{"id":158364,"date":"2026-11-02T10:00:59","date_gmt":"2026-11-02T09:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=158364"},"modified":"2026-11-02T11:19:03","modified_gmt":"2026-11-02T10:19:03","slug":"guten-abend-aus-beirut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=158364","title":{"rendered":"\u201eGuten Abend aus Beirut\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die deutsche Entwicklungshilfeministerin Alabali Radovan hat erneut dem Libanon einen Besuch abgestattet. Mit Einsatzwagen f&uuml;r den libanesischen Zivilschutz im Hintergrund fasste sie die Stationen ihres Besuches in einem <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/bmz_bund\/reel\/DfH5KtduLa4\/\">Instagramauftritt<\/a> &bdquo;Guten Abend aus Beirut&ldquo; zusammen und kam zu dem Schluss: &bdquo;Die Stabilit&auml;t im Libanon ist wichtig f&uuml;r die Region und auch f&uuml;r uns in Europa.&ldquo; Von <strong>Karin Leukefeld<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Vorbemerkung:<\/em><\/p><p><em>Die alte koloniale Ordnung zwischen dem &ouml;stlichen Mittelmeer und der Persischen Golfregion zerbricht. Der US-israelische Krieg gegen Iran im Juni 2025 und Februar\/Mai 2026 &ndash; hat nicht zur Zerst&ouml;rung des Iran gef&uuml;hrt, sondern im Gegenteil, der Iran hat regional an Bedeutung gewonnen. Die USA und Israel drohen mit einem dritten Krieg. Die EU warnt vor den wirtschaftlichen Folgen. Alle L&auml;nder der Region sind von den Entwicklungen betroffen und suchen nach neuen Wegen und Partnerschaften. EU und NATO wollen Kontrolle und Einfluss ausbauen und haben eigene Pl&auml;ne.<\/em><\/p><p><em>Die Autorin hat zwei Artikel dar&uuml;ber verfasst, wie sich die deutsche Au&szlig;enpolitik in den direkten Nachbarl&auml;ndern Israels &ndash; Libanon und Syrien &ndash; positioniert. Zun&auml;chst geht es um deutsche und EU-Pl&auml;ne im Libanon. In einem Folgeartikel wird das Instrument der &bdquo;Soft Power&ldquo; vorgestellt und die &uuml;bergeordneten Ziele von Deutschland, EU und NATO er&ouml;rtert. <\/em><\/p><p><strong>Der gro&szlig;e Geber<\/strong><\/p><p>Alabali Radovan war am 28. Oktober in den Libanon gereist, um sich ein &bdquo;Bild von der Lage der Menschen, den Folgen der milit&auml;rischen Auseinandersetzungen im S&uuml;den und vom Stand der Reformen der libanesischen Regierung&ldquo; zu machen. Deutschland unterst&uuml;tze den Weg der Reformen, hie&szlig; es in der <a href=\"https:\/\/www.bmz.de\/de\/aktuelles\/aktuelle-meldungen\/261028-libanon-330482\">Presseerkl&auml;rung<\/a> des bundesdeutschen Ministeriums f&uuml;r wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit. &bdquo;Bessere Regierungsf&uuml;hrung, mehr Transparenz und Rechenschaft, verl&auml;ssliche Grundversorgung sowie eine sozial gerechtere Politik&ldquo; seien &bdquo;zentrale Bausteine f&uuml;r einen Neustart&ldquo;, so Radovan. Deutschland werde den Libanon auf diesem Weg weiter begleiten.<\/p><p>Vermutlich mitreisende Pressevertreter des Entwicklungsministeriums in Berlin ver&ouml;ffentlichten bei <em>Instagram<\/em> eine <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DfHbRJbjlD9\/\">Fotostrecke<\/a>, die Ortstermine im Libanon und Gespr&auml;chspartner zeigt: Pr&auml;sident Joseph Aoun, Ministerpr&auml;sident Nawaf Salam, Parlamentssprecher Nabi Berri standen auf dem Besuchsprogramm. In einer von UNICEF und der EU auch mit deutschen Hilfsgeldern unterst&uuml;tzten Schule in Saida traf sie mit Sch&uuml;lerinnen, Sch&uuml;lern und Lehrpersonal zusammen. Begleitet wurde sie von der libanesischen Bildungsministerin Rima Karami. Bei einem Besuch des libanesischen Zivilschutzes erhielt sie Einblick in die praktische und theoretische Ausbildung, schlie&szlig;lich begutachtete sie von der Bundesrepublik finanzierte Einsatzwagen und schweres Ger&auml;t, mit dem der Zivilschutz Menschenleben rette, so die Ministerin. &bdquo;It looks very German&ldquo; (Es sieht sehr deutsch aus), kommentierte Radovan beim Anblick des von Deutschland finanzierten Materials in einem von der <em>Deutschen Welle (DW englisch)<\/em> &uuml;ber <em>Instagram<\/em> ver&ouml;ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/reel\/DfI2MYYj15w\/\">Video.<\/a> Im DW-Text wird erl&auml;utert: &bdquo;Deutschland ist der gr&ouml;&szlig;te bilaterale Geber&ldquo; des Libanon.<\/p><p>Bereits Anfang Juni dieses Jahres hatte Radovan eine Reise in den Libanon geplant, die aber aus Sicherheitsgr&uuml;nden kurzfristig abgebrochen worden war. Damals hatte die Bundesregierung der libanesischen Regierung Unterst&uuml;tzung in H&ouml;he von <a href=\"https:\/\/live.deutsche-boerse.com\/nachrichten\/Entwicklungsministerin-Radovan-sagt-Libanon-weitere-Hilfen-zu-321d3f08-651f-4bf5-aeed-22e84a9b7d60\">20 Millionen Euro<\/a> zugesichert. 10 Millionen Euro sollen &uuml;ber das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und das Bildungsministerium den Bildungssektor st&auml;rken, 10 Millionen Euro sind f&uuml;r den lokalen Wiederaufbau gedacht. Dieses Geld sollte &uuml;ber das UN-Entwicklungsprogramm UNDP verteilt werden. Welche finanzielle Unterst&uuml;tzung Radovan bei dem Besuch Ende Oktober zugesagt hat und &uuml;ber welchen Kooperationspartner das Geld im Libanon verteilt werden soll, wurde bisher nicht bekannt (Stand 1.11.2026).<\/p><p><strong>Die Bundesregierung will Reformen im Libanon<\/strong><\/p><p>In einem Artikel der Tageszeitung <em>Die Welt<\/em> wird &uuml;ber den Libanon-Besuch der deutschen Ministerin unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6ae450fae6383048f41d3aaf\/libanon-wo-deutschland-auf-ziemlich-verlorenem-posten-steht.html\">&bdquo;Libanon, wo Deutschland auf verlorenem Posten steht&ldquo;<\/a> berichtet. Der Artikel basiert auf den besonderen Einblicken einer mitreisenden Reporterin des <a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/newsletter\/berlin-playbook\/auf-heikler-mission-im-libanon\/\">&bdquo;Berlin Playbook&ldquo; bei <em>Politico<\/em><\/a>, das zu lesen ist, wenn man sich dort registriert. Der Welt-Artikel macht deutlich, wie eng deutsches Engagement im Libanon mit den Entwicklungen in Israel und dortigen Interessen verkn&uuml;pft ist. W&auml;hrend im Juli 2024 der deutsche Bundesnachrichtendienst <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nahost-hisbollah-kreise-bnd-vizepraesident-zu-gespraechen-in-beirut-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240702-930-161343\">BND noch zum Gespr&auml;ch mit der Hisbollah<\/a> nach Beirut reiste, richtet sich das deutsche Engagement heute im Libanon eindeutig gegen die Organisation. Die Hisbollah vertritt zusammen mit der Amal-Bewegung die schiitisch-muslimische Bev&ouml;lkerung im Libanon. Das politische System des Landes ist konfessionell, also gem&auml;&szlig; religi&ouml;ser Zugeh&ouml;rigkeit organisiert. Hisbollah ist &ndash; im B&uuml;ndnis mit Amal und anderen Parteien &ndash; mit Abgeordneten im libanesischen Parlament vertreten und stellte wiederholt auch Minister.<\/p><p>Die Bundesregierung will nun &bdquo;Reformen&ldquo; der Regierung von Joseph Aoun unterst&uuml;tzen, der unter Druck der US-Administration in aussichtslosen Gespr&auml;chen mit Israel steckt. Die libanesische Regierung fordert &ndash; wie die Hisbollah und die libanesische Bev&ouml;lkerung &ndash; den R&uuml;ckzug der israelischen Besatzungsarmee, die weit in den S&uuml;den des Landes vorger&uuml;ckt ist. Israel will dort eine &bdquo;Pufferzone&ldquo; zum Schutz Israels durchsetzen. Wie der israelische <a href=\"https:\/\/today.lorientlejour.com\/article\/1500328\/israel-instructed-to-accelerate-the-demolition-of-lebanese-homes-in-frontline-villages-minister-says.html\">Verteidigungsminister Israel Katz<\/a> wiederholt erkl&auml;rt hat, soll der S&uuml;dlibanon &bdquo;aussehen wie Beit Hanoun und Rafah&ldquo; und dem Erdboden gleichgemacht werden. Die Libanesen fordern, gesch&uuml;tzt zu werden oder sich sch&uuml;tzen zu k&ouml;nnen gegen die anhaltenden Angriffe der israelischen Armee.<\/p><p>&Uuml;ber Israel spricht Alabali Radovan nicht. Vielmehr will Deutschland, so die Ministerin, die staatlichen Strukturen und die Bildung im Libanon st&auml;rken. &bdquo;Die libanesische Regierung hat jetzt die Chance, auch eine gute Alternative im S&uuml;den f&uuml;r die Menschen zu sein und die Hisbollah auch wirklich wegzudr&auml;ngen&ldquo;, sagte Alabali Radovan laut dem genannten Welt-Artikel im &bdquo;Politico Playbook Podcast&ldquo;. Deutschland wolle die libanesische Regierung in die Lage versetzen, &bdquo;im S&uuml;dlibanon selbst f&uuml;r Alternativen zu sorgen, etwa &uuml;ber staatliche Schulen und Krankenh&auml;user, die nicht mit der Hisbollah verbunden&ldquo; seien. Die Hisbollah habe das Machtvakuum im S&uuml;den daf&uuml;r ausgenutzt, dass sie die Bev&ouml;lkerung mit Krankenh&auml;usern und Schulen versorgt habe. Der Staat m&uuml;sse nun gest&auml;rkt werden, um die Bev&ouml;lkerung selber zu versorgen, schlussfolgert die Welt-Reporterin. Dadurch k&ouml;nne die Hisbollah geschw&auml;cht werden.<\/p><p><strong>Europa investiert in den Libanon<\/strong><\/p><p>Der Besuch der bundesdeutschen Entwicklungshilfeministerin im Libanon steht in engem Zusammenhang mit der Absicht der Europ&auml;ischen Union, im Libanon zu investieren. Seit bekannt ist, dass die rund 10.000 Soldaten starke UN-Friedenstruppe das Land verlassen muss, wirbt der deutsche Au&szlig;enminister Johann Wadephul bei jeder Gelegenheit daf&uuml;r, dass europ&auml;ische, auch deutsche Truppen im Libanon stationiert werden sollen. Die USA und Israel &ndash; mit Unterst&uuml;tzung der Vetom&auml;chte England und Frankreich im UN-Sicherheitsrat &ndash; haben ein Ende der mehr als 40-j&auml;hrigen UN-Friedensmission UNIFIL zum Ende des Jahres 2026 erzwungen. De facto ist der Libanon damit v&ouml;llig schutzlos den expansiven israelischen Truppen &ndash; und Siedlern, die bereits mehrfach versuchten, sich auf s&uuml;dlibanesischem Boden niederzulassen &ndash; ausgeliefert.<\/p><p>Die libanesische Armee ist schwach und wird von Israel immer wieder angegriffen. Auch vor der UN-Friedenstruppe macht die israelische Armee nicht Halt. Mindestens sieben UNIFIL-Soldaten wurden bei israelischen Angriffen im S&uuml;dlibanon seit dem 2. M&auml;rz 2026 get&ouml;tet. Israel bestreitet das und beschuldigt ihrerseits die libanesische Hisbollah. UNIFIL schweigt &uuml;ber die T&auml;ter, <a href=\"https:\/\/english.news.cn\/20260331\/8d5af63e4add40979c38be31c7e50b42\/c.html\">der franz&ouml;sische Au&szlig;enminister allerdings verurteilte<\/a> Ende M&auml;rz 2026 die T&ouml;tung von UN-Blauhelmen und machte Israel verantwortlich. Im UN-Sicherheitsrat kam es zu einem <a href=\"https:\/\/www.google.com\/search?q=French+FM+accuses+Israel+of+killing+Blue+Helmets+in+South+Lebanon&amp;oq=&amp;gs_lcrp=EgZjaHJvbWUqCQgAEEUYOxjCAzIJCAAQRRg7GMIDMgkIARBFGDsYwgMyCQgCEEUYOxjCAzIJCAMQRRg7GMIDMgkIBBBFGDsYwgMyCQgFEEUYOxjCAzIJCAYQRRg7GMIDMgkIBxBFGDsYwgPSAQ0zNzI1OTUwM2owajE1qAIIsAIB&amp;sourceid=chrome&amp;source=chrome.rb&amp;ie=UTF-8\">heftigen Schlagabtausch<\/a> zwischen den Botschaftern beider L&auml;nder.<\/p><p>Die Hisbollah erkl&auml;rt ihr milit&auml;risches Vorgehen gegen die israelischen Truppen mit dem Recht auf Widerstand gegen eine rassistische Besatzungsmacht (d.i. Israel) auf libanesischem Boden. Sie beruft sich dabei auf das humanit&auml;re internationale Recht, die Genfer Abkommen und Zusatzprotokolle (1973). Wiederholt hat die Organisation darauf verwiesen, dass sie die libanesische Armee als die milit&auml;rische Kraft im Libanon sieht, die das Land verteidigen muss. Da die Armee aber milit&auml;risch und von der Ausr&uuml;stung her diese Aufgabe nicht aus&uuml;ben kann, bietet die Hisbollah Kooperation an. Ihre Entwaffnung lehnt die Hisbollah kategorisch ab, &bdquo;solange israelische Truppen&ldquo; das Land besetzt halten. Von den USA, Israel und deren politischen Partnern wird die Hisbollah als &bdquo;Terrororganisation&ldquo; verfolgt.<\/p><p>Einen Tag nach den Parlamentswahlen in Israel, als die amtlichen Endergebnisse noch nicht vorlagen, <a href=\"https:\/\/www.arabnews.com\/middle-east\/hezbollah-says-it-does-not-care-who-governs-israel-3008738\">erkl&auml;rte Naim Qassem<\/a>, Generalsekret&auml;r der Hisbollah, die Organisation sei &bdquo;nicht besorgt&ldquo; &uuml;ber die Wahlergebnisse in Israel. &bdquo;Wir machen uns keine Sorgen dar&uuml;ber, wer Israel regiert, aber es ist ganz klar, dass dieser [Staat] die Besatzung nicht fortsetzen kann und unser Land verlassen muss&ldquo;, sagte Qassem laut <em>AFP<\/em>. &bdquo;Es gibt keinen Raum, die Entwaffnung [der Hisbollah] zu diskutieren, solange die Besatzung und ihre Aggressionen andauern&ldquo;, so Qassem.<\/p><p>Die Hisbollah, die Partei Gottes, war 1982 als Widerstand gegen die israelische Besatzung entstanden. 2000 gelang es der Organisation &ndash; im B&uuml;ndnis mit einer breiten innerlibanesischen nationalen Front &ndash; die israelischen Besatzungstruppen aus dem Land zu vertreiben. Nach dem Krieg 2006, der nach einem Monat mit einem von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand beendet wurde, erlebte der S&uuml;dlibanon bis zum Jahr 2023 einen wirtschaftlichen Aufschwung. Es sei &bdquo;die ruhigste Zeit&ldquo; gewesen, die die Region entlang der &bdquo;Blauen Linie&ldquo;, der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und Libanon, erlebt hatte, wie der langj&auml;hrige <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/libanon-im-visier-zuckerbrot-und-peitsche-fuer-den-zedernstaat\/\">UNIFIL-Sprecher Andrea Tenenti 2025<\/a> im Gespr&auml;ch mit der Autorin sagte.<\/p><p><strong>Eine zivil-milit&auml;rische EU-Mission<\/strong><\/p><p>Nun wird die Region von israelischen Besatzungstruppen kontrolliert und Israel will die Truppen erst dann aus dem Libanon abziehen, wenn die Hisbollah entwaffnet und auch in ihren Strukturen zerschlagen ist. Die Europ&auml;ische Union, allen voran der deutsche Au&szlig;enminister Johann Wadephul, haben das &ndash; durch den UNIFIL-Abzug &ndash; entstehende Vakuum daf&uuml;r genutzt, die eigenen Interessen im Libanon voranzutreiben. Wadephul forderte zuletzt im Sommer 2026 eine Truppe mit EU-Mandat im Libanon, um ein &bdquo;Sicherheitsvakuum&ldquo; zu vermeiden, wenn die rund 10.000 UNIFIL-Soldaten abgezogen seien. Am 12. Oktober 2026 beschlossen die EU-Au&szlig;enminister die Aufstellung und Entsendung einer zivil-milit&auml;rischen <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/10584\">EU-Mission f&uuml;r den Libanon<\/a>. Die zun&auml;chst 150 SoldatInnen sollen Anfang 2027 im Libanon stationiert werden.<\/p><p>Das Mandat der UN-Sicherheitsratsresolution 1701 solle erhalten bleiben, hei&szlig;t es aus Br&uuml;ssel. Allerdings besagt diese UNSR-Resolution, dass zwischen der &bdquo;Blauen Linie&ldquo; und dem Litani-Fluss, der etwa 30 km n&ouml;rdlich der Linie verl&auml;uft, keine bewaffneten Gruppen sein d&uuml;rfen, au&szlig;er den UNIFIL-Truppen und der libanesischen Armee. Aufgabe von UNIFIL war und ist es, die Autorit&auml;t der libanesischen Armee in dem Gebiet wieder herzustellen. Sowohl die israelische Armee als auch die bewaffneten Einheiten der Hisbollah m&uuml;ssten abziehen.<\/p><p>Nach dem Waffenstillstand im November 2024 wurde seitens der Hisbollah &ndash; mit einer Ausnahme &ndash; kein Schuss auf Israel abgefeuert, wie von zahlreichen Beobachtern, einschlie&szlig;lich UNIFIL best&auml;tigt wurde. <a href=\"https:\/\/www.npr.org\/2025\/11\/03\/nx-s1-5566124\/israel-south-lebanon-villages\">Israel dagegen nutzte den Waffenstillstand<\/a>, um ganze D&ouml;rfer und tausende Wohnh&auml;user und Geb&auml;ude zu zerst&ouml;ren. Der Waffenstillstand sei <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/opinions\/2026\/3\/11\/the-israel-hezbollah-ceasefire-was-built-to-fail\">von Anfang an zum Scheitern<\/a> verurteilt gewesen, so Andrea Tenenti in einem Kommentar bei <em>Al Jazeera<\/em> (<a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/die-israel-hisbollah-waffenruhe-war-zum-scheitern-verurteilt\/\">&Uuml;bersetzung bei <em>Globalbridge<\/em><\/a>).<\/p><p>Die Lage im s&uuml;dlichen Libanon hat sich mit den US-israelischen Kriegen gegen Iran weiter versch&auml;rft. Eine zivil-milit&auml;rische EU-Mission kann vielleicht ihre Fahne hissen, gegen die israelischen Besatzungstruppen aber werden die europ&auml;ischen SoldatInnen nicht vorgehen. Alabali Radovan hat laut dem oben erw&auml;hnten Welt-Artikel bereits gesagt, worum es Deutschland und Europa geht im Libanon. Das Ziel sei, &bdquo;die Hisbollah aus dem S&uuml;den wegzudr&auml;ngen&ldquo;, wird sie zitiert. Da ist man sich in Berlin und Br&uuml;ssel mit Israel und den USA wohl einig.<\/p><p><strong>UN-Bericht: Gefahr ethnischer S&auml;uberung im S&uuml;dlibanon<\/strong><\/p><p>An dem Tag, an dem die bundesdeutsche Entwicklungshilfeministerin ihre kurze Botschaft aus Beirut per <em>Instagram<\/em> verschickte, war in der libanesischen Online-Plattform <a href=\"https:\/\/alkhat.media\/%D8%A7%D9%84%D8%AA%D8%B7%D9%87%D9%8A%D8%B1-%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%B1%D9%82%D9%8A\/\"><em>Al Khat<\/em> ein Artikel<\/a> &uuml;ber einen UN-Bericht ver&ouml;ffentlicht worden, der Klartext spricht. &bdquo;Die Gefahr einer ethnischen S&auml;uberung der Schiiten im S&uuml;dlibanon: Eine Fr&uuml;hwarnung&ldquo;, so der Titel der umfangreichen Untersuchung. Ausgearbeitet wurde sie von <a href=\"https:\/\/www.un.org\/en\/genocide-prevention\/prevention-genocide-related-crimes\/special-adviser\">Chaloka Beyani,<\/a> dem Sonderberater des UN-Generalsekret&auml;rs Antonio Guterrez f&uuml;r die Verhinderung von V&ouml;lkermord. Chaloka Beyani, UN-Diplomat aus Sambia, hat den Rang eines beigeordneten Generalsekret&auml;rs und ist seit August 2025 im Amt.<\/p><p>Der Bericht argumentiert juristisch, dass es ein &bdquo;Verhaltensmuster&ldquo; konkreter und wiederholter Praktiken der israelischen Streitkr&auml;fte im S&uuml;dlibanon g&auml;be. Dieses deute auf die Absicht hin, eine ethnische S&auml;uberung gegen schiitische Muslime im S&uuml;dlibanon durchzuf&uuml;hren. Die mehr als 100 Seiten umfassende Anklageschrift listet und dokumentiert detailliert die israelischen Milit&auml;roperationen im Libanon zwischen dem 2. M&auml;rz und 15. Mai 2026. Darin werden die Entscheidungen und die Vorbereitungen f&uuml;r die ethnische S&auml;uberung dargestellt, bis zur Durchf&uuml;hrung, die weiter anh&auml;lt.<\/p><p>Seit Juni wartet der Bericht darauf, ver&ouml;ffentlicht zu werden, um als international rechtliche Anklage vorgelegt zu werden. Zun&auml;chst muss der UN-Generalsekret&auml;r entscheiden, ob der Bericht an den UN-Sicherheitsrat weitergeleitet wird. Das ist die Voraussetzung, dass die Anklage dem Internationalen Strafgerichtshof vorgelegt werden kann. Derzeit ist unklar, ob der noch amtierende UN-Generalsekret&auml;r Antonio Guterrez sich vor seinem Abgang noch mit dem Bericht befassen wird.<\/p><p><em>Der zweite Teil erscheint am n&auml;chsten Montag auf den NachDenkSeiten<\/em>.<\/p><p><small>Titelbild: bassem jammoul\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Entwicklungshilfeministerin Alabali Radovan hat erneut dem Libanon einen Besuch abgestattet. Mit Einsatzwagen f&uuml;r den libanesischen Zivilschutz im Hintergrund fasste sie die Stationen ihres Besuches in einem <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/bmz_bund\/reel\/DfH5KtduLa4\/\">Instagramauftritt<\/a> &bdquo;Guten Abend aus Beirut&ldquo; zusammen und kam zu dem Schluss: &bdquo;Die Stabilit&auml;t im Libanon ist wichtig f&uuml;r die Region und auch f&uuml;r uns in Europa.&ldquo;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=158364\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":158365,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,171],"tags":[1487,2829,2175,1557,1583,639,1556,2376],"class_list":["post-158364","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-militaereinsaetzekriege","tag-entwicklungshilfe","tag-hisbollah","tag-interventionspolitik","tag-israel","tag-libanon","tag-uno","tag-usa","tag-waffenstillstandsabkommen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/shutterstock_2808619599.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/158364","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=158364"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/158364\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":158379,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/158364\/revisions\/158379"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/158365"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=158364"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=158364"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=158364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}