Gitarrenbegleitung gesungen. P&uuml;nktlich um 8 Uhr morgens fing der Bass erneut an &ndash; Zeit, zur Kantine zu gehen, gemeinsam zu fr&uuml;hst&uuml;cken und den Tag zu beginnen.<\/p><p><strong>Er&ouml;ffnungszeremonie<\/strong><\/p><p>Apropos Beginn &ndash; eingeleitet wurde das Weltjugendfestival von einer atemberaubenden Er&ouml;ffnungszeremonie. F&uuml;r jede der oben erw&auml;hnten Makroregionen gab es ein aufw&auml;ndig inszeniertes Musikprogramm. Angenehm war auch, dass keine d&auml;monisch-satanistischen Elemente in der Zeremonie anzutreffen waren, wie es zum Teil in westlichen L&auml;ndern der Fall ist.  Das Motto war: Wir sind alle verschieden, aber vereint sind wir stark. Das hier verlinkte Video der Er&ouml;ffnungszeremonie <a href=\"https:\/\/m.youtube.com\/watch?v=_f11pbHMGes&amp;pp=ygUV0JzRhNC8INC-0YLQutGA0YvRgtCw&amp;ra=m\">gibt einen guten Einblick<\/a>.<\/p><p><strong>Exkursionen<\/strong><\/p><p>Beginnend schon am Tag der Ankunft, wurden f&uuml;r die Teilnehmer Exkursionen durch Jekaterinburg, Werchnjaja Pyschma und Sysert organisiert. Wir nahmen an einer F&uuml;hrung durch die Stadt Jekaterinburg teil, welche einen angenehmen Eindruck auf uns gemacht hat.<\/p><p>Jekaterinburg (fr&uuml;her Swerdlowsk) ist eine historsich gepr&auml;gte Stadt im mittleren Uralgebirge und wurde von einem Russen und einem Deutschen ma&szlig;gebend gepr&auml;gt. Das Stadtbild hat eine gute Balance zwischen historischen Bauten und moderner Baukunst. Mit 1,5 Millionen Einwohnern z&auml;hlt die Stadt auch zu den gr&ouml;&szlig;ten St&auml;dten Russlands.<\/p><p><strong>Expo<\/strong><\/p><p>Tags&uuml;ber wurde das Expo-Gel&auml;nde zum Zentrum des Geschehens. In drei Messehallen pr&auml;sentierten verschiedene russische Organisationen ihre Produkte, ihr Unternehmen und boten praktische Seminare an. So haben wir zum Beispiel ein H&uuml;hnchenfleisch geklont, durften Drohnen durch einen Parkour fliegen und haben humanoide Roboter gesehen. Russland hinkt technologisch keineswegs hinterher: ob ein Prototyp der Marke Aurus eines Autos mit Wasserstoffantrieb, autonom fahrende Lieferroboter von Yandex und vieles mehr. Leider haben vier volle Tage nicht ausgereicht, um mit der n&ouml;tigen Gr&uuml;ndlichkeit alle St&auml;nde zu besuchen.<\/p><p>Au&szlig;erdem gab es ein reiches Programm an Seminaren und Vortr&auml;gen im Bereich der verschiedenen Programmschwerpunkte des Festivals. Nennenswert sind Diskussionsrunden mit Marija Sacharowa und anderen G&auml;sten sowie der Besuch des russischen Au&szlig;enministers Sergej Lawrow, welcher auch einen eigenen Vortrag hielt. Bei der Abschlusszeremonie hat Lawrow <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6Ov9vp5IJQM\">einige Worte an die Teilnehmer gerichtet<\/a>.<\/p><p>Es sei an dieser Stelle betont, dass sowohl Sergej Lawrow, der Au&szlig;enminister Russlands, als auch Maria Sacharowa, Pressesprecherin des Au&szlig;enministeriums,  sich den Fragen der Jugend angenommen haben. Unsere direkte Erfahrung zeigt: Wir k&ouml;nnen aktiv mit den Vertretern Russlands ins Gespr&auml;ch kommen.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend des Festivals durften wir viele fremde Kulturen geballt an einem Ort erleben &ndash; untermalt durch Musik, Gespr&auml;che, Kost&uuml;me\/Trachten und vieles mehr. Dies hat nicht nur ein Verst&auml;ndnis und die Achtung der fremden Kultur in uns erweckt, sondern bewirkte auch, dass wir wieder bewusster unsere eigene deutsche Kultur wahrnehmen. Absolut niemand machte uns als Deutschen Vorw&uuml;rfe wegen der Verbrechen Nazi-Deutschlands, sondern wir wurden von allen Teilnehmern, ob von Russen, Indern oder Menschen anderer Nationen, mit gr&ouml;&szlig;tem Interesse begr&uuml;&szlig;t. Viele hatten noch nie jemanden aus Deutschland getroffen, grob die H&auml;lfte hatte in der Schule Deutsch gelernt, und mit einer nicht geringen Anzahl konnten wir sogar problemlos auf Deutsch reden. Erfreulich ist es, zu sehen, welch gro&szlig;er Respekt Deutschen von Russen und von Menschen aus aller Welt entgegengebracht wird. Gleichzeitig wurde von vielen die ablehnende Haltung Deutschlands kritisiert.<\/p><p>Es ist beeindruckend, dass Russland in Zeiten starker Spannungen ein Festival in diesem Ausma&szlig; austr&auml;gt und selbst Menschen aus &bdquo;unfreundlichen&rdquo; L&auml;ndern willkommen hei&szlig;t. Wir durften viele interessante Menschen aus Russland und der ganzen Welt kennenlernen und vertrauen darauf, dass die Impulse, welche wir w&auml;hrend des Festivals aufgenommen haben, uns in Zukunft helfen werden, richtige Entscheidungen im Sinne der V&ouml;lkerverst&auml;ndigung zu treffen.<\/p><p>Uns hat die Reise gezeigt, dass es besonders wichtig ist, sich ein eigenes Bild zu machen, um die Menschen und Geschehnisse vor Ort unvoreingenommen einsch&auml;tzen zu k&ouml;nnen. Gerade jungen Menschen legen wir w&auml;rmstens ans Herz: Reist einmal nach Russland und &uuml;berzeugt euch selbst von der Gastfreundschaft und der W&auml;rme, die dieses Land ausstrahlt.<\/p><p>Wir bedanken uns herzlich bei der GDRF e.V. und der Russischen Botschaft in Berlin f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung bei der Anmeldung sowie bei den Organisatoren des Festivals und den Menschen Russlands f&uuml;r die Gastfreundschaft und Einladung zum Internationalen Festival der Jugend 2026 in Jekaterinburg.<\/p><p>Bis zum n&auml;chsten Festival!<\/p><p>Bjarne und Roman<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 11. bis 17. September fuhren wir mit Unterst&uuml;tzung aus Deutschland nach Jekaterinburg, um am Internationalen Festival der Jugend teilzunehmen. Ziel des Festivals ist es, eine Plattform f&uuml;r den Dialog junger Menschen aus aller Welt zu schaffen, um gemeinsam &uuml;ber Wege zu einem gerechteren und multipolaren Weltbild zu sprechen. 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