{"id":1590,"date":"2006-08-15T11:06:20","date_gmt":"2006-08-15T09:06:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1590"},"modified":"2016-01-30T11:12:05","modified_gmt":"2016-01-30T10:12:05","slug":"bild-serie-mit-deutschlands-wichtigsten-chefs-verlogen-bis-uber-die-grenzen-des-ertraglichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1590","title":{"rendered":"Bild-Serie mit Deutschlands wichtigsten Chefs &#8211; verlogen bis \u00fcber die Grenzen des Ertr\u00e4glichen."},"content":{"rendered":"<p>Unter der &Uuml;berschrift <a href=\"http:\/\/www.bild.t-online.de\/BTO\/tipps-trends\/geld-job\/aktuell\/2006\/08\/14\/chef-serie-maschmeyer\/chef-serie-maschmeyer.html#\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.bild.t-online.de\/BTO\/tipps-trends\/geld-job\/aktuell\/2006\/08\/14\/chef-serie-maschmeyer\/chef-serie-maschmeyer.html#\">&bdquo;Die Politik muss ehrlicher werden!&ldquo;<\/a> erschien am 14.8. im Rahmen einer Serie der Bild-Zeitung mit dem Titel &bdquo;Deutschlands wichtigste Chefs erkl&auml;ren in BILD, wie unser Land Spitze bleibt&ldquo; ein Beitrag von Carsten Maschmeyer. In diesem Beitrag stimmt nahezu nichts und wichtige Informationen sind nicht enthalten. Der Autor, Vorstandsvorsitzender des Finanzdienstleisters AWD Holding AG schreibt auch hemmungslos zu Gunsten der Interessen seines Unternehmens.<br>\n<!--more--><br>\nZun&auml;chst zur Person Maschmeyer und seiner Firma:<\/p><ul>\n<li>AWD verdient an der Privatvorsorge. Wenn das Vertrauen in die gesetzliche Rente weiter zerst&ouml;rt wird und jene Menschen, die sich das leisten k&ouml;nnen, privat vorsorgen, verdient AWD.<\/li>\n<li>Maschmeyer hat bei der Entscheidung &uuml;ber die Kanzlerkandidatur der SPD im Fr&uuml;hjahr 1998 ganz wesentlich mitgemischt. Damals wurde sonderbarer Weise die Entscheidung zwischen Schr&ouml;der auf der einen Seite und Lafontaine auf der andern Seite an der Landtagswahl in Niedersachsen im M&auml;rz 1998 aufgeh&auml;ngt. Die Landtagswahl wurde zum entscheidenden Kriterium hochgespielt. Mit dem rasanten Sieg von Schr&ouml;der war die Kanzlerkandidatur entschieden. Die SPD und ihre Mitglieder hatten die Entscheidung &uuml;ber die Kanzlerkandidatur aus der Hand gegeben. Wesentlichen Anteil an der Kampagne f&uuml;r den Niedersachsen Gerhard Schr&ouml;der als n&auml;chsten Kanzler hatte Maschmeyer.<\/li>\n<li>Schr&ouml;der hat den Dank &uuml;ppig erstattet: die staatlich subventionierte Riester-Rente, schlie&szlig;lich eine private Rentenversicherung staatlich subventioniert, vom Steuerzahler unterst&uuml;tzt, kommt Finanzdienstleistern wie AWD massiv zu gute. Hab en Sie schon einmal bedacht, dass die Privat-Vorsorge-Riester-Rente ohne staatliche Subvention nicht auskommt? Man kann es auch anders sagen: die Provisionen f&uuml;r AWD zahlt der Steuerzahler.<\/li>\n<li>Auch die Steuerbefreiung der Gewinne der so genannten Heuschrecken, die Schr&ouml;der zusammen mit Eichel zum 1.1.2002 durchgesetzt hat, kommen Finanzdienstleistern zu gute.<\/li>\n<\/ul><p>Nehmen wir uns nun die einzelnen Aussagen von Maschmeyer vor:<\/p><ol>\n<li>Die Wirtschaft brumme, die Auftragsb&uuml;cher seien prall gef&uuml;llt, behauptet Maschmeyer. &ndash; Das kann man in Deutschland allenfalls von der Exportwirtschaft sagen. Die auf den Binnenmarkt orientierte Wirtschaft, von den produzierenden Gewerben bis zum Einzelhandel, sp&uuml;rt vom Brummen noch nicht viel.<\/li>\n<li>Rund 84 Milliarden &euro; gebe der Staat jedes Jahr f&uuml;r Gesundheit und Soziales aus -Tendenz steigend. Grund sei die demographische Entwicklung. Immer mehr Rentner st&uuml;nden immer weniger Beitragszahlern gegen&uuml;ber. &ndash; Das stimmt einfach nicht. Heute gibt es 15 Millionen Menschen &uuml;ber 65 Jahren und fast 53 Millionen arbeitsf&auml;hige Menschen in Deutschland. Das ist eine gl&auml;nzende demographische Relation von Arbeitsf&auml;higen zu Alten. Wir haben kein demographisches Problem. Das Problem ist erstens die hohe Arbeitslosigkeit, zweitens die Subvention der Minijobs zulasten der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverh&auml;ltnisse und damit als Folge der permanente Verlust von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverh&auml;ltnissen. 1990 gab es noch 30 Millionen Beitragszahler, heute sind es unter 26 Millionen. Maschmeyer unterschl&auml;gt auch die Tatsache, dass die hohen Subventionen f&uuml;r Gesundheit und Soziales eine Folge der Entscheidung der Regierung Kohl sind, die sozialen Kosten der deutschen Vereinigung und der Aussiedleranwerbung den Beitragszahlern aufzudr&uuml;cken.<\/li>\n<li>Maschmeyer wirbt dann offen f&uuml;r die Produkte der Versicherungswirtschaft, f&uuml;r die Riester-Rente und die R&uuml;rup-Rente. Sie seien notwendig, um die K&uuml;rzungen der gesetzlichen Renten abzufangen. Und es wird der Eindruck erweckt, diese Privatvorsorge-Modelle &auml;nderten irgendetwas an dem behaupteten demographischen Problem. Dazu ist zu sagen: die Privatvorsorge &auml;ndert &uuml;berhaupt nichts an der demographischen Relation von arbeitsf&auml;higer Bev&ouml;lkerung zur Generation der Rentner. Ob gesetzliche Rente oder Privatvorsorge, immer m&uuml;ssen die Arbeitsf&auml;higen f&uuml;r die nicht mehr Arbeitsf&auml;higen und die noch nicht Arbeitsf&auml;higen Aufkommen. Der Betrieb einer Privatvorsorge kostet aber mehr als das heutige Umlageverfahren der gesetzlichen Rente. F&uuml;r dieses Verfahren werden kaum mehr als 1% der Beitr&auml;ge zur Verwaltung gebraucht. Bei der Riester-Rente sind es schon 10%. Die m&uuml;ssen erst mal verdient werden. Man m&uuml;sste das Umlageverfahren und die gesetzliche Rente erfinden, wenn es sie nicht g&auml;be. Wenn die gesetzliche Rente gek&uuml;rzt wird und immer unsicherer wird, dann h&auml;ngt das wesentlich mit politischen Entscheidungen zusammen, die absichtlich oder unabsichtlich zu Gunsten der Privatvorsorge und damit der Versicherungswirtschaft getroffen worden sind &ndash; so zum Beispiel die Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre. Diese Entscheidung ist getroffen worden, obwohl heute sechzigj&auml;hrige und f&uuml;nfzigj&auml;hrige in Rente geschickt werden, weil es keine Arbeit gibt. Der helle Wahnsinn. Und nur erkl&auml;rbar damit, dass sich junge Leute heute ausrechnen und f&uuml;rchten sollen, sie m&uuml;ssen einen Abschlag von &uuml;ber 3% hinnehmen, wenn sie mit 65 in Rente gehen wollen. Das ist eine Verunsicherung zu Gunsten der privaten Versicherungswirtschaft.<\/li>\n<\/ol><p>Im &uuml;brigen: Man muss den Zusammenhang dieses Beitrags in der Bild-Zeitung sehen. Bild hatte schon seit vergangenen September zusammen mit der Allianz AG Reklame f&uuml;r die Privatvorsorge gemacht, daf&uuml;r Werbegelder kassiert und selbst im redaktionellen Teil gegen die gesetzliche Rente Propaganda gemacht. Stichwort &bdquo;Schrumpftrente&ldquo;.<\/p><p>Bitte nehmen Sie diesen Vorgang zum Anlass, auf die Methoden und die Verfilzung der Bild-Zeitung aufmerksam zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter der &Uuml;berschrift <a href=\"http:\/\/www.bild.t-online.de\/BTO\/tipps-trends\/geld-job\/aktuell\/2006\/08\/14\/chef-serie-maschmeyer\/chef-serie-maschmeyer.html#\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.bild.t-online.de\/BTO\/tipps-trends\/geld-job\/aktuell\/2006\/08\/14\/chef-serie-maschmeyer\/chef-serie-maschmeyer.html#\">&bdquo;Die Politik muss ehrlicher werden!&ldquo;<\/a> erschien am 14.8. im Rahmen einer Serie der Bild-Zeitung mit dem Titel &bdquo;Deutschlands wichtigste Chefs erkl&auml;ren in BILD, wie unser Land Spitze bleibt&ldquo; ein Beitrag von Carsten Maschmeyer. In diesem Beitrag stimmt nahezu nichts und wichtige Informationen sind nicht enthalten. 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