{"id":158129,"date":"2026-10-28T09:00:45","date_gmt":"2026-10-28T08:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=158129"},"modified":"2026-10-28T10:15:07","modified_gmt":"2026-10-28T09:15:07","slug":"poschardt-fleischhauer-und-co-der-grossangriff-der-wutbuerger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=158129","title":{"rendered":"Poschardt, Fleischhauer und Co. \u2013 der Gro\u00dfangriff der Wutb\u00fcrger"},"content":{"rendered":"<p>Neulich beim Fris&ouml;r. Auf dem Tischchen, zwischen einer zerfledderten &bdquo;Landlust&ldquo; und Bl&auml;ttern wie &bdquo;Frau im Koma&ldquo;, lag ein <em>Focus<\/em>. Ich habe den Fehler gemacht, ihn aufzuschlagen. Jan Fleischhauer erkl&auml;rte mir dort, wovor ich mich zu f&uuml;rchten habe &ndash; vor Lastenr&auml;dern, glaube ich, oder vor den nun drohenden Enteignungen durch die rot-rot-gr&uuml;nen &bdquo;Kommunisten&ldquo; in Berlin; vielleicht auch vor allem gleichzeitig. So genau wei&szlig; man das bei ihm nie und so genau will man es auch gar nicht wissen. Als eine junge Dame mich aufrief, empfand ich dies als Erl&ouml;sung. Ein Essay von <strong>Jens Berger<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nWobei der Print ja gar nicht mal das typische Habitat von reaktion&auml;ren Wutb&uuml;rgern vom Schlage eines Fleischhauer ist. So richtig schlimm wird es im Mordor des deutschen Wutb&uuml;rgertums &ndash; auf <em>Facebook<\/em> und <em>YouTube<\/em>. Da kann man &ndash; je nachdem, wie boshaft und &uuml;bergriffig der Algorithmus gerade drauf ist &ndash; kaum noch ein paar Beitr&auml;ge durchscrollen, bis man auf die stets &uuml;bel gelaunten grauhaarigen P&ouml;beldiven trifft; meist aufgew&auml;rmt durch die Durchlauferhitzer der &bdquo;rechten Blase&ldquo; &ndash; YouTube-Kan&auml;le mit Buchstaben auf den Titelbildern, die noch gr&ouml;&szlig;er sind als die der <em>BILD<\/em>.<\/p><p>Seitdem l&auml;sst mich eine Frage nicht los, die man in einer pluralistischen Gesellschaft eigentlich nicht stellen darf: Welche Existenzberechtigung haben eigentlich Typen wie Poschardt, Fleischhauer, Blome und Co.? Nicht als Menschen wohlgemerkt &ndash; als Menschen sollen sie lange und gut leben, darauf komme ich noch zur&uuml;ck. Sondern als Kommentatoren, als Meinungsmacher, als selbsternannte Stimmen der Vernunft in einem Land, das angeblich von links gekapert wurde. Was tragen sie eigentlich bei, au&szlig;er die Steigerung des eigenen Blutdrucks und des ihrer Leser?<\/p><p><strong>Die Hausmeister des Bestehenden<\/strong><\/p><p>Es geht ihnen angeblich um Freiheit, um Vernunft, um den gesunden Menschenverstand gegen ideologische Verirrungen. Doch das ist vorgeschoben. Es kann nat&uuml;rlich daran kein Zweifel bestehen, dass die Kulturk&auml;mpfer von links ihren Unsinn in den letzten Jahren bis an die Grenze des Unertr&auml;glichen &uuml;berzogen haben, und es ist sowohl wohlfeil als auch notwendig, dies zu kritisieren. Das machen zum Beispiel die <em>NachDenkSeiten<\/em> ja in steter Regelm&auml;&szlig;igkeit. Nur weil die Kulturk&auml;mpfer &ndash; um es mal umgangssprachlich zu formulieren &ndash; so richtig einen an der Glocke haben, hei&szlig;t dies im Umkehrschluss jedoch nicht, dass ihre Antipoden, die Kulturk&auml;mpfer von rechts, nun die Weisheit mit L&ouml;ffeln gefressen h&auml;tten.<\/p><p>Mich erinnert das immer an einen alten Mann, der fr&uuml;her bei uns am Teich sa&szlig;, Enten f&uuml;tterte, und jedem Passanten, ob der es nun wollte oder nicht, erz&auml;hlte, dass die &bdquo;Sozialisten&ldquo; unser Land zerst&ouml;ren. Ein wenig so, als h&auml;tte man Menges &bdquo;Ekel Alfred&ldquo; Tetzlaff in die Wirklichkeit gebeamt. Und ja, die Poschardts, Fleischhauers und Blomes wirken in der Tat so, als seien sie eine Reinkarnation von Alfred Tetzlaff &ndash; jedoch mit dem entscheidenden Unterschied, dass wohl (fast) jedem Zuschauer von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ein_Herz_und_eine_Seele\">&bdquo;Ein Herz und eine Seele&ldquo;<\/a> klar war, dass es sich hierbei um ein Satireformat handelt.<\/p><p>Obgleich ich mir vor allem bei Ulf Poschardt gar nicht mal sicher bin, ob er nicht auch ein satirisches Gesamtkunstwerk ist. Diese perfekte Mischung aus Blasiertheit, Arroganz und ma&szlig;loser Selbst&uuml;bersch&auml;tzung bei maximaler Ahnungslosigkeit kann doch eigentlich nicht echt sein. Wobei ich ja zugeben muss, dass ich den &bdquo;blasierten Parven&uuml;&ldquo; bereits als &bdquo;Paris Hilton des deutschen Journalismus&ldquo; <a href=\"https:\/\/blogs.taz.de\/schmaehkritik_199_ulf_poschardt_3\/\">bezeichnet habe<\/a>, als er abseits der Hardcore-Jungliberalen noch nicht als &bdquo;cool&ldquo; galt.<\/p><p>Was mich heute &bdquo;am Ulf&ldquo; besonders fasziniert, ist ja die Schlagzahl seiner &Uuml;bellaunigkeiten. Selbst wenn der Ulf mal Freizeit hat und mit seinem schicken Ferrari in Gefilden unterwegs ist, die Leistungstr&auml;gern wie ihm vorbehalten sind, twittert er, was das Zeug h&auml;lt, und wittert pathologisch griesgr&auml;mig hinter jeder Kurve den Untergang des Abendlandes. Man m&ouml;chte ihm ja raten: Ulf, das Leben ist sch&ouml;n. Komm wieder runter und genie&szlig;e es. Aber nein, irgendwo im politisch-medialen Deutschland k&ouml;nnte ja wer beispielsweise einen h&ouml;heren Spitzensteuersatz gefordert haben und wo k&auml;men wir denn da hin, wenn Ulf diese Forderung nicht vom Steuer seines Ferraris aus mit ernstem Gesicht bei <em>X<\/em> als Vorstufe des Stalinismus verbr&auml;mt?<\/p><p><strong>Die bessere Frage w&auml;re aber: Wem n&uuml;tzt eigentlich, was da Woche f&uuml;r Woche aus den Kolumnenspalten tropft?<\/strong><\/p><p>Der &Ouml;konom Albert O. Hirschman hat 1991 in seinem Buch &bdquo;Denken gegen die Zukunft. Die Rhetorik der Reaktion&ldquo; drei Argumentationsfiguren beschrieben, mit denen Reaktion&auml;re seit der Franz&ouml;sischen Revolution jeden Fortschritt bek&auml;mpfen. Erstens die Perversit&auml;tsthese: Jede progressive Reform bewirkt das Gegenteil des Gewollten. Zweitens die Vergeblichkeitsthese: Bringt eh nichts. Drittens die Gef&auml;hrdungsthese: Gef&auml;hrdet alles, was wir bisher erreicht haben. Man k&ouml;nnte die gesammelten Werke unserer drei Herren problemlos als Anschauungsmaterial f&uuml;r ein Hirschman-Proseminar verwenden.<\/p><p>Mindestlohn? Vernichtet Arbeitspl&auml;tze &ndash; Perversit&auml;t. Verm&ouml;gensteuer? Bringt nichts, die Reichen ziehen doch eh weg &ndash; Vergeblichkeit. Mietendeckel? Gef&auml;hrdet den Wohnungsbau, die Marktwirtschaft und vermutlich das Abendland &ndash; Gef&auml;hrdung. Und beim B&uuml;rgergeld schafft man alle drei auf einmal. Das ist der publizistische Hattrick.<\/p><p>Mit Rebellion, mit der sie gerne kokettieren &ndash; Poschardt beschreibt sich ja allen Ernstes als &bdquo;Punk&ldquo; &ndash; hat das nichts zu tun. Das ist Hausmeisterei. Sie sind die Pf&ouml;rtner des Bestehenden, die mit dem Feuerl&ouml;scher bereitstehen, bevor es &uuml;berhaupt brennt. Sobald irgendwo ein Hauch linker Politik aufkommt &ndash; eine Umverteilungsidee, ein Tarifkonflikt, der nicht sofort mit einer Nullrunde endet, ein Politiker, der das Wort &bdquo;Frieden&ldquo; ohne vorgeschaltetes &bdquo;aber&ldquo; ausspricht &ndash;, wird er im Keim erstickt. Mit dem Etikett &bdquo;Neiddebatte&ldquo;, mit dem Verdacht der &bdquo;DDR 2.0&ldquo;, mit dem bew&auml;hrten Hinweis, dass Sozialismus noch nie funktioniert habe.<\/p><p>Dazu braucht es &uuml;brigens keine Anweisung von oben. Gesinnung ist billiger als Befehl. Man stellt einfach Leute ein, die ohnehin schon so denken, und l&auml;sst sie machen. Der Rest erledigt sich von selbst. Es ist ja auch kein Zufall, dass die Hausmeister der Reaktion genau bei den Verlagen besch&auml;ftigt sind, die sich seit jeher als Bastion der bestehenden Verh&auml;ltnisse begreifen &ndash; Springer, <em>Focus<\/em>, <em>RTL<\/em>.<\/p><p><strong>Zensiert in Millionenauflage<\/strong><\/p><p>Besonders putzig wird es, wenn die Herren &uuml;ber Cancel Culture klagen. &Uuml;ber Meinungskorridore, &uuml;ber Sprechverbote, &uuml;ber ein Klima, in dem man &bdquo;ja nichts mehr sagen darf&ldquo;. Nat&uuml;rlich ist Cancel Culture zu kritisieren. Aber man muss sich das bildlich vorstellen: Ein Mann sitzt in der Chefetage eines der gr&ouml;&szlig;ten Medienh&auml;user Europas, hat eine feste Kolumne, einen eigenen Podcast und Talkshow-Einladungen im Wochentakt &ndash; und beklagt, dass man in diesem Land nichts mehr sagen d&uuml;rfe. Er sagt es. Und dann sagt er es noch einmal. Zur besten Sendezeit, in Millionenauflage, mit Push-Benachrichtigung aufs Smartphone.<\/p><p>&bdquo;Man darf ja nichts mehr sagen&ldquo;, d&uuml;rfte inzwischen der meistgesagte Satz der Republik sein. Zensiert? Ach was. Das sind Zensuropfer mit Dienstwagen und Ferrari, Dissidenten mit Pensionsanspruch, Widerstandsk&auml;mpfer, deren Untergrund ein Glasturm in Berlin-Kreuzberg ist. Und dennoch: Manchmal loten sie ja in der Tat die Grenzen des Sagbaren aus. Aber auch nur im Kulturkampf und in der Sozial- oder Wirtschaftspolitik. Man stelle sich nur einmal vor, die Herren Poschardt, Fleischhauer oder Blome w&uuml;rden in au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Fragen gegen den Strom schwimmen. W&uuml;rde der Israel-Fan Ulf Poschardt den V&ouml;lkermord in Gaza beklagen, k&ouml;nnte er sich die Leasingraten f&uuml;r seinen Zweit-Ferrari sicher bald nicht mehr leisten. W&uuml;rde das Atlantikbr&uuml;cken-Mitglied Fleischhauer die Aufr&uuml;stungsorgien brandmarken, w&auml;r&rsquo;s das wohl mit der Chefredaktion beim <em>Focus<\/em>. Und Nikolaus Blome von <em>RTL<\/em> w&uuml;rde wohl vom Ressortleiterb&uuml;ro f&uuml;r Politik ins Dschungelcamp bef&ouml;rdert, wenn er die deutsche Unterst&uuml;tzung der Ukraine vor den Kameras kritisieren w&uuml;rde. Gratismut und Gratisrebellentum &ndash; stets im Korridor des konservativ-reaktion&auml;ren Mainstreams &ndash; sind es, die unsere publizistischen Wutb&uuml;rger auszeichnen.<\/p><p>Wer in diesem Land tats&auml;chlich ausgeladen, ausgegrenzt und an den Rand gedr&auml;ngt wird, wei&szlig; man auch. Es sind nicht die Kolumnisten, die voller Furor gegen Lastenr&auml;der anschreiben. Es sind diejenigen, die Aufr&uuml;stung infrage stellen, die von Verhandlungen statt Waffenlieferungen sprechen, die auf die Verm&ouml;genskonzentration hinweisen. F&uuml;r die gibt es keine Kolumne bei Springer, keinen Stammplatz bei Lanz und schon gar keinen Pressepreis. Ihnen wird nicht widersprochen, ihnen wird das Mikrofon gar nicht erst hingehalten. Das ist die Cancel Culture, &uuml;ber die unsere Wutb&uuml;rger mit Presseausweis seltsamerweise nie schreiben. Wahrscheinlich, weil sie selbst daran mitwirken.<\/p><p><strong>Thesen aus der Mikrowelle<\/strong><\/p><p>Nun k&ouml;nnte man all das ertragen, wenn wenigstens inhaltlich etwas dabei herausk&auml;me. Ein kluger Konservativer ist ein Gewinn f&uuml;r jede Debatte; man streitet mit ihm und geht kl&uuml;ger nach Hause. Doch das Rezept unserer Wutb&uuml;rger ist von bestechender Schlichtheit: Man nehme das Aufregerthema der Woche &ndash; Heizungsgesetz, Lastenrad, Gendersternchen, Veggie-Day &ndash;, f&uuml;ge ein kokettes &bdquo;man wird ja wohl noch sagen d&uuml;rfen&ldquo; hinzu, garniere das Ganze mit etwas Spott &uuml;ber die Gr&uuml;nen oder die Linken und serviere es lauwarm. Drei Minuten bei 800 Watt. Fertig ist die Kolumne.<\/p><p>Was man darin vergeblich sucht: eine Zahl zur Lohnquote, einen Gedanken zu den Mieten, die halbe Monatsl&ouml;hne verschlingen, eine Zeile zur Frage, warum in einem der reichsten L&auml;nder der Welt Rentner Flaschen sammeln. Taucht doch einmal eine Zahl auf, dann ist es garantiert die Staatsquote. Die sozialen Fragen dieses Landes kommen bei ihnen nur als Bedrohung vor &ndash; f&uuml;r den Standort, f&uuml;r die Leistungstr&auml;ger, f&uuml;r den Ferrari in der Garage.<\/p><p>Den Begriff &bdquo;Wutb&uuml;rger&ldquo; hat der <em>Spiegel<\/em> einst f&uuml;r die Gegner von Stuttgart 21 erfunden, um sie zu diskreditieren. Man h&auml;tte ihn besser f&uuml;r die eigene Branche reserviert. Denn wer diese Texte liest, gewinnt den Eindruck von traurigen, verbitterten M&auml;nnern, die mit sich und ihrem Leben nicht mehr klarkommen, weil sich die Welt nicht mehr nach ihnen richtet. Fr&uuml;her war mehr Lametta, mehr Verbrenner und mehr Respekt vor dem Mann mit Einstecktuch. Heute fahren junge Leute Fahrrad und lesen nicht einmal mehr die <em>Welt<\/em>. Das muss man erst einmal verkraften.<\/p><p><strong>Ein Vorschlag zur G&uuml;te: Seniorenstift &bdquo;Schwarzer Kanal&ldquo;<\/strong><\/p><p>Daher ein konstruktiver Vorschlag, ganz im Sinne der Herren, die ja stets L&ouml;sungen statt Probleme fordern. Gebt ihnen ein Altersheim. Ein sch&ouml;nes, versteht sich &ndash; am Tegernsee oder auf Sylt, mit Blick auf die Yachten. Nennen wir es Seniorenstift &bdquo;Schwarzer Kanal&ldquo;, in liebevoller Erinnerung an Karl-Eduard von Schnitzler und Fleischhauers gleichnamige Spiegel-Kolumne.<\/p><p>Jeder Bewohner bekommt einen Rollator von Ferrari oder Porsche. Poschardt nat&uuml;rlich den 911er unter den Gehhilfen, mit Heckantrieb, Sportauspuff und Sitzheizung. Ein Tempolimit gibt es auf den Fluren nicht, das w&auml;re ja Bevormundung. Auf dem Speiseplan steht t&auml;glich Schnitzel, einen Veggie-Day lehnt die Heimleitung kategorisch ab. Die Zeitungen im Lesesaal enthalten ausschlie&szlig;lich die eigenen Texte.<\/p><p>Herzst&uuml;ck der Einrichtung ist der Gemeinschaftsraum. Dort steht eine Kamera-Attrappe, deren rotes L&auml;mpchen zuverl&auml;ssig leuchtet. Jeden Morgen um zehn beginnt die Talkrunde. Blome moderiert, Fleischhauer warnt vor der Gesinnungsdiktatur, Poschardt erkl&auml;rt den Untergang des Abendlandes am Beispiel eines Lastenrads, das er am Vortag im Prospekt eines Sanit&auml;tshauses gesehen hat. Man ist sich einig, man ist emp&ouml;rt, man ist mutig. Und die Kamera nimmt nichts auf. Gar nichts. Den ganzen Tag d&uuml;rfen sie geifern, ohne dass der Rest der Welt davon Notiz nimmt. Und abends bleibt vielleicht noch ein wenig Zeit, die Enten zu f&uuml;ttern.<\/p><p>Eine kleine Pointe hat das Ganze noch: Die Pflegekr&auml;fte werden nach Tarif bezahlt, mit Betriebsrat und 35-Stunden-Woche. Finanziert wird das Heim aus der gesetzlichen Rente und der Pflegeversicherung, beides solidarisch umlagefinanziert &ndash; also genau aus jenen Systemen, die unsere Bewohner jahrzehntelang f&uuml;r unfinanzierbar erkl&auml;rt haben. Am Ende f&auml;ngt sie ausgerechnet der Sozialstaat auf, den sie so ausdauernd beschimpft haben. Das ist keine Rache. Das ist Solidarit&auml;t. Sie gilt n&auml;mlich auch f&uuml;r jene, die sie nie verstanden haben.<\/p><p><strong>Und drau&szlig;en? Drau&szlig;en w&auml;re die Welt ein wenig ertr&auml;glicher. Ziehen wir den Stecker<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich wird es dieses Altersheim nicht geben. Und ehrlicherweise w&auml;re damit auch wenig gewonnen. Fleischhauer, Blome und Poschardt sind nicht die Ursache, sie sind das Symptom. Sie sind austauschbar, und genau das ist das Problem. Solange eine Handvoll Verlage und Milliard&auml;rsfamilien bestimmt, wer in diesem Land Meinung machen darf, wachsen die Nachfolger schon in den Volont&auml;rsjahrg&auml;ngen heran &ndash; j&uuml;nger, glatter und mit eigenem Podcast.<\/p><p>Die Kamera-Attrappe gibt es aber schon heute, wir m&uuml;ssen sie nur benutzen. Sie hei&szlig;t Aufmerksamkeit, und sie geh&ouml;rt uns. Jeder Klick auf den n&auml;chsten Emp&ouml;rungstext, jedes w&uuml;tende Teilen, jedes &bdquo;Hast du gelesen, was der schon wieder geschrieben hat?&ldquo; l&auml;sst das rote L&auml;mpchen leuchten. Lassen wir sie geifern &ndash; aber h&ouml;ren wir nicht mehr hin. Und f&uuml;r echte Meinungen und seri&ouml;se Kritik am Kulturkampf von links wie von rechts gibt es schlie&szlig;lich auch die <em>NachDenkSeiten<\/em>.<\/p><p><small>Titelbild: ChatGPT, erstellt mit k&uuml;nstlicher Intelligenz<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/a6f7ed650fea43369eb229d333413a38\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neulich beim Fris&ouml;r. Auf dem Tischchen, zwischen einer zerfledderten &bdquo;Landlust&ldquo; und Bl&auml;ttern wie &bdquo;Frau im Koma&ldquo;, lag ein <em>Focus<\/em>. Ich habe den Fehler gemacht, ihn aufzuschlagen. Jan Fleischhauer erkl&auml;rte mir dort, wovor ich mich zu f&uuml;rchten habe &ndash; vor Lastenr&auml;dern, glaube ich, oder vor den nun drohenden Enteignungen durch die rot-rot-gr&uuml;nen &bdquo;Kommunisten&ldquo; in Berlin; vielleicht<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=158129\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":158130,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[183,11],"tags":[1513,572,1575],"class_list":["post-158129","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienkritik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-blome-nikolaus","tag-fleischhauer-jan","tag-poschardt-ulf"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/261028_Poschardt.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/158129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=158129"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/158129\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":158142,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/158129\/revisions\/158142"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/158130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=158129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=158129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=158129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}