{"id":16062,"date":"2013-02-04T08:59:47","date_gmt":"2013-02-04T07:59:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062"},"modified":"2013-02-04T08:59:47","modified_gmt":"2013-02-04T07:59:47","slug":"hinweise-des-tages-1788","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h01\">Zur Behauptung, dass die Steuereinnahmen noch nie so hoch wie heute gewesen seien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h02\">Olaf Storbeck: Das Milliardengeschenk von NRW an Goldman Sachs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h03\">Die Liquidit&auml;tsfalle in Bildern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h04\">Joachim Bischoff: Japans Konjunkturprogramm. Mit Niedrigzinsen und &ouml;ffentlichen Investitionen aus der Deflation?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h05\">Wie ticken B&ouml;rsianer?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h06\">Br&uuml;ssel will Entlassungen erleichtern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h07\">Verdrehte Rentendebatte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h08\">Kleinkindbetreuung: Bedarf k&ouml;nnte l&auml;ngerfristig auf bis zu 60 Prozent steigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h09\">Befreiung vom Riesterzwang<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h10\">Old Boys&rsquo; Network<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h11\">Die Nokia-Karawane oder das Prinzip des Wanderkapitalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h12\">Die Einfl&uuml;sterer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h13\">Krieg in Afghanistan: Was elf Jahre falsch war, wird im zw&ouml;lften Jahr nicht richtig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h14\">Business as usual: Deutsche Waffen gehen weiter in alle Welt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h15\">Redebeitrag Norman Paech auf dem Marienplatz, 2.2.2013<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h16\">Die Karlsruhe-Performance<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h17\">Werner R&uuml;gemer: Wie einflussreiche K&ouml;lner B&uuml;rger ihr soziales Herz entdecken, wenn es um die Verhinderung des Baus einer arch&auml;ologischen Zone geht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h18\">Bologna-Reform: Gut gedacht, schlecht gemacht?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h19\">Revier ohne Vielfalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062#h20\">Das Letzte: Claus Kleber erh&auml;lt die &bdquo;Goldene Kamera&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16062&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Zur Behauptung, dass die Steuereinnahmen noch nie so hoch wie heute gewesen seien<\/strong><br>\nDie &ouml;ffentliche Meinung scheint sich zu drehen: Galten vor wenigen Jahren Steuererh&ouml;hungen noch als Gift und als absolutes Tabu, so werden mittlerweile Stimmen lauter, die eine Erh&ouml;hung von Steuern gerade auf hohe Einkommen, Verm&ouml;gen und Unternehmensgewinne fordern. Insbesondere die FDP, der Bund der &ldquo;Steuerzahler&rdquo; und auch die CDU verweisen allerdings immer wieder darauf, dass die Steuereinnahmen in Deutschland noch nie so hoch wie heute gewesen seien. Mit dieser Begr&uuml;ndung lehnen sie Steuererh&ouml;hungen ab. Grund genug, sich die tats&auml;chlichen Zahlen ein wenig genauer anzusehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1044\">annotazioni<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Olaf Storbeck: Das Milliardengeschenk von NRW an Goldman Sachs<\/strong><br>\nMehr Markt, weniger Staat &ndash; die Privatisierung der  Wohnungsgesellschaft LEG war eines der Prestigeprojekte der schwarz-gelben NRW-Landesregierung von J&uuml;rgen R&uuml;ttgers (CDU).<br>\nMitte 2008 verkaufte das Land das Unternehmen an die  US-Investment-Bank Goldman Sachs. &ldquo;Es ist uns gelungen, die LEG zu einem guten Preis zu ver&auml;u&szlig;ern&rdquo;, sagte der damalige NRW-Finanzminister Helmut Linssen und heutige CDU-Bundesschatzmeister damals.<br>\nHeute ist klar: Genau das Gegenteil war der Fall . Der Preis war gut, aber nur aus Sicht des K&auml;ufers. Die nordrhein-westf&auml;lischen Steuerzahler machten ein extrem schlechtes Gesch&auml;ft, wie der heutige B&ouml;rsengang der LEG deutlich macht. Goldman zahlte vor f&uuml;nf Jahren 787.1 Millionen Euro f&uuml;r die LEG &ndash; an der B&ouml;rse ist das Unternehmen heute drei mal so viel wert, rund 2,3 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/olafstorbeck.blogstrasse2.de\/deutsch\/?p=640093\">Econimics Intelligence<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Liquidit&auml;tsfalle in Bildern<\/strong><br>\nL&auml;nder wie die USA, Grossbritannien, Irland und Spanien haben in ihren Boomjahren der vergangenen Dekade &ndash; die in allen F&auml;llen mit einer Immobilienblase einher ging &ndash; einen massiven Schuldenaufbau in ihrem Privatsektor (Haushalte und Unternehmen) erlebt. Als die Blase um<br>\n2007 platzte, begann das Pendel in die andere Richtung zu schwingen, und das sogenannte Deleveraging setzte ein, eine lange, z&auml;he Phase des Schuldenabbaus im Privatsektor.<br>\nSeither besch&auml;ftigt eigentlich nur eine Frage: Ist das Deleveraging bald vorbei?<br>\nDie kurze Antwort: leider nein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.tagesanzeiger.ch\/nevermindthemarkets\/index.php\/11543\/die-liquiditatsfalle-in-bildern\/\">Blog tagesanzeiger<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Joachim Bischoff: Japans Konjunkturprogramm. Mit Niedrigzinsen und &ouml;ffentlichen Investitionen aus der Deflation?<\/strong><br>\nSeit dem Platzen der Immobilien und Verm&ouml;gensblase 1989\/90 ist Japan von r&uuml;ckl&auml;ufiger Teuerung (Deflation) und geringem Wirtschaftswachstum oder Stagnation der wirtschaftlichen Leistung gepr&auml;gt. Die jahrzehntelang regierende liberaldemokratische LDP hat &uuml;ber massive Konjunkturprogramme immer wieder versucht aus dieser Blockade der Akkumulationsdynamik auszubrechen &mdash; ohne Erfolg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/mit-niedrigzinsen-und-oeffentlichen-investitionen-aus-der-deflation\/\">Sozialismus<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wie ticken B&ouml;rsianer?<\/strong><br>\nFinanzmarktgeschehen und Psychologie. Von Martin Hubert.<br>\n50 Prozent des Finanzmarktgeschehens sei nichts als Psychologie, sagen kritische Beobachter. Hirnforscher belegen inzwischen in Experimenten: &Auml;ngste, Selbst&uuml;bersch&auml;tzung und Hormone mischen kr&auml;ftig mit, wenn Millionensummen &uuml;ber den Globus bewegt werden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mp3-download.swr.de\/swr2\/wissen\/sendungen\/2013\/01\/swr2-wissen-20130130-wie-ticken-boersianer.12844s.mp3\">swr.de [mp3 &ndash; 25.3 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Br&uuml;ssel will Entlassungen erleichtern<\/strong><br>\nNach der Finanzpolitik will die EU nun auch noch die Wirtschafts- und Sozialpolitik koordinieren. Die L&ouml;hne m&uuml;ssten st&auml;rker an die Produktivit&auml;tsentwicklung angepasst werden, Entlassungen m&uuml;ssten leichter m&ouml;glich sein, fordert die EU-Kommission. Bundeskanzlerin Angela Merkel will das sogar zur Pflicht machen &ndash; f&uuml;r den Fr&uuml;hjahrsgipfel im M&auml;rz bereitet sie eine Wettbewerbs- und Reforminitiative nach dem Vorbild der Agenda 2010 vor.<br>\nDaran w&uuml;rden selbstverst&auml;ndlich auch die Sozialpartner beteiligt, hei&szlig;t es in Berlin. Doch nun sind die Gewerkschaften in Br&uuml;ssel ausgeschert. Ungew&ouml;hnlich heftig protestiert vor allem der europ&auml;ische Dachverband IndustriAll. Der Vorschlag der Kommission, auf EU-Ebene &uuml;ber Tarifpolitik und Arbeitsrecht zu reden, sei ein Anschlag auf die Tarifautonomie und k&ouml;nne zur &bdquo;Senkung der L&ouml;hne&ldquo; f&uuml;hren, hei&szlig;t es in einem Protestschreiben des Dachverbands, der 197 europ&auml;ische Industriegewerkschaften vereint (darunter IG Metall und IG BCE).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Gewerkschaften-empoert\/!110274\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Verdrehte Rentendebatte<\/strong><br>\nWenn es um die Rente geht, ist mit der objektiven Berichterstattung in den Medien ganz schnell Schluss. Leider auch in der S&uuml;ddeutschen Zeitung. Ihr Aufmacher vom Donnerstag (31.01.2013) &uuml;ber die Fr&uuml;hrente fu&szlig;t auf ungeeigneten Daten und einem journalistisch h&ouml;chst fragw&uuml;rdigen Informanten. Unter dem Titel &ldquo;Trend zur Fr&uuml;hrente &ndash; trotz Einbu&szlig;en&rdquo; beschreibt SZ-Autor Thomas &Ouml;chsner ganz oben auf Seite eins, wie angeblich neue Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) belegten, dass immer mehr Deutsche vor der offiziellen Altersgrenze in Rente gingen und daf&uuml;r Abschl&auml;ge in Kauf nehmen. Die Experten der DRV kommen mit den richtigen Daten allerdings zu einer ganz anderen Aussage: Regelaltersrente auf dem Vormarsch. Der Trend geht demnach also tats&auml;chlich zum offiziellen Rentenalter, das bis vor kurzem bei 65 Jahren lag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.demografie-blog.de\/2013\/02\/verdrehte-rentendebatte\/\">Demografie-Blog<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Kleinkindbetreuung: Bedarf k&ouml;nnte l&auml;ngerfristig auf bis zu 60 Prozent steigen<\/strong><br>\nZehntausende Betreuungspl&auml;tze m&uuml;ssen noch entstehen, damit bis August knapp 40 Prozent aller Kinder unter drei Jahren versorgt sind. Und der internationale Vergleich legt nahe, dass der Bedarf noch deutlich steigen d&uuml;rfte &ndash; l&auml;ngerfristig auf eine Betreuungsquote von bis zu 60 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Eric Seils vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.(&hellip;)<br>\nDer Bedarf w&auml;chst mit dem Angebot. Seils hat auch nachverfolgt, wie sich die Kleinkinderbetreuung in verschiedenen Nachbarstaaten entwickelt hat. Vor allem in den skandinavischen L&auml;ndern hat der Wissenschaftler dabei ein Muster beobachtet: &Uuml;ber Jahre hinweg w&auml;chst mit einem steigenden Angebot auch der Bedarf nach Betreuungsleistungen. Seils erkl&auml;rt das so: Wenn immer mehr Eltern ganztags arbeiten und ihre Kinder betreuen lassen, ver&auml;ndern sich soziale Normen. Die Akzeptanz von Kitas und Tagesm&uuml;ttern w&auml;chst weiter und es gilt zunehmend als normal, dass sowohl V&auml;ter als auch M&uuml;tter voll am Erwerbsleben teilnehmen. Hinzu kommen ganz praktische Faktoren. So berichten Wissenschaftler aus D&auml;nemark, dass Kinder, die zu Hause betreut werden, immer weniger Spielkameraden finden, weil die meisten Gleichaltrigen in der Kita sind.<br>\nBetreuungsgelder, die den Bedarf nach externer Betreuung grunds&auml;tzlich d&auml;mpfen k&ouml;nnen, gibt es in Schweden und in Finnland. In Schweden, wo Eltern monatlich 340 Euro erhalten, habe diese Geldleistung faktisch wenig Einfluss auf die Betreuungsquote, schreibt Seils mit Verweis auf die Forschungsliteratur. In Finnland sei das Betreuungsgeld hingegen noch deutlich h&ouml;her &ndash; und offensichtlich wirke es sich aus: Die Quote der externen Kinderbetreuung lag 2010 nach den Eurostat-Daten bei knapp 30 Prozent. Vor allem Frauen mit niedrigen Verdienstaussichten betreuten ihre Kinder selber.<br>\n&ldquo;Mehr qualitativ hochwertige externe Kinderbetreuung verbessert die beruflichen Perspektiven von Frauen, und sie kann sich nach Einsch&auml;tzung vieler Forscher positiv auf Bildungschancen auswirken&rdquo;, sagt WSI-Forscher Seils. Der notwendige Ausbau m&uuml;sse als langfristiges Projekt angelegt sein, wie der internationale Vergleich zeige. &ldquo;Die L&auml;nder, die heute deutlich weiter sind als wir, haben etwa zwei Jahrzehnte gebraucht, um eine leistungsf&auml;hige Betreuungsinfrastruktur aufzubauen&rdquo;, so Seils. &ldquo;Das holt man nicht innerhalb weniger Jahre auf.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/14_42108.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Befreiung vom Riesterzwang<\/strong><br>\n&ldquo;Sich privat f&uuml;rs Alter abzusichern ist teuer und endet f&uuml;r die meisten mit erheblichen Verlusten&rdquo;, so das Fazit der AutorInnen Holger Balodis und Dagmar H&uuml;hne, die seit mehr als zwei Jahrzehnten f&uuml;r ARD-Magazine wie &ldquo;Plusminus&rdquo; oder &ldquo;Ratgeber Recht&rdquo; &uuml;ber Altersvorsorge berichten. Ihr Urteil werden viele als pauschal abtun und einwenden, wir alle m&uuml;ssten privat vorsorgen, weil die gesetzliche Rentenversicherung &uuml;berfordert wird von immer mehr &Auml;lteren und sinkenden Geburtenraten. Hier setzten Balodis und H&uuml;hne an. Sie zeigen, dass dieses Denken von falschen Annahmen ausgeht und die rot-gr&uuml;ne Bundesregierung ab Anfang 2000 unter den Einfl&uuml;sterungen von Finanzwirtschaft und Wissenschaft unn&ouml;tig die Axt an das gesetzliche Rentensystem legte.<br>\nSeither sprudeln die Gewinne f&uuml;r die privaten Versicherungen, und das gesetzliche Rentenniveau sinkt stetig. Trotzdem kommt die &Ouml;ffentlichkeit nicht auf die Idee, den Paradigmenwechsel in Frage zu stellen. Obwohl es f&uuml;r viele bedeutet, unn&ouml;tig in die Altersarmut gesteuert zu werden. Wie konnte es dazu kommen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/archiv\/?dig=2013\/02\/02\/a0036\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Old Boys&rsquo; Network<\/strong><br>\nIn letzter Zeit hat &ndash; wenn auch recht zaghaft &ndash; wieder eine Diskussion &uuml;ber Deutschlands Spitzenmanager begonnen. Ging es lange Zeit vorrangig um die H&ouml;he der Vorstandsverg&uuml;tung (siehe Managergeh&auml;lter 2011), geht es nun vermehrt um die Qualit&auml;t einzelner Aufsichtsratsmitglieder. Im Zentrum dieser Debatte stand zuletzt Multifunktion&auml;r Cromme. Auf der Hauptversammlung von ThysssenKrupp hagelte es Kritik, viele Aktion&auml;re wollten seine Abwahl, die Rede war von &bdquo;Pattex Cromme&ldquo;. Er ist aber nicht der einzige Kontrolleur mit Beharrungsverm&ouml;gen; eine kleine Gruppe von Old Boys hat ein feines, effektives Netzwerk aufgebaut.<br>\nEs ist g&auml;ngige Praxis, dass sich Manager in Deutschland Aufsichtsratsposten zuschieben. &Uuml;ber die Jahre hat sich so ein fester Kern alter m&auml;nnlicher Aufsichtsratsmitglieder gebildet. Einige bringen es dabei auf eine stattliche Anzahl von Mandaten. Lt. Kienbaum vereinen zw&ouml;lf Prozent der Aufsichtsratsmitglieder ein Viertel aller Aufsichtsratsmandate der Dax-Unternehmen auf sich (Kienbaum, Pressemitteilung vom 5.11.2012). Nach einer Untersuchung von Board Academy halten 19 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder in den Dax-Unternehmen mehr als sechs Mandate inne. Bezogen auf Dax, MDax und SDax finden sich sogar 33 Kontrolleure mit mehr als zehn Mandaten (Board Academy, Studie: Aufsichtsr&auml;te deutscher Gro&szlig;unternehmen).<br>\nIn 18 der 30 Dax-Konzerne sitzen ehemalige Vorst&auml;nde im Aufsichtsrat &ndash; oft f&uuml;hren Ex-Chefs sogar deren Vorsitz (Wirtschaftswoche vom 8.12.2011).<br>\n&Auml;mterh&auml;ufung ist also nach wie vor ein gro&szlig;es Thema. Aufseiten der Anteilseigner gibt es eine betr&auml;chtliche Konzentration von Mandaten &ndash; ganz wie in &bdquo;alten Zeiten&ldquo;:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.verdi-bub.de\/service\/standpunkte\/archiv\/das_netzwerk_der_alten_maenner\/\">ver.di b + b<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Nokia-Karawane oder das Prinzip des Wanderkapitalismus<\/strong><br>\nDurch Steppen, W&uuml;sten und Gebirge, Mensch und Tier unterwegs auf einer abenteuerlichen Reise: so sieht der Mythos der &ldquo;Karawane&rdquo; aus. Die Karawanen unserer Zeit sind weniger pittoresk. Es handelt sich um Konzerne, die als Herstellungskarawanen rund um den Globus ziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/medien.wdr.de\/m\/1357809182\/radio\/feature_download\/wdr_feature_download_die_nokia-karawane_20130112_1300.mp3\">wdr.de <\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Einfl&uuml;sterer<\/strong><br>\nUnter diesem Titel beschreibt der Spiegel in seiner neuesten Printausgabe ein &bdquo;Lehrst&uuml;ck &uuml;ber den Irrsinn des Lobbyismus&ldquo;. Es geht um eine im Bundestag in einer Nachtsitzung durchgezogenen Gesetzes&auml;nderung unter dem nichtssagenden Namen &bdquo;SEPA-Begleitgesetz&ldquo; dessen eigentlicher Regelungsgegenstand der europ&auml;ische Zahlungsverkehr ist. Nachdem erst nach der Verabschiedung im Bundestag bekannt geworden ist, dass Millionen von Menschen mit einer Lebensversicherung durch eine kleine Paragrafen-&Auml;nderung Milliarden verlorengehen sollten, hat der Bundesrat das Gesetz gestoppt.<br>\nLaut Spiegel sind sogar die sog. Bewertungsreserven der deutschen Lebensversicherungen  weitaus h&ouml;her als bislang bekannt. Interne Zahlen von Aufsehern zeigten, dass sich die Bewertungsreserven bei festverzinslichen Wertpapieren seit Anfang 2011 fast verdrei&szlig;igfacht haben &ndash; von 2,7 auf 75,1 Milliarden Euro. Andere Anlageformen wie Immobilien mitgerechnet, seien die Bewertungsreserven zuletzt sogar auf 89,7 Milliarden Euro gestiegen.<br>\nBewertungsreserven entstehen, wenn eine Kapitalanlage aktuell mehr wert ist als der Preis, zum Zeitpunkt ihres Kaufs. Vor allem bei Staatsanleihen, die vor Jahren erworben wurden, ist das derzeit der Fall. Diese alten Anleihen werden deutlich h&ouml;her verzinst, als heute. Die Konzerne m&uuml;ssen ihre Kunden nach der alten Gesetzeslage an diesen Gewinnen beteiligen, wenn ihr Vertrag ausl&auml;uft. Mit der geplanten Gesetzes&auml;nderung sollte diese Beteiligungspflicht eingeschr&auml;nkt werden. Kunden h&auml;tten damit Verluste von teilweise weit &uuml;ber 10.000 Euro gedroht, schreibt der Spiegel.<br>\nDie Geschichte, wie das Gesetz beinahe ger&auml;uschlos in Kraft getreten sei, sei ein Lehrst&uuml;ck &uuml;ber den &uuml;berforderten Berliner Politbetrieb und den Lobbyismus einer schier &uuml;berm&auml;chtigen Branche.<br>\nQuelle: Der SPIEGEL 6\/2013 S. 72 f. (nicht im Netz)<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Krieg in Afghanistan: Was elf Jahre falsch war, wird im zw&ouml;lften Jahr nicht richtig<\/strong><br>\nAnl&auml;sslich der Debatte im Deutschen Bundestag um die Verl&auml;ngerung des ISAF-Mandats f&uuml;r Afghanistan erkl&auml;rten die Sprecher des Bundesausschusses Friedenratschlag, Dr. Peter Strutynski und L&uuml;hr Henken, in einer Stellungnahme:<br>\nDie heutige Bundestagsdebatte hat wieder einmal gezeigt, dass es der Bundesregierung nicht um eine Beendigung des Afghanistankriegs und um den Abzug der deutschen Truppen geht. Sie spricht zwar unerm&uuml;dlich davon; ihre Taten weisen aber in eine andere Richtung. Das neue Mandat, das heute beschlossen wurde, produziert keinen Abzug sondern leere Versprechen, L&uuml;gen und Sch&ouml;nf&auml;rbereien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/regionen\/Afghanistan\/mandat2013-baf.html\">AG Friedensforschung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Business as usual: Deutsche Waffen gehen weiter in alle Welt<\/strong><br>\nAnl&auml;sslich der Debatte &uuml;ber den deutschen R&uuml;stungsexport im Bundestag erkl&auml;ren die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme:<br>\nDie Friedensbewegung fordert seit langem, einen Stopp des Waffenexports. Eine Forderung, die angesichts der zur Entscheidung anstehenden umfangreichen Exportvorhaben schwerer Waffen in Zonen hoher Spannungen im Wert von etwa 30 Milliarden Euro umso dringlicher wird. Die schwarz-gelbe Bundesregierung versucht mit dem gezielten R&uuml;stungsexport in ausgew&auml;hlte &bdquo;befreundete&ldquo; L&auml;nder au&szlig;erhalb von NATO und EU Au&szlig;enpolitik zu betreiben &ndash; ungeachtet der Menschenrechtslage im Empf&auml;ngerland. Dabei missachtet sie den hohen Stellenwert dieses Kriteriums und das Richtlinien-Gebot der restriktiven Handhabung.<br>\nVerheerend sind auch Lieferungen von Kleinwaffen in L&auml;nder insbesondere au&szlig;erhalb von EU und NATO, die im Jahr 2011 einen Rekord verzeichneten. Dar&uuml;ber hinaus unterliegt der Endverbleib von Waffenlieferungen und in Lizenz im Ausland hergestellter Waffen keiner wirksamen Kontrolle. Die Friedensbewegung kritisiert au&szlig;erdem die Intransparenz der Entscheidungsfindung durch den geheim tagenden Bundessicherheitsrat ebenso wie die extrem sp&auml;te Ver&ouml;ffentlichung bereits vorgenommener Exportentscheidungen und die wenig aussagekr&auml;ftige Auflistung dieser Exporte. Es ist ein Skandal, dass erst Ende Januar 2013 der R&uuml;stungsexportbericht f&uuml;r das Jahr 2011 [externer Link] im Bundestag diskutiert wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/themen\/export\/bericht2011-baf2.html\">AG Friedensforschung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Redebeitrag Norman Paech auf dem Marienplatz, 2.2.2013<\/strong><br>\nSeit Jahren fordert die gro&szlig;e Mehrheit der deutschen Bev&ouml;lkerung ein Ende des Krieges in Afghanistan und den Abzug der deutschen Truppen. Was sie jetzt als Abzug inszenieren, ist in Wahrheit ein Umzug, der die weitere Besatzung dieses geschundenen Landes garantieren soll, ein neues Protektorat. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Planungen dahin gehen, noch 20 bis 35 000 Soldaten im Lande zu belassen, in alter kolonialer Erinnerung &bdquo;Schutztruppe&ldquo; genannt. Und diese Truppe wird nun noch mit Drohnen aufger&uuml;stet, die die Opfer unter der Zivilbev&ouml;lkerung unverantwortlich in die H&ouml;he treiben. Das ist die Wahrheit &uuml;ber den &bdquo;Abzug&ldquo;.<br>\n&Uuml;ber 11 Jahre haben sie diesen Krieg fortgef&uuml;hrt mit der dreisten L&uuml;ge, die Menschenrechte und Freiheiten der Afghaninnen und Afghanen zu sichern und eine Demokratie aufzubauen.<br>\nSeien Sie doch endlich ehrlich und schauen sich das ganze Land an: seit &uuml;ber 30 Jahren im Krieg. Landwirtschaft, Industrie und Handwerk in weitesten Teilen zerst&ouml;rt, nur der Drogenhandel bl&uuml;ht. Die Gesellschaft ist in ihren Grundfesten zerbrochen.<br>\nSie rechtfertigen das alles auch noch mit dem Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Ich sage Ihnen: dieser Krieg ist Terror &ndash; Staatsterrorismus, der immer weiteren Terror hervorbringt. Sie setzen mit diesem Terrorkrieg selbst die Bedingungen f&uuml;r den Terror, gegen den sie sich dann wehren wollen, ob in Afghanistan, in Irak oder jetzt in Mali.<br>\nIn den Verteidigungspolitischen Richtlinien steht: &bdquo;Deutsche Sicherheitspolitik ist in Werten und Grunds&auml;tzen der freiheitlich- demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes und des V&ouml;lkerrechts verpflichtet.&ldquo; Wir fragen: Seit wann entspricht es diesen Werten, einem Regime wie dem von Saudi Arabien, dem die Menschenrechte vollkommen fremd sind, Panzer zu verkaufen, zum Einsatz im Innern des Landes oder &uuml;ber die Grenzen gegen Nachbarn? Wie rechtfertigen sie den drittgr&ouml;&szlig;ten R&uuml;stungsexport in der Welt mit ihrem Interesse an internationaler Stabilit&auml;t, wenn auf allen Kriegsschaupl&auml;tzen deutsche Waffen jeden Kalibers auftauchen? Wie halten Sie es f&uuml;r vereinbar mit dem V&ouml;lkerrecht, einem Regime, welches permanent Kriegsdrohungen gegen einen Nachbarn in der Region ausst&ouml;&szlig;t, U-Boote zu liefern, die als Abschussrampen f&uuml;r seine Atomraketen benutzt werden k&ouml;nnen ? Und wie rechtfertigen sie die Unterst&uuml;tzung derartiger Kriegsdrohungen gegen Iran &ndash; die f&uuml;r sich schon nach der UNO-Charta ein Versto&szlig; gegen das V&ouml;lkerrecht sind &ndash; mit Sanktionen, die nachweislich immer st&auml;rker die Bev&ouml;lkerung treffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sicherheitskonferenz.de\/Redebeitrag-Norman-Paech-2.2.2013\">sicherheitskonferenz.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Die Karlsruhe-Performance<\/strong><br>\nDas Bundesverfassungsgericht tr&auml;gt also viel zur Legitimation des demokratischen Systems in Deutschland bei. Allerdings oft auf Kosten der politischen Akteure, die es &ndash; so die Inszenierung &ndash; an ihre grundgesetzlichen Pflichten erinnern muss. Deutschland wurde so zum Schiedsrichterstaat, bei dem die Schiedsrichter deutlich beliebter sind als die politischen Player.<br>\nFaktisch ist aber auch das Bundesverfassungsgericht ein politischer Akteur, ausgestattet mit Veto- und &uuml;bergeordneten Gestaltungsrechten, mit der F&auml;higkeit, den politischen Diskurs zu pr&auml;gen, Themen zu setzen, Werte zu definieren und Interessen zu vers&ouml;hnen.<br>\nWie der Bundesrat nicht nur L&auml;nderinteressen wahrt, steht das Bundesverfassungsgericht nicht nur f&uuml;r blo&szlig;e Rechtsanwendung. Vielmehr ist der Bezug auf das Grundgesetz vor allem eine Performance, bei der alle mitspielen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!110210\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine hohe Weihe, die Christian Rath dem Bundesverfassungsgericht verleiht. Man kann es auch skeptischer sehen. In vielen Urteilen hat Karlsruhe dem Leitbildwechsel des Grundgesetzes durch die Politik &ndash; wenn auch mit erhobenem Zeigefinger &ndash; zum Durchbruch verholfen. So etwa beim Tabubruch, wonach der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14192\">bewaffnete Einsatz der Bundeswehr im Innern zugelassen wurde<\/a>, die &bdquo;schallende Ohrfeige&ldquo; bei den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4514\">Hartz-IV-Regelleistungen tat der Politik nicht weh<\/a>, die Logik der Hartz-Gesetze wurde best&auml;tigt und bis auf unzul&auml;ngliche Verbesserungen bei den Transferleistungen f&uuml;r Kinder hat sich nichts getan. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10675\">Das Gericht hat die Maastricht-Regeln  zu Verfassungsrang erhoben<\/a>, es <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4476\">&ouml;ffnete mit falschen Annahmen die T&uuml;r zu Studiengeb&uuml;hren<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2605\">lie&szlig; den Sozialstaat nach Kassenlage zu<\/a>.<\/em><br>\n<em>Es glaubte damals der fingierten Vertrauensfrage Gerhard Schr&ouml;ders, obwohl <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/archiv\/?dig=2005\/08\/25\/a0163\">er erkennbar nicht die Wahrheit gesagt hatte<\/a>.<\/em><br>\n<em>Man k&ouml;nnte noch viele Beispiele nennen, bei denen sich die Karlsruher Richter dem herrschenden Zeitgeist angepasst haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Werner R&uuml;gemer: Wie einflussreiche K&ouml;lner B&uuml;rger ihr soziales Herz entdecken, wenn es um die Verhinderung des Baus einer arch&auml;ologischen Zone geht<\/strong><br>\nSeit 2007 graben drei Dutzend Arch&auml;ologen auf beziehungsweise unter dem ger&auml;umigen Rathausvorplatz. Hier liegt der Ursprung der Stadt K&ouml;ln. Hier bauten die R&ouml;mer einige Jahre nach Christi Geburt den pr&auml;chtigen Palast ihres Statthalters (Pr&auml;torium). Hier residierten dann die fr&auml;nkischen K&ouml;nige. In K&ouml;ln ist f&uuml;r 321 nach Christus die erste j&uuml;dische Gemeinde n&ouml;rdlich der Alpen nachgewiesen. Schon seit Ende des ersten Jahrhunderts, nach der Zerst&ouml;rung des Tempels in Jerusalem, waren Juden dauerhaft in K&ouml;ln ans&auml;ssig und geh&ouml;rten zur multinationalen Stadtbev&ouml;lkerung, wie man heute sagen w&uuml;rde&hellip;<br>\nVon alldem stie&szlig;en die Arch&auml;ologen auf eine &uuml;berraschende Zahl arch&auml;ologischer Funde. Sie datieren vom ersten nachchristlichen bis zum 20. Jahrhundert&hellip;<br>\nDie Brodel-B&uuml;rger wollen die soziale Spaltung der Stadt abwenden und deshalb das J&uuml;dische Museum verhindern&hellip;<br>\nAm K&ouml;lner Jugend- und Sozialetat wird seit mindestens zwei Jahrzehnten gek&uuml;rzt, jedes Jahr, und seitdem protestieren Initiativen und Betroffene dagegen, machen Alternativvorschl&auml;ge. Warum &bdquo;brodelt&ldquo; es aber gerade jetzt erst in der K&ouml;lner &bdquo;B&uuml;rgerschaft&ldquo;? Und warum gerade der Stadt-Anzeiger, der sich in seiner penetranten FDP-Ausrichtung bisher um den weniger privilegierten und &bdquo;kulturfernen&ldquo; Teil der Bev&ouml;lkerung nicht sorgte? Und warum steht das J&uuml;dische Museum im Visier und andere Gro&szlig;projekte nicht?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=18652\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Bologna-Reform: Gut gedacht, schlecht gemacht?<\/strong><br>\n1999 verabredeten Europas Wissenschaftsminister einen gemeinsamen Hochschulraum anzustreben &ndash; der Grundstein zur Bologna-Reform war gelegt.<br>\nF&uuml;r Deutschland bedeutete das zun&auml;chst vor allem die Umstellung auf Bachelor und Master. Doch immer wieder gibt es Kritik an der Bologna-Reform, und dass ausgerechnet Wirtschaftsvertreter heute die &ldquo;&Ouml;konomisierung der Bildung&rdquo; beklagen, empfindet der K&ouml;lner Bildungsphilosoph Matthias Burchardt als &ldquo;perversen Effekt&rdquo;. Mit ihm ziehen wir heute in der Redaktionskonferenz Bilanz: Wo stehen wir, nach &uuml;ber einem Jahrzehnt Hochschulreform?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wissen.dradio.de\/bologna-reform-gut-gedacht-schlecht-gemacht.92.de.html?dram:article_id=222978\">DRadio Wissen <\/a> \n<p><strong>Dazu: Hochschulen: &ldquo;Das System bricht auseinander&rdquo;<\/strong><br>\nDas Zwei-Klassen-System aus Fachhochschulen und Universit&auml;ten sollte durch ein Modell ersetzt werden, in dem es vier Typen von Hochschulen gibt &ndash; so der Vorschlag des Potsdamer Uni-Pr&auml;sidenten Oliver G&uuml;nther.<\/p>\n<p>Ein Gespr&auml;ch<\/p>\n<p>DIE ZEIT: Herr G&uuml;nther, Sie sagen, die Hochschullandschaft, wie sie heute ist, werde es in 20 Jahren nicht mehr geben. Warum?<\/p>\n<p>Oliver G&uuml;nther: Zurzeit haben wir zwei Arten von Hochschulen:<br>\nUniversit&auml;ten und Fachhochschulen. Das System beruht auf der &uuml;berholten Annahme, dass in Deutschland alle Universit&auml;ten ungef&auml;hr gleich gut sind und &auml;hnlich viele Mittel bekommen sollen. Dann kommt ein tiefer Graben, und dann kommen die Fachhochschulen, die alle auch ungef&auml;hr gleich gut sind. Diese Annahme trifft so nicht mehr zu, es gibt l&auml;ngst arten&uuml;bergreifende Ausdifferenzierungen. Und die lassen das Zwei-Arten-System, so wie wir es kennen, langsam auseinanderbrechen.<\/p>\n<p>ZEIT: Bund und L&auml;nder f&ouml;rdern heute schon einzelne Universit&auml;ten mehr als andere, mit der Exzellenzinitiative zum Beispiel&hellip;<\/p>\n<p>G&uuml;nther: &hellip;damit werden Realit&auml;ten, die es schon lange gibt, ins System gegossen. Was wir beobachten, ist ein Weg in eine neue, offenere Hochschullandschaft. Ich gehe davon aus, dass sich auf diesem Weg in den n&auml;chsten 20 Jahren vier Gruppen &ndash; ich nenne sie Cluster &ndash; von Hochschulen herauskristallisieren werden.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2013\/05\/Hochschulsystem-Neuordnung\">ZEIT<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein Pl&auml;doyer f&uuml;r eine weitere Hierarchisierung der Hochschullandschaft nach dem amerikanischen Vorbild, mit einem guten Dutzend Elite-Hochschulen f&uuml;r die Elite des Landes und einem tief gestaffelten Hochschulsystem f&uuml;r die Masse. Das weltweit anerkannte Qualit&auml;tssiegel der deutschen Hochschullandschaft mit einer zwar nicht gleichartigen, aber qualitativ relativ hochwertigen und gleichwertigen Breite soll aufgegeben werden. Deutschland lag zwar beim Vergleich der Spitzenhochschulen nicht auf den vorderen Pl&auml;tzen, aber in der Zahl qualitativ hochstehender Hochschulen auf den vordersten R&auml;ngen. Der Potsdamer Uni-Pr&auml;sident nimmt offenbar gar nicht war, dass in den vergangenen 10 Jahren durch die Exzellenz-Initiative und die vor allem auch an der Einwerbung von Drittmitteln orientieren &bdquo;leistungsorientierten Mittelvergabe&ldquo; durch den Staat, die Hochschulen auseinanderdividiert wurden. Wie sollte etwa die Uni Greifswald ohne ein forschungsintensives wirtschaftliches Umland mit den M&uuml;nchner Hochschulen bei den Drittmitteln konkurrieren k&ouml;nnen. Die bewusste Hierarchisierung der Hochschullandschaft f&uuml;hrt nicht nur zu einem weiteren Verlust an Einheitlichkeit der Lebensverh&auml;ltnisse in Deutschland, sondern zu einem Verlust an allgemeiner Studienqualit&auml;t in der Breite und das zu Lasten von hunderttausenden Studierenden, die aus regionalen, finanziellen oder sonstigen Gr&uuml;nden nicht an einer Elite-Universit&auml;t studieren k&ouml;nnen. Wir kommen zu einer weiteren Spaltung zwischen den Zentren und der Peripherie (Provinz).<\/em> <\/p>\n<p><strong>Siehe dazu noch einmal:<\/strong> <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2013\/01\/14\/drk_20130114_1930_37ffde49.mp3\">Humboldt und die Effizienz: &Uuml;ber die &Ouml;konomisierung der Hochschulen<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Revier ohne Vielfalt<\/strong><br>\nNeben seiner sozialen Ausrichtung galt der &ldquo;WAZ&rdquo;-Konzern bis vor wenigen Jahren auch als Garant f&uuml;r die Meinungsvielfalt im Revier &ndash; trotz seiner wirtschaftlichen Monopolstellung. Der Grund: das sogenannte &ldquo;WAZ&rdquo;-Modell.<br>\nUnter diesem Schlagwort durfte die &ldquo;Westdeutsche Allgemeine Zeitung&rdquo; in den 70er-Jahren &uuml;berhaupt erst die &ldquo;Westf&auml;lische Rundschau&rdquo;, aber auch die &ldquo;Neue Ruhr\/Rheinzeitung&rdquo; und die &ldquo;Westfalenpost&rdquo; kaufen. &ldquo;Publizistische Vielfalt unter einem betriebswirtschaftlichen Dach&rdquo;, so hie&szlig; die Devise.<br>\nDie einzelnen Bl&auml;tter blieben redaktionell unabh&auml;ngig, wurden allerdings gemeinsam verwaltet und produziert. Ein erfolgreiches Konzept: Die Zeitungsgruppe beherrscht seitdem den Werbemarkt an der Ruhr und bekam keine Probleme mit dem Bundeskartellamt. Bis zu 30 Prozent Rendite wurden zwischenzeitlich erwirtschaftet&hellip;<br>\nMit der Aufl&ouml;sung der Rundschau-Redaktion wird de facto eine ganze Zeitung abgewickelt &ndash; obwohl sie pro forma weiter erscheint. Fast 120 Redakteure und 180 freie Mitarbeiter sind nun ohne Arbeit. W&auml;hrend ihnen im November noch versichert wurde, die von Auflagenr&uuml;ckgang geplagte Zeitung sei auf einem guten Weg, erhielten sie vor knapp zwei Wochen die Nachricht, dass die &ldquo;Westf&auml;lische Rundschau&rdquo; ab Februar ohne sie auskommen wird&hellip;<br>\nNach Medienberichten liegt ein Grund f&uuml;r den streng betriebswirtschaftlichen Kurs des &ldquo;WAZ&rdquo;-Konzerns in der neuen Eigent&uuml;merstruktur. Die Tochter des &ldquo;WAZ&rdquo;-Mitbegr&uuml;nders Jakob Funke, Petra Grotkamp, hat vor zwei Jahren die Mehrheit des Unternehmens f&uuml;r 500 Millionen Euro von der Familie des ehemaligen Funke-Partners Brost &uuml;bernommen. Sie m&uuml;sse nun ihre Kredite tilgen, hei&szlig;t es.<br>\nHorst R&ouml;per vom Formatt-Institut in Dortmund f&uuml;rchtet, dass auch andere Zeitungen mit der Begr&uuml;ndung &ndash; oder auch unter dem Vorwand, Kosten sparen zu m&uuml;ssen, dem Beispiel der &ldquo;WAZ&rdquo; folgen k&ouml;nnten:<br>\n&ldquo;Eine Zeitung herauszugeben ohne Redakteure, das hei&szlig;t eben ohne Redaktionskosten, jedenfalls fast ohne Redaktionskosten, ist nat&uuml;rlich f&uuml;r alle Betriebswirte in den Verlagen lukrativ. Insofern kann ich mir schon vorstellen, dass der eine oder andere in den Verlagen sich dieses Modell sehr genau anschaut und da etwas Nachahmungsw&uuml;rdiges entdeckt und eben solche Entscheidungen auch f&uuml;r sein eigenes Blatt treffen k&ouml;nnte.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/hintergrundpolitik\/1997975\/\">dlf<\/a> \n<p><strong>Dazu: WR Dortmund: Die Ruhrbarone springen ein<\/strong><br>\nHeute erscheint die 1946 gegr&uuml;ndete Westf&auml;lische Rundschau aus dem WAZ-Konzern letztmalig mit ihren gewohnten Lokalteilen &ndash; ab morgen nur noch als Zombiezeitung. Morgen, am 2. Februar 2013, wird in Dortmund in einem Trauermarsch &ldquo;die dann in vielen St&auml;dten Westfalens verstorbene Meinungs- und Medienvielfalt&rdquo; zu Grabe getragen.<br>\nDie Journalisten und Blogger des Ruhrgebiets-Blogs &ldquo;Ruhrbarone&rdquo; haben sich entschlossen, der Zeitung ohne Redakteure etwas sehr Lebendiges entgegenzusetzen:<br>\nWir haben uns entschieden. Wir wagen den Schritt. Wir gehen nach Dortmund. Wir werden eine Art Lokalteil f&uuml;r Dortmund machen. Und gleichzeitig die Ruhrbarone als eine regionale Stimme erhalten, die in ganz Deutschland Geh&ouml;r findet.<br>\nDer Grund ist einfach: Wir sehen Platz in Dortmund f&uuml;r eine kritische, profilierte, kratzige, manchmal b&ouml;se, immer unabh&auml;ngige Stimme.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/carta.info\/53765\/wr-dortmund-die-ruhrbarone-springen-ein\/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+carta-standard-rss+%28Carta%29\">Carta<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu noch: Klopfzeichen aus einer sterbenden Zeitungsredaktion<\/strong><br>\n&hellip;120 Redakteure und etwas mehr freie Mitarbeiter sind davon betroffen. Die WR soll als Zeitungszombie scheinbar weiterleben, gef&uuml;llt seit heute mit Inhalten anderer, bislang konkurrierender Bl&auml;tter.<br>\nWeil eine Berichterstattung dar&uuml;ber im Blatt selbst weitgehend untersagt war, suchten Redakteure der WR und des Schwesterblattes WAZ andere Wege, zumindest Spuren ihres Zorns in der Zeitung zu hinterlassen. Sie erw&auml;hnten in den vergangenen Wochen immer wieder die Zahl 120 &mdash; vor allem in der Rubrik &raquo;Zahl des Tages&laquo;&hellip;<br>\nDas Verfahren erinnert an Diktaturen, in denen Menschen versucht haben, Botschaften am Zensor vorbeizuschmuggeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/klopfzeichen-aus-einer-sterbenden-zeitungsredaktion\/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+StefanNiggemeier+%28Stefan+Niggemeier%29\">Stefan Niggemeier<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Das Letzte: Claus Kleber erh&auml;lt die &bdquo;Goldene Kamera&ldquo;<\/strong><br>\nIn der Werbesendung f&uuml;r Springers Programmzeitschrift &bdquo;H&ouml;r zu&ldquo;, bei der sich die Fernseh- und sonstige Glamour-Prominenz mal wieder &uuml;ber Stunden vor einem Millionen-Publikum selbst zelebrierte und wichtig nahm, bekam Claus Kleber der &bdquo;Anchor-Man&ldquo; des ZDF-heute-journals die Goldene Kamera in der Kategorie &bdquo;Beste Information&ldquo;.<br>\n(Da ich selbst schon mehrfach das zweifelhafte Vergn&uuml;gen hatte, auf dieser Veranstaltung anwesend zu sein, habe ich erlebt, dass wohl kaum irgendwo anders als bei dieser &bdquo;Preisverleihung&ldquo; so viel Selbstvermarktung und Anbiederung auf der einen Seite und Neid, H&auml;me und Intrigantentum andererseits an einem Ort versammelt sind.)<br>\nLaut BILD (vom 1. Februar 2013) und <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/kultur\/tv\/honorare-der-tv-stars-unser-fernsehen-und-das-liebe-geld-1675854.html\">stern<\/a> kommt Kleber in seinem freiberuflichen Job  auf 480.000 Euro im Jahr. Und das, obwohl er nur den Kopf f&uuml;r die (ihm vom ZDF zur Verf&uuml;gung gestellte) &bdquo;tollste Redaktion des Universums&ldquo; (Claus Kleber) (etwas schr&auml;g zwar) in die Kamera h&auml;lt.<br>\nKleber bekommt also mehr als sein Intendant (den Vergleich mit dem Einkommen der Kanzlerin wollen wir aus bestimmten Gr&uuml;nden nicht bem&uuml;hen).<br>\nKlaus Kleber ist bekannt f&uuml;r seine lammfrommen Interviews mit den Repr&auml;sentanten der herrschenden Meinung. Er lobt die Kanzlerin, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13257\">wo es auch nur immer geht<\/a>. Er sp&uuml;lte noch k&uuml;rzlich in seiner Sendung Anette Schavan weich, als w&auml;re der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15962\">Beitrag vom Presseteam des Bildungsministeriums<\/a>. Kleber vertritt in Penetranz die Regierungslinie &acute;Wir sind toll, wir haben in der Finanz- und Wirtschaftspolitik keine Fehler gemacht, die S&uuml;deurop&auml;er sind schuld`. \n<p>Kurz: Kleber ist der (sympathisch wirkende) Kopf des konservativen Mainstreams in der Medienlandschaft. Kein Wunder verleiht ihm die Springer-Zeitung auch die &bdquo;Goldene Kamera&ldquo;.<br>\nGlaubt wirklich jemand, dass ein Journalist, der so viel Geld kassiert noch eine Empathie f&uuml;r einen Hartz-IV-Empf&auml;nger oder auch f&uuml;r einen Durchschnittseinkommensbezieher hat. 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