{"id":158456,"date":"2026-11-04T12:00:41","date_gmt":"2026-11-04T11:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=158456"},"modified":"2026-11-04T13:00:44","modified_gmt":"2026-11-04T12:00:44","slug":"die-ulm-5-in-stammheim-schauprozess-und-schmierentheater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=158456","title":{"rendered":"Die \u201eUlm 5\u201c in Stammheim \u2013 Schauprozess und Schmierentheater"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem 27. April 2026 wird in Stuttgart-Stammheim gegen die sogenannten &bdquo;Ulm 5&ldquo; verhandelt, die im September 2025 in die Ulmer Niederlassung des israelischen R&uuml;stungskonzerns Elbit Systems Deutschland in Ulm eingebrochen sind und dabei einen Sachschaden in H&ouml;he von rund einer Million Euro verursacht haben sollen. Die f&uuml;nf Angeklagten befinden sich seit September 2025 wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft in verschiedenen Justizvollzugsanstalten in Baden-W&uuml;rttemberg, und das &uuml;ber Monate in weitgehender Isolationshaft. Ein Kommentar von <strong>Annette Groth<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIn den &uuml;berregionalen Medien wird kaum &uuml;ber diesen Prozess berichtet, dementsprechend gro&szlig; ist die Wissensl&uuml;cke, selbst bei Friedensaktivisten, &uuml;ber den Prozess, den eine Verteidigerin k&uuml;rzlich als &bdquo;Schmierentheater&ldquo; bezeichnete. Trotz des weitgehenden medialen Schweigens versammeln sich jeden Prozesstag pal&auml;stinasolidarische Menschen vor dem Gerichtsgeb&auml;ude und begr&uuml;&szlig;en die in U-Haft Sitzenden mit Beifall und Parolen, wenn sie in den Gefangenentransportern aus den verschiedenen Gef&auml;ngnissen nach Stammheim gebracht werden.<\/p><p>Der Gerichtssaal ist ebenfalls gut gef&uuml;llt, und auch dort werden die in Handschellen hereingef&uuml;hrten Angeklagten mit lautem Beifall und Gesang begr&uuml;&szlig;t. Die gezeigte Solidarit&auml;t ist f&uuml;r die Angeklagten, sie sich selbst als &bdquo;Ulm 5&ldquo; bezeichnen, au&szlig;erordentlich wichtig, wie die anwesenden M&uuml;tter betonen. Ebenso sind Briefe im tristen Gef&auml;ngnisalltag und insbesondere bei Isolationshaft mehr als willkommen, denn das sind wichtige Zeichen gelebter Solidarit&auml;t, die nicht zu untersch&auml;tzen ist.<\/p><p>Die f&uuml;nf Menschenrechtsaktivisten mit irischer, britischer, spanischer und deutscher Staatsangeh&ouml;rigkeit haben mit ihrer Aktion gegen den V&ouml;lkermord in Gaza und die Komplizenschaft der Bundesregierung protestiert, die trotz des Verdachts des Genozids nach wie vor Waffen nach Israel exportiert. Sie dokumentierten ihre Aktion selbst auf Video und hatten sich am Tatort widerstandslos festnehmen lassen.<\/p><p>In ihren Stellungnahmen zum Tathergang betonten sie, dass sie seit Oktober 2023 alle legalen Protestm&ouml;glichkeiten gegen den anhaltenden V&ouml;lkermord ausgesch&ouml;pft h&auml;tten, sodass sie nur noch eine M&ouml;glichkeit sahen: das Eindringen in die Betriebsr&auml;ume von Elbit, um den V&ouml;lkermord zu erschweren bzw. zu verhindern.<\/p><p>Einer der Angeklagten, der irische Philosoph und Neuropsychologe Daniel Tatlow-Devally begr&uuml;ndete vor Gericht seine Beteiligung an der Aktion folgenderma&szlig;en:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Mein Handeln in dem Elbit-Betrieb in Ulm war ausschlie&szlig;lich durch dringende humanit&auml;re Erw&auml;gungen motiviert. Sie wurzeln in der Erkenntnis, dass Israels Aneignung der pal&auml;stinensischen Gebiete, die Unterwerfung einer Bev&ouml;lkerung unter Apartheidgesetze, die Inhaftierung von Kindern ohne Anklage sowie die weit verbreitete Praxis sexueller Gewalt gegen pal&auml;stinensische Gefangene &ndash; dass die Summe dieser Praktiken schlichtweg ungerecht ist. Und dass es falsch ist, sie materiell und diplomatisch zu unterst&uuml;tzen. (&hellip;) Zahlreiche internationale Gremien, darunter eine unabh&auml;ngige UN-Untersuchungskommission, sind zu dem Schluss gekommen, dass Israels Handlungen im Gazastreifen mehrere Kriterien f&uuml;r V&ouml;lkermord erf&uuml;llen, von denen jedes f&uuml;r sich genommen ausreicht, um zu dem Schluss zu kommen, dass ein solcher stattfindet. Dazu geh&ouml;ren die systematische T&ouml;tung von Angeh&ouml;rigen einer gesch&uuml;tzten Gruppe, die systematische Zerst&ouml;rung der f&uuml;r das &Uuml;berleben notwendigen Lebensbedingungen, die Unterbindung jeglichen Zugangs zu Schwangerschafts- und Geburtshilfe sowie die Vorenthaltung von Nahrungsmitteln und Hilfsg&uuml;tern in einer Weise, die eine k&uuml;nstliche Hungersnot beg&uuml;nstigt.<\/em><\/p>\n<p><em>Wegzuschauen, wenn ein V&ouml;lkermord stattfindet, ist verwerflich; die Ausr&uuml;stung bereitzustellen, um diesen durchzuf&uuml;hren, ist noch schlimmer. Angesichts der sich h&auml;ufenden Beweise f&uuml;r Israels V&ouml;lkermord in Pal&auml;stina entschied sich Deutschland nicht nur daf&uuml;r, Israels Streitkr&auml;fte weiterhin zu versorgen und zu unterst&uuml;tzen &ndash; es stockte seine Lieferungen von Waffen und Kriegsausr&uuml;stung an Israels Besatzungs- und Invasionsarmee sogar drastisch auf. Es gibt vieles, was ich an meiner Wahlheimat Deutschland liebe. Aber dass Deutschland den Massenmord an den Menschen in Gaza in Form materieller Hilfe unersch&uuml;tterlich unterst&uuml;tzt hat und hochrangige Politiker zudem ank&uuml;ndigten, die vom Internationalen Strafgerichtshof erlassenen Haftbefehle gegen Personen, die der Verbrechen gegen die Menschlichkeit verd&auml;chtigt werden, einfach zu ignorieren &ndash; das war und bleibt ersch&uuml;tternd und herzzerrei&szlig;end. &hellip; Ich sah mich aus diesen Gr&uuml;nden gezwungen, etwas zu tun, das untrennbar und in komplexer Weise mit dem demokratischen Leben verbunden ist und f&uuml;r dieses unverzichtbar ist, gleichzeitig aber selten in seiner Bedeutung f&uuml;r dieses anerkannt und gesch&auml;tzt wird: Ich ergriff direkte Ma&szlig;nahmen. Durch die Besch&auml;digung der R&uuml;stungsproduktion von Elbit Systems in Ulm sollte deren materielle Unterst&uuml;tzung der Verbrechen in Gaza so weit wie m&ouml;glich gestoppt werden. Denn diese bedeutet Beihilfe zu einem V&ouml;lkermord. Ich tat dies in der Hoffnung, hierdurch die weitere Belieferung der israelischen Streitkr&auml;fte wenigstens st&ouml;ren zu k&ouml;nnen. Und ich tat dies auch in der Absicht, &ouml;ffentlich zu skandalisieren, dass die deutsche Regierung und in Deutschland ans&auml;ssige R&uuml;stungskonzerne den Krieg gegen Gaza aktiv unterst&uuml;tzen und Geld damit verdienen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Daniel schilderte auch seine Haftbedingungen und betonte, dass er <em>&bdquo;aufgrund eines Verwaltungsfehlers&ldquo;<\/em> f&uuml;nf Monate lang seine Angeh&ouml;rigen nur durch eine Plexiglasscheibe sehen durfte.<\/p><p>Unter Hinweis auf die Anklageschrift, in der der Staatsanwalt versucht, die Ulm 5 als antisemitisch darzustellen, &auml;u&szlig;ert Daniel seine Emp&ouml;rung:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Es ist eine Schande, Widerstand gegen Besatzung und Massenmord als Antisemitismus darzustellen. Es war daher ermutigend, ergreifend und auch am&uuml;sant, diese deutsche Rhetorik des Antisemitismusvorwurfs mit der herzlichen Solidarit&auml;t meiner vielen j&uuml;dischen Familienmitglieder zu kontrastieren. Besonders hervorheben m&ouml;chte ich an dieser Stelle die tiefe Solidarit&auml;t, die mein j&uuml;discher Stiefvater mir gegen&uuml;ber in den vergangenen Monaten zeigte. Sein moralischer Kompass, seine Herzensfreundlichkeit und seine Widerstandskraft haben mich seit meiner fr&uuml;hen Kindheit gepr&auml;gt.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Ob diese Worte dem Staatsanwalt und der Richterin zumindest etwas zu denken gegeben haben, bleibt offen.<\/p><p>Zo Hailu, eine der Angeklagten mit britischer Staatsangeh&ouml;rigkeit, weist in ihrer Erkl&auml;rung, die sie Anfang September 2026 vor Gericht vorlas, auf m&ouml;gliche Verst&ouml;&szlig;e gegen die Europ&auml;ische Menschenrechtskonvention (EMRK) hin. Insbesondere prangert sie die Verletzungen der Artikel 3 (Recht von Verh&uuml;tung von Folter), Artikel 5 (Recht auf Freiheit und Sicherheit), Artikel 6 (Recht auf ein faires Verfahren) und Artikel 8 (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens) an. Zo berichtet, dass sie zeitweise in einer rund 8 Quadratmeter gro&szlig;en Zelle ohne abgetrennte Toilette mit einer zweiten Person untergebracht war; solche Haftbedingungen w&auml;ren laut der Nationalen Stelle zur Verh&uuml;tung von Folter menschenunw&uuml;rdig.<\/p><p>Zo erinnert an die 25.000 Pal&auml;stinenser und Pal&auml;stinenserinnen, die seit Anfang des Genozids im Oktober 2023 im besetzten Westjordanland festgenommen wurden, und fragt rhetorisch nach deren &bdquo;Rechte auf Leben, Freiheit und Sicherheit, und Verh&uuml;tung von Diskriminierung und Folter&ldquo;.<\/p><p>Sie prangert die Waffenexporte nach Israel an, die laut Informationen von Forensic Architecture seit Oktober 2023 einen Wert von 1,4 Milliarden Euro erreichen.<\/p><p>Allein in der ersten H&auml;lfte des Jahres 2026 genehmigte die Bundesregierung R&uuml;stungsexporte nach Israel im Wert von knapp 800 Millionen Euro. Diese Exporte waren f&uuml;r Nicaragua auch ein Grund f&uuml;r seine Klage gegen Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof wegen Beihilfe zum Genozid.<\/p><p>Neben Sachbesch&auml;digung und mutma&szlig;lichem Hausfriedensbruch wird den Ulm 5 auch die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung im Sinne des &sect; 129 StGB vorgeworfen. Als Teil einer kriminellen Gruppierung namens &bdquo;Palestine Action Germany&ldquo; h&auml;tten sie die Aktion in Ulm begangen. Entsprechend dieser &bdquo;Kategorisierung&ldquo; wird der Prozess in Stuttgart-Stammheim gef&uuml;hrt und weckt damit Assoziationen an die RAF-Prozesse. Wie damals sitzen die Angeklagten hinter einer Glasscheibe, abgetrennt von ihren Anw&auml;lten, und werden in Handschellen vorgef&uuml;hrt. Die Besucher d&uuml;rfen sich keine Notizen machen, weil das Mitf&uuml;hren von Stiften als &bdquo;Sicherheitsrisiko&ldquo; eingestuft wird.<\/p><p>Die umstrittene Sitzordnung war sogar schon Thema im EU-Parlament. Bereits im September 2025 hatte EU-Justizkommissar Michael McGrath zu dem Fall Stellung genommen und betont, &bdquo;dass die Durchf&uuml;hrung rechtsstaatlicher Verfahren in der Verantwortung der Mitgliedstaaten liege&ldquo;. Er verweist aber ausdr&uuml;cklich darauf, dass verd&auml;chtigte oder beschuldigte Personen weder im Gerichtssaal noch in der &Ouml;ffentlichkeit durch k&ouml;rperliche Fesselung &bdquo;als schuldig pr&auml;sentiert werden&ldquo; d&uuml;rfen. Ausnahmen seien nur durch fallspezifische Gr&uuml;nde zu rechtfertigen, etwa gravierende Sicherheitsbedenken&ldquo;, so Benjamin D&uuml;sberg, einer der elf Anw&auml;lte, die die Ulm 5 verteidigen.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Der Abgeordnete des irischen Parlaments, Richard Boyd Barrett, besuchte Br&uuml;ssel und Stuttgart im Juli 2026 und begr&uuml;ndete seine Reise:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Ich habe diesen fraktions&uuml;bergreifenden Besuch mitorganisiert, um den Prozess gegen den irischen Staatsb&uuml;rger Daniel Tatlow-Devally, dessen Familie in meinem Wahlkreis lebt, sowie gegen die Ulm 5 in Deutschland zu beobachten. Alle Berichte &uuml;ber ihre Behandlung und den Ablauf des Verfahrens legen nahe, dass ihnen kein faires Verfahren gew&auml;hrt wird und wir Zeugen eines Justizversagens werden. Es ist meiner Ansicht nach zutiefst emp&ouml;rend, dass die Ulm 5 unter unmenschlichen Bedingungen behandelt und vor Gericht gestellt werden &ndash; unter Anwendung von Gesetzen und in einer Weise, die normalerweise Terroristen und Angeh&ouml;rigen der organisierten Kriminalit&auml;t vorbehalten ist. Die Angeklagten bestreiten nicht, dass sie einen Akt zivilen Ungehorsams begangen haben &ndash; sie stellen jedoch f&uuml;r niemanden eine Gefahr dar.  Sie protestierten gegen ein Unternehmen in Deutschland, das Waffen herstellt, die von Israel f&uuml;r einen Feldzug eingesetzt werden, den selbst die irische Regierung als v&ouml;lkerrechtswidrig und v&ouml;lkerm&ouml;rderisch gegen&uuml;ber Gaza und dem pal&auml;stinensischen Volk bezeichnet hat. Die irische Regierung muss f&uuml;r die Rechte eines irischen Staatsb&uuml;rgers und das grundlegende Recht auf ein faires Verfahren eintreten.&rdquo; [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Barrett will die irische Regierung davon &uuml;berzeugen, Beobachter f&uuml;r die weiteren Verhandlungstage, die bis Ende Februar 2027 angesetzt sind, zu entsenden und zugleich Druck auf die deutschen Beh&ouml;rden auszu&uuml;ben, damit die Rechte der Angeklagten auf ein faires Verfahren gewahrt werden.<\/p><p>Diesen Druck sollten die f&uuml;nf Abgeordneten der Partei Die Linke, die am 30. Oktober den Prozess beobachteten, ebenfalls aus&uuml;ben. Haftbedingungen, Verfahrensf&uuml;hrung, die m&ouml;gliche Befangenheit der Vorsitzenden Richterin und der Oberstaatsanwaltschaft, die den Eindruck erwecken, dass die Schuld der Angeklagten bereits vor Abschluss des Prozesses feststeht, m&uuml;ssen diskutiert werden.<\/p><p>Im Juli 2026 unterzeichneten 18 Mitglieder des Europ&auml;ischen Parlaments einen Offenen Brief an Kommissionspr&auml;sidentin von der Leyen und an McGrath, EU-Kommissar f&uuml;r Demokratie, Justiz, Rechtsstaatlichkeit und Konsumentenschutz, und baten um eine &bdquo;Beurteilung, ob nach Ansicht der Kommission die im Unionsrecht vorgesehenen Garantien f&uuml;r ein faires Verfahren in diesem Fall uneingeschr&auml;nkt eingehalten werden&ldquo;.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Eine Antwort steht noch aus.<\/p><p>F&uuml;r alle Beteiligten, insbesondere f&uuml;r die Angeh&ouml;rigen der Inhaftierten, die nicht in Deutschland wohnen, f&uuml;r die Verteidiger, Journalisten und solidarische Menschen, die den Prozess beobachten, ist es eine Zumutung, dass die beiden w&ouml;chentlich angesetzten Prozesstermine nicht an zwei nacheinander folgenden Tagen stattfinden, sondern h&auml;ufig mittwochs und freitags. Das wird als Schikane empfunden, die v&ouml;llig &uuml;berfl&uuml;ssig ist. Auch die lange Prozessdauer, die bis Ende Februar 2027 angesetzt ist, sorgt f&uuml;r viele Fragen. Urspr&uuml;nglich sollte das Urteil bereits im Juli 2026 gef&auml;llt werden. Nun ist der Prozess um 7 Monate verl&auml;ngert worden. Warum?<\/p><p>Bislang wurden alle Sachverst&auml;ndigen, die die Verteidigung benannt hatte, um beispielsweise die Rolle von Elbit Systems Deutschland in Ulm in dem Genozid in Gaza darzulegen, von der Kammer abgelehnt.<\/p><p>Am 30.10. 2026 lehnte der Staatsanwalt Dr. Shir Hever, einen der renommiertesten R&uuml;stungsexperten, der seit vielen Jahren &uuml;ber die milit&auml;rische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel forscht, als Sachverst&auml;ndigen wegen &bdquo;Befangenheit&ldquo; ab.<\/p><p>Am selben Tag waren auch f&uuml;nf Abgeordnete der Linkspartei zur Prozessbeobachtung in Stammheim. Der Sprecher f&uuml;r Rechtsstaatlichkeit der Linksfraktion, Aaron Valent, kommentiert: &bdquo;Dass das Gericht der Verteidigung nicht erlaubt, Sachverst&auml;ndige einzuladen, um die Handlungen der Aktivist*innen notwendigerweise zu kontextualisieren und auf das eigentliche Problem, die Kriegsverbrechen der israelischen Regierung und den V&ouml;lkermord in Pal&auml;stina, aufmerksam zu machen, ist ein Skandal!&ldquo; Valent fordert &bdquo;ein Verfahren nach rechtsstaatlichen Standards f&uuml;r die f&uuml;nf jungen Menschen! Der Tatbestand war ganz klar Sachbesch&auml;digung und Einbruch. Die v&ouml;llig an den Haaren herbeigezogenen Anklagepunkte der Bildung einer kriminellen Vereinigung oder gar eines antisemitischen Motives m&uuml;ssen fallen gelassen werden. Den Ulm 5 steht ein Verfahren zu, kein Schauprozess!&ldquo; [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Es w&auml;re w&uuml;nschenswert, dass der Prozess gegen die Ulm 5 mehr mediale &ndash; und auch juristische &ndash; Aufmerksamkeit erhielte, weil er einfach haneb&uuml;chen ist und nach Ansicht der Prozessbeobachter starke Anzeichen f&uuml;r die Befangenheit von Staatsanwaltschaft und der Vorsitzenden Richterin deutlich vorliegen. Der Artikel &bdquo;Richterin will&rsquo;s gar nicht wissen&ldquo; illustriert das absurde Theater, das nicht nur erhebliche Kosten f&uuml;r die Angeh&ouml;rigen verursacht, sondern auch f&uuml;r die deutschen Steuerzahler. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Der Prozess muss im Kontext der Repression gegen die Demonstranten gesehen werden, die gegen den V&ouml;lkermord in Gaza, die Vertreibung und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Westbank, im Libanon und in Syrien protestieren. Dazu geh&ouml;rt Cancel Culture, die zunehmende Beschr&auml;nkung der Meinungsfreiheit sowie die penetrante Betonung auf die als sakrosankt behandelte &bdquo;Staatsr&auml;son&ldquo; und vieles mehr.<\/p><p>Hier sei auf den lesenswerten Artikel von Lennart Michaelis m 23.10.2026 hingewiesen, in dem er die Repression gegen Pal&auml;stina-Solidarit&auml;t in Deutschland auf den Stra&szlig;en und in den Gerichten beleuchtet. Michaelis ist Mitarbeiter beim European Legal Support Center (ELSC), einer europaweit t&auml;tigen Rechtshilfeorganisation, die die Aktivisten der Pal&auml;stina-Solidarit&auml;tsbewegung verteidigt, Repression gegen sie dokumentiert und juristisch gegen staatliche und unternehmerische Komplizenschaft vorgeht. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153546\">&bdquo;In diesem Verfahren wird letztlich die deutsche Staatsr&auml;son selbst verhandelt&ldquo; &ndash; Interview mit Benjamin D&uuml;sberg, einem der Rechtsanw&auml;lte der &bdquo;Ulm 5&ldquo;<\/a>\n<\/p><\/div><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153546\">Interview mit Benjamin D&uuml;sberg am 10.7. 2026: &bdquo;In diesem Verfahren wird letztlich die deutsche Staatsr&auml;son selbst verhandelt&ldquo;<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/ulm5.info\/de\/nachricht\/2026\/07\/17\/Brief-von-irischen-Abgeordneten-die-einen-Prozesstag-beobachten-werden\">ulm5.info\/de\/nachricht\/2026\/07\/17\/Brief-von-irischen-Abgeordneten-die-einen-Prozesstag-beobachten-werden<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/ulm5.info\/de\/nachricht\/2026\/07\/17\/18-Members-of-European-Parliament-publish-open-letter-expressing-concern-over-trial-fairness\">ulm5.info\/de\/nachricht\/2026\/07\/17\/18-Members-of-European-Parliament-publish-open-letter-expressing-concern-over-trial-fairness<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/aaron-valent.de\/2026\/10\/28-verhandlungstage-fuer-die-ulm-5-fuer-einen-fairen-prozess-in-stammheim\/\">aaron-valent.de\/2026\/10\/28-verhandlungstage-fuer-die-ulm-5-fuer-einen-fairen-prozess-in-stammheim\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/gesellschaft\/812\/richterin-wills-gar-nicht-wissen-11172.html\">kontextwochenzeitung.de\/gesellschaft\/812\/richterin-wills-gar-nicht-wissen-11172.html<\/a> &ndash; 21.10.2026<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/etosmedia.de\/gesellschaft\/auf-den-strassen-in-den-gerichten-drei-jahre-repression-gegen-palaestina-solidaritaet-in-deutschland\/\">etosmedia.de\/gesellschaft\/auf-den-strassen-in-den-gerichten-drei-jahre-repression-gegen-palaestina-solidaritaet-in-deutschland\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem 27. 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