{"id":15908,"date":"2013-01-21T08:00:17","date_gmt":"2013-01-21T07:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15908"},"modified":"2015-06-23T15:04:14","modified_gmt":"2015-06-23T13:04:14","slug":"knappste-mehrheit-fur-rot-grun-gibt-es-auch-eine-rot-grune-regierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15908","title":{"rendered":"Knappste Mehrheit f\u00fcr Rot-Gr\u00fcn \u2013 Gibt es auch eine rot-gr\u00fcne Regierung?"},"content":{"rendered":"<p>David McAllister und die CDU sind Opfer der FDP. Dass Kalk&uuml;l der &uuml;berzeugten Anh&auml;nger einer schwarz-gelben Koalition, mit einer Stimmabgabe f&uuml;r die FDP diese Koalition fortsetzen zu k&ouml;nnen, ging nicht auf. Wenn die FDP das Ergebnis n&uuml;chtern analysiert, muss sie feststellen, dass sie nur noch am Tropf der CDU h&auml;ngt. Dieser Aderlass hat die CDU geschw&auml;cht und kostet David McAllister voraussichtlich das Amt. Die SPD hat es gerade umgekehrt wie die CDU, die von der FDP hinabgezogen wurde, nur den Gr&uuml;nen zu verdanken, dass Rot-Gr&uuml;n hauchd&uuml;nn vorne liegt. Bei n&uuml;chterner Betrachtung hat die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Peer Steinbr&uuml;ck das gleiche Problem, wie die FDP mit ihrem Parteivorsitzenden Philipp R&ouml;sler.<br>\nEchte sozialdemokratische Themen treffen in der Bev&ouml;lkerung auf gro&szlig;e Zustimmung.  Die Gerechtigkeitsfrage k&ouml;nnte bei den Bundestagswahlen wahlentscheidend sein. Doch dann m&uuml;sste man eine SPD und einen Kanzlerkandidaten haben, der glaubw&uuml;rdig daf&uuml;r steht.<br>\nF&uuml;r Niedersachsen wird es nach diesem spannenden Wahlabend erst richtig spannend. Von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nDavid McAllister und die CDU sind Opfer der FDP. In allen Umfragen lag McAllister  in den Sympathiewerten mit 50% weit vor seinem Herausforderer Stephan Weil mit 34 %. 70 % meinten der amtierende Ministerpr&auml;sident mache seine Sache gut. Er galt als sympathischer, glaubw&uuml;rdiger und sachverst&auml;ndiger und er hatte bei der Bewertung der Spitzenkandidaten mit  +2,2 gegen&uuml;ber +1,4 von Weil fast so gute Werte, wie Angela Merkel mit +2,3. Nach den j&uuml;ngeren Umfragen lag die CDU bei fast allen Instituten bei um die 40%. Nach dem vorl&auml;ufigen amtlichen Endergebnis waren es nur noch 36,0%, d.h. ein Minus von 6,5% gegen&uuml;ber der Wahl 2008. Die CDU hat mit 1,3 Millionen Stimmen gegen&uuml;ber 1,46 Millionen bei der letzten Wahl auch bei der absoluten Zahl der Stimmen ihr schlechtestes Ergebnis hinnehmen m&uuml;ssen.<\/p><p>Diese &uuml;berraschenden Verluste erkl&auml;ren sich vor allem auch damit, dass die CDU nach (zwar bezweifelbaren) Berechnungen &uuml;ber die W&auml;hlerwanderungen rund 100.000 W&auml;hlerstimmen an die FDP abgegeben hat. Viele &uuml;berzeugten Anh&auml;nger der CDU und diejenigen, die McAllister in jedem Falle als Ministerpr&auml;sidenten behalten wollten, haben sozusagen in letzter Minute ihre Stimme der FDP gegeben. 80 Prozent der FDP-W&auml;hler gaben laut Umfragen an, dass sie die CDU f&uuml;r die bessere Partei halten und gar 91 meinten, sie h&auml;tten auch CDU w&auml;hlen k&ouml;nnen. 68% der Stimmen f&uuml;r die FDP gelten als klassische &bdquo;Leihstimmen&ldquo;. <\/p><p>Dass Kalk&uuml;l der &uuml;berzeugten Anh&auml;nger einer schwarz-gelben Koalition, mit einer Stimmabgabe f&uuml;r die FDP diese Koalition fortsetzen zu k&ouml;nnen, schien eine lange Zeit &uuml;ber den Wahlabend aufzugehen. Sowohl die Prognosen als auch die ersten Hochrechnungen sagten eine knappe Mehrheit f&uuml;r die bisher regierende Koalition voraus, bis dann allm&auml;hlich &uuml;ber ein zwischenzeitliches Stimmenpatt  das vorl&auml;ufige amtliche Endergebnis der Wahlleiterin ein Mehrheit von Rot-Gr&uuml;n von 46,3% und 69 Mandaten gegen&uuml;ber 45,9% und 68 Mandaten f&uuml;r Schwarz-Gelb einen hauchd&uuml;nnen Vorsprung f&uuml;r die SPD (32,6% und 49 Parlamentsmandate) und die Gr&uuml;nen (13,7% und 20 Sitze) ergab. Die CDU erzielte nur noch 36,0% (ein Minus von 6,5%) und auch das &uuml;berraschend hohe Wahlergebnis f&uuml;r die FDP von 9,9% (ein Plus von 1,7%) konnte das gesamte Minus von Schwarz-Gelb mit 4,8% nicht ausgleichen. <\/p><p>McAllister konnte noch so oft beteuern, dass die CDU die &bdquo;Nummer 1&ldquo; geblieben ist und dass er deshalb den Auftrag habe, eine Regierung zu bilden, nach dem Endergebnis hat er keine Mehrheit mehr im Parlament. <\/p><p>Wie kann man sich erkl&auml;ren, dass ein Ministerpr&auml;sident trotz hoher Kompetenz- und Popularit&auml;tswerte mit seiner bisherigen Koalition die Mehrheit verliert? <\/p><p>Die Erkl&auml;rung dass Schwarz-Gelb &ndash; wenn auch nur knapp &ndash; abgew&auml;hlt wurde, kann eigentlich nur an der FDP festmachen. Warum sollten sonst 57% der Befragten f&uuml;r einen Regierungswechsel und nur 37% f&uuml;r eine Weiterregierung der bisherigen Koalition gewesen sein. 47% waren der Meinung, dass eine Fortsetzung der Koalition zwischen CDU und FDP schlecht sei. Der FDP haben die Niedersachsen keinerlei Kompetenz auf auch nur irgendeinem Politikfeld zugesprochen. 53% aller Befragten und sogar 48% der FDP-Anh&auml;nger sind der Meinung, dass der Parteivorsitzende Philipp R&ouml;sler der FDP eher schadet. Die FDP ist als Partei nur noch eine leere H&uuml;lle und ihr Vorsitzender offenbar eine negative Reizfigur. Der FDP-Generalsekret&auml;r, Patrick D&ouml;ring,  und der FDP-Spitzenkandidatin Niedersachsen, Stefan Birkner, konnten zu Beginn des Wahlabends noch so sehr triumphieren und ihr historisch bestes Wahlergebnis als Ausdruck der Zufriedenheit mit Schwarz-Gelb und das b&uuml;rgerliche Lager deuten, wenn die FDP aber das Ergebnis n&uuml;chtern analysiert, m&uuml;sste sie feststellen, dass sie nur noch am Tropf der CDU h&auml;ngt und dass dieser Aderlass die CDU geschw&auml;cht hat und David McAllister vermutlich das Amt kosten wird. <\/p><p>Interessant war, dass sich keiner der FDP-Scheinriesen am Wahlabend ausdr&uuml;cklich f&uuml;r R&ouml;sler sowohl als Parteivorsitzendem als auch als Spitzenkandidaten f&uuml;r die die Bundestagswahl ausgesprochen hat. R&ouml;sler selbst hat sich auch nicht festgelegt, er wolle heute den Gremien einen Vorschlag machen. <\/p><p>Wenn er selbst und das Pr&auml;sidium das Wahlergebnis n&uuml;chtern betrachten, dann m&uuml;ssten sie feststellen, dass es ein sprichw&ouml;rtlicher Pyrrhus-Sieg f&uuml;r die FDP und R&ouml;sler war. 70% glauben nicht, dass ein Wiedereinzug in den Hannoveraner Landtag, der FDP aus ihrer Krise hilft.<\/p><p>Auch die Kanzlerin und die CDU m&uuml;ssten aus dem Niedersachsen-Ergebnis das Fazit ziehen, dass die FDP auch f&uuml;r die Bundestagswahl eine bedrohliche Belastung f&uuml;r Schwarz-Gelb geworden ist. <\/p><p>Wie sieht die Lage nun f&uuml;r Rot-Gr&uuml;n aus? <\/p><p>Richtig und sichtlich freuen konnten sich eigentlich nur die Gr&uuml;nen, die zwar auch nicht mehr so gut abschnitten, wie ihre Umfragewerte in Niedersachsen vor Monaten schon einmal waren, die aber mit einem Zugewinn von 5,7 Prozentpunkten ihr weitaus bestes Wahlergebnis erzielt haben. Die Gr&uuml;nen haben z.B. in der G&ouml;ttinger Innenstadt mit bis zu 28% &bdquo;geliefert&ldquo;. <\/p><p>Der SPD-Herausforderer Stephan Weil ist stolz darauf, dass  die Niedersachsen-SPD gut zwei Prozentpunkte gegen&uuml;ber dem schlechtesten Ergebnis in der Landesgeschichte (2008: 30,3 %) gut gemacht hat und trotz des &bdquo;Gegenwinds aus Berlin&ldquo; ihre Umfragewerte der letzten beiden Monate stabilisieren konnten. Obwohl doch noch vor einigen Monaten Rot-Gr&uuml;n in den Umfragen eine klare Mehrheit hatte. Die SPD hat es gerade umgekehrt wie die CDU, die von der FDP hinabgezogen wurde, nur den Gr&uuml;nen zu verdanken, dass Rot-Gr&uuml;n hauchd&uuml;nn vorne liegt. Wie sollte man auch mit der SPD-Parole &bdquo;Anpacken, besser machen&ldquo; Wahlen gewinnen? <\/p><p>Bei n&uuml;chterner Betrachtung hat die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Peer Steinbr&uuml;ck das gleiche Problem, wie die FDP mit ihrem Parteivorsitzenden Philipp R&ouml;sler.<br>\nNoch viel mehr Befragte als bei R&ouml;sler, n&auml;mlich 63%, sind der Meinung, Steinbr&uuml;ck habe der SPD geschadet und fast die H&auml;lfte der Befragten (47%) sind der Meinung, dass sich die SPD einen neuen Kanzlerkandidaten suchen sollte. Selbst Steinbr&uuml;ck musste eingestehen, dass es an Stephan Weil nicht gelegen haben kann, dass die SPD nicht besser abgeschnitten hat. Es habe keinen R&uuml;ckenwind aus Berlin gegeben und er selbst trage &bdquo;ma&szlig;geblich eine gewisse Mitverantwortung&ldquo; daf&uuml;r. <\/p><p>Doch die Spitzengenossen &uuml;bten einmal mehr die schon sprichw&ouml;rtliche Parteidisziplin: &bdquo;Selbstverst&auml;ndlich&ldquo; bleibe Steinbr&uuml;ck Kandidat (Andrea Nahles), &bdquo;wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam&ldquo; (Stephan Weil), wir w&auml;ren ein &bdquo;j&auml;mmerlicher Haufen, wenn wir Steinbr&uuml;ck zur&uuml;ckziehen&ldquo; (Sigmar Gabriel). <\/p><p>W&auml;re Steinbr&uuml;ck ein wirklich guter Schachspieler, dann m&uuml;sste er sich selbst als K&ouml;nig vom Schachbrett nehmen, wenn er der SPD zusammen mit den Gr&uuml;nen noch eine Chance f&uuml;r einen Wechsel im Bund er&ouml;ffnen wollte. In Niedersachsen hat es wegen der besonderen Verh&auml;ltnisse f&uuml;r Rot-Gr&uuml;n so gerade noch gereicht, doch im Bund sackte die Stimmung f&uuml;r die SPD inzwischen auf 26% ab und kommt damit dem desastr&ouml;sen Ergebnis, das Frank-Walter Steinmeier bei der letzten Wahl eingefahren hat, schon gef&auml;hrlich nahe. <\/p><p>Dabei w&auml;re die Stimmungslage in Deutschland f&uuml;r einen Wechsel auch in Berlin gar nicht so schlecht. Nach Schleswig-Holstein, NRW, Baden-W&uuml;rttemberg, Hamburg sind vier CDU-Regierungschefs abhandengekommen und Niedersachsen ist die zw&ouml;lfte Landtagswahl seit der Kanzlerschaft Merkels, bei der die CDU verloren hat. Die CDU-Vorsitzende  und Kanzlerin Angela Merkel konnte bisher alle Niederlagen wegstecken, weil die SPD auf Bundesebene keine Alternative anbieten konnte und kann. <\/p><p>Dabei treffen sozialdemokratische Themen bei der Bev&ouml;lkerung durchaus auf gro&szlig;e Aufnahmebereitschaft. Sp&auml;t am Wahlabend hat J&ouml;rg Sch&ouml;nenborn in der ARD eine interessante, empirisch gest&uuml;tzte Interpretation f&uuml;r die Niederlage von Schwarz-Gelb in Niedersachsen geboten. Das Thema soziale Gerechtigkeit hat offenbar eine viel gr&ouml;&szlig;ere Wichtigkeit f&uuml;r die Menschen, als das &uuml;blicherweise thematisiert wird. Da mag sich die Bundeskanzlerin noch so sehr r&uuml;hmen, die &bdquo;beste Regierung seit der Wiedervereinigung&ldquo; zu stellen, da m&ouml;gen die Statistiken noch so sch&ouml;n gef&auml;rbt werden, 60% der befragten Bev&ouml;lkerung sagen, dass sie von dem gro&szlig; verk&uuml;ndeten Wirtschaftswachstum nicht profitierten. Mehrheitlich f&uuml;hlen die Menschen, dass es in diesem Land ungerecht zugeht. 42% legen mehr Wert auf sozialen Ausgleich als auf wirtschaftliches Wachstum (39%) (von dem sie nicht profitieren). Die Gerechtigkeitsfrage k&ouml;nnte also bei den Bundestagswahlen wahlentscheidend sein. Doch dann m&uuml;sste man eine SPD und einen Kanzlerkandidaten haben, der glaubw&uuml;rdig f&uuml;r soziale Gerechtigkeit steht. Da m&ouml;gen die Sozialdemokraten mit ihrem neuen Rentenkonzept sich ein St&uuml;ck weit der Realit&auml;t ann&auml;hern, sie m&ouml;gen etwas f&uuml;r die Mieter und die Wohnungsnot tun wollen oder sie m&ouml;gen zum Kampf gegen die Steuerhinterziehung aufrufen, mit Steinbr&uuml;ck haben sie keinen Kandidaten, der die Sehnsucht einer Mehrheit der Deutschen nach sozialem Ausgleich glaubhaft verk&ouml;rpern k&ouml;nnte.  <\/p><p>F&uuml;r Niedersachsen wird es nach diesem spannenden Wahlabend erst richtig spannend.<br>\nWagt Rot-Gr&uuml;n mit der knappsten aller Mehrheiten von einer Stimme auch die Regierungsbildung?<\/p><p>David McAllister sieht die CDU als &bdquo;Superpartei&ldquo; im Auftrag, Gespr&auml;che mit allen Parteien &uuml;ber eine neue Regierung zu f&uuml;hren. Bei einem solchen Ergebnis k&ouml;nne man &uuml;berhaupt nichts ausschlie&szlig;en, meint er. Stephan Weil sagte, ausschlie&szlig;en werden wir niemanden oder irgendetwas und er r&uuml;hmte auffallend oft die faire Auseinandersetzung mit seinem Konterpart. Es ist also noch keineswegs sicher, ob McAllister trotz der Niederlage nicht Regierungschef bleibt, n&auml;mlich dann, wenn &ndash; vielleicht nicht Weil selbst aber seine rechte SPD &ndash; eine gro&szlig;e Koalition doch als den sichereren Hafen anstrebt. Das w&auml;re zwar f&uuml;r die Bundestagswahl das totsichere Aus f&uuml;r eine rot-gr&uuml;ne Mehrheit, aber wer wei&szlig;, ob die nur auf Posten und Regierungsbeteiligung erpichte rechte SPD-F&uuml;hrung nicht ohnehin nur noch auf eine Gro&szlig;e Koalition unter F&uuml;hrung von Angela Merkel auch im Bund schielt. <\/p><p>Das w&uuml;rde nat&uuml;rlich auch der bisherigen Nibelungentreue der Gr&uuml;nen gegen&uuml;ber der SPD einen schweren Schlag versetzen, und damit der CDU zus&auml;tzliche Koalitionsoptionen auch in Richtung Schwarz-Gr&uuml;n er&ouml;ffnen. <\/p><p>Das wirkliche Ergebnis der Niedersachsenwahl bleibt also noch offen.<\/p><p>Ansonsten hat sich am Wahlabend das &uuml;bliche und nur noch l&auml;cherliche Ritual abgespielt:<br>\nAlle haben gewonnen. Die Fans in den Parteizentralen geb&auml;ren sich wie die &bdquo;Ultras&ldquo; in den Fu&szlig;ballstadien. Die CDU bejubelt die &bdquo;Aufholjagd&ldquo; gegen&uuml;ber den schlechten Umfragen von Mitte letzten Jahres. Die SPD feiert, dass sie trotz Gegenwind und &bdquo;nicht ganz einfachen Bedingungen&ldquo; (Stephan Weil) ihr schlechtestes Wahlergebnis etwas verbessert hat. Und weil Gabriel nicht viel Besseres einfiel, lobte er die mit 59,4%  nur um gut 2 Prozent h&ouml;here, aber dennoch erschreckend niedrige Wahlbeteiligung als Gewinn f&uuml;r die Demokratie. Die FDP-Politiker waren nach den Hochrechnungen schier aus dem H&auml;uschen und R&ouml;sler sah gar einen &bdquo;gro&szlig;en Tag f&uuml;r die FDP und f&uuml;r Deutschland&ldquo;. Ob er das, wenn er hinter die Zahlen blickt, heute noch genauso sieht, werden wir sehen. <\/p><p>Die einzigen, die wirklich einigerma&szlig;en zufrieden sein k&ouml;nnen, das sind die Gr&uuml;nen.  Allein die Linkspartei gestand uneingeschr&auml;nkt ihre Niederlage ein. Sie wurde zwischen den Lagern aufgerieben, viele ihrer fr&uuml;heren W&auml;hler haben sich angesichts des inszenierten Lagerwahlkampfes wahltaktisch verhalten und SPD oder Gr&uuml;ne gew&auml;hlt. DIE LINKE hat dazuhin noch den Fehler gemacht, dass sie ihre F&uuml;hrungsstreitigkeiten in der Bundespartei nicht vor dieser Wahl l&ouml;ste. Da half auch der Noteinsatz von Sarah Wagenknecht als bekanntes Gesicht im Wahlkampf nicht mehr. In keiner W&auml;hlergruppe hat die Linkspartei mehr als drei Prozent geholt. Im Westen wird es diese Partei schwer haben.  <\/p><p>Am Wahlabend waren wieder einmal die Sch&ouml;nredner aller Parteien am Werke und versuchten als Spin-Doktoren die ver&ouml;ffentlichte Meinung beeinflussen. Denn die Medien bestimmen die politische Stimmung im Lande. Sie hatten die Niedersachsenwahl zu einer zu einer Zitterwahl f&uuml;r Schwarz-Gelb, vor allem f&uuml;r die FDP stilisiert und dadurch den W&auml;hleraustausch von der CDU zur FDP ausgel&ouml;st. Die Berichterstattung &uuml;ber die Fettn&auml;pfchen, in die Steinbr&uuml;ck getappt ist, wurden zum Gradmesser daf&uuml;r gemacht, ob er der SPD in Niedersachsen und sp&auml;ter auch in der Bundestagswahl schadet, ja ob er &uuml;berhaupt Kandidat bleiben kann. Und schlie&szlig;lich gab es das Drama um das politische &Uuml;berleben von Philipp R&ouml;sler. Themen oder politische Inhalte spielten in der Berichterstattung kaum noch eine Rolle. Angesichts dieser Zuspitzung auf Personen und auf die &bdquo;Lager&ldquo; konnte z.B. die Linkspartei schlicht totgeschwiegen oder medial ausgegrenzt werden. F&uuml;r den Bundestagswahlkampf und f&uuml;r eine wirkliche  Auseinandersetzung um den politischen Kurs kann einem da nur angst und bange werden. Die Inhalte der Politik spielen kaum noch eine Rolle, es geht nur noch um Image und um Personality Shows &ndash; Deutschland sucht den Super-Star und da stehen eben alle Medien hinter Merkel, sei es aus politischer Gesinnung, sei es dass in den Medien keine Kompetenz mehr vorhanden ist, die Politik Merkels kritisch zu durchleuchten. Das liegt nat&uuml;rlich auch daran, dass z.B. zum Austerit&auml;tskurs der Kanzlerin von Seiten der SPD und der Gr&uuml;ne keine wirkliche Opposition mehr vorhanden ist und politische Alternativen, wie sie etwa von der Linkspartei und von anderen vorgeschlagen werden, schlicht ignoriert, ausgegrenzt oder gar verteufelt werden. <\/p><p>Hinweis: Die Umfrageergebnisse, die in diesem Beitrag angef&uuml;hrt wurden, habe ich dem <a href=\"http:\/\/wahltool.zdf.de\/ni\/_html5\/indexc.html\">ZDF-Wahltool<\/a> oder den <a href=\"http:\/\/wahlarchiv.tagesschau.de\/wahlen\/2013-01-20-LT-DE-NI\/umfrage-werwas.shtml\">Umfragen der ARD<\/a> bzw. der Berichterstattung von ARD, ZDF und NDR entnommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>David McAllister und die CDU sind Opfer der FDP. Dass Kalk&uuml;l der &uuml;berzeugten Anh&auml;nger einer schwarz-gelben Koalition, mit einer Stimmabgabe f&uuml;r die FDP diese Koalition fortsetzen zu k&ouml;nnen, ging nicht auf. Wenn die FDP das Ergebnis n&uuml;chtern analysiert, muss sie feststellen, dass sie nur noch am Tropf der CDU h&auml;ngt. Dieser Aderlass hat die CDU<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15908\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[192,193,190],"tags":[867,1453,1452],"class_list":["post-15908","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cducsu","category-fdp","category-wahlen","tag-leihstimmen","tag-mcallister-david","tag-niedersachsen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15908","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15908"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15908\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26509,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15908\/revisions\/26509"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15908"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15908"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15908"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}