{"id":157385,"date":"2026-10-09T16:50:13","date_gmt":"2026-10-09T14:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157385"},"modified":"2026-10-09T16:51:56","modified_gmt":"2026-10-09T14:51:56","slug":"leserbriefe-zu-linke-spitze-billigt-angriff-auf-friedensdemo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157385","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eLinke-Spitze billigt Angriff auf Friedensdemo\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\n<strong>R&uuml;diger G&ouml;bel<\/strong> thematisiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157127\">in diesem Beitrag<\/a> die gro&szlig;e Friedenskundgebung in Stuttgart am 3. Oktober, auf der Sevim Dagdelen sprechen sollte. Die fr&uuml;here Bundestagsabgeordnete und heutige BSW-Politikerin, Mitglied im Bundesvorstand der Antikriegspartei, geh&ouml;re seit Jahren zu den profiliertesten Kritikerinnen von NATO, Aufr&uuml;stungswahnsinn und Krieg. Vermummte h&auml;tten die B&uuml;hne gest&uuml;rmt und die BSW-Politikerin bedr&auml;ngt. Das Linke-Bundesvorstandsmitglied Mersedeh Ghazaei habe die Gewaltattacke gerechtfertigt, die Angreifer h&auml;tten sich als &bdquo;Antifaschisten&ldquo; inszeniert. F&uuml;r den selbsternannten pseudolinken W&auml;chterrat stehe &bdquo;an diesem 3. Oktober nicht die Kriegs- und Aufr&uuml;stungspolitik der Bundesregierung im Fokus, sondern eine Kriegsgegnerin, deren politische Positionen nicht genehm&ldquo; seien. Ziel sei es, &bdquo;das BSW als vermeintliche rechte Partei zu markieren, die in der Friedensbewegung nichts verloren haben soll&ldquo;. Unter Schutz der Polizei habe Sevim Dagdelen schlie&szlig;lich doch sprechen k&ouml;nnen.<\/p><p><em>Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. K&uuml;rzungen aus redaktionellen Gr&uuml;nden bleiben vorbehalten.<\/em><\/p><p>Hierzu haben wir interessante E-Mails erhalten. Daf&uuml;r bedanken wir uns. Die nun folgende Leserbrief-Auswahl hat <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Stuttgart war ein positives Erlebnis. So viele Menschen, die sich f&uuml;r Frieden und V&ouml;lkerfreundschaft auf den Weg gemacht haben, das war mal ermutigend, wenn man sonst in der Provinz nur Kleinstgruppen &uuml;ber 60 j&auml;hriger zusammenstehen sieht.<\/p><p>In Stuttgart sah man auch erfreulich viele Junge.<\/p><p>Die linke Gewerkschafterin &Ouml;zlem Demirel und die BSW Frontfrau Sevim Dagdelen hielten leidenschaftliche Reden. Dagdelen wurde aber anfangs massiv gest&ouml;rt durch eine Gruppe Antifaschisten, die mit ihrem Dauerruf HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARIT&Auml;T ihre Rede verhindern wollten. Dann kletterten einige von den Antifas auf die B&uuml;hne .Sofort st&uuml;rzten 20 Polizisten auf die B&uuml;hne, setzten Pfefferspray und Kn&uuml;ppel ein<\/p><p>Dagdelen setzte, nachdem sie die B&uuml;hne wieder f&uuml;r sich hatte, ihre Rede mir ungebrochenem Kampfgeist fort.<\/p><p>Leider wieder ein Beispiel, dass sich linke Gruppe lieber aneinander abarbeiten, als Gegens&auml;tzlichkeiten minderer Bedeutung einfach mal zu ertragen.<\/p><p>Und dennoch hat jeder in seiner Rolle richtig funktioniert. Bis auf die Veranstalter, die komplett &uuml;berraschr waren und sofort hilflos wirkten.Diw Polizei hat gemacht, was sie tun muss: eine evtl gef&auml;hrliche Situation sofort konsequent ersticken. Die antifaschistische Gruppe hat ihren gewaltlosen aber frechen Widerstand durchgezogen Das war Ein&uuml;bung in eine lebendige Demokratie Man h&auml;te sie ihr Statement ablesen lassen sollen Dagdelen besa&szlig; Souver&auml;nit&auml;t genug Nicht aber die Veranstalter. Die ihr Ungemach &uuml;berspielen wollten mit ihrer lautstarken Kritik an der Polizei &ldquo;Verlassen Sie die B&uuml;hne. Wir haben die Polizei nicht gerufen&rdquo;<\/p><p>Dass die Partei die Linke, die zum Entsetzen vieler Pazifisten den Kriegsetat erm&ouml;glichte und die Kriege in der Ukraine und Gaza so unentschieden bespielt, sofort wieder ihr fades Anti BSW S&uuml;ppchen kochen will, ist der Grauton der Demokratie.<\/p><p>Martin Hemmers<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Hr. G&ouml;bel,<\/p><p>ich habe am Samstag an der Demo in Stuttgart teilgenommen und auch relativ nahe an der B&uuml;hne gestanden, so dass ich die von Ihnen beschriebenen Vorg&auml;nge gut verfolgen konnte.<\/p><p>Es war mitnichten so, dass die Polizei dabei Schlimmeres verhindert hat, wie Sie schreiben. Vielmehr hat ein gro&szlig;e Gruppe martialisch gekleideter Polizisten (nach dem Gerangel neben der B&uuml;hne mit den sogenannten Anti-Faschisten) die B&uuml;hne gewaltsam gest&uuml;rmt und sich dann f&uuml;r eine geraume Weile geweigert, diese wieder zu verlassen (trotz st&auml;ndiger Aufforderung durch die Veranstalter der Demo). Die Veranstalter haben auch wiederholt darauf hingewiesen, dass sie nicht(!) um die Hilfe der Polizei gebeten h&auml;tten und dass der Ordner-Dienst die Situation im Griff hatte. Das wurde von den Polizisten auf der B&uuml;hne jedoch vollst&auml;ndig ignoriert.<\/p><p>Etwas sp&auml;ter hat dann der Veranstaltungsleiter noch in einer kurzen Rede die Vorg&auml;nge beschrieben. Er wies darauf hin, dass er von der Polizei gewaltsam von der B&uuml;hnentreppe gerissen wurde, als diese die B&uuml;hne st&uuml;rmte&hellip;<\/p><p>Auch wenn mir nicht v&ouml;llig klar ist, was genau der Ausl&ouml;ser dieser Vorg&auml;nge war, steht es au&szlig;er Zweifel, dass die Polizei dabei nicht de-eskalierend gewirkt hat. Ich hatte vielmehr den Eindruck, dass es darum ging, eine Vorfall zu provozieren, der in allen Presseberichten die eigentlichen Ziele der Demo &uuml;berdeckt, und das mit Erfolg: &Uuml;berall wird nur noch &uuml;ber den &ldquo;Angriff durch Antifaschisten&rdquo; und den heldenhaften Einsatz der Polizei berichtet. Leider sind auch Sie auf diese falsche Spur gelockt worden.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nJ.S.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>In der Jungen Welt rechtfertigt Mersedeh Ghazaei, Mitglied des Parteivorstands der Linken und ihre Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl in Baden W&uuml;rttemberg, die St&ouml;rung der Friedensdemonstration in Stuttgart. Dazu ein paar Beobachtungen von mir als Augenzeuge:<\/p><p>1) Bei der Aufstellung zum Demonstrationszug haben sich in meiner Gegenwart eine Handvoll Menschen in schwarzen T-Shirts mit der Aufschrift &bdquo;Antifa&ldquo; versammelt. Zu denen haben sich zwei junge Frauen gesellt, die Insignien der Linkspartei (Tasche, Anstecker etc.) trugen. Eine trug das gleiche geschmacklose Nasenpiercing wie die zweite Spitzenkandidatin der Linkspartei, Kim Sophie Bohnen, eine genauere Identifizierung aufgrund verf&uuml;gbarer Fotos ist mir nicht m&ouml;glich. Ich konnte nicht umhin, zu h&ouml;ren, wie sich die beiden mit den Antifa-Tr&auml;gern verabredet haben.<\/p><p>2) Bei Beginn der Abschlusskundgebung stand ich zuerst hinter der Sitzreihe f&uuml;r die &Auml;lteren, danach fand ich dort ich altersgerecht Platz. Die beiden jungen Frauen haben sich vor Beginn der Abschlusskundgebung &ndash; erste Rednerin war Frau Dagdelen &ndash; durch diese Bankreihen nach vorne zur B&uuml;hne gedr&auml;ngt und sich dann nach rechts zu den sp&auml;teren St&ouml;rern bewegt. Vertreter der Linkspartei haben also nicht nur im Nachhinein die St&ouml;rung gerechtfertigt und begr&uuml;ndet, sondern befanden sich auch in der Gruppe der St&ouml;rer.<\/p><p>3) Ein starkes Indiz, dass auch die Polizei vorab &uuml;ber die geplanten St&ouml;rungen informiert war, ist die Geschwindigkeit, mit der sie eingeschritten ist und die B&uuml;hne gest&uuml;rmt hat sowie ihre lange Weigerung, die B&uuml;hne wieder zu r&auml;umen. So bekam die Presse als Aufmacher ihre Bilder von Gewalt bei einer Friedensdemo. Als jemand, der bei dem Widerstand gegen die Notstandsgesetze, gegen Berufsverbote, gegen Atomkraftwerke, gegen die Volksz&auml;hlung und gegen die sog. &bdquo;Nachr&uuml;stung&ldquo; dabei war, kenne ich die Rolle der &bdquo;Agents Provocateurs&ldquo; und w&uuml;rde mir w&uuml;nschen, dass k&uuml;nftig der Ordnerdienst besser vorbereitet ist.<\/p><p>4) Alle drei Parteivertreter, Sevim Dagdelen (BSW), &Ouml;zlem Demirel (Linke) und Mark Ellmann (DKP), haben hervorragende Reden gehalten. Die St&ouml;rer &ndash; ob von sog. &bdquo;Antifa&ldquo; oder Linkspartei &ndash; haben der Friedensbewegung einen unfassbaren B&auml;rendienst erwiesen.<\/p><p>Prof. Dr. Hans-Joachim Wunderlich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr G&ouml;bel,<\/p><p>als Teilnehmerin der Friedensdemonstrationen in Berlin bin ich geschockt von dem, was in Stuttgart passierte. Schlimm, was ideologische Verblendung anrichten kann. Traurig zu sehen, wie die Veranstalter sich verzweifelt bem&uuml;hen mussten, Frieden zu wahren auf einer Demonstration f&uuml;r Frieden. Die Manipulation und Propaganda zur Ausgrenzung bestimmter Parteien hat hier Fr&uuml;chte getragen. Schlimm, dass ein f&uuml;hrendes Mitglied der Linken das &ouml;ffentlich guthei&szlig;t. Ihre &Auml;u&szlig;erungen grenzen an Volksverhetzung. <\/p><p>Sicherlich zur Freude der Kriegstreiber lie&szlig; sich eine Gruppe von jungen Menschen missbrauchen, den Friedensgedanken zu diskreditieren, der Menschen unabh&auml;ngig von Weltanschauung, Parteizugeh&ouml;rigkeit und politischen Ansichten vereinen sollte. Wenn einst ein Papst Katholiken und Kommunisten zum gemeinsamen Friedenskampf aufrufen konnte, sollte mehr als ein halbes Jahrhundert sp&auml;ter ein breites B&uuml;ndnis f&uuml;r Frieden erst recht m&ouml;glich sein. Offensichtlich haben diese sogenannten &ldquo;Antifaschisten&rdquo; vergessen, womit Faschismus beginnt, n&auml;mlich mit der Ausgrenzung und dem Verbot politisch Andersdenkender und &ldquo;gegnerischer&rdquo; Parteien und der gewaltsamen Unterdr&uuml;ckung von anderen Meinungen und Ansichten. Hier besteht die Gefahr der Entstehung eines neuen Faschismus&rsquo;. Daf&uuml;r braucht es die AFD gar nicht mehr. Der &ldquo;neue&rdquo; Faschismus hat in Stuttgart kurz Gesicht gezeigt. Insofern k&ouml;nnen diese gewaltsamen St&ouml;rer schon mal die Vorsilbe ANTI aus ihren Shirts heraustrennen.<\/p><p>Sie und ihre Unterst&uuml;tzer in der Linken, die friedenspolitisch wankelm&uuml;tig ist und im Bundesrat der Hochr&uuml;stung zustimmte, sollten sich sch&auml;men f&uuml;r den B&auml;rendienst, den sie dem Frieden erwiesen haben. Die Kriegstreiber werden frohlocken.<\/p><p>Ilka M&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr G&ouml;bel, liebes NDS-Team,<\/p><p>Sie schreiben: &ldquo;Wehret den Anf&auml;ngen&rdquo;. Meiner Meinung nach ist es dazu zu sp&auml;t, wir sind schon mitten drin.<\/p><p>Und wenn ich denn mal wieder von &ldquo;schwarzgekleideten, vermummten Gestalten&rdquo; lese, stellen sich mir immer wieder dieselben Fragen:<\/p><ul>\n<li>Uniform&auml;hnlich Bekleidung ist auf Demonstrationen verboten. Wieso greift die Polizei da nicht schon im Vorfeld ein?<\/li>\n<li>Vermummung ist auf Demonstrationen verboten, schon auf dem Weg dorthin ist das Mitf&uuml;hren von Gegenst&auml;nden, die das Identifizieren verhindern k&ouml;nnen, verboten. Wieso greift die Polizei da nicht schon im Vorfeld ein?<\/li>\n<li>Wieso kam es nur zu 3 vorl&auml;ufigen Festnahmen? Die gesamte angreifende Gruppe hat gegen das Demonstrationsrecht versto&szlig;en, Feststellung der Personalien zwecks Einleitung der Strafverfahren sollte das rechtsstaatliche Minimum sein. (VersammlG &sect;21, bis 3 Jahre Haft + &sect;22, bis 1 Jahr Haft + &sect;27, bis 1 Jahr Haft + &sect; 28, bis 2 Jahre Haft). Einsatz von Pfefferspray und Schlagst&ouml;cken spricht f&uuml;r &sect; 113 StgB, gemeinschaftlich begangen, bis 5 Jahre Haft)<\/li>\n<\/ul><p>Betrifft jetzt nicht die o.g. Demonstration, aber:<\/p><ul>\n<li>Wieso kann der sogenannte &ldquo;schwarze Block&rdquo; &uuml;berhaupt (Gegen-)Demonstrationen anmelden? Beim Untersagen von Demonstrationen gegen die Coronamassnahmen reichte schon ein &ldquo;es k&ouml;nnte gegen Auflagen versto&szlig;en werden&rdquo;, um die Demonstration nicht zu genehmigen, beim &ldquo;schwarzen Block&rdquo; sind Straftaten (uniform&auml;hnliche Bekleidung, Vermummung) das Markenzeichen. Von den &uuml;blichen Gewaltausbr&uuml;chen nicht zu reden.<\/li>\n<\/ul><p>Zusammenfassend:<\/p><p>Wieso wird vom Staat und seiner &ldquo;Gewalt&rdquo; das Versammlungsgesetz gegen den &ldquo;schwarzen Block&rdquo; und seine Teilnehmer, die sich als &ldquo;Antifa&rdquo; &ldquo;lesen&rdquo;, nicht durchgesetzt? Wer hat das zu verantworten?<\/p><p>Angesichts der Reaktionen einiger Politiker sind es eigentlich alles &uuml;berfl&uuml;ssige, weil rhetorische Fragen. Und auch &ldquo;Dabei sind offensichtlich auch Ordnungskr&auml;fte der Friedenskundgebung sowie der Versammlungsleiter in Mitleidenschaft gezogen worden&rdquo; sehe ich als deutlichen Hinweis.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nT. P.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>&bdquo;Ach ja&ldquo;, pflegte meine Gro&szlig;mutter zu sagen, &bdquo;ich wei&szlig; es noch wie heute, als damals&hellip;&ldquo; Dann folgte die Schilderung eines Familienkrachs, dessen Anlass ein nichtiger war, aber zu langj&auml;hrigem Zerw&uuml;rfnis f&uuml;hrte. Nun selbst im Gro&szlig;vateralter angelangt, wei&szlig; ich es auch noch wie heute wie eine sektiererische Linke als Totengr&auml;ber der au&szlig;erparlamentarischen Studentenbewegung, die vom imperativen Mandat sprach, von Sozialisierung des Eigentums und der Brechung der Macht der Monopole, zerst&ouml;rt wurde. Selbst die Jusos faselten etwas von der &bdquo;Stamokap&ldquo;-Theorie, allen voran Gerhard Schr&ouml;der, eher als Kaschmir-Kanzler und &bdquo;Graf Gazprom&ldquo; von der Gasanstalt bekannt. Wer waren diese Revolution&auml;re? Das waren wutentbrannte K&auml;mpfer f&uuml;r&hellip; und nun geht&rsquo;s los: der KBW (mit Joscha Schmierer, Fischer-Spezi und von selbigen sp&auml;ter auf einen Posten im Ausw&auml;rtigen Amt gehoben), Kommunistischer Bund (Trittin auch bekannt als N&uuml;rgl-J&uuml;rgl), Ulla Schmidt (Sozi mit Hang zur Kopfpr&auml;mie), KPD-AO, KPD-ML, GIM und viele andere Basisgr&uuml;ppchen. Die Einheitskleidung war der NATO-Parka mit Pal&auml;stinenserfeudel, dieses Modelabel wurde &bdquo;kommerzialisierte Antihaltung&ldquo; genannt. In diesen Gruppen durfte man nur Mitglied sein, wenn man uneingeschr&auml;nkt die politische Linie des F&uuml;hrers bejahte und gl&auml;ubig umsetzte. Die F&uuml;hrer hatten so jeder seinen eigenen Gott. KBW erst Mao tse tung, sp&auml;ter Pol pot, andere liebten Kim il Sung oder Enver Hodscha. Wer die vorgegebene Meinung nicht teilte, war bestenfalls &bdquo;unpolitisch&ldquo;, doch meistens wurde er als &bdquo;Spitzel des Verfassungsschutzes&ldquo; verleumdet. Die Taktik dieser Sektierer war stets dieselbe. Es wurde von den revolution&auml;ren Massen auf der Studentenvollversammlung nach etwa zwei Stunden endloser Monologe politischer Schwergewichte als letzter Tagesordnungspunkt eine Demonstration vereinbart. Gegenstimmen gab es keine, denn die meisten Studenten hatten sich l&auml;ngst zu einer angesagten Kneipe begeben, um dort ihren Frust hinunterzusp&uuml;len. Diese K-Gruppen beteiligten sich mit Feuereifer an der Vorbereitung, malten im ASTA-Zentrum die Transparente, gaben ihren Senf zu den Flugbl&auml;ttern und Aufrufen.<\/p><p>Doch als die Demonstration stattfand und die gro&szlig;e Kundgebung begann, passierte folgendes: Der Redner wurde in einer Atempause unterbrochen und aus dem Publikum erschollen Zwischenrufe. Sofort enterte eine K-Gruppe die B&uuml;hne und ein selbsternannter Redner las von einem Haufen DIN A 4-Bl&auml;ttern seine Forderungen und vorgestanzten Welterkl&auml;rungen ab, die in den Kampfzeitungen wahre Bleiw&uuml;sten ergaben. Meist folgte dann die Aufforderung sofort eine Solidarit&auml;tsadresse an &bdquo;XYZ&ldquo; zu verabschieden, jedoch die Zuh&ouml;rer hatten sich verlaufen.<\/p><p>Das ist jetzt 50 Jahre her und anl&auml;sslich des Vorfalls in Stuttgart gibt es diese Wiederauferstehung von dieser elendigen Spaltungsstrategie. Als ob die heutige Linke nicht mit ihren Pronomen, mit dem ihr eigenen Berliner Provinzmief, ihrer gleichzeitigen Absicherung durch P&ouml;stchen, welches ihre Studienzeit auf Semesterdekaden sichert, um sich Klarheit &uuml;ber die Rolle des Mannes in der Arbeiterklasse zu verschaffen, damit die W&auml;hler vergraulte. Ein blinder Linker trinkt auch einmal einen Korn und st&ouml;&szlig;t dabei auf eine Wohnungsproblem, was ihm ja als Tochter oder Sohn einer Familie mit Eigenheim und Pool vorher noch nicht ins Auge fiel. So steigt man in der W&auml;hlergunst. Wer eine Partei wie die PDS demontierte und sonst &bdquo;Sozialismus&ldquo; nur als schickes urbanes Modeacessoire bezeichnet und auslebt, ma&szlig;t sich nun an &uuml;ber das BSW zu richten ohne sich dar&uuml;ber im Klarem zu sein, dass diese Modelinken nichts anderes als &bdquo;Diversanten des Sozialismus&ldquo; sind.<\/p><p>Wann erkennen eigentlich die noch wenig selbstst&auml;ndig Denkenden, dass durch Aktionen wie in Stuttgart sich nur typisch spie&szlig;b&uuml;rgerliche Intoleranz und Aggressivit&auml;t so &auml;u&szlig;ert? Die einstigen Revolution&auml;re sind allesamt heute widerliche Bourgeois in den neoliberalen teils faschistischen &bdquo;Volksparteien&ldquo;. Die &bdquo;Linke&ldquo; aber verinnerlicht durch diese Handlungsweise das gro&szlig;e Wort von Angela Merkel: &bdquo;Wir schaffen das!&ldquo;<\/p><p>Stephan Ebers<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo,<\/p><blockquote><p>&ldquo;Auf der gro&szlig;en Friedenskundgebung in Stuttgart am 3. Oktober wird eine Rednerin von vermummten Aktivisten angegriffen &ndash; und ein Mitglied des Bundesvorstands der Partei Die Linke rechtfertigt anschlie&szlig;end &ouml;ffentlich genau diesen &Uuml;berfall.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Ja&hellip;eh,&hellip;<\/p><p>Da ist eine Gruppe und attackiert Menschen die ihr nicht passen..<\/p><p>Die Gruppe tr&auml;gt schwarze Kleidung&hellip;<\/p><p>Die Gruppe hat eine Losung&hellip;.<\/p><p>Die Fahne der Gruppe tr&auml;gt die Farben Schwarz, Wei&szlig;, Rot&hellip;<\/p><p>Da ist ein Mitglied des Bundesvorstandes einer Partei, die diese Gewalttat an einer Person die ihr nicht passt rechtfertigt&hellip;<\/p><p>Ja,&hellip;eh,&hellip;was ist das ?<\/p><p>Das ist die R&uuml;ckkehr der SS und der NSDAP nur jetzt mit Herzchenbrille&hellip;<\/p><p>&ldquo;Wehret den Anf&auml;ngen&ldquo; ? Wer das sagt, lebt heute gef&auml;hrlich&hellip;.denn:<\/p><p>Was grunds&auml;tzlich so antidemokratisch, gewaltbereit und menschenfeindlich daherkommt, wie die oben genannte Gruppe, wird unterst&uuml;tzt und gef&ouml;rdert..<\/p><p>Und deswegen sind wir schon mittendrin&hellip;im neuen &bdquo;Gutmenschen&ldquo; Faschismus&hellip;.mit Herzchenbrille&hellip;<\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e<br>\nT. Rath<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Mannschaft der Nachdenkseiten,<\/p><p>am 1. Oktober erhielt ich von der Kampagnen-Organisation Campact folgende Mail:<\/p><blockquote><p>\n    &bdquo;Lieber J&ouml;rg,<br>\n    [&hellip;] Seit Monaten haben wir uns im Campact-Team auf die Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg vorbereitet. [&hellip;]<br>\n    In Magdeburg drohen die Rechtsextremen mit Hilfe des BSW an die Macht zu kommen. [&hellip;]&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Diese letztgenannte Parole wurde wochenlang in den Medien permanent wiederholt und schlie&szlig;lich auch bei Gespr&auml;chen im Verwandtenkreis gehorsam nachgeplappert. <\/p><p>Campact fordert die Empf&auml;nger der Mail auf:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Unterzeichne jetzt [online] f&uuml;r den Demokratie-Schutzschirm.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Aber laut Lobby-Register des Bundestages hat Campact als &bdquo;e.V.&ldquo; nur zw&ouml;lf (!) Mitglieder, aber gleichzeitig ein Gesch&auml;ftsvolumen von ca 24 Millionen (!) Euro. (Laut Wikipedia: 12 Mitglieder, 124 Besch&auml;ftigte, Jahresumsatz f&uuml;r 2024: 24,6 Mio Euro.)<br>\nEs ist hochproblematisch f&uuml;r die Demokratie, wenn eine einzige Organisation,<\/p><ul>\n<li>die aus gerade mal 12 Mitgliedern besteht (die niemand kennt und die sich nie in einer Wahlsendung im Fernsehen einer Diskussion stellen),<\/li>\n<li>die aber 124 Besch&auml;ftigte hat und einen Jahresumsatz von &uuml;ber 24 Mio Euro,<\/li>\n<li>die mehr Geld f&uuml;r millionenschwere Wahlkampagnen ausgibt als mehrere Parteien zusammen,<\/li>\n<li>die also aufgrund ihres Geldes massiven Einfluss auf das Wahlverhalten nimmt;<\/li>\n<li>wenn diese Organisation dazu aufruft: &bdquo;strategisch w&auml;hlen&ldquo; (ehrlicher w&auml;re der Begriff &bdquo;taktisch&ldquo; w&auml;hlen) und &bdquo;SPD oder Gr&uuml;ne&ldquo; zu w&auml;hlen; vorgeblich, um zu verhindern, dass die AfD gew&auml;hlt wird; aber in Wirklichkeit wohl eher, um zu verhindern, dass das BSW, das von allen anderen Parteien und Medien bek&auml;mpft und diffamiert wird, in die Landtage einzieht.<\/li>\n<\/ul><p>Das w&auml;re vergleichsweise so, als wenn unser M&auml;nnerchor, der als &bdquo;e.V&ldquo; 60 Mitglieder hat (d.h. 5x so viele wie Campact); wenn der au&szlig;erdem 600 Besch&auml;ftigte h&auml;tte (10x so viele wie Mitglieder; d.h. 5x so viele wie Campact) und &uuml;ber 120 Millionen Euro Jahresumsatz (5x so viel wie Campact) und damit massiv die &ouml;ffentliche Meinung im Wohnort, im Landkreis oder gar im Bundesland beeinflussen w&uuml;rde. Sowas w&auml;re v&ouml;llig absurd, und da w&uuml;rde jeder fragen: &bdquo;Sind die v&ouml;llig gr&ouml;&szlig;enwahnsinnig geworden?&ldquo;<br>\nIst demzufolge Campact selber eine Gefahr f&uuml;r die Demokratie? Bei der Bild-Zeitung oder dem Arbeitgeberverband wei&szlig; man zumindest, wof&uuml;r diese Organisationen stehen: n&auml;mlich die &ouml;ffentliche Meinung im Interesse einer wirtschaftlich m&auml;chtigen Gruppierung zu beeinflussen.<\/p><p>* * *<\/p><p>Solche Angriffe gegen BSW-Politiker auf einer Friedens-Demo, und das unter dem Vorwand, dass man angeblich gegen &bdquo;Rassist-[Stern]-innen&ldquo;, &bdquo;Antisemit-[Stern]-innen&ldquo; usw. k&auml;mpfen m&uuml;sse, sind das Ergebnis auch solcher Kampagnen von Campact.<br>\nDass das Vorstandmitglied der Linkspartei Mersedeh Ghazaei diese Angriffe sogar ausdr&uuml;cklich rechtfertigt und obendrein das BSW als &bdquo;Steigb&uuml;gelhalter des Faschismus&ldquo; bezeichnet, zeigt, dass f&uuml;r viele neue Mitglieder und Funktion&auml;re der Linkspartei das Sch&uuml;ren von Feindbildern bis hin zum offenen Hass zum Zwecke der pers&ouml;nlichen Selbstinszenierung offenbar zum wichtigsten Lebensinhalt geworden ist. Und: dass die &bdquo;Links&ldquo;partei inzwischen eine regelrechte Sogwirkung auf jene Leute aus&uuml;bt, die vor allem Krawalle und Feindbilder sch&uuml;ren wollen.<br>\nZu Zeiten von Hans Modrow, Lothar Bisky und Gregor Gysi war ein solches menschenfeindliches, egomanisches, antisoziales Verhalten nicht mal vorstellbar. In den 90er und 2000er Jahren haben sich die Mitglieder aus inhaltlichen Gr&uuml;nden in dieser Partei engagiert und daf&uuml;r jede Menge Nachteile im beruflichen und famili&auml;ren Leben in Kauf genommen. F&uuml;r egomanische Selbstinszenierung war da kein Platz.<\/p><p>&Uuml;brigens: ausgerechnet die Altparteien, die seit 1990, also seit 36 Jahren, in Bund und L&auml;ndern die Regierungen stellen, sowie die Medien werfen heute dem BSW, das gerade mal seit zwei Jahren existiert, vor: das BSW w&uuml;rde die AfD st&auml;rken. Noch peinlicher kann man wirklich nicht vom eigenen Versagen ablenken.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJ&ouml;rg Fauser<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-157385","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157385","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=157385"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157385\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":157391,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157385\/revisions\/157391"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=157385"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=157385"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=157385"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}