{"id":157957,"date":"2026-10-25T13:00:53","date_gmt":"2026-10-25T12:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157957"},"modified":"2026-10-23T20:10:26","modified_gmt":"2026-10-23T18:10:26","slug":"leserbriefe-zu-der-doppelte-denkfehler-beim-thema-ruestungsausgaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157957","title":{"rendered":"Leserbriefe zu &#8220;Der doppelte Denkfehler beim Thema \u201eR\u00fcstungsausgaben\u201c&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\nDerzeit wird allerorts das steigende Investitionsvolumen in die R&uuml;stungsindustrie bejubelt, die kr&auml;ftige Gewinne einf&auml;hrt. Diese Debatte &uuml;ber R&uuml;stungsausgaben ist von einem &bdquo;doppelten Denkfehler&ldquo; gepr&auml;gt, findet <strong>Jens Berger<\/strong>. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157769\">In seinem Kommentar<\/a> erkl&auml;rt er, dass zum einen R&uuml;stungsausgaben f&auml;lschlicherweise als Investitionen dargestellt werden. Anders als Bildung, Infrastruktur oder erneuerbare Energien steigern Panzer und Waffen weder langfristig die Produktivit&auml;t noch k&uuml;nftige Steuereinnahmen. Im Gegenteil: &bdquo;Bei Investitionen ins Bildungssystem geht die Wissenschaft meist von einem Multiplikator von 1,9 aus. Ein Euro Investitionen in die Bildung erzeugt also 1,90 Euro Wirtschaftswachstum.&ldquo; Bei Investitionen in die R&uuml;stungsindustrie betr&auml;gt dieser Faktor nur etwa 0,5. Zum anderen verdr&auml;ngen R&uuml;stungsausgaben sinnvollere Investitionen, da &uuml;ber Sonderverm&ouml;gen finanzierte Kredite zus&auml;tzlich Zinsen und Tilgung verursachen. Unser Autor h&auml;lt R&uuml;stungsausgaben &ouml;konomisch f&uuml;r weitgehend unproduktiv und warnt, dass dadurch der Wohlstand in unserem Land langfristig sinken wird.<\/p><p><em>Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. K&uuml;rzungen aus redaktionellen Gr&uuml;nden bleiben vorbehalten.<\/em><\/p><p>Wir haben dazu interessante Zuschriften erhalten. Danke daf&uuml;r. Es folgt nun eine Auswahl, zusammengestellt von <strong>Ala Goldbrunner<\/strong>.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>Sie argumentieren zwar redlich, aber volkswirtschaftlich und mit Blick auf den Staat als Ganzes. Aus der Sicht der Regierung sind das, was Sie beschreiben, eben leider keine &ldquo;Denkfehler&rdquo; und es hat so gesehen auch nichts mit &ldquo;Dummheit&rdquo; zu tun. Minus mal Minus ergibt bekanntlich Plus.<\/p><p>Die derzeit amtierende deutsche Regierung ist zwar mehr oder weniger &ldquo;demokratisch&rdquo; gew&auml;hlt, die &ouml;konomischen und sozialen Interessen der Mehrheit geschweige denn das Wohl der Allgemeinheit (=Staat) vertreten Politiker wie Friedrich Merz, Boris Pistorius, Katherina Reiche und andere aber sicherlich nicht. Sie vertreten die &ouml;konomischen, sozialen und politischen Interessen der herrschenden Klasse. Die herrschende Klasse ist lediglich ein kleiner Teil des Staates bzw. der Allgemeinheit.<\/p><p>Die reale aktuelle Wirtschaftsordnung k&ouml;nnte man im weiteren Sinne auch als modernen &ldquo;staatsmonopolistischen Kapitalismus&rdquo; oder &ldquo;staatlichen Feudalismus&rdquo; beschreiben. Der &ldquo;Staat&rdquo; gibt zwar Milliarden aus, aber die Regierung bestimmt, wof&uuml;r diese Milliarden ausgegeben werden. Wenn man 100 Milliarden Euro f&uuml;r das Bildungssystem ausgeben w&uuml;rde, dann w&uuml;rde das mittel- und langfristig zweifelsohne den Wohlstand vieler B&uuml;rger erh&ouml;hen, von den einseitigen R&uuml;stungsausgaben profitiert aber vor allem der MIK bzw. MIC, der sogenannte &ldquo;Military&ndash;Industrial Complex&rdquo;, wie das in den USA bezeichnet wird und das extrem schnell bzw. kurzfristig.<\/p><p>Zum &ldquo;MIK&rdquo; geh&ouml;ren die Manager, die Aktion&auml;re, die gut bezahlten Lobbyisten der R&uuml;stungsindustrie inklusive Zulieferer und die gut bezahlten Politiker, die Politik f&uuml;r diesen milit&auml;risch-industriellen Komplex machen. Wie hoch ist die Dividende f&uuml;r die Aktion&auml;re von Black Rock und anderer sog.  &ldquo;Investmentgesellschaften&rdquo;, wenn die Regierung 100 Milliarden Euro in das Bildungssystem investieren w&uuml;rde und wie hoch ist die Dividende f&uuml;r die Aktion&auml;re, wenn die Regierung 100 Milliarden f&uuml;r die R&uuml;stungsindustrie ausgibt zumal ein gro&szlig;er Teil dieser R&uuml;stungsg&uuml;ter nicht einmal in Deutschland entwickelt und produziert wird, sondern in den USA?<\/p><p>Eine Ursache k&ouml;nnte auch darin liegen, dass viele &Ouml;konomen nicht sehen wollen oder mangels Tunnelblick nicht sehen k&ouml;nnen, dass &ldquo;Carnegie und Rockefeller mehr Geld haben als sie ausgeben k&ouml;nnen&rdquo;, wie das die geniale Erfinderin von &ldquo;Monopoly&rdquo; schon vor &uuml;ber 100 Jahren formulierte. Sie h&auml;tte hinzuf&uuml;gen sollen: Aber diese nimmersatten Herrschaften bekommen den Hals nicht voll, gr&uuml;nden dann steuerminimierende Stiftungen und spenden &ouml;ffentlichkeitswirksam ein paar Cent f&uuml;r die Armen oder die Kunst, um ihr Image zu polieren oder weil sie &ldquo;moralische Zweifel&rdquo; an ihrem Reichtum bekommen.<\/p><p>Andrew Carnegie und die Familie Rockefeller waren vor dem Ersten Weltkrieg das, was Bill Gates, Jeff Bezos, Elon Musk, Susanne Klatten, Bernard Arnault, Peter Thiel und andere heute sind. Diese &ldquo;Superreichen&rdquo; haben kein Interesse an langfristiger Bildung f&uuml;r alle Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler und dem volkswirtschaftlichen Multiplikatoreffekt, den Sie beschreiben. Diese Damen und Herren wollen schnellen Profit, ihren Reichtum mehren oder vor der Inflation absichern.<\/p><p>Und: Wo k&auml;men wir denn hin, wenn alle Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler in Deutschland &uuml;ber eine gute Ausbildung verf&uuml;gen w&uuml;rden? Wer arbeitet dann noch f&uuml;r einen Stundenlohn von 13,90 Euro brutto (=gesetzlicher Mindestlohn ab 1. Januar 2026)? Der &ldquo;moderne&rdquo; Tech-Kapitalismus braucht ein paar Kaderschmieden, ein paar &ldquo;Elite-&ldquo;Schulen und &ldquo;Elite-&ldquo;Hochschulen und viele Konsumenten, die billig produziertes &ldquo;Entertainment&rdquo; im Fernsehen oder auf dem Smartphone, das rund um die Uhr von Samsung und Google &uuml;berwacht wird, konsumieren.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nDetlef Schmiedel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihre deutlichen Worte. Ja, das ist wirklich nicht schwer zu verstehen. Wie vernagelt oder dummdreist muss man sein, wenn man allen Ernstes behauptet, R&uuml;stung schaffe Wohlstand. Ein Gewehr, eine Rakete, eine Kampfdrohne oder welche T&ouml;tungsmaschinerie auch immer k&ouml;nnen nichts anderes und haben auch keinen anderen Zweck als zu schie&szlig;en. Sie k&ouml;nnen nicht s&auml;en, nicht ern&auml;hren, nicht heizen, nichts transportieren, nichts zusammenbauen, nichts erleuchten, keinen Kinofilm produzieren, keine Kita unterhalten, sie k&ouml;nnen nur zerst&ouml;ren und t&ouml;ten.<\/p><p>Allerdings sind unsere gegenw&auml;rtigen Gesellschaften so reich bzw. so weit entwickelt, dass sie es ich leisten k&ouml;nnen, Unsummen in unproduktiven Unsinn im wahrsten Sinne des Wortes zu verpulvern. Dann m&uuml;ssen eben andere Sektoren wie Kultur, Bildung, Infrastruktur oder die Sicherung des Sozialstaats sparen &ndash; solange die Betroffenen sich das gefallen lassen.<\/p><p>Einen Sinn machen R&uuml;stung und Kriege aber durchaus, und darauf m&ouml;chte ich hinweisen. Ich erinnere an Mao Zedong, der sinngem&auml;&szlig; und sehr treffend gesagt hat, dass die politische Macht aus den L&auml;ufen der Gewehre kommt. Und politisch-milit&auml;rische Macht hat schon immer in erster Linie wirtschaftlichen Interessen gedient, Geschichte kann man auch lesen als eine Geschichte der Auseinandersetzungen und Kriege um Ressourcen und Einflussgebiete. Nebenbei: Heute nennt man das Geopolitik. Aktuell sieht man das am zunehmenden Interesse unserer Regierung an der Arktis. Es fehlt eigentlich nur noch der Spruch: Unsere Demokratie wird auch am Nordpol verteidigt.<\/p><p>Die Regierenden haben seit Jahrhunderten in verh&auml;ngnisvoller Weise Unsummen des ihnen zur Verf&uuml;gung stehenden Reichtums f&uuml;r die Finanzierung ihrer Kriege eingesetzt. Wenn das Geld dann doch nicht reichte, finanzierte man die R&uuml;stungsausgaben irgendwie mit Aussicht auf die erhoffte Beute. Die Geschichte ist &uuml;bervoll von Beispielen dieser Logik. Im 20. Jahrhundert war Deutschland mit &bdquo;Kriegskrediten&ldquo; (1.WK) oder verschleierter Wertsch&ouml;pfung und anderen T&auml;uschungsman&ouml;vern (2.WK) dabei &ndash; alles mit Blick auf die Auspl&uuml;nderung der besiegten Gegner. Die USA waren &ndash; nebenbei bemerkt &ndash; vor allem darauf bedacht, die Sicherung ihrer Auspl&uuml;nderung fast der halben Welt auf spezielle Operationen milit&auml;rischer oder geheimdienstlicher Art zu begrenzen. Dabei waren sie h&ouml;chst erfolgreich, Kuba mal ausgenommen. Wo es offene Kriege waren, sind viele in j&uuml;ngster Zeit schief gegangen: Korea, Vietnam, Afghanistan. Zuletzt h&ouml;chst erfolgreich war der Raubzug in Venezuela.<\/p><p>Insofern ist f&uuml;r mich die Frage offen, wie sich die Finanzierung des Ukraine-Kriegs f&uuml;r die EU und Deutschland rechnet. Wie sieht die angestrebte &bdquo;Beute&ldquo; aus?<\/p><p>Nochmals danke f&uuml;r diesen und alle anderen Ihrer Artikel.<br>\nDr. Ulrich Zumdick<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<br>\neigentlich m&uuml;sste doch der gesunde Menschenverstand ausreichen, um zu verstehen, dass jeder Euro, der in die Aufr&uuml;stung flie&szlig;t, an genau den Stellen fehlt, an denen es in diesem Staat mangelt: Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen, Pflege, die Entschuldung der Kommunen etc. Genau das erleben wir bei uns, in Frankreich, in Europa. In Deutschland herrscht diesbez&uuml;glich eine dumpfe Bewusstlosigkeit, auch dank der t&auml;glichen Propaganda.<\/p><p>Ein Gesichtspunkt, den ich hinzuf&uuml;gen w&uuml;rde: Rheinmetall will ab 2030 1,5 Millionen Granaten pro Jahr produzieren. Was bedeutet es, wenn wir dann irgendwann auf 10 Millionen Granaten sitzen? Wir k&ouml;nnten nur hoffen, dass weiter Kriege schwelen, die uns die Granaten abnehmen, oder wir m&uuml;ssten daf&uuml;r sorgen, dass sie irgendwann zum Einsatz kommen. Dasselbe gilt f&uuml;r Panzer etc. Perspektivisch ist die gigantische Aufr&uuml;stung nur sinnvoll, wenn der Krieg eingeplant ist. 2029 w&auml;re f&uuml;r Rheinmetall allerdings zu fr&uuml;h.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nSiegfried H&ouml;sch<\/p><blockquote><p>&bdquo;Das gro&szlig;e Karthago f&uuml;hrte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch m&auml;chtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.&ldquo; Bertolt Brecht<\/p><\/blockquote><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>es freut mich, dass Sie den sch&auml;dlichen volkswirtschaftlichen Einfluss von R&uuml;stungsausgaben ausgearbeitet haben. In Deutschland haben wir seit mehreren Jahren eine Wachstumsschw&auml;che. Weder in den einflussreichen Zeitungen noch im Fernsehen wird thematisiert, ob die Wachstumsschw&auml;che eine Folge des Stopps der Erdgaslieferung aus Russland, der finanziellen Hilfe f&uuml;r die Ukraine und der gestiegenen R&uuml;stungsausgaben ist.<\/p><p>Auch die sozialen Probleme in Frankreich und Gro&szlig;britannien muss man gemeinsam mit ihren Atomstreitkr&auml;ften sehen. Atomstreitmacht zu sein ist teuer; sehr sehr teuer sind die atomgetriebenen Unterseeboote, die auf ihnen stationierten Raketen und die zugeh&ouml;rige Infrastruktur. Frankreich und Gro&szlig;britannien k&ouml;nnen sich eine Atomstreitmacht nicht leisten. Die Unruhen im Jahre 1968 und jetzt in Frankreich sind eine Folge der finanziellen &Uuml;berforderung des franz&ouml;sischen Staates durch hohe R&uuml;stungsausgaben. Auch dieser Zusammenhang wird in unseren Leitmedien nicht erw&auml;hnt.<\/p><p>Freundlicher Gru&szlig;<br>\nTheodor Bloem<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger, sehr geehrtes NachDenkSeiten-Team!<\/p><p>Ich bin fast v&ouml;llig bei Ihnen und finde die derzeitige Aufr&uuml;stungs- und Verschuldungsorgie weitgehend sinnlos und verfehlt, wenn man von etwaigen sehr unangenehmen m&ouml;glichen Sanktionen der USA absieht, die erfolgen k&ouml;nnten, wenn Deutschland von dem vom US-Pr&auml;sidenten ausgegebenen 5%-Ziel des BIP f&uuml;r R&uuml;stungsausgaben abweichen w&uuml;rde. Um von diesem Szenario und sonstigen damit verbundenen wirtschaftlichen Interessen, die damit verfolgt werden k&ouml;nnten (wer profitiert davon?), abzulenken, erfindet man eine Bedrohungslage, um die R&uuml;stungsausgaben zu rechtfertigen.<\/p><p>Obwohl ich die Aussage, dass man einen Euro nicht zweimal ausgeben kann, nach wie vor als sinnvoll ansehe, (und meine damit dass man ihn nicht z.B. f&uuml;r Bildung und R&uuml;stung gleichzeitig ausgeben kann, was logisch &auml;quivalent dazu ist, dass man ihn nur entweder f&uuml;r R&uuml;stung oder Bildung ausgeben kann) zeigen Sie in Ihrem Artikel auf, dass die Dinge durchaus etwas differenzierter betrachtet werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Sie schreiben am Ende res&uuml;mierend zurecht:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Im realen Leben stellt sich daher auch nicht die Frage, ob der Staat einen Euro f&uuml;r Bildungsinvestitionen UND einen Euro f&uuml;r die R&uuml;stung ausgibt. Es geht darum, ob er einen Euro f&uuml;r Bildungsinvestitionen ODER einen Euro f&uuml;r die R&uuml;stung ausgibt. &hellip; Gibt der Staat einen Euro f&uuml;r das Bildungssystem aus, steigert er den Wohlstand des Landes. Gibt er einen Euro f&uuml;r die R&uuml;stung aus, senkt er den Wohlstand des Landes. Ist das wirklich so schwer zu verstehen?&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Was Sie dabei aber meines Erachtens nicht angemessen thematisieren bzw. ber&uuml;cksichtigen ist die Tatsache, dass manche Konsumausgaben, selbst wenn man R&uuml;stungsausgaben, die im Idealfall notwendigerweise ja f&uuml;r die &auml;u&szlig;ere Sicherheit get&auml;tigt werden, selbst wenn man sie auch als Konsumausgaben einstuft, existentiell m&ouml;glicherweise viel wichtiger sein k&ouml;nnten als andere Konsumausgaben, insbesondere wenn sie ausschlie&szlig;lich zur Abschreckung eingesetzt werden sollten, denn dadurch k&ouml;nnte dann, wenn erfolgreich, doch die Zerst&ouml;rung gro&szlig;er Investitionen und von Menschenleben, auch diejenigen von gut ausgebildeten und produktiven Menschen, verhindert werden, w&auml;hrend andererseits im Kriegsfall genau das eintreten w&uuml;rde.<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus ist doch die Frage, ob es in einem Staat etwas gibt, das verteidigungsw&uuml;rdig w&auml;re, z.B. Werte wie wirkliche Freiheit, Gesundheit, wirkliche Demokratie, Menschenrechte, wirkliche Gleichheit, Wohlstand f&uuml;r alle, innere und &auml;u&szlig;ere Sicherheit, so dass zu ihrer Verteidigung bzw. zu ihrer Etablierung auch ein Krieg bzw. eine Revolution als das kleinere &Uuml;bel angesehen werden k&ouml;nnte.<\/p><p>Ich denke dabei nicht an das scheinheilige Getue des Wertewestens, der i.d.R. ja die Verteidigung und Ausbreitung dieser Werte nur als Vorwand verwendet, um damit meist hybride Massnahmen zur Ausweitung  oder Verteidigung der eigenen Einflusszonen und zur Verfolgung wirtschaftlicher Interessen zu legitimieren. Und ich denke dabei auch nicht an den einfachen Austausch einer wie auch immer gearteten F&uuml;hrungselite, wenn f&uuml;r die breite Masse im wesentlichen alles gleich bleibt, ich denke dabei auch nicht an staatliche Souver&auml;nit&auml;t und territoriale Integrit&auml;t. Das sind alles nur Scheinwirklichkeiten. Wirklich und wichtig f&uuml;r die Menschen sind die Lebensverh&auml;ltnisse der Menschen auf dieser Erde, die in einem funktionierenden Staat i.d.R. immer besser sind als in staatenlosen Verh&auml;ltnissen oder in failed states.<\/p><p>Dabei sollte man immer ber&uuml;cksichtigen: Krieg ist ein sehr gro&szlig;es &Uuml;bel, weil es neben gro&szlig;en Zerst&ouml;rungen Leben und Gesundheit vernichtet!!! Und wie wir alle wissen: ohne Leben ist alles Nichts!!! In Gaza haben wir zuletzt gesehen, was Krieg ist, aber wir haben auch Bilder und Todeszahlen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg und den vielen Kriegen danach gesehen, und wir wissen um die Zerst&ouml;rungskraft von Atombomben. Wir k&ouml;nnten wissen, was Krieg heute in einer hoch technisierten Welt mit zentralisierten Infrastrukturen und komplexen weltweiten Lieferketten und  weitgehend ohne vorhandenen Zivilschutz bedeuten w&uuml;rde.<\/p><p>Fritz Gerhard<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Jens Berger, hallo NachDenkSeiten-Team!<\/p><p>Beim Lesen des Beitrags von Jens Berger &uuml;berkam mich das Gef&uuml;hl, dass ich diesen Beitrag auf den NachDenkSeiten schon einmal gelesen h&auml;tte. Aber dies macht nichts. Geht es doch darum zu kl&auml;ren, welche inhaltlichen Versatzst&uuml;cke die deutsche Regierung den Menschen im Land verkauft, wenn es darum geht, die Milit&auml;rausgaben im Bundeshaushalt sch&ouml;nzureden und den Abbau sozialer Errungenschaften zu rechtfertigen. Ganz so kompliziert, wie es Jens Berger in seinem Beitrag erkl&auml;rt, m&ouml;chte ich es an dieser Stelle nicht machen. Denn es geh&ouml;rte bereits lange vor dem Ersten Weltkrieg und auch vor dem folgenden Weltkrieg zum politischen Handwerk der b&uuml;rgerlichen Parteien, alles aus dem Volk herauszupressen, um die imperialen kapitalistischen Herrschaftsverh&auml;ltnisse zu sichern und durch Kriege zu erweitern. Goebbels Zitat, dass das deutsche Volk kriegst&uuml;chtig werden m&uuml;sse, wurde nun vom deutschen Kriegsminister Pistorius (SPD) aktualisiert. Und er braucht sich auch wegen der Analogie zum militanten Faschismus nicht zu gr&auml;men, weil die gesamte deutsche Presselandschaft und gro&szlig;e Teile seiner W&auml;hlerschaft ihm salutierend zur Seite steht.<\/p><p>Vom Grundsatz geht es der Regierung darum, dieses &ldquo;eine Billion Schuldenpaket&rdquo; f&uuml;r die Kriegst&uuml;chtigkeit als Projekt in die Zukunft auszuloben. Besch&ouml;nigend als Sonderverm&ouml;gen an diejenigen verkauft, die L&uuml;gen den Regierungshargen von deren Lippen ablesen. Und es geht darum im Bundeshaushalt die Zinszahlungen auszugleichen, die mit den Steigerungen des R&uuml;stungshaushalts den Bundeshaushalt an den Rand seiner Leistungsf&auml;higkeit bringt. Nun, man k&ouml;nnte ja als Volkswirtschaftler vielleicht davon tr&auml;umen, dass die sprudelnde Wirtschaft die Finanzl&uuml;cken durch Steuerannahmen ausgleicht. Aber absehbar d&uuml;rfte es an der Realit&auml;t der wirtschaftlichen Unvernunft, das hei&szlig;t einer permanenten wirtschaftlichen Durststrecke scheitern. Dennoch verk&uuml;ndet unbek&uuml;mmert Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner Rede im Bundestag in der Debatte zum Bundeshaushalt am 14.10.2026: &ldquo;Kein Euro, der in die Ukraine flie&szlig;t, fehlt bei den Sozialausgaben und den Bildungsausgaben in unserem Land. Kein Euro fehlt.&rdquo; In demagogischer Manier stellt hier der Kanzler ausser Frage, dass dieser Krieg und seine bundesdeutsche Unterst&uuml;tzung jede Investition in Bildungs-, Gesundheitswesen und im Bereich der Altersvorsorge in Deutschland konterkariert. Entweder der Staat investiert in seine Bev&ouml;lkerung oder in den Stellvertreterkrieg an den Grenzen Russlands! Die Kanzler-Rede bleibt eine Milchm&auml;dchen-Rechnung ganz nach dem Motto von Kapit&auml;n Blaub&auml;r: &ldquo;Morgen, liebe Kinder, erz&auml;hle ich Euch eine neue Geschichte!&rdquo;<\/p><p>J&uuml;rgen Hagenguth<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<\/p><p>Sie schreiben am Ende Ihres klugen Artikels: &bdquo;Ist das wirklich so schwer zu verstehen?&ldquo;<\/p><p>Ich m&ouml;chte dazu sagen, f&uuml;r diejenigen, die diese Studien kennen oder die sich f&uuml;r solche Zusammenh&auml;nge interessieren &ndash; Nein!<\/p><p>Aber f&uuml;r die restlichen 99 % der Bev&ouml;lkerung und insbesondere f&uuml;r unsere ma&szlig;geblich verantwortlichen Politiker und Politikerinnen, die ich jetzt gar nicht alle namentlich nennen m&ouml;chte, bin ich mir da nicht so sicher. Mittlerweile glaube ich, dass sie das wirklich nicht verstehen, weil sie gar nicht mehr in diese Richtung denken k&ouml;nnen oder wollen.<\/p><p>Und bei unseren &ouml;<em>[ffentlich-rechtlichen]<\/em> Medien ist es vermutlich so &auml;hnlich, bzw. ist der Propaganda Druck mittlerweile so fl&auml;chendeckend stark, dass solche Wahrheiten nicht mehr erz&auml;hlt werden d&uuml;rfen. Das Volk k&ouml;nnte ja aufwachen und die &bdquo;Erz&auml;hlungen&ldquo; zu hinterfragen anfangen.<\/p><p>Das k&ouml;nnte ja zu &bdquo;franz&ouml;sischen Verh&auml;ltnissen&ldquo; f&uuml;hren. Oh je.<\/p><p>Liebe und etwas verzweifelte Gr&uuml;&szlig;e und weiter solche Artikel<\/p><p>Jens Biester<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS, sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>genau das Gleiche mag Kuwait, auch noch 12 Stunden, bevor der Irak eingefallen ist, gedacht haben. So etwas kann passieren, wenn man seine &ldquo;Versicherungspolice&rdquo; nicht bezahlt und es ist ein Fehler, der schon etliche Male in der Geschichte gemacht wurde und schief lief.<\/p><p>Ob wir Feinde haben und wer die sind und vor allem ab wann, w&auml;re ein komplett anderes Thema. Dasselbe gilt, ob wir die R&uuml;stungsausgaben richtig einsetzen und ob es daf&uuml;r eines &ldquo;Sonderverm&ouml;gens&rdquo; bedarf.<\/p><p>MfG,<\/p><p>Axel K&ouml;hlmoos<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte NachDenkSeiten,<\/p><p>es ist zutiefst besch&auml;mend, dass jene Besserw(e)issis, die m&ouml;glichst die gesamte Menschheit belehren m&ouml;chten, so viele blinde Flecken in Sachen Bildung und Aufkl&auml;rung besitzen. Da ich als Mensch nicht gewillt bin, meine Herkunft zu leugnen, wurde ich offensichtlich in der DDR in Sachen R&uuml;stungspolitik und Kriegswirtschaft, in der Schule, entsprechend ihres Artikels aufgekl&auml;rt. Da das jetzt schon mehr als 40 Jahre her ist und westlich gepr&auml;gte Individuen es bis heute nicht wissen, ist deren Interpretation von dumm, f&uuml;r mich als Mensch, eher ein Beweis f&uuml;r einen ziemlich eingeengten rein systemischen Horizont. Daher gestatte ich mir als Mensch, auch schon l&auml;nger, hier eine entsprechende Distanzierung vorzunehmen und bezeichne sie als westliche System-Individuen, denn einer hochsozialen, hochintelligenten und evolution&auml;r hochentwickelten Spezies wie der des Menschen werden sie nicht gerecht. Ein postfaktisches von den fundamentalsten naturwissenschaftlichen Fakten gar nichts mehr wissen wollendes System, ist ohnehin nicht mehr Teil dieser real existierenden Welt. Da es sich hier dann allerdings um ein grunds&auml;tzlich toxisches und dysfunktionales System handelt, kann es zu R&uuml;stungspolitik und Kriegswirtschaft nat&uuml;rlich auch nur eine entsprechende Meinung haben. Da Meinungen lediglich Meinungen sind und keine Fakten, welche Basis ist in Sachen Kommunikation mit westlichen System-Individuen &uuml;berhaupt noch zu finden? Auf menschlicher Augenh&ouml;he ist zumindest kaum noch eine bis gar keine mehr m&ouml;glich. Da das bei einem Weltbev&ouml;lkerungsanteil von gerade einmal noch 10 bis 15%, den Kausalit&auml;ten der Natur entsprechend sehr wahrscheinlich in die entsprechende Verst&auml;ndigungsisolation f&uuml;hren wird, soll laut westlicher Systempolitiktheorie, hier, wider anderen Wissens (Horizonteinengung) offenbar mit Krieg etwas erreicht werden, was damit nicht erreichbar ist. Wenn Geburtenraten sinken und Todesraten steigen, liegen die Kausalit&auml;ten zumindest f&uuml;r Menschen eindeutig auf der Hand. K&ouml;nnen oder d&uuml;rfen sich westliche System-Individuen an solchen ganz normalen, nat&uuml;rlichen und gew&ouml;hnlichen Fakten der Natur nicht mehr orientieren?  Wenn dem so ist, fehlt ihnen ohnehin l&auml;ngst jegliche menschliche Orientierung. Da Systeme auf der Erde schon immer kamen und wieder gingen, bahnt sich hier ein selbst gew&auml;hltes fatalistisches Schicksal an, da keine Politik auf diesem Planeten, die Kausalit&auml;ten und Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten der Naturwissenschaften jemals an die selbst entwickelten Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten und Kausalit&auml;ten anpassen k&ouml;nnen wird. Hier kommt Einsteins Relativit&auml;tstheorie ganz praktisch zum tragen. Mehr ist es doch gar nicht. Politik wird immer so relativiert, wie sie es gegen&uuml;ber der Realit&auml;t verdient hat. Krieg ist an den Existenzrealit&auml;ten nat&uuml;rlicher Lebewesen und &uuml;berhaupt an der Existenz der gesamten Flora und Fauna auf diesem Planeten, v&ouml;llig vorbeigehender, der Spezies Mensch weder w&uuml;rdig seiender noch ihr gerecht werdender animalischer Primitivismus, der niemals aus dieser Sackgasse, so wie er eigentlich in sie hineingeraten ist, wieder hinaus finden kann. Leider ist auch hier das westliche System-Individuum, nicht gerade bevorteilt, weil es durch das imperialistische r&ouml;mische Prinzip von &ldquo;Teile und Herrsche&rdquo; lediglich in einer westlich definierten Gesellschaft existiert. F&uuml;r mich als Mensch kann es sich hier gar nicht um eine der Spezies Mensch gerecht werden k&ouml;nnende Gesellschaft handeln, da hier leider immer noch die Hierarchien des Tierreichs vorherrschen. Individuen, die in anderen Individuen nur Rivalen sehen, sind nicht gesellschaftsf&auml;hig, im Sinne einer hochsozialen, hochintelligenten und evolution&auml;r hochentwickelten Spezies wie der des Menschen. Da eine Gesellschaft gar nicht erst existiert wenn darin Rivalismus herrscht und dadurch eben kein Zusammenhalt vorhanden ist, ist diese Uneinigkeit, den Kausalit&auml;ten der Evolution entsprechend, nur ein weiteres Auslesekriterium. Einzelg&auml;nger haben und hatten es schon immer schwer innerhalb evolution&auml;rer Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten zu &uuml;berleben. Nicht umsonst besitzt die Natur eine so &uuml;ppige Artenvielfalt. Die systemische Gleichmacherei des Menschen ist ein weiteres Kriterium f&uuml;r evolution&auml;re Auslese. Die in der westlichen Welt immer mehr zur&uuml;ckgehenden Bev&ouml;lkerungszahlen, sprechen zwar genau diese Sprache, aber westliche System-Individuen sind l&auml;ngst v&ouml;llig unf&auml;hig geworden sie tats&auml;chlich auch so zu verstehen. Hier wird das demografischer Wandel genannt. Seltsame Bezeichnung f&uuml;r evolution&auml;re Auslesefakten. Nat&uuml;rlich ist es f&uuml;r westliche System-Individuen ganz besonders wichtig, ihre Meinungsfreiheit auch noch &uuml;ber naturwissenschaftliche Kausalit&auml;ten, Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten und Fakten zu stellen. Warum auch nicht bei Dysfunktionalit&auml;t und Toxizit&auml;t?<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nIrina Trappe-Hanel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<\/p><p>Ihre betriebs- und volkswirtschaftliche Betrachtung zu Konsum, Investitionen, Schulden und R&uuml;stungsausgaben in allen Ehren. Sie sind plausibel und &ndash; der &lsquo;klassischen&rsquo; betriebs- und volkswirtschaftlichen Lehre entsprechend &ndash; gesichert. Aber ich glaube, Sie unterliegen in Ihrer rationalen Betrachtung selbst einem Denkfehler. Unsere derzeitige &lsquo;Elite&rsquo; tickt da anders. Da wird gr&ouml;&szlig;er, brutaler und kaltschn&auml;uziger gedacht.<\/p><p>F&uuml;r die Damen und Herren der R&uuml;stungs- und Kriegstreiberei gelten andere Kriterien: Panzer, Drohnen, Kampfflugzeuge, Marschflugk&ouml;rper und anderes Kriegsger&auml;t sollen ja nicht in den Kasernen verstauben, sondern aktiv eingesetzt werden. Waffen dienen dazu, Leben und Infrastruktur zu zerst&ouml;ren. Die Folge dessen ist, dass insbesondere die zerst&ouml;rte Infrastruktur wieder aufgebaut werden muss.<\/p><p>Darin sieht unsere politische und wirtschaftliche &lsquo;Elite&rsquo; ihre gro&szlig;e Chance. Die &lsquo;Investitionen&rsquo; in R&uuml;stung und Krieg er&ouml;ffnen &lsquo;Investoren&rsquo; wie BlackRock, Blackstone, Vanguard und anderen &lsquo;Heuschrecken&rsquo; extreme Umsatz- und Gewinnchancen. Das &lsquo;menschliche Material&rsquo;, das dabei zu Schaden oder zu Tode kommt, wird als Kollateral-Schaden betrachtet, der allenfalls dem milit&auml;rischen Erkenntnisgewinn dient und, im Falle von Verletzten und Verwundeten, ebenfalls gewinnbringend der Pharma-Industrie, der Medizin-Technik und der Klinik-Branche zum Vorteil gereicht. Das Problem der &Uuml;beralterung und der damit verbundenen l&auml;stigen Zahlungen an Rente und Pflegekosten l&auml;sst sich so auch &lsquo;elegant&rsquo; l&ouml;sen. Kriegerische Aktionen &ndash; evtl. getarnt als &lsquo;frienly fire&rsquo; auf Alten- und Pflegeheime k&ouml;nnten hier das Mittel der Wahl sein, um diesen Lebensbereich &lsquo;wirtschaftsfreundlich&rsquo; und &lsquo;volkswirtschaftlich neutral&rsquo; zu bereinigen.<\/p><p>Die &lsquo;Zeitenwende&rsquo; der deutschen Politik ist nicht nur durch aggressive Militarisierung, sondern auch durch eine andere, negative Wertung der Menschlichkeit und des Humanismus in unserer Gesellschaft gekennzeichnet. In der Retrospektive wurde diese sozial-verachtende Politik und Verachtung der Menschlichkeit bereits unter Gerhard Schr&ouml;der ausgerufen, der u. a. eine seiner Ministerinnen als &lsquo;Ministerin f&uuml;r Familie und Ged&ouml;ns&rsquo; kennzeichnete, oder aber einem seiner &lsquo;Untertanen&rsquo; w&auml;hrend der Oderflut pseudo-jovial befahl &lsquo;hol&rsquo; mir &lsquo;mal &lsquo;ne Flasche Bier&rsquo; und letztlich auch durch den asozialen Stolz auf den &lsquo;gr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektor in Europa&rsquo;. Dieser Kurs der Abwertung des Sozialen und der Missachtung vermeintlich &lsquo;Untergebener&rsquo; &ndash; auch in gro&szlig;en Notlagen der Bev&ouml;lkerung &ndash; wurde in den Folgejahren mehr oder weniger konsequent weiterverfolgt (Ahrtal-Flut, Corona-Desaster, Stuttgart21-Betrug, folgenloses L&uuml;gen des Bundeskanzlers, Verh&ouml;hnung demokratischer Standards, Zur&uuml;ckdr&auml;ngung der Meinungsfreiheit, &hellip;).<\/p><p>F&uuml;r die Politiker der &lsquo;Zeitenwende&rsquo; hat die moralische und soziale Basis des gesellschaftlichen Lebens ausgedient und wird nur noch bem&uuml;ht, wenn es den politischen Zielen dient. Einer Regierung Merz und zuvor schon der Regierung Scholz war und ist der Mensch in seinen sozialen Bed&uuml;rfnissen total gleichg&uuml;ltig. Ausk&ouml;mmliche Renten, gute Bildung, Gesundheitswesen, bezahlbarer Wohnraum, vertr&auml;gliche Energiekosten und stabile Lieferbeziehungen daf&uuml;r, soziale Aspekte und &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge sind l&auml;stiger Kosten-Ballast, der bis auf ein Minimum zur&uuml;ckgedr&auml;ngt werden muss. Die heutige Politik hat nicht mehr den Menschen resp. die Gesellschaft im Fokus, sondern die Wirtschaft, die Konzerne, die Wohlhabenden und deren Gewinne und Machtgel&uuml;ste. Wenn der Kanzler und der Finanzminister postulieren, dass Deutschland &lsquo;wieder da&rsquo; ist, dann sind damit allenfalls bestimmte Kreise gemeint, nicht aber die menschliche Gesellschaft in ihrer Gesamtheit. Das Bonmont aus dem Marketing &lsquo;&hellip; bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt &ndash; und damit immer im Wege&rsquo; l&auml;sst sich auf die derzeitige politische Situation trefflich anwenden.<\/p><p>Es g&auml;be noch ettliche Bereiche, deren &lsquo;Optimierung&rsquo; durch milit&auml;rische Aktionen, provoziert durch unsere &lsquo;Eliten&rsquo;, erledigt werden k&ouml;nnen. Da sind der Phantasie der Akteure keine Grenzen gesetzt. Die Spaltung der Gesellschaft im Vorfeld der Kriegsvorbereitungen scheint dabei ebenfalls Programm zu sein &ndash; frei nach der alt-r&ouml;mischen Direktive &lsquo;divide et impera&rsquo; &ndash; teile und herrsche. Das hat schon im Kolonialismus gut funktioniert und wird, dank der kirchlichen Maxime &lsquo;halt du sie dumm &ndash; ich mach sie arm&rsquo; auch in unserer vermeintlich &lsquo;aufgekl&auml;rten&rsquo; Gesellschaft der Gutgl&auml;ubigen ihre Wirkung entfalten.<\/p><p>Sicherlich gruselt es vielen Lesern beim Konsum meines Leserbriefs, teils &ndash; und hoffentlich &ndash; auch mit empathischer Emp&ouml;rung. Aber, wenn man versucht, die Entwicklung in Deutschland, anderen kriegsl&uuml;sternen EU-L&auml;ndern und der EU selbst von einer &lsquo;h&ouml;heren Warte&rsquo; aus zu betrachten, dann kann man eigentlich nur noch zu dem Schluss gelangen, dass sp&auml;testens mit der &lsquo;Zeitenwende&rsquo; gewollt eine &Auml;ra der Entmenschlichung und sozialen K&auml;lte durch die Politik eingel&auml;utet wurde. Es wird h&ouml;chste Zeit, dagegen anzuarbeiten.<\/p><p>Ulrich Herbst<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-157957","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157957","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=157957"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157957\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":158027,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157957\/revisions\/158027"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=157957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=157957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=157957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}