{"id":158235,"date":"2026-10-30T09:00:54","date_gmt":"2026-10-30T08:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=158235"},"modified":"2026-10-30T09:03:05","modified_gmt":"2026-10-30T08:03:05","slug":"franzoesische-verhaeltnisse-aber-gerne-doch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=158235","title":{"rendered":"Franz\u00f6sische Verh\u00e4ltnisse!? Aber gerne doch &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Angesichts der bundesweiten Sch&uuml;ler- und Studentenproteste am Sonnabend malen Politik, Medien und Sicherheitsbeh&ouml;rden den Teufel an die Wand. Es drohten linksextremistische Unterwanderung und Gewaltausbr&uuml;che wie zuletzt in Paris. Hinweise gibt es daf&uuml;r laut Bundesinnenministerium keine. Aber Angst sollte man trotzdem haben. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nErleben wir am Wochenende franz&ouml;sische Verh&auml;ltnisse in Deutschland? Ein bisschen wirkt es so, als w&uuml;nschten sich Politik, Medien und Sicherheitsbeh&ouml;rden genau das herbei. Also die Version, f&uuml;r die der Begriff neuerdings steht: Randale, Zerst&ouml;rung, Blut. Was geht da ab? Eine bis dato praktisch nicht in Erscheinung getretene Gruppierung ruft zu Protesten gegen Bildungs- und Sozialabbau sowie die allgemeine Kriegsert&uuml;chtigung auf &ndash; und aus allen Kan&auml;len schallt Alarm: Am Samstag fliegen Steine!<\/p><p>Eine kleine Zitatsammlung:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Gewaltbereite extremistische Strukturen m&uuml;ssen fr&uuml;hzeitig erkannt und konsequent gestoppt werden, unabh&auml;ngig davon, aus welchem politischen oder ideologischen Lager sie kommen.&ldquo; &ndash; Joachim Herrmann (CSU), Innenminister in Bayern\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Der Tag wird zum Anlass genommen, um Dinge gezielt aus dem Ruder laufen zu lassen.&ldquo; &ndash; Jan Redmann (CDU), Innenminister in Brandenburg\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Protest ist ein Grundrecht und das ist auch gut so. Gewalt ist es aber nicht.&ldquo; &ndash; Manuel Hagel (CDU), Innenminister im Baden-W&uuml;rttemberg\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Man muss die Gefahr sehr ernst nehmen, dass die angek&uuml;ndigten friedlichen Jugendproteste auch in Deutschland durch linksextreme Kr&auml;fte, Teile des migrantischen Milieus und Kriminelle vereinnahmt werden k&ouml;nnen.&ldquo; &ndash; Alexander Throm (CDU), innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Wir k&ouml;nnten im schlimmsten Fall in mehreren St&auml;dten Deutschlands und Europas gleichzeitig und digital gesteuert von mehreren Seiten gewaltbereite Mobilisierung erfahren. (&hellip;) In muslimischen Communitys wird sich in Signal- und Telegram-Gruppen verabredet, die St&auml;dte in Schutt und Asche zu legen, Angriffe und Brandstiftung zu begehen. Die Leute sagen: &sbquo;Das macht uns Angst.&lsquo;&ldquo; &ndash; Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP)\n<\/p><\/blockquote><p>Angst, ja Angst, besser noch Panik &ndash; darum geht es. Die Frage ist nur: Wer verbreitet die Angst, wer sch&uuml;rt die Panik und warum? Vertreter des Jugendb&uuml;ndnisses namens <a href=\"https:\/\/genz-regelt.de\/\">&bdquo;Gen Z regelt&ldquo;<\/a>, das zu den Demonstrationen am 31. Oktober in &uuml;ber 30 St&auml;dten aufruft, betonen gebetsm&uuml;hlenartig, friedlich und gewaltlos protestieren zu wollen. &bdquo;Gewalt gegen Menschen oder Sachen widerspricht allem, wof&uuml;r wir stehen, und entspricht in keiner Weise unseren Erwartungen&ldquo;, hei&szlig;t es in einer <a href=\"https:\/\/genz-regelt.de\/assets\/dokumente\/erklaerung-gen-z-regelt.pdf\">Erkl&auml;rung<\/a>.<\/p><p><strong>Neue Cyber-RAF?<\/strong><\/p><p>Warum man sich schon im Vorfeld der Ereignisse f&uuml;r diese Verlautbarung entschieden habe, wollte die <em>Tageszeitung (taz) <\/em>von Akram Selo wissen, 18 Jahre alt, Abiturient und ein Sprecher der Initiative. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Jugendproteste-Wer-ist-Gen-Z-regelt-und-was-wollen-sie\/!6225282\/\">Seine Antwort<\/a>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass die Medien uns vorwerfen, dass unser Ziel Krawalle sind und wir das so machen wollen, wie in Frankreich, deswegen mussten wir uns distanzieren, weil wir nichts unterstellt bekommen wollen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Selo steht im Impressum der Webseite, die zugeh&ouml;rige Adresse hat sich mehrmals ge&auml;ndert. Jetzt ist Altendorf in der Schweiz angegeben. Messerscharf konstruieren deutsche Qualit&auml;tsmedien wie die <em>Berliner Morgenpost<\/em> daraus konspirative Strukturen. Sie stie&szlig; auf eine Firma mit dem Gesch&auml;ftsmodell, <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/article413518069\/unbekannte-organisatoren-zweifelhafte-struktur-die-proteste-von-gen-z-regelt.html\">&bdquo;ladungsf&auml;hige Adressen f&uuml;r Impressen zur Verf&uuml;gung zu stellen&ldquo;<\/a> &ndash; also quasi Fake-Anschriften. Das war offenbar ein Volltreffer, aber eher kein Beweis f&uuml;r die Bildung einer neuen Cyber-RAF. Das m&uuml;sse man verstehen, so Selo gegen&uuml;ber der <em>taz<\/em>, &bdquo;wir sind junge Leute, m&ouml;chten auch irgendwo unsere Privatsph&auml;re sch&uuml;tzen, uns auch vor Leuten sch&uuml;tzen, die unsere Bewegung vielleicht nicht so feiern&ldquo;.<\/p><p><strong>Krieg nach innen<\/strong><\/p><p>Davon gibt es reichlich &ndash; vorneweg die Gralsh&uuml;ter von Recht und Ordnung. Die Junge Union (JU) lieb&auml;ugelte am Dienstag mit Krieg nach innen, bevor auch nur eine Scheibe zu Bruch gegangen ist. Paris habe gezeigt, was Hasser der freiheitlichen, demokratischen Welt anrichteten, postete der CDU-Nachwuchs auf <em>Instagram<\/em> und weiter: &bdquo;Wir fordern, vorsorglich die Bundeswehr zur Verteidigung unserer freiheitlichen Ordnung hinzuzuziehen. Um Terror wie in Paris zu verhindern.&ldquo;<\/p><p>Das sei <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=158101\">&bdquo;bemerkenswert&ldquo;<\/a>, befand Marcus Kl&ouml;ckner dazu auf den <em>NachDenkSeiten<\/em>: &bdquo;Die Jungunionisten schlie&szlig;en sich nicht etwa dem politischen Anliegen der Sch&uuml;ler an. (&hellip;) Sie setzen einem Protest gegen die Militarisierung die Militarisierung entgegen.&ldquo;<\/p><p>Der Punkt &bdquo;Wehrpflicht und Musterung: Wir sollen f&uuml;r Kriege ausgebildet werden, &uuml;ber die wir nie mitentschieden haben&ldquo;, ist nur einer unter mehreren, weswegen &bdquo;Gen Z regelt&ldquo; auf Deutschlands Stra&szlig;en und Pl&auml;tze mobilisiert. Im <a href=\"https:\/\/genz-regelt.de\/assets\/dokumente\/positionspapier-gen-z-regelt.pdf\">Positionspapier<\/a> finden sich au&szlig;erdem: Kaputt gesparte Schulen und Hochschulen, &bdquo;steigende Lebenshaltungskosten&ldquo;, &bdquo;ungerechte Lastenverteilung&ldquo;, &bdquo;mehr &Uuml;berwachung&ldquo; und &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo;.<\/p><p>Aber so &bdquo;berechtigt&ldquo; diese Anliegen der jungen Menschen auch sein m&ouml;gen, wie Politik und Medien pflichtschuldig verk&uuml;nden, so wenig gebe das ihnen das Recht, daf&uuml;r Barrikaden zu errichten, Stra&szlig;en zu blockieren und Chaos zu verbreiten. So als w&auml;re das alles schon passiert. Nie in der Geschichte der Bundesrepublik hat eine Bewegung, die sich noch gar nicht in Bewegung gesetzt hat, so viel Wirbel ausgel&ouml;st &ndash; nicht die Studentenbewegung, nicht die APO, nicht die Anti-AKW-Bewegung.<\/p><p><strong>Schlapph&uuml;te auf Zack<\/strong><\/p><p>Und nie wurde eine Gruppierung noch vor ihrem ersten echten &ouml;ffentlichen Auftritt so diffamiert, kriminalisiert und ver&auml;chtlich gemacht. Die Rote Armee Fraktion (RAF) musste immerhin zuerst ein paar Banken &uuml;berfallen und in Kaufh&auml;usern z&uuml;ndeln, bis die Staatsmacht auf sie aufmerksam wurde. Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) durfte sogar &bdquo;v&ouml;llig unbehelligt&ldquo; (beziehungsweise unter mutma&szlig;licher Beobachtung und mit mutma&szlig;licher Zuarbeit von Schlapph&uuml;ten) zehn Morde begehen, um erst Jahre sp&auml;ter &bdquo;&uuml;berf&uuml;hrt&ldquo; zu werden.<\/p><p>Heutzutage aber ist das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz so auf Zack, den Teufel einer &bdquo;m&ouml;glichen&ldquo; Instrumentalisierung der Jugendproteste durch linksextremistische Gruppen an die Wand zu malen, obwohl noch keine einzige Straftat dokumentiert ist. Denn es geh&ouml;re zur bekannten Vorgehensweise linksextremistischer Akteure, &bdquo;vorhandene und legitime demokratische Diskurse zu beeinflussen, diese um ihre ideologischen Positionen zu erg&auml;nzen und gesellschaftlichen Protest zu radikalisieren&ldquo;, gab die Beh&ouml;rde am Mittwoch zum Besten. Sorgen bereiteten daneben auch &bdquo;Gruppierungen aus dem auslandsbezogenen Extremismus&ldquo;. Aber noch am selben Tag lie&szlig; das Bundesinnenministerium wissen, dass den Sicherheitsbeh&ouml;rden <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/proteste-an-halloween-verfassungsschutz-warnt-vor-linksextremisten--ministerium-sieht-bisher-keine-gewaltaufrufe-16208480.html\">&bdquo;keine weitergehenden Erkenntnisse zu geplanten gewaltt&auml;tigen Ausschreitungen im Zusammenhang der Demonstrationen und Versammlungen vorliegen&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Friedlich und gewaltfrei blieben am Mittwoch &uuml;brigens auch die ersten Protestaktionen der &bdquo;Generation Z&ldquo;, etwa in Berlin an der Freien Universit&auml;t (FU) oder an der Hochschule f&uuml;r Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg. &bdquo;In verschiedenen europ&auml;ischen L&auml;ndern lehnt sich die Jugend gegen die Krise des Kapitalismus auf&ldquo;, zitierte <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/532380.jugendproteste-gen-z-legt-los.html\"><em>junge Welt<\/em><\/a> einen FU-Studenten. Es sei an der Zeit, diese Bewegung an die Unis zu tragen und mit m&ouml;glichst vielen Kommilitonen und Kollegen den Kampf gegen K&uuml;rzungen und Kriegsvorbereitungen zu organisieren.<\/p><p><strong>Agents Provocateur<\/strong><\/p><p>Genau das ist es, was den M&auml;chtigen Angst bereitet. Dass sich die durch ein pervertiertes Wirtschaftssystem Bedr&auml;ngten zusammentun, um sich gegen ihre missliche Lage, gegen Ausbeutung und Unterdr&uuml;ckung zur Wehr zu setzen. Jens Berger hat die Situation in Frankreich und die gesellschaftlichen Hintergr&uuml;nde j&uuml;ngst sehr treffend analysiert. Nicht ganz zutreffend ist der Titel seines Beitrags: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=157818\">&bdquo;Die Jugend rebelliert &ndash; und die Eliten verstehen die Welt nicht mehr&ldquo;<\/a>. Insgeheim wissen die Eliten sehr wohl, warum Menschen gegen die Verh&auml;ltnisse aufbegehren. Sie wollen blo&szlig; nichts an den Verh&auml;ltnissen &auml;ndern.<\/p><p>Und deshalb verunglimpfen sie franz&ouml;sische Verh&auml;ltnisse mit dem Rubrum &bdquo;Gewaltexzesse&ldquo;, die die Sicherheitskr&auml;fte mitunter durch das Einschleusen von als Demonstranten verkleideten Provokateuren erst anfachen. Entsprechende Anschuldigungen erhob zuletzt selbst Jean-Luc M&eacute;lenchon, Spitzenkandidat der franz&ouml;sischen Linkspartei La France insoumise (Unbeugsames Frankreich). Wie er auf <em>X<\/em> erkl&auml;rte, seien Zivilpolizisten beim Steinewerfen auf ihre gepanzerten Kollegen gesehen worden. &Uuml;berall dort, wo keine Polizisten seien, herrschten &bdquo;Ruhe und gute Stimmung&ldquo;. Passend dazu wurde auf <em>X<\/em> ein wahrscheinlich in Paris aufgenommenes <a href=\"https:\/\/x.com\/Shanna__Bylka\/status\/2111944193040130527\">Video<\/a> verbreitet, das zwei &bdquo;szenetypisch&ldquo; schwarz Vermummte zeigt, wie sie unter den Augen von Einsatzkr&auml;ften seelenruhig zu einem Polizeiauto mit blinkendem Blaulicht schlendern, etwas aus dem Kofferraum holen und wieder von dannen ziehen.<\/p><p><strong>Haltet Euch fern!<\/strong><\/p><p>Das soll nicht hei&szlig;en, dass nur die franz&ouml;sische Staatsmacht Krawall macht. Sie macht aber augenscheinlich mit, um legitimen Protest zu delegitimieren. Das Pendant dazu erleben wir dieser Tage in Deutschland mit der Verbreitung eines Narrativs, das besagt: Wer gegen deutsche Verh&auml;ltnisse auf die Stra&szlig;e geht, muss dazu von &bdquo;extremistischen Splittergruppen&ldquo; oder &bdquo;ausl&auml;ndischen M&auml;chten&ldquo; aufgehetzt worden sein. Deshalb, liebe B&uuml;rger: Haltet Euch blo&szlig; fern!<\/p><p>Leider k&ouml;nnte das Kalk&uuml;l aufgehen. Unter dem medialen Druck zeigen sich inzwischen erste Aufl&ouml;sungserscheinungen bei &bdquo;Gen Z regelt&ldquo;. Am Sonntag hat Bundessprecher Gianni Matheja sein Amt niedergelegt. Inzwischen k&auml;men unter dem Namen unterschiedliche Gruppen zusammen, &bdquo;deren Vorstellungen &uuml;ber Ziele und Formen des Protests auseinandergehen&ldquo;, begr&uuml;ndete er den Schritt. &bdquo;Einen gemeinsamen friedlichen Rahmen sehe ich unter diesen Umst&auml;nden nicht mehr ausreichend abgesichert&ldquo;, verbreitete er bei <em>Instagram<\/em>. Dazu berichtete der <em>Tagesspiegel<\/em> von strukturellen Problemen und organisatorischem &bdquo;Wirrwarr&ldquo; in der Hauptstadt und in Frankfurt (Main) und schloss daraus: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/berliner-gen-z-protest-implodiert-einzige-verbleibende-demo-organisatorin-soll-48-jahre-alt-sein-16205796.html\">&bdquo;Berliner &sbquo;Gen Z&lsquo;-Protest implodiert.&ldquo;<\/a><\/p><p><strong>Komische Systemfeinde<\/strong><\/p><p>Vor allem distanzieren sich potenziell wichtige Mitstreiter wie die Bundessch&uuml;lerkonferenz (BSK). Man sehe &bdquo;aufgrund undurchsichtiger Organisationsstrukturen die Gefahr, dass die ernstzunehmenden Anliegen junger Menschen zum Spielball politischer Instrumentalisierung und Polarisierung werden k&ouml;nnen&ldquo;, hei&szlig;t es in einer <a href=\"https:\/\/bsk-bund.de\/distanzierung-von-den-proteste-am-31-10-2026\/\">Medienmitteilung<\/a>. Und: &bdquo;Wir glauben nicht, dass Gewalt eine L&ouml;sung ist, lehnen sie deswegen ab und verurteilen ihren Einsatz.&ldquo; Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stellt sich zwar hinter die bildungspolitischen Positionen der Initiative, legt aber Wert auf die Feststellung, <a href=\"https:\/\/www.gew.de\/presse\/pressemitteilungen\/detailseite\/gew-in-bildung-investieren-statt-weiter-bei-der-jungen-generation-kuerzen\">&bdquo;ausschlie&szlig;lich gewaltfreie, demokratische und diskriminierungsfreie Protestformen&ldquo;<\/a> zu unterst&uuml;tzen. &bdquo;Hinweise auf m&ouml;gliche Vereinnahmungsversuche extremistischer und gewaltbereiter Gruppen&ldquo; m&uuml;ssten &bdquo;ernst genommen&ldquo; werden.<\/p><p>Man wundert sich, wer diese und was das f&uuml;r &bdquo;Linksextremisten&ldquo; sind, die beim seit Langem ersten Anschein breiteren gesellschaftlichen Unmuts gegen das &bdquo;verhasste Schweinesystem&ldquo; zum Pflasterstein greifen wollen und so den zarten Trieb einer vielleicht ja sogar antikapitalistischen Bewegung gleich wieder zertrampeln. Und damit genau das tun, was Bayerns Innenminister Herrmann verlangt: &bdquo;Wir m&uuml;ssen in Deutschland alles daran setzen, vergleichbare Tendenzen (wie in Frankreich) bereits im Keim zu ersticken.&ldquo; Nun ja, Doofis und Chaoten gibt es hierzulande genug. Fragt sich nur, in welchem Auftrag sie spalten.<\/p><p><strong>Schwere Kost<\/strong><\/p><p>Warten wird den morgigen Samstag ab. &bdquo;Gen Z regelt&ldquo; rechnet mit bundesweit &uuml;ber 150.000 Demoteilnehmern. Das h&auml;tte, im deutschen Rahmen, durchaus schon etwas von &bdquo;franz&ouml;sischen Verh&auml;ltnissen&ldquo;. Die waren in ihren Urspr&uuml;ngen und &uuml;ber Jahrhunderte hinweg Ausdruck daf&uuml;r, dass Menschen sich gemeinsam gegen Unrecht und Bevormundung erheben. Das ist etwas Gutes, wie ein kr&auml;ftiger Rotwein zu K&auml;se und Wei&szlig;brot. Nicht f&uuml;r die herrschenden Eliten, die wollen den B&uuml;rgern den Appetit verderben. Nur ein einziger Pflasterstein k&auml;me da gerade recht.<\/p><p><small>Titelbild: Igor Normann \/ Shutterstock<\/small><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/5d7d992c7778452190a800a2ddef87d4\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts der bundesweiten Sch&uuml;ler- und Studentenproteste am Sonnabend malen Politik, Medien und Sicherheitsbeh&ouml;rden den Teufel an die Wand. Es drohten linksextremistische Unterwanderung und Gewaltausbr&uuml;che wie zuletzt in Paris. Hinweise gibt es daf&uuml;r laut Bundesinnenministerium keine. Aber Angst sollte man trotzdem haben. 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