{"id":16095,"date":"2013-02-06T08:56:33","date_gmt":"2013-02-06T07:56:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095"},"modified":"2013-02-06T08:56:54","modified_gmt":"2013-02-06T07:56:54","slug":"hinweise-des-tages-1812","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weitelesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h01\">Uni D&uuml;sseldorf entzieht Schavan den Doktortitel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h02\">Ist Austerit&auml;t der richtige Weg?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h03\">Der Euro als frivoles Experiment<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h04\">G&uuml;nter Verheugen: Camerons berechtigte EU-Kritik &ndash; Mehr Demokratie, weniger Regelungswut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h05\">Finanzkrise &ndash; Tanz der Geier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h06\">Lauter kriminelle Einzelf&auml;lle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h07\">Politisches Risiko?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h08\">Unter Geiern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h09\">Paul Krugman &ndash; The Japan Story<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h10\">Spanien: realwirtschaftliches Desaster!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h11\">L&auml;nderfinanzausgleich &ndash; M&uuml;nchner Haie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h12\">250.000 Jugendliche ignoriert: Regierung trickst bei Lehrstellen-Statistik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h13\">Italien: Gemeinwesen als feindliches Terrain<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h14\">Korruption in Indien: Tiger beim Dorffest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h15\">The sound of Munich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h16\">Kulturkampf um die Abrichtung unserer Kinder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095#h17\">Das Letzte: Der SemperOpernball 2013 &ndash; Gr&ouml;&szlig;tes gesellschaftliches Kulturevent Deutschlands verzauberte tausende G&auml;ste und begeisterte mit Rekorden<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16095&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Uni D&uuml;sseldorf entzieht Schavan den Doktortitel<\/strong><br>\nDie D&uuml;sseldorfer Heinrich-Heine-Universtit&auml;t erkennt Bundesbildungsministerin Annette Schavan den Doktortitel ab. Dies hat der Fakult&auml;tsrat der Philosophischen Fakult&auml;t entschieden. Die CDU-Politikerin will gegen den Beschluss klagen&hellip;<br>\nF&uuml;r die Aberkennung h&auml;tten zw&ouml;lf Mitglieder des Rats der Philosophischen Fakult&auml;t gestimmt bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Der Rat habe es als erwiesen angesehen, &bdquo;dass die damalige Doktorandin systematisch und vors&auml;tzlich &uuml;ber die gesamte Dissertation verteilt gedankliche Leistungen vorgab, die sie in Wirklichkeit nicht selbst erbracht hatte&ldquo;.<br>\nDer Rat habe eine &bdquo;vors&auml;tzliche T&auml;uschungsabsicht&ldquo; festgestellt. Mit der Aberkennung des Titels besitzt Schavan nun keinen Studienabschluss mehr, weil sie seinerzeit direkt promoviert hatte&hellip;<br>\n&bdquo;Die Entscheidung ist in einem fehlerhaften Verfahren zustande gekommen und sie ist auch materiell rechtswidrig&ldquo;, hei&szlig;t es in der Erkl&auml;rung (von Schavans Anw&auml;lten). Die gesetzlich vorgeschriebene Vertraulichkeit des Verwaltungsverfahrens sei mehrfach durch selektive Information der &Ouml;ffentlichkeit verletzt worden. Weiter hei&szlig;t es: &bdquo;Die gebotenen Ermittlungen zur Feststellung einer T&auml;uschung der Gutachter im damaligen Promotionsverfahren sind unterblieben.&ldquo; Beweisantr&auml;ge seien in dem Verfahren von der Universit&auml;t &uuml;bergangen worden. Das gelte auch f&uuml;r den Antrag auf Einholung eines externen Fachgutachtens. Die Anw&auml;lte betonten: &bdquo;Eine T&auml;uschung hat es nicht gegeben.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/plagiatsverfahren-uni-duesseldorf-entzieht-schavan-den-doktortitel\/7740988.html%20\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bei den Einlassungen der Anw&auml;lte Schavans f&auml;llt auf, dass im Wesentlichen das Verfahren bei der Aberkennung des Doktorgrades angegriffen wird.<\/em><br>\n<em>K&ouml;nnen Anw&auml;lte bestimmen, welche &bdquo;Ermittlungen&ldquo; bei der &Uuml;berpr&uuml;fung einer wissenschaftlichen Leistung &bdquo;geboten&ldquo; sind? Der Dekan der Philosophischen Fakult&auml;t hat erkl&auml;rt, dass die von Schavan eingereichten Stellungnahmen, zu der auch zwei erziehungswissenschaftliche Stellungnahmen geh&ouml;rten, gepr&uuml;ft worden seien.<\/em><br>\n<em><a href=\"http:\/\/www.phil-fak.uni-duesseldorf.de\/fileadmin\/Redaktion\/Institute\/RomanischesSeminar\/Promotionsordnung.pdf\">Der Doktorgrad wird als akademischer Grad einer Fakult&auml;t verliehen [PDF &ndash; 85.2 KB]<\/a>, anders als ein Staatsexamen sind die zu erbringenden Leistungen nicht staatlich anzuerkennen und auch nicht anerkannt. (So wird z.B. im &ouml;ffentlichen Dienst nicht die Einstufung davon abh&auml;ngig gemacht.) Von daher ist auch bei anderen Plagiatsverfahren kein zus&auml;tzliches ausw&auml;rtiges Gutachten eingeholt worden.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Heiligenschein, mit dem sich Frau Schavan als Person und mit ihrem politischen &bdquo;Erfolgen&ldquo; umgeben hat, ist verblasst. Die klammheimliche Freude, ja sogar H&auml;me, die sie bei der Aberkennung des Doktorgrades ihres fr&uuml;heren Kabinettkollegen zu Guttenberg bekundet hat, holt sie nun selbst ein. Sie h&auml;tte doch ahnen m&uuml;ssen, dass sie mit ihrer Doktorarbeit selbst nicht auf so hohem Ross sa&szlig;.<\/em><br>\n<em>Die nassforschen Behauptungen ihrer Anw&auml;lte eine T&auml;uschung habe es nicht gegeben, best&auml;tigen eher, dass Schavan aus dem anf&auml;nglich gleichfalls ignoranten Umgang zu Guttenbergs mit den Vorw&uuml;rfen nichts gelernt hat. Anders als in der Politik, wo man mit Forschheit und Sch&ouml;nrednerei die grobsten Fehlleistungen vertuschen kann, gibt es in der Wissenschaft Standards, die &uuml;berpr&uuml;fbar sind und an denen Fehlverhalten gemessen werden kann. Wenn die Wissenschaft solche Standards preisg&auml;be, verk&auml;me sie noch mehr &ndash; als es einzelne wissenschaftliche &bdquo;Experten&ldquo; ohnehin schon sind &ndash; zum Spielball von politischen Interessen.<\/em><br>\n<em>Einer Politikerin, die dem begr&uuml;ndeten Vorwurf der &bdquo;vors&auml;tzlichen T&auml;uschung&ldquo; ausgesetzt ist, d&uuml;rfte es schwer fallen f&uuml;r sich und ihre Politik glaubw&uuml;rdig zu erscheinen.<\/em><br>\n<em>Wer jetzt von einer politisch motivierten Kampagne der D&uuml;sseldorfer Hochschule daherredet, f&auml;hrt ein schweres Gesch&uuml;tz gegen die Wissenschaft auf. Wenn sich die Hochschulwissenschaft dagegen nicht wehrt, wird sie einen nicht wieder gut zu machenden Schaden nehmen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Presseerkl&auml;rung des Dekans der Philosophischen Fakult&auml;t der Heinrich-Heine-Universit&auml;t D&uuml;sseldorf, Prof. Dr. B. Bleckmann<\/strong><br>\nDer Fakult&auml;tsrat hat sich nach dieser grunds&auml;tzlichen Kl&auml;rung in seinen Beratungen nach gr&uuml;ndlicher Pr&uuml;fung und Diskussion abschlie&szlig;end die Bewertung des Promotionsausschusses zu eigen gemacht, dass in der Dissertation von Frau Schavan in bedeutendem Umfang nicht gekennzeichnete w&ouml;rtliche &Uuml;bernahmen fremder Texte zu finden sind. Die H&auml;ufung und Konstruktion dieser w&ouml;rtlichen &Uuml;bernahmen, auch die Nichterw&auml;hnung von Literaturtiteln in Fu&szlig;noten oder sogar im Literaturverzeichnis ergeben der &Uuml;berzeugung des Fakult&auml;tsrats nach das Gesamtbild, dass die damalige Doktorandin systematisch und vors&auml;tzlich &uuml;ber die gesamte Dissertation verteilt gedankliche Leistungen vorgab, die sie in Wirklichkeit nicht selbst erbracht hatte. Die Entgegnungen von Frau Schavan konnten dieses Bild nicht entkr&auml;ften. Daher hat der Fakult&auml;tsrat Tatbestand einer vors&auml;tzlichen T&auml;uschung durch Plagiat festgestellt. Diese Entscheidung wurde mit 13 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen gef&auml;llt.<br>\nAnschlie&szlig;end hat der Fakult&auml;tsrat alle Argumente gr&uuml;ndlich gew&uuml;rdigt, die zugunsten der Betroffenen anzuf&uuml;hren sind. Insbesondere geh&ouml;ren hierzu<\/p>\n<ul>\n<li>der langen Zeitabstand, der seit der Anfertigung der Arbeit verstrichen ist,<\/li>\n<li>sowie der Umstand, dass die Betroffene neben ihrer Promotion &uuml;ber keinen anderen Studienabschluss verf&uuml;gt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf der Gegenseite waren dagegen insbesondere festzuhalten,<\/p>\n<ul>\n<li>die Qualit&auml;t sowie der Umfang der festgestellten Plagiatsstellen und<\/li>\n<li>das &ouml;ffentliche Interesse am Schutz der Redlichkeit wissenschaftlichen Qualifikationserwerbs.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unter pflichtgem&auml;&szlig;er Aus&uuml;bung seines durch Promotionsordnung einger&auml;umten Ermessens hat der Fakult&auml;tsrat mit 12 Ja-Stimmen zu 2 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung in geheimer Abstimmung abschlie&szlig;end entschieden, die schriftliche Promotionsleistung von Frau Schavan f&uuml;r ung&uuml;ltig zu erkl&auml;ren und ihr den Doktorgrad zu entziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.uni-duesseldorf.de\/home\/universitaet\/weiterfuehrend\/pressebereich\/pressemeldungen\/news-detailansicht\/article\/aktuelle-sitzung-des-fakultaetsrats-der-philosophischen-fakultaet-und-presseerklaerung-vom-0502.html?cHash=f62502a63791e17b59921d072e912fdb\">Heinrich Heine Universit&auml;t D&uuml;sseldorf<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu noch: Warum sie gehen muss<\/strong><br>\nKann es angehen, dass eine Universit&auml;t Verst&ouml;&szlig;e gegen ihre &bdquo;wissenschaftlichen Standards&ldquo; noch nach 33 Jahren gnadenlos verfolgt? Wer so argumentiert, verkennt allerdings, dass F&auml;lschungen die Wissenschaft in ihrem Kern verletzen. Das Wesen der modernen Wissenschaft besteht darin, bei der Suche nach Erkenntnis methodischen Standards zu folgen, die erst den Nachvollzug des Gesagten erm&ouml;glichen und so die Objektivierbarkeit der Ergebnisse erlauben. Verf&auml;hrt die Wissenschaft hier gro&szlig;z&uuml;gig, wird sie zur Esoterik und schafft sich ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/ministerin-schavan-warum-sie-gehen-muss\/7740362.html\">Tagesspiegel<\/a><\/p>\n<p><strong>Dagegen allerdings: Warum der Titelentzug nicht richtig ist<\/strong><br>\nDie Entscheidung ist juristisch vertretbar, dennoch ist sie nicht richtig. Zum einen war die Causa Schavan ein Grenzfall, das zeigt schon die lange Pr&uuml;fung durch die Universit&auml;t. Und das zeigt der Streit, den die Vorw&uuml;rfe unter Wissenschaftlern entfacht haben. Zum Zweiten lag das Fehlverhalten der jungen Annette Schavan mehr als 30 Jahre zur&uuml;ck. All das h&auml;tte man ber&uuml;cksichtigen, die Zitierfehler r&uuml;gen &ndash; und es dabei belassen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bildung\/plagiatsfall-schavan-warum-der-titelentzug-nicht-richtig-ist-1.1592603\">SZ<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Autor Roland Preu&szlig; muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er die Presseerkl&auml;rung der Uni D&uuml;sseldorf entweder nicht gelesen oder nicht zur Kenntnis genommen hat. Ein typischer Fall f&uuml;r den Journalistenspruch, dass gr&uuml;ndliche Recherche die sch&ouml;nsten Kommentare kaputt macht. In der Erkl&auml;rung der D&uuml;sseldorfer Fakult&auml;t h&auml;tte der Kommentator nachlesen k&ouml;nnen, dass dort sein Argument mit der &bdquo;Verj&auml;hrung&ldquo; des Fehlverhaltens ausf&uuml;hrlich abgewogen wurde:<\/em><br>\n<em>&bdquo;In den von der Betroffenen beigef&uuml;gten Stellungnahmen wird eine Besonderheit erziehungswissenschaftlicher Promotionskultur in den fr&uuml;hen 80er Jahren angenommen, auf die sich auch die anwaltliche Vertretung von Frau Schavan beruft. Inwiefern dies aber Besonderheiten beim Zitieren begr&uuml;ndet, konnte vom Fakult&auml;tsrat nicht nachvollzogen werden. Selbstkritisch konstatiert zwar die Fakult&auml;t, dass es in ihrer Geschichte immer wieder in einzelnen Bereichen oder bei einzelnen Personen Defizite in der Betreuung oder in der Pr&uuml;fung von Dissertationen gegeben haben kann. Gleichwohl ist aber ohne Zweifel festzuhalten, dass die Zitierstandards der Erziehungswissenschaft zum Entstehungszeitpunkt der Arbeit die gleichen waren wie die in der &uuml;brigen  philosophischen Fakult&auml;t. In einschl&auml;gigen Leitf&auml;den und Handreichungen wurde deutlich gemacht, dass nicht gekennzeichnete w&ouml;rtliche &Uuml;bernahmen fremder Texte als Textplagiate zu werten sind und Sanktionen nach sich ziehen m&uuml;ssen, wenn sie entdeckt werden.<\/em><br>\n<em>Von diesem Verst&auml;ndnis von Plagiaten als nichtgekennzeichnete und dadurch irref&uuml;hrende &Uuml;bernahme fremder Texte konnte daher auch der Fakult&auml;tsrat bei der Beurteilung der schriftlichen Promotionsleistung von Frau Schavan ausgehen, ohne der Gefahr einer R&uuml;ckprojektion heutiger Standards in die damalige Zeit zu erliegen. Der Fakult&auml;tsrat lehnt es ab, f&uuml;r diese spezielle Dissertation ein Plagiatsverst&auml;ndnis anzuwenden, das von der allgemeinen, auch Anfang der 1980er Jahre g&uuml;ltigen Meinung abweicht. Dies schien ihm auch vor dem Hintergrund einschl&auml;giger Erfahrungen aus <a href=\"http:\/\/www.uni-duesseldorf.de\/home\/universitaet\/weiterfuehrend\/pressebereich\/pressemeldungen\/news-detailansicht\/article\/aktuelle-sitzung-des-fakultaetsrats-der-philosophischen-fakultaet-und-presseerklaerung-vom-0502.html?cHash=f62502a63791e17b59921d072e912fdb\">dem allt&auml;glichen akademischen Pr&uuml;fungsbetrieb nicht verantwortet werden zu k&ouml;nnen.<\/a>&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ist Austerit&auml;t der richtige Weg?<\/strong><br>\nDie H&ouml;he des Multiplikatoreffekts fiskalpolitischer Massnahmen ist entscheidend f&uuml;r die Erfolgsaussichten der Austerit&auml;tspolitik im Euroraum. Darum dreht sich die aktuelle Debatte zwischen dem IWF, der Europ&auml;ischen Kommission sowie den Autoren Blanchard und Leigh. Wer rechnet richtig? [&hellip;]<br>\nF&uuml;r ihre eigene Untersuchung folgt die Europ&auml;ische Kommission weitestgehend der Methodik des IWF, bezieht aber in einer ersten Sch&auml;tzung ausschlie&szlig;lich L&auml;nder des Euroraums ein, in denen in beiden Jahren (2010 und 2011) die erwartete strukturelle Konsolidierung zunimmt. Das Ergebnis ist dann nicht mehr signifikant. In einer weiteren Sch&auml;tzung verwendet die Europ&auml;ische Kommission die &Auml;nderung der Risikoaufschl&auml;ge der jeweiligen Staatsanleihen gegen&uuml;ber Bundesanleihen als Kontrollvariable. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Risikoaufschl&auml;ge und nicht die Konsolidierung signifikant f&uuml;r den Wachstumseinbruch sind. Beide Sch&auml;tzungen der EU-Kommission weisen jedoch ebenfalls methodische Probleme auf: [&hellip;]<br>\nDass die harten Einschnitte in den Krisenl&auml;ndern nicht von Erfolg gekr&ouml;nt sind, liegt nicht etwa an einer laschen Umsetzung, sondern ist die makro&ouml;konomisch zwingende Folge eines fehlgeleiteten Austerit&auml;tskurses. Trotz dieser Befunde argumentiert die Troika f&uuml;r eine Fortsetzung der Ma&szlig;nahmen, da diese in der langen Frist erfolgreich seien. Ihre Begr&uuml;ndung beruht auf Modellsimulationen, die mittelfristig Multiplikatorwirkungen von null unterstellen. Die Wirtschaft w&uuml;rde dann automatisch zum gleichgewichtigen Wachstumspfad zur&uuml;ckkehren. Doch selbst in diesen Modellen d&uuml;rfte sich auch l&auml;ngerfristig ein steigender Schuldenstand ergeben, wenn &ndash; wie in mehreren Eurol&auml;ndern &ndash; nach jeder Zielverfehlung neue zus&auml;tzliche restriktive Ma&szlig;nahmen ergriffen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.oekonomenstimme.org\/artikel\/2013\/02\/ist-austeritaet-der-richtige-weg\/?utm_source=feed&amp;utm_medium=main\">&Ouml;konomenstimme<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Eine sehr interessante und aufschlussreiche Abhandlung &uuml;ber das Thema &bdquo;Fiskalmultiplikatoren&ldquo;, die jedoch leider hier &bdquo;nur&ldquo; f&uuml;r ein Fachpublikum geschrieben wurde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Der Euro als frivoles Experiment<\/strong><br>\nIm europ&auml;ischen Wirtschaftsraum muss das Recht auf Abwertung einer nationalen W&auml;hrung wiederhergestellt werden. Nur so k&ouml;nnen kurzfristig soziale Verwerfungen verhindert werden. [&hellip;]<br>\nStatt zuzusehen, wie neoliberale Politik die W&auml;hrungsunion durch &laquo;Reformen&raquo; vollendet, die den Markt endg&uuml;ltig gegen politische Korrekturen immunisieren und das europ&auml;ische Staatensystem als neoliberalen Konsolidierungsstaat festigen w&uuml;rden, sollte man sich und andere an die Institution der Abwertung der W&auml;hrung erinnern. Das Recht auf Abwertung ist der institutionalisierte Ausdruck des Respekts vor den von ihren Staaten vertretenen Nationen als jeweils besonderen, wie immer auch historisch und politisch konstruierten wirtschaftlichen Lebensgemeinschaften. Es wirkt als Bremse gegen den vom Zentrum auf die Peripherie ausge&uuml;bten kapitalistischen Expansions- und Rationalisierungsdruck und bietet Interessen und Identit&auml;ten, die diesem entgegenstehen und in der Freihandelswelt des grossen Binnenmarkts in Populismus und Nationalismus abgedr&auml;ngt w&uuml;rden, eine realistische kollektive Alternative.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/1304\/eurokrise\/der-euro-als-frivoles-experiment\">WOZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Neoliberalismus ist kein Alleinstellungsmerkmal einer Gemeinschaftsw&auml;hrung und die M&ouml;glichkeit, W&auml;hrungen auf- und abzuwerten ist spiegelbildlich kein Schutz vor neoliberalen Reformen. Wolfgang Streeck unterschl&auml;gt in seinem sehr engagierten Aufsatz auch, dass man eine Gemeinschaftsw&auml;hrung nicht so einfach abwickeln kann, ohne dass es ganz massive Kollateralsch&auml;den gibt. Eine <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10703\">Studie der UBS-Research beziffert<\/a> die potentiellen Sch&auml;den auf 20 bis 25% des BIP Vor allem Deutschland w&uuml;rde es hart treffen. Eine neue D-Mark w&uuml;rde um 40% bis 50% gegen&uuml;ber dem heutigen Euro aufwerten. Eine zerst&ouml;rerische Deflationsspirale w&auml;re die Folge und was mit den Auslandsforderungen der deutschen Unternehmen (722 Mrd. Euro) und der deutschen Banken (fast 2.000 Mrd. Euro) geschieht, ist eine weitere offene Frage.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>G&uuml;nter Verheugen: Camerons berechtigte EU-Kritik &ndash; Mehr Demokratie, weniger Regelungswut<\/strong><br>\nWohlwollender Partner oder nimmersatter Zust&auml;ndigkeitskrake? Der britische Premier David Cameron hat recht, wenn er sagt, dass die EU transparent und effizient werden m&uuml;sse. Sonst ist das Vertrauen der B&uuml;rger bald ganz weg.<br>\nDavid Cameron, der britische Premierminister, hat ausgesprochen, was viele in Europa denken. Die EU wird von einer gro&szlig;en Zahl der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger nicht als n&uuml;tzlicher und wohlwollender Partner begriffen, sondern als nimmersatter Zust&auml;ndigkeitskrake, der sich mit immer mehr Regelungen &uuml;berall einmischt. Wer nun mit teilweise aggressiver Rhetorik nach &ldquo;mehr Europa&rdquo; verlangt, muss wissen, dass in einer breiten &Ouml;ffentlichkeit inzwischen dieser Wunsch nach &ldquo;mehr Europa&rdquo; nicht als Verhei&szlig;ung, sondern als Drohung aufgefasst wird.<br>\nEs gibt ein gro&szlig;es, nun schon mehr als zwei Jahrzehnte andauerndes und sich sogar verfestigendes &ouml;ffentliches Unbehagen, was die europ&auml;ische Integration betrifft. Es richtet sich nicht gegen die Idee, sondern entspringt dem, was in den Jahrzehnten im Namen dieser Idee alles gemacht wurde. Und dieses Unbehagen sitzt sehr, sehr tief. Neue, auch weitgehende Vertiefungsschritte sind auf mittlere Sicht notwendig, wenn die EU nicht einen weiteren Verlust ihres politischen und wirtschaftlichen Gewichtes erleben will. Aber bevor man zu einem gro&szlig;en Sprung nach vorn ansetzt, muss die EU besser werden. Ansonsten wird jeder neue Vertrag mit t&ouml;dlicher Sicherheit irgendwo an der Ratifizierungsh&uuml;rde scheitern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/camerons-berechtigte-eu-kritik-mehr-demokratie-weniger-regelungswut-1.1591581\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Finanzkrise &ndash; Tanz der Geier<\/strong><br>\nEine zweiteilige Doku &uuml;ber die aktuelle Krise\/Finanzkrise: Schattenbanken, Gesch&auml;ftsbanken, Hedgefonds und Versicherungen, zunehmene Komplexizit&auml;t von Derivaten, Immobilienkredite.Unvorstellbar riesige Geldmengen bewegen sich immer schneller um die ganze Welt. Die Gier des Kapitals nach Profit ist riesengro&szlig; und unstillbar. Egal ob Rohstoffe, Immobilien oder undurchschaubar gewordene Finanzinstrumente &ndash; die Spekulanten machen auf der Suche nach Profit vor nichts halt.<br>\nWie ist es zu diesem System gekommen und warum k&ouml;nnen die Staaten es nicht mehr kontrollieren? Die Antwort scheint nahe zu liegen: Banken haben die Macht &uuml;bernommen und in den USA ist Goldmann Sachs omnipr&auml;sent und viele Personen in Machtpositionen waren oder sind nicht nur in den USA, sondern auch anderswo, z.B. in Europa f&uuml;r diese Bank t&auml;tig (Monti, Draghi, usw.). Aber auch von Br&uuml;ssel aus schreiben die allgegenw&auml;rtigen Banken den Staaten ihre Gesetze vor. Eine &Auml;nderung der Lage und der Regelungen ist trotz globaler Finanzkrise nicht in Sicht.<br>\nGlobales Schafescheren: Reiche werden zu Lasten der Bev&ouml;lkerung immer reicher und immer gr&ouml;&szlig;ere Bev&ouml;lkerungsschichten verarmen.<br>\nSystemischer Betrug<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GyVP2oDw_GQ\">arte via YouTube<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Lauter kriminelle Einzelf&auml;lle<\/strong><br>\nSeit einiger Zeit kommt es kn&uuml;ppeldick: Immer h&auml;ufiger werden Aktivit&auml;ten ruchbar, bei denen sich der normale Durchschnittsb&uuml;rger fragt, was denn eigentlich wirklich los ist in den Chefetagen der Finanzindustrie. Bewegten sich die Verfehlungen bis zum Ausbruch der Finanzkrise 2007 noch meist innerhalb legaler Grenzen &ndash; und bestanden eher in v&ouml;llig verfehlten Einsch&auml;tzungen des eigenen Gesch&auml;fts &ndash;, so haben sie seither mehr und mehr den Rahmen jeglicher Legalit&auml;t verlassen. Und fast immer dabei: die Deutsche Bank&hellip;<br>\nIn praktisch allen diesen F&auml;llen liefern die Finanzdienstleister eine ganz einfache Erkl&auml;rung: &bdquo;Hierbei handelt es sich um einen bedauerlichen Einzelfall&hellip;<br>\nEs sind schon deshalb keine Einzelf&auml;lle und keine Einzelt&auml;ter, weil man die meisten hier genannten Entgleisungen weder im Alleingang zustande bringt, noch gar von selbst auf die Idee kommt, derartige Aktivit&auml;ten zu entfalten. Immer gibt es entweder einen Segen von oben, oder aber die Anreize und Gesch&auml;ftsziele werden derart aggressiv gesetzt, dass die Betroffenen alle guten Vors&auml;tze fallen lassen. Auch hohe Boni, die mit der Ausgabe aggressiver Gesch&auml;ftsziele ausgelobt wurden, haben dazu gef&uuml;hrt, dass sich Leute in der Finanzbranche etablieren, die in normalen Zeiten eher auf der dunklen Seite des Rechts stehen. Kurz gefasst: Zuviel Geld hat auch zu viel Gelichter angelockt&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2013\/februar\/lauter-kriminelle-einzelfaelle\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Politisches Risiko?<\/strong><br>\nAn den M&auml;rkten dreht sich die Stimmung wieder gegen den Euro. Das &ldquo;politische Risiko&rdquo; in Spanien und Italien habe zu Kursverlusten und h&ouml;heren Spreads gef&uuml;hrt, meldet die Finanzpresse. Gemeint ist die &ldquo;Gefahr&rdquo; von Neuwahlen &ndash; und einer Abkehr vom Sparkurs. Dabei braucht Euroland nichts dringender als das.<br>\nSie nennen es &ldquo;politisches Risiko&rdquo;. Es klingt ja auch so einleuchtend: der Korruptionsskandal, in den der spanische Premier Rajoy verwickelt ist, k&ouml;nnte zu seinem Sturz und damit zu Instabilit&auml;t f&uuml;hren.<br>\nUnd der Skandal um die &auml;lteste Bank der Welt in Italien k&ouml;nnte dem Technokraten-Premier Monti ebenso schaden wie EZB-Chef Draghi. Wenn dann auch noch Berlusconi zur&uuml;ck k&auml;me &ndash; Gott bewahre!<br>\nNein, auch ich sehne mich nicht nach Berlusconi zur&uuml;ck. Aber der Begriff &ldquo;politisches Risiko&rdquo; ist v&ouml;llig unangemessen. Erstmal sind in die Skandale in Madrid und Rom ja wohl Unternehmen verwickelt, die das Geld f&uuml;r die angeblichen Schmiergeldzahlungen gezahlt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/lostineu.eu\/politisches-risiko\/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+lostineu%2Frfqp+%28Lost+in+EUrope+NEU%29\">Lost in EUrope<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Unter Geiern<\/strong><br>\nDer US-Amerikaner Paul E. Singer gilt als einer der h&auml;rtesten Hedgefonds-Verwalter. Der amerikanische Gesch&auml;ftsmann hat mit dem Ausweiden von Firmen und ganzen Staaten Milliarden von Dollars gemacht. Zu seinen Opfern geh&ouml;ren US-Firmen wie die Fluggesellschaft TWA, der Telekommunikationskonzern MCI WorldCom und der Energiekonzern Enron, Peru und die Republik Kongo &ndash; und derzeit hat er Argentinien am Haken. Sein Vorgehen ist simpel: Er h&auml;lt Ausschau nach Firmen, die kurz vor der Insolvenz stehen oder schon insolvent sind. Wenn deren Aktien ganz tief in den Keller gerutscht sind, schl&auml;gt er zu. Erholt sich ein Unternehmen, steigen die Aktien, und Singer verkauft. Erholt es sich nicht, zerschl&auml;gt er den Betrieb, verkauft die noch rentablen Teile gewinnbringend und schlie&szlig;t den Rest. Bei Staaten interessiert ihn deren tats&auml;chliche oder erwartete Zahlungsunf&auml;higkeit. Ihre Schuldverschreibungen sind dann f&uuml;r einen Bruchteil ihres Nennwerts zu haben. Beispiel Argentinien: Nach dem Staatsbankrott des Landes Ende 2001 kaufte Singer Schuldtitel des Landes im Nennwert von dreistelligen US-Dollar-Millionen, die billigsten um 15 Cent pro Dollar Schulden. Seither versucht er, diese Schulden gerichtlich einzutreiben &ndash; in voller H&ouml;he, versteht sich, plus Verzinsung. Auf 1,3 Milliarden Dollar hat er Argentinien verklagt. Singer ist mit solchen Methoden steinreich geworden. Das Wirtschaftsmagazin Forbes sch&auml;tzt sein Privatverm&ouml;gen auf 1,1 Milliarden Dollar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2013%2F02%2F04%2Fa0064&amp;cHash=8ebdbcdc394fbdfcc86777f148f36ec3\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Paul Krugman &ndash; The Japan Story<\/strong><br>\nThe idea of invoking Japan, of all places, to justify fears that stimulus leads to inflation or asset bubbles is just bizarre. And while there is much shaking of heads about Japanese debt, the ill-effects if any of that debt are by no means obvious.<br>\nBut what remains true is that Japan has run budget deficits for many years while delivering what appears on the surface to be very disappointing economic performance. What&rsquo;s the story there?<br>\nMy answer would run in two parts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/krugman.blogs.nytimes.com\/2013\/02\/05\/the-japan-story\/\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Spanien: realwirtschaftliches Desaster!<\/strong><br>\nAnl&auml;sslich der 24. Deutsch-Spanischen Regierungskonsultationen in Berlin &auml;u&szlig;erte sich gestern die Bundeskanzlerin in einer Presskonferenz mit &ldquo;gro&szlig;er Hochachtung&rdquo; und &ldquo;Bewunderung&rdquo; f&uuml;r die &ldquo;Reformen die in Spanien auf den Weg gebracht wurden&rdquo; und &auml;u&szlig;erte ihre &Uuml;berzeugung, &ldquo;dass die Reformen ihre Wirkung zeigen werden&rdquo;. Manche Steilvorlagen muss man einfach so nehmen, wie sie kommen, ein Faktencheck:<br>\nDie sogenannten &ldquo;Reformen&rdquo; manifestierten sich in zwei Mehrwertsteuererh&ouml;hungen, die erste Erh&ouml;hung zum 1. Juli 2010 von 16% auf 18% und die zweite Mehrwertsteuererh&ouml;hung zum 1. September 2012 von 18% auf 21%, in diversen Erh&ouml;hungen administrativer Preise und in einer Austerit&auml;tspolitik die sich auf Ausgabenk&uuml;rzungen im &ouml;ffentlichen Sektor, K&uuml;rzungen von Sozialleistungen u.a. bei Arbeitslosengeld und bei Langzeitarbeitslosen, bei Bildung und Gesundheit, auf die Abwertung nach innen, prim&auml;r &uuml;ber Lohnk&uuml;rzungen und Arbeitszeitverl&auml;ngerung im &ouml;ffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft konzentrierten. Zu den realwirtschaftlichen Wirkungen der &ldquo;Reformen&rdquo; mittels Langfristcharts ein &Uuml;berblick:\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130206_1a44-450x331.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.querschuesse.de\/spanien-realwirtschaftliches-desaster\/\">Querschuesse<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>L&auml;nderfinanzausgleich &ndash; M&uuml;nchner Haie<\/strong><br>\nDer Bundesstaat gleicht einer Gro&szlig;familie: Sie mag Sorgenkinder und reiche Verwandte haben und vielleicht sogar einen M&uuml;&szlig;igg&auml;nger, der lieber morgens die Bierdose &ouml;ffnet, statt zur Arbeit zu gehen. Aber in die Kategorie der teuren Kostg&auml;nger hat lange Zeit der Freistaat Bayern selbst geh&ouml;rt. Als in M&uuml;nchen noch der Hundef&auml;nger umging, da wurde es von jenen Bundesl&auml;ndern mit durchgef&uuml;ttert, in denen die Schlote rauchten. [&hellip;]<br>\nWas die Runterrechner auch gern unerw&auml;hnt lassen, ist die Verteilung der Umsatzsteuer zwischen den L&auml;ndern. Als eine der gr&ouml;&szlig;ten Einnahmequellen des Staates ist sie nicht Teil des L&auml;nderfinanzausgleichs, hier zahlte 2011 Nordrhein-Westfalen mehr als Bayern, gleich acht L&auml;nder geh&ouml;rten zu den Gebern.<br>\nGanz so gro&szlig; ist der Schaden also nicht, den das Verfassungsgericht jetzt richten soll. Die Erfolgsaussichten der Klage sind nicht sehr hoch. Das gr&uuml;n-rote Baden-W&uuml;rttemberg, auch ein gro&szlig;er Nettozahler, macht gleich gar nicht mit. Im Kern wird Karlsruhe das Ausgleichsgebot des Grundgesetzes kaum antasten, bis 2019 wird der Finanzausgleich ohnehin v&ouml;llig neu ausgehandelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/laenderfinanzausgleich-muenchner-haie-1.1591344\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>250.000 Jugendliche ignoriert: Regierung trickst bei Lehrstellen-Statistik<\/strong><br>\nVor der Ausbildungsbilanz des Pakts werden rund 250.000 Jugendliche quasi versteckt.<br>\n167.772 davon waren im sogenannten &Uuml;bergangssystem: Das ist ein B&uuml;ndel von Warteschleifen, schulischen Nachqualifizierungen und Weiterbildungen, die fast alle ohne Abschluss bleiben und in denen die Jugendlichen auch nichts verdienen. Fast 90.000 Jugendliche sind einfach aus der Statistik verschwunden &ndash; darunter befinden sich viele Zuwandererkinder oder schlicht Jugendliche, die es satt haben im &Uuml;bergangssystem eine staatliche Ehrenrunde nach der anderen zu drehen.<br>\n&ldquo;Die These des Nationalen Ausbildungspakts, dass es in Deutschland mehr offene Ausbildungspl&auml;tze als Bewerber gibt, ist schlicht falsch&rdquo;, sagt Matthias Anbuhl, Abteilungsleiter Bildung aus dem DGB-Hauptvorstand. Anbuhl hat auf Grundlage amtlicher Zahlen die Bilanz des Pakts nachgerechnet und kommt so zu ganz anderen Schl&uuml;ssen: Die Zahl der Ausbildungspl&auml;tze war im vergangenen Jahr mit 551.000 auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/wissen\/ausbildungspakt-250-000-jugendliche-kriegen-keinen-ausbildungsplatz-a-881445.html\">Spiegel Online<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu &bdquo;L&uuml;gen mit Zahlen auf dem &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14967\">Lehrstellenmarkt<\/a>&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Italien: Gemeinwesen als feindliches Terrain<\/strong><br>\nItalien scheint unbelehrbar zu sein. Silvio Berlusconis Rechtsb&uuml;ndnis befindet sich bereits wieder auf dem Vormarsch. Wieso um alles in der Welt?..<br>\nEndlich schien das bisher in Italien Undenkbare m&ouml;glich: dass eine seri&ouml;se, konstitutionelle Rechte die bisher dominierende populistische Rechte an die Seite dr&auml;ngen wird.<br>\nVier Wochen vor den Wahlen am 24. und 25. Februar hat sich das Bild gedreht. Das Monti-Lager klebt in allen Umfragen bei f&uuml;nfzehn Prozent, die Berlusconi-Allianz dagegen, in die sich auch brav wieder die rechtspopulistisch-fremdenfeindliche Lega Nord einreihte, marschiert Richtung drei&szlig;ig Prozent&hellip;<br>\nEin doppelter Blickwechsel k&ouml;nnte wom&ouml;glich helfen, bei der Erkl&auml;rung der politischen Unsterblichkeit Berlusconis weiterzukommen: erstens ein Blickwechsel weg vom vermeintlich finster-genialen Kandidaten hin zu seinen W&auml;hlerInnen und zweitens ein Blickwechsel weg von dem vorgeblichen Epochenbruch vor zwanzig Jahren hin zu den grossen Kontinuit&auml;tslinien in den Einstellungen der italienischen W&auml;hlerschaft&hellip;<br>\nAuch heute noch macht der Wahlforscher Ilvio Diamanti weite Teile der W&auml;hlerschaft aus, die zwar bitte sch&ouml;n vom Staat gesch&uuml;tzt werden wollen, ihm zugleich aber weiterhin tiefes Misstrauen entgegenbringen. &Uuml;ber Jahrzehnte bediente die DC an der Regierung diese Einstellungen, wirkte zugleich aber auch m&auml;ssigend auf diesen recht grossen Teil ihrer W&auml;hlerschaft. Als sie dann Anfang der neunziger Jahre unter der Last zahlreicher Korruptionsskandale zusammenbrach, war es Berlusconi, der die entstandene L&uuml;cke f&uuml;llte &ndash; ganz ohne Epochenbruch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/1305\/italien\/gemeinwesen-als-feindliches-terrain\">WOZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Korruption in Indien: Tiger beim Dorffest<\/strong><br>\nIndiens Alltag ist voller Korruption &ndash; die grosse der Bodenspekulation und der staatlichen Armutsprogramme, die kleine der Schikanen von Beamten, die ihr bisschen Macht nutzen, um dem B&uuml;rger bei jeder Ber&uuml;hrung mit dem Staat auf die Pelle zu r&uuml;cken, beim Bezahlen einer Busse, einer Rechnung, der Anmeldung eines Stromanschlusses. Es ist die neue Mittelklasse, die dar&uuml;ber klagt, doch die gr&ouml;ssten Opfer sind die Akteure der &laquo;informellen &Ouml;konomie&raquo;, Leute wie der Fr&uuml;chteverk&auml;ufer oder der Taxifahrer. Informell bedeutet, dass sich diese Menschen nicht im Regelwerk einer durchorganisierten Wirtschaft bewegen. Schmiergelder sind der Eintrittspreis, den sie zahlen, um an ihr teilzuhaben, als Bauarbeiter, Putzfrauen, Abfallsammler. Selbst Bettler m&uuml;ssen zur Kasse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzzfolio.ch\/www\/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470\/showarticle\/d7691ef9-2b5a-4edc-94a8-714488b13187.aspx\">NZZ Folio<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> NZZ Folio bietet einen <a href=\"http:\/\/www.nzzfolio.ch\/www\/61554707-6925-4a17-854b-b42244d0559d\/showbooklet\/60be13c5-7a4a-41e0-b7ac-f3ad3fe14002.aspx\">Schwerpunkt zum Thema Korruption<\/a>.<\/em><br>\n<em>Wie der Beitrag &ldquo;Sizilien der Schweiz&rdquo; zeigt schneiden darin nicht nur Entwicklungsl&auml;nder schlecht ab. Knapp und erhellend die Einleitung von Anja Jardine:<\/em> <\/p>\n<blockquote><p><em>&ldquo;Der typische Korruptionst&auml;ter ist gut bis sehr gut ausgebildet. Er ist ehrgeizig, investiert viel Zeit in seinen Beruf und hat eine gewisse Macht in einem Unternehmen oder der Verwaltung. Seine Karriere musste er sich hart erarbeiten. Die Disziplin, das Leistungsstreben und den Selbstverzicht verlangt er auch von seinen Untergebenen. Als Vorgesetzter wird er als streng und penibel wahrgenommen. Diese Haltung bewirkt, dass ihm unkorrektes Handeln nicht zugetraut wird. Im Privaten ist ein stetiger moderater Anstieg des Lebensstandards zu beobachten, der sich auf hohem bis sehr hohem Niveau einpendelt. Sein Selbstverst&auml;ndnis erfolgt (fast) ausschliesslich &uuml;ber seine Arbeit und den gesellschaftlichen Status. So das Ergebnis einer Studie der Wissenschafterin Britta Bannenberg. Zus&auml;tzliche Einnahmen aus Korruption sieht dieser Mensch als gerechten Lohn f&uuml;r pers&ouml;nlich erbrachte Opfer. Er zeigt &ndash; das erleben Mitarbeiter der Justiz als das Frappierendste &ndash; kein Unrechtsbewusstsein. Weder der Topmanager, der sich mit den Eliten eines Drittweltlandes dessen Rohstoffe unter den Nagel reisst, w&auml;hrend die wahren Eigent&uuml;mer verelenden; noch der Kleinstadtpolitiker, der &ouml;ffentliche Auftr&auml;ge sich selbst oder seinen G&uuml;nstlingen zuschanzt und damit ein Gemeinwesen zersetzt. Vielleicht liegt es im Wesen dieses Verbrechens. Korrumpierende und Korrumpierte sind br&uuml;derlich vereint im gemeinsamen Vorteil, die Gesch&auml;digten weit weg, eine abstrakte Gr&ouml;sse. Doch der Zusammenhang besteht: Die Weltbank bezeichnet Korruption als das gr&ouml;sste einzelne Hindernis f&uuml;r die wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Diese Sch&auml;dlinge unterwandern Demokratien, h&ouml;hlen Rechtsstaaten aus, vernichten die Umwelt, bringen Hunger und Tod.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Die von Jardine erw&auml;hnte Britta Bannenberg ist eine der wenigen WissenschaftlerInen, meines Wissens die einzige, die sich mit dem Thema Korruption derart intensiv befasst. Siehe <a href=\"http:\/\/www.transparency.de\/Bannenberg-Britta-Korruptio.604.0.html\">hier<\/a> eine Rezension ihrer Habilitationsschrift &ldquo;Korruption in Deutschland und ihre strafrechtliche Kontrolle: eine kriminologischstrafrechtliche Analyse&rdquo; und <a href=\"http:\/\/www.transparency.de\/Bannenberg-Britta-und-Schaupe.631.0.html\">hier<\/a> eine Rezension des mit  Wolfgang Schaupensteiner verfassten Buches &ldquo;Korruption in Deutschland. Portrait einer Wachstumsbranche&rdquo;. In einem Interview mit dem <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/609986\/\">Deutschlandradio<\/a> konstatiert Bannenberg f&uuml;r Deutschland trotz guter Gesetze ein Vollzugsdefizit: &ldquo;Man kann sagen, dass sowohl auf der Ebene der Staatsanwaltschaft, also der Strafverfolgungsbeh&ouml;rden, wie aber auch in den Unternehmen selbst Vollzugsdefizite bestehen, auch in den Verwaltungen. Es gibt sehr viele Vorschriften f&uuml;r eine gute Unternehmensf&uuml;hrung, f&uuml;r eine korruptionsfreie Verwaltung, aber gelebt werden diese Vorschriften immer noch zu selten. &hellip; Man gewinnt teilweise den Eindruck, dass je gewiefter die Personen sind und je besser sie in der Lage sind, sich auch hervorragende Verteidiger leisten zu k&ouml;nnen, es nat&uuml;rlich immer zu diesen Bew&auml;hrungsstrafen kommt, die wohl wenig abschrecken. Mir scheint aber das Hauptproblem gar nicht dort zu liegen, wie hoch die Strafe letztlich ausf&auml;llt. Das Hauptproblem liegt darin, dass die meisten T&auml;ter kalkulieren k&ouml;nnen, ich werde sowieso nicht erwischt.&ldquo; &ndash; Leider wird die empirische Forschung in Sachen Korruption dadurch behindert, dass <a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/nuernberger-zeitung\/nz-news\/der-korrupte-tatertypus-1.2203019\">die Forscher bei laufenden umfangreichen Strafverfahren erst nach Jahren Akteneinsicht erhalten<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>The sound of Munich<\/strong><br>\nThe (geopolitical) hills are alive with the sound of &hellip; well, not music; rather that post-industrial noise, more Kraftwerk than Schubert, oozing from the recently completed 49th edition of the Munich Security Conference.<br>\nWho wouldn&rsquo;t give a Goldman Sachs bonus to be briefed on what was whispered, very privately, by a selected cocktail of politicians, ministers, generals and spies congregating in the gilded corridors of the Hotel Bayerischer Hof in Munich.<br>\nAt least one knows what is on the record. And the stars of the show are definitely not musical. It&rsquo;s more like Bayern against Barcelona in a Champions League match; call it the Biden vs Lavrov match.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.atimes.com\/atimes\/Front_Page\/OB06Aa01.html\">Asia Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Kulturkampf um die Abrichtung unserer Kinder<\/strong><br>\nDie Sozialstaatsutopien von Rot-Gr&uuml;n bl&uuml;hen, und so sollen die zuk&uuml;nftigen Steuerzahler vom ersten Lebensjahr an herangezogen werden &ndash; nicht von sorgenden Eltern, sondern vom bevormundenden Staat.<br>\nDie Luft &uuml;ber den Kinderbetten ist wieder Kriegsgebiet. Vorbereitet wurde der Konflikt durch das Sturmgesch&uuml;tz der Demokratie, den &ldquo;Spiegel&rdquo;. Der rechnete in einer zehnseitigen Titelgeschichte nicht nur mit der schwarz-gelben Familienpolitik ab, sondern redete (nicht sonderlich verklausuliert) einer rot-gr&uuml;nen Familienpolitikwende das Wort.<br>\nIn der Kavallerie reiten rote und gr&uuml;ne Wahlk&auml;mpfer, die mit ihrem Kulturkampf um das Betreuungsgeld in beispielloser Art und Weise W&uuml;rde und Ansehen jener Frauen (oder V&auml;ter) besch&auml;digt haben, die, aufopferungsvoll und wie von P&auml;dagogen und Psychologen empfohlen, f&uuml;r ihre Kinder da sind, wenn diese sie am dringendsten brauchen.<br>\nIn dem Kulturkampf geht es nur vordergr&uuml;ndig um eine Entwertung traditioneller Familienmodelle. Es geht vielmehr um einen alten sozialistischen Traum, der Erziehung vor allem als Aufgabe des Staates begreift. Sozialdemokraten wie Hannelore Kraft, Heinz Buschkowsky oder Andrea Nahles wollen Kinder z&uuml;gig in die Obhut von Kitas schicken, und die Gr&uuml;nen kr&auml;hen mit im Chor derjenigen, die sich vor allem um die Abrichtung k&uuml;nftiger Steuerzahler sorgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article113378955\/Kulturkampf-um-die-Abrichtung-unserer-Kinder.html\">Welt.de<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser C.F.:<\/strong> Die fast schon pathologische Abscheu vor der Sozialisierung von Kleinkindern in der Gemeinschaft ihrer Altersgenossen erinnert stark an die uns&auml;gliche &ldquo;T&ouml;pfchendebatte&rdquo; von 1999. Und siehe da &ndash; im Bild &uuml;ber dem Artikel, hinter dem Konterfei des Autors sitzen sie in Reih&rsquo; und Glied: Kinder auf dem T&ouml;pfchen! Oder wie Herr Poschardt sich ausdr&uuml;ckt als &ldquo;Sozialisationsmaterial&rdquo;.<\/em><br>\n<em>Im Gegensatz zu den Kita-Gegnern von damals erkennt Herr Poschardt in den kleinen T&ouml;pfchenhockern jedoch keine zuk&uuml;nftigen Nazischl&auml;ger, sondern vielmehr &ldquo;abgerichtete Steuerzahler&rdquo;.<\/em><br>\n<em>Die ganze Rhetorik ist einfach ma&szlig;los &uuml;berzogen und das reaktion&auml;re Gezeter wirkt nur noch unfreiwillig komisch. W&uuml;rde man diesen Artikel im exakt gleichen Wortlaut in der TAZ (Deniz Y&uuml;cel!) oder in der TITANIC lesen, k&ouml;nnte man ihn glatt f&uuml;r eine b&ouml;se Satire halten.<\/em><br>\n<em>Nicht so bei der WELT. Dort ist Herr Poschardt stellv. Chefredakteur und befindet sich zwischen Maxeiner &amp; Miersch, Henryk M. Broder oder auch Ulli Kulke in bester, betonk&ouml;pfiger Gesellschaft.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Ulf Poschardts kritischer Gedanke<\/strong><br>\n[&hellip;] So ist bei Ulf Poschardt ein kritischer konservativer Gedanke zu finden, der ihm aber verborgen geblieben ist. Er ist &ndash; Gott sei es geklagt &ndash; kein Konservativer, sondern leider immer noch ein popkultureller Neoliberaler geblieben. Poschardt hat den Kern des kritischen Konservativismus schon lange vergessen. So geht es &uuml;brigens auch der Union. Aber das w&auml;re die Voraussetzung f&uuml;r eine substantielle Wertedebatte. Frau Merkel wird sich ihre Gedanken machen m&uuml;ssen. Ansonsten scheint es ja in der Union kaum noch jemanden zu geben, der das k&ouml;nnte. Aber wer wei&szlig;? Vielleicht arbeitet sich Ulf Poschardt sogar in die Ideengeschichte des Konservativismus ein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiesaussieht.de\/2013\/02\/05\/ulf-poschardts-kritischer-gedanke\/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=ulf-poschardts-kritischer-gedanke\">Wiesaussieht<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Das Letzte: Der SemperOpernball 2013 &ndash; Gr&ouml;&szlig;tes gesellschaftliches Kulturevent Deutschlands verzauberte tausende G&auml;ste und begeisterte mit Rekorden<\/strong>\n<ul>\n<li>&Uuml;berragende Einschaltquote beim MDR<\/li>\n<li>Weltrekord: 1.966 Paare tanzen Walzer beim SemperOpenairball<\/li>\n<li>So viel internationale Prominenz und Stars wie noch nie<\/li>\n<li>Hochkar&auml;tige Preistr&auml;ger: Michael Ballack, G&eacute;rard Depardieu, Prof. Dr. Martin Winterkorn, Heiner Lauterbach, S.E. Jean-Claude Juncker [&hellip;]<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der f&uuml;r sein Lebenswerk ausgezeichnete Schauspieler G&eacute;rard Depardieu kommentierte: &ldquo;Ich bin sehr beeindruckt von diesem Opernhaus und von dieser Musik.&rdquo;<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.semperopernball.de\/index.php?n1=599&amp;n2=772&amp;n3=830&amp;id=333\">Semperopernball<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.B.:<\/strong> Depardieu bekommt also einen Preis daf&uuml;r, dass er keine Steuern mehr zahlt und somit auch keine Kultur mehr f&ouml;rdert. Eben jene F&ouml;rderung, die ihn weltber&uuml;hmt und reich gemacht hat. Ob das blo&szlig;e Selbstironie, Verh&ouml;hnung normaler Leute oder schlicht der einzig verf&uuml;gbare &ldquo;Star&rdquo; war, wird wohl immer unklar bleiben.<\/em><br>\n<em>Die weitere Preistr&auml;ger komplettieren das Gesamtbild: Martin Winterkorn (&Uuml;berraschung &ndash; VW sponsert die Semperoper stark, Kulturunterst&uuml;tzung ist zwar weniger schlimm, aber der Preis wirkt gekauft) und Jean-Claude Juncker. Weitere G&auml;ste waren z.B. Carsten Maschmeyer.<\/em><br>\n<em>W&auml;hrend sich drin die Oberklasse also selbst feierte und von oben herab schaute, durften das normale Volk vor der T&uuml;r bei winterlichen Temperaturen zuschauen und selbst tanzen. Wie symbolisch.<\/em><br>\n<em>Ich hoffe, dass wenigstens die Spenden und die hohen Eintrittspreise einer guten Sache dienen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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