{"id":157930,"date":"2026-10-23T11:00:59","date_gmt":"2026-10-23T09:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157930"},"modified":"2026-10-23T11:10:23","modified_gmt":"2026-10-23T09:10:23","slug":"das-ist-stoff-fuer-science-fiction-aber-keine-altersvorsorge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157930","title":{"rendered":"\u201eDas ist Stoff f\u00fcr Science-Fiction, aber keine Altersvorsorge.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung denkt schon jetzt ans &Uuml;ber-&Uuml;ber-&Uuml;ber-Morgen der Kleinsten. Kindern, die in einer halben Ewigkeit aufs Altenteil wechseln, will sie schon im zarten Alter von sechs Jahren beibringen, f&uuml;r den Ruhestand zu sparen. Ihr Mittel der Wahl: die Fr&uuml;hstartrente. Zehn Euro pro Monat, zw&ouml;lf Jahre lang, auf Staatskosten und steuerfrei f&uuml;rs Aktiendepot. Und gratis dazu eine Lektion in Finanzbildung, sprich: wie werde ich Spekulant. <strong>Reiner Heyse<\/strong> von der Initiative RentenZukunft h&auml;lt das f&uuml;r faulen Zauber und ein Bombengesch&auml;ft f&uuml;r die Versicherungswirtschaft. F&uuml;r seine Enkelchen w&uuml;nscht er sich dagegen echte soziale F&uuml;rsorge, wie er im Interview mit den <em>NachDenkSeiten<\/em> erkl&auml;rte. Mit ihm sprach <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Zur Person<\/strong><\/p><p>Reiner Heyse, Jahrgang 1949, arbeitete bis zu seinem Ruhestand als Nachrichteningenieur, war langj&auml;hriges Tarifkommissionsmitglied in der Industriegewerkschaft Metall und Betriebsrat in einem mittelgro&szlig;en Industriebetrieb in Kiel. Aktuell bet&auml;tigt er sich als Gewerkschaftlicher Bildungsarbeiter und Mitinitiator von <a href=\"https:\/\/renten-zukunft.de\/\">RentenZukunft<\/a>, eines Koordinierungskreises gewerkschaftlicher Seniorenpolitiker im norddeutschen Raum. Gelegentlich schreibt Heyse als Autor f&uuml;r die <em>NachDenkSeiten<\/em>, zuletzt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152855\">hier<\/a>, zu den Empfehlungen der sogenannten Rentenkommission.<\/p><p><strong>Ralf Wurzbacher: Herr Heyse, w&uuml;rden Sie Geld darauf verwetten, dass das kapitalistische System, wie wir es heute kennen und erleben, in 60 Jahren noch Bestand hat?<\/strong><\/p><p><strong>Reiner Heyse<\/strong>: Nicht einen Cent.<\/p><p><strong>Die Bundesregierung denkt das nat&uuml;rlich nicht und st&uuml;tzt das br&uuml;chige System mit allem, was geht. Mitte Oktober hat der Bundestag den Gesetzentwurf zur sogenannten Fr&uuml;hstartrente in Verantwortung von SPD-Finanzminister Lars Klingbeil beschlossen. F&uuml;r Kinder ab sechs Jahren werden demnach r&uuml;ckwirkend zum 1. Januar 2026 monatlich zehn Euro aus Bundesmitteln in ein Altersvorsorgedepot eingezahlt. Die staatliche F&ouml;rderung l&auml;uft bis zum 18. Lebensjahr und kann anschlie&szlig;end auf eigene Rechnung bis zum 65. Lebensjahr weiter best&uuml;ckt werden. Erst mit 65 Jahren sollen dann die Auszahlungen erfolgen, in Gestalt monatlicher Rentenleistungen. Dr&uuml;cken Sie Ihrem Enkelchen denn schon kr&auml;ftig die Daumen, dass es dereinst einen fetten Reibach macht?<\/strong><\/p><p>Das ist schon aberwitzig, wie unglaublich weit im Voraus die Bundesregierung denkt. Sie macht ein Gesetz, das fr&uuml;hestens im Jahr 2086 eine Wirkung zeigen kann. Was dann tats&auml;chlich rauskommt, steht doch in Sternen.<\/p><p>Was meine Enkelchen betrifft, von denen ich f&uuml;nf habe, dr&uuml;cke ich ihnen den Daumen, dass die politisch Verantwortlichen endlich die himmelschreienden aktuellen Probleme l&ouml;sen &ndash; etwa die katastrophalen PISA-Ergebnisse, die ja weniger die Sch&uuml;ler bewerten, sondern Zeugnisse sind f&uuml;r die versagende Bildungspolitik; oder dass bis zu 38 Prozent der Studierenden in Deutschland mit Einkommen unter der Armutsgef&auml;hrdungsschwelle leben m&uuml;ssen.<\/p><p>Statt diese Dinge endlich anzugehen und daf&uuml;r Mittel zur Verf&uuml;gung zu stellen, setzt die Regierung anscheinend auf solide Finanzm&auml;rkte als Probleml&ouml;ser in ferner Zukunft &ndash; auf Finanzm&auml;rkte also, die ja nun zur Gen&uuml;ge bewiesen haben, wie krisenanf&auml;llig sie sind. Man denke nur an die gro&szlig;en Krisen, die den meisten noch in Erinnerung sind: Das Platzen der Dotcom-Blase 2000\/2001, den Kollaps der Immobilienm&auml;rkte 2008\/2009, den dramatischen Einbruch durch die Corona-Hysterie 2020.<\/p><p><strong>Und der n&auml;chste Crash kommt bestimmt?<\/strong><\/p><p>So sicher wie das Amen in der Kirche! In den Wettabteilungen der Banken d&uuml;rfte seit geraumer Zeit dar&uuml;ber spekuliert werden, wann konkret, wie tief und wie lange gecrasht wird. Und dann ist auch wieder sicher, dass nach dem Crash weitere Crashs folgen werden. Das war so und das wird so bleiben. Das ist ganz offensichtlich systemimmanent.<\/p><p><strong>In einer Modellrechnung unterstellt das Finanzministerium eine durchschnittliche Rendite bei der Fr&uuml;hstartrente von j&auml;hrlich sieben Prozent. Nur aus der staatlichen F&ouml;rderung &ndash; 1.440 Euro bis zum 18. Lebensjahr &ndash; k&ouml;nnten so, sofern das Geld weiter angelegt w&uuml;rde, 60 Jahre sp&auml;ter, also vom 6. bis 65 zum Lebensjahr, 51.000 Euro erwachsen. Im Falle zus&auml;tzlicher Besparung noch viel mehr. Klingt das nicht toll?<\/strong><\/p><p>Zum einen wird mit diesen Modellannahmen ja quasi die Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Blasenbildung geliefert: namentlich Kapitalrenditen von dauerhaft sieben Prozent, bei realem Wirtschaftswachstum von, sagen wir mal optimistisch, zwei Prozent und einer Zielinflation von zwei Prozent. Damit liegen die Ertr&auml;ge aus Finanzanlagen dauerhaft und zunehmend drei Prozent &uuml;ber dem realen Wirtschaftswachstum. Wenn das mal kein Modell f&uuml;r Crashs ist.<\/p><p>Zum anderen: Auf diese 51.000 Euro nach 60 Jahren kommt der Finanzminister mit Zinseszinsrechnungen. Die sind ja kein Hexenwerk, aber f&uuml;r Wirtschaftsredaktionen in den Qualit&auml;tsmedien anscheinend ein Buch mit sieben Siegeln. Sonst h&auml;tten die mal kritisch nachgerechnet. Ich habe eine halbe Stunde investiert und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen: Wenn man von zwei Prozent Inflation ausgeht, also mit realen f&uuml;nf Prozent Rendite kalkuliert, kommt man auf lediglich 19.000 Euro &ndash; also 32.000 Euro weniger. Rechnet man mit deutlich realistischeren Realverzinsungen von drei Prozent, bleiben ganze 7.000 Euro als realer Ertrag &ndash; nach 60 Jahren!<\/p><p><strong>Laut <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/21\/078\/2107864.pdf\">Gesetzentwurf<\/a> soll die Auszahlung &bdquo;mindestens bis zur Vollendung des 85. Lebensjahres&ldquo; vonstatten gehen. Der Sozialverband VDK kommt vor diesem Hintergrund auf <a href=\"https:\/\/www.vdk.de\/aktuelles\/aktuelle-meldungen\/artikel\/fruehstartrente-fuer-kinder-bundesregierung-altersvorsorge\/\">&bdquo;gerade einmal mit 40 bis 50 Euro Rente&ldquo;<\/a> pro Monat f&uuml;r den, der &bdquo;60 Jahre lang nur die staatliche F&ouml;rderung spart&ldquo;. Sehen Sie das &auml;hnlich?<\/strong><\/p><p>Das k&ouml;nnte noch zu optimistisch sein. Im Fall des 85. Lebensjahres kann man zumindest einigerma&szlig;en verl&auml;sslich rechnen, in welchen monatlichen Raten das &bdquo;Verm&ouml;gen&ldquo; entspart wird, also wie hoch die monatliche Rente &uuml;ber einen Zeitraum von 20 Jahren ausf&auml;llt. Ich habe die drei Varianten von eben durchgerechnet und komme auf folgende monatliche Renten: Bei sieben Prozent w&auml;ren es 215 Euro, bei f&uuml;nf Prozent nur noch 79 Euro und bei drei Prozent l&auml;cherliche 28 Euro. Dabei habe ich ohne Verzinsung in der Rentenphase gerechnet, aber auch ohne die f&auml;lligen Steuerabz&uuml;ge.<\/p><p>Wird die Rente allerdings bis zum Lebensende ausgezahlt, passiert ein Wunder: Wir werden alle 100 Jahre alt, mindestens. Die Versicherungen bestimmen die monatlichen Raten nach ihrem Gusto. Bei den Riester-Vertr&auml;gen durften sie das, bei den neuen Altersvorsorgevertr&auml;gen wird es wohl nicht anders sein. Der Trick, den sie anwenden, ist der folgende: Sie prognostizieren f&uuml;r ihr Versicherungskollektiv eine durchschnittliche Lebensdauer, die deutlich &uuml;ber der vom Statistischen Bundesamt ermittelten Lebensdauer liegt. Bei der Sorte Riester sind das gerne zwischen zehn und 15 Jahre mehr.<\/p><p><strong>Was bedeutet das f&uuml;r jene, die fr&uuml;her das Zeitliche segnen?<\/strong><\/p><p>Wenn das &bdquo;Versichertenkollektiv&ldquo; erwartbar viel fr&uuml;her verstirbt, bleiben Verm&ouml;genswerte auf den Konten stehen, die nicht mehr ausgezahlt werden m&uuml;ssen. Das sind dann echte Sterbegewinne &hellip;<\/p><p>&Uuml;ber diesen Prognosetrick k&ouml;nnten sich dann die gerade eben genannten Renten noch einmal halbieren.<\/p><p><strong>Die Bundesregierung argumentiert mit einer sozialen Zielrichtung des Projekts, weil es auch Heranwachsenden aus benachteiligten Elternh&auml;usern zugutekommen soll. Was sagen Sie dazu?<\/strong><\/p><p>Die soziale Dimension der Fr&uuml;hstartrente sehe ich bei nahe null &ndash; vielleicht sogar im negativen Bereich. Die akuten sozialen Probleme werden konsequent ausgeblendet, man zieht Haushaltsmittel, die dringend jetzt und in den kommenden Jahren ben&ouml;tigt werden, aus dem Verkehr. Auf Sparkonten wird das Geld quasi stillgelegt. Ob und welche Bedeutung die Fr&uuml;hstartrente in fr&uuml;hestens 60 Jahren haben wird, wei&szlig; vielleicht der Geier, Lars Klingbeil sicher nicht &ndash; und ist eher Stoff f&uuml;r Science-Fiction.<\/p><p><strong>Die Idee zur Fr&uuml;hstartrente stammt von den sogenannten Wirtschaftsweisen. Die hatten schon <a href=\"https:\/\/www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de\/presse\/details\/kinderstartgeld-finanzkompetenz-staerken-und-kapitalmarktbeteiligung-erhoehen.html\">vor fast genau zwei Jahren angeregt<\/a>, auf diesem Weg &bdquo;eine Teilnahme am Kapitalmarkt bereits fr&uuml;h im Leben zu verankern und dadurch langfristige Erfahrungen mit entsprechenden Anlagen und deren Renditechancen f&uuml;r breite Bev&ouml;lkerungsschichten zu erm&ouml;glichen&ldquo;. Will die Regierung sogar schon Kinder aufs B&ouml;rsenparkett schicken?<\/strong><\/p><p>Da kommen wir wohl zum Kern des Ganzen. Die Absicht ist ja nicht, irgendein Problem innerhalb der n&auml;chsten Jahre zu l&ouml;sen. Die Begleitmusik ist entscheidend. Die Fr&uuml;hstartrente soll als Lockvogel dienen &ndash; &auml;hnlich dem T&uuml;rsteher vor dem Casino, der gro&szlig;z&uuml;gig Jetons an Passanten verteilt, um sie an die Spieltische zu locken.<\/p><p>Bei der Fr&uuml;hstartrente soll der Jeton bewirken, dass Eltern, Gro&szlig;eltern, Patenonkel oder wer auch immer das Depot des geliebten Kindes auff&uuml;llt. Aus zehn Euro d&uuml;rfen dann laut Gesetz bis zu monatlich 570 steuerbefreite Euro werden. Da sammeln sich dann auf den Verm&ouml;genskonten riesige Milliardensummen an. Au&szlig;erdem geht der Gesetzgeber davon aus, dass die Fr&uuml;hstartdepots nach dem 18. Lebensjahr weitergef&uuml;hrt werden, indem sie auf die gerade neu geschaffenen Altersvorsorgedepots &uuml;bertragen werden. Wer das unterl&auml;sst, verliert ab dem 35. Lebensjahr das in einem Staatsdepot angelegte Geld.<\/p><p>Noch einmal: Ziel ist es, Anreize oder Anst&ouml;&szlig;e zu sehr viel Gr&ouml;&szlig;erem zu geben. F&uuml;r die Methode &ndash; Nudging genannt &ndash; hat es vor zehn Jahren einen Nobelpreis gegeben. Der feuchte Traum der Vorst&auml;nde von Versicherungen, Banken und Verm&ouml;gensverwaltern ist, dass die Altersvorsorgedepots in einigen Jahren die Billionengrenze &uuml;berschreiten. Es kann aber auch sein, dass ein weiterer Interessent auf dem Markt erscheint: Der Staat, der f&uuml;r die ben&ouml;tigten gewaltigen Kredite zur Kriegsert&uuml;chtigung auf die Rentenkonten zugreift.<\/p><p><strong>Sagt Papa zum sechsj&auml;hrigen Spr&ouml;ssling: &bdquo;Denkst Du auch immer sch&ouml;n an Deine Altersvorsorge?&ldquo; Finden Sie das lustig?<\/strong><\/p><p>Sagt der aufgeweckte Spr&ouml;ssling: &bdquo;Papa, Du sollst doch nicht so viel trinken &hellip;&ldquo; Aber tats&auml;chlich ist es die erkl&auml;rte Absicht der Regierung und zahlreicher anderer Akteure, komischerweise auch der Verbraucherzentralen, Kinder schon in jungen Jahren Finanzbildung zu verpassen. Sie soll fester Bestandteil der Lehrpl&auml;ne an allgemeinbildenden Schulen werden. Und was fr&uuml;her das Sandm&auml;nnchen war, soll heute Anja Kohl mit Geschichten vom B&ouml;rsenparkett sein. Danach k&ouml;nnten die Kleinen erm&uuml;det einschlafen. Es dauert bestimmt auch nicht mehr lange, bis Finanzbildung bei den PISA-Studien ber&uuml;cksichtigt wird. Dann endlich steigt Deutschland wieder im Ranking.<\/p><p><strong>Die Fr&uuml;hstartrente soll nur eines von mehreren Instrumenten sein, um das System der Altersvorsorge &bdquo;zukunftsfest&ldquo; zu machen. Dazu kommen zum Beispiel noch die Aktienrente und allerhand mehr, was die sogenannte Rentenkommission empfohlen hat. Was bleibt bei all dem von der gesetzlichen Rente &uuml;brig?<\/strong><\/p><p>Die gesetzliche umlagefinanzierte Rente wird seit &uuml;ber 25 Jahren systematisch geschw&auml;cht &ndash; Stichpunkt Drei-S&auml;ulen-Modell. Der Kurs der Konterreformen begann 2001 mit der Riesterrente, den Betriebsrenten auf Basis von Entgeltumwandlung und des gezielten Abbaus des Rentenniveaus. Dieser Kurs bekommt jetzt einen Turbo.<\/p><p>Aus folgenden Quellen sollen Renten in Zukunft finanziert werden. Erstens: aus privater Vorsorge an Kapitalm&auml;rkten. Zweitens: aus durch L&ouml;hnen finanzierten, obligatorischen Betriebsrenten, deren Fonds ebenfalls an den Kapitalm&auml;rkten angelegt werden. Drittens: aus der Fr&uuml;hstartrente. Viertens: aus der Aktienrente, die neu als Bestandteil der gesetzlichen Rente eingef&uuml;hrt wird. Sowie f&uuml;nftens: aus der gesetzlichen umlagefinanzierten Rente.<\/p><p>Die Quellen eins bis drei werden kr&auml;ftig durch Steuergelder gepampert, die Aktienrente wird v&ouml;llig neu aufgesetzt. Wobei bemerkenswert ist, dass die immensen Kosten daf&uuml;r von Journalisten und Wirtschaftsprofessoren klaglos hingenommen werden. Die gesetzliche Rente wird und soll dagegen durch weitere Gesetzesversch&auml;rfungen eine zunehmend geringere Rolle spielen.<\/p><p><strong>Einst sagte Norbert Bl&uuml;m (CDU), die &bdquo;Rente ist sicher&ldquo;. Erstmals tat er das 1986, vor 40 Jahren. Heute ist die Rente in Deutschland nur noch ein Torso, verglichen etwa mit &Ouml;sterreich. Was wird wohl erst in 60 Jahren sein?<\/strong><\/p><p>Eine Rente, die unglaubliche Dimensionen der Altersarmut nicht verhindern kann, wenn, und das ist der entscheidende Einwand, es nicht gelingt, den radikalen neoliberalen Kurs zu durchbrechen. Der Wunsch und die Forderung nach sicheren, ausk&ouml;mmlichen, armutsvermeidenden und gerechten Renten ist seit Jahrzehnten durch &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheiten in der Bev&ouml;lkerung vorhanden. Es mangelt am politischen Willen, an der Tatkraft, das auch durchzusetzen.<\/p><p>Es gibt f&uuml;r uns Deutsche in dieser Hinsicht noch viel von Frankreich, Belgien, Spanien oder &Ouml;sterreich zu lernen.<\/p><p><small>Titelbild: ChatGPT, mit k&uuml;nstlicher Intelligenz erstellt<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/d5c234df6fea4710aba59e141c2d52b7\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung denkt schon jetzt ans &Uuml;ber-&Uuml;ber-&Uuml;ber-Morgen der Kleinsten. Kindern, die in einer halben Ewigkeit aufs Altenteil wechseln, will sie schon im zarten Alter von sechs Jahren beibringen, f&uuml;r den Ruhestand zu sparen. Ihr Mittel der Wahl: die Fr&uuml;hstartrente. Zehn Euro pro Monat, zw&ouml;lf Jahre lang, auf Staatskosten und steuerfrei f&uuml;rs Aktiendepot. 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